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Full text of "Wiener entomologische monatschrift"

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Museum of Comparative Zoology 


Wiener 


| Entomologische Monatschrift. 


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Verantwortliche Redacteure und Herausgeber: 


Julius Lederer und Ludwig Miller. 


YIIN. Band. 


Mit 5 Tafeln. 


Wien, 1864. 


In Commission bei Oarl Gerold’s Sohn. 


Wiener 


Entomologische Monatschrift, 


——e so ra — 


Verantwortliche Redacteure und Herausgeber : 


Julius Lederer und Ludwig Miller. 


Vill. Band. 


Mit 5 Tafeln. 


Wien, 1864. 


In Commission bei Carl Gerold’s Sohn. 


WIENER 
Entomoloeische Monatschrift. 


Redaction und Expedition: In Commission bei 
Landstrasse, Gärtnergasse Nr. 20. Carl Gerold’s Sohn, Stadt Nr. 625. 
Nr. 1. VIII. Band. Jänner 1864. 


Neue Microlepidopteren *). 
Von Prof. Dr. F. A. Nickerl. 


Depressaria Laserpitü N. 

D. capite, thorace, scapulis et palpis rufulo-hepaticis, articulo ter- 
minali bicineto, alis anterioribus valde elongatis, apice rotun- 
dato, badiis; costa rufulo-hepatica, lineola media interrupta 
nigra. — 12 —14'", 


Diese Art steht zunächst der D. Libanotidella, ist aber viel 
grösser und hat gestrecktere, schmälere Vorderflügel, wodurch sie 
sich auf den ersten Blick unterscheiden lässt; übrigens ändert Farbe 
und Zeichnung so ausserordentlich, dass bei den etwa 40 mir vor- 
liegenden gezogenen Exemplaren die wenigsten mit einander über- 
einstimmen. Ich entnehme daher die Beschreibung nach den lebhaftest 
gezeichneten Stücken, bemerke aber zugleich, dass ich viele besitze, 
wo die Vorderflügel einfärbig mattgrau sind und gar keine Spur von 
irgend einer Zeichnung wahrnehmen lassen. 

Kopf, Taster, Fühler, Rücken und Schulterdecken sind 
röthlich-leberbraun ; das Endglied duWPTaster mit zwei dunkleren 
Ringen, die Füsse braun mit heller geringelten Tarsalgliedern , der 
Hinterleib grau mit gelblichem Afterbusch. 

Die Vorderflügel sind gestreckt, ziemlich schmal an der Spitze 
gerundet, kastanienbraun, an der Flügel-Insertion viel dunkler mit 
röthlich-leberbraunem Costalrand wie bei Lidbanotidella,;, im Mittel- 
felde liegt im zweiten Drittheil oberhalb des Längsdurchmessers ein 
ein- bis zweimal unterbrochener schwarzer Strich, welcher sich 


*) Die Abbildungen folgen später. 
Wiener entomol. Monatschr. VIII. Bd. 1 


2 


zuweilen in zwei bis drei Punkte auflöst, gewöhnlich aber mit einem 
stärkeren Punkte vor dem letzten Flügel-Drittheil endet. Die Fransen 
bräunlichgrau; von der bei Lidanotidella am Aussenrande stehenden 
Reihe schwarzer Punkte kommt bloss bei zwei Exemplaren eine 
schwache Andeutung vor. Die Hinterflügel sammt Fransen und Unter- 
seite sind graulichweiss. 

Die Raupe lebt gesellig im Juli und August in röhrenförmig 


zusammengesponnenen Blättern, später in den zusammengezogenen | 
Dolden von Laserpitium hirsutum im Ober-Engadin. Sie ist grünlich 


schwarz, später bleigrau mit schwarzen Borsten tragenden Wärzchen 


und wird in der Umgegend von St. Moritz und Samaden häufig an- 


getroffen. Die Motten entwickelten sich zu Ende August und im 
September. 


Depressaria Cotoneastri N. 


D. capite, thorace et palpis badiis, articulo terminali fusco-bicineto, 
alis anterioribus elongatis badiis ad basin testaceis, punctis 
duobus nigris ad 1, oblique ad extus, et duobus albis longitu- 
dinaliter in medio positis, margine postico nigro-punctato. 8°. 


Eine neue Art von Samaden aus dem Ober-Engadin, nähert 


sich der D, ferulae, hat aber viel schmälere und gestrecktere Flügel, 
welche an der Spitze nicht abgestumpft sind. 

Der Kopf, Rücken, Fühler und die Taster kastanienbraun mit 
doppelt heller geringeltem Endglied; Hinterleib aschgrau; die Füsse 
gelbgrau; die Vorderflügel kastanienbraun mit gelblichem Wurzelfelde. 
Im ersten Drittheil stehen unterhalb der Costa zwei schwarze Pünkt- 
chen beisammen, wovon das untere schief nach Aussen gerichtet ist; 
weiter gegen die Mitte finden sich zwei grössere weiss gekörnte etwas in 
die Länge gezogene im So des Flügels neben einander; 
am Aussenrande steht eine Reihe schwarzer Punkte, welche sich bis 
auf ein Drittheil des Vorderrandes erstreckt; die Fransen sind braun. 

Die Hinterflügel sammt Fransen sind grau, ebenso die Unterseite. 

Die Raupe lebt Ende Juli an Cotoneaster in zusammengespon- 
nenen Blättern, wurde aber von mir nicht näher beobachtet. In der 
zweiten Hälfte vom September erzog ich vier in den angegebenen 
Merkmalen vollständig übereinstimmende Stücke. 


Depressaria Hypomarathri N. 


D. capite, palpis, thorace, scapulis et basi alarum anteriorum testa- 
ceis, his fuscis nigro irroratis, puncto medio fere orbiculari 
albo, margine postico nigro-punctato, abdomine infra strigis 
duobus lateralibus atris.. 6— 8. 

Diese von mir in Anzahl gezogene Depressaria gleicht im Habitus 
der Parilella, in der Zeichnung einer meines Wissens noch unbeschrie- 
benen von Dr. Staudinger unter dem Namen Seneeionis versandten, 
jedoch von dieser standhaft verschiedenen Art. 

Der Kopf, die Taster von Oben und Innen, der Rücken und die 
Schulterdecken sind lehmgelb, der Haarbusch am zweiten Tasterglied 
nach Aussen, die Fühler und die beiden vorderen Fusspaare braun, 
die Tarsenglieder gelb geringelt, das hintere Fusspaar graugelb, unge- 
ıingelt, der Hinterleib oberhalb schiefergrau, unterhalb lehmgelb mit 
zwei schwarzen ununterbrochenen Seitenstreifen. 

Auf den in verschiedenen Nuancen von Lichtbraun variirenden 
Vorderflügeln bemerkt man unregelmässig zerstreute dunklere Schuppen; 
das Wurzelfeld ist lehmgelb; im ersten Drittheil stehen zwei schwarze 
Punkte, der untere schiefnach Aussen; in der Mitte ist ein fast kreis- 
förmiger, weisser, meist nach Aussen scharf schwarz gesäumter grösserer 
Punkt und eine Reihe kleiner dunkler Pünktchen finden sich längs 
des Aussenrandes; die Fransen sind braun. Die Hinterfiügel und Unter- 
seite schiefergrau mit helleren Fransen. 

Die Raupe ist spangrün mit schwarzem Kopf und gelbgrünen 
Nackenschild. Ueber den Rücken laufen zwei gelbliche Längsbinden, 
auf jedem Gelenke stehen zwei Paare feiner schwarzer Borstenwärzchen 
im Viereck, an der Seite eines jeden Gelenkstückes in der Gegend 
der Stigmen drei Pünktchen übereinander, von denen das oberste am 
meisten hervortritt; Afterschild und Füsg@ sind gelblich. Sie lebt um 
Prag an sonnigen Felslehnen im April und Mai, stellenweise nicht 
selten an Seseli hypomarathrum zwischen den zusammengesponnenen 
Blättchen der Endtriebe. Herr Pokorny fand sie auch an Helan- 
themum vulgare. 

D. Senecionis ist um 4, grösser, hat schmälere und längere 
Vorderflügel als die gegenwärtige Art und gleicht im Flügelschnitte 
der D. Applana; das Endglied der Taster erscheint doppelt dunkel 
geringelt und auf der Unterseite des Hinterleibes stehen der Länge 
nach vier Reihen schwärzlicher Punkte. 

* 


Depressaria Artemisiae N. 


D. capite, thorace, antennis et palpis fuscescentibus, articulo terminali 
bicincto, alis anterioribus elongatis roseo griseoque-fuscescentibus, 
macula basali et linealis longitudinaliter in medio dispersis nigris. 
MS. 

Eine bei Prag von mir entdeckte, der D. Heydenii nahestehende 
Art, mit welcher sie sich bis auf die weniger gerundete Flügelspitze 
und den weit matteren Farbenton am besten vergleichen lässt. Herr 
Dr. Herrich-Schäffer, dem ich dieselbe nebst den anderen hier 
beschriebenen Arten mitgetheilt, hat in seinem Verzeichnisse den 
obigen Namen beibehalten, und da mir bis jetzt noch keine Beschrei- 
bung dieser von mir seit mehreren Jahren gezogenen Art bekannt ist, 
so nehme ich keinen Anstand diese gegenwärtig zu liefern. 

Der Kopf, Rücken und die Taster sind braun, zuweilen mit 
röthlichem Anflug; das Endglied der letzteren doppelt dunkel geringelt 
mit gelblicher Spitze; die Füsse sind braun mit heller geringelten 
Tarsen, der Hinterleib ist grau. 

Die Vorderflügel ziemlich gestreckt, graubraun, mit röthlichem 
Anflug; an der Flügelinsertion unterhalb der Costa ein schwarzer, 
nach Aussen hin nicht scharf begrenzter Fleck; von 1/; bis über die 
Mitte hinaus mehrere der Länge nach nach Aussen gestellte Striche 
und Punkte, deren Zahl und Stellung sehr veränderlich ist, so, dass 
bei einer beträchtlichen Anzahl von Individuen nicht zwei hierin über- 
einstimmen. Vom letzten Drittheil des Vorderrrandes beginnt eine 
Reihe schwarzer Pünktchen, die sich über den Aussenrand bis an 
den Innenrand hin wie bei Heydenii erstreckt. 

Die Hinterflügel und die Unterseite sind weissgrau. 

Die Raupe hat einen schwarzbraunen Kopf und Nackenschild, 
das letztere ist halbmondfügmig, nach vorn grün gerandet und durch 
eine zarte Längslinie in der Mitte getheilt. Der Körper ist schmutzig 
grün, auf jedem Abschnitte stehen längs des Rückens zwei Paar 
Borstenpunkte, von denen das vordere der Mittellinie näher liegt, 
an jeder Seite stehen noch vier kleinere, je ein Haar tragende, zwei 
und zwei beisammen; die Brustfüsse sind braun, die Bauchfüsse und 
die Afterklappe tragen die Körperfärbung. Sie lebt einzeln in der 
zweiten Hälfte des Mai in röhrenförmig versponnenen Blättchen der 


jungen Triebe von Artemisia campestris und liefert im halben Juni 
die Motte. 


Cieodora bohemiella N. 


(. capite palpis et corpore testaceis, alis anterioribus testaceo-favis 
tenerrime nigro et griseo irroratis, punctis nigris sex, posterioribus 
griseis, flavo-ciliatis. 8°. 

Diese Art kann bei oberflächlicher Betrachtung und besonders 
in gefangenen Exemplaren mit Parasia paucipunctella verwechselt 
werden, von welcher sie sich aber nicht nur in der Färbung und ver- 
änderten Stellung der Punkte als andere Art unterscheidet, sondern 
sich auch durch den verschiedenen Bau der Labial-Taster einer 
anderen Gattung angehörend kennzeichnet. 

Der Kopf, die Taster und der Körper von Oben betrachtet fahl- 
gelb, das zweite Tasterglied buschig von den Seiten braun behaart, 
das nach aufwärts gerichtete Endglied glatt, lehmgelb, die Fühler 
und beiden ersten Fusspaare gelb geringelt, das hintere Fusspaar 
gelbgrau mit bräunlich gefärbten Schienen an den Aussenseiten. 

Die Vorderflügel sind lehmgelb mit sehr vielen zarten, meist 
dem Aderverlaufe folgenden grauen und schwärzlichen Schüppchen 
bestreut, welche bis in die Mitte der Fransen reichen. Auf denselben 
stehen sechs deutlich hervortretende schwarze Punkte, von welchen 
vier in der innern Flügelhälfte derart gestellt sind, dass zwei im 
gleicher Entfernung von einander und der Flügelwurzel längs des 
Costalrandes, zwei unter diesen längs des Dorsalrandes, aber etwas 
schief gegen den Aussenrand stehen; in der äusseren Flügelhälfte 
zwei Punkte im Längsdurchmesser des Flügels; die Fransen sind 
graulich mit dunkleren Saum. Die Hinterflügel grau mit langen 
gelblichen Fransen. 

Die Art fliegt in der Umgebung Prags bei Sonnenuntergang an 
einer sterilen Felslehne im Mai und Juni und wurde bisher nur in 
wenig Exemplaren erbeutet. 


Ornix insperatella N. 


0. Palpis albis, antennis fuseis inconspicue albo annulatis, capillis 
capitis fuscis fronte nigris, facie fuseo-albida, abdomine nigres- 
cente argenteo-annulato, alis anterioribus aereo-olivaceis, fascia 
pone basin angulata, strigis costae quinque et dorsi duabus ar- 
genteis. 5’. 


Eine prachtvolle Art bei O0. Pfaffenzelleri stehend, sich aber 
von dieser durch ansehnlichere Grösse, verschiedene Fleckenstellung 


6 


und Anzahl unterscheidend. Ich gebe die Beschreibung nach dem ein- 
zigen bekannten weiblichen Exemplar , welches Herr Pokorny im 
heurigen Jahre gefangen und mir zur Veröffentlichung mitgetheilt hat. 

Das Gesicht und die Taster gelblichweiss, die Kopfhaare gelb- 
braun, an der Stirne schwarz, der Rücken schwarz, mit gelbbraunen 
Schulterdecken, der Hinterleib graulichschwarz, silberweiss geringelt, 
unten weiss mit bräunlichem Afterbusch, die Fühler und Füsse grau- 
braun, erstere kaum sichtlich weiss geringelt, letztere weiss bedornt. 

An den dunkel erz-olivengrünen Vorderflügeln verläuft vom Costal- 
rande, etwa 4, von der Flügel-Insertion entfernt, eine Silberbinde, 
welche einen stumpfen, mit der Spitze nach Aussen gerichteten 
Winkel bildet, dessen unterer Schenkel viel breiter ist und am Dorsal- 
rand in geringerer Entfernung von der Wurzel steht, als der obere 
bei seinem Beginn am Vorderrande. Von der Binde nach Aussen 
stehen am Costalrande fünf silberglänzende Hakenfleckchen , die drei 
ersten entwickelteren in ziemlich gleichen Abständen von einander, 
die beiden äussersten etwas von diesen entfernt und beisammen nahe 
an der Flügelspitze. Zwei gleichfärbige dreieckige Flecke befinden 
sich am Dorsalrande, u. z.: einer dem ersten, der zweite dem dritten 
an der Costa gegenüberstehend. Die Fransen innerhalb der Theilungs- 
linie dunkelgrau, ausserhalb lichter mit drei gelblichweissen Stellen, 
an denen keine Spur der Theilungslinie sichtbar ist; einer sehr kleinen 
dunkel berandeten in der Spitze, einer grösseren, welche von der 
zweiten Dorsalmakel aus, am Afterwinkel den Fransenrand schliesst 
und einer in der Mitte des Aussenrandes gelegenen. Die Hinter- 
flügel grau mit gelblichen Fransen. 

Auf der grauen Unterseite ist von der Zeichnung der oberen nichts 
wahrnehmbar, doch bemerkt man die Fransenstellen an der Costa, 
wo oben die fünf Randhäkchen stehen, weiss gefärbt. 

Herr Pokorny fing das schöne Thierchen in einem einzelnen 
Exemplar am 11. Mai an einem Cornelkirschenstrauche im Parke 
von Weltrus. 


decophora Pokornyi N. 


0. capite argenteo, palpis fuscescentibus apice articuli ultimi albido, 
thorace aureo, alis anterioribus aureo-sulfureis, fasciis tribus 
transversis ad intus curvatis albis nigro marginatis. 51/'". 


Eine auffallende, nicht zu verwechselnde Species bei 0. Rlaelica 
Frey aus der Umgegend von Prag. 


7 


Die Fühler weiss, das Grundglied einfärbig, die Geissel schwarz 
geringelt, fein bewimpert; die Lippentaster ziemlich lang, stark nach 
aufwärts gekrümmt, graulichbraun, das Endglied mit weisslicher Spitze; 
Kopf und Stirn silberweiss; Halsband, Rücken und Schulterdeeken 
matt goldig; Hinterleib schiefergrau, die Beine graulichschwarz, Schienen 
und Tarsen weiss gescheckt; die Hinterfüsse ziemlich lang behaart 
und weiss bedornt. 

Die Vorderflügel goldgelb mit drei in ziemlich gleichweit von 
einander entfernten, weissen, schwarz gerandeten Querbinden, von denen 
bei der ersten am wenigsten gekrümmten etwas nach Aussen gegen 
den Dorsalrand verlaufenden die schwarze Berandung nach Innen 
fehlt und nur selten durch sparsame schwarze Schuppen angedeutet 
erscheint; die mittlere verläuft vom Costal- bis zum Dorsalrand gleich 
breit, gegen die Flügelwurzel concav gekrümmt, bei der äussersten 
ist diese Concavität noch mehr ausgesprochen. Bei einzelnen Exem- 
plaren ist diese Binde gebrochen und bildet einen deutlichen gegen 
die Wurzel gerichteten Winkel; an dieser Stelle ist die schwarze 
Beschuppung so stark, dass die weisse Binde durch selbe unter- 
brochen und in eine obere gegen den Costalrand sich verbreiternde 
und untere schmälere mit der Innenbinde in der Breite übereinstim- 
mende Hälfte getheilt wird. 

Die Hinterflügel, die Unterseite und die Fransen sind schiefergrau. 

Ich entdeckte die Motte Anfangs Juni im vorigen Jahre an dem 
nördlichen Bergabhang eines Laubwäldchens; sie schwärmte theils im 
Grase, theils im Schatten niederer Carpinusbüsche. Den obigen Namen 
ertheilte ich ihr Herrn Pokorny, meinem Freunde und Excursions- 
Genossen, zugleich sehr eifrigen Microlepidopterologen, zu Ehren. 


Stagmatophora Nickerlii H.-Sch. in litt. 


St. capite fusco, palpis niveis, articulo terminali inconspicue fusco- 
annulato, alis anterioribus aureis, fascia oblique transversa pone 
basin et maculis duobus marginis costalis candidis, argenteo gut- 
tatis, guttis argenteis tribus majoribus prope marginem dorsalem 
et nonnullis minoribus in alarum apice positis; posterioribus 
einereis. 5’, 

Ein reizendes Thierchen bei St. Isabellella. 
DerKopf graubraun mit einzelnen untermengten goldigen Schup- 
pen, die schlanken aufwärts gebogenen Taster weiss, das Endglied 


8 

von Oben betrachtet undeutlich braun geringelt, die Fühler schwarz, 
weiss geringelt, Brust und Schulterdecken goldig; letztere nach Aussen 
und Hinten silberweiss. Die Füsse graulichschwarz, weiss geringelt; 
an den Hinterbeinen die Schienen weiss bedornt und anliegend behaart. 
Der Hinterleib schwärzlich grau mit hellerem Afterbusch. Die Vorder- 
flügel goldglänzend mit einer hinter der Wurzel vom Vorderrand 
schräg nach Aussen über %, der Flügelbreite verlaufenden weissen 
Binde, welche mit einem metallischen sehr lebhaft glänzenden Tropfen 
endet; zwei dergleichen Tropfen befinden sich auf den weissen Fleckchen, 
von denen das eine fast in der Mitte, das andere in einiger Entfer- 
nung vor der Flügelspitze am Vorderrande stehen und von welchem 
letzteren sich die Färbung als ein nach Aussen gerichteter weisser Wisch 
über die ausser dieser Stelle schiefergrauen Fransen erstreckt. Drei 
ähnliche mit denen des Vorderrandes bezüglich der Stellung alter- 
nirende Metalltropfen treten längs des Dorsalrandes durch ihre Grösse 
am meisten hervor; drei bis fünf dergleichen kleinere stehen im Bogen 
um die Flügelspitze und verschmelzen zuweilen in einander. Der Glanz 
dieser Metalltropfen ist sehr intensiv, und die Farbe derselben er- 
scheint je nach Verschiedenheit der Richtung des auffallenden Lichtes 
bald silbern, bald goldig. 

Die lanzettlichen Hinterflügel sind schiefergrau mit langen braun- 
grauen Fransen. 

Auf der braungrauen Unterseite erscheinen bloss die beiden 
Fransenstellen, welche an die weissen Makeln des Vorderrandes 
stossen weiss gefärbt, 

Die Art, welche Herr Dr. Herrich-Schäffer nach mir be- 
nannt, wurde von mir im verflossenen Jahre in einzelnen Exemplaren 
in der Umgebung Prags gefunden; sie flog im Mai und Juni an einer 
gegen Süden gelegenen Felsenlehne und scheint nach der geringen 
Stückzahl der Ausbeute bei den oft wiederholten Excursionen au 
diesem Flugorte selten zu sein. 


Sechs neue europäische Ortalidae. 
Von Director Dr. H. Loew in Meseritz. 
1. Dorycera inornata, nov. sp. @ und 9.— Cinerea, vittis thoracis 
distinetissimis atris, fasciis abdominis nullis, alis immaculatis, 


antennis quam in congeneribus multo brevioribus, articulo tertio 
ovato. — Long. corp. 4—41, long. al. 334— 35/6" lin. 


9 


Aschgrau, matt. Kopf ganz von der in der Gattung gewöhnlichen 
Bildung, gelb; die Oberhälfte des Hinterkopfs schwarz, von heller 
Bestäubung zum grössten Theile grau. Die breite aber nicht scharf- 
begrenzte Stirnstrieme orangeroth, an den Seiten gewöhnlich braun 
eingefasst; der Seitenrand der Stirn mit weisslicher oder gelbweiss- 
licher Bestäubung. Zwischen Stirn und Gesicht, etwas unterhalb der 
Fühler findet sich jederseits am Augenrande ein mattschwarzer Fleck 
und unterhalb desselben ein kleineres, gewöhnlich nur braun gefärbtes 
Fleckchen, welches vom Augenrande abgerückt und dem äussern Rande 
der Fühlergrube genähert ist; in jeder Fühlergrube selbst befindet sich 
ganz oben ein glänzend schwarzer Fleck, unten eine schwarzbraune 
Längsstrieme. Fühler viel kürzer als bei unseren andern Dorycera- 
Arten; das zweite Glied nur mässig verlängert, ziemlich breit, braun- 
gelb, dicht schwarz behaart; das eiförmige dritte Glied roth mit 
schwarzem Oberrande, ungefähr so lang wie das zweite Glied; die 
Fühlerborste kahl, bis etwas über das erste Drittel hinaus verdickt 
und braungelb gefärbt, von da an dünn und schmutzig weisslich. — 
Die Oberseite des Thorax zeigt scharf begrenzte, ziemlich glänzende 
schwarze Striemen; die beiden fast parallelen Mittelstriemen sind nur 
am Hinterrande des Thorax etwas abgekürzt; die Seitenstriemen beste- 
hen aus einem fast eiförmigen Flecke unmittelbar vor der Quernaht 
und aus zwei unmittelbar hinter ihr beginnenden, ziemlich parallelen 
Längsstriemen, welche den Hinterrand des Thorax ebenfalls nicht 
vollständig erreichen. Das Schildchen ist auf der Mitte grau und matt, 
am Seitenrande aber schwarz und glänzend. Hinterrücken mit Thorax 
und Hinterleib gleichfarbig. Brustseiten von einfarbig grauer Färbung, 
welche jedoch etwas weniger in das Gelbe zieht, als die des übrigen 
Körpers. Hinterleib ohne schwarze Binden, bei dem Männchen ganz 
gleichfarbig, bei dem Weibchen gegen den Hinterrand der einzelnen 
Abschnitte und besonders auf dem letzten Abschnitte etwas dunkler, 
was indess leicht nur Folge einer stattgehabten Abreibung sein könnte. 
— Beine dunkelgelb, fast bräunlichgelb; Füsse ziemlich schwarz- 
braun. — Flügel graulich glasartig mit dem in der Gattung gewöhn- 
lichen, etwas groben und steifen dunkelbraunen Geäder. — Die schwarze 
Behaarung des ganzen Körpers ist, wie bei den übrigen Arten der 
Gattung, kurz, auf der Stirn am dichtesten; die Beborstung des 
Thorax ist auf den Seitenrand und auf das Hinterende desselben 
beschränkt. — (Corsika.) 


10 


Anmerkung. Gegenwärtige Art weicht von den bisher bekannt gewor- 
denen europäischen Dorycera-Arten durch die viel geringere Länge 
der Fühler so erheblich ab, dass man wohl geneigt sein könnte, 
auf sie eine eigene Gattung zu errichten; da sie aber nicht nur 
in allen übrigen plastischen Merkmalen, sondern sogar in der 
Färbung des Körpers und der Zeichnung des Gesichts und des 
Thorax mit jenen übereinstimmt, so halte ich eine solche Tren- 
nung für jetzt noch nicht nothwendig und entschliesse mich lieber, 
den Charakter der Gattung Dorycera iu Beziehung auf dieübrigens 
auch bei unseren anderen Arten nicht ganz übereinstimmende 
Fühlerbildung zu modifiziren. 


2. Ortalis murina, nov. sp. JS. — Cinerea, vittä frontali rufä, infra 
latä, supra subito angustatä, thoracis dorso toto setoso , subob- 
solete nigro-vittato, pedibus nigris, alis subhyalinis, maculä 
geminä prope cellulae submarginalis basim, stigmate praeter 
basim, limbo lato apicis venarumque transversalium limbis ex 
fusco nigris, adjectä maculä subfuscä, in cellulä marginali infra 
finem venae longitudinalis primae sitä. — Long. corp. 23%" — 
long. al. 2114“ lin. 

Aus der nächsten Verwandtschaft von Ort. centralis und guttala. 
Einfarbig aschgrau. Kopf grau, von demselben Baue wie bei den 
beiden genannten Arten. Der Mitteltheil des Gesichts rothgelb; die 
Fühlergruben braunschwarz gestriemt; die Leiste zwischen denselben, 
so wie der äussere Theil jeder Fühlergrube selbst und die Seitentheile 
des Gesichts bis auf die Backen hinab fast schneeweiss bestäubt. 
Die ziemlich dunkelrothe Stirnstrieme ist scharf begrenzt und lässt 
jederseits am Augenrande einen breiten, weissbestäubten Saum übrig; 
unten ist sie von recht ansehnlicher Breite, verschmälert sich aber 
oberhalb ihrer Mitte ziemlich plötzlich, was bei den ihr zunächst 
verwandten Arten nicht der Fall ist. Die Oberseite des Thorax hat die 
im Verwandtschaftskreise dieser Art gewöhnlichen beiden linienartigen, 
wenig in die Augen fallenden grauschwärzlichen Striemen, neben 
denen sich die Spur von ähnlich gefärbten, aus einem vor der Quer- 
naht liegenden Flecke und einer hinter der Quernaht befindlichen 
Längslinie bestehenden Seistenstrieme zeigt. Schildchen und Hinter- 
leib sind durchaus einfarbig grau. Beine grauschwarz. Flügel ziemlich 
glasartig; die Zeichnung derselben ist folgende: ein braunschwarzer 
Fleck bedeckt die Wurzel der Submarginalzelle, erstreckt sich nach 
vorne bis zur ersten Längsader und setzt sich nach hinten in mehr 
oder weniger deutliche Verbindung mit einem kleinen, auf der dritten 


11 


Längsader liegenden Fleckchen; die letzten beiden Drittel des Stigma 
sind braunschwarz gefärbt; die Flügelspitze hat einen breiten schwarz- 
braunen Saum, welcher etwa in der Mitte zwischen der Mündung der 
ersten und der Mündung der zweiten Längsader beginnt, hier bis über 
die zweite Längsader hinausreicht und sich in mindestens gleicher 
Breite bis etwas über die Mündung der vierten Längsader hinaus 
fortsetzt; die beiden Queradern haben ziemlich breite braunschwarze 
Säume. Ausser dieser schwarzbraunen Zeichnung findet sich noch ein 
bräunlicher Fleck in der Marginalzelle unterhalb des Endes der ersten 
Längsader. Die erste Längsader ist nur auf ihrem Ende beborstet, 
die kleine Querader bis fast zum letzten Drittel der Discoidalzelle 
hingerückt, der letzte Abschnitt der vierten Längsader wenig gekrümmt 
und der Hinterwinkel der Analzelle in keinen Zipfel ausgezogen. — 
(Kärnthen). 
Anmerkung. Das beschriebene Exemplar hat leider die Fühler ver- 
loren. Die nahe Verwandtschaft, welche es in allen übrigen 
Organisationsverhältnissen mit Ort. centralis und guttata zeigt, 


macht es wahrscheinlich, dass die Bildung derselben wie bei 
diesen beiden Arten sein werde. 


3. Ortalis fraudulosa, nov. sp. @. — Atra, nitida, thorace scutel- 
loque cinereo-pollinosis, abdomine albido-bifasciato, tertio anten- 
narum articulo supra exciso, alarum hyalinarum maculis magnis 
nigris quinque, venä longitudinali primä totä setosä, venae lon- 
gitudinalis quartae apice recurvo. — Long. corp. 2% — long. 
alt 25/6. ‚lin. 

Diese Art ist der bekannnten Ort. marmorea Fbr. täuschend 
ähnlich. Der Kopf hat ganz dieselbe Färbung wie bei dieser und 
unterscheidet sich auch in seinem Baue nur durch die erheblich schmä- 
lere Stirn und durch das etwas deutlicher gekielte Gesicht. Fühler 
rostgelb, das dritte Glied derselben auf seiner Oberseite sanft aus- 
geschnitten, die Vorderecke desselben spitz; die Fühlerborste sehr 
kahl, nur in der Nähe der Basis etwas verdickt; das beschriebene 
Weibchen hat auf dem zweiten Fühlergliede kein längeres Borstchen, 
doch kann dasselbe vielleicht nur abgebrochen sein. Die Stirnstrieme 
ist, der geringeren Breite der Stirn entsprechend, erheblich schmäler 
als bei Ort. marmorea; die Einfassung, welche dieselbe jederseits am 
Augenrande übrig lässt, ist mindestens eben so breit als bei Ort. 
marmorea, schärfer begrenzt und deutlicher weissbestäubt. Thorax 
und Schildchen von grauer Bestäubung ziemlich matt; auf der Mitte 


12 


des Thorax finden sich nahe bei einander zwei länglich viereckige, 
braune Flecke und das Schildchen zeigt am Rande eine rostbräun- 
liche Grundfarbe. Hinterrücken und Bırustseiten sind nur sehr dünn 
bestäubt und desshalb ziemlich glänzend schwarz. Hinterleib glänzend 
tiefschwarz, der zweite und dritte Abschnitt an der Basis mit einer 
ganzen, von dichter, graulichweisser Bestäubung gebildeten Quer- 
binde. Die Schenkelknöpfe und Beine rothbräunlich, die drei ersten 
Viertheile aller Schenkel schwarz. Flügel ziemlich glasartig, mit fünf 
grossen schwarzen Flecken; der erste dieser Flecken hat die Gestalt 
einer etwas schrägen Halbbinde, beginnt am Vorderrande auf dem 
Ende der Costalzelle und erstreckt sich bis auf die Wurzel der 
Discoidalzelle; der zweite Fleck hat ebenfalls eine halbbindenförmige 
Gestalt, beginnt hinter der Spitze der ersten Längsader, schliesst 
die kleine Querader ein und reicht bis auf die Mitte der Discoidal- 
zelle; der dritte Fleck wird durch die ziemlich breite Säumung der 
hintern Querader gebildet; der vierte liest am Vorderrande, wo er 


das Ende der Marginalzelle ausfüllt und sich an seinem Ende bis über | 


die Mitte der Submarginalzelle ausbreitet; der fünfte Fleck liegt an 
der Flügelspitze selbst und erstreckt sich von der Mündung der zweiten 
Längsader bis an die mit ihrem Ende deutlich vorwärts gebogene 
vierte Längsader. Es ist aus diesen Angaben ersichtlich, dass die 


Zeichnung der Flügel mit derjenigen von Ort. marmorea bis auf die 


bei fraudulosa etwas genähertere Lage des vierten und fünften Flecks 


übereinstimmt. Die erste Längsader ist schon von der Schulterquer- | 
ader an bis zu ihrem äussersten Ende hin beborstet; der Hinter- | 


winkel der Analzelle ist spitz, aber in keinen Zipfel ausgezogen. — 
(Balkan). 


4. Ortalis gyrans nov. sp. JS und Q.— Atra, capite rufo, thorace 
scutelloque cinereis, illo subtilissime punetulato,, abdomine faseils 
albido-pollinosis in mare duabus, in foeminä tribus cincto; alae 


hyalinae, marginis antici dimidio basali, fasciä venulam trans- 


versalem mediam includente; postice abbreviatä, antice usque ad 
costam pertinente, limbo venulae transversae posterioris et maculä 
subapicali nigris; tertius antennarum articulus supra non excisus, 
angulo apicali acuto. — Long. corp. 21Y, "'. — long. al. 21 lin. 
Der Ort. bifasciata Lw. ausserordentlich nahe verwandt und mit 
ihr dem Verwandtschaftskreise von nigrina, paludum u. s. w. sich 
anschliessend. Grundfarbe des Körpers schwarz. Der Kopf rothgelb; 


13 
Stirnstrieme orangeroth; die Seiteneinfassungen der Stirn und die 
Seitentheile des Gesichts lebhaft weissschimmernd; Gesicht stark 
sekielt. Fühler über die Mitte des Gesichts hinabreichend, rothgelb, 
gegen das Ende des länglichen dritten Gliedes hin gewöhnlich etwas 
gebräunt; dieses ist auf der Oberseite gar nicht ausgeschnitten, hat 
aber eine scharfe Vorderecke. Ulypeus und Taster rothgelb, Hinterkopf 
schwärzlich, von ziemlich weisslicher Bestäubung grau. Thorax von 
dichter grauer Bestäubung matt, ungestriemt; die kurzen schwarzen 
Härchen seiner Oberseite stehen auf kaum deutlich wahrnehmbaren 
schwarzen Pünktchen; Borsten finden sich nur am Seitenrande und auf 
dem Hinterende derselben. Die Grundfarbe des mässig gewölbten, vier- 
borstigen und ebenfalls grau bestäubten Schildchens geht in das Braune 
über. Hinterleib glänzend schwarz; bei dem Männchen haben nur der 
zweite und dritte, bei dem Weibchen ausserdem auch noch der vierte 
Abschnitt an der Basis eine ansehnliche, grauweisslich bestäubte Quer- 
binde; der vierte Abschnitt des männlichen Hinterleibes zeigt bei 
jeder Betrachtungsweise eine reinschwarze, glänzende Färbung, wäh- 
rend das Schwarz der vorhergehenden Ringe, wenn man dieselben in 
schräger Richtung betrachtet, in das Schwarzbraune übergeht und 
weniger lebhaften Glanz zeigt; bei dem Weibchen findet Aehnliches 
statt, doch zeigt sich der Uebergang in das Schwarzbraune auf den 
vier ersten Ringen weniger deutlich, dagegen auf dem verkürzten 
fünften Ringe besonders deutlich, während der sehr breite erste 
Abschnitt der Legröhre bei jeder Betrachtungsweise rein schwarz und 
lebhaft glänzend erscheint. Beine schwarz mit braunrothen Knien 
und schmutziggelbrothen Fusswurzeln; bei den meisten Exemplaren 
erstreckt sich die helle Färbung der Mittel- und Hinterfüsse auch 
noch über das zweite, bei vielen auch noch über das dritte Glied; 
bei nicht ausgefärbten Stücken sind häufig auch die Schienen roth- 
braun gefärbt. Schwinger und Schüppchen weisslich, Flügel ziemlich 
glasartig, die Flügeladern innerhalb der dunkeln Zeichnung schwarz, 
sonst grösstentheils hell; Vorderrand mit schwarzer, bis zum Ende 
der ersten Längsader reichenden Säumung, welche aber durch die 
lehmgelbliche Färbung der ersten Hälfte der Randmalszelle stets, 
durch eine ähnliche aber schmutzigere Färbung der Wurzelhälfte der 
äussern Basalzelle häufig unterbrochen ist; die schwarze Färbung auf 
der zweiten Hälfte der Randmalszelle setzt sich als senkrechte, die 
kleine Querader einschliessende Halbbinde bis etwas über die vierte 
Längsader fort; auf der äussersten Basis der Submarginalzelle liegt 


14 


ein ganz kleines schwarzes Fleckchen, welches sich nach vorn hin bis 

zur ersten Längsader ausbreitet und sich nach hinten hin mit einem 

kleinen, zwischen der dritten und vierten Längsader liegenden Fleck- 
chen verbindet; die hintere Querader hat eine ansehnliche schwarze 

Säumung, welche die fünfte Längsader gar nicht, wohl aber die vierte 

Längsader etwas überschreitet; der schwarze Fleck vor der Flügel- 

spitze grenzt an den Vorderrand, beginnt hier aber nicht der hintern 

Querader gegenüber, sondern in geringerer Entfernung von der Flügel- 

spitze, löst sich zwischen der Mündung der zweiten und dritten Längs- 

ader vom Flügelrande los und reicht mit seinem inneren Ende bis 
mitten zwischen die dritte und vierte Längsader. Die erste Längs- 
ader ist nur auf ihrem Ende beborstet; die dritte Längsader ist am 

Ende sanft nach hinten gebogen, so dass sie mit der vierten Längs- 

ader schwach convergirt; Hinterwinkel der Analzelle spitz. — (Dal- 

matien). 

Anmerkung. Wegen der nahen Verwandtschaft zwischen Ort. gyrans 
und Ort. bifasciata wird es gut sein, in den Diagnosen derselben 
sowohl diese Verwandtschaft als den Unterschied derselben mög- 
lichst deutlich ersichtlich zu machen. Die Diagnose von Ort. 
bifasciata kann zu diesem Zwecke so lauten: Atra, capite rufo, 
thorace scutelloque einereis, illo subtilissime punctulato, abdomine 
fasciis albido-pollinosis in mare duabus, in foeminä tribus eincto; 
alae hyalinae, marginis antici dimidio basali, fasciä venulam 
transversalem mediam includente postice abbreviatä, antice usque 
ad costam pertinente, limbo venulae transversae posterioris et 
limbo apicali nigris; tertius antennarum articulus supra non ex- 
eisus, angulo apicali acuto. — Long. corp. 21, lin. — al. 23 
bis 2%, lin. — 


5. Ortalis parva, nov. sp. d u. Q.— Atra, nitens, capiterufo; alae 
hyalinae circa apicem venae longitudinalis quartae distincte albi- 
cantes, marginis antici dimidio basali, strigulä infra apicem venae 
longitudinalis primae sit&, venularum transversalium limbis an- 
gustis et maculä apicali subtrigona atris. — Long. corp. 177 lin, 
— long. al. 124 lin. 

Aus dem Verwandtschaftskreise der Ort. nigrina u. s. w. — Glän- 
zend schwarz. Kopf rothgelb, Hinterkopf schwarz mit dünner, gegen 
den Augenrand hin mit dichterer weisslicher Bestäubung. Stirnstrieme 
orangeroth, gewöhnlich braunschwarz eingefasst. Die vom Scheitel 
herablaufenden Schwielchen, auf denen die gewöhnlichen Borsten ste- 
hen, sind glänzend schwarz; die Seiteneinfassungen der Stirn und die 


15 


Seitentheile des Gesichts lebhaft weissschimmernd. Gesicht stark 
gekielt. Fühler nicht ganz bis zum Mundrande herabreichend; das 
dritte Glied gelbroth, entweder nur am Ende oder in grösserer Aus- 
dehnung gebräunt, zuweilen mit alleiniger Ausnahme der Wurzel braun, 
mit abgerundeter Vorderecke; Fühlerborste etwa bis zum ersten 
Drittel hin etwas dicker, mit schwer wahrnehmbarer, äusserst kurzer 
Pubescenz. Backen gewöhnlich braun, nicht selten rothgelb; der seit- 
liche Mundrand fast immer rothgelb. Taster braun oder gelbbraun. — 
Thorax nur mit sehr dünner braungrauer Bestäubung, welche die 
Grundfarbe desselben nicht verdeckt und den Glanz derselben nur 
wenig mindert; bei von hinten her einfallender Beleuchtung zeigt sich 
auf dem Vorderende desselben der Anfang von drei sehr undeutlichen 
hellgraulich bestäubten Striemen. Wie bei den verwandten Arten 
finden sich nur am Seitenrande und auf dem Hinterende des Thorax- 
rückens Borsten. Das vierborstige Schildchen ist mit dem Thorax 
gleichfarbig. Hinterleib glänzend schwarz, bei dem Weibchen etwas 
weniger glänzend als bei dem Männchen. Die kleinen Deckschüpp- 
chen und die Schwinger weisslich. Flügel etwas schmäler als bei den 
meisten verwandten Arten, ziemlich glasartig; Flügeladern mit allei- 
niger Ausnahme der die hintern Wurzelzellen bildenden schwärzlich. 
Die Costal- und Stigmaticalzelle sind schwarz gefärbt; unmittelbar 
unter der Spitze der ersten Längsader liegt ein kleines schwarzes 
Wischchen; ebenso zeigt sich eine schwarze Färbung um die Flügel- 
falte, welche von der Theilungsstelle der zweiten und dritten Längs- 
ader schräg gegen die erste Längsader hin läuft. Beide Queradern 
haben nur schmale schwarze Säume; die Vorderhälfte der Flügelspitze 
nimmt ein fast dreieckiger schwarzer Fleck ein, welcher am Flügel- 
rande die dritte Längsader nicht überschreitet, mit seiner innern Ecke 
aber sich bis mitten zwischen die dritte und vierte Längsader erstreckt 
und an seiner der Flügelwurzel zugekehrten Seite gewöhnlich deutlich 
ausgebuchtet ist; der hinter diesem Fleck liegende Theil der Flügel- 
spitze zeigt, in schräger Richtung betrachtet, sowohl im durchfallen- 
den als im auffallenden Lichte eine sehr deutliche weissliche Färbung, 
an welcher diese Art besonders leicht zu erkennen ist. Die erste Längsader 
ist nur an ihrem Ende beborstet; die dritte und vierte Längsader sind 
parallel; der Hinterwinkel der Analzelle ist kaum deutlich spitz. 
Die Beine können bei völlig ausgefärbten Exemplaren ganz schwarz 
genannt werden, da beisolchen auch das erste Glied der hintern Füsse 
wenigstens schwarzbaun gefärbt ist, währendes bei minder ausgefärb- 


16 

ten Stücken eine schmutzig rothgelbliche Färbung zeigt. — (Oester- 

reich, Schneeberg). 

Anmerkung. Die Beschreibung, welche Meigen von Ort. luctuosa 
gibt, würde sich allenfalls auf gegenwärtige Art anwenden lassen, 
wenn ihre Flügelzeichnung nicht blassbraun und ihre Körper- 
grösse der von palustris und paludum gleich sein, diejenige von 
nigrina aber erheblich übertreffen sollte, während gegenwärtige 
Art nicht nur erheblich kleiner als nigrina ist, sondern sich 
auch durch die Schwärze ihrer Flügelzeichnung auszeichnete. — 
Ort. oscillans hat nach Meigen „ein unten glänzend schwarzes, 
oben unter der Fühlerwurzel hingegen rothgelbes* Gesicht, wie 
sich dasselbe bei unreifen Stücken von palustris sehr häu- 
fig findet, bei denen auch die Füsse in grösserer Ausdehnung 
rothgelb und die hinteren Schienen nicht selten braunroth gefärbt 
sind. Die naheliegende Vermuthung, dass Meigen solche unreife 
Stücke von Ort. palustris als Ort. oscillans beschrieben haben 
möge, wird dadurch bestätigt, dass Meigen drei solche ihm 
von Ruthe übersendete, durch dessen Gefälligkeit in meiner 
Sammlung befindliche Exemplare als Ort. oscillans bestimmt hat. 


6. Ortalis latifrons, nov. sp. ©. —- Cinerea, thorace nigro-punctulato, 
abdomine nigro-fasciato, pedibus piceis, alis hyalinis nigro-ma- 
culatis, limbo fuliginoso costae nullo. — Long. corp. 31%, lin. — 
long. al. 3°/,. lin. 

Kopf samımt Tasten und Fühlern dunkelgelb, die Oberhälfte des 
Hinterkopfs schwarz und von lichter Bestäubung grau. Gesicht breiter 
und weniger gekielt als beiden verwandten Arten, z.B. bei Ort. gan- 
graenosa Mg. — Stirn sehr breit, mit breiter dunkelgelber oder roth- 
gelber Strieme, welche gegen den Scheitel hin erheblich verschmälert 
ist; die Seitentheile der Stirn sind mit weisslicher Bestäubung bedeckt, 
welche sich in minderer Dichtigkeit am Augenrande hin auch über 
das ganze Gesicht fortsetzt. Thorax weisslich aschgraulich, nur ganz 
vorn mit den kurzen Anfängen zweier schwarzen Längslinien, sonst 
überall mit feinen schwarzen Pünktchen. Schildchen mit dem Thorax 
gleichfarbig, unpunktirt. Hinterleib glänzend schwarz, auf der Basis 
jedes Ringes mit einer ansehnlichen aschgraulichen Querbinde, welche 
sich auf ihrer Mitte erweitert. Die hinteren Schenkel gelbbraun, die 
hintersten mit einem schwarzbraunen Flecke vor der Spitze; sonst 
sind die Beine pechbraun, Schienen und Füsse fast braunschwarz, 
die Vorderschienen jedoch auf der Unterseite heller. Flügel glasartig 
am Vorderrande nicht gebräunt, nur an der Schulterquerader bräun- 
lich; ein kleines braunschwarzes Fleckchen auf dem Ende der äus- 


67 


seren Costalzelle bildet den Anfang einer etwas schrägen, unvoll- 
kommenen schwarzen Binde, welche sich,bis zur Basis der Discoidal- 
zelle erstreckt; ein schwarzes Fleckchen liegt unmittelbar unterhalb 
der Mündung der ersten Längsader in der Marginalzelle, ein etwas 
ansehnlicheres auf der zweiten Längsader und zwei kleinere, mit 
einander zusammenhängende auf dem Ende der dritten und vierten 

Längsader; die kleine und die hintere Querader haben schmale schwarze 

Säume. (Andalusien; Staudinger). 

Anmerkung. Bei der Bestimmung dieser Ärt kann nur die von 
Rob. Desvoidy als Blainvillia jucunda beschriebene Art in 
Betracht kommen Da die unmittelbar vor dieser beschriebene 
Blainvillia formosa nichts anders als Ortalis gangraenosa M eig. 
zu sein scheint, und da gegenwärtige Art in der That Aehnlich- 
keit mit dieser Ort. gangraenosa hat, so würde ich, trotz dem, 
dass Rob. Desvoidy den Körper seiner Blainvillia formosa 
eylindrisch nennt, das Colorit derselben als braungrau angibt, 
die Farbe der Beine gelb nennt und der Säumung der Quer- 
adern nicht gedenkt, doch ganz geneigt sein in Ort. latifrons 
diese seine Blainvillia jucunda zu vermuthen, wenn er nur nicht 
ausserdem noch sagte: „moitie costale des ailes fuligineuse*, was 
auf gegenwärtige Art auch nicht im Allergeringsten passt. 


Acht neue Cordylura-Arten. 


Von Director Dr. H. Löw in Meseritz. 


Ä icolor, nov. sp. ©. — Tota flavescens, nitida, tertio 

1. Gordylura unicolor, no Tota fl cens, nitida, tert 
antennarum articulo apicem versus fusco, setä antennali nigrä, 
plumatä, scutello setis duabus instructo. — Long. corp. 2/2 lin. 
— Lone. al. 21/, lin. 


Ganz und gar blassgelb, glänzend, mit feiner schwarzer Be- 
haarung und mit etwas sparsamen schwarzen Borsten. Stirn und 
Gesicht von mittlerer Breite, erstere mit etwas undeutlicher weisser 
Bestäubung, letztere gelblichweiss. Fühler von mittlerer Länge, die 
Endhälfte des eiförmigen dıitten Gliedes gebräunt; die schwarze 
Fühlerborste lang gefiedert. An der Vorderecke des Mundrandes 
Jederseits eine lange Knebelborste, jederseits am seitlichen Mundrande 
etliche Beiborsten, von denen eine die andern an Stärke und Länge 
sehr übertrifft. Schildchen mit zwei langen schwarzen Borsten. Flügel 
graulich glasartig; Adern braun, am Vorderrande braunlich gelb, an 

Wiener entomol. Monatschr. VIII. Bd. ? 


18 


der Wurzel gelb. — Die weibliche Legröhre ähnelt in ihrem Baue 
derjenigen von Cord. convallariae und albilabris, in deren Ver- 
wandtschaftskreis Cord. wunicolor gehört. — (Andalusien; Stau- 
dinger.) | 


2. Cordylura femoralis, nov. sp. @ — Nigro-cinerea, coxis conco- 
loribus, femoribus nigris, tibiis tarsisque ex ferrugineo rufis, 
femoribus tibiisque pedum anticorum nigro-spinosis, alis perspicue 
subfuseis. Long. corp. 21% lin. — Long. al. 27% lin. 


Grundfarbe schwarz, von dichter grauer Bestäubung schwärzlich 
grau und matt, auf dem Hinterleibe etwas schwärzer und glänzender. 
Hinterkopf sammt dem Ocellendreieck und dem obersten Theile der 
Seiteneinfassungen der Stirn auf schwarzem Grunde grau bestäubt. 
Stirnstrieme oben düster aber ziemlich brennend roth, unten orange- 
gelb; die Seiteneinfassungen der Stirn weiss bestäubt. Fühler röthlich- 
orangegelb ; das dritte Glied derselben ist auf der zweiten Hälfte 
der Innenseite und fast auf der ganzen Aussenseite schwarzbraun 
gefärbt; Fühlerborste schwarz mit kurzer aber dichter schwarzer Be- 
haarung. Gesicht weisslich, jederseits mit einer starken schwarzen 
Knebelborste, neben welcher etliche kurze helle Härchen stehen. 
Backen nur von mittlerer Breite. Rüssel dick, glänzend schwarz; 
Taster gelblich, bis zum Ende des Rüssels reichend; an der Spitze 
kaum breiter. Thorax ungestriemt; Schildchen wie bei den ihr ver- 
wandten Arten nur mit 2 starken Borsten, doch finden sich an der 
Spitze desselben statt des zweiten Borstenpaares, wie bei mehreren 
der verwandten Arten auch, zwei Haare. Die ziemlich sparsame Be- 


haarung des Hinterleibs hat eine fahlgelbe Farbe, nimmt aber bei 


mancher Betrachtungsweise ein schwarzes Ansehen an; die stärkeren 
Haare in der Nähe des Hinterrands der einzelnen Abschnitte sind 
schwarz. Die Legscheide des Weibchens ist von der bei den ver- 
wandten Arten gewöhnlichen Gestalt und von glänzend schwarzer 
Färbung. Vorderhüften schwarz, von weissgraulicher Bestäubung dicht 
bedeckt und mit zarter heller Behaarung besetzt, unter welcher sich 
in der Nähe ihrer Wurzel gewöhnlich ein ganz kleines, an ihrer 
Spitze aber stets ein etwas grösseres schwarzes Borstchen findet. 
Beine etwas schlanker als bei den meisten verwandten Arten, nur 
kurz behaart. Schenkel schwarz mit wenig bemerkbarer hellgraulicher 
Bestäubung, die äusserste Spitze derselben sowie die ganzen Schienen 
und Füsse bräunlich rostroth; Vorderschenkel und Vorderschienen 


19 
auf der Unterseite in der gewöhnlichen Weise bedornt. Schwinger 
gelblich. Flügel auf ihrer ganzen Fläche gelblichbraun getrübt. 
(Kärnthen.) 


3. Cordylura opaca, nov. sp. © — Cinerea, opaca, coxis anticis favi- 
cantibus, pedibus testaceis, femoribus fusco-lituratis, femoribus 
tibiisque pedum anticorum nigro-spinosis, alis obsoletissime sub- 
fuscis. — Long. corp. 2 lin. — Long. al. 214, lin. 


Aschgrau, matt. Der ganze Hinterkopf sammt der Ocellengegend 
und dem obersten Theile der Seiteneinfassung der Stirn von derselben 
Färbung. Stirnstrieme orangegelb; das oberste Ende derselben 
geschwärzt, doch von weisslicher Bestäubung etwas überdeckt; Seiten- 
einfassung der Stirn weissbestäubt. Fühler blass orangegelb; das 
zweite Glied an der Spitze weissschimmernd; das dritte Glied an 
der Basis seiner Aussenseite etwas geschwärzt; Fühlerborste schwarz 
mit schwarzer, kurzer, aber ziemlich dichter Behaarung. Gesicht 
weisslich, am Mundrande jederseits mit einer schwarzen Knebelborste, 
neben welcher etliche kurze, ziemlich schwärzliche Härchen stehen. 
Backen schmal, noch nicht einmal so breit als bei der vorigen Art. 
Rüssel dick, glänzend braun. Taster gelblich, viel kürzer als der 
Rüssel, am Ende wenig breiter, mit ziemlich heller Behaarung. 
Thorax ungestriemt. Schildchen zweiborstig, statt des zweiten Borsten- 
paares nur mit zwei ganz kleinen Härchen. Hinterleib grau, matt; 
die Behaarung desselben sparsamer und gröber als bei der vorigen 
Art, ausser an der Wurzel und an einem Theile des Seitenrandes 
überall schwarz. Legscheide des Weibchens von der im Verwandten- 
kreise dieser Art gewöhnlichen Gestalt, glänzend schwarz. Vorder- 
hüften hellgelblich, kaum an der alleräussersten Basis etwas geschwärzt, 
mit zarter lichter Behaarung, unter welcher sich hin und wieder ein 
schwarzes Borstchen findet. Beine braungelb, die Füsse etwas dunkler, 
die Schenkel auf der Oberseite mit ausgedehnter schwarzbrauner Längs- 
strieme; die Behaarung der Beine ist kurz und vorherrschend von 
schwarzer Farbe; Schenkel und Schienen der Vorderbeine sind auf 
der Unterseite in der gewöhnlichen Weise bedornt. Schwinger lehm- 
gelblich. Flügel ziemlich glasartig, nur mit schwacher gelbbräunlicher 
Trübung. (Kärnthen.) 


4. Cordylura nigriventris, nov. sp. @ — Nigra, antennis longis con- 


coloribus, setä& subnudä. thoracis dorso subeinerascente, vittä 
I ri 


> 


mediä marginibusque lateralibus confertius albido-pollmosis, setis 

in scutello duabus, in epimeris mesothoracis tribus, abdomine 

toto nigro, coxis anticis pedibusque luteis, tarsis posterioribus 
fuseis, alis dilute subfuseis, adversus dimidium apicale costae 
fuseis. — Long. corp. 2% lin. — Long. al. 21/7; lin. 

Der gemeinen Cord. flaripes Fall. ausserordentlich ähnlich. — 
Schwarz. Das etwas zurückweichende Gesicht, die nur mässig breiten 
Backen und der unterste Theil des Hinterkopfs weiss; jederseits eine 
Knebelborste, neben welcher zwei bis drei schwache, gewöhnlich eben- 
falls schwarzgefärbte Beiborsten stehen; an der Hinterecke der Mund- 
öffnung findet sich wieder eine längere schwarze Borste. Stirnstrieme 
bis zu ihrem obersten Ende hin gelb, so dass das schwarze 
Ocellendreieck in ungewöhnlich scharfer Begrenzung erscheint. Die 
obere Hälfte der Stirn hat jederseits eine ziemlich breite schwarze 
Einfassung, welche mit der schwarzen, von heller Bestäubung nur 
wenig überdeckten Färbung des Hinterkopfes in vollständiger Ver- 
bindung steht; der Seitenrand der Stirn ist etwas weisslich bestäubt; 
ihr Vorderrand tritt ein wenig mehr vor, als dies bei 
Cord. flavipes Fall. der Fall ist. Fühler etwas länger und 
viel schmäler als bei dieser, schwarz, die Spitze des zweiten 
Gliedes und der Unterrand der inneren Seite des dritten 
Gliedes von der Wurzel bis über die Mitte, oft bis gegen 
das Ende hin gelb. Fühlerborste gegen die Basis hin wenig ver- 
diekt, nur mit äusserst kurzer Pubescenz. Taster gelblich, am Ende 
nur sehr wenig verbreitert, doch etwas breiter als bei Cord. 
flavipes Fall. — Die Oberseite des Thorax hat eine fast 
völlig durchgehende, durch eine etwas dunklere Längslinie 
nur sehr undeutlich getheilte, mit diehter weisslicher Be- 
stäubung bedeckte Mittellinie und jederseits eine eben so 
bestäubte Einfassung des Seitenrandes; sonst ist auf ihr die weissliche 
Bestäubung so dünn, dass der Zwischenraum zwischen Mittelstrieme 
und Einfassung des Seitenrands ziemlich glänzend schwarz erscheint. 
Brustseiten von der wenig dichten weisslichen Bestäubung etwas grau; 
die Epimera des Mesothorax mit drei starken schwarzen Borsten. 
Schildehen glänzend schwarz, mit sehr wenig bemerkbarer weisslicher 
Bestäubung; es trägt zwei starke schwarze Borsten in der Nähe der 
Spitze und zwei schwarze Haare vor denselben; die beiden kleinen 
Härchen, welche sieh bei Cord. flavipes Fall. an der 
äussersten Spitze des Schildehens finden, fehlen. — Hinter- 


2 
leib glänzend schwarz, bis zur Basis hin schwarz behaart; die weiss- 
liche Bestäubung desselben ist ausser am Seitenrande äusserst dünn 
und sehr wenig bemerkbar. Vorderhüften hellgelblich, mit gelb- 
lichen Haaren und einer ziemlichen Anzahl schwarzer 
Borsten. Beine dunkelgelb, fast lehmgelb, die Vorderschenkel 
nicht gestriemt, die hinteren Füsse dunkelbraun; alle Schienen 
beborstet. Flügel bräunlich getrübt, an der zweiten Hälfte des Vorder- 
randes deutlich gebräunt. (Posen.) 


Anmerkung. Die hauptsächlichsten derjenigen Merkmale, durch 
welche sich diese Art von der ihr sehr ähnlichen Cord. flaripes 
Fall. unterscheidet, sind oben durch den Druck besonders 
bemerklich gemacht. 


9. Cordylura biseta, nov. sp. J et ©. — Atra, nitida, tarsis ex 
vufo ferrugineis, anticis infra non punctatis, palpis antennisque 
atris, setä harum plumatä, setis in scutello duabus, in meso- 
thoracis epimeris unicä. — Long. corp. 2%, —3 lin. — Long. al. 
21%— 2/3 lin. 


Der Cord. ciliata, rufimana und atrata recht ähnlich und viel- 
fach mit einer oder der andern dieser Arten verwechselt, von denen 
allen sie sich aber durch das nur zweiborstige Schildchen leicht unter- 
scheidet; von der mit ihr in diesem Merkmale übereinstimmenden Cord. 
nigrita unterscheidet sie sich durch ihre schwarzen Schienen und 
durch die Anwesenheit von nur einer einzigen schwarzen Borste auf 
den Epimeren des Mesothorax, während sich bei Cord. nigrita stets 
deren zwei finden. — Schwarz, schwarz beborstet, glänzend, doch 
nicht ganz so lebhaft wie Cord. ciliata. Kopf schwarz, auch die 
Stirnstrieme, nur das senkrechte, im Profile nicht vortretende Gesicht 
weiss, die ziemlich kurzen Fühler schwarz; das zweite Glied wie bei 
den verwandten Aıten etwas aufgeschwollen und das dritte am Ende 
abgerundet; die Fühlerborste lang gefiedert. An jeder Ecke des 
Mundrands eine starke schwarze Knebelborste, daneben eine erheblich 
schwächere und kürzere. Taster schwarz. Oberseite des Thorax 
minder glänzend als bei Cord. eiliata; wenn man sie von hintenher 
beleuchtet, so zeigt sich auf ihrem Vorderende der Anfang einer 
weissbestäubten Mittelstrieme. Schildehen wit zwei starken Borsten, 
an der äussersten Spitze mit zwei ganz kurzen Härchen. Hinterleih 
glänzend schwarz, überall mit einer kaum bemerkbaren Spur von 
weisslicher Bestäubung, vor den Einschnitten nicht weisslich schimmernd. 


22 


Bei dem Männchen ist die fast borstenartige Behaarung am Hinter- 
ende des Hypopygiums ziemlich lang. Beine glänzend schwarz, die 
äusserste Kniespitze der vordersten gelbbräunlich, die der hinteren 
gewöhnlich nur undeutlich braun, die äusserste Spitze der Vorder- 
schienen ist gewöhnlich wenigstens auf der Innenseite braunröthlich 
gefärbt, was an den hintern Schienen nicht der Fall ist; die Unter- 
seite der Vorderschienen ist mit roströthlichem oder mehr rost- 
gelblichem, ziemlich blassem Filze bedeckt. Die Füsse sind nur bei 
den allerdunkelsten Varietäten auf der ganzen Oberseite schwarz- 
braun, aber auch bei solchen Stücken ist die untere Seite der vor- 
deren Füsse von der Spitze des ersten Gliedes an roströthlich, die- 
jenige der hintersten in derselben Ausdehnung braunroth gefärbt ; 
bei den bei weitem meisten Exemplaren sind die vorderen Füsse 
oberseits braunröthlich, die hintersten mehr rothbraun, alle auf der 
Unterseite hell rostroth gefärbt. Die Unterseite der Vorderfüsse ist 
nicht schwarz punktirt. Deckschüppchen weisslich; Schwinger gelblich. 
Flügel mit brauner Trübung, welche bei verflogenen Stücken, besonders 
in der Nähe der Flügelwurzel, mehr oder weniger in das Lehmgelbe 
zieht. (Dänemark, ganz Deutschland.) 


Anmerkung. Meigen sagt von seiner Cord. picipes, dass sie der 
Cord. pudica völlig gleiche und dass der Hinterleib derselben 
vor den Einschnitten weiss schimmere. Cord. biseta unterscheidet 
sich von Cord. pudica ausser durch das zweiborstige Schildchen 
und die Färbung der Beine auch durch die viel länger gefiederte 
Fühlerborste. Ich würde trotzdem und trotz der abweichenden 
Färbung, welche nach Meigen’s Angabe die Beine von Cord. 
picipes haben, diese auf ein unreifes Exemplar von Cord. 
biseta begründet halten, wenn sich bei dieser vor den Hinterleibs- 
einschnitten auch nur eine Spur von weissem Schimmer fände. 


6. Cordylura pieticornis, nov. sp. ©. — Cinerea, opaca, nigro-pilosa, 
antennis atris, articulo secundo et basi tertii albidis, palpis 
albidis, setis scutelli quatuor, epimerorum mesothoracis unicä, 
pedibus ex luteo testaceis, femoribus anticis praeter apicem 


nigricantibus, alis ex cinereo sublutescentibus. — Long. corp. 
31/, lin. — Long. al. 3%, lin. 
Etwa vom Ansehen der Cord. pilosa Zett. — Dunkelaschgrau, 


matt, schwarzborstig. Stirnstrieme düster roth; der grössere obere 
Theil der Einfassung der Stirn, das ziemlich grosse Ocellendreieck 
und der Hinterkopf schwarz, doch von ziemlich weisslicher Bestäubung 


23 


grau. Der untere Theil der seitlichen Einfassungen der Stirn nur weiss 
bestäubt. Der Vorderrand der Stirn im Profile ziemlich vortretend, doch 
stumpf. Das nur wenig zurückweichende Gesicht. und die Backen gelblich. 
Anjeder Seite der Mundöffnung eine schwarze Knebelborste, neben welcher 
am seitlichen Mundrande hin eine Reihe ziemlich langer Beiborsten stehen. 
Rüssel schwarz, ziemlich dick; Taster ziemlich breit, gelblichweiss, mit 
weisslicher Behaarung und an der Spitze mit einer längern schwarzen 
Borste. Fühler kurz; das erste Glied schwarzbraun; das zweite Glied 
nur an der Äussersten Basis und an einem Theile seiner Aussenseite 
dunkelbraun, sonst wachsweisslich, etwas angeschwollen und mit einer 
ziemlich langen Borste versehen; das dritte Glied am Ende abgerundet, 
tiefschwarz, an der Basis unterseits mit einem wachsweissen Flecken; 
die schwarze Fühlerborste lang gefiedert. Die Oberseite des Thorax 
ist von ziemlich dichter heller Bestäubung dunkelaschgrau; von 
hinten her beleuchtet zeigt sich eine weisslich bestäubte Mittelstrieme, 
welche jederseits eine eben so bestäubte Längslinie neben sich hat. 
Brustseiten mit der Oberseite des Thorax gleichfarbig, auf den 
Epimeren des Mesothorax mit einer einzelnen starken schwarzen 
Borste. Schildchen vierborstig, wie der Thorax gefärbt. Hinterleib 
ziemlich dunkel aschgrau, ohne Zeichnung, ausser an der Äussersten 
Basis schwarz behaart und schwarz beborstet. Die Legscheide glänzend 
schwarz. Alle Hüften dunkelgrau, die vordersten mit licht fahlgelblicher 
Behaarung und mit ziemlich vielen schwarzen Borsten. Beine von 
dunkelgelber, etwas schmutziger Färbung; Vorderschenkel geschwärzt, 
doch von heller Bestäubung grau; das Spitzenviertel derselben hat 
eine helle Färbung, welche sich auf der Aussenseite des Schenkels 
zuweilen striemenartig verlängert; die Färbung der vier ersten Glieder 
aller Füsse fällt gewöhnlich etwas mehr in das Gelbbraune. Die 
Schenkel zeigen ausser den gewöhnlichen dünnen Borsten von schwarzer 
Farbe zarte, blass fahlgelbliche Behaarung, welche für ein Weibchen 
ziemliche Dichtigkeit und Länge hat, so dass sich mit grosser Si- 
cherheit auf eine besonders starke Behaarung der männlichen Schenkel 
schliessen lässt. Schüppchen - weissgelblich; Schwinger schmutzig 
gelblich. Flügel mit schwacher, graulich lehmgelber Trübung; die 
Queradern nicht genähert. (Sibirien.) 


7. Cordylura glauceseens, nov. sp. © Ex glauco obscure ceinerea, facie 
albo-pollinosä, antennis brevibus atris, setä nudä, palpis albidis, 
setis in toto corpore raris et tenuibus, quatuor in scutello, unicä 


24 


in mesothoracis epimeris, pedibus longis et tenuibus, alis elon- 
gatis ex nigro ceinereis. — Long. corp. 2442 lin. — Long. al. 

22/; lin. 

Färbung und Körperbau geben dieser Art aus dem Verwandt- 
schaftskreise der Cord. livens eine auffallende Aehnlichkeit mit den 
grössern Clinocera-Arten. Ihr Körperbau ähnelt einigermassen dem 
von Cord, niveipalpis Zett., ist aber noch schlanker. Die Färbung 
des ganzen Körpers ist ein grünbläuliches, mattes, nur auf dem 
Hinterleibe etwas gleissendes Grau. Die Stirn ist schwarz, doch so 
dass in der einen Richtung auf der breiten Mittelstrieme, in einer 
anderen auf den seitlichen Einfassungen derselben die lichte Be- 
stäubung bemerklich wird. Die Stirnborsten sind wie die Borsten des 
ganzen übrigen Körpers nur schwach; die oben an dem Seitenrande 
der Stirn stehenden sind ungewöhnlich stark zur Seite über das Auge 
gebeugt. Fühler kurz, tiefschwarz; die gleichfarbige, kurze und kahle 
Fühlerborste ist ganz in der Nähe der Basis stark verdickt. Gesicht 
senkrecht, der mittlere Theil desselben etwas eingesenkt; die Leisten, 
welche denselben von den Augenringen und von den Backen trennen, 
sind auf ihrem untern Theile weisslich gefärbt; sonst sind die sehr 
breiten Backen und das Gesicht nur weissbestäubt. An jeder Seite der 
Mundöffnung finden sich zwei kurze schwarze Knebelborstchen, zwischen 
denen ein etwas kürzeres Haar zu stehen pflegt. Der untere Theil des 
Hinterkopfs hat fahlgelbliche Behaarung. Der ziemlich kurze, dicke 
Rüssel ist glänzend schwarz. Taster weissgelblich, mit zarter aber 
langer weisslicher Behaarung, an ihrer Basis etwas geschwärzt, nur 
von mittlerer Breite. Auf der Oberseite des Thorax finden sich zwei 
grosse, fleckenartige Striemen von brauner Farbe, welche weder den 
Vorder- noch den Hinterrand derselben erreichen und deren Begrenzung 
wenig deutlich ist. Die zerstreute Behaarung und die zarten Borsten 
derselben sind schwarz. Das Schildchen hat vier schwarze Borsten. 
Hinterrücken mehr unter dem Schildchen hervortretend als bei den 
meisten andern Arten. Hinterleib gleichbreit, etwas gleissend; der 
erste Abschnitt fast so lang als die beiden folgenden zusammen; der 
zweite bis vierte Abschnitt von nur sehr wenig abnehmender Länge; 
der fünfte viel kürzer als die vorhergehenden; das Hinterleibsende 
fast von derjenigen Bildung, welche es bei Corp. livida hat. Die sehr 
zerstreute Behaarung und zarte Beborstung des Hinterleibs ist auf 
dem vorderen Theile desselben fahlgelblich, auf dem hintern dagegen 
schwarz. Hüften mit dem übrigen Körper gleichfarbig, fahlgelblich 


25 
behaart. Beine sehr schlank , etwas dunkler als der übrige Körper, 
auch zeigt die Färbung der Schenkel und Schienen mehr Beimischung 
von Grün, während diejenige der Füsse ziemlich rein schwarz ist, 
Schenkel und Schienen nur sparsam beborstet; Vorderschenkel nur 
wenig verdickt; Vorderschienen etwas gekrümmt, am Ende der Unter- 
seite mit einem kleinen aufgerichteten Sporn. Klauen zart; Pulvillen 
klein; das fadenförmige Einpodium lang. Schüppchen grau mit schmutz- 
braunem Rande. Schwinger schmutzig gelblich. Flügel sehr gross mit 
überaus feiner und dichter microscopischer Behaarung, schwärzlich 
grau; Flügeladern braunschwarz; die kleine Querader steht sehr wenig 
jenseits der Mitte der sehr langen Discoidalzelle und gerade unter 
der Mündung der ersten Längsader. Die Flügelrippe ist dick, beson- 
ders von der Mündung der Hilfsader an bis fast gegen das Ende der 
zweiten Längsader hin; die dritte und vierte Längsader zeigen gegen 
ihr Ende hin kaum eine schwache Divergenz, (Kreuth; Gerstaecker.) 


8. Cordylura dasyprocta, nov. sp. @ et @. — Ex nigro cinerea, dinu- 
cidio anteriore frontis, facie genisque flavis, palpis ex flavo 
albicantibus, coxis anticis pedibusque luteis, setä antennarum 
nudä, setis in scutello quatuor, in mesothoracis epimeris unicä, 
alarum costä totä aequaliter pilosulä. 

JS. antennis totis Havis, femoribus antieis ante apicem infra 
excisis, hypopygii permagni lamellis reflexis, pilis canis barbatis. 

9.antennis nigris, articulis primis duobus fere semper flavis, 
Long. corp. 11145 —21/, lin. — long. al. 159% —2'/, lin. 


Der Cord. caudata Zett. äusserst Ähnlich, von ihr aber leicht 
dadurch zu unterscheiden: 1. dass die Flügelrippe bei beiden Ge- 
schlechtern durchweg gleichmässige kurze Behaarung hat, während bei 
beiden Geschlechtern der C. caudata , doch bei dem Männchen in auffal- 
lenderer Weise als bei dem Weibchen, die Behaarung derselben 
zwischen der Mündung der Hilfsader und der ersten Längsader von 
grösserer Länge ist und erst jenseits der letzteren sich allmälig wieder 
bis zu der gewöhnlichen Länge verkürzt; — 2. dass bei Cord. dasy- 
procta die erste Längsader etwas länger und ihre Mündung von der- 
jenigen der Hilfsader etwas weiter entfernt ist; — 3. dass die Dis- 
coidalzelle gegen ihre Basis hin in viel grösserer Ausdehnung und 
mehr verschmälert ist; — 4. dass die Wimpern der Flügelspitze bei 
dem Weibchen ein wenig, bei dem Männchen auffallend länger als 


26 


bei Cord. caudata sind; — 5. dass die Vorderschenkel des Männchens 
etwas weniger verdickt und auf ihrer Unterseite vor der Spitze in 
geringerer Ausdehnung ausgeschnitten sind; — 6. dass die kurzen 
schwarzen Borstchen auf der ersten Hälfte der Unterseite der Vorder- 
schienen des Männchens kleiner und desshalb schwerer wahrnehmbar 
sind; — 7. dass die zurückgeschlagenen Lamellen des Hypopygiums 
eine geringere Grösse haben; — 8. dass die langen Haare, von 
welchen sie gebartet sind, eine viel weniger gelbe, mehr greise Fär- 
bung haben. — In allen übrigen Merkmalen gleicht Cord. dasyprocta 
der allbekannten Cord. caudata so sehr, dass die Angabe obiger 
Unterschiede zur vollständigen Kenntlichmachung derselben ausreicht. 
(Schweden.) 


Zur Naturgeschichte 
einiger 
Geometrinen und Tortricinen. 


Von ©, Friedr. D. Hofmann in Regensburg. 


1. Lobophora viretata Hb. 


Raupe 5—9'' lang, träge, dick, ziemlich gleichrund. 

Jung glasig gelbgrünlich, mit einzelnen unregelmässigen verwa- 
schenen braunröthlichen Flecken, später grüngelb. Erwachsen ist die 
Raupe grasgrün. Ueber den Rücken zieht sich ein feiner rothbrauner 
Streifen, an welchen sich bis zu den 3 letzten Ringen rothbraune 
Rückenflecken anschliessen, die öfters ganz zusammenfliessen, in 
denen aber in der Regel je zwei schräge zugespitzte Halbovale von 
der Körperfarbe siehtbar sind. Auf dem letzten Ring: befindet sich 
ein Quadrat von rothbraunen Punkten und Flächen gebildet. 

Der kleine Kopf ist schwarz. Nackenschild und Afterklappe sind 
von der Körperfarbe. Brustfüsse mit rothbraunen Krallen. 

Puppe kurz, dick, hellbraun, Kopf und Afterspitze etwas 
dunkler; der vordere längere Theil fast cylindrisch, der hintere 
kurz abgespitzt, Kopf, Flügel- und Fühlerscheiden sichtbar. 

Die Raupe findet sich im July an Actaea spicata, welche an 
Waldsäumen unter Gebüsch wächst. 

Die junge Raupe bohrt sich in die unreifen Früchte der Futter- 
pflanze ein, verlässt dieselben aber bald, und beginnt ihren die 


27 


Blätter unregelmässig durchlöchernden Frass ganz nahe am Blattstiel. 
Sie lebt dann in weitläufigen Gespinnsten, die sie zwischen den 
Blättern, Blüthen und Früchten anlegt. 

Ende Juli und Anfangs August gehen die Raupen an die Erde 
und verfertigen sich an irgend einem Gegenstand, meist an drei ab- 
gefallenen trockenen Beeren ziemlich feste, oft bis zu 8 und 10 
zusammenhängende Erdcocons, an welchen die Raupen sich ver- 
puppen. Die Zeit der Verpuppung konnte ich bis jetzt nicht ermitteln. 
Sie findet wohl ver dem Winter statt. 

Die Falter-Erscheinungszeit wird im April und Mai angegeben. 
Bei Zimmerzucht erfolgt die Entwicklung schon im März. 

Die Raupe ist in Hb. Larv. Lep. Bd. V. Ziff. II. G. b. ce. auf 
Ligustrum vulgare abgebildet, dessen Beerenfrüchte denen von Actaea 
spie. sehr ähnlich sind. Wohl hierauf allein mögen sich die nachfol- 
genden Bezeichnungen dieser Futterpflanze gründen. Eine Mittheilung 
weiterer Erfahrungen hierüber wäre sehr interessant. 


2. Eupitheeia argillacearia H.-Sch. 

Raupe 4—6'' lang, träge, mit kaum merklich spannerartigem 
Gang, walzig, dick, runzelig, mit starken Ringeinschnitten und ein- 
gedrückten Querfalten auf den Ringen, matt weissgrün gegen den 
Kopf etwas lebhafter grün, gegen den After mehr weisslich, mit 
zerstreuten feinen schwarzen Pünktchen. Die Ringe enden an der 
Bauchseite in über der Haut erhobenen Halbovalen, in deren Mitte 
sich die schwarzen Leisten befinden. Der Kopf und das durch eine 
feine helle Linie getheilte Nackenschild sind glänzend schwarz. After- 
klappe schwarz und etwas behaart. 

Brustfüsse mit schwarzen Krallen. 

Puppe: kurz, dick, in Gestalt der von Lob. viretata ganz 
ähnlich, doch merklich kleiner, durchaus lehmbraun, sonst wie bei 
virelata. 

Die Raupe lebt bis gegen Mitte Juli in den Beerenfrüchten der 
Actaea spicala und nährt sich von den unreifen Körnernin denselben. 
Hierin finden sich auch ihre Kothentleerungen angehäuft. 

Sie verlässt ihre Wohnung und verpuppt sich nach kurzer Zeit 
in einem ziemlich festen Sandcocon. Diese Cocons sind meist an den 
abgefallenen trockenen Beeren oft bis zu 6-9 Stück zusammen angehängt. 

Falter-Entwicklung wohl im Mai. Bei Zimmerzucht schon im 
März. 


28 


Die Raupe wurde 1861 vom Pharmaceut Ernst Hofmann bei 
Regensburg entdeckt. 


3. Grapholitha (Paediseca) Kochiana H.-Sch. 


Raupe 3—4"' lang, schmutzig grün, mit vielen weissen Här- 
chen, besonders gegen den Kopf und After zu, und mit feinen dunk- 
leren Wärzchenpunkten quer über die Ringe laufend. 

Kopf, Nackenschild und Gebiss glänzendschwarz, Afterende 
schwarzgrünlich. 

Dieselbe lebt zwischen zwei eng aneinander gesponnenen Blatt- 
stielen von Salvia pratensis an sonnigen felsigen Abhängen, Mitte 
Mai. Der untere Theil der beiden Blätter ist gewöhnlich mit ver- 
sponnen. Auch findet sie sich in den jungen Herztrieben der Pflanze. 
Die zusammengesponnenen Blätter werden von ihr in eckigen unregel- 
mässigen Löchern durchgefressen. Die Wohnung ist mit vielem Koth 
angefüllt. 

Die schwarzbraune Puppe liegt in einer gegen den Stiel hin 
befindlichen Blatthöhle, von zusammengewickelten Blattheilen umgeben. 

Falter-Entwicklung Juni und Anfang Juli. 


4. Grapholitha succedana S. V. 


Raupe 2’ lang, schmutzig grünlichgelb, mit etwas dunkler 
durchscheinendem Darmkanal, Kopf honigbraun mit dunkleren Mund- 
theilen, Nackenschild aus einem zweigetheilten schwarzbraunen halben 
Oval bestehend. 

Afterende und alles übrige von der Körperfarbe. 

Die Raupe findet sich Ende August im Cytisus nigrieans in den 
Schoten, deren unreife Samenkörner sie verzehrt. Bei Oefinung der 
Schoten lässt sie sich an einem Faden hängend herab. 

Die Verpuppung erfolgt in Erd- oder Sandcocons. 

Falter im Mai und Juni. Bei der Zucht im Zimmer schon Mitte 
März bis Ende April. 


5. Grapholitha pallifrontana Zell. 


Raupe 2—3'' lang, grünlich, vor der Verwandlung zinnober- 
roth, mit einzelnen feinen Härchen besetzt. 

Kopf gelbbraun, Mundtheil braun, Nackenschild gelbröthlich, 
mit zwei fast viereckigen dunkelbraunen Flecken. Aftersegment gelb- 


29 
röthlich. Brustfüsse mit gelben Spitzen, die übrigen Füsse von der 
Körperfarbe. 

Die am 15. August 1861 eingesammelten Raupen, nach welchen 
die vorstehende Beschreibung aufgenommen ist, unter denen nur Eine 
von grünlicher Farbe bemerkt wurde, fanden sich theils an, theils 
in den Schoten von Astragalus glycyphylios, deren unreife Samen 
ihnen zur Nahrung dienen. 

Einige verkrochen sich in Löchern an den Holzwänden des 
Raupenkastens oder in Korkstückchen, andere legten theils mit Sand 
oder Erde bedeckte, tleils feste weisse Gespinnste an Lolzstückchen etc. 
zur Verpuppung an. 

Falter Ende Mai, Juni und Juli. Bei Zimmerzucht schon im April. 

Nach Mittheilungen von Frankfurter Entomologen sind die Rau- 
pen schon Anfangs August erwachsen, und es ist der Uebergang ihrer 
grünlichen Nörperfarbe vor der Verwandlung in schönes Hochroth 
von diesen bestätigt worden. 


6. Grapholitha vaceiniana Zell. 


[2] 


Raupen 3°' lang, schlank, flüchtig, auf dem Rücken bis zur 
Schwanzklappe mit schwarzgrau durchscheinendem Darmcanal, an den 
Seiten grüngelblich, später schmutzig dunkelgrün. Kopf honiggelb, 
später braun, Nackenschild in dreitheilig abgerundeter Form schwarz, 
die übrigen von der Körperfarbe, 

Die Raupe findet sich Mitte Juni und im Juli an Vaceinium 
myrtillus, wohl auch an V. uliginosum und V. vilis idaea in den 
oberen zusammengesponnenen Blättern, von welchen sie die Oberhaut 
verzehit. 

Verpuppung in der Erde zwischen abgefallenen Blättern. 

Falter im Mai und Juni. Bei Zimmerzucht schon Ende März. 


Die ersten Stände 
von 


Eupleuris striatella und Parasia paucipunctella 


beschrieben von 


A. Gartner in Brünn. 


An trockenen, sonnigen, von der Cultur unbeleckten Stellen 
kommt Eupt. striatella in der Brünner Umgebung nicht selten vor, 


30 


am häufigsten aber trafich sieauf einer Waldwiese, welche im Monate 
Juni zahlreiche Gruppen von blühender Anthemis tinctoria L. gelb 
färbte und wo sich der Falter vorzüglich diese Blumen zur Ruhestätte 
auserkor. 

Wenn ich durch diese constante Erscheinung mich veranlasst 
fand, zur Herbstzeit die noch unbeschriebene Raupe von Eupl. stria- 
tella zu suchen, so geschah diess weniger in der Hoffnung, sie an 
genannter Pflanze zu finden, als vieimehr einen Versuch zu absol- 
viren, ehe ein anderer von den in petto gehaltenen an dieReihe kam. 
Aber glücklicher Weise traf ich den Nagel auf den Kopf, denn ich 
entdeckte in dem harten Fruchtboden dieser Pflanzenköpfe ein Räup- 
chen, welches darin Gänge bohrt und sich von dem Fleischboden nährt. 

Weitere Beobachtungen erleichterten mir das Aufsuchen der 
Raupe dadurch, dass solche von ihr bewohnte Pflanzen zwischen den 
Samenhülsen gelbbraune Mehlhäufchen enthielten; nachdem auch die 
Raupe im Freien erst vor Eintritt der Winters ihren Aufenthalt ver- 
lässt, so war es nicht schwer, dieselbe in Mehrzahl einzusammeln 
und hiedurch die Zucht sicherzustellen. 

Die Grundfarbe der erwachsenen Raupe ist weiss, auch gelblich- 
oder bräunlichweiss, auf dem Rücken mit drei durch die Ringein- 
schnitte unterbrochenen rostrothen Linien, wovon die mittlere feiner 
ist als die ihr zur Seite laufenden; lateral je noch eine solchgefärbte 
Punktreihe, welche jedoch erst vom vierten Gelenke beginnt; die 
bräunlichen Ringe der Stigmen kaum sichtbar. Kopf herzförmig, 
röthlich braun, später umbrabraun, Halsschild glänzend, bräunlich, 
durch eine schwache lichte Linie getheilt, in welchen der kleine Kopf 
bis zu den Herzlappen eingezogen ist, die durchscheinen. Die Fläche 
und das braune Kopfdreieck bräunlich weiss, Mund dunkelbraun. Bauch 
und Füsse wie die Grundfarbe des Oberkörpers; Kopf und Aftertheil 
behaart. 

Temperament nicht lebhaft, Gang nicht behende, dabei das 
Leibende gewöhnlich nach der rechten Seite gekrümmt. 

Im Frühjahre verliess ein Theil der Raupen die Samenköpfe 
und verspannen sich in weisslichen Gespinnsten entweder an der Ecke 
des Behältnisses oder an den Samenscheiben zur Puppenruhe. 

Die Puppe ist lichtbraun, kurz, bauchwärts gebogen und dadurch 
die Rückseite convex; die Ringeinschnitte dunkler; die Flügelscheiden 
sind schmal und lang und lassen nur den Cremaster frei, welcher in 


31 


der Mitte einen Einschnitt hat, hiedurch zweibögig wird und reichlich 
mit kurzen Härchen besetzt ist. 

Im Juni begann in den Morgenstunden die Falterentwicklung. 

An die Entdeckung der Raupe von Eupl. striatella knüpfte sich 
auch jene der noch unbekannten Par. paucipunctella, welche zu 
gleicher Zeit in derselben Pflanze und ebenfalls in deren Samenboden 
in einem engen kreisrunden Gange lebt, diesen aber bis zur Falter- 
entwicklung nicht verlässt. 

In ihren Sitten und ihrem Aussehen gleicht sie der in den 
Samen von Arctium lappa lebenden Parasia lappella ; selbst die Gestalt 
der Puppe hat sie mit dieser gemein. Allein Par. paucipunctella lässt 
ihren Aufenthalt in der Samenscheibe der Anthemis tinctoria durch 
kein äusseres Merkmal erkennen, wogegen /Zappella beim Beginn 
des Winters in den trockenen Klettenköpfen einen Theil der Samen 
so fest zusammenleimt, dass er sich als ein unzertrennliches Stück 
leicht herauslösen lässt. Es gibt daher zur Ermittlung der Anwesen- 
heit der Paueipunctella-Raupe kein anderes Mittel, als jeden Samen- 
kopf aufzuschneiden, wobei nicht nur viele Thiere beschädigt, sondern 
auch die Puppenverwandlung vereitelt wird. Delogirte Raupen bohren 
sich nicht mehr ein, sondern gehen zu Grunde. Obwohl ich pauei- 
punctella und striatella in ihren ersten Ständen bereits vor zwei 
Jahren kennen lernte, so ist die Verspätung dieser Mittheilungen 
eben dem Umstande zuzuschreiben, dass ich nicht alle Samenköpfe 
aufschnitt und hiedurch die Absonderung illusorisch machte, denn 
beide Falterarten kamen darin vermischt zum Vorschein. Zur Ver- 
meidung allenfälliger Voraussetzungen sah ich mich genöthigt, die 
Zucht nochmals vorzunehmen, die auch evident herausstellte, dass 
meine Aufschreibungen richtig waren, worüber ich zwar keinen Zweifel 
hegte, weil paucipunctella mit den bis jetzt bekannten Raupen 
und Puppen von Par. lapella und carlinella eine frappante Aehn- 
lichkeit hatte. 

Ausserhalb der Wohnung erscheint die Raupe halb eingerollt, 
in der Regel unbeweglich; strengt sie sich zu einer Thätigkeit an, so 
besteht diese bloss im Herumwälzen, Strecken und im Zusammen- 
ziehen, ohne von der Stelle zu kommen. Sie ist nackt, glänzend weiss, 
mit einem kleinen, herzförmigen, dunkelbraunen Kopfe, das Hals- 
schild führt eine ebenfalls dunkelbraune Figur und ist durch einen 
lichten keilförmigen Strich getheilt, wodurch ersteres zweizipfig wird. 
Ringe wulstig, Aftertheil schmal mit einem braunbesprengten und 


32 
behaarten Schildehen. Bauch von der Farbe des Oberkörpers, Füsse 
unausgebildet, Krallen bräunlich. 

Nach einmaliger Ueberwinterung verwandelt sie sich im Laufe 
des Monates April zur Puppe, welche kurz, robust, rückseits convex 
ist. Kopf rund, Flügelscheiden schmal und langgestreckt, nur den 
Cremaster frei lassend, welcher keine besondere Auszeichnung bietet, 
sondern rund und bauchwärts flach ist. 

Die Entwicklung des Falters tritt nach einer vierwochentlichen 
Puppenruhe in den Morgenstunden, und die Schwärmezeit in der Abend- 
dämmerung ein. Er ist bedeutend seltener als ströatella. 


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Von „Esper, die Schmetterlinge in Abbildungen nach der Natur 
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North American Diptera (Washington, Smiths. Inst. 1862), ausser einigen 
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Im Buchhandel würde sich der Preis für schwarze Exemplare auf 4 fl., 
für colorirte auf 9 fl. 50 kr. stellen. 

Die Redaction. 


\erantwortl. Redaeteure u. Herausgeber: Julius bkederer und Ludwig Miller. 
edruckt beikarl Veberreuter. Alserstrasse Nr. 24. 


WIENER 
Eniomoloeische Monatschrift. 


Redaction und Expedition: In Commission bei 
Landstrasse, Gärtnergasse Nr. 20. Carl Gerold’s Sohn, Stadt Nr. 625. 


Ar. 2. VIII. Band. Februar 1864. 


Beiträge zur Kenntniss der europäischen Haltieinen. 
Von F. Kutschera. 


(Fortsetzung.) 


49. L. atrieillus Gyli. Ovatus, convexus, nitidus; epistomate cum 
labro, pectore abdomineque nigropiceis; capite thoraceque rufo- 
brunneis, aeneomicantibus; elytris griseo-testaceis, sutura an- 
gustius fusca; antennarum basi pedibusque pallide testaceis, 
femoribus posticis brunneis, plus minusve infuscatis: thorace 
transverso antice compresso evidentius punctulato; elytris humeris 
oblique, apice subsingulatim rotundatis, erebre ac profunde con- 
fuse seriatimve punctulatis. Tibiarum posticarum spinula apicali 
brevi. Alatus aut apterus. Long. 1114". — Lat. %— Ya. 


JS Aedeagus canaliculatus, modice ineurvatus, apice dila- 
tatus, triangulariter acutus. Abdominis segmentum ultimum 
integrum. Foud. 
Redt. Fn. Aust. ed. I. g. 545. p. 534. — ed. II. g. 1067. 
p. 942. — Bach Kf. Fn. f. N. u. M. Dischl. III. 
1922219% 

Haltica atrieilla Gyl]. Ins. su. III. 540. 16. — Duftsch. 
Fn. Aust. Ill. 256. 12.— Zett. Ins. Lapp. 223. 10. 

Thyamis atricilla Steph. Ill. br. ent. Mand. IV. 309. — 
id. Man. of br. Col. 296. 2315. 

Teinodactyla atricilla All. Aun. d. 1. Soc. ent. d. Fı. 3. 
S. VI. 1860. 108. 57. 

Teinodactyla fuscicollis Foud. Ann. d. l. Soe. Linn. VI. 


1859. 287. 31. 
Wiener entomol. Monatschr. VII. Ba. 3 


Diese in der Färbung ziemlich beständige Art kennzeichnet 
sich vor den Verwandten im Allgemeinen durch den metallischen 
Glanz des immer rothbraunen Kopfes und Halsschildes, die an den 
Schultern stumpf abgerundeten schmutziggelben Flügeldecken, die 
stärkere Punktirung des Halsschildes wie der Flügeldecken; von L. 
lateralis Var. ce und d unterscheidet sie noch insbesondere das breitere, 
gewölbtere, seitlich stärker gerundete Halsschild, die an der Basis 
schmäleren Flügeldecken mit schmal schwärzlichem Nahtsaume, die 
blassgelben Beine, an denen nur die Hinterschenkel dunkler gebräunt 
sind, der kurze Hinterschienendorn etc. Die gleichfalls sehr ähnlichen 
L. melanocephalus Gyll. und L. atriceps m. weichen aber durch 
flachere Wölbung, schwärzlichen Kopf, noch kürzeres röthlichgelbes, 
fein punktirtes Halsschild, blassgelbe an den Schultern breitere, am 
Ende mehr zugespitzte und zusammen abgerundete, dichter und feiner 
punktirte Flügeldecken, pechbraune Hinterbeine, an denen nur die 
Tarsen gelbbraun sind, etc. ab. 

Eiförmig, gewölbt, glänzend; Kopf bis auf die schwärzliche 
Mundgegend und Halsschild rothbraun mit Erzglanz; auch die Vorder- 
brust rothbraun, die anderen Theile der Brust und. der Bauch schwarz 
oder pechbraun; Flügeldecken grau- oder schmutziggelb mit schmalem, 
schwärzlichen vor der Spitze endigenden Nahtsaume; Fühlerbasis und 
Beine blassgelbbraun, mit rothbraunen auf dem Rücken und der Spitze 
mehr oder weniger schwärzlichen Hinterschenkeln; Hinterschienendorn 
und die äussersten Tarsenglieder sammt den Klauen bräunlich. — 
Kielung der Stirne schneidig, oberhalb stumpfer und in den Scheitel 
verlaufend, ohne deutliche Höckerchen, Scheitel äusserst fein gekörnt. 
Fühler länger als der halbe Körper, ihr 2. und 3. Glied gleich lang. 
Halsschild um mehr als die Hälfte breiter als lang, sehr gewölbt, 
mit tief herabgezogenen, gerundeten Seiten, deren verdickter Vor- 
sprung hinter den Vorderdecken fast ein Drittel der Randslänge ein- 
nimmt, es ist vorne seitlich zusammengedrückt und sehr deutlich 
und ziemlich stark punktirt, die Punkte bisweilen mit Runzeln ge- 
mengt, nur selten schwächer und feiner; die Zwischenräume sind 
äusserst fein narbig gekörnt; vor dem Schildchen zeigt sich bisweilen 
ein seichtes Grübchen; die glatte Seitenrandschwiele ist deutlich. 
Die Flügeldecken an der Basis nur wenig breiter als das Halsschild, 
mit stumpf abgerundeten Schultern und schwacher Beule bilden ein 
regelmässiges Oval und runden sich an der Spitze schwach einzeln 
ab, mit äusserst stumpfen Nahtwinkeln; sie sind etwas durchscheinend, 


35 
ihre Punktirung ist stark und verworren, nach der Spitze zu etwas 
feiner, die Punkte auf der Vorderhälfte bisweilen undeutlich gereiht; 
der Kerbstreifen am Rande stark. Bauchsesmente stark punktirt. 
Flügel selten vollständig entwickelt, meist fehlend. Hinterschienendorn 
kurz. Beim @ ist das letzte Bauchsegment einfach, nur am Aussen- 
rande Jeicht gebuchtet und das 1. Vordertarsenglied etwas erweitert. 

Die Art variirt nur durch etwas dunklere Färbung und mit 
stärkerer Runzlung gemengte Punktirung; bei weniger ausgereiften 
Stücken ist der Erzglanz des Kopfes und Halsschildes wenig bemerkbar. 

Ziemlich überall verbreitet, jedoch nicht allzu häufig; im Früh- 
linge. Findet sich auch in Algerien. 

Die Chrysomela atrieilla Linne hat bis in die neueste Zeit 
eine verschiedenartige Deutung erfahren; von vielen Autoren in sum- 
marischer Weise auf die gelben Longitarsus-Arten mit schwärzlichem 
Kopfe, Nahtsaume und Unterleibe angewendet, war diesem Artbegriffe 
von Paykull, den Verfassern der Ent. Hefte und Illiger eine noch 
weitere Ausdehnung gegeben und sogar die Mehrzahl der ganz gelb 
gefärbten Longitarsen als Varietäten damit verbunden worden. Nach- 
dem jedoch von Herrn Waterhouse*) die Chrys. africilla L. nach 
den Typen der Linne&’schen Sammlung als identisch mit Psylliodes 
affinis Pk. erkannt worden ist und auch von den nachfolgenden 
Autoren keine genügende Charakteristik derselben gegeben wurde, 
so wäre für die vorliegende, so wie für die folgende Art die Nomen- 
clatur Gyllenhall’s festzuhalten, welcher zuerst die ähnlichen 
Longitarsus-Arten genauer unterschieden und diese beiden Arten 
treffend charakterisirt hat. 


41. L. melanocephalns Gyll. Oblongo-ovatus, modice convexus; 
capite, pectore abdomineque nigropiceis; thorace rufotestaceo; 
elytris testaceis, sutura anguste fuscescente, antennarum basi, 
pedibus anterioribus tarsisque posticis pallide ferrugineis, femo- 
ribus et tibiis posticis nigrofuscis: thorace breviore subtiliter 
punctulato; elytris humeris modice prominentibus, apice con- 
junctim subacuminatis, distinetius confertim confuseque punctu- 
latis. Tibiarum posticarum spinula apicali breviuscula. Alatus, 
Long. 19,’ —11,", — Lat, N, 


*) Notes on Ohrysomelidae inthe Linneean and Banksian collections 
in den „Transactions of the Entom. Soc. of London. 3. Ser. Vol. I. P. 1.“ 


= 


3” 


36 
Var. 1. idem, femoribus anterioribus fuscescentibus. 


Var. 2. Capite, sutura, abdomine femoribusque posticis 
dilutioribus aut plus minusve rufescentibus. 


3. Aedeagus profunde canaliculatus, apice lanceolatus. 
Foud. — Abdominis segmentum ultimum triangulariter emar- 
ginatum, ejusdem basis in medio laevigata et plus minusve 
impressa. 
Haltica melanocephala Gyll. Ins. suec. III. 555. 19. — 
Zett. Ins. Lapp. 223. 11. 

Longitarsus melanocephalus Bach. Kf. F. f. N. u. M. 
Dtschl. III. 153. 23. 

Teinodactyla melanocephala All. Ann. d. ]. Soc. ent. d. 
Fr. 3. Ser. :VIM. 1860. 111. 59. 

Haltica atricapilla Dftsch. Fn. Aust. III. 257. 13. 

Teinodactyla atricapilla Foud. Ann. d. ]. Soc. Linn. VI. 
1859. 288. 32. 

Thyamis confinis Steph. Ill. br. Ent. Mand. IV. 310. — 
id. Man. of br. col. 296. 2318. 

Chrysomela atricilla Marsh. Ent. br. I. 200. 74. (teste 
Waterhouse). 

Galeruca atricilla Pk. Fn. su. II. 102. 213 (ex paıte) 
an var. ß.? 

Haltica atricilla E. H. II. 86. 49 (ex parte). — Ill. Mag. 
VI. 166. 131 (ex parte) an Var. 2? 

Teinodectyla atrieilla Foud. Ann. d.]. Soc. Linn. VI. 
1859. 276. 24? 


Etwas flacher gewölbt als L. atricillus Gyll. und durch die 
bereits dort erwähnten Merkmale von demselben leicht zu unter- 
scheiden. Länglich eiförmig; Kopf, Brust mit Einschluss des Proster- 
nums und Bauch pechschwarz; Halsschild gelbroth, dessen Vorder- 
rand durch den durchscheinenden schwärzlichen Hintertheil des Kopfes 
oft dunkler erscheint; Flügeldecken blass röthlichgelbbraun mit schmaler, 
schwärzlicher Naht, welche bis an die Spitze reicht; Schildchen 
schwarz. Fühlerwurzel und Vorderbeine bis auf die pechbraunen 
Hüften gelbbraun; Hinterbeine schwarzbraun mit Ausnahme der gelb- 
lichen Tarsen; bisweilen sind auch die Vorderschenkel bräunlich. 
Bei weniger reifen Individuen ist der Kopf, die Naht, die Unterseite 
sammt den Hinterbeinen rothbraun, nur die Mundgegend und die 


37 
Hinterschenkelspitze bleiben schwärzlich; auch das Halsschild und die 
Flügeldecken werden entsprechend blässer. — Kielung der Stirne 
scharf, Höckerchen völlig undeutlich, Scheitel äusserst fein wellen- 
förmig gerunzelt; Fühler von mehr als halber Körperlänge, ihr 2. 
und 3. Glied gleich lang; die Glieder des @ stärker. Halsschild 
mässig gewölbt, glänzend; beim © fast 2mal so breit als lang, beim 
Q etwas weniger breit, an den tief herabgehenden Seiten gerundet; 
die Verdickung des Seitenrandes hinter den Vorderecken nimmt ein 
Drittel seiner Länge ein; es ist mit feinen, oft undeutlichen, manch- 
mal mit Runzeln gemischten Pünktchen bedeckt, mit deutlich abge- 
setzter glänzender Seitenrandschwiele. Die Flügeldecken mässig gewölbt 
und nach der Spitze hin flach abfallend, an den Schultern deutlich 
breiter als das Halsschild mit ziemlich markirter, glänzender, fein 
punktirter Beule, hinter derselben bis zur Mitte gerundet erweitert 
und von da zur Spitze sehr allmälig zugerundet und gemeinschaftlich 
stumpf zugespitzt mit schärferen Nahtwinkeln; sie sind dicht mit 
feinen aber deutlichen, höchstens vorne in kurze unregelmässige Reihen 
gestellten Pünktchen bedeckt; diese sind an der Spitze feiner und 
schwächer und mit Unebenheiten oder Runzlungen gemengt. Bauch- 
segmente deutlich und etwas runzlich punktirt; bei den © zeigt das 
letzte Segment eine glatte, glänzende, kielförmige Längslinie, bei den 
g ist es dreieckig ausgeschnitten und zeigt längs der Mitte eine 
glatte Stelle, in welcher sich ein mehr oder weniger deutlicher Ein- 
druck befindet. Geflügelt. Die Hinterbeine sind sehr stark und kräftig 
mit ziemlich kurzem, gebogenen, aber etwas längeren Schienendorn 
als bei L. atrieillus. 1. Vordertarsenglied beim Q stark erweitert und 
viel breiter als bei den Vorhergehenden. 

Ueberall ziemlich häufig; im Frühlinge und Sommer auf Triften 
und Rainen. 

Ob T. atrieilla Foud. ]. c. von der vorliegenden Art specifisch 
verschieden sei oder auf blossen Varietäten derselben beruhe, vermag 
ich bei dem Umstande, als Original-Typen derselben zum Vergleiche 
mangelten, nicht zu entscheiden. Der Hauptunterschied beruht nach 
ihm auf der mehr länglichen, weniger eiförmigen Gestalt und der 
deutlicheren Punktirung; so wie auch die Bildung des Aedeagus und 
des letzten Bauchsegments des @ eine andere sein soll. 

Ebensowenig vermag ich ein von Herrn v. Kiesenwetter 
freundlichst mitgetheiltes Exemplar der Teinodactyla crassicornis 
Foud., welches von diesem Autor selbst herrührt, von der vor 


38 


liegenden Art zu unterscheiden, und kaun darin nur ein unausgefärbtes, 
ganz blassgelbes Individuum derselben, wie solche bisweilen vorkom- 
men, erkennen. 


42. I. atriceps m. Öblongo-ovatus, subconvexus; capite, scutello, 
pectore abdomineque nigro-piceis; thorace rufo-testaceo, elytris 
pallide testaceis, sutura anguste fuscescente; antennarum basi, 
pedibus anterioribus tarsisque postieis pallide testaceis, femo- 
ribus postieis »igrofuseis, cum tibiis fuscescentibus: thorace 
brevi, subtiliter punetulato; elytris humeris latius prominen- 
tibus, apice conjunctim subacuminatis, dense ac profunde con- 
fuse punetulatis. Tibiarum posticarum spinula apicali brevius- 
cula. Alatus. — Long. %Y,—1'". — Lat. 2%". 

Var. Capite, sutura, abdomine, femoribus tibiisque postieis 
dilutius fuscescentibus aut rufescentibus. 

JS. Abdominis segmentum ultimum triangulariter emargi- 
natum, basi in medio laevigatum et leviter impressum. 


In Bau und Färbung dem Vorigen äusserst ähnlich; aber seine viel 
geringere Grösse, etwas flachere Wölbung, der bleichere Ton aller gelb- 
gefärbten Theile, die weit gröbere und tiefere Punktirung und stärker 
markirte Schulterbeule der Flügeldecken sprechen für die Trennung 
desselben; dem L. piciceps Foud. dem Colorit und der Grösse nach 
ähnlich, jedoch durch anderen Umriss, breiteres Halsschild, viel 
gröbere Punktirung der mehr gerundeten hinten zugespitzten Flügel- 
decken und die fein schwärzlich gesäumte Naht, längere Hinterbeine 
etc. leicht zu unterscheiden. 

Länglich eiförmig, schwach gewölbt, mässig glänzend; Färbung 
wie bei dem Vorigen, nur mit dem Unterschiede, dass das Halsschild 
heller röthlichgelb, die Flügeldecken und Vorderbeine sehr. bleichgelb- 
braun gefärbt erscheinen; die Hinterschienen sind meist nur an der 
Wurzel mehr oder weniger gebräunt. Stirne und Fühler wie bei dem 
Vorigen; Halsschild ebenfalls kurz, an den Seiten weniger gerundet 
und flacher gewölbt; es ist beinahe glatt oder nur äusserst fein punk- 
tirt; bei einem der mir vorliegenden Stücke tritt die Punktirung 
ebwas deutlicher horvor; die Flügeldecken viel breiter an den Schul- 
tern als das Halsschild mit vorspringender, glänzender, fein punktirter 
Beule; sie sind länglich eiförmig, an den Seiten sehr allmälig bis 
hinter die Mitte erweitert, zur Spitze hin schmal. zugerundet und 


39 


gemeinschaftlich stumpf zugespitzt, mit schärferen Nahtwinkeln; sie 

sind weit gröber und tiefer dicht verworren punktirt als bei L. mela- 

nocephalus. Geflügelt. Bauch runzlich punktirt; beim Q ist, das letzte 

Bauchsegment ähnlich gebildet wie bei dem Vorigen und das 1. Vorder- 

tarsenglied ebenfalls stark erweitert. Hinterschienendorn mässig lang. 
Oesterreich, Steiermark. 


43. L. Lycopi Foud. Oblongo-ovatus, convexus, nitidus; supra rufo- 
testaceus, capite obscure ferrugineo cum labro epistomateque 
piceis; elytris pallidioribus, sutura fuscescente aut ferruginea; 
pectore abdomineque nigro-piceis; antennarum basi pedibusque 
testaceis, femoribus posticis ferrugineis, apice plus minusve in- 
fuscatis: fronte encarpis distinctioribus; thorace brevi tenuissime, 
elytris distinetius et basin versus subseriatim punctulatis; his 
oblongo-ovatis, humeris prominulis, apice subsingulatim rotun- 
datis. Tibiarum posticarum spinula apicali longiore. Alatus, aut 
alis incompletis. Long. 1%— 75". — Lat. Y—Y,'". 


Var. 1. Supra colore dilutius testaceo, sutura ferruginea, 
abdominis apice pygidioque plus minusve ferrugineis. 

Var. 2. Thorace ruguloso-punctulato, elytris profundius 
punctatis, punctis basin versus distinctius seriatis. 


JS. Aedeagus canaliculatus, paullulum contraetus, apice 
depressus, breviter lanceolatus. Abdominis segmentum ultimum 
laeve vix depressum Foud. 


Teinodaetyla Lycopi Foud. Ann. d.1. Soc. Linn. VI. 1859. 
305. 41. 
Teinodactyla abdominalis All. Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fr. 
3. Ser. VIII. 1860. 119. 67. 
Teinodactyla tantula F oud. Ann. d.]. Soc. Linn. VI, 1859. 
“ 307, 42? 
Teinodactyla brunniceps All. Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fr. 
3. Ser. VIIL 1860. 138. 85? 


Eine der kleinsten Arten in der Gattung, wenig grösser als L. 
pusillus Gyll., aber ovaler, gewölbter und durch stärkere deutlicher 
gereihte und weniger dichte Punktirung der Flügeldecken, ihre bräun- 
liche Naht und die abweichende Bildung des letzten Bauchsegments 
in beiden Geschlechtern ete. hinlänglich verschieden; von den drei 
zunächst folgenden durch die geringere Grösse, schmälere länglich- 


40 


eiförmige Körperform, längeren Hinterschienendorn etc. leicht zw 
unterscheiden. 

Länglich eiförmig, gewölbt, ziemlich glänzend. Kopf. dunkel 
rothbraun, vorne über dem Munde und dieser selbst schwärzlich ; 
Halsschild gelbroth oder röthlichgelbbraun, manchmal am durchschei- 
nenden Vorderrande bräunlich; Flügeldecken blass röthlichgelbbraun 
mit schwärzlicher oder rothbrauner Naht und ebenso gefärbten Schild- 
chen. Brust und Bauch schwarzbraun, die Spitze des letzteren und des 
Pygidiums bisweilen rostroth. Fühlerwurzeln und Beine gelbbraun, 
die Hinterschenkel rostroth mit mehr oder weniger schwärzlicher 
Spitze; bei weniger ausgereiften Individuen ist das Colorit heller, 
namentlich der Kopf heller rothbraun, das Halsschild und die Flügel- 
decken blässer, die Spitze des Hinterleibs röthlich; bei frisch aus- 
gefallenen Individuen sind die Flügeldecken durchsichtig und von 
glasigem Ansehen. Kielung scharf, leicht gebogen, Stirnhöckerchen 
linienförmig, schmal und flach, vom Scheitel durch einen feinen Strich 
geschieden. Scheitel äusserst fein granulirt, Fühler von mehr als 
halber Körperlänge, ihr 2. Glied etwas länger als das 3.; Halsschild 
bei den © fast 2mal so breit als lang, bei den J' etwas schmäler, 
an den Seiten stark abfallend und schwach gerundet, die Verdickung 
des Seitenrandes hinter den Vorderecken wenig vorspringend; es ist 
mehr oder weniger fein und bei vielen Individuen etwas runzlich 
punktirt; bei anderen Individuen wieder sind die Punkte sehr fein 
und fast verloschen; die Schwiele inner des Seitenrandes undeutlich 
abgesetzt, Flügeldecken länglich oval, gewölbt, an den Schultern 
deutlich breiter als das Halsschild mit mässig markirter Beule; sie 
erweitern sich etwas nach rückwärts bis über die Mitte und runden 
sich mit etwas stumpfen Nahtwinkeln sehr schwach einzeln ab; sie 
sind stärker als das Halsschild punktirt, von der Basis bis über die 
Mitte sind die Punkte in Längsreihen geordnet und verfeinern sich 
an der Spitze; bei manchen Individuen sind die Reihen weniger 
deutlich, die Punkte feiner und mehr verworren; der Kerbstreifen am 
Seitenrande stark. Die beiden ersten Bauchsegmente sind zerstreut, 
die folgenden stärker und quer runzlich punktirt, das letzte glänzend 
ohne deutlicher Punktirung; dieses ist beim J' an der Basis etwas 
eingedrückt und ohne Ausrandung an der Spitze; bei den © ist der 
Bauch häufig, wahrscheinlich in Folge der starken Eierentwicklung 
stark angeschwollen und von den Flügeldecken unbedeckt, mit der Spitze 
stark nach unten gekehrt. Geflügelt; nach Foudras sollen sich auch 


4 


flügellose Individuen und solche mit unentwickelten Flügeln vorfinden. 
Hinterschienendorn ziemlich lang und bräunlich. 1. Vordertarsenglied 
des J wenig erweitert. 

An feuchten und sumpfigen Orten auf verschiedenen Mentha- 
Arten und Lycopus europaeus, den ganzen Sommer und Herbst bei 
Wien häufig und wohl auch in anderen Gegenden Deutschlands nicht 
selten; auch in Frankreich, England, Griechenland. 

T. tantula Foud. (T. brunniceps All.) vermag ich nach einen 
durch die Güte Herın v. Kiesenwetters mir zur Ansicht mit- 
getheilten Original-Stücke aus Foudras Hand von der vorliegenden 
Art nicht zu unterscheiden. Nach Foudras gleicht sie in Gestalt, 
Grösse und Färbung völlig dem L. Lycopi, und soll sich durch viel 
stärkere und deutlichere Punktirung, durch kürzere Fühlerglieder, 
durch deutlichere Punktreihen der Flügeldecken und abweichende 
Bildung des Aedeagus unterscheiden. Ich halte sie für eine Varietät 
des L. Lycopi von blässerer Färbung und stärkerer Entwicklung der 
Sculptur, wie sich denn wirklich unter einer grösseren AffZahl des 
L. Lycopi die verschiedensten Abstufungen in beiden Beziehungen 
wahrnehmen lassen. T. abdominalis All. dürfte von L. Lycopi eben- 
falls kaum specifisch verschieden sein und auf Individuen von mehr 
röthlichem Colorit und stärkerer Punktirung basirt sein. — Ob H. 
abdominalis Dftschm. III. 262. 24. auf diesen Käfer zu beziehen 
sei, ist schwer festzustellen; er erwähnt weder die Sculptur der Flügel- 
decken noch den dunklen Nahtsaum. 


44. I. eurtus All. Late ovatus, valde convexus, nitidus; capite, scu- 
tello, pectore abdomineque nigro-piceis; thorace rufo vel plus 
minusve infuscato, elytris pallide testaceis, sutura anguste fus- 
cescente; antennarum basi pedibusque testaceis, femoribus postieis 
ferrugineis, apice infuscatis: fronte encarpis parum distinctis; 
thorace transverso subtiliter ruguloso- punctato; elytris latius- 
eulis humeris valde prominentibus, apice subsingulatim rotun- 
datis, fortius at minus dense, confuse seriatimve punctulatis. 
Tibiarum posticarum spinula apicali brevi. Alatus. Long. 2/; 
—h. Lat. IN, 

Var. 1. idem, capite, abdomine pygidioque rufo-piceis, 
sutura ferruginea; aut totus colore dilutiore (juniores). 

Var. 2.a.Paullo major, convexior, nitidissimus; subtus dilute 
piceus; thorace laeviusculo elytrisque pallide testaceis pellueidis, 


SS 
[5 


capite et sutura vix obseurioribus. Long. Y%,—1''. Lat. Y,— 24". 
(ex Alpibus). 
b. Apterus, elytris humeris minus prominentibus. 


JS. Abdominis segmentum ultimum integrum, apice vix 
emarginatum, lineola longitudinali leviter impresso. 


Teinodactyla curta (pratensis) All. Ann. d. l. Soc. ent. 
d. Er. 3. Ser. VIlI.-1860. p. 832 et’137. 84 


Eine der kleineren Arten dieser Reihe ist sie wie die folgende 
Art vor den Verwandten durch gewölbtere und im Verhältniss zur 
Länge breitere Flügeldecken mit stark vorspringender Schulterbeule 
ausgezeichnet; in der Färbung äusserst ähnlich dem L. Lycopi, aber 
etwas grösser, namentlich viel breiter und gewölbter und von stär- 
kerer und verworrenerer Punktirung der Flügeldecken; der Hinter- 
schienendorn ist viel kürzer, beim © der Hinterleib nicht angeschwollen; 
in ihren unausgefärbten Stücken zeigt sie einige Aehnlichkeit mit L. 
lZuridus, ist aber viel kürzer und gewölbter, hat stärker markirte 
Schultern, verworrene feinere Punktirung etc. 

Stark gewölbt, breiter eiförmig, glänzend; Kopf, Brust und 
Hinterleib bei reifen Individuen pechschwarz, bei weniger ausgereiften 
ins Rothbraune oder Rostrothe übergehend; Halsschild röthlich oder 
rothbraun, häufig an den Seiten und am durchscheinenden Vorder- 
rande bräunlich; Schildchen schwärzlich oder braun. Flügeldecken 
blassgelbbraun mit feinem schwärzlichen oder rostrothen Nathsaume ; 
Fühlerwurzeln und Beine gelbbraun, Hinterschenkel rostroth mit 
schwärzlicher Spitze, die äusseren Tarsenglieder bräunlich. Stirne 
scharf gekielt, Höckerchen schmal und glänzend, aber wenig deutlich; 
Scheitel fein gekörnt und krummlinig gerunzelt. Fühler länger als der 
halbe Körper; ihr 2. und 3. Glied gleich lang. Halsschild quer, sehr 
gewölbt, an den Seiten wenig gerundet, mit mässig verdicktem Vor- 
sprunge hinter den Vorderecken, um die Hälfte breiter als lang; 
fein und mehr oder weniger deutlich runzlich punktirt, mit mässig 
abgesetzter Schwiele inner dem Seitenrande. Flügeldecken stark ge- 
wölbt, gleich an der Wurzel viel breiter als das Halsschild, mit 
stark vorspringender glatter Schulterbeule, kaum um die Hälfte 
länger als breit, mit wenig gerundeten, bis auf zwei Drittheile ihrer 
Länge fast gleich breiten Seiten, an der Spitze schwach einzeln ab- 
gerundet, mit stumpfen Nahtwinkeln; sie sind mässig dicht und 
ziemlich stark, nach der Spitze zu feiner, verworren punktirt, die 


43 


Punkte an der Basis hin und wieder in kurze Reihen gestellt; Kerb- 
streifen am Seitenrande stark. Geflügelt. Hinterleib runzlich punktirt. 
Beim & ist das letzte Bauchsegment einfach, an der Spitze kaum 
ausgerandet, mit einem dunkleren feinen Längsstrich in der Mitte; 
das 1. Vordertarsenglied sehr deutlich erweitert. Hinterschienen- 
dorn kurz. 

Ganz ausgefärbte Stücke der typischen Form selten, häufiger die 
Var. 15 nach Allard auf Echium vulgare; in Oesterreich, Steier- 
mark, Frankreich. 

Die Varietät 2 a und. b ist etwas grösser und noch gewölbter und 
weicht von der typischen Form hauptsächlich durch. weniger aus- 
gesprochene fahlere Färbung, stärkeren fast metallischen Glanz und 
Glätte der Oberseite ab. Kopf, Unterseite, Naht und Hinterschenkel 
sind mehr oder weniger bräunlich, Halsschild und Flügeldecken blass 
gelbbraun und etwas durchscheinend; die Punktirung variirt in der 
Stärke, ist namentlich auf dem Halsschild oft sehr schwach und 
fein und lässt es beinahe glatt erscheinen. Bemerkenswerth ist das 
Vorkommen flügelloser Individuen, deren Flügeldecken weniger vor- 
springende Schultern und mehr eiförmige Gestalt zeigen. Diese Form 
wurde von Herrn Scheffler wiederholt. auf dem Schneeberge in 
Oesterreich in: einer Höhe von 4000' gesammelt und dürften die 
bemerkten Verschiedenheiten örtlichen und climatischen Einflüssen 
zuzuschreiben sein und bei dem Mangel sonstiger charakteristischer 
Merkmale kaum hinreichen, um darauf eine selbstständige Art zu 
errichten. 


45. I. substriatus m. Late ovatus, modice convexus, nitidus; capite, 
pectore abdomineque nigro-piceo, thorace rufo-testaceo, elytris 
testaceis, sutura anguste ferruginea; antennarum basi pedibusque 
testaceis, femoribus posticis ferrugineis, apice infuscatis: fronte 
encarpis distinctis, thorace brevi subtiliter punctulato, elytris 
latiusculis humeris valde prominentibus, apice subconjunetim 
rotundatis, distinctius punctulatis, punctis dorsalibus seriatim 
dispositis. Tibiarum posticarum spinula apicali brevi. Alatus. 
Long. 43 —3/,'". Lat. Yy—yz"". 

Var. Capite, abdominis apice pygidioque plus minusve 
ferrugineis, sutura elytrorum rufescente. 

S. Abdoninis segmentum ultimum integrum, apice vix 
emarginatum. 


Dem Vorigen sehr nahe verwandt in Gestalt und Färbung und 
nur ein wenig grösser, aber durch die geringere Wölbung, das weit 
kürzere und glättere Halsschild, die über den Rücken deutlich, fast 
regelmässig gereihte Punktirung der Flügeldecken und die sehr deut- 
lichen Stirnhöckerchen wohl unterschieden. — Breiteiförmig, mässig 
gewölbt, glänzend; Kopf, Brust,und Bauch schwarzbraun, bei weniger aus- 
gereiften Stücken ist der Kopf und die äusseren Bauchsegmente sammt 
dem Pygidium mehr oder weniger röthlich; Halsschild rothgelb mit durch- 
scheinend bräunlichem Vorderrande, Flügeldecken blassgelb mit schmal 
bräunlich oder rostroth gesäumter Naht, Schildchen bräunlich. Fühler 
und Beine von der Färbung des Vorigen. Stirne scharf gekielt, 
Höckerchen sehr deutlich, länglich und durch fein eingeschnittene 
Linien markirt. Scheitel äusserst fein gekörnt und krummlinig gerun- 
zelt. Halsschild sehr kurz, fast 2mal so breit als lang, weniger ge- 
wölbt und feiner punktirt als bei L. eurtus, mit glatteren Zwischen- 
räumen, Flügeldeeken von derselben breiten Gestalt wie bei jenem, 
nur ein wenig länglicher und über den Rücken etwas flacher; ihre 
Nahtwinkel weniger stumpf und die Spitze daher fast gemeinschaftlich 
abgerundet; ihre Punktirung sehr deutlich und von der Basis bis 
über die Mitte hinaus mehr oder minder regelmässig gereiht, an der 
Spitze feiner und verworren. Geflügelt. Das Uebrige wie bei L. curtus. 

Nicht häufig. Ich sammelte ihn bisher nur einzeln an sumpfigen, 
feuchten Orten und Bächen. Er wurde von Herrn Scheffler auch 
aus den österreichischen Alpen mitgetheilt. 


46. I. monticola m. Breviter ovatus, valde convexus, nitidus; capite, 
scutello, pectore abdomineque nigro-piceis; thorace laete rufo- 
testaceo, elytris pallide testaceis, sutura infuscata; antennarum 
basi pedibusque pallide testaceis, femoribus postieis ferrugineis, 
apice infuscatis: fronte encarpis parum distinctis, thorace trans- 
verso, subtiliter punctulato, elytris breviter ovatis, humeris vix 
prominulis, fortius ac profundius confuse seriatimve punctulatis, 
apice subsingulatim rotundatis. Tibiarum posticarum spinula 
apicali brevi. Apterus. Long. 3/,''. Lat. 143". 

Var. Abdominis apice et sutura dilutioribus. 
Sg. Abdominis segmentum ultimum integrum, apice leviter 
emarginatum. 


45 


Diese Art steht: ebenfalls in sehr naher Verwandtschaft zu L. 
eurtus All., doch bietet sie einige Unterscheidungsmerkmale, welche 
mich bestimmen, sie hier als selbstständige Art aufzuführen. Sie ist 
flügellos, von der Grösse des L. curtus; die schmalen stumpf abfal- 
lenden Schultern, der mehr eiförmige, mehr nach hinten weiter ge- 
rundete Umriss der Flügeldecken, die gröbere und weitläufigere 
Punktirung, der etwas breitere schwarzbraune Nahtsaum derselben 
unterscheidet sie von den typischen Individuen des L. curtus; schwie- 
riger ist die Unterscheidung von der flügellosen Alpen-Varietät des- 
selben; jedoch wird die entschiedenere Färbung, der mindere Glanz, 
die geringere Grösse und stärkere Punktirung sie noch mit Sicherheit 
unterscheiden lassen. Von den übrigen Arten mit pechschwarzem 
Kopfe ist sie durch den stark gewölbten kurzeiförmigen Uniriss, die 
schmälere Flügeldeckenbasis und von der Mehrzahl überdiess durch 
die geringere Grösse und stärkere Punktirung hinlänglich unterschieden. 
— Kurzeiförmig, stark gewölbt; Kopf, Schildchen, Brust und Bauch 
pechschwarz, Halsschild heil röthlichgelb, Flügeldecken blassgelb mit 
etwas breiterem, an der Spitze verschmälertem schwarzbraunen Naht- 
saume; Fühlerwurzel und Beine blassgelb, Hinterschenkel rostroth 
mit schwärzlicher Spitze, die äusseren Tarsenglieder bräunlich; manch- 
mal ist die Hinterleibsspitze und der Nahtsaum heller bräunlich. 
Kielung der Stirne schneidig, Stirnhöckerchen länglich, aber meist 
undeutlich; Scheitel äusserst fein gekörnt und quer gerunzelt; Fühler 
fast von 2 Drittel der Körperlänge; ihr 2. und 3. Glied gleich lang, 
Halsschild um die Hälfte breiter als lang, an den Seiten schwach 
gerundet; die Verdickung des Seitenrandes hinter den Vorderecken 
nimmt fast ein Drittel seiner ganzen Länge ein; Seitenrandschwiele 
schwach abgesetzt; die Punktirung ist fein aber deutlich und ziemlich 
dicht, an der Basis hin und wieder zu Runzeln zusammengezogen, 
die Zwischenräume sind glatt. Flügeldecken ein nach rückwärts mehr 
erweitertes Oval bildend, sehr gewölbt, mit stumpf abfallenden, wenig 
über die Basis des Halsschildes vorragenden Schultern und flacher 
Beule, an der Spitze schwach einzein abgerundet, mit äusserst stumpfen 
Nahtwinkeln; sie sind bis über die Hälfte stark und tief, an der 
Spitze etwas feiner punktirt, an der Basis die Punkte hie und da 
gereiht; der Kerbstreifen am Seitenrande stark. Hinterleib runzlich 
punktirt. Flügel fehlen. Hinterschienendorn kurz. Beim JS ist das letzte 


46 


Bauchsegment einfach, an der Spitze leicht ausgerandet und das 1. 
Vordertarsenglied etwas erweitert. 

Ich sammelte mehrere Stücke an einem Bergabhange bei Maria 
Zell in Steiermark im August. 


4%. L. Ballotae Marsh. Oblongo-ovatus, convexus, parum nitidus; 
capite ferrugineo, vertice et ore fuscescentibus; thorace, elytris, 
antennarum basi pedibusque pallide testaceis; femoribus posticis 
ferrugineis, apice infuscatis; pectore abdomineque nigris: thorace 
transverso tenuissime granuloso et subtiliter ruguloso-punctulato; 
elytris ovatis, humeris obtusis, apice conjunctim subacuminatis, 
fortius confertim punetulatis, punctis dorsalibus subseriatim dis- 
positis. Tibiarum posticarum spinula apicali perlonga. Apterus 
aut alis incompletis. Long. %%—1'". Lat. —4!". 

Var. Abdominis segmento ultimo pygidioque flavescentibus. 


JS. Aedeagus canaliculatus, prope basin modice contractus, 
apice obtuse lanceolatus Foud. — Abdominis segmentum ulti- 
mum apice carinulatum et breviter emarginatum. 


Chrysomela Ballotae Marsh. Ent. br. I. 205. 89. 

Thyamis Ballotae Steph. Ill. br. Ent. Mand. IV. 312. 
17. — id. Mann. of br. Col. 297. 2327. 

Teinodactyla Ballotae Foud. Ann. d. l. Soc. Linn. VI. 
1859. 303. 40. — All. Ann. d. l. Soc. ent..d. Fr. 
3. Ser. VII. 1860. 133. 81. 


In der Gestalt nicht unähnlich dem L. atricillus Gy1]., jedoch viel 
kleiner, von anderer Färbung und Sculptur etc.; den blassen Varietäten 
des L. dDrunneus Redt. ebenfalls nicht unähnlich, aber durch die 
stets schwarze Färbung der Brust und des Bauches, durch das etwas 
zugespitzte Ende der Flügeldecken und den langen Hinterschienen- 
dorn leicht zu unterscheiden. — Länglich eiförmig, gewölbt, matt- 
glänzend. Kopf rostroth, häufig mit dunklerem Scheitel, der Mund 
pechbraun; Halsschild und Flügeldecken blassgelbbraun, das Schildchen 
und manchmal auch die Naht fein rostroth; Brust und Bauch schwarz, 
die Spitze des letzteren und das Pygidium nicht selten röthlich. 
Fühler bis auf die dunklere Spitze und die Beine blassgelbbraun, die 
Hinterschenkel rostroth mit bräunlicher Spitze. Kielung der Stirne 
oberhalb stumpfer, nach unten schärfer, Stirnhöckerchen ziemlich 
unbestimmt, lanzetförwig und flach, von dem Scheitel durch einen 


47 


äusserst feinen Strich. gesondert; Scheitel äusserst fein gekörnt; 
Fühler länger als der halbe Körper, das 2. viel länger als das 
3. Glied. Halsschild quer und beiläufig einundeinhalbmal so breit als 
lang, an den Seiten wenig gerundet und vorne seitlich etwas zusammen- 
gedrückt, der seitliche Vorsprung hinter den Vorderecken schwach; 
es ist mit feinen, aber deutlichen, mit Runzeln gemischten Punkten 
ziemlich dicht besetzt, mit äusserst fein narbig-gekörnten Zwischen- 
räumen. Die glatte Schwiele neben dem Seitenrande wenig abgesetzt. 
Die Flügeldecken eiförmig, runden sich an der Basis im flachen Bogen 
stumpf ab ohne markirte Schulterbeule, und verschmälern sich hinter 
der Mitte allmälig, ähnlich wie bei L. melanocephalus Gyll. zur 
gemeinschaftlich abgerundeten, etwas vorgezogenen Spitze und zeigen 
fast rechteckige Nahtwinkeln; sie sind stärker als das Halsschild bis 
an die Spitze gleichmässig und dicht punktirt, die Punkte längs des 
Rückens gereiht; bei entsprechender Vergrösserung erscheinen die 
Zwischenräume äusserst fein narbig gekörnt. Kerbstreifen am Seiten- 
rande stark. Flügel fehlen oder sind verkümmert. Bauchsegmente 
querrunzlich punktirt. Beim J zeigt das letzte Bauchsegment vor 
der kurz ausgerandeten Spitze eine feine Kiellinie. Hinterbeine sehr 
lang und kräftig, Hinterschienendorn mässig stark, aber sehr lang; 
das 1. Vordertarsenglied des J- wenig erweitert. 

In Oesterreich, Steiermark, Frankreich, England; nach Fou- 
dras und Allard auf Marrubium vulgare L. und Ballota nigra L. 

Zwei von Herrn von Kiesenwetter zur Ansicht mitgetheilte, 
aus Foudras Hand herrührende Stücke der T. canescens Foud. 
kann ich nur als blasse, unausgereifte Stücke der vorliegenden Art 
erkennen. 


48. L. femoralis Marsh. Oblongo-ovatus, convexus, nitidus; capite 
rufo-ferrugineo, ore nigropiceo; thorace testaceo, elytris palli- 
dioribus, sutura tenere rufescente; scutello, pectore abdomineque 
nigris; antennarum basi pedibusque testaceis, femoribus posticis 
ferrugineis, apice infuscatis; tarsis extrorsum fuscescentibus; 
thorace subquadrato, ruguloso et tenuissime punctulato; elytris 
oblongo -ovatis, humeris prominulis, apice subconjunctim 
rotundatis, tenuissime confuse seriatimve punctulatis. Tibiarum 
posticarum spinula apicali longiuscula. Alatus. Long. 1, —114". 
Lat. a —?/;. 

Var. Scutello ferrugineo. 


48 


I. Aedeagus canaliculatus; canaliculo in media parte 
contracto, apice triangulari incurvato., — Abdominis segmentum 
ultimum leviter emarginatum. Foud., 

Chrysomela femoralis Marsh. Ent. br. I. 201. 76. 

Haltica femoralis Gyll. Ins. Su. IV. 657. 18—19. 

Thyamis femoralis Steph. Ill. br. Ent. IV. Mand. 309. 

rer id. Man. of br. col. 296. 2317. 

Teinodactyla femoralis All. Ann. d. l. Soc. ent. d. Fr. 
3. Ser. VII. 1860. 123. 71. 

Longitarsus boppardiensis Bach. Kf. f. N, u. M. Dtschl, 
Ill. 152. 22. 

Teinodactyla pratensis Foud. Ann. d. 1. Soc. Linn. 1859. 
VI. 298. 37 (ommissa Synonymia). 

Chrysomela exoleta Linn. Fn. su. ed. II. 167. 54. (ex- 
clusa descriptione) et in collectione (tetse Water- 
house). 

Haltica atricilla Ill. Mag. VI, 166 et 131. 69 et 22. 
var. 7? 

Eine ansehnliche und ausgezeichnete Art und von den ähnlichen 
Arten röthlichgelber Färbung durch die schwarze Farbe der Brust 
und des Bauches sogleich zu unterscheiden. — Von Jlangeiförmiger 
Gestalt, sehr gewölbt, glänzend. Kopf rostroth mit pechschwarzem 
Munde; Halsschild blassröthlichgelb, Flügeldecken noch heller oder 
strohgelb mit zart rostrother Naht und etwas durchsichtig; Brust, 
Bauch und meist auch das Schildchen schwarz, letzteres häufig rost- 
roth; Fühlerwurzel und Beine röthlichgelb, Hinterschenkel rostroth 
mit schwärzlicher Spitze; die äussersten Tarsenglieder und Klauen 
bräunlich. Kielung der Stirne scharf, nach oben stumpfer; Stirn- 
höckerchen lanzettförmig, aber schwach markirt, vom Scheitel durch 
einen nicht immer deutlichen feinen Strich abgegrenzt; Scheitel 
glänzend, fein wellenförmig quer gerunzelt. Die Fühler erreichen fast 
2 Drittel der Körperlänge, namentlich bei dem d', ihr 3. Glied ist fast 
länger als das 2. Glied. Halsschild gewölbt, fast quadratisch, nur 
wenig breiter als lang, mit etwas gerundeten Seiten, mässig vor- 
springender, fast ein Drittheil des Seitenrandes einnehmender Ver- 
diekung desselben hinter den Vorderecken; es ist vorne fast glatt, 
glänzend, nach rückwärts allmälig deutlicher fein gerunzelt und 
punktirt; die glatte Schwiele am Seitenrande wenig abgesetzt. Flügel- 
decken an der Basis breiter als das Halsschild mit stumpf vorragender 


49 


Schulterbeule, erweitern sich weiterhin bis auf zwei Drittel ihrer 
Länge und runden sich von da allmälig und fast gemeinschaftlich, 
mit fast rechteckigen Nahtwinkeln ab; sie sind sehr gewölbt und 
beinahe zweimal so lang als breit, mit äusserst feinen, aber deut- 
lichen Pünktchen bedeckt, welche auf dem Rücken hin und wieder 
kurze Reihen bilden. Kerbstreifen am Seitenrande mässig stark ; 
Zwischenräume glatt, hie und da leicht gerunzelt. Geflügelt. Bauch- 
segmente stark punktirt; das letzte Segment des d mit einem 
unscheinbaren Längseindruck und leicht ausgerandeter Spitze. Hinter- 
beine lang und kräftig; Hinterschienendorn stark und mässig lang; 
erstes Vordertarsenglied des J' wenig erweitert. 

Im Sommer häufig auf Echium vulgare, nach Bach (wohl 
nur zufällig) auf Convolvulus sepium. Oesterreich, Steiermark, 
preussische Rheinlande und andere Gegenden Deutschlands; Frank- 
reich, Spanien, England, Schweden. 

Foudras hält die Altica pratensis Panz. Fn. germ. 21. 16. 
mit seiner T. pratensis identisch, womit aber der Text Panzer’s 
nicht gut stimmt, welcher auf eine andere una kleinere Art hinzu- 
deuten scheint. Ueberhaupt herrscht über Panzer’s A. pratensis die 
grösste Unsicherheit bei den Schriftstellern und ist man über diese Art bis 
jetzt keineswegs im Klaren. Die Verfasser der Ent. Hefte geben der 
H. pratensis Il. 88. 50 eine ganz unbestimmte Fassung; Illiger 
zieht sie als Varietät zur H. africilla, der er die weiteste Ausdehnung 
gibt. Selbst Gylleuhall’s Hait. pratensis Ins. suec. III. 539. 15 will 
auf keine der mir bekannten Arten völlig passen, so dass ich Anstand 
genommen habe, mich darauf zu beziehen; am nächsten käme ihr 
noch L. Ballotae Marsh. — H. pratensis Dftsch. Fn. Aust. III. 258. 
14. dürfte sich zunächst auf L. Zuridus Scop. beziehen. — Stephens: 
Man. of br. col. 207. 2328, Zetterstedt: Ins. Lapp. 223. 9, 
Redtenbacher: Fn. Aust. ed. I.g. 545. 534; ed. II. g. 1067. 941, 
Bach: Kf. Fn. II. 154. 29 haben sich an Gyllenhall gehalten, 
ohne eben etwas zur genauern Kenntniss der Art beizutragen. In den 
Sammlungen traf ich L. Ballotae, Lycopi, curtus, pellucidus, laevis, 
etc. als L. pratensis Pz. an. Die von Allard im Nachtrage aufge- 
führte Teinod. pratensis Ann. d. 1. soc. Ent. d. Fr. 3. Ser. VII. 
1860. 831. 236 mag sich wohl auf eine blosse Varietät des L. femo- 
ralis Marsh reduciren, es müsste denn eine mir unbekannte Art ihr 
zu Grunde liegen. Waterhouse*) hat unsüber die Chrysom. eroleta 


*) An dem Seite 35 angefülırten Orte. 
Wiener entomol. Monatschr. VIII. Ba. Ä 


50 

Linne nach dem einzigen bezeichneten Stücke in Linn&’s Samım= 
lung Aufschluss gegeben; hiernach ist sie derselbe Käfer, welchen 
Marsham als Ch. femoralis beschrieben hat. Dennoch dürfte Mars- 
ham’s Nomenclatur beizubehalten sein, da unter dieser das Thier 
sehr treffend beschrieben ist, hingegen Linn& selbst in seine Ch. 
eroleta dadurch Verwirrung brachte, dass er die Mordella flava der 
En. Suec. ed. 1.535 in dem Syst. Nat. und der 2. Aufl. der Fn. Suec. 
mit Ch. exroleta zusammenmengte, und durch die dahin gesetzte Be- 
schreibung: „ferruginea, elytris striatis* eine der vorliegenden Art 
nicht entsprechende Charakteristik gab. 


49. I. pectoralis Foud. Oblongo - ovatus, subconvexus, subnitidus; 
capite rufo-ferrugineo, _ore nigro-piceo; thorace elytrisque 
testaceis, sutura tenere rufescente; pectore nigro, abdomine 
rufo-ferrugineo; antennarum basi pedibusque testaceis, femoribus 
posticis ferrugineis, apice infuscatis, tarsis extrorsun paullo fus- 
cescentibus: thorace subtransverso ruguloso, obsolete punctulato; 
elytris humeris prominentibus, apice subconjuncetim rotundatis, 
distinete confuseque ruguloso-punctulatis. Tibiarum posticarum 
spinula apicali longiuseula. Alatus. Long. %,—1''. — Lat. 24". 

S. Aedeagus strenuus, canaliculatus; apice deflexus, 
obtuse lanceolatus, canaliculo in medio contracto. Abdominis 
segmentum ultimum integrum, tenuissime emarginatum Foud. 

Teinodaciyla pectoralis YFoud. Ann. d. l. Soc. Linn. 

1859. VI. 308. 43. — All. Ann. d. 1. Soc. ent. d. 
Fr. 3. Ser. VIII. 1860. 833. 238. 


Dem Vorigen so nahe verwandt, dass er beinahe für eine 
Varietät desselben angesehen werden möchte; er unterscheidet sich 
aber durch geringere Grösse, flachere Wölbung, etwaz kürzeres, ver- 
hältnissmässig breiteres Halsschild, mehr runzlich punktirte breitere 
Flügeldecken, insbesondere aber durch den rostrothen Bauch. — 
Länglich-eiförmig, mässig gewölbt, wenig glänzend; er hat völlig die 
Färbung des Vorigen, mit Ausnahme des Bauches, welcher rostroth 
gefärbt ist. Bildung der Stirne, des Scheitels und der Fühler, wie bei 
jenem, Halsschild quer, um mehr als 1 Drittheil breiter als lang, 
mässig gewölbt, an den Seiten wenig gerundet, mit schwachem Seiten- 
vorsprung hinter den Vorderecken und undeutlicher Seitenrandschwiele; 
es ist fein punktirt, die Mehrzahl der Punkte mit Längsrunzeln 
gemischt und zusammenfliessend. Flügeldecken an der Basis viel 


5l 


breiter als das Halsschild, mit stark markirter Schulterbeule, an 
den Seiten bis über die Mitte schwach erweitert und an der Spitze 
fast, gemeinschaftlich abgerundet mit fast rechteckigen Nahtwinkeln; 
siesind 1%4mal so lang als breit, wenig glänzend und durchaus fein, 
aber deutlicher als beim Vorigen und ziemlich dicht punktirt mit 
eingemengten Runzeln; an der Basis bilden die Punkte bisweilen 
einige kurze Reihen. Der Kerbstreifen am Seitenrande stark. Bauch- 
segmente stark punktirt; das letzte zeigt beim J eine sehr kleine 
Ausrandung. Geflügelt. Hinterbeine lang und kräftig, mit mässig 
langem, starkem Hinterschienendom. 

Oesterreich, Steiermark, Frankreich. Im Mai und Juni wahr- 
scheinlich auch auf Echium vulgare. 


50. L. juneicola Foud. Oblongo-ovatus, convexus, nitidus; capite 
thoraceque rufo-testaceis; labro infuscato, elytris testaceis sutura 
concolore; pectore abdomineque nigro-piceis, segmento ultimo 
pygidioque flavis; antennarum basi pedibusque rufo-testaceis, 
femoribus posticis ferrugineis: encarpis distinctis; thorace brevi, 
tenuissime punctulato; elytris humeris prominentibus, apice sub- 
conjunctim rotundatis, distincte punctulatis, punctis dorsalibus 
seriatim dispositis. Tibiarum posticarum spinula apicali longius- 
eula. Alatus. Long. 24". Lat. 4". 

Var. thorace margine antico fuscescente. 

Var. © aptera. 

JS. Aedeagus canaliculatus, prope basin contractus; apice 
lanceolatus, paullulum centractus. Abdominis segmentum ultimum 
integrum punctulatum. Foud. 

Teinodactyla juneieola Foud. Ann. d. ]. Soc. Linn. 1859. 

VI. 301. 39. — All. Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fr. 
IV. Ser. I. 1861. p. 323. 


Dem L. Lyeopi Foud. in Gestalt, Färbung und Sceulptur äusserst 
ähnlich, jedoch ist er etwas grösser, die Punktirung der Flügeldecken ist 
stärker und an der Vorderhälftein sehr deutliche, regelmässige Reihen 
gestellt; das Gesicht ist immer röthlich und die Stirnhöckerchen sind 
weit deutlicher; endlich zeigt sich die Naht stets einfärbig mit den 
Flügeldecken und die Pygidiumspitze stets röthlich. Von den 2 Vorher- 
gehenden unterscheidet ihn schon hinlänglich die weit geringere Grösse 
und die Punktreihen der Flügeldecken, von den folgenden ausser der 
stärkeren Wölbung und den über den Rücken reihigpunktirten Flügel- 

4* 


52 

decken, noch die gemeinschaftlich abgerundete Spitze der letzteren, 
die längeren Fühler und Hinterbeine, der längere Hinterschienendorn etc. 
— Länglicheiförmig, gewölbt, glänzend. Kopf ganz rostroth, nur die 
Oberlippe mehr oder weniger sehwärzlich; Halsschild röthlich, der 
Vorderrand sammt den Vorderecken bisweilen bräunlich, Schildchen 
rostroth; Flügeldecken blass röthlichgelbbraun ohne dunkleren Naht- 
saum; Brust und Bauch pechschwarz, bis auf das letzte Bauchsegment 
und die Pygidiumspitze, welche stets eine röthliche Färbung haben; 
Fühlerbasis und Beine röthlichgelbbraun, Hinterschenkel rostroth. 
Kielung kurz und etwas stumpfer, ‘Stirnhöckerchen lanzettförmig und 
deutlicher als bei L. Lycopi, vom äusserst fein granulirten Scheitel 
durch einen feinen Strich getrennt. Fühler wie bei L. Lycopi. Hals- 
schild kurz und glänzend, um mehr als die Hälfte breiter als lang, 
die Seiten wenig gerundet, mit mässig vorspringender Verdickung 
hinter den Vorderecken; es ist fein, hie und da etwas runzlich punk- 
tirt, mit glatten Zwischenräumen und schwach abgesetzter Seiten- 
schwiele. Die Flügeldecken an der Basis breiter als das Halsschild, 
mit mässig vorspringender Schulterbeule, erweitern sich bis auf zwei 
Drittel ihrer Länge und bilden ein rückwärts mehr erweitertes Oval; 
sie runden sich an der Spitze zusammen ab, mit wenig stumpfen 
Nahtwinkeln; sind stärker punktirt als das Halsschild und die Punkte 
sind auf der Vorderhälfte in ziemlich lange und regelmässige Reihen 
geordnet, gegen die Spitze hin verworren und feiner. Kerbstreifen am 
Seitenrande stark. Bauch glänzend, die ersten Segmente in der Mitte 
etwas runzlich und schwach, die letzten stärker punktirt. Beim © 
ist die Spitze stark unterwärts gebogen, beim @ (nach Foudras) 
das letzte Segment glatt, glänzend, ohne Eindruck. Geflügelt; bis- 
weilen sind die Flügel unentwickelt. Hinterschienendorn stark und 
ziemlich lang, 1. Vordertarsenglied beim Jg etwas erweitert. 

Im südlichen Frankreich von Foudras im Mai an sumpfigen 
Orten gesammelt. 

Es liegen mir 3 von Foudras selbst bestimmte Stücke (@) 
vor, an denen sich die obigen Merkmale finden; doch dürfte diese 
Art bei der ausserordentlichen Aehnlichkeit mit L. Lycopi Foud. 
noch weiteren Beobachtungen zu unterziehen sein. 

(Fortsetzung folgt.) 


53 


Ueber die neue neben Platyptilus ochrodactylus 


H.-S. einzureihende Art. 
Vom Hof-Gerichtsrath Dr. A. Rössler in Wiesbaden. 


Der Aufsatz des Herrn Mühlig S. 213 der Stettiner entom. 
Zeitschrift von 1863 veranlasst mich, auch das Meinige zur Aufklä- 
rung über die beiden, wie ich ebenfalls nicht zweifle, bisher unter 
ochrodactylus begriffenen Arten beizutragen. Am 3. Juni 1860 fand 
ich zwischen Waldgebüsch in den Herztrieben der Achillea ptarmica, 
der Bertramschafgarbe, Raupen, welche vom 23. Juni an eine Feder- 
motte ergaben, die mit Herrich-Schäffers Abbildung und meinen 
damit stimmenden gefangenen Exemplaren von ochrodactylus sich 
nicht vereinigen liess. Sie kamen der letzteren nur selten an Grösse 
gleich, waren mehr einfärbig rostgelb, während ochrod. H.-S. ocker- 
gelb ist, ohne die scharfen von Mühlig bei seinem dichrodactylus 
beschriebenen dunkelbraunen Flecken, und besonders dadurch von 
ochrodact. H.-S. abweichend, dass auf allen mit Rostfarbe bedeckten 
Stellen der Vorderflügel (bei ochrodactylus H.-S. allein am Vorder- 
rande) hellgelbe Schuppen in regelmässigen Zwischenräumen sich 
zeigen, wodurch sie einer durch einen stumpfen Hobel bestrichenen 
Holzfläche ähnlich werden. Auch die beiden dunklen Punkte vor dem 
Spalt der Vorderflügel fehlen entweder ganz oder sind nur schwach 
angedeutet. Uebrigens zeigen sich dieselben weissgelben Flecken auf 
den Oberflügeln wie bei ochrodactylus H.-S. Die Hinterflügel sind 
ebenfalls rostbraun, die Fransen der einzelnen Federn an der Wurzel 
lichtgelb, an ihrem Ende dunkler, doch auch hier in schwächerem 
Gegensatz als bei ochrodactylus H.-S., an welchem durch den stär- 
keren Gegensatz von Hellgelb und Braun die Fransen ein fleckiges 
Ansehen erhalten. Dem entsprechend ist die Spitze der Fransen an 
der letzten Feder von ochrod. H.-S. in der Mitte des Hinterrandes 
scharf dunkelbraun, während die Art aus Achillea hier nur eine 
schwache Verdunklung zeigt. Der wesentlichste Unterschied aber 
besteht, wie Herr Mühlig richtig bemerkt, in der Färbung der 
Hinterbeine. Bei allen 10 vor mir befindlichen Exemplaren sind die 
2 Endglieder ohne Spornen einfärbig gelbweiss, die 2 vorhergehenden 
gespornten einfärbig rostbraun mit weissen Spornen, nur gegen das 
Knie hin wird die Farbe allmälig heller. Dabei sind die Spitzen der 
Vorderflügel bei den kleineren erzogenen Exemplaren allerdings weniger 
gebogen, bei gefangenen Exemplaren aber ziemlich wie bei ochrod. 


54 


Aus Herrn Mühligs Angaben wird mir nun klar, dass er die 
Art, welche auch Kaltenbach aus Achillea ptarmica erzogen hat, 
mit diesem für ochrodactylus hält, und warum er sich wundert, wenn 
seine ihm neue Art in Wien für ochrodactylus H.-S. erklärt wurde; 
denn dazu gehört sie auch. 

Die Raupe von dichrodactylus Mühlig, also = ochrodactylus 
H.-S., fand ich 1861 in grosser Zahl den 20. Juli in den Herztrieben 
von Tanacetum vulgare und fing den Schmetterling an demselben 
Orte den 7. August, während die aus Achillea schon am 3. Juni flog. 
Die Raupen beider Arten sind einander sehr ähnlich und ich wollte 
desshalb mit einer Veröffentlichung warten, bis ich beide in Natur 
würde vergleichen können. Da Herr Kaltenbach die Raupe aus 
Achillea indessen schon in seinen Phytophagen beschrieben hat, so 
kann ich mich auf die Mittheilung dessen beschränken, was ich über 
ochrodactylus H.-S. = dichrodactylus Mühlig aufgezeichnet habe: 

Gestalt walzig, nach dem Ende mehr als nach dem Kopfe zu 
verdünnt, 16füssig, Grundfarbe Hehtgrün, auf dem Rücken meist (bei 
der andern Art nie) röthlich oder lila angeflogen ; Seitenstreif scharf 
und breit weiss; doch erst von dem auf die letzten Vorder- 
füsse folgenden Ringe beginnend, die Subdorsalen weiss, doch 
schwächer als die Seitenstreife, welche das breite grüne Rückenband 
begleiten. Kopf rundlich und wie die Füsse schwach braun angeflogen, 
Gebiss und die darunter befindlichen Fühlerspitzen braun, Puppe mit 
dem Kopf nach unten gerichtet, nach Art der Tagfalter mit einem 
Faden über den Rücken befestigt. Die Scheiden der Palpen und die 
Fussspitzen bilden am Kopfe und unterhalb der Flügelscheiden je 
zwei hervorragende Spitzen. Farbe grün, roth angeflogen, mit den 
weissen Streifen der Raupe. Auf den weisslichen Flügelscheiden bildet 
der Anflug der Rippen ein rothes Netz. 

Ochrodaetylus Hübn. 12, 13 kann auf beide Arten bezogen 
werden, da die Färbung der Hinterbeine nicht angegeben ist; die- 
selben erscheinen einfach gelb. 

Die neue Art ist also diejenige aus Achillea ptarmica und nicht 
die aus Tanacetum. Ich hatte sie 1860 mit Anspielung an den Namen 
Bertramschafgarbe zu Ehren eines Jugendfreundes Bertrami genannt 
und als solche. an Herrn Professor. Zeller zu Meseritz und nach 
Wien geschickt, auch von beiden Seiten her das Anerkenntniss ihrer 
Neuheit erhalten. 


ot 
ot 


Zur Beseitigung von Missverständnissen. 
Vor Dr. H. Schaum. 


Der Artikel des Hrn. Dr. Schiner „Principiis obsta“ (Wien. ent. Mtschr. 
Aug. 1863), der gegen den von verschiedenen Entomologen gemachten Vor- 
schlag gerichtet ist, ganz verfehlte und unbrauchbare Leistungen in der 
descriptiven Entomologie, wie es in anderen wissenschaftlichen Disciplinen 
selbstverständlich ist, völlig zu ignoriren, dieser Artikel scheint mir mehr 
durch einige Missverständnisse der bekämpften Thesis, als durch einen 
prineipiellen Gegensatz der Ansichten veranlasst zu sein. In dieser Voraus- 
setzung: gestatte ich mir eine kurze Erwiederung; bei einem principiellen 
Gegensatze der Meinungen würde ich auf eine weitere Discussion verzichten, 
da, wie die tägliche Erfahrung auf dem Gebiete der Politik und Religion 
lehrt, die Discussion in einem solchen Falle völlig unnütz und resultatlos ist, 
und nur zu einer Verschärfung der Gegensätze und persönlichen Erbitterung 
zu führen pflegt. Dass es sich um Missverständnisse handelt, scheint mir aus der 
Fassung: hervorzugehen, die Dr. Schiner dem Grundsatze, den er bekämpft, 
gibt. Diese lautet nämlich so: 

„Publicationen gewisser Entomologen schon von vornherein 
zu ienoriren und als null und nichtig zu erklären.“ 

Mit dem Worte von vorneherein hat Dr. Schiner den oanzen 
Vorschlag alterirt. Nicht von vorneherein, ehe wir die Leistungen 
lernen, sondern hinterdrein, nachdem bestimmte Publicationen als grund- 
schlecht und ganz unbrauchbar nachgewiesen sind, ist der wesentlich retro- 
spective Vorschlag, derartige Publicationen zu ignoriren, gemacht worden. 
Herr Dr. Schiner räumt selbst ein, dass man im einzelnen Falle vollkommen 
Recht haben könne, Arbeiten eines Autors nicht zu berücksichtigen („Roger 
hat vollkommen Recht, wenn er die Nichtberücksichtigung der Walker’schen 
Formieinen-Beschreibungen begründet“), er fügt aber weiter hinzu, dass 
alle Jene im grossen Unrechte sind, die Walker’s Arbeiten überhaupt 
verwerfen wollen. 

Wenn nun aber, wie dies geschehen ist, von jeder einzelnen Leistung 
eines Autors öffentlich erklärt und nachgewiesen ist, dass sie in die Categorie 
der völlig unbrauchbaren gehört (in Bezug auf Walker’s Leistungen für 
die Hemipteren durch Stäl und Signoret, für die Coleopteren durch mich 
(Berl. Zeitschr. 1863 p. 220), für die Formiciden durch Roger, für die 
Lepidopteren durch Lederer), wie kann man denn da noch einen Gegen- 
satz von einzelnen Fällen und von Ueberhaupt aufstellen? Bilden denn nicht 
die einzelnen Fälle zusammen alle Fälle? 

Ein anderes Missverständniss muss ich darin erblicken, wenn Dr. 
Schiner glaubt, dass der Vorschlag gegen Publicationen gerichtet ist, „die 
in ihrer Form vielleicht unvollständig und ungenügend sich darstellen“ 
(S- 282). Wir haben ja ausdrücklich erklärt und nachgewiesen, dass es sich 
gerade nicht um die Form, sondern um das Thatsächliche der Publicationen 


96 
handelt, um Publicationen, „die in Wahrheit gar keine Diagnosen und Be- 
schreibungen sind, sondern nur eben die äussere Form derselben affectiren 
(Berl. Zeitsch. 1863 p. 221).* Wenn daher Dr. Schiner uns vorhält, dass 
es sich „in der descriptiven Entomologie immer um Thatsachen handelt, die 
nie und nirgends ignorirt werden dürfen“, so steht das nicht im Wider- 
spruche, nein, völlig im Einklange mit unserer Ansicht. Es sind eben keine 
Thatsachen in derartigen Publicationen enthalten, sondern nichtssagende 
Worte und oft genug falsche Angaben. Die blosse Aufstellung einer neuen 
Art ist allerdings eine historische Thatsache, aber noch keine naturwissen- 
schaftliche. Das ist nur dann, wenn die Art nicht blos wirklich neu, son- 
dern wenn sie auch wirklich charakterisirt und von den Verwandten unter- 
schieden wird. Weil die mit Pseudodiagnosen als neu aufgestellten Arten 
und Gattungen in der Regel nicht neu, und weil sie in allen Fällen 
nicht charakterisirt und unterschieden und daher auch nicht mit einiger 
Sicherheit zu erkennen sind, desshalb kann man von Thatsachen im natur- 
wissenschaftlichen Sinne hier, meiner Meinung nach, nicht sprechen. 

Die „fast animose Opposition gegen Herrn v. Motschulsky“*, die 
Herr Dr. Schiner nicht begreift, beruht einestheils darauf, dass M. sehr. 
viel bekannte Arten und Gattungen als neu aufstellt”), wobei er seine 
Angaben fast nie mit Rücksicht auf die vorhandenen Vorarbeiten verfasst, 
dass er also selbst, bei Aufstellung seiner Arten, seine Vorgänger zwar nicht 
aus irgend einem principiellen Grunde, aber faktisch ignorirt und dies 
selbst dann thut, wenn sie ausgezeichnete Monographien geliefert haben **); 
anderentheils beruht sie darauf, dass er eine unermessliche Menge schlechter 
Species nach eingebildeten oder unwesentlichen Unterschieden — also nicht 
auf wirkliche Thatsachen gestützt, errichtet hat. Glaubt z. B. irgend 
ein österreichischer Entomolog, dass M. wirklich sieben neue Anophthalmen 
aus den Krainer Höhlen besitzt, die kein Anderer kennt? Und wie sollen 
diese Arten denn etwa ermittelt werden, da man ja gar nicht wissen kann, 
was von den Angaben falsch oder richtig ist? Etwa durch Untersuchung 
der Typen? Aber welcher competente Entomolog hat denn Gelegenheit diese 
anzustellen? Und wer mag denn bei der notorischen Unwahrhaftigkeitides 
Herrn v. M. in wissenschaftlicher Polemik ***) sich mit einer Beurtheilung 


*) Ich habe z. B. in der Berl. Zeitschr. 1863 p. 217 not. 3 nachge- 
wiesen, dass M. bloss während der letzten Jahre sieben bekannte und ganz 
genau charakterisirte Gattungen bloss in der Familie der Carabieinen als 
neu aufge tell hat. 

*=), 2. B. die Arbeiten von Burmeister und Westwood bei der 
Be chuelblus; Japanischer Cetonien. 

*) Den anderen für diesen Ausspruch früher beisebrachten Belegen 
möge sich hier der fol@ende anschliessen. Ich hatte 1857 in den Ins. Deutsch- 
lands S. 27% die Gattung Dlechrus Motsch. (auf Bull. de Mosc. 1848 5. 543, 
wo sie aufgestellt war, verweisend) angenommen, aber bemerkt, dass sie 
falsch charakterisirt sei, weil Bl. ylabratus der Typus der Gattung, die von 
M. ihr beigelegten Charaktere nicht, sondern gerade die entgegengesetzten 
besitze. In den Etud. entom. 1862 wird in Bezug hierauf gesagt: „Mr. Schaum 


3% 


des Werthes dieser Arten befassen? Obwohl nun fast in allen Fällen, nicht 
etwa bloss in einzelnen, die Publicationen des Herrn v.M. als ungenügend *) 
und unbrauchbar von denjenigen nachgewiesen sind, die sich eingehender 
mit den einzelnen beschäftigt haben (v. Kiesenwetter Berl. Zeitschr. II. 
183). obwohl man fast in allen Fällen sich irrt, wenn man eine Aıt M’s 
nach seinen Angaben zu erkennen glaubt“) und dann geschmäht wird; 
trotzdem sollen wir noch immer unsere Zeit auf das Studium von Publica- 
tionen verwenden, die möglicherweise auf 10 falsche und ungenügende 
Pseudobeschreibungen eine erkennbare enthalten, deren wichtige Deutung 
aber immer noch nachzuweisen wäre? 

Wenn Dr. Schiner es für die „Pflicht eines gewissenhaften“ 
Entomologen hält, Nichts zu ignoriren, und „fruchtlos ganze Folianten 
durchzublättern“ (? nein durchzuarbeiten ***), so kaun ich ihm darin nicht 
beipflichten, und halte es vielmehr bei der geringen Zahl tüchtiger Arbeits- 
kraft in unserer Diseiplin für die Pflicht eines gewissenhaften Entomologen, 
nicht sowohl Augiasställe auszuräumen, als durch gute Beobachtungen und 
Feststellung wirklicher Thatsachen die Wissenschaft zu fördern. Das erstere 
kann nur auf Kosten des letzteren geschehen, denn man veıbraucht mehr 
Zeit, um neue falsche Angaben zu widerlegen oder ungenügende zu ergänzen 
und sich etwa von der Richtigkeit einer 10. zu überzeugen, als 20 richtige 
zu machen. 

Würde Dr. Schiner auf dem speciellen Felde seiner Thätigkeit, bei 
den Dipteren sich mit Arbeiten der besprochenen Categorie zu befassen 
haben, was vielleicht desshalb weniger der Fall ist, weil Dilettanten und 
Händler nicht gerade ihre Vorliebe den Dipteren zuwenden, so würde er 
wahrscheinlich, ebenso wie Lederer bei den Lepidopteren, wie überhaupt 
Jeder bei der Bearbeitung einer bestimmten Gruppe, durch die Resultat- 
losigkeit seiner Bemühungen sich gezwungen sehen, das in Praxi zu 
thun, was er in der Theorie zu bekämpfen scheint. Auch vermag ich aus 
den Dipteren der Fauna austriaca nicht zu ersehen, dass ihr Verfasser von 


a fausse la description de mon genre Dlechrus en y faisant entrer le Dr. 
glabratus. Wie hat man eine solche Aeusserung zu qualificiren, wenn, wie 
es der Fall, M. im Bull. d. Mosc. 1848 (a. a. O.) als erste Art der Gattung 
gerade den Dr. glabratus auffülırt? 

*) Dr. Schiner führt als Beweis, dass M’s Beschreibungen nicht 
immer ungenügend seien, den Umstand an, dass der Cat. Col. “Eur. Mot- 
schulsk y’sche Gattungen und Arten in Menge enthält. Ich glaube, er 
enthält kaum ein halbes Dutzend, und diese sind desshalb aufgenommen, 
weil sie nachträglich von anderen Autoren, die M’s Namen kannten und 
beibehieiten, kenntlich gemacht sind. 

**) Cf. Ann. d. ]. soc. entom. 1859. Bull., wo M. selbst nachweist, 
dass Reiche, Peyron und Andere, jede seiner Arten, die sie zu erkennen 
glaubten. falsch gedeutet haben. 

**) Und da soll es nicht erlaubt sein, über Wortnergeleien zu jam- 
mern? Wie kann man ein Buch wohl „durcharbeiten“, ohne es „durchzu- 
blättern“? Ist es denkbar, dass Dr. Schiner unter dem „Durchblättern etwas 
Anderes verstand, als eben ein „Durcharbeiten“? Lederer. 


58 


Walker's Dipteris britannieis andere Theile als die von Haliday beige- 
steuerten Dolichopoden, von Walker’s vielbändigen Catalogen der Dipteren 
des britischen Museum aber überhaupt irgend einen Theil für seine Arbeit 
verwerthet hätte. 


Zu Nachaerites subterraneus. 


Die Taster von Machaerites sind von mir noch einmal untersucht, und 
meine von Herrn Schaufuss auf p. 329 des vorjähr. Bandes abgedruckten 
und von ihm bestrittenen Angaben richtig befunden woiden *). 

Dr. G. Kraatz. 


Bücher-Anzeigen. 
Von Jul. Lederer. 


Stettiner Entomol. Zeitung. 1863. 4. Quartal. 

Philippi Dr. R. A. (p. 337). Metamorphose von Castnia. (Castnia 
Eudesmia; die Raupe in den Stingeln der Pourretia coarctata.) 

HeydenC. v. (p. 341). Fragmente aus meinen entomologischen Tage- 
büchern. (Botys rubiginalis; auf Betonica offiinalis. Teras Parisiana an 
Ulmen. Tinea fenestratella n. sp.. Enicostoma lobella an Schlehen. Gelechia 
rhenanella n. sp. an Convolvulus sepium. Anchinia grisescens an Daphne 
alpina. Ornie Pfaffenzelleri an Cotoneaster vulgaris. Coleophora caspicuella 
an Centaurea scabiosa. Ohrysoclysta Schrankella an Epilobium parviflorum. 
Cemiostoma Wailesella in den Blättern von Genista tinctora.) Ein Anhang 
gibt Hrn. v. Heyden Gelegenheit zu einer „Berichtigung“. Heır v. Heyden 
sagt: Die Acidalia Deckeraria Lederer soll nicht nach Joh. Jos. Becker 
in Paris, sondern nach Alexander Becker in Sarepta benannt sein. 
Namengeber sollten doch stets bemerken, welche Person sie durch Beilegen 


*) Unter dem Microscope zeigen sich Glied 1 u. 2 der Taster des Machaer. 
subterraneus vollkommen cylindrisch rund, ringsum mit feinen, ziemlich weit 
von einander abstehenden, nirgends Reihen bildenden Körnchen belegt. Ich 
habe 3 Exemplare von allen Seiten betrachtet und könnte mich weiters noch 
auf zwei hiesige coleopterologische Autoritäten berufen, die in den leidigen 
Streit hinein zu ziehen mir aber überflüssig erscheint. 

Es bleibt nun Herrn Dr. Kraatz überlassen, den Nachweis zu führen, 
dass diese Taster „ausgehöhlt“ sind. Aus Herrn Schaufuss etwas unklaier 
Fassung‘ scheint mir hervor zu gehen, dass er eben die Existenz einer Aus- 
höhlung bestreiten und darthun will, wie diese Körnchen nur in Folge 
einer Täuschung, etwa wie die Unebenheiteu einer Walze an der dem Lichte 
zugewendeten Stelle, sich als eine Längsreihe von „Randzähnen“ oder „Kerb- 
zähnen“ präsentiren; eine Täuschung, die um so leichter möglich war, als 
die Beobachtung der Taster blos mit der Loupe erfolgte. Lederer. 


99 


des Namens haben beehren wollen; ältere Schriftsteller haben dies gewöhnlich 
gethan. Auf p. 258 meiner Beschreibung ist eben zu lesen: Zwei Stücke 
erhielt Herr Parreyss als Beckeraria aus Sarepta; wer den Namen gab, 
weiss ich nicht. Möge mir also Herr v.Heyden doch erklären, wie ich dazu 
komme, seine unmuthige Bemerkung an mich adressirt zu sehen? 

Dohrn Anton (p. 347). Neue Heteroptera. (Seutellaria holosericea 
aus Java; Tetrarthria 5-maeculata von den Philippinen; Tetr. callideoides von 
Batchian; Catacanthus sumptuosus von den Aru-Inseln; Tessaratoma longi- 
cornis von den Philippinen; Tess. angyularis von Sumatra; Pygoplatys? Tho- 
reyi von den Philippinen; Eusthenes elephas von Java; Carposa (n. g.) 
Funesta von Cambodja; Pycanum imperiale von den Philippinen. 

Prittwitz v. (p. 353). Synonymische und geographische Glossen zu 
Morris Catalog der beschriebenen Falter Nordamerika’s. 

Elditt H.L. (p. 366). Ueber Myrrmecophila acervorum (für Preussen neu) - 

Dohrn C. A. (p. 368). Athous rhombeus bei Stettin gefangen. 

Hagen Dr. H. (p. 369). Abbots Handzeichnungen im brit. Museum 
und die Neuroptera Georgiens. 

Dohrn C. A. (p. 378). Anzeige von Lucordaires: Genera des Coleop- 
teres. Tom VI. Carculionides. 

Prittwitz v. (p. 387). Register zu den Tagfalterraupen von Hüb- 
ner, Duponchel, Boisduval, Freyer. 

Dohrn Anton (p. 394). Hemipterologische Miscellaneen. 

Assmuss Dr. Ed. (p. 396). Beiträge zur Biologie der Insekten. (Von 
den Schmetterlingen die meisten Arten ohnehin längst bekannt und beschrieben.) 

Gerstäcker A.(p. 408). Scepastus pachyrrhamchoides und Phylloseyrtus 
vittatus, zwei käferähnliche Gryllengattungen; erstere von Luzon, letztere 
aus brit. Guyana. 

Dohrn C. A. (p. 436). Vereinsangelegenheiten. 


16. Bericht des naturh. Vereines zu Augsburg. Veröffentlicht 1863. 


May, Professor (p. 129). Die Raubwespen um Dillingen. 
Derselbe (p. 131). Zhynchota heteroptera aus Dillingen. 


Jahresbericht der naturf. Gesellschaft 6raubündtens. Neue Folge. 
VII. Jahrgang. (Vereinsjahr 1862 — 63.) 

Heyden L. v. (p. 1). Beitrag zur Coleopteren-Fauna des Ober-Enga- 
dins; insbesondere der Umgegend von St. Moritz. 


Verhandlungen und Mittheilungen des siebenbürgischen Vereins für 
Naturwissenschaften. 1863. Nr. 1—6. (7—12 sind uns noch nicht zu- 
gegangen. 1862 Nr. 1—6 sind p. 90 des vorigen Bandes angezeigt; 
Nr. 7—12 enthalten nichts Entomologisches.) 


Nr. 3. und 4 enthalten auf pag. 50 und 67 Berichtigungen uıd Bei- 
träge zur siebenbürgischen Käferfauna von Carl Fuss. 


60 


Linnaea entomologica. 15. Band. Leipzig 1863. 


Frey H., Prof. (p. 1). Das Tineengeschlecht Ornix. (18 europ. Arten, 
neu: petiolella von Frankfurt am Main.) 

Dohrn Anton (p. 42). Beiträge zur Monographie der Emesina und 
(p. 64) Nachträge dazu. 

Suffrian Dr. (p. 77). Zur Kenntniss der südamerik. Cryptocephalen. 


Beitrag zur Käfer-Fauna der Insel Jesse. Erste Lieferung. Cicin- 
delitae et Carabici. - Petersburg 1863. (Separatabdruck aus den 
Memoires de l’Ac. Imp. des Sciences de St. Petersbourg. VII. Serie. 
Toın VI. Nr. 3.) 


Der Verfasser zählt 60 Arten auf, die er alle beschreibt und mit vielen 
kritischen Notizen begleitet. Neu sind: Omophron aequalis, Cychrus convexus, 
Carabus Maximowiezi, Scarites aterrimus, Clivina humilis, Pherosophus 
jessoensis, Pentoplogenius (n. g. der Lebiaden) exiguus, Lebia fusca, Amara 
simplieidens, Trichotichnus (n. g. der Harpaliden) longitarsus, Anisod. tri- 
cuspidatus, Harpalus lucidus. 


Description de nouvelles especes de Lepidopteres de la collection 
de l’Academie imper. des Sciences. Par E. Menetries. III. et der- 
niere partie. Avec 4 planches. Petersburg 1863. 


Manuscript und Tafeln haben sich in Menetries Nachlasse fertig vorgefun- 
den und die Herausgabe wurde unverändert durch Dr. A. Morawitz besorgt, 
der in der Vorrede selbst einige Fehler corrigirt und z. B. Agrotis corti- 
coides für corticea, Xanthodes Morawitzii für Calamia phragmitidis erklärt. 

Die neuen oder sonst abgebildeten Arten sind; Erebia Pawlowskyi aus 
Sibirien; Attacus Hopferi Felder aus Brasilien; Chelonia interrogationis 
aus Sibirien (wohl heb. Var.). Ch. caja V, aus Petersburg; Ch. liturata 
aus Sibirien; Hyperchiria modesia aus Holl. Guyana; Hygrochroa fenestrata 
aus Bahia; Lophopteryx® Sieversii aus Peterburg; Microdonta unicolora eben 
daher (= bicolora Var.); Carad. Menetriesi eben daher (Abbildung ganz 
unkenntlich); Plusia Bartholomaei aus Lenkoran (= jota Var.); Catocala 
adultera aus Petersburg (ich habe auch ein Stück aus Californien) ; Cat. oblite- 
rata aus Japan; Aziopoena Karelini aus Turcomanien. Auf der letzten Tafel 
sind noch die Raupen von Maer. croatica ,„ Lithosia unita, Arctia spectabilis, 
Simyra dentinosa und nervosa Var. argentacea, Eoyena Contaminei, Peri- 
cyma albidens abgebildet; der Text dazu fehlt aber. 


Boston Journal of Natural History. Vol. VII. Nr. 2 (1861) und 
Nr. 3 (1862). (Nr. 1 enthält nichts Entomologisches. ) 

Norton Edw. (p. 236). On the Hymenoptera of the genus Allantus 
in the United States (46 Arten, mehrere neu). 

Scudder Sam. H. (p. 409). Materials for a Monograph of the North 
American Orthoptera, including a Catalogue of the known New England 


61 
species. (115 Arten, wovon mehrere neu; alle beschrieben, für einige auch 
neue Gattungen errichtet.) 


Bulletin de la Societe entom. de Moscou. 1863. Nr. 2. 


Motschulsky V.v. (p. 421). Essai d’un catalogue des Insectes de 
lile Ceylon. (Fortsetzung von 1861 p. 95.) 


The Transactions of the Entomological Society of London. Vol. 1. 
1862-—63. Part. 3—7. (Ueber P. 1 u.2 siehe p. 327 unseres vorigen 
Jahrganges.) 

Wollaston V. (p. 209). On the Ptinidae of the Canary Islands, 
(Schluss.) Dazu Tafel 8. 

Desvignes Thom. (p. 215). Descriptions of new species of the genus 
Bassus (12 Arten). 

Stainton H. T. (p. 223). On the Synonymy of Laverna Langiella. 

Desvignes Th. (p. 226). Ephialtes facialis und albieinctus n. sp. 
aus England. 

Waterhouse G. R. (p. 227). Note on Strongylorhinus and Atelicus- 
(At. inaequalis und ferrugineus n. sp. aus Australien.) 

M’Lachlan R. (p. 232). Deseriptions of the british species of Steno- 
phylax. Dazu Tafel 9. 

Waterhouse (p. 241). Descriptions of the british species of Gyrophaena. 

Walker Francis (p. 253). Characters of undescribed Lepidoptera in 
the collection of A. Fry. (13 Arten Spinner und Eulen, von Fry bei Rio 
de Janeiro gesammelt.) 

Derselbe (p. 263). Characters of undescribed Lepidoptera in the col- 
lection of W. W. Saunders. (1 Sphingide, 28 Bombyciden.) 

Trimen Roland (p. 279 und 328). New species of South African 
Butterflies (22 Arten). 

Stainton H. T. (p. 291). Nine exotic species of the genus Gracilaria. 
(Alle neu, aus Australien und Calcutta und auf Taf. 10 abgebildet.) 

M’Lachlan (p. 301). Characters of Exotic Trichoptera (13 Arten,) 

Walker Francis (p. 311). Phornacisa (n. g. der Glottuliden Guen.) 
Piffardi n. sp.; von Piffard ein Weibchen an einem Zaune bei Halifax 
in Neu-Schottland gefangen. 

Moore F. (P. 313). On the asiatic Silk-produeing Moths. 

Schaum Dr. H. (p. 323). On tlıe restoration of obsolete names in 
Entomology. 

Waterhouse (p. 329). Upon the Nomenclature in the catalogue of 
british Coleoptera. 

Lubbok John (p. 338). On the development of Lonchoptera. Dazu 
Tafel 11. 

Walker F:. (p. 345). Notes on Chalcidites and characters ofundescribed 
species. 


62 


Smith Fred. (p. 407). Lists of species of Cryptoceridae and Echinopla. 
Dazu Tafel 12 und 13. 

Clark H. (p. 417). Descriptions of new East-Asiatic species of Halip- 
lidae and Hydroporidae (19 Arten.) 

Westwood J. O. (p. 429). Descriptions of some new exotic species 
of Lucanidae. (6 Arten, dazu Taf. 14— 16). 

Waterhouse G. R. (p. 438). Note upon certain british species of 
the genus Quedius. 

Sidney Parry, Major F. J. (p. 442). Remarks upon Mr. James Thom- 
son’s Catalogue of Lucanidae. 

Derselbe (p. 453). On Lucanus lama Ol. and its synonymy. 

Saunders W. W. On the species of Catascopus found by Mr. 
Wallace in the Malay Peninsular and Eeast-Indian Islands. (1% Arten, dazu 
Tafel 17 und 18.) 

Smith F. (p. #70). On Ants of Equatorial Africa. 

Waterhouse (p. 474). Notes on Omalium riparium, Homal. laevana, 
dilaticornis and nigritula. 

Kirby W.F. (p. 481). On the geographical distribution of european 
Rhopalocera. 

M’Lachlan (p. 493). Anisocentropus (n. g.) illustris n. sp. (Trichop- 
teride von Neu-Guinea. Dazu Tafel 19). 

Smith T. (p- 497). Descriptions of Brazilian Honey-Bees. (16 Arten, 
dazu Tafel 20.) 

Westwood J. O. (p. 513). Doreus Howittanus und .D. carbonarius 
n. sp. aus Australien, auf Tafel 20 abgebildet. 

Hewitson W. C. (p. 517). Papilio Dirchalliü aus Neu-Granada und 
Morpho Alexandra ohne Vaterlandsangabe. 

Trimen Rol. (p. 519). Anthocharis Regina, Phaenon, Eosphorus und 
Pais pulchra, % neue Arten aus Südafrica. 

Pascoe Francis P. (p. 526). Notes on the Australian Longicornia. 
(59 Arten, dazu Tafel 22 und 23.) 
Stäl Dr. Car. (p. 571). Hemipterorum exoticorum generum et spe- 
cierum nonnullarum novarum descriptiones (35 Arten). 

Im Journale der Gesellschaft (p. 65) befinden sich noch allerlei kleinere 
entomologische Mittheilungen. 


Proceedings of the Academy of Natural Sciences of Philadelphia. 
Nr. 5—12. April bis Dec. 1862. Philadelphia 1862. (Jänner bis April 
haben wir bereits auf p. 93 dieses Bandes angezeigt.) 


Edwards H. (p. 221). Descriptions of certain species of Diurnal Lepi- 
doptera, found within the limits of the United States and of British America. 
Nr. 3. (Argynnis Nokomis, Grapta Faunus, Thecla californica, viridis, afjınis, 
Lycaena Bahrii, Pembina,Shasta, Scudderi, Parnassius Smintheus Doubled., 
Limenitis Eulalia Doubled.) 


63 
Grote Aug. R. (p. 359). Additions to the nomenclature of North- 
American Lepidoptera. (Es ist für Platyptery® rosea Walker die Gattung 
Dryopteris errichtet; vide auch Proc. der Entom. Society von Philadelphia 
pag. 345.) hide 
Walsh Benj. D. (p. 361). List of the Pseudo - Neuroptera of Illinois, 
with desceriptions of over forty new species and notes on their structural 
affinities. 


Proceedings of the Entomological Society of Philadelphia. 1862. 
Mai bis Dec. (Nr. 7—9). 1863 Jänner, Februar (Nr. 10, womit der 
1. Band geschlossen.) Ueber 1862 Jänner bis April sehe man p. 94 
unseres vorjähr. Bandes. Nr. 7—10 enthalten: 


Fay H.T. (p. 94). On Winter Collecting. (Eine Aufzählung von ver- 
schiedenen, in Nordamerica in den Wintermonaten vorkommenden Käfern.) 

Norton Edw. (p. 198). A description of several new Hymenoptera. 
(Tenthredo californicus, Fenusa curla, Orcaesus latitarsus, Lyda abdominalis 
fasciata, Ibalia ensiger.) 

Derselbe (p. 201). On the synonym of Cimbex americana. 

Cresson E. T. (p. 203, 227 und 316). A catalogue of the described 
species of several families of Hymenoptera inhabiting North-America. 

Buckley 8. B. (p. 212). Termes cinereus und tubiformans n. sp. aus 
Texas. 

Grote Aug. R. (p. 248). Additions to the Catalogue of U. S. Lepi- 
doptera. (M. plecta L. und pinastris L.; Heliothis umbrosus n. sp. von Long 
Island. nach p. 347 = unserer armigera.) 

Edwards Wm.H. (p. 221). Description of certain species of Diurnal 
Lepidoptera found within the United States, figured ın Doubleday’s gener& 
but undescribed. (Argynnis Astarte, Melitaea, Anicia, Mel. Chalcedon, Ti- 
inetes Coresia.) 

Osten-Sacken Bar. (p. 241). On the Cynipidae of the North-Ame- 
rican Oaks and their Galls. (Zusätze zu 1861 p. 47.) 

Bland James H. B. (p. 267). Descriptions of several supposed new 
species of Cerambycidae. (Monilema laevigatum aus Kansas, Mon-subrugo- 
sum aus Unter-Californien, Desmocerus elongatus aus Virginien, Towotus 
irivittatus aus Philadelphia, Gaurotes abdominalis aus Virginien, Eburia? 
Ulkei aus Unter -Californien, EZriphus Pearsalli aus Nebrasca, Crossidius 
pulchrior von Missuri, Clytus araneiformis aus Philadelphia, Callidium ? 
albofasciatum aus Pennsylvanien, Callid. semicircularis aus Philadelphia, 
Purpuricenus humeralis eben daher.) 

Ridings James (p. 277). Aegeria? 5-caudata n. sp. aus Virginien 
und Pap. Daunus Boisd. aus Kansas. 

Lintner J. A. (p. 236). Metamorphoses of Caratomia quadricornis. 
(Mit Ulimus americana vom Ei erzogen.) 


Walsh Benj. D. (p. 294). On the genera of Aphidae found in the 
United States. (Formica aphidicola n. sp. und Formica latipes n. sp.) 

Grote Aug. R. (p. 345). Additions to the Catalogue of the U. S. 
Lepidoptera Nr. 2. Dazu Taf. 3. (Crocota opella, Panopoda COressonii, Acid. 
persimilata. Weiters wird für Platypt. rosea Walker die Gattung Dryop- 
teris errichtet, die auf p. 219 beschriebene AHelioth. umbrosus für armigera 
L. erklärt.) 

Walsh Benj. D. (p. 349). Observations on P. Glaucus and P. Turnus. 

Bland James H. B. (p. 353). Description of a few supposed new 
species of North-American Coleoptera. (Cychrus Ridingsii, Oyelocephala 
lurida, Corymbetes fulvipes, nebrascensis, Cymatodera puncticollis, Orthopleura 
texana.) 

Norton Edw. (p. 357). Catalogue of our species of Ophion, Anomalon, 
Paniscus aud Campoplex. (Dabei mehrere neue Arten beschrieben.) 

Osten-Sacken (p. 368). Lasioptera reared from a gall on the 
golden-rod. (Las. solidaginis n. sp.) 

Couper Will. (p. 370). Importance of Insects Architecture to Entomo- 
logists. — Remarks on Tent-building Ants. 


Proceedings of the Boston Society of Natural History. Vol. VII. 
1861 to 1862. Boston 1862. 


Sceudder Sam. H. (p. 6). On the genus Rhaphidophora Serv. (Dabei 
4 neue amer. Arten: Zeh. suhterranea, stygia, Agassizii, wanthostoma.) 

Norton Edw. (p. 151). Catalogue of several genera to the Tenthre- 
dinidae in the United States. (Dabei mehrere neue Arten.) 

Scudder Sam. H. (p. 178). Notice of some North-American species 
of Pieris. (7 Arten; neu: P. frigida, venosa, marginalis, pallida, tau.) 

Norton Edw. (p. 219). Notice of the genus Selandria. (12 Arten; neu: 
S. tiliae, rudis, rufula, fumipennis, fHavipes.) 


62 


Derselbe (p. 223). Description ofseveral of Harris’s named Tenthredinae- 

Vom 9. Bande liegen uns vorläufig p. 1—176 vor; darin ein 
Aufsatz von: 

Scudder Sam. H. (p. 103). On the genus Colias in North-America- 
Dabei werden nach den bekanntlich sehr veränderlichen Ausschnitten der 
Randbinde der Vorderflügel des Männchens 3 neue Arten: Ü. labradoriensis, 
interior und occidentalis aufgestellt, alle wohl = Pelidne B. 

Norton Edw. (p. 116). Catalogue of American species of Tenthredo, 
as arranged by Hartig. 

Le Conte John L. (p. 521). Synopsis of the speveies of Colymbetes 
inhabiting America, north of Mexico. (23 Arten.) 

Derselbe (p. 523). Note on the species of Brachinus inhabiting the 
United States. (22 Arten.) 


Verantwortl. Redacteure u. Herausgeber: Julius Lederer und Ludwig Miller. 
Gedruckt beikarl Veberreuter, Alserstrasse Nr. 24. 


WIENER 
Entomoloeische Monatschrilt. 


Redaction und Expedition: in Commission bei 
Landstrasse, Gärtnergasse Nr. 20. Carl Gerold’s Sohn, Stadt Nr. 625. 
Nr. 3. VIII. Band. März 1864. 


Neuere Entdeckungen in europäischen Hemipteren. 
Von 
Dr. F. X. Fieber, zu Chrudim in Böhmen. 


A. Gattungen *). 
Hiezu Tafel 1 und 2%. 


In den Rhynchoten Lievlands, Bd. 1, pag. 670 beschreibt Dr. 
Flor das Männchen einer neuen Anthocoride als Xylocoris crassipes, 
welche auch Herr Mink um Crefeld in einem weiblichen Exemplare 
entdeckte. Diese Art ähnelt dem Xylocoris ater und mehr noch wegen 
der Färbung der Halbdecken dem Piezosthetus bicolor Scholtz, welcher 
Jedoch den Flügelzellhaken hat, sich durch andere Gliederungsver- 
hältnisse des Schnabels, dann durch nur eine Rippe an der Zell- 
ecke der Membran, durch anderen Brustbau und unbewehrte Vorder- 
schenkel unterscheidet. 

Wie bei Xylocoris ater ist auch bei X. crassipes der Kopf 
gestreckt, das Pronotum trapezförmig, vorn schmäler; der Hinterrand 
ausgeschweift und doppelt so breit als in der Mitte lang, sehr flach 
gewölbt. Fühlerglied 2 stabförmig allmälig nach oben dicker, Glied 3 
fadig, 4 spindelig keulig. Der Flügelzellhaken fehlt. Membran mit 
vier Rippen durchzogen. 

Durch nachstehende Kennzeichen unterscheidet sich jedoch Xylo- 
coris crassipes als Gattung: 


*) Die Beschreibung der „neuen Arten“ folgt nächstens. 


Wiener entomol. Monatschr. VII. Ba. 5 


66 


I. Scoloposcelis Fieb. Taf. 1. I. 
(ondAoy, Stift; ox&rog, Schenkel.) 


Vorder- und Hinterschenkel breit, zusammengedrückt, oben 
hoch gewölbt, die vorderen an der unteren inneren Kante mit acht 
bis neun nach hinten kleineren, die äussere Kante mit vier grösseren 
Stiften bis hinter die Mitte bewehrt *). Hinterschenkel mit den vor- 
deren gleich geformt, etwas länger und unbewehrt. Schnabelscheide 
auf die Mitte der Mittelbrust reichend, das Wurzelglied bis fast 
unter die Augen reichend, etwa 2/ von Glied 2. Hinterbrust in rechtem 
Winkel vorstehend, gewölbt. 

Pronotum: Vorderhälfte sehr flach gewölbt, die Wölbung an den 
Seiten zur Schulter merklich fortsetzend, die Mitte der Hinterhälfte 
niedergedrückt, auf der Vorderhälfte beim Mann eine sehr seichte 
kurze Mittelfurche, beim Weibe drei Grübchen in einem nach hinten 
spitzen Dreieck statt der Furche. Mittelbrust sehr flach gewölbt, mit, 
besonders beim Weibe deutlicher ganzer Mittelrinne aus der Spitze 
vorn, am Hinterrand gerade und eingekerbt. Grund der ersten Bauch- 
schiene spitz vorstehend. Fühlerwurzel mit dem Kopfende gleich. 
Embolium schmal nach hinten erweitert und gestutzt; das lederartige 
Cuneus-förmige Eckstück des Corium parallelseitig, hinten spitz 
fünfeckig. 

Die einzige Art dieser Gattung ist: 

Scoloposcelis crassipes Flor. Kopf, das hinten fein querrunzelige 
Pronotum, Schild und der Körper schwarz, glänzend, Schenkel pech- 
braun, ihr Ende und die Fussglieder schmutzig gelblichweiss. Schenkel 
und Schienbeine wie der Hinterleib sehr fein zerstreut gelblich behaart. 
Schnabelscheide pechbraun. Ende von Glied 2 und Glied 3 ganz 
weissgelblich. Halbdecken beim Manne schwärzlich-graugelb, beim 
Weibe schmutzigweiss. Embolium und das lederartige Eckstück 
schmutzig rostroth oder zimmtbraun. Rippe der Grundzelle in der 
leicht getrübten Membran braun. Fühler schmutziggelb, das Wurzel- 
glied braun. Beim Manne Glied 2 pechbraun, oben gelblich. Schien- 
beine schwärzlich, die Endhälfte schmutziggelblich. Beim Weibe Fühler- 
glied 2, 3,.4 und die Schienbeine schmutzig gelblich. 


A 


Jg. 9. 1% Lin. In Lievland (Flor.), in Westphalen (Mink). 


*) Diese Bewehrung der Vorderschenkel hat Flor ganz übergangen; 
vielleicht ist sie nach seiner Ansicht ein unerhebliches Kennzeichen. 


67 


Xylocoris, als Gattung, unterscheidet sich von der vorigen durch 
die starken spindelförmigen , etwas zusammengedrückten und unbe- 
wehrten Vorder- und Hinterschenkel; die nur an die Mittelbrust 
reichende Schnabelscheide, deren Wurzelglied sehr kurz ist, etwa nur 
1/, von Glied 2. Mittelbrust *) vorn aus der kurzen Spitze rinnig, 
nach hinten verflacht. Hinterbrust herzförmig, flach gewölbt. Das 
Embolium am Ende spatelig, das Cuneus-förmige Eckstück des Corium 
länglich. 


Fam. Lygaeodae. 


Zunächst verwandt und ähnlich der Gattung Henestaris Spin, 
Eur. Hem. p. 40, Gen. 80, aber durch nachstehende Kennzeichen 
als Gattung unterschieden, ist: 


II. Engistus Fieb. Taf. 1. IL. 
(Zyyisre, proxime.) 


Augen klein, halbkugelig, dem im Nacken nicht erweiterten, 
von oben kurzen, quer-dreieckigen Kopfe ansitzend. Kopf seitlich im 
schmalen Rechtecke über die Diagonale herabgewölbt. Gesicht vertical. 
Wangenplatten gleich breit, linear, hinten über den Unterkopf ragend. 
Schnabelscheide an das Ende der Hinterbrust reichend, das Wurzel- 
glied in der tiefen Rinne zwischen den Wangenplatten einliegend, 
hinten auf den halben Xiphus vorragend. Pronotum trapezförmig. 
Hinterbrust länglich-rautenförmig, vertieft, vorn kurzseitig, hinten 
langseitig, spitz. Vorderxiphus stumpf vorstehend, rinnenförmig ver- 
tieft. Mitte der Mittelbrust breit rinnenförmig, bis in den spitz drei- 
eckigen Xiphus. Die zwei ersten Grundschienen des Bauches schmal 
rinnenförmig. 

Körper oval. Schnabelglieder schlank, einander ziemlich gleich- 
lang. Halbdecken hornartig, eingestochen grobpunktirt. Die 'an der 
Grundhälfte geschwungene Hauptrippe und eine Rippe nahe an der 
Schlussnaht kielförmig erhaben. Vier Reihen Stichpunkte im Clavus. 
Die äussere Rippe in der Membran bogig, die übrigen ähnlich wie 
bei Henestaris verlaufend. Pronotum viereckig-trapezförmig, vorn 
breiter als lang, hinten nur wenig ausgebogen, etwas breiter als 
vorn; der Vorderrand breit quer wulstig erhaben, nach aussen je zwei 


*) In den europ. Hemipteren pag. 39, Zeile 22 v. u. soll stehen „mit 
kurzer Rinne“ -- statt Kiel. 


D*F 


68 


grössere Punkte; die Wulst von der Mitte in eine kurze Schwiele 
auslaufend; die Seiten wulstig. Schild gleichseitig dreieckig mit deut- 
licher Mittelschwiele. Beine unbewehrt. Schenkel ziemlich stark. Die 
Fussglieder wie bei Henestaris. *) 


Engistus Brucki Mink. 


Weissgelblich, oben kahl. Kopf feiner eingestochen punktirt als 
Schild und Pronotum. Zwei Punkte auf der Vorderschwiele des Pro- 
notum, im Schildwinkel des Clavus ein länglicher Fleck und die 
Clavusspitze braun. Membrannaht an der Coriumecke und im Innen- 
winkel, so wie zerstreute kleine Flecke und Punkte auf der Hinter- 
hälfte des Corium, und je zwei bis drei Punkte zwischen den weiss- 
lichen Rippen der bleichbraunen Membran braun. Unterseite ganz 
weissgelblich, sehr fein dicht anliegend behaart. Die Ripne der Vorder- 
brust, die Mitte der Mittel- und Hinterbrust bis in den Xiphus, die 
zwei halbkreisförmigen Gruben beiderseits der stumpf vorstehenden 
Spitze der ersten Bauchschiene und die Rinne schwarz. Bauch nur 
an den Seiten der Grundschienen deutlich, grob zerstreut punktirt. 
Im Grundwinkel jeder Schiene ein brauner Fleck, an den Seiten zwei 
Reihen brauner Flecke. Schnabelscheide bräunlichgelb, Spitze von 
Glied 4 schwarz. Schenkel besonders in der Mitte deutlich bräunlich, 
fast in Reihen gross punktirt. Rücken röthlich lehmgelb, Grundhälfte 
schwarz. Vier Rückenschienen an den Seiten mit querem, die fünfte 
mit rundlichem braunem Grundfleck. 

o 21, Lin. Im südlichen Frankreich bei Pau von Herın Mink 
entdeckt und mir gefälligst zur Ansicht mitgetheilt. 


If, Notochilus Fieb. Taf. 1. II. 


(varog, dorsum; xelAog, Margo) 


ist in den europ. Hemipt. pag. 49 unter Schlüsselzahl 35 und 36 
zunächst Scolopostethus folgendermassen einzureihen: 

Vorderrand des Pronotum dick wulstförmig, jedoch nicht scharf 
abgeschnürt. Schild kurz, gleichseitig dreieckig, Grund niedergedrückt, 


*) Zu Henestaris Spin. der eur. Hem. p. 40. Gen. 80. — Schnabel- 
wurzel nur an der Grundhälfte von den nach hinten schmäleren Wangen- 
platten zum Theil gedeckt. Xiphus der Vorder- und Mittelbrust sehr kurz 
stumpfeckig. Hinterbrust kurz, quer viereckig, flach gewölbt. Bauch- 
grundschienen gewölbt, ohne Rinne. 


69 


Ende prismatisch kantig erhoben. Schnabelscheide an das Ende der 
Mittelbrust reichend, stark gliederig, Wurzelglied viel kürzer als der 
von der Seite längliche schiefkegelige Kopf; Glied 2 das längste, an 
das Ende des Vorderxiphus reichend. Wangenplatten kaum leistig, 
Fühlerwurzelglied etwa %, des Kopfes lang und so lang als jedes der 
drei folgenden Glieder, aber stärker; Glied 3 diekkeulig, 4 dickspin- 
delig. Vorderbrustrand dick, wulstig. Xiphus fast in rechtem Winkel 
eckig vorstehend, auf der Spitze ein Grübchen. Mittelbrust kurz, auf 
der Hinterhälfte viereckig-rautenförmig erhoben, Mitte dieser Erhö- 
hung seicht eingedrückt, hinten den Xiphus bildend, nach vorn zum 
Rande kielförmig verlängert. Hinterbrust quer viereckig-rautenförmig, 
vorn unter den Hüften niedergedrückt, hinten eben, spitz, kielrandig. 
Vorderschenkel stark, zusammengedrückt, in der Mitte nach unten 
unter stumpfem Winkel erweitert, daselbst ein starker Zahn, von 
welchem nach vorn eine Reihe kleiner aufrechter Stifte, zwischen und 
neben welchen ein zweiter grösserer schiefer Zahn. Vorderschienbeine 
gerade, am Enddrittel erweitert und etwas eingebogen, der schmale 
Grundtheil unterseits kleinstiftig, nebenan eine Reihe kleiner Körner. 

Körper länglich eirund. Kopf von oben länglich fünfeckig. Augen 
halbkugelig ansitzend, etwas vom Halsrande entfernt. Pronotum vier- 
eckig-trapezförmig, vorm so breit als in der Mitte lang; Halsecken 
abgerundet, der merklich blattartige Rand an der kleinen Schulter- 
beule verschmälert und durch eine Reihe Stichpunkte von der Scheibe 
geschieden. Die vorderen 2%, des Pronotum in zwei grossen flach- 
gewölbten Buckeln erhöht, die Mitte in breiter flacher Rinne nieder- 
gedrückt. Der erste Bauchring in kleiner Ecke vorstehend. Halbdecken 
lederartig, zum Ende erweitert, ausgebogen, gewölbt, den Hinterleib 
ganz deckend. Clavus und Corium verwachsen, in beiden ein durch- 
laufender Kiel beiderseits der Stelle der Schlussnaht, jeder mit einer 
Punktreihe begleitet. Hinterfuss halb so lang als die Schiene, die 
Fusswurzel 1/3 der Schiene lang. Flügel fehlen. 


Notochilus ferrugineus Mulsant. 

Kopf braun. Pronotum rostroth, hinten röthlichgelb. Schild 
rothbraun, Spitze weisslich. Halbdecken schwärzlichbraun, zum Grunde 
bräunlichgelb verwaschen, sehr fein chagrinirt, die Stichpunkte nur 
am Grunde deutlich tief, nach hinten flacher. Membran verkümmert, 
schwärzlich mit zwei braunen Rippen durchzogen; unter der Corium- 
Ecke und im Innengrundwinkel ein grosser weisslicher Querfleck. 


70 


Schnabelscheide bräunlichgelb, die Spitze braun. Fühlerglied 2—4 
bräunlich, das Wurzelglied und die Beine mit den Schenkelköpfen 
lehmgelb. Unterseite des Körpers zimmtbraun. Hinterleib pechbraun, 
glänzend. 

g 1%%, Lin. Aus dem südlichen Frankreich, um Hyeres (vom 
Bruck), Lyon (Mulsant.) — Pachymerus ferrugineus Muls. Ann. 
Soc. Linn. 1852. pag. 101. 


WW. Diomphalus Fieb. Taf. 1. IV. 
(St, zwei; dupeAos, Schildbuckel.) 


Auf pag. 49 der europ. Hemipteren ist die Schlüsselzahl 37 rechts 
zu ändern in 37. a. und obige Gattung in nachstehender Weise ein- 
zuschalten: 


37. a. Pronotum länglich-trapezförmig mit geschweiften Seiten, deut- 
lichem ganzen Mittelkiel, und über die zwei vorderen grossen 
Buckel laufenden Seitenkiele.e Rand der Seiten des Pronotum 
linienförmig, aufgebogen. Fühler*) kurz, stabförmig, Wurzel- 
glied walzig, kurz, mit dem Kopfende gleich. Glied 2 etwas 
über 11/,mal so lang als 1, Glied 3 das kürzeste nur 2/, von 1, 
Glied 4 spindelig etwa so lang als das Wurzelglied. Augen 
fast kugelig an dem lang fünfeckigen Kopfe etwas entfernt vom 
Pronotum auf dem sehr kurzen breiten Stiele aufsitzend, über 
die Halsecke vorstehend. Schnabelscheide hinter die Mitte 
der Mittelbrust reichend, Wurzelglied etwas kürzer als der 
Unterkopf, oder die breit bandförmigen hinten etwas schmäleren 
Wangenplatten. Halbdecken hornartig eben, mit kielförmig er- 
hobenen Rippen und zweimal geschwungener starker Hauptrippe. 
Membran fehlt. Clavus verwachsen. Vorderschenkel spindelig 
dick, etwas zusammengedrückt, an der unteren vorderen Kante 
drei kurze aufrechte Stifte, hinter denselben noch zwei kurze 
Borsten. WVorderbrust bis in den kurz dreieckigen Xiphus 
Yinnenförmig vertieft. Mittelbrust flachgewölbt, die Mitte bis 
in den kurzen spitzen Xiphus flachrinnig, vorn niedergedrückt 
mit kurzem Kiel. Hinterbrust (ist verletzt). Diomphalus Fieb. 


*) Wegen der ähnlichen Fühler und der Vorderschenkel in ihrer Form 
und Bewehrung reiht sich obige Gattung zu Jschnopeza, Neurocladus, Gonia- 
notus, Emblethis. 


1 

— Pronotum trapezförmig, eben oder flachgewölbt, ohne Kiele und 
ohne Höcker, die Seiten nicht geschweift. Augen ansitzend, 
dem Pronotum-Vorderrand anliegend. Halbdecken vollkommen, 
nuttaMembrampt 3.0202]. DAHMSSH N, BURDA DERTERDDEAE REIT 

Hieher dann Hyalochilus, Trapezonotus. 

Zu Diomphalus: Körper (@) länglich -eiförmig, mit sehr 
kurzen Stachelborsten besetzt. Kopf länglich fünfeckig, die Joche 
kürzer als die Stirnschwiele, deutlich von den Wangen geschieden. 
Kopf von der Seite lang dreieckig, dick, die Stirnschwiele vorn steil 
abfallend. Pronotum eben, auf den vorderen zwei Dritteln beider- 
seits ein grosser, obenauf eingedrückter Buckel, über welchen an den 
Seiten der Seitenkiel bis zu dem etwas aufgebogenen Vorderrand 
läuft, und an demselben wie der Mittelkiel etwas dicker endet. Hinter- 
rand ober dem Schildchen zwischen den zwei Seitenkielen seicht gerade 
ausgeschnitten, auf der Schulter eine längliche Beule.. Schild lang- 
schenkelig dreieckig, auf der Mitte über seine Länge mit “Yförmigem 
Kiel. Wurzelglied des Schnabels das längste, Glied 2 und 3 einander 
gleichlang, jedes etwas kürzer als das Wuızelglied; Glied 4 das 
kürzeste, etwa 2, von 3. Auf dem Einbuge der Hauptrippe und 
neben derselben auf der schwachen inneren Rippe eine warzenförmige 
kurze, auf dem Schlussrande des Clavus eine längere dicke Schwiele. 
Dritte Rückenschiene mit kleinem, die vierte mit grossem Knopfe 
auf der Mitte des Hinterrandes. Die Ecken der Rückenschienen 
stumpf, daher der Hinterleibrand seicht wellig kerbig. Die Schenkel- 
stützen, besonders die vorderen deutlich in einen krummen Stiel ver- 
längert. Die Vorderschenkelköpfe am Endrand unterseits mit einem 
kleinen stumpfen Höcker. Flügel fehlen. 


Diomphalus hispidulus Fieb. 


Graugelblich. Alle Kiele der Halbdecken, des Pronotum, dessen 
Rand und die ganzen Schenkel und Fühler auf schwarzen Punkten, 
schwarz kurz-stachelborstig.. Vorderschenkel am Grunde innerseits 
mit schwarzbraunem oben in einen Strich verlängerten Fleck. Schenkel, 
besonders die hinteren fast in Querreihen schwarz grosspunktirt. Die 
flache Rinne am Unterkopfe zwischen den weissen Wangenplatten und die 
vertiefte Rinne hinten an der Vorderbrust, schwarzbraun. Schnabel- 
scheide braun. Rücken schwärzlichgrau, die zwei Knoten bleich. 
Connexivum gelblich, in jedem Aussengrundwinkel ein dreieckiger 
schwarzer Fleck; Unterseite graugelblich, zerstreut braunschwarz ein- 


72 


gestochen punktirt, mit kurzen Stachelborsten besetzt. Hinterleib fast 
in Querreihen punktirt, an jeder Seite zwei Reihen kleiner brauner 
Flecke, wovon die äusseren Flecke an jedem Stigma. Beine gelblich- 
weiss, Klauenglied schwarz. HFussglied 2 bräunlichgelb, Ende schwarz. 
Glied 1 am Ende bräunlich. 

o 21/'. Aus dem südlichen Russland. Sarepta. In der Sammlung 
des Herrn Frey-Gessner. 


V. Chilaeis Fieb. Taf. 1. V. 
(zeitog, Rand; dan, dxıs, scharf, Schneide) 


ist in den europ. Hemipteren p. 51 unter Schlüsselzahl 47, und zwar 
hinter Ischnorhynchus vor Artheneis und Holcocranum”*), welcher 
letzteren obige Gattung zunächst steht, einzureihen, mit: 

Schnabelscheide an das Ende der Mittelbrust reichend, Glieder 
schlank, das Wurzelglied so lang als der Unterkopf, dessen Schnabel- 
rinne lanzettlich. Kopf von oben länglich fünfeckig, von der Seite ge- 
streckt kegelig. Jochstücke schmal, kürzer als die Stirnschwiele. 
Scheitel ohne Furchen. Wangenplatten kaum merklich. Augen klein, 
halbkugelig, ansitzend. Pronotum quertrapezföormig, v:h=1:2, 
ungleich stark punktirt, mit vier Gruben querüber, die Mitte der 
Seiten seicht, fast winkelig einwärts geschweift, der Rand schmal, 
linear, an der länglichen Sehulterbeule verlaufend. Hals und Schulter- 
ecken stumpf. Vorderbrustmitte bis in den kurzen spitzen Xiphus 
kielförmig geschärft. Mittelbrust flachgewölbt. Xiphus spitz. Hinter- 
brust rautenförmig-viereckig, gewölbt. 

Körper länglich, oben ziemlich platt. Fühler kurz, die Glieder 
stark, Wurzelglied kurz, dick keulig, viel kürzer als der Kopf, die 
Jochende nicht erreichend, Glied 2 und 3 allmälig nach oben dicker; 
Glied 2 etwa doppelt so lang als 1, Glied 3 an %, von Glied 2, 
Glied 4 spindelig dick, so lang als Glied 2. Schnabelglieder 1—3 
ziemlich gleichlang, 4 kurzpfriemlich, kaum die Hälfte von 3. Schild 
gleichseitig dreieckig. Vorder- und Hinterrand des Pronotum seicht 
ausgeschweift. 


*) Bei Holcocranum ist zuzusetzen: Fühlerglied 2 und 3 stabfürmig, 
3 etwas schwächer als 2 und nur %, so lang; Glied 4 schlank, spindelig, 
so lang als 2. Vorderbrust auf der Hinterhälfte bis in den kurzen Xiphus 
flachrinnig. Membran mit vier Rippen durchzogen. Schild gleichseitig drei- 
eckig. Seiten des Pronotum sanft ausgebogen. 


SI 
[46 


Chilaeis Typhae Mulsant. 


Blass scherbengelb, zerstreut grob schwarzbraun eingestochen 
punktirt. Kopf, Pronotum und Schildschwielen bisweilen orange- 
gelblich. Fühler braungelb, sehr fein abstehend weisslich behaart. 
Fühlerwurzel oberseits, Glied 2 am Grunde bisweilen auch am Ende 
braun. Unterkopf und die glatten Bruststücke schwarz, die Ränder 
der Vorderbrust mit der Schulterecke, der Hinterrand der Hinterbrust, 
die Schienbeine und Hüftstücke bräunlichgelb. Schenkel bräunlich- 
gelb, die vorderen mit breitem schwarzen Mittelring, die beiden hin- 
teren Paare mehr oder weniger dunkel und breit, braun. Schnabel- 
scheide bräunlichgelb, das Wurzelglied schwarz, am Ende gelblich, 
Glied 4 ganz schwarz. Kopf glatt, die Naht der Stirnschwiele 
schwarzbraun, hinten in eine punktirte gabelige Linie endend, seit- 
lich gegen die Ocelle ein brauner punktirter Bogen. Pronotum un- 
eben, zerstreut grobpunktirt, mit glatten Stellen, der Seitenrand 
weisslich. Schild grob schwarz punktirt, an den Seiten eine gelbliche 
Schwiele bis vor die weissliche, schwarzpunktirte Spitze; die Mitte 
seicht eingedrückt. Corium durchschneidend, grauweiss dicht braun 
punktirt; die Coriumspitze braun, ein schmaler Randstreif, die nach 
hinten gabelige Hauptrippe, und ein kielförmig erhobener Streif an 
der Schlussnaht, glatt, weiss. Im Innenwinkel des Corium zwischen 
den erhabenen Streifen ein länglicher Fleck, schwärzlich. Clavus 
braun punktirt an dem Schild- und Schlussrand eine Reihe, an der 
Schlussnaht zwei Reihen brauner Punkte. Membran schmutzig, durch- 
sichtig, die Rippen weiss, in den Zwischenräumen 3—4 braungelbe 
verwaschene Streife. Bauch bräunlichgelb, fein quer nadelrissig, 3-4 
Grundschienen auf der Mitte breit schwarz, die übrigen an den Seiten, 
so wie die Connexivumschnittstiicke am Grunde mit braunem Fleck. 
Rücken schwarz mit orangegelbem Mittelstreif. 

d. © 2. Im südlichen Frankreich, der Schweiz (Frey- 
Gessner), in England (Douglas, Seott). An den Kolben von 
Typha latifolia. Heterogaster Typhae Muls. Ann. Soc. Linn. 
1857, p. 159. 


Fam. Phytocoridae. 
Zu den Seltenheiten unter den europäischen Hemipteren gehört 
das Vorkoinmen der Phytocoriden mit einfacher ungetheilter Grund- 
zelle der Membran. Bei drei dieser Gattungen —- Monalocoris, 


74 

Bryocoris und Myrmecoris”), (welche letztere ich früher nur in Exem- 
plaren mit rudimentären Halbdecken sah), ist diese Zelle ganz deutlich 
in der entwickelten Membran sichtbar. Bei Pithanus, der so wie Myr- 
mecoris höchst selten mit entwickelten Halbdecken vorkömmt, soll 
ebenfalls nur eine ungetheilte Grundzelle in der Membran vorhanden 
sein, wie Dr. Flor angibt. 


Den Herren Douglas und Scott verdanke ich eine neue Phyto- 
coride, welche in den europ. Hemipteren unter 220 a, als Gattung 
Myerosynamma Fieb. hinter Orthotylus einzureihen ist, da der Zell- 
haken fehlt. 


VI. Mierosynamma Fieb. Taf. 1. VI. 
(uıreos, klein; odveuue, Masche.) 


Pronotum trapezförmig, vorn stumpfkantig, Seiten gerade die 
Kante stumpf. Kleine Zelle der Membran kaum merklich**). Fuss- 
glieder walzig, Glied 2 das längste, etwa 1/; länger als 1. Schnabel- 
scheide lang, an das Ende der Hinterhüftstücke (auf die zweite 
Bauchschiene) reichend, Glieder walzig, das stärkere Wurzelglied 
auf den halben Xiphus reichend; Glied 4 pfriemlich, kürzer als die 
übrigen, einander ziemlich gleichlangen Glieder. Vorderxiphus lang 
dreieckig, zur Spitze herabgewölbt. Mittelbrust eben, hinten schmal, 
gerade, die aufwärts schiefen Seiten kantig.. Kopf von der Seite 
vertikal, unten gerade mit länglicher weiter Rinne. Kehle kurz schief. 
Scheitel zur Stirne flach herabgewölbt, die gleichbreit vorstehende 
Stirnschwiele mit spitzem Grunde etwas über der halben Kopfhöhe 
(in der Augenlinie) entspringend. Augen von der Seite länglich- 
nierenförnig, (bei d. ©) an die Wangen fast zur halben Höhe der 
Stirnschwiele herabreichend. Fühlergrube vorn am unteren Augen- 
ende. Jochschnitt kurz, etwas schief gegen die Fühlergrube. 

Kopf von oben fünfeckig, vorn langseitig. Augen von oben 
gross, halbkugelig ansitzend, über die Halsecken vorstehend. Nacken 


*) Eine sibirische einzellige Phytocoride, deren Kopf von der Seite 
jenem der Männchen bei Orthocephalus ähnelt, beschreibt Stäl in der Stett. 
entom. Zeitsch. 1858 pag. 188 als Anapus Kürschbaumi, t. 1. Fig. 2. 

**) Nur in schiefer Lage der Membran gegen das Licht ist die kleine 
Zelle und die Theilungsrippe deutlich. 


75 
stumpfkantig. Fühlerwurzel kaum das Kopfende überragend, etwas 
über die Hälfte des Kopfes lang; Glied 2, stabförmig stark, etwa 
21/;mal so lang als das etwas keulige Wurzelglied, Glied 3 fadig, 
1% von 2; Glied 4 schlank spindelig etwa %/3 von 3. Pronotum vorn 
fast so breit als in der Mitte lang, die Ecken stumpf, auf jedem 
Halswinkel ein flachgewölbter Buckel schief nach innen gegen zwei 
gepaarte Grübchen. Schild gleichseitig dreieckig, aus halbrundlicher 
flacher Wölbung mit kurzer Mittelschwiele endend, die Seiten nieder- 
gedrückt. Halbdecken vollständig, Corium leicht gewölbt, lederartig, 
aussen nach hinten zu dem länglich trapezoidalen parallelseitigen Cu- 
neus leicht gebogen, die innere Abgrenzung des Cuneus nur durch- 
scheinend weisslich. Beine gewöhnlicher Form, die hinteren etwas 
länger, jedoch nicht auffällig verdickt. Schienbeine stabförmig, rings 
zerstreut bestachelt. Vorderschenkelköpfe bis an das Ende der 
Mittelbrust reichend. Mittel- und Hinterschenkelköpfe kurz. 


Microsynamma Scotti Fieb. 


Ganz schwarz, matt, weisslich dicht behaart. Fühler schwarz, 
Wurzelglied oben gelblichweiss, Ende von Glied 4 gelbröthlich. 
Schnabelscheide gelblichweiss, Glied 4 und 4 ganz, Glied 2 nur am 
Grunde schwarzbraun. Alle Hüftstücke gelblichweiss, am Grunde 
schwarz, die Vorderen an der Grundhälfte noch orangegelb. Fulera 
gelblichweiss. An den Augen ein rundlicher, auf der Kante im 
Nacken ein querer, rostgelblicher Fleck. Pronotum quer, fein nadel- 
rissig. Halbdecken schwarzbräunlich, durchscheinend, Cuneus und 
Randfeld dunkler. Membran schmutzig, beim Mann die äussere Hälfte 
vom Innengrundwinkel herabschwärzlich verwaschen, Zellrippen weisslich, 
die kleine Rippe am Grunde wie die Zellen schwärzlich; beim Weib ist die 
Membran schmutzig, die Zellen aussen schwärzlich begrenzt, die Zellen in 
den Hinterwinkeln schwarzgefleckt. Aufdem Metanotum ober jedem Schild- 
grundwinkel ein schiefer orangegelber Fleck, die Mittellinie des Schildes 
verloschen roströthlich. Schenkel pech- oder schwarzbraun, am Ende 
schmutzigweisslich. Schienbeine schmutzigweisslich, rings mit zerstreuten 
schwarzen Stacheln besetzt, wovon einzelne aus schwarzen Punkten ent- 
springen. Schienbeinende braun. Fussglieder schmutzigweiss, Ende von 
Glied 2 bräunlich, Glied 3 braun. Klaue schwarz. Hinterbrust 
röthlich, das erhöhte Ende braunschwarz. 

S 123, © 1%“. England. Aus der Sammlung der Herren 
Douglas und Scott. 


6 
Die Einschaltung zweier anderer neuer ausgezeichneter Phyto- 
coriden unter die europ. Hemiptera erfordert einige Aenderung in 
dem Schlüssel zu den Gattungen dieser Familie, und zwar pag. 61 
unter 5; Kopf von der Seite aufrecht- oder liegend parallelogramm, 
oder gestreckt schief. Die Stirnschwiele von der Länge des 
Gesichtes vorn, oder kürzer . . . Rasilped a TaaarRalslı, 
unter 12 streiche Schnabelwurzel länger et 
zuzusetzen unter 15 Hinterfusswurzel „merklich“ oder viel dicker 
als die folgenden Glieder . . . . Hark il: 
17. a. Kopf von oben fünfeckig. Br nom hinten dem Randkiel mit 
zwei flachgewölbten verbundenen Buckeln (Alloeotomus, 
Pachypterno) „wi. SUUMIEHRYEE anlsll . eyHaresie Enanpalz 
— Kopf von oben quer viereckig, von der Seite vertikal 
etwas verlängert, mit kurzer Kehle. Pronotum trapezförmig, 
Hinterrand ausgebogen, hinter der dicken Vorderrandwulst über 
die ganze Breite eine Grube, in welcher eine freie lange Quer- 
wulst. Die stark gekörnten Halbdecken nebst der runzeligen 
Membran ganz dicht behaart. Hinterfusswurzel walzig dick, 
merklich stärker als Glied 2 und 3. Schnabelscheide fast an 
das Ende der Mittelbrust reichend, Wurzelglied nicht viel 
stärker als die übrigen Glieder, so lang als der Kopf von unten 
gesehen, Vorderxiphus dreieckig spitz, muldenförmig vertieft, 
der Rand leistig. Scheitel stark gewölbt zur platten Stirne 
abfallend. Stirnschwiele aus fast rechtem Grundwinkel in der 
Gesichtsmitte entspringend, ziemlich stark, nach unten schwächer. 
Fühlergrube an dem Augenende in der Höhe des Stirnschwie- 
lengrundes. Augen länglich-nierenförmig, gegen den kurzen 
schiefen Jochschnitt reichend.. Wangen stumpf. Mittelbrust 
gross, nach hinten hochgewölbt, breit, gerade, die Mitte schwach 
rinnig. Hinterbrust — (zerstört). . . VII. Bothynotus Fieb. 


VII. Bothynotus Fieb. Taf. 2. VII. 
(Bosvvos, fovea; voros, dorsum.) 


Oval-länglich. Augen an den kurzen Seiten des Kopfes an- 
sitzend, den Rand des Pronotum nicht berührend. Pronotum von der 
kantig begrenzten queren Grube nach hinten stark gewölbt. Fühler 
vorn an der Stirne. Wurzelglied walzig, etwas länger als der Kopf, 
Glied 2 stabförmig nach oben merklich dicker, etwa doppelt so lang 


7% 


als 1, Glied 3 etwa 2, von 2. Glied 4 die Hälfte von 3, beide 
fadig, alle zottig behaart. Schild gleichseitig dreieckig, flachgewölbt. 
Halbdecken lang. Corium nach hinten allmälig erweitert, Hauptrippe 
am Grunde geschwungen, dann gerade in den Hinterwinkel laufend. 
Randfeld schmal. Corium-Naht bogig ausgeschnitten, am Innenwinkel 
in stumpfer Ecke vorspringend. Cuneus lang dreieckig. Flügelzelle 
ohne Haken. Strichrippen gabelig. Fussglied 3 etwa so lang als 
das Wurzelglied. Schenkel gleichförmig walzig, verhältnissmässig an 
Länge bei jedem Paare der Beine zunehmend. Schienenbeine stab- 
förmig. 


Bothynotus Minki Fieb. Taf. 2. VIL i. k. 


Oval-länglich, schwarzbraun, weisslich behaart und gewimpert. 
Kopf glatt, glänzend, blutroth, Joche, Wangen, Augen und zwei 
kurze Bogen vorn auf dem Scheitel schwärzlich. Stirnschwiele 
und Fühler schwarz. Fühler und Beine zottig behaart. Fühlerwurzel- 
glied schmutzigroth, am Grunde braun. Schenkel, und die am Grunde 
schwärzlichen Schenkelköpfe hellroth. Schienbeine bleich röthlich- 
gelb, Ende schwärzlich. Fussglieder braun. Schnabelwurzel schmutzig- 
roth, Glied 2 und 3 braun, 4 schwarz. Pronotum und Schild grob- 
punktirt, die zwei Querwulste vorn am Pronotum glatt, hinter der 
ersten eine Querreihe Stichpunkte. Leder der Halbdecke durchschei- 
nend gelblichbraun; das gleichbreite, bandförmige Randfeld schwielig, 
und wie der Cuneus tief schwarzbraun. Die kleine und die Um- 
fangrippe der schwärzlichen feinrunzeligen und fein gekräuselt be- 
haarten Membran braun, die Binderippe der kleinen Zelle und diese, 
nebst einem dreieckigen spitzen Randfleck unterhalb derselben, bleich. 
Vorderxiphus bräunlichroth. Die Mittelbrust schwarz, glänzend. 
Hinterleib ganz tief schwarzbraun, fein weisslich behaart. 

o 212. Von Herrn Riehl um Cassel entdeckt und mir ge- 
fällig von Herrn Mink zur Ansicht mitgetheilt. Corfu. Mus. ©. Vind. 


In den Rhychoten Lievland’s I. Band. p. 628. 104 beschrieb 
Dr. Flor den Capsus cyrtopeltis, änderte jedoch im Anhange zum 
II. Bande pag. 614 diesen Artnamen in C. mamillosus, weil unter 
den europäischen Phytocoriden die Gattung Cyrtopeltis aufgestellt 
ist; und weil er glaubt, dass diese Art von allen anderen so weit 


28 


abweiche, dass sie eine eigene Gattung bilden könne*) — 
schlägt er hiefür den Namen Stethoconus vor, ohne auch nur ein 
Kennzeichen zur Begründung der Gattung anzugeben. 

Ich erkenne in dem mir von Herrn Dr. Flor zur Untersuchung 
mitgetheilten Originale eine ausgezeichnete neue Gattung und begründe 
sie im Nachfolgenden unter dem Namen Stethoconus mit Einreihung 
unter die europ. Hemipteren, zu welchm Zwecke pag. 64 unter der 
Schlüsselzahl 18 anfangs, hinter quere, zuzusetzen ist ,‚viereckig,‘“ — 
Schlüsselzahl 20 rechts aber zu lesen mit 20. a. und einzuschalten: 


20. a. Vorderxiphus kegelförmig, aufgerichtet. Kopf von oben quer 
viereckig, von der Seite vertikal, schmal, Augen über die ganze 
Kopfseite herabreichend, die Stirnschwiele unter rechtem Winkel 
etwas ober der Augenmitte und der Gesichtshöhe entspringend, 
stark vorstehend. Nacken etwas kantig geschärft. Halsring 
des Pronotum breit platt. Schild lang dreieckig, bogenseitig, 
schon vor der Mitte in einen zusammengedrückten parabolischen 
Höcker aufsteigend. Halbdecken mit breitem Randfelde. Schnabel- 
scheide bis an das Ende der Mittelbrust reichend. Flügelzelle 
ohnesklaken 2: { en SV Stermoconusun). 

— Vorderxiphus tee el nach hinten gerichtet, ge- 
wölbt, eben, oder vertieft. Schild Be gewölbt, ohne 
locker a ee 12 0D> 


20. b. Flügel mit Zellhaken. Vorderxiphus ee hochgewölbt. 
Pronotum trapezförmig geradseitig vorn mit deutlicher Furche 
abgegrenztem schmalen Randkiel. Schnabelscheide an das Ende 
der Hinterbrust reichend, Glied 3 und 4 kurz, zusammen zapfen- 
förmig dick. Kopf dick, von oben mit den Augen dreieckig, 
im Nacken gewölbt — von der Seite vertikal, Scheitel zur 
Stirne im Virtelkreis stark gewölbt. Stirnschwiele stark, unter 


») Flor, der in seinen „Beiträgen zu einer Kritik“ (Wien. entom. 
Monatschrift 186% Nr. 1 u. 2) über meine erschienenen Schriften, so oft und 
viel von unerheblichen Kennzeichen spricht, die ich zur Begründung von 
Gattungen in Hemipteren aufgeführt haben soll, zeigt hier, dass er einen 
Unterschied zwischen erheblichen und unerheblichen Kennzeichen einer Gat- 
tung zu machen nicht weiss, weil er nur glaubt, da er doch der Kenn- 
zeichen genug zur Auswahl sehen konnte. 


*%*) Empfehle Herrn Flor die von mir für diese Gattung hervorgeho- 
benen Merkmale zur gefälligen Durchsicht und Ausscheidung der, nach 
seiner Ansicht, unerheblichen Kennzeichen. 


79 


fast rechtem Winkel am Grunde bogig über der halben Ge- 
sichtshöhe vorspringend, der Grund in der Mittellinie der 
unteren Augenhälfte. Augen schief rundlich nierenförmig nicht 
zur Hälfte der Kopfseiten herabreiechend, weit ober der kurzen 
Wange. Joch lang, der Schnitt unter der Mitte der Stirn- 
schwiele schief aufwärts gegen die Fühlergrube. Fühlergrube 
auf der Mitte der Jochbreite, am unteren Augenende von dem- 
selben entfernt. Wangenplatten schmal linear. Mittelbrust eben, 
nach hinten hoch und herabgewölbt, hinten gerade. Hinterbrust 
schmal, auf der Mitte des Hinterrandes ein kleines erhabenes 
Viereck, dessen eine Ecke über den Hinterand vorsteht. Hinter- 
fusswurzel kurz, Glied 2 und 3 einander gleichlang, jedes fast 
nochmal so lang als das Wurzelglied . . IX. Exaeretus Fieb. 
— Flügel ohne Zellhaken. Vorderxiphus eben oder vertieft. . 20. 


VIIL Stethoconus (Capsus Flor). Taf. 2. VII. 


(srij%os, Brust; »övos, Kegel.) 


Länglich. Pronotum trapezförmig, nach vorn zu dem halsför- 
migen platten Ring sehr verengt, geradseitig, kielrandig; die Schultern 
stumpf-spitzig dahinter etwas geschweift in den breit ausgebogenen 
Hinterrand auslaufend. Augen von oben halbkugelig, hinten gestützt. 
Schnabelwurzelglied dick, so lang als der Kopf bis hinter die Augen, 
nur wenig auf die Vorderbrust ragend, die übrigen Glieder schlank. 
Fühler vorn an der Stirne, die Fühlergruben in gleicher Höhe mit 
dem Grunde der Stirnschwiele, Wurzelglied dünnwalzig, etwa so lang 
als der Kopf mit dem Halsring zur Hälfte, Glied 2 stabförmig, 
etwas über dreimal so lang als das Wurzelglied. Glied 3 und 4 
fadig, jedes einzeln so lang als das Wurzelglied. Scheitel zur Stirne 
herabgewölbt. Joch und Wange schmal, rechteckig, horizontal gegen 
die Mitte der unteren Augenhälfte. Weangenplatten schmal, gerade, 
hinten spitz. Halbdecken gross, über den Hinterleib verlängert. 
Randfeld breit, über die Hälfte des Cuneus nach innen reichend., 
sanft ausgebogen. Uuneus lang dreieckig etwas bogenseitig. Membran 
gross, die äussere Zelle breit, aussen bogig, Ecke stumpf; die innere 
Zelle am Cuneus sehr klein. Schenkel walzig, die hinteren etwas 
stärker. Schienbeine stabförmig nicht bestachelt. Hinterfusswurzel 
etwas länger als Glied 2. Mittelbrust von der Mitte nach hinten 
gewölbt, vorn niedergedrückt, in der Mitte durch die seitliche Wölbung 


80 
rinnig vertieft, hinten gestutzt. Hinterbrust gross, rechtwinkelig vor- 
stehend, von halber Mittelbrustlänge, lachgewölbt. 


Stethoconus mamillosus Flor. Taf. 2. VII. ı. k. 


Länglich, gelblichweiss, weisslich anliegend behaart und gewim- 
pert. kopf glatt, gelblichweiss, ein Streif hinter den Augen, die Stirn- 
schwiele mit weissem Grundstrich, und Wangenplatten schwarzbraun. 
Eine 2förmige Zeichnung ober der Stirnschwiele braun. Augen 
schwärzlich. Fühler gelblichweiss, fein behaart, Glied 1 am Ende, 
Glied 2 am Grund und Enddrittel schwarz. Schnabelscheide gelblich- 
weiss, die Spitze braun. Pronotum mit dem Halsring stark punktirt, 
die Halsbuckel glatt, hintenan schwarz; über die Pronotummitte bis 
an die Schweifung an der Schulter drei grosse mittlere, aussen kleinere 
schwarzpunktirte Flecke auf braungelbem Grunde in einem Bogen, 
beiderseits der Hinterrandmitte ein dreieckig spitzer Randfleck, übrigens 
mit lichten glatten zerstreuten Fleckchen. Schild schwarz, an jeder 
Seite ein dreieckiger spitzer lehmgelber Randfleck. Clavus lehmgelb, 
der Grund und Schlusswinkel breit braun. Corium bleich, durch die 
Hauptrippe fast in zwei gleiche Felder getheilt. Grunddrittel des 
Corium lehmgelb, hinten zwei grosse rundliche weissliche durchschei- 
nende Stellen, an der vorderen ein Punkt, an der hinteren ein Strich 
braun. Ueber den Grund des Randfeldes und Coriums ein kleiner 
brauner Bogen. Von der Mitte des Randfeldes eine rechteckige, breite, 
auf das Corium, zwischen die zwei weisslichen rundlichen Stellen ver- 
engte schwarzbraune Binde. Die Ecke des Corium, ein Punkt am Ende 
der Hauptrippe, die Spitze des Cuneus und dessen Innenwinkel hell- 
braun. Membran trüb gelblich. Zelliippen bräunlich, die äussere 
mit schmalem bräunlichen Schatten. Beine gelblichweiss, Schenkel 
unterseits langhaarig. Schienbeine fein beborstet, am Grunde beider- 
seits zwei Punkte, und ihr Ende bräunlich. Hinterschenkel vor dem 
Ende mit breitem röthlichbraunen Ring. Vorderbrustmitte mit dem 
Kegel, so wie die Schenkelköpfe gelblichweiss. Mittelbrust schwarz, 
an den Seiten eine Schwiele und das Stigma weiss. Hinterbrust 
schwarz. Hinterleib schmutzig gelblichweiss, auf der Mitte ein breiter, 
auf der Mitte jeder Seite ein schmaler Streif bräunlich, die beiden 
letzten durchschnittenen Bauchschienen bräunlich, die letzte jederseits 
mit gelblichweissem Fleck. Die Bauchschienen braun gesäunt. Rücken 
schmutziggelb. 


sl 


o 2", Lin. In Lievland, im Grase unter Pinus Abies. — 
Capsus cyrtopeltis Flor. Rhynch. Lievl. I. p. 628. 101. — C. ma- 
millosus Flor. Rh. Lievl. IT. p. 614. 


IX. Exaeretus Fieb. Taf. 2. IX. 
(EEaiosros, ausgezeichnet). 


Körper länglich, gedrungen. Schnabelwurzel stark aufgetrieben, 
in der breiten Rinne am Unterkopfe mit der Hälfte der Länge anliegend, 
länger als das starke, fast walzige 2. Glied. Glied 3 und 4 zusammen 
dick zapfenförmig, so lang als Glied 2, die Glieder einander gleich- 
lang, zu ihrer Verbindung sehr verdickt. Pronotum trapezförmig, vorn 
ausgeschweift; Seiten gerade. Schild dreieckig, längs gewölbt. Corium 
ober dem spitz trapezoidalen Cuneus fast winkelig ausgeschnitten. 
Membranzellen langgestreckt dreieckig. Fühler stark, Wurzelglied 
keulig dick, kürzer als der Kopf von oben, denselben mit der Hälfte 
überragend. Glied 2 stark stabförmig, etwas über 3mal so lang als 
Glied 1. Glied 3 nicht ”/, von 2, stabförmig. Glied 4 schlank spin- 
delig, etwas über 1/,; von Glied 2. Aftergrund des Weibes mit drei- 
eckiger Deckschuppe. 


Bxaeretus Meyeri Frey. (Camptotylus). 

Bleich, bläulichgrün mit gleichmässig vertheilten schwarzen und 
bleich weissgelblichen spindeligen Schüppchen belegt. Kopf bleich- 
grünlich, im Nacken eine Querlinie, die Mittellinie über den Scheitel, 
und vier bis fünf seitliche, schief nach aussen und hinten parallele 
Linien orangegelb, die Zwischenräume reihenweise weisslich beschuppt. 
Fühler fein weisslich behaart, Wurzelglied schwarz, innerwärts einige 
schwarze Borsten, Glied 2 rostgelb, am Grunde ober dem schmalen 
weissen Ring und an der Spitze schwarz, verwaschen, Glied 3 und 4 
bräunlichgelb. Schnabelscheide lehmgelb. Glied 3 und 4 schwarzbraun. 
Der winkelige Corium-Ausschnitt ober dem Cuneus am Rande weiss, 
in dem spitzen Hinterwinkel des Corium ein schwarzer grosser Punkt. 
Membran bräunlich, Zellrippen weisslichgrün, um die Zellen ein breiter 
lichter Saum; die kleine Zelle, oder nur ein Fleck darin, in der 
grossen Zelle zwei Flecke in den Winkeln, schwärzlich. Etwas unter- 
halb des Cuneus ein runder weisser, vornan ein brauner Fleck, im 
Innenwinkel ein heller Schein. Vorder- und Mittelschienbeine unter- 
seits mit schwarzem Streif, oberseits eine Reihe grosser schwaızer 


Punkte mit je einem schwarzen Stachel. Hinterschienbeine am Rücken 
Wiener eutomol. Monatschr. VIII. Bd. 6 


82 


zweireihig gross schwarz punktirt, aus jedem Punkt ein bis zwei 
kurze, schwarze, aufgerichtete Stachel. Vorderschenkel an der unteren 
hinteren Kante mit drei bis vier schwarzen Fleckchen je mit einer 
Borste, oberseits am Ende einige schwarze Punkte, vorn an der Kante 
ein schwarzer Strich wie auf dem Mittelschenkel, an dessen Ende 
hinterseits zwei Punkte unterseits an der Endhälfte mit zwei Reihen 
schwarzer Punkte. An der hinteren Kante der Hinterschenkel oberseits 
am Ende ein grosser und ein kleiner Fleck, unterseits drei Reihen 
grosser schwarzer Punkte und ein schwarzer Streif an der vorderen 
Kante aus verflossenen Punkten. Beine bleich, blaugrünlich, die 
Schienbeinende, Fusswurzel, Klauenglied und Ende von Glied 2 schwarz- 
braun. Bauch grünlich, an den Seiten gegen den Rand eine Reihe 
bräunlicher Punkte, jeder am Schienengrund gelegen. 

o 11% Lin. Aus dem südlichen Russland, Sarepta. Herrn 
Frey-Gessner verdanke ich die Mittheilung dieser, dem Camp- 
totylus Yersini ähnlichen Art. Camptotylus Meyeri Frey in den Mit- 
theilungen der Schweizer ent. Ges. 1863. pag. 119. 


Zwei mir bisher nur aus dem nördlichen Europa bekannte, von 
Dr. Flor in den Rhynchoten Lievlands beschriebene Arten Capsus 
(alter Nomenclatur) sind; ©. pygmaeus Zett. und €. geminus Flor. 
Beide sind einander sehr ähnlich, und ähneln in der Körperform 
einem Agalliastes, auch ist der Vorderxiphus gewölbt, allein der 
Flügelzellhaken, dessen Vorkommen oder Fehlen bei den Phytocoriden 
besonders als leitendes Merkmal zu berücksichtigen ist, fehlt bei den 
vorgenannten Arten, während er bei den geflügelten Agalliastes deutlich 
sichtbar ist. Der Kopf ähnelt jenem des Cyrtorhkinus elegantulus und 
sind beide Arten vor dieser Gattung in den europ. Hemipteren auf 
pag. 69 und 286 einzureihen als folgende Gattung: 


x. Tytthus Fieb. Taf. 2. X. 
(zvrdös, parvulus.) 


Allgemeine Kennzeichen behufs der Einreihung sind folgende: 
Membran mit zweitheiliger Grundzelle. Hinterfusswurzel kürzer 
als Glied 2. Kopf von oben in die Quere dreieckig (18), dem Pro- 
notum fast ganz anliegend. Pronotum vorn ohne Randkiel, stumpf 
(47). Flügelzelle ohne Haken (48). Augen von der Seite oval, gross, 
von oben gesehen halbkugelig über die abgerundete Halsecke des 


83 


Pronotum vorstehend, bei dem Weibe nicht bis zur Wange herab- 
'reichend (49), Stirnschwiele aus spitzem Grunde vorstehend, von der 
Stirne durch deutliche Furche geschieden (50—52). Pronotum kurz, 
‚glockenförmig (trapezförmig, mit abgerundeten Halsecken und vor den 
‚Schultern etwas geschweiften Seiten) (54). 
54 Kopf dick, vertikal, nicht verlängert. Kehle kurz, schief . 55. a. 
55 a Nacken gewölbt, ohne Querleiste. Vorderxiphus lang dreieckig, 
zur Spitze herabgewölbt. Stirnschwiele leicht bogig aus spitzem 
Grundwinkel vorstehend, ihr Grund mit der nebenan wenig 
niedriger liegenden Fühlergrube in der Mitte der unteren Augen- 
hälfte (bei ©). Scheitel zur Stirne stark gewölbt. Schnabel- 
scheide schlank, auf die zweite Bauchschiene reichend, Wurzel- 
glied walzig, dicker als die folgenden Glieder, fast auf den 
halben Xiphus lang. Mittelbrust ziemlich platt, hinten herab- 
gewölbt, breit, gerade und etwas eingekerbt. Hinterbrust in 
stumpfem Winkel breit vorstehend. Pronotum kurz glocken- 
förmig, Seiten vorn gewölbt, vor den stumpfen Schultern nur 
wenig geschweift. Hinterfussglied 2 etwas kürzer als 3. 
X. Tytthus Fieb. 
— Nacken mit Querleiste. Vorderxiphus dreieckig spitz, vertieft, 
kielrandig. Hinterfussglied 2 länger als 3. Mittelbrust hinten 
stumpfeckig verengt und eingekerbt. (Cyrtorkinus u. Aetorhinus.) 


| 


| Gemeinschaftliche Artkennzeichen des T. pygmaeus und T. 
geminus sind folgende: 

| Klein, länglich-eiförmig, überall fein weissgelblich behaart und 
‚gewimpert, die Härchen bräunlich schattirend. Der Mittelkörper und 
der Kopf mit den Augen schwarz; an den Augen ein grosser schmutzig 
weisser Fleck, Halbdecken gelblichweiss. Membran nur halb ent- 
wickelt, die Flügel aber entwickelt (T. geminus Flor) oder die 
Membranaus gebildet, die Flügel aber mangelnd (T. pygmaeus Zett.). 
Membran leicht getrübt, Zellrippen gelblich, die kleine Zelle leder- 
artig erfüllt, daher nicht ganz deutlich. Schnabelscheide gelblichweiss, 
die Spitze braun. Schenkelköpfe und Beine schmutzig gelblichweiss 
fein behaart. Schienbeine mit zerstreuten feinen Stacheln. 


1. Tytihus pygmaeus Zett. 
Pronotum schwarz, ein grosser, vom ganzen Vorderrande nach 


hinten bis über die Mitte reichender dreieckiger Fleck schmutzig 
6* 


84 
gelblichweiss. Fühler schwarz, Glied 1 und 2 am Ende weiss, | 
3 schwärzlich. Schild schwarz, mit merklicher weisslicher Mittellinie. \ 
Halbdecken gelblichweiss, Schild- und Schlussrand des Clavus braun. \ 
Beine bleich röthlichgelb, die Mittelschienbeine ringsum zerstreut " 
fein bestachelt, an den Hinterschienbeinen fünf feine schwärzliche 
Stachel. Ober den Vorderhüftpfannen ein weisslicher Randfleck. Bauch 
schmutzig weissgelb, an den Seiten ein breiter, auf jeder Schiene ! 
zahnförmig abgesetzter brauner Randstreif. Die Ränder der letzten | 
ganzen und der zwei durchschnittenen Bauchschienen gerade. Rücken | 
schwarz. | 

o 1%, Lin. In Lappland und Lievland. Capsus pygmaeus Zett. | 
Ins. Lapp. 279. 11.—Flor Rhynch. Liev. I. p. 605. 83. (Das Original | 
von Herın Dr. Flor zur Ansicht erhalten.) | 


2. Thytthus geminus Flor. 


Pronotum braunröthlich, die Schulterecke hell. Schild braun. 
Fühler schwarz, Wurzelglied gelblich, oben bräunlich, fast geringelt. 
Halbdecken ganz gelblichweiss. Beine schmutzig gelblich, die Schenkel | 
am Grunde und die Schenkelköpfe weisslich. Vorderbrust ganz schwarz. 
Bauchmitte schmutzig weissgelb, zwei Bauchgrundschienen und die |! 
Seiten der übrigen ohne zahnförmige Abstufung braun. Rücken schwarz, | 
die Endplatte schwarzbraun, die Haut des Connexivum blutroth. | 
Der Rand der letzten ganzen Schiene des Bauches und der beiden | 
durchschnittenen wellig. | 

o 11, Lin. Lievland. Capsus geminus Flor. in Rhynch. Lievl. | 
I. p. 606. 84. (Nach dem Original vom Herrn Dr. Flor.) | 


XI. Dasyseytus Fieb. Taf. 2. XI. 
(daoös, pilosus; erörog, corium, pellis) 


ist zunächst verwandt mit Pachylops und vor dieser Gattung in den 
europ. Hemipteren einzureihen, wegen der an ihrer Verbindung ver- 
dickten Schnabelglieder 3 und 4, dem ähnlichen Bau des Kopfes 
mit jenem in der Gruppe unter der Schlüsselzahl 58 auf pag. 70 
und 286. Ist im Umrisse ähnlich dem Orihocephalus parallelus, aber 
durch die Bildung des Kopfes verschieden. 
58. Vorderxiphus dreieckig, ganz eben, ohne Randkiel. Halbdecken 
mit der runzeligen Membran fein behaart und gewimpert, die 
Zellen kahl. Kopf im Rechteck vertikal, Kehle kurz, schief, 


85 


Nacken mit gebogener Kante. Scheitel zur Stirne stark gewölbt, 
fast vertikal abfallend. Stiraschwiele aus der Gesichtsmitte fast 
unter rechtem Winkel entspringend, stark, leicht gekrümmt, 
vorstehend. Schwielengrund unter der Mitte der unteren Augen- 
hälfte. Fühlergrube etwas niedriger als der Schwielengrund, am 
unteren Augenende. Augen (beim Mann) von der Seite gross, 
oval über die Hälfte des Kopfes herabreichend, doch entfernt 
von der Wange, ziemlich vertikal. Jochschnitt schief aufwärts 
gegen das untere Augenende, Schnabelscheide an das Ende der 
Mittelbrust reichend; Wurzelglied kurz, stark aufgetrieben, nur 
wenig auf den Vorderxiphus reichend. Mittelbrust ziemlich eben, 
hinten gerade, klein eingekerbt. Hinterbrust kurz, stumpfeckig 
vorstehend Hinterfussglied 2 länger als 3. Fühler kurz, die 
Glieder ziemlich stark, das zweite nach oben allmälig dicker. 
XI. Dasyseytus Fieb. 
Länglich. Kopf von oben quer breiter. Augen von oben gross, 
halbkugelig, ganz über die Halsecke des Pronotum vorstehend. An 
der Stelle der Ocellen ein Knötchen,. Unterkopf gerade, ohne Wangen- 
platten. Pronotum quer-trapezförmig, hinten gewölbt, die Seiten 
gerade, Schild gleichseitig dreieckig. Fühler kurz, ziemlich stark; 
Glied 2 nicht 3mal länger als 4, Glied 3 stabförmig, etwa ?/, von 2. 
Glied 4 schlank, spindelig, %/, von 3. Corium mit starker Randrippe, 
die Hauptrippe am Grunde geschwungen, dann gerade zur inneren 
Ecke des lang dreieckigen Cuneus laufend, zwischen der Hauptrippe 
und der Schlussnaht eine Rippe auf die Grundmitte der grossen 
Membranzelle reichend. Spitze des Clavus frei, von der Schlussnaht 
abstehend. Membran aussen gerundet, von der Uuneusspitze durch 
einen Einschnitt geschieden. Beine gewöhnlicher Form. Schenkel gleich- 
förmig, walzig, die hinteren etwas länger. 


Dasyseytus sordidus Fieb. 

Länglich, parallel, weisslich behaart und gewimpert. Kopf, 
Fühler, Pronotum und Schild schwarz. Körper schwarzbraun. Pro- 
notum fein querrunzelig. Schild sehr fein quer nadelrissig. Schnabel- 
scheide schmutzig gelblichweiss, an der oberen Kante und das End- 
glied schwarz. Halbdecken durchscheinend, schmutzig graugelblich; 
Schild- und Schlussrand bräunlich. Membran schmutzig, durchscheinend, 
runzelig, die kleine Zelle mit der Binderippe, und unter derselben ein 
länglich dreieckiger Randfleck weisslich. Beine bleich, schmutzig 


86 


oelblich, fein behaart, die Schienbeine ausserdem mit vielen kurzen 


bräunlichen Stacheln besetzt. Schienbeinende und Fussglieder braun. 
g 1", Lin. Spanien, um Malaga. 


Uebersicht 


der beschriebenen Gattungen und Arten. 


I. Scolopscelis Fieb. VI. Bothynotus Fieb. 
crassipes Flor. (Aylocoris). Minki Fieb. 
(Kylocoris L. Duf.) VIII. Stethoconus (Capsus Flor). 
II. Engistus Fieb. mamillosus Flor. 
Brucki Mink. eyrtopeltis Flor. 
III. Notochilus Fieb. IX. Ezxaeretus Fieb. (Camptotylus 
ferrugineusM uls.(Pachymerus.) Frey.) 
IV. Diomphalus Fieb. Meyeri Frey. 
hispidulus Fieb. X. Tytthus Fieb. (Capsus Flor. 
V. Chilacis Fieb. und Phytocoris Zett.) | 
Typhae Muls. (Heterogaster). pygmaeus Zett. 


VI. Microsynamma Fieb. geminus Wlor: 


Scotti Fieb. XI. Dasyscytus Fieb. 
sordidus Fieb. 


Erklärung der Tafeln 1 und 2. 


a) Kopf mit Fühler, Pronotum und Schild. b) Kopf, Pronotum und 
Brust von der Seite. «) Bruststücke von unten. c*) Dieselben im seitlichen 
Durchschnitt. e) Flügel oder dessen Ende mit der Zelle. f) Hinterfussglieder. 
g) Verderschenkel. h) Kopf ven der Seite. i) Das ganze Thier vergrössert. 
k) Länge des Thieres. 1) Unterseite des Hinterleibes oder dessen Ende. 


Veber die vermeintliche Tasterbildung 


des 
Machaerites subterraneus. 
Von Dr. &@. Kraatz. 


Die Note, welche die Redaction zu meiner abweichenden Erklärung 
segenüber Herrn L. W. Schaufuss, auf Seite 58 gefügt hat, macht es 


oO 
b=} 


87 


nothwendig, mich noch einmal mit dem Gegenstande zu beschäftigen; hier- 
bei mag es entschuldigt werden, wenn ich auf die Schreiberei des Herrn 
Schaufuss zurückkomme, welche derselbe mit den Worten einleiten durfte: 
„Der gelehrte und — ohne Grund — gegen mich sehr arrogante Herr.“ 

Wenn Herr Lederer a. a. O. von zwei Wiener coleopterologischen 
Autoritäten spricht, welche in den sogenannten leidigen Streit nicht hinein- 
gezogen werden sollen, so ist zu bemerken, dass dieselben durch Herrn 
Lederer’s Angabe, er könne sich auf sie berufen, jedenfalls bereits sehr 
deutlich in den sog. Streit hineingezogen sind; das kann mir nur angenehm 
sein, und es geht meine Bitte an diese Autoritäten ausdrücklich 
dahin, erklären zu wollen, ob sie in der That Herrn Lederer’s 
Angaben für richtig halten, da ich denselben die Behauptung gegen- 
überstellen muss, dass sie auf einem Beobachtungsfehler beruhen, auf einer 
Täuschung, die um so leichter möglich war, als die Beobachtung der Taster 
blos mit dem Microscope erfolgte. Für mich sind und bleiben meine An- 
gaben über die Randzähne richtig und keineswegs Folgen „einer Täuschung, 
die um so leichter möglich war, als die Beobachtung der Taster blos mit 
der Loupe erfolgte.“ 

Nach Herrn Lederer’s Erklärung soll ich desshalb mit Unrecht von 
Rand- oder Kerbzähnen gesprochen haben, weil sich Glied 1 und 2 der 
Taster unter dem Microscope ringsum mit feinen Körnchen belegt etc. zeigen. 

Hiergegen ist zu bemerken: ”) 

1. Da sich der Taster unter einer gewöhnlichen guten Loupe durch- 
aus nicht cylindrisch zeigt, sondern fast dachförmig, d. h. deutlich eine 
obere, schmälere Kante und eine breitere untere Fläche besitzt, so kann er 
unter dem Microscope cylindrisch erscheinen; er ist es aber nicht. 

%. Da der Taster unter der Loupe an den Rändern der breiteren 
(inneren, oder wenn man will unteren) Fläche, und zwar namentlich am 
Hinterrande ziemlich dicht neben einander stehende starke Zähne zeigt, 
diese aber unter dem Microscope nicht unsichtbar werden können, so müssen 
die feinen Körnchen, die Herr Lederer beschreibt, mit diesen Zähnen 
identisch und daher gewiss ganz unpassend feine Körnchen genannt sein. 

3. Da die sogenannten feinen Körnchen von Herrn Lederer ringsum 
an den Tastergliedern gesehen sind und die von mir beschriebenen Zähne 
ihnen jedenfalls zum Theil entsprechen, so müsste ich sie bei sorgfältigem 
Nachsuchen sowohl mit der Loupe an dem Taster als mit dem Microscope 
an meinem microscopischen Präparate finden. Beides ist aber nicht der Fall. 
Herr Lederer hat nur desshalb ringsum Körnchen gesehen, weil er die 
durchscheinenden Körnchen der einen Seite für die Körnchen der anderen 
Seite gehalten hat; davon kann er sich leicht selbst überzeugen, wenn er 
eine genaue Zeichnung von dem Taster mit den Körnchen entwirft und als- 
dann das umgedrehte Object mit der, gegen das Licht gehaltenen, umge- 


*) Statt erstes und zweites Tasterglied wird im Folgenden, der Kürze 
halber, nur Taster gesagt. 


88 


drehten Zeichnung vergleicht; beide werden genau übereinstimmen, was. 
nicht der Fall sein könnte, sobald auf beiden Seiten Körnchen vorhanden 
wären. — Da die Taster nach Herrn Miller auf der Vorderseite grob säge- 
förmig gezähnt, nach Herrn Schaufuss auf der Unterseite grob gekörnt, 
nach mir längs der beiden Ränder der Innenseite mit Kerbzähnen besetzt 
ist, so ist Herr Lederer der einzige, der ringsum am Taster Zähne sieht, 
falls nicht die beiden coleopterologischen Autoritäten sich ihm zugesellen. 

Im Hinblick auf diese differirenden Ansichten scheinen mir die Worte *), 
.. welche ich meinen Bemerkungen über die Tasterbildung voranschickte, doch 
wohl nicht ganz am unrechten Orte gewesen zu sein, wenn auch Herr 
Schaufuss sagt, sie seien mit Nonchalance in die Welt geschleudert. Nach 
seiner Ansicht liegen die Körner nicht auf der inneren Seite des Tasters, wie 
ich angegeben, sondern auf der Unterseite; meine Angabe ist aber mindestens 
ebenso richtig wie die seinige, da der Taster vor und nach dem Tode des 
Käfers eine schräge Stellung einnimmt; ja sie ist aus diesem Grunde wohl 
Jedenfalls vorzuziehen und absichtlich gewählt; gerade weil der Taster 
schräg steht, bemerkte Herr Miller nur die Zähne am oberen Rande der 
Innenseite des ersten Gliedes und nahm von denen am unteren Rande keine 
Notiz. Wenn nun Herr Schaufuss zwischen den beiden Reihen noch andere 
Körner aufgefunden hat, so steht dies mit meiner Angabe, dass längs der 
beiden Ränder sich Kerbzähne befinden, keineswegs im Widerspruch; ich 
habe jene Körnchen unbesprochen gelassen, weil ich mit der Loupe kein 
deutliches Bild von ihnen erhielt, habe aber den Effect, den sie hervorbringen, 
ausdrücklich erwähnt, indem ich bemerkte, dass der Taster bisweilen gerieft 
erschiene; dies wird allemal der Fall sein, wenn man ihn in einer Richtung 
ansieht, in welcher etwa je vier Körnchen in einer Querlinie liegen, die 
Zwischenräume zwischen je zwei Querreihen müssen dann nöthwendig als 
lichtere Vertiefungen auch mit der Loupe bemerkbar werden. 

Die Angabe von Herrn Schaufuss, dass „die obere Ansicht (der beiden 
ersten Tasterglieder) daher und desshalb bald mit, bald ohne Randzähne auf 
dieser oder jener Seite, oder mit Randzähnen auf beiden Seiten erscheine, 
weil die Tasterglieder auf der ganzen Unterseite, nämlich auf der ganzen 
unteren Hälfte grob gekörnt sind, und zwar mehr als zweireihig,“ ist so 
verwirrt und unlogisch, dass Herr Lederer darnach kaum bemerkt zu haben 
scheint, dass er sich im Widerspruch mit Herrn Schaufuss befindet, wenn 
er den Taster ringsum gekörnelt nennt; den Nachweis, dass der Taster 
ausgeehöhlt ist, führe ich sehr einfach dadurch, dass ich zuvörderst daran 
erinnere, dass der Taster keineswegs cylindrisch ist, wie Herr Lederer 
glaubt, sondern eine breite innere (oder untere) Fläche bietet; am Rande 
derselben erscheinen die sogenannten feinen Körnchen, namentlich auf der 
letzten Hälfte, unter der Loupe jederseits als eine deutliche Höckerreihe, 
wodurch der Raum zwischen ihnen sich verflacht darstellen muss; dies habe 
ich kurz durch das Wort ausgehöhlt andeuten wollen; dass man dabei an 


*) „Um etwaigen irrthümlichen Angaben vorzubeugen.“ 


89 


eine tiefe Aushöhlung denken kann, gebe ich gern zu, dass aber eine 
solche nicht vorhanden ist, lehrt der erste Blick auf den Taster, dessen 
beide Kerbränder, auf die ich hauptsächlich aufmerksam machen wollte, 
man erst zu unterscheiden anfängt, wenn man auf den Raum zwischen ihnen 
achten gelernt hat. Man bedient sich übrigens des Wortes ausgehöhlt auch 
bei schwachen Vertiefungen nicht selten, z. B. wenn man von femora apice 
excavata spricht, wo keine tiefen Aushöhlungen vorhanden sind. 

Von sämmtlichen Bemerkungen des Herrn Schaufuss ist sonach nur 
die eine nach meinem Dafürhalten richtig, dass die von ihm als Unterseite 
bezeichnete innere Seite mehr als zweireihig gekörnt ist; dies steht aber mit 
meinen Angaben nicht im Widerspruch, wohl aber mit der von Hrn. Lederer, 
welcher mit dem Microscope gesehen hat, dass die Körnchen „nirgends 
Reihen bilden.“ Nun wolle aber doch Herr Lederer in Gemein- 
schaft mit den coleopterologischen Autoritäten erklären, was 
er mit der Loupe sieht, namentlich ob er zu den leidlichen Beobachtern 
gehört, die die Körnchen-Reihen zwischen den Randzähnen mit gewöhn- 
licher Loupe finden, welche ich nonchalanter Weise nicht besprochen habe. 
— Wenn diese Herren die Körnchen nicht sehen, dann wäre zu vermuthen, 
dass Herr Schaufuss zu seinen sein sollenden Belehrungen mit Hilfe eines 
Microscopes gelangt wäre. 


Auf diese salbungsvolle Fastenpredigt 
Herrn Dr. Kraatz folgenden Häringssalat: 


Wenn Herr Dr. Kraatz daraus, dass ich mich dagegen verwahrte, 
Dritte in den „sogenannten“ (sic!) Streit über die „vermeintliche“ (sic!) 
Tasterbildung hineinzuziehen, folgert, ich habe das bereits gethan, neben- 
bei gesagt, sich eben seinerseits bemüht, sie in perfider Weise hinein zu 
ziehen; wenn Herrn Dr. Kraatz „Körnchen“, „Rand- und Kerbzähne“ 
und „Höckerchen“ für Einerlei gelten; wenn er da, wo ihm die Existenz 
von Körnchen an Stellen nachgewiesen, wo er sie nicht gesehen, sich 
damit aus der Affaire ziehen will, dass er keineswegs einen Fehler begangen, 
sondern nur das von Anderen Gesehene „unbesprochen“ gelassen; wenn 
er uns endlich eine „breite Fläche“ zum Besten gibt, die „ausgehöhlt“ 
ist, dann ist Heır Dr. Kraatz allerdings der Mann, der Alles zu beweisen 
im Stande ist. 

Wenn er aber die fixe Idee vom Nimbus seiner Unfehlbarkeit etwas 
bei Seite lassen und meine harmlosen paar Zeilen auf pag. 58 mit unbefan- 
genen Sinnen lesen will, dürfte er finden: 

1. Dass ich klar und deutlich gesagt, ich könnte (nicht ich könne, 
wie Herr K. fälschlich zu sagen beliebt) mich auf zwei hiesige colcoptero- 
logische Autoritäten berufen, wolle es aber nicht, um sie nicht in einen 
ihnen fremden Streit zu verwickeln. Woraus folgert nun Herr Dr. K., ich 
hätte es bereits gethan, mit welchem Rechte fordert er mich auf es zu thun? 
Ist es logisch, zu behaupten, man habe bereits vollzogen, was man 


90 


vollziehen zu können im Stande wäre? HerrK. könnte vielleicht, wenn 
er wollte, die Entomologie einigermassen fördern, hiesse also wohl, dass er 
sie bereits wirklich gefördert hat? — Geduld, mein lieber Shylok; 
ich werde Ihrer Kampflust schon allein vollkommen Genüge leisten. 


%. Dass „Körnchen“ keine „Zähne“ sind, eine Aushöhlung nicht 
vorhanden ist, Herr K. aber von „Kerbzähnen“, die „längs der beiden 
Ränder“ der „an der inneren Seite der Länge nach ausgehöhlten Taster“ 
stehen, gesprochen hat. Diese Zähne haben sich aber — wir bitten unserem 
Prestigiateur wohl auf die Finger zu sehen — im Verlaufe der Begeben- 
heiten bereits in eine „Höckerreihe“ (die ihrerseits vielleicht aus feinen 
Körnchen besteht?) verwandelt und Seite 87 passirt es ihm gar, mich zu 
belehren, wie ich die „Aurchscheinenden Körnchen“ (also Körnchen, 
lieber Doctor, nicht Zähne?) der einen Seite für die der anderen gehalten 
und zu sagen: „Herr Lederer ist also der Einzige, der ringsum am Taster 
Zähne sieht.“ Wie so ein gelehrter Herr sich nur so blamiren kann! Er 
hatte ja Zähne und ich Körnchen gesehen und jetzt ist es auf einmal 
umgekehrt ? 

3. Dass Herr K. dadurch, dass er von einer Untersuchung mit gewöhn- 
licher Loupe spricht, während ich von der mit dem Microscope sprach, den 
Taster schwerlich „Aachförmig“ machen wird. Unter meiner, für mich sonst 
genügend scharfen Loupe sehe ich, (es können aber Andere bessere Loupen 
oder bessere Augen haben) die Form zu unbestimmt, unter dem Microscope 
aber entschieden eylindrisch. Den Galimathias: „Da sich der Taster unter 
der Loupe durchaus nicht cylindrisch zeigt, so kann er unter dem 
Microscope cylindrisch erscheinen, ist es aber nicht,“ den erkläre mir 
der selige Kant! Will mit diesem Prachtsatze etwa gesagt sein, dass 
die Loupe richtiger zeigt als das Microscop, dann macht euch nicht weiter 
damit lächerlich, ihr Entomologen, von der Loupe an das Microscop zu appel- 
liren; fort mit allen Microscopen, und Loupen geholt bei Herrn Dr. G. 
Kraatz in Berlin, Oberwasserstrasse Nr. 11! 


4. Dass daraus, dass unter dem Microscope sich die Erhabenheiten als 
ganz glatte, etwa den Ichneumoneneiern auf einer Raupe ähnliche Körn- 
chen, und zwar als ziemlich dünn gestellte Körnchen zeigen, unter der 
Loupe des Herrn Kraatz aber als Zähne und zwar als ziemlich 
dicht neben einander stehende starke Zähne erscheinen, sich trotz aller 
„da“, „daher“ und „so“ durchaus nicht folgern lässt, ich habe diese „Zähne“ 
ganz unpassend „Körnchen“ genannt (vide dagegen oben subNr. 2). Wie, 
wenn wir den Strumpf umkehrten und sagten: Da Herr Lederer mit dem 
Microscope feine Körnchen sah, so müssen die Zähne Kraatzens mit 
diesen Körnchen identisch sein und konnten daher nicht Zähne genannt 
werden! Hätten wir damit etwas bewiesen? 

5. Dass es ganz überflüssig ist, ein Präparat anzufertigen und ich 
selbst mit einem Microscope umzugehen weiss, ohne der etwas complicirten 
Belehrung des Herrn Dr. Kraatz zu bedürfen. Ich habe diei Exemplare 


91 


von Machaerites unter dem Mieroscope von oben, von unten und von den 
Seiten besehen, und zwar so genau, dass ich füglich davon absehen kann, 
mir erst ein Präparat dachförmig zu quetschen. Dass ich „der Einzige“ war, 
der „ringsum am Taster Zähne (bitte Körnchen) gesehen,“ ist sehr 
natürlich, weil ich eben die Taster ringsum betrachtete, Herr K. aber nur 
ein und dieselbe Stelle besah. Die Figur zu Millers Aufsatze hat dabei 
nichts zu schaffen; nebenbei sei erwähnt, dass sie gestochen wurde, ohne 
dass Herr Miller eine Correctur zu sehen bekam, und dass Glied 1 und 2 
der überhaupt roh ausgeführten Taster nur in der Perspective etwas ver- 
zeichnet sind, jedenfalls aber die Zähnchen an ein und derselben Seite und 
zwar an der unteren zeigen. 


6. Dass es mir nicht klar ist, was bei einem cylindrischen Gegen- 
stande — und ein solcher ist und bleibt es — Innen- oder Unterseite ist, 
auch bei einem dachförmigen aber die Basis nie zur Innenseite (wie 
Herr K. will) werden kann, „Unterseite“ also jedenfalls richtiger wäre, dass 
es aber yöllix über meinen Horizont geht, was Herr K. damit sagen will, 
dass der Taster „vor und nach dem Tode des Käfers eine schräge Stellung 
einnimmt.“ Bleibt diese Stellung vor und nach dem Tode gleich, nun so ist 
es eben die normale Stellung; dreht sich der Taster aber vor dem Tode 
und nach dem Tode wieder, dann müsste er, wenn er sich zweimal in gleicher 
Richtung dreht, ganz verdreht werden, wenn er sich einmal vor, einmal 
zurück dreht aber auch wieder in seine normale Lage kommen, etwa wie 
ein todter Coleopterologe, der sich über den Expectorationen des Herrn Dr. 
K. zweimal im Grabe umkehren sollte, gerade wieder so zu liegen käme, 
wie früher. Was soll übrigens der Ausdruck:mindestens eben so richtig? 
Consequenter Weise müsste es heissen: jedenfalls richtiger. Das zu 
behaupten wagt aber der schlaue Mann dech nicht. — 


7. Dass der Vorwurf, „Herr Lederer scheine kaum bemerkt zu 
haben, dass er sich im Widerspruche mit Herrn Schaufuss befinde,“ auch 
nicht stichhaltig ist. Ich bin nicht so zerstreut, wie Herr K., der in der 
ersten Zeile seines jetzigen Aufsatzes von einer „Erklärung der Redaction“, 
in der siebenten von der des „Herın Lederer“ spricht, also die Unterschrift 
„kaum bemerkt zu haben scheint,“ oder auf pag. 88 Herın Schau- 
fuss das Wort „schleudern“ in den Mund legt, während dieser „senden“ 
sagte, und habe mich auf pag. 58 klar und deutlich darüber ausgesprochen, 
wie diese Längsreihen von „Randzähnen“ immer an der dem Lichte zuge- 
kehrten Seite sichtbar werden. Wer nun die Angabe des Herrn Schaufuss 
unbefangen und nicht a la Kraatz lesen will, dem dürfte kaum Zweitel 
bleiben, dass Herr Schaufuss wenigstens auf der einen Seite des Tasters 
dasselbe sah wie ich, und die andere Seite, nun die hat er eben „unbe- 
sprochen gelassen.“ Herrn Schaufuss „sein sollende* (sic!) Belehrungen 
waren also nicht ganz überflüssig und ob er seinen Gegenstand mit Loupe 
oder Microscop betrachtete, ist gleichgiltig, wenn nur das Resultat richtig 
ist. Ueberflüssig sind nur Ausdrücke, wie „Schreiberei*, „Maculatur“ etc. 


92 


und wer sich solcher bedient, selbst aber solch pyramidalen Unsinn schreibt, 
wie Herr K., der wird auch mit vollem Rechte „arrogant“ genannt. 

8. Dass das Raisonnement zur Bemäntlung des unpassenden Aus- 
druckes: „ausgehöhlt“ ebenfalls classisch ist. Es lautet ungefähr: Eigentlich 
ist keine Aushöhlung vorhanden; man könnte aber durch eine Täuschung 
eine solche als vorhanden vermuthen. Herr K. habe von einer Aus- 
höhlung nicht in der Absicht gesprochen, eine tiefe Aushöhlung darunter 
zu verstehen, weil man aber eine schwache Vertiefung nicht selten eine 
Aushöhlung nenne (femora apice excavata), so sei er berechtigt gewesen, 
sich da, wo gar keine Aushöhlung (weder eine tiefe, noch eine schwache) 
vorhanden, des Wortes ausgehöhlt zu bedienen. Herrliche Logik! 

Des Pudels Kern an der ganzen Geschichte ist also Rechthaberei und 
das Bemühen, zu vertuschen, dass die Taster doch etwas anders aussehen, 
als sie Herr K. beschrieben, dass die „wiederholte Untersuchung“ der p.58 
sich doch nicht als so ganz richtig bewährt. Darum die classische Ausflucht, 
dass Herr K. das von ihm nicht Erwähnte nicht etwa nicht gesehen, nein, 
dass er es nur „zur näheren Beleuchtung“ und „um etwaigen 
irrthümlichen Angaben vorzubeugen“ „unbesprochen gelassen“ 
hat! Darum das Bemühen, die Sache noch mehr zu verwirren, statt sie 
aufzuklären. Oder ist es nicht zu lustig, nach einer Untersuchung mit dem 
Microscope nun zu der mit der Loupe aufzufordern? Werden dadurch die 
Taster etwa anders und wozu überhaupt die ganze Aufforderung, wenn es 
für Herrn K. schon so ausgemacht fest steht, dass er Recht hat? 

Wenn Herr K. erklärt, dass „für ihn“ seine „Angaben über die Rand- 
zähne richtig sind und bleiben,“ lässt sich so einem Rechthaber gegenüber 
nicht weiter streiten; ich finde die meinen richtig. Unbegreiflich bleibt mir 
nur, warum Herr K. dann eine Frage, die seiner Ansicht nach nur ihn 
und mich betrifft, in die Oeffentlichkeit brachte; da hätten ja ein paar 
Briefe dieselben Dienste gethan? Ich glaube und hoffe, die Sache wird auch 
noch Andere interessiren und zur Prüfung veranlassen, wobei es aber freilich 
wieder passiren kann, dass alle Anderen nur missbildete oder so obstinate 
Exemplare besitzen, die sie böslichtäuschen, „nur anders scheinen, es aber 
nicht sind,“ während der einzige wohlgebildete und wohlerzogene Machae- 
rites mit zahnförmigen Körnchen, ausgehöhlter Fläche, dach- 
förmiger, aber cylindrisch erscheinender und sich vor und nach 
dem Tode verdrehenden Tastern, trotz seiner Blindheit sich, wie billig, 
nach Berlin, zu Hrn. Dr. G. Kraatz, Oberwasserstrasse Nr. 11 begab. — 

Und nun muss ich Herrn Kraatz darauf verweisen, zu allen weiteren 
Expectorationen sein Berliner Organ zu benützen. Ich will nicht, dass sich 
einer unserer Leser darüber noch am Ende einen Höcker, id est Zahn oder 
Körnchen, oder gar eine nach oben ausgehöhlte breite Fläche lache. 

Lederer. 


93 


Bücher-Anzeigen 
&) Von Jul. Lederer. 


Proceedings of the Entomological Society of Philadelphia. Vol. I. 
Nr. 7—10 (Mai 1862—Feb. 1863) und Vol. 2 Nr. 1 (März—Mai) 
und Nr. 2 (Juni—Sept. 1863.) 

Vol. 1 Nr. 7—10 enthalten: 

Fay H. T. (p. 194). On Winter Collecting. (129 Arten Käfer.) 

Norton Edw. (p- 198). A description of several new Hymenoptera. 
(6 Arten.) — On the synonyms of Cimbex americana. 

Cresson E. T. (p. 203). A catalogue of the described species of 
several families of FZymenoptera inhab. North-America. 

Buckley S. B. (p. 212). Termes cinereus und tubiformis, beide neu, 
aus Texas. 

Grote Aug. R. (p. 218). Additions to the catalogue of U. S. Lepi- 
doptera. (Agr. plecta, Dipt. pinastri, Heliothis umbrosus n. sp.) 

Edwards W.H. (p. 221). Argynnis Astarte, Melitaew Anicia, Mel 
Chalcedon, Timetes Coresia. 

Cresson E.T. (p. 227). Catalogue etc. of North-American Hymenop- 
tera. (Fortsetzung.) 

Osten-Sacken (p. 241). Additions and corrections to the: Cynipidae 
of the North-American Oaks and their Galls. 

Bland H. B. (p. 267). New species of Cerambyeidae. (Monilema 
laevigatuin, subrugosum; Desmocerus elongatus; Toxotus trivittatus; Gaurotes 
abdominalis; Eburia? Ulkei; Eriphus Pearsalli, Crossidius pulchrior ; Clytus 
araneiformis; Callidium? albofaseiatum, Call. semieircularis; Purpuricenus 
humer.alis. 

Ridings James (p. 277). Aegeria? quinquecaudata n. sp. und Pap. 
Daunus B. 

Lintner J. A. (p. 236). Metamorphoses of Ceratomia quadricornis 
Harris. 

Walsh Benj. D. (p. 294). On the genera of Aphidae, found in the 
United States. 

Cresson E. T. (p. 316). Catalogue of the North-American Hyme- 
noptera. (Fortsetzung.) 

Grote Aug. R. (p. 345). Additions to the catalogue of U. S. Lepi- 
doptera Nr. 2. (Neu: Crocota opella, Panopoda Cressonii, Acid. persimilata. 
Hel. umbrosus Grote dagegen für armigera L. erklärt.) 

BlandH. B. (p. 353). Oychrus Ridingsi, Oyclocephala lurida, Corym- 
bites fulvipes, nebrascensis, Oymatodera puncticollis, Orthopleura texana; 
neue nordamericanische Käferarten. 

Norton Edw. (p. 357). Catalogue of our species of Ophion, Anomalon, 
Paniscus and Campoplex. 


94 


Osten-Sacken Bar. (p. 368). Lasioptera reared from a gall on the 
golden-rod. (Las. solidaginis n. sp.) 

Cooper Will. (p. 370). Importance of Insect Architecture to Entomo- 
logists. Remarks on Tent-building Ants. 


Vol. 2 Nr. 1 und 2 enthalten: 


Brackenridge Ülemens (p. 4). American Microlepidoptera. (Strobesia 
levipedella, Parectopa robiniella, ‚Brenthia inflatella; Coleophora leueochry- 
sella und concolorella; Marmara (n. g.) salictella; Glyphipteryw impigritella ; 
Gracilaria venustella; Gelechia nigroatomella, mediofuscella, fuscopunctella, 
gilvomaculella, longifaseiella, labradoriella; Phylloenistis Tiriodendronella ; 
Tischeria quereitella.) 

Edwards Will. H. (p. 14). Description of certain species of Diurnal 
Lepidoptera found within the limits of the United States and British America. 
Nr. 1. (Colias Alexandra, Thecla Olothilde, Hesperia Mystic, Huron, con- 
spicua, Pontiac, Logan, Delaware, Uncas, Ocola, Mandan, Omaha.) 

Saunders W. (p. 23). On some hitherto undescribed Lepidopterous 
larvae. (Vanessa Milberti auf Nesseln; Arctia americana auf Gartensalat; 
Arctia parthenice auf Ohenopodium album; Eepantheria seribonia auf ‚Heli- 
anthus decapetalus; Catocala coneunbens auf Weiden; Plusia balluca auf 
Hopfen.) 

Grote Aug. R. (p. 30). Additions to the catalogue of U. S. Lepidop- 
tera. Nr. 3. (Crocota quinaria; Hypoprepia Packardii; Amphidasys paenu- 
lataria; Eupitheeia miserulata.) 

Osten-Sacken Bar. Aug. R. (p. 33). Contributions to the natural 
history of the Cynipidae of the United States. 

Grote Aug. R. (p. 64). A revision of the species of Cymatophorina, 
found in the United States and British America. (Neu: Leptina latebricola; 
Lacinia espultrix.) 

Saunders Will. (p. 59). Arctia celia und A. decorata n. sp. aus 
Nordamerica. 

Grote Aug. R. ((p. 64). Additions etc. N. 4. (COtenucha Oressonana, 
Oyris (n. g. der Endryinen), Wilsoni; Baptria albofaseiata, albovittata; 
infulata, elaborata; Diphthera Graefü.) Dazu Tafel 3. 

Cresson E.F. (p. 69). Masaris vespoides n. sp., auf Taf. 4 abgebildet, 

Edwards W. H. (p. 78). Descriptions etc. Nr. 2. (Parnassius Sayi, 
Colias Christina, Helena; Lycaena amica; Melitaea tewana; Anthocharis 
ausonioides; Chionobas Chryaus.) 

Cresson E.T. (p. 83). List of the North-American species of Bombus 
and Apathus. (4 Arten Bombus und 7 Arten Apathus; davon neu: D. per- 
plewus, bimaculatus, hudsonicus, pallidus, scutellaris, medius, dubius, pro- 
vimus, modestus, Howardi, strenuus, affımis, lacustris, flavifrons, pulcher ; 
Ap. contigwus.) 

Brackenridge Clem. (p. 119). American Microlepidoptera. (@elechia 
angustipennella, punctiferella, gilvolineella, apieilimeella, pullifimbriella; 


95 
Holeocera (n. &. bei Gelechia) chalcofrontella, purpurocomella, gilvociliella, 
modestella; Hypsolophus punectidiscellus, paueiguttellus, unieipunctellus; Depres- 
saria atrodorsella, Henicostoma? Packardella; Brachiloma (n. g.) unipune- 
tella; Pigritia ochrocomella, ochreella; Tinew acapnopennella, trieingulatella, 
costisignella; Chauliodus? canieinctella.) 

Stainton H. T. (p. 130). Obseryations on American Tineina. (Aus 
einem Briefe Staintons an Brackenridge Clemens; Bemerkungen zu 
verschiedenen von Letzterem aufgestellten Arten.) 

Trion Reakert (p. 135). Notes on Central- American Lepidoptera 
with descriptions of new species. (Neu: Pap. Caleli, Tulana, copanae.) 

Weidemeyer J. Wm. (p. 143). Catalogue of North-American Butter- 
flies. (Papilio — Terias.) 

Uhler P. R. (p. 155). Hemipterological Contributions Nr. 1. (13 neue 
‘Arten aus den Gattungen Corymelaena, Augocoris, Pachycoris, Moncephora, 
Clastoptera und Jassus.) 


Annales de la Societe entomologique de France. Paris 1863. 
2. u. 3. Trimestre. 
Der 2. Trimestre enthält: 


Harold Bar. de (p. 168). Col&opteres mexicains. (Fortsetzung.) 

Wencker M. (p. 177). Especes nouvelles du genre Apion. (Ap. pul- 
verulentum aus Brasilien; atronitidum von St. Paul; Mandoni aus Bolivia; 
exophthalmum aus Brasilien; lividipes eben daher; singulare aus Neu-Cale- 
donien; Heydeni aus Paraguay.) 

Chevrolat Aug. (p. 183). Coleopteres de lile de Cuba. (Fortsetzung 
von 1862 p. 245.) 

Fauvel Alb. (p. 211). Notice sur quelques Al&eochariens nouyeaux ou 
peu connus. — Sur le Tyroglyphus entomophagus. 

Fairmaire et Laboulbene (p. 225). Revision des Col&opteres du 
Chile. (Fortsetzung.) 

Yersin A. (p. 285). Stenobothrus hyalinus n. sp. aus Spanien und 
Sten. Raymondi von Hyeres, Toulon und Algier, auf Tafel 7 abgebildet. 

StaintonH.T. (p. 293). Sur les chenilles mineuses du genre Micropteryx. 

Graslin A. de (p.297). Notice sur deux explorations entomologiques, 
faites dans le Pyrendes orientales en 1847 et 1857. Dazu Taf. 8, auf welcher 
abgebildet: Zuperina Nickerlii (nach der Abbildung und einem von Herrn 
v. Graslin erhaltenen Stücke nicht mit den Prager Exemplaren überein- 
stimmend), Chersotis marmorea (der Abbildung nach wenig von porphyrea 
verschieden, angeblich an den Fühlern differirend), Dasycampa Staubingeri, 
Calophasia almoravida, Bubolia Coelinaria, Acidalia eriopodata, Eupithecia 
eynensata und Eup. albifrontata. 


Der 3. Trimestre enthält: 


Graslin A. de (p. 365.) Sur l’Heliothis maritima. (Graslin ver- 
theidigt die Artrechte, von denen ich mich einmal nicht überzeugen kann. 


96 


Ich verdanke Herrn von Graslin schon Raupe, Puppe und Schmetterling 
und kann weder an der ersten, noch an der zweiten die angegebenen Unter- 
schiede finden; auch das Geäder ist dem von dipsacea ganz gleich. Dass die 
Raupe an der Meeresfluth ausgesetzten Orten vorkommt und sich daher oft 
unter Wasser befindet, dürfte auch niehts beweisen, denn dipsacea bewohnt 
sowohl ganz trockene Berg-, als auch oft unter Wasser befindliche Sumpf- 
wiesen, und selbst am Nil sehen wir europ. Arten (Agr. suffusa, truzx, spini- 
fera) trotz der starken und anhaltenden Ueberschwemmungen sehr wohl 
gedeihen.) 

Dufour Leon. (p. 373). Essai monographique sur les Belostomides. 
(8 Gattungen mit 46 Arten.) 

Lucas H. (p. 501). Belostoma algeriense. — Perisphaera glomeriformis 


n. sp. aus Cochinchina. — Epeira Decaisnei n. sp. von Luzon. — Note geo- 
graphique sur l’Estheria eyeladoides. — Lepisma fasceiata n. sp. muthmasslich 
vom Senegal. — Sur une yariete de la Segestria florentina. 


Bellier de la Chavignerie (p. 420). Erebia gorgophone von den Basses- 
Alpes; Caradrina noctivaga und Leucania hispanica von Barcellona, alle 
drei neu und auf Tafel 9 abgebildet. 

Vinson Dr. Aug. (p. 423). Salamis Duprei n. sp. aus Madagascar 
auf Tafel 10 abgebildet. 

Chevrolat et Fauvel (p. 427). Col&eopteres de Cuba. Notes, syno- 
nymies et descriptions d’especes nouvelles. Staphyliniens. 

Chaudoir de (p. 447). Nouvelles especes de Cincindeletes et de Ca- 
rabiques. (Carabus Bonvouloiri aus Trapezunt und 6 exotische Arten.) 

Perris Ed. (p. 450). Sur les moeurs des Apion. 

Laboulbene Dr. (p. 470). Sur la phosphorescence des larves et des 
nymphcs du genre Lampyris. 

Reiche L. (p. 471). Col&opteres nouveaux mediterraneens. (Caralus 
‚Rosalesi und Gougeleti aus Südspanien; Oymindis eribricollis aus Piemont; 
Cym. designata aus Corsica; Cym. compostellana aus Nordspanien; Agabus 
Gougeleti aus Corsica. 

Derselbe (p. 476). Sur quelques larves de Lampyrides. 

Strauch Dr. (p. 481). Note sur ’Apalus bimaculatus. 

Linder Jules (p. 483). Microtyphlus Schaumii und Troglorkhynchus 
terricola, zwei neue pyren. Höhlenkäfer, auf Tafel 9 abgebildet. 

Deyrolle H. (p. 485). Penichrolucanus copricephalus, ein neuer Lu- 
canide von Malacca. 

Gautier des Cottes (p. 488). Dyschirius micans, Omias Marqueti 
und trichopterus aus Frankreich; Cetonia aurata Var. nigra aus Corsica; 
‚Pristonychus barbarus Lucas (Expl. de l’Algerie); nun auch auf Corsica 
gefunden. 

Brisout de Barneville (p. 491). Monographie des especes europ. et 
algeriennes du genre Bagous. (31 Arten; neu: sardiniensis von Sardinien; 
robustus von Zante, Creta, Griechenland; Kraatzii aus Mähren.) 

Westwood Prof. (p. 525). Notice sur John Curtis. 


97 


Annales des Sciences physiques et _naturelles, d’Agrieultur et d’In- 
-dustrie. Publi6es par la Soeiete imper. d’Agriculture etc. de Lyon. 
II. Serie. Tom V. 1861. Tom VI. 1862. 


Tom. V. enthält ausser einem Aufsatze von E. Duseigneur: Sur la 
maladie des vers a soie, nichts auf Entomologie Bezügliches. 

Tom VI enthält auf p. 58 die Fortsetzung des vorigen Aufsatzes, dann 

p- 307 Musant: Tribu de Longicornes (Spondylis — Olytus. Die Familien 
und Gattungen sind alle charakterisirt, die in Frankreich vorkommenden Arten 
beschrieben; auch finden sich viele interessanteAngaben über Lebensweise etc.) 


Dubois Ch. F. Les Lepidopteres de V’Europe, leurs Chenilles et 
leurs Chrysalides. Bruxelles, Leipzig, Gand. 1862—63. 


Seit unserer letzten Anzeige (VI. Bd. p. 333) sind weitere 6 Lieferungen 
(27—32) mit 18 color. Tafeln erschienen. Der als Arg. aglaja dargestellte 
Falter gehört zur silberfleckigen Var. von Niobe, während als Niobe die Arg, 
aglaja abgebildet ist. Die Raupen beider Arten sind jedoch richtig. 


Catalogue des Coleopteres de France. Par Mr. le Docteur A. 
Grenier. Paris 21, Juli 1863. 


Eine Zusammenstellung aller bisher in Frankreich (dieses nach seinen 
natürlichen Grenzen, exclusive Corsica betrachtet) aufgefundenen Käfer. In 
einem Anhange folgen Beschreibungen von 158 neuen Arten von Allard, 
Aube, Brisout de Barneville, Cheyrolat, Fairmaire, Fauvel, 
Grenier, Kraatz, Linder, Reiche und de Saulcy. 


& b) Von A. Senoner. 


Ofversigt af k. vetensk. Akademien förhandlingar. XIX. Jahrg. 
Stockholm 1863. 

Löw H. (p. 3). Bidrag till kännedomen om Afrikas Diptera. (29 neue 
Arten.) 

Wallengren H.D. J. (p. 177). Om de till Lepidoptera Closterocera 
Dum. horande Familier och Slägten. 

StalC. (p. 203). Synopsis Coreidum et Lygaeidum Sueciae, 

Stäl C. (p. #79). Synonymiska och systematiska anteckningar ofver 
Hemiptera. 

Thomson C. €. (p. 611). Entomologiska Bidrag. Es werden 55 Arten 
von Nematus aus Schweden beschrieben, Diagnosen, Synonymik, Nachrichten 
über Vorkommen etc. gegeben. 


Bidrag till Finlands Naturkännedom, Etnegrafi och Statistik utgifna 
Finska Vetenskaps-Societeten. 8. Häft. Helsingfore 1865. 
NordmannDr. Alex. v. Erstes Verzeichniss der in Finland und Lapp- 


land gefundenen Spinnen, Aranea. (140 Arten.) 
Wiener entomol. Monatschr. VIII. Bd. 7 


98 

The Transactions of ihe Linnean Society of London. Tom. XXI. 
Part. 3. London 1862. \ 

Lubbock J. (p. 429). Notes on the Thysanura. 

Murray A. (p. 449 und 589). On the geographical relations of the 
Coleoptera of Old Calabar. 

Bates H. W. (p- 459). Contributions to an Insect Fauna of the Amazon 
Valley. Heliconidae. (Fortsetzung.) 


Journal of the Proceedings of the Linnean Society. Zoology. 
London 1862—1863. 

Stainton H.T. (VI. Nr. 24 p. 156). On the abnormal habits of some 
females of the genus Orgyia. 

Walker Fr. (. c. p. 171). Catalogue of the Heterocerous Lepidopterous 
Insects collected at Sarawak in Borneo by Mr. A.R. Wallace. (Fortsetzung.) 

Smith Fr. (VII. Nr. 25 p. 6). Catalogue of Hymenopterous Insects col- 
lected byMr. A.R. Wallace in the islands of Mysal, Ceram, Waigiou, Bouru 
and Timor. 

Murray A. (VII. Nr. 26 p. 97). On the early stages of development of 
Orthopterous Insects. 


Canadian Naturalist and Geologist. Montreal Vol. VII. Nr. 3. 1863. 


Auf p. 212 findet sich die Notiz, dass die Entomologen Canadas zu 
Toronto einen entomologischen Verein gegründet und zu dessen Präsidenten 
Herrn Prof. Croft, zum Secretär Herrn W. Saunders gewählt haben. Der 
Verein wird auch Sammlungen anlegen und in Tauschverbindungen treten. 


Soeiete des sciences naturelles du Grand-Duche de Luxembourg. 
Tom VI. Annee 1863. Luxembourg 1863. 

Dutreux A. (p. 114). Lepidopteres diurnes observ& durant le mois de 
Mars 1863 & Nice, Menton et Cannes. (16 Arten). 


Memoires de la Societe royale des seiences de Liege. Tom XV. 
Liege 1863. 

Dieser Band der Abhandlungen umfasst den 4. Theil der Monographie 
des Elaterides von M. E. Candeze, in welchem Tribus II, die wahren Elate- 
riden, abgehandelt werden. Sechs Tafeln sind zur Erläuterung beigegeben. 


c) Von Dr. I.R. Schiner. 


Fauna austriaca. Die Fliegen nach der analytischen Methode 
bearbeitet von Dr. I. R. Schiner, mit der Charakteristik sämmt- 
licher europäischen Gattungen, der Beschreibung aller in Deutschland 
vorkommenden Arten und der Aufzählung aller bisher beschriebenen 
europ. Arten. 2 Thle, 8. Wien. Im Verlag bei Carl Gerold’s Sohn. 

(Eine Selbstanzeige.) 

Autoren dipterologischer Werke sind unter den dermalen noch obwal- 
tenden Verhältnissen, wenn sie wünschen, dass ihre Arbeiten ausführlicher 
besprochen werden, zur Selbstanzeige und Selbstkritik gezwungen. 


2 


99 


Es finden sich eben im weiten heiligen deutschen Reiche und auch über 
die Grenzen desselben hinaus nur Wenige, die sich mit den Dipteren beschäf- 
tigen, so dass es vollends als Anmassung erscheinen müsste, wenn der Dipte- 
rologe selbst noch dazu eine Berücksichtigung für sich in Anspruch nehmen 
wollte. Das ist aber keine leere Behauptung, denn auch der verehrte Präsident 
des entomologischen Vereins in Stettin, an dem sich der Verfasser obiger Fauna 
mit der Bitte um einen Anzeiger und Kritiker wendete, gelangte ganz zu dem- 
selben Resultate, das ich eben verkünde. Die fünf oder sieben Dipterologen, 
welche dermalen unter der Sonne wandeln, sind eben nicht geneigt, oder fühlen 
“ sich nicht berufen, ihren Collegen das Leder kritisch zu gerben oder unkritisch 
zu versilbern. Da ist der A, welcher für solche Aufgaben zu alt und zu müde 
ist, während der Bzu specielle Studien treibt, um ein allgemeines dipterolo- 
gisches Buch vollständig durchzukritteln, da ist der C. überhaupt mit ander- 
wärtigen Aufgaben und Arbeiten allzu occupirt, der D für kritisches Fahr- 
wasser zu wenig seetüchtig, der E der deutschen Sprache zu wenig mächtig, 
endlich der X, nun der findet es wieder am angemessensten mein Buch todtzu- 
schweigen ect. Ich will mich darüber nicht beklagen; weiss ich doch oder hoffe 
ich wenigstens, dass bei dem reellen Werthe der Dipteren die Zukunfts- 
Entomologie mit zahlreicheren Dipterologen gesegnet sein werde, und dass 
auch das goldene Zeitalter der Dipterologie noeh an die Reihe kommen werde. 

Mit diesem Exordium will ich aber nur motiyiren, warum ich mein Buch 
selbst anzeige und so den Vortheil mit einheimse, mir als billiger Recensent 
und Kritiker nicht allzu wehe zu thun und überall ungeschoren aus der Affaire 
zu kommen, wo mich Andere vielleicht arglich tractirt und zerschunden hätten. 

Wollte ich der allgemein geltenden Usance folgen, so müsste ich meine 
Anzeige und Selbstkritik damit beginnen, die Mängel und Irrthümer meines 
Buches herauszuklügeln und an das helle Tageslicht zu stellen und wäre ich 
auch in der glücklichen Lage nur 5—7 Grossklekse im ganzen Buche aufzu- 
finden. Hinterher könnte ich dann allerdings, aus Liebe zu dem Autor und 
seinem Büchlein (ich ersuche den Hrn. Setzer ja nicht etwa statt des Bein K 
zu setzen) beifügen, dass trotz alledem das Buch eine ganz schätzenswerthe 
Leistung sei. 

Das will ich aber nicht und es erscheint mir viel zweckmässiger, den 
Glorienschein erst vorauszuschicken und dann hinterher dem ganz verblendeten 
und verblüfften Leser leise ins Ohr zu lispeln, dass meine Sonne auch hie und 
da ihr Fleckchen habe. Auf diese Weise hoffe ich mit mir und dem Autor besser 
an's Ziel zu gelangen. 

Wer aber allenfalls glaubt, ich wolle mit meinem armseligen Humor 
nur meine eigene Schwäche bedecken und bemänteln, dem will ich sogleich 
mit dem nachfolgenden Ernste eines Besseren belehren. Was kann aber ernster 
sein, als Zahlen und statistische Daten, mit denen ich jetzt beginne. 

Mein Buch also enthält in zwei Bänden von 674, LXXX. und 656, XXXIU. 
Seiten, die untergebrachten Synonymen nicht gerechnet, 8547 Arten mit 662 
Gattungen. Von diesen Arten sind 3197 als österreichische agnoseirt, beschrie- 
ben und überdies in einer analytischen Darstellung leicht bestimmbar gemacht 


Tas 


100 


835 als deutsche oder als Gattungsrepräsentanten einfach beschrieben und 4515 
mit den nothwendigsten Citaten angeführt. Es wurde in 1% Jahren concipirt 
und in 4 Jahren, wie man sich überzeugen kann, schön und correct in gross 8° 
gedruckt. Der Preis desselben ist so billig gestellt, dass die untergebrachten 
Synonyme mitgerechnet, auf eine berücksichtigte Art kaum !/, Kreuzer ent- 
fällt, wobei das Ueberflüssige, das in den Noten und der Einleitung steht, noch 
gratis beigegeben erscheint. Der Verfasser hätte es sehr gewünscht, wenn sein 
Herr Verleger in der Lage gewesen wäre, den Preis noch billiger zu stellen, 
tröstet sich aber damit, dass das Buch doch billiger ist, als wenn es doppelt 
so viel kosten würde, als es faktisch kostet. 

Das System, nach welchem das Materiale geordnet wurde, ist ein dem 
Autor eigenthümliches und macht — wie ich schon in meinem vorläufigen Com- 
mentare wiederholt ausgesprochen habe — nicht den mindesten Anspruch ein 
natürliches su sein. Damit will ich aber nicht zugeben, dass es ein unnatür- 
liches sei. Mein Hauptaugenmerk warimmer darauf gerichtet, die 
Bestimmung der Dipteren zu erleichtern, — was mir nach einem 
freundlichen Urtheil Gerstäckers (S. Wiegmanns Archiv 1861 S. 489) ın 
der Hauptsache auch vollständig gelungen wäre — und da musste ich denn 
auch immer darauf bedacht sein, das habituell Verwandte und als solches durch 
leicht fassliche Merkmale klar Charakterisirbare neben einander zu stellen 
und auf einander folgen zu lassen. Dabei bin ich aber nicht ohne wissenschaft- 
liche Grundlage zu Werke gegangen, im Gegentheile berücksichtigte ich 
überall das natürliche und besonders das vom Flügelgeäder hergenommene sehr 
wichtige Moment, das sich wie ein rother Faden durch mein ganzes System 
hinzieht und ohne Mühe erkennen lässt. Die Vollständigkeit oder Verküm- 
merung des Geäders ist mir überall massgebend geblieben, so dass beispiels- 
weise in den Dipteris brachyceris jene Familien, bei denen eine vollständige 
Discoidalzelle (in Folge der Ausbildung und Verästelung der 4. Längsader) 
vorhanden ist, vorangehen und jene, bei welchen an der Bildung der Discoidal- 
zelle auch die 5. Längsader Antheil nimmt (Syrphidae, Muscidae ete.) nach- 
folgen, während die Vollständigkeit der Analzelle den Syrphiden wieder 
einen Vorrang vor den Musciden vermittelt u, s. w. Selbstverständlich benützte 
ich weiters auch andere Merkmale und so besonders die Bildung der Fühler 
und theilweise auch der Mundtheile, obwohl die letzteren auch für ein rein 
natürliches System kaum ein grosses Gewicht in Anspruch zu nehmen berufen 
sein dürften. Bei Nennung der Mundtheile fällt mir ein, dass Hr. Gerstäcker 
(l. c.) mir ausstellte, die Taster der Dipteren in meiner Einleitung als Lippen- 
taster declarirt zu haben, während sie doch richtiger Maxillartaster seien 
Hr. Gerstäcker hat da vollkommen Recht, ich wollte eben mit meiner Ein- 
leitung nur die terminologische Frage, bei Leibe aber nicht die anatomische 
und physiologische erledigen, und weil die Taster scheinbar an der Unter- 
lippe aufsitzen, so liess ich sie den Determinator da suchen; ich hätte correcter 
sagen sollen: die Taster sitzen scheinbar an der Unterlippe, was ich hiemit 
berichtige. Aus dem, was ich über mein System kurz andeutete, geht auch 
hervor, warum und wesshalb ich neue Gattungen angenommen und eingeführt 


101 


habe, Ich gestehe, dass ich noch viele Gattungen hätte aufstellen können, 
dass ich mich aber bei diesem Anlasse nur berechtigt fühlte, sie da anzuneh- 
men, wo es mein System erheischte, wo die habituelle Uebereinstimmung der 
Arten es begründete und das Bedürfniss der Analyse es als unabweislich ver- 
langte. Ich glaube nicht, dass viele meiner Gattungen verworfen werden 
dürften, bin aber davon überzeugt, dass sie noch bei weitem werden verviel- 
fältigt werden müssen, 

Wo ich Monographien vorfand, da beutete ich sie vollständig und ge- 
wissenhaft aus und hielt mich in der Regel an die Ansichten der Monographen, 
nicht aber etwa blind, sondern mit derjenigen Kritik, welche bei einem ge- 
wissenhaften Autor vorausgesetzt werden darf. Als Grundsatz nahm ich hier- 
bei an, dass es erspriesslich sei, die einmal angenommenen Ansich- 
ten verlässlicher Autoren nur dann zu modificiren, wenn sie 
offenbar als unrichtig und unhaltbar sich erweisen. 

Die Arten beschrieb ich möglichst vollständig, es sind aber meine Be- 
schreibungen nicht als solche zu betrachten, wie sie der heutige Stand der 
Wissenschaft erfordert, sondern vielmehr nur als erweiterte Diagnosen 
mit Hervorhebung der wichtigsten Merkmale. Dass ich nach den 
letzteren überall gewissenhaft suchte und forschte, wird jeder billige Leser 
bald erkannt haben, es wäre aber vermessen anzunehmen, dass mir diess über- 
all geglückt sei. Ich mache auch darauf aufmerksam, dass zu den Beschrei- 
bungen der Arten immer auch das gehört, was in der vorhergehenden Analyse 
bereits gesagt wurde, so dass, wenn z.B. bei der Beschreibung einer Art über 
die Farbe der Beine nichts gesagt wäre, diese sicher in einem on 
Satze bereits angegeben ist. 

Nur selten habe ich Arten beschrieben, die ich nicht kannte, und es sind 
mir, namentlich für die österreichischen — Dank der Bereitwilligkeit meiner 
vielen Freunde — meistens natürliche Exemplare vorgelegen; wo diess nicht 
der Fall war, habe ich es in der Regel ausdrücklich angemerkt. Auf die sichere 
und richtige Bestimmung: legte ich, wie natürlich, ein grosses Gewicht und 
gab mir in zweifelhaften Fällen alle erdenkliche Mühe, um durch Original- 
exemplare in’sKlare zu kommen. Wenn dessenungeachtet über manche meiner 
Interpretationen Zweifel und Bedenken entstehen sollten, so wäre ich wohl 
in den meisten Fällen in der Lage, sie durch die Gründe, welche mich zu 
meiner Ansicht bestimmten, und die jedesmal von mir genau erwogen worden 
sind, nachträglich zu motiviren, was selbstverständlich in einer Fauna nicht 
geschehen konnte. Jedenfalls wird, wie ich zuversichtlich hoffe, darüber, was 
ich mit meinen Beschreibungen sagen wollte, nicht leicht ein Zweifel übrig 
bleiben, wenn auch ein anderer Speciesname passender gefunden werden 
sollte. Ich habe mir übrigens grosse Mühe gegeben, die richtige Synonymie 
möglichst zur Geltung zu bringen und ich scheute zu diesem Zwecke die Mühe 
nicht, alle Autoren, von dem grossen Linn& bis auf den etwas minder grossen 
Autor dieser Fauna herab, durchzulesen, zu studiren und zu würdigen. Es 
schien mir aber nicht als der Hauptzweck eines entomologischen Buches, 
die historische Kritik mit allen Spitzfindigkeiten der Diplomatik über die Gebühr 


102 


zur Geltung zu bringen, da es sich bei diesen doch nur um das Verständniss 
der Arten und nicht um die Geltendmachung der oft sehr dubiosen jura patrum 
handelt. Aus dieser Rücksicht erhielt ich nicht selten einen allgemein gang- 
baren Namen aufrecht und stellte den älteren nur als Synonym bei. Wo ältere 
Namen von verlässlichen Autoren bereits herbeigezogen waren, habe ich 
nur ausnahmsweise und nur da Aenderungen vorgenommen, wo die Original- 
beschreibung der Interpretation geradezu zu widersprechen schien. 

Die europäischen Arten sind in der Reihenfolge der Autoren ganz me- 
chanisch neben einander angeführt — ich konnte eine zweckmässigere Anord- 
nung auch nicht einmal versuchen, da mir viele derselben ganz unbekannt 
geblieben sind. Wo ich zu irgend einem verlässlichen Ziele gelangte, sind die 
europäischen Arten wenigstens immer in jene neue Gattung eingereiht worden, 
wohin sie aller Wahrscheinlichkeit nach gehören. Zum vollen Verständnisse 
der Veränderungen würde allerdings ein Synonymen-Index erforderlich sein, 
und ich bedaure es daher, dass, wie ich bereits in der Vorrede angedeutet 
habe, mein Hr. Verleger sich nicht herbeigelassen hat, den im Manuscripte 
vollständig fertigen Synonymen-Index zu drucken. 

So weit der helle Sonnenschein und jetzt zu den Schatten und Flecken! 

Ich hätte — will mir scheinen — mein Buch besser schreiben können, 
wenn ich es erst nach zehn Jahren begonnen hätte. Das „nonum prematur in 
annum“ ist zumal uns Deutschen ein sehr plausibles Axiom. Ich gebe aber zu 
bedenken, ob bei dem unzweifelhaften Dipterologen-Mangel es nicht geradezu 
als eine schwere Pflicht erscheint, irgend etwas zu unternehmen, um für die 
vernachlässigte Ordnung der Dipteren, Arbeiter zu schaffen. Wenn ich auch 
nicht zugebe, dass, wie mein allzugütigerFreund Meyer-Dür in den Mit- 
theilungen der Schweizer entomol. Gesellschaft sich (Nr. 4 S. 27) auszudrücken 
so freundlich war: mit meinem Buche „alle Popanzen ,„ die vordem vor diesem 
interessanten Studium abgeschreckt, radical aus dem Wege geräumt“ worden 
seien, so glaube ich doch, ohne Anmassung hoffen zu dürfen, das Studium der 
Dipterologie in Etwas erleichtert zu haben. Und mit dieser Hoffnung hätte 
ich etwa noch zehn Jahre warten sollen, ohne zu wissen, ob ich dann von 
den lieben Dipteren (Larven) etwa aus Dankbarkeit für mein rücksichtsvolles 
Abwarten der vollen Reife — nicht schon völlig aufgefressen bin, bis auf die 
ledigen Knochen? Wann ist aber überhaupt ein wissenschaftliches Buch 
völligreif?und erscheint nicht nach jedem Decennium ein später edirtes auch 
immer wieder reifer als ein früheres, ja bringen die Autoren nicht schon bei 
Durchbesserung des Correcturbogens selber hie und da Verbesserungen, Nach- 
träge an ? — Dies diem docet! Wichtiger wäre schon die Anklage, dass man 
mit meinen analytischen Tabellen oft nicht zum Ziele gelange. Sollte eine 
solche Anklage laut werden, so empfehleich zu meiner Vertheidigung folgende 
Erwägungen. Da, wo meine Bestimmungstabellen etwa im Stiche lassen, können 
drei Umstände hiezu Anlass sein: das Ungenügende der analytischen (eigent- 
lich dichotomischen) Methode überhaupt, eine Fahrlässigkeit des Autors, oder 
— Unfähigkeit oder Unbeholfenheit des Lesers. Der diehotomischen Methode 
kann gar nicht zugemuthet werden, immer und überall zum richtigen 


103 


Ziele zu führen , sie ist aber unzweifelhaft diejenige Methode, welche die Be- 
stimmung der Arten mehr erleichtert als jede andere. Es ist nur erforderlich, 
die zur Unterscheidung der Gruppen hervorgehobenen Unterschiede auch 
richtig aufzufassen. Sind diese Unterschiede schlecht gewählt oder unklar 
ausgedrückt, so trifft die Schuld allerdings den Autor — er kann sich aber in 
vielen Fällen damit entschuldigen, dass unsere Kunstsprache leider noch der 
erforderlichen Präcision entbehrt, und wohl nie eine vollständige sein wird. 
Erst jüngst gestand mir einer meiner mathematischen Freunde, vor der 
descriptiven Naturwissenschaft ein ordentliches Odium zu haben, da die Natur- 
forscher „spitz“ und „stumpf“ nennten, was es gar nicht ist, von „lang“ und 
„breit“, „schmal“, „gross“, „grösser“ u. dgl. faselten ohne alle Beziehung 
auf bestimmte Massstäbe und nicht einmal rücksichtlich der Farben sich eines 
objeetiv richtigen fixen Ausdruckes zu bedienen wüssten, was alles nicht nur 
nicht mathematisch, sondern geradezu abominable sei. Das Alles hat in der 
Hauptsache seine Richtigkeit — und ich kann nur beifügen, dass ich diese 
Mängel vollständig erkannte, mich aber bestrebte, überall möglichst klar und 
vor allem — namentlich wis die Bezeichnung des Flügelgeäders anbelangt — 
durch das ganze Buch hindurch consequent zu bleiben. Wo trotzdem meine 
Tabellen nicht genügen, da nehme ich gerne die Schuld auf mich, hoffe aber, 
dass diess nicht allzuoft der Fall sein werde. 

Nicht selten mag es sich auch ereignen, dass die zu determinirende Art 
in meinem Buche gar nicht enthalten ist. — Ich selbst finde ja bei meinen Ex- 
cursionen fortwährend neue Arten und überzeuge mich von Stunde zu Stunde 
immer mehr davon, dass ein sehr grosser Theil der europäischen und nament- 
lich der österreichischen Arten erst zu entdecken und zu beschreiben sein wird. 
Wer aber solche Arten um jeden Preis mit meinen vorliegenden Tabellen 
bestimmen will, der wird diese Tabellen freilich ungenügend finden. 

Den Leser endlich trifft die Schuld, wenn er sich nieht die Mühe nimmt, 
die Terminologie des Verfassers sich vollständig eigen zu machen. Ich kann 
nicht annehmen, dass es Viele geben werde, die sich an die Determinirung der 
Dipteren wagen, ohne zu wissen, dass z. B. die Schüppchen am Thorax und 
nicht an den Beinen sitzen — wie erst jüngst ein gar nicht unbekannter Co- 
leopterologe in meiner Gegenwart producirte — gewiss aber kann die dritte 
Längsader für die vierte oder fünfte genommen werden, wenn man eben 
nicht weiss, was der Autor mit der „dritten“ Längsader bezeichnen wollte. 

Als Mangel mag auch gerügt werden, dass die Aufzählung der euro- 
päischen Arten nicht ganz vollständig ist und dass namentlich die in einzelnen 
Abhandlungen und Aufsätzen bekannt gemachten Arten zuweilen keine Be- 
rücksichtigung fanden. 

Möge dieser Mangel nicht allzu scharf gerügt und dabei erwogen werden, 
dass ein Arbeiter nicht im Stande ist, alle die Brodkrummen und Diamantkörn- 
chen aufzusammeln, die so sehr und so bunt allenthalben verstreut liegen. Alle 
Mühe habe ich mir freilich gegeben, um möglichst vollständig zu sein, es sind 
aber auch nicht wenige Arten absichtlich weggelassen worden. So nament- 
lich die Harris’schen Synonyme, die Schellenberg’schen, viele der Robi- 


104 


neau-Desvoidy’schen und auch einige der Walk er’schen Arten. Ich glaube, 
dass die Prioritätsfrage bei Harris u. Schellenberg kaum zu Conflicten füh- 
ren wird, so wie ich hoffe, dass man die nicht aufgeführten Robineau-Des- 
voidy’schen und Walker’schen Arten nicht vermissen werde. Bei Robineau- 
Desvoidy sind die nicht berücksichtigten Arten grösstentheils auch schon von 
Macquart unberücksichtigb geblieben und solche, deren Determinirung kaum 
je gelingen wird; wer die Myodaires dieses Autors mit der neuesten posthumen 
Publication der Myodaires des environs de Paris vergleicht, wird finden, dass 
Robineau-Desvoidy selbst über viele frühere Arten nur sehr ungenügenden 
Aufschluss zu geben weiss. Robineau-Desvoidy war einer der gründ- 
lichsten Kenner der Musciden, in seiner Scrupulosität aber leider unfähig, klare 
und präcise Diagnosen und Beschreibungen zu geben, abgesehen davon, dass er 
oft Arten beschrieb, welche kaum abweichende Individuen eın und derselben 
Art gewesen sind. Bei Walker, dessen grosse Verdienste um die Dipterologie 
ich keineswegs verkenne, kann eine gleichförmige Berücksichtigung aller 
seiner Schriften nicht beansprucht werden, namentlich derjenigen nicht, denen 
er offenbar frühere Notizen und Aufzeichnungen ohne nachfolgende Kritik zu 
Grunde legte; ich habe im Texte in der Regel angeführt, warum ich diese oder 
jene Arten Walkers unberücksichtiget liess oder doch nur nominatim anführte. 

Ich bekenne endlich, dass — weil denn zuweilen „et bonus dormitat Ho- 
merus“ — der gegenwärtige Autor der Fauna nicht selten dem Pressbengel in 
vollem Ernste ein X für ein U vordictirte, wo die Sache doch klar und dem 
Autor vollkommen bekannt war. Für diese Erscheinung wüsste ich keinen Ent- 
schuldigungsgrund anzugeben, als momentane Haluceinationen und hinterlistige 
Einflüsterungen irgend eines Koboldes, der in seinem Muthwillen auch ernste 
dipterologische Autoren nicht ungeneckt dahinziehen lässt. Ich will solche 
Verirrungen nicht besonders anführen und bezeichnen, da sie ja meine Freunde 
wohl ohne Leuchte werden herauszufinden wissen, und ich dem nicht entgehen 
werde, sie recht hell und klar an die Glocke gehängt zu sehen. 

Und so bin ich denn mit meiner Selbstanzeige und Selbstkritik zu Ende 
und gestehe, dass sie mich selbst ungemein beiriediget, und ich nur wünschen 
würde, dieselbe Befriedigung, wenn auch nur im hundertsten Grade bei meinen 
Lesern anzutreffen. 

Schliesslich füge ich bei, dass — wenn es irgend Jemandem einfallen 
sollte, einen Auszug aus dieser Selbstanzeige oder die ganze Abhandlung in 
Bausch und Bogen irgendwo und irgendwann abdrucken zu lassen, er von 
meiner Seite einen Nachdrucksprocess gar nicht zu besorgen hätte — obwohl 
es kein kleines Opfer erheischt, sich eventuell vervielfältigen zu lassen, 
wenn man vereinzelt (man kann auch sagen vereinfältigt) schon lästig 
zu werden befürchten muss. Mögen nun die „lieben Dipteren“ meine Anwälte 
sein und es mit ihrem Gesumme Jedermann verkünden, dass eine bessere 
zweite Auflage nur nach dem Ausverkaufe der ersten möglich wird und dass 
mit einer solchen nicht nur den Besitzern derselben, sondern auch meinem 
Herrn Verleger gedient sein würde. 


Verantwortl. Redacteure u. Herausgeber: Julius Lederer und Ludwig Miller. 
Gedruckt beikarl Veberreuter, Alserstrasse Nr. 24. 


WIENER 
Entomoloeische Monaischrift. 


Redaction und Expedition: In Commission bei 
Landstrasse, Gärtnergasse Nr. 20. Carl Gerold’s Sohn, Stadt Nr. 625. 


Nr. 4, VIII. Band. April 1864. 


Kleiner Beitrag 


zur 


Käferfauna Venedigs und des Lido, 


mitgetheilt von 


einem süddeutschen Entomologen. 


Anknüpfend an einen kurzen Aufsatz in der Märznummer 1863 
dieser Monathefte, betitelt: „Kurzer Bericht über die Ergebnisse 
weniger Sammelstunden in Venedig und am Lido im September 1862*, 
kann ich nicht umhin, meine neuerliche Ausbeute daselbst in 
Kürze zu besprechen, oberwähnte Skizze in einigen Punkten zu 
berichtigen, und auch sonst noch Manches mitzutheilen, was mir, 
vorzüglich hinsichtlich der Käferfauna dieser noch immer so sehr 
vernachlässigten Punkte ferner bekannt wurde, ohne zu befürchten, 
der Geduld des Lesers dadurch allzuviel aufzubürden. 

Ich hatte beschlossen die bezeichnete Gegend im Frühjahre 
1863 neuerdings zu besuchen, und durch mehrtägigen Aufenthalt da- 
selbst, so viel mir möglich wäre, auszubeuten. Allein unvorhergesehene 
Hindernisse vereitelten die Ausführung dieses Vornehmens, und es 
war mir nur vergönnt ganz kurze Zeit im Spätsommer, u. z. den 
letzten August und 1. September 1863, derselben zu widmen. 

Am ersten dieser zwei Tage sammelte ich im Giardino publico 
unter sehr ungünstigen Umständen, da in Folge lange anhaltender 
Dürre auch hier die wenigen zum Fange geeigneten Plätze unter 
Steinen und dem bereits stark abgefallenen Laube, fast gänzlich 
ausgetrocknet, waren. Nichtsdestoweniger erbeutete ich manches Gute 
und Brauchbare, wovon ich hier blos ein Pärchen von Quedius sein- 


tillans Grv. in einer Varietät mit fast ganz schwarzen Fühlern, 
Wiener entomol. Menatschr. VIII. Rd. 8 


106 


welche zwischen dieser Art und Qued. lucidulus Er. beinalie die 
Mitte hält; ferner Epierus retusus in Mehrzahl, dann Comazus dubius 
hervorhebe, mir die specielle Aufzählung am Schlusse dieser Zeilen 
versparend. — Von der Bulaea 19-notata Gebl. (nicht B. pallida, 
wie ich früher, durch die sämmtlich noch unausgefärbten Exemplare 
getäuscht, irrthümlich angegeben hatte) war nichts zu finden, wohl 
weil die Pflanze, auf welcher dieselbe in Verfolgung von Blattläusen 
vorkömmt (Atriplex laciniata L.) zum Theile ausgerottet war, zum 
Theile nur höchst kümmerlich vegetirte, dann weil die Herbstgene- 
ration dieses Käfers, welchen ich im Vorjahre um 14 Tage später 
erst frisch entwickelt angetroffen, sich wahrscheinlich noch im Puppen- 
stande befand. 

Tags darauf, am 1. September, einem schönen heiteren, heissen 
Tage, fuhr ich um 9 Uhr Vormittags auf den Lido hinaus. Daselbst 
beschloss ich die im verflossenen Jahre gänzlich unberücksichtigt 
gelassene Lagunenseite der Insel zuerst zu durchforschen. — Auch 
hier war in Folge der anhaltenden Trockenheit die Vegetation im 
Allgemeinen, mit Ausnahme der Bäume und Baumhecken (zumeist 
Robinia pseudacacia), die noch in ziemlich frischen Blätterschmucke 
standen, bedeutend mehr verkümmert als im jüngst verflossenen 
Jahre um volle 14 Tage später dies der Fall war. — Auf den 
Wiesen war daher auch mit dem Kötscher von Insecten fast nichts, 
mit dem Suchen am staubdürren Boden nur sehr weniges zu finden. 
Dennoch erbeutete ich zwei schöne Ofiorhynchus, einige Exemplare 
von Opatrum pusillum u. Ss. w. 

Da hier, mindestens in der Nähe des Landungsplatzes, wo ich 
mich befand, die Fluthen nicht frei das Ufer bespülen, indem dieses 
durch eine Quadernmauer, welche senkrecht in die Lagunen abfällt 
und den Wasserspiegel zur Ebbezeit wohl bei 5 Fuss überraget, 
künstlich erhöht und geschützt ist, war schon desshalb die Localität 
dem Fange nicht günstig. Ergiebiger erwies sich die Ausbeute am 
Rande der mit Brakwasser zum Theile noch gefüllten Gräben, die 
sich hier vorfinden. Auf dem halb trockenen Schlamme unter dichtem 
Gestrüppe von Atriplex laciniata und Salsola kali L. sammelte ich 
ausser einigen Dromius linearis, sechs Stücke des schönen Phi= 
lonthus cribratus Er., dann noch Bryazis transversalis Schm. und 
einen mit Lymnichus verwandten kleinen Käfer, welchen ich gleich 
für einen Bothriophorus erkannte, und auf welchen ich am Schlusse 
nochmals zurückkommen werde, in Mehrzahl. 


107 


Diese Ausbeute entsprach jedoch meinen Erwartungen nicht 
ganz; ich wendete mich daher gegen Mittagszeit der Seeseite der 
Insel, meinem vorjährigen Fangplatze zu, den ich sohin in grösserer 
Ausdehnung durchforschte. Dort war auch in der That das Sammeln 
viel lohnender, vorzüglich mit Rücksicht auf die Menge der Indivi- 
duen, die, namentlich bei ein Paar Arten in wahrer Unzahl auf- 
traten. Von circa 1 bis 6 Uhr Abends verweilend, erbeutete ich hier 
Nanophyes pallidulus Grv. auf Salsola kali in mehr als 300 Stücken» 
Trachyscelis aphodioides in noch viel grösserer Menge, darunter Sa= 


_ prinus aemulus und dimidiatus (nicht erassipes, wie ich früher irrig 


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angegeben hatte) in ungefähr je einem Dutzend Stücken, Mecyno- 
tarsus rhinoceros, Anthicus tristis, Otiorhynchus Ferrarü Mill 
(Wien. Entom. Monatschrift 1863 Nr. 3) und noch manche andere 
Käfer, die in dem am Schlusse folgenden Verzeichnisse namhaft 
gemacht werden. Von Cleonus albida, Cryptophagus fasciatus und 
Phytosus balticus Kraatz (nicht Ph. niyriventris wie ursprünglich 
angegeben wurde), die isch sämmtlich mit Sicherheit wieder zu finden 
hoffte, zeigte sich jedoch diesmal keine Spur. 

Auch den Acanthaclysis-Larven schenkte ich besondere Auf- 
merksamkeit, und war so glücklich dieselben in Mehızahl aufzu- 
finden. Sie waren von sehr verschiedener Grösse, zwar meist nur 
3 bis 4 Linien lang, doch fand ich auch Stücke von 8 Linien Länge 
und darüber; wodurch wohl ausser Zweifel gestellt wird, dass dieselben 
mindestens zwei Jahre in dieser Entwicklungsstufe verharren. Ich fand 
sie vorzugsweise beim Aufwühlen und Durchsuchen des Ufersandes an den 
Wurzelstöcken der einzelnen Büsche von Salsola kalö und Crithmum 
maritimum L., wo ich mit Erfolg nach Coleopteren suchte, oder durch 
ihre Beute aufmerksam gemacht, welche diesmal jedoch blos in grös- 
seren Dipteren und Hymenopteren bestand, ein Umstand, welcher 
darthut, dass sie in der Kost eben nicht wählerisch sind, und sich 
diesfalls den Verhältnissen anzupassen wissen, da in Folge des heuer 
spärlicheren Pflanzenwuchses, namentlich der Euphorbien, mir nirgend 
eine Raupe zu Gesichte kam. — Ich nahm nur vier der grössten 
Stücke mit mir, da ich nicht genug Gläser hatte, um deren mehr 
unterzubringen, indem sie ihrer Bissigkeit halber abgesondert verwahrt 
werden müssen. 

Bei dieser Gelegenheit gelang es mir durch einen Zufall zu con- 


| statiren, dass sie, ohne Zweifel nächtlicher Weile, aus dem Sande 


hervorzukommen und herumzuwandern pflegen. Ich that nämlich das 
g* 


108 


vierte grösste Stück, in Ermanglung eines leeren Glases, in mein 
Sacktuch, worein ich beiläufig eine Mass Sand geschüttet hatte, 
in welchen es sich auch gleich eingrub, und band die Enden des 
Tuches zusammen. Nicht ahnend, dass es seinen natürlichen Aufent- 
haltsort aus freiem Antriebe verlassen werde, u. z. um so mehr, da 
ich mit dem Sande eine hinreichende Menge Trachyscelis aphodioides mit 
aufgerafft hatte, die ihr als Nahrung dienen konnten (bei vorgenommener 
Zählung fanden sich nach drei Tagen noch 32 Stücke dieses Käfeıs, 
meist lebend, vor, derjenigen zu geschweigen, die in der Zwischenzeit 
entwichen sein mochten) unterliess ich es auf meiner Weiterreise nach 
Trient am 2. September Morgens, und dann anderweitig beschäftiget, 
durch drei Tage, dieses Stück in einem Fläschchen zu verwahren. Als 
ich nach dieser Frist jedoch den Sand auf das sorgfältigste darnach 
durchsuchte, war es entflohen, obwohl ich die Vorsicht gebraucht 
hatte, das Tuch stets frei aufzuhängen. Es musste daher die Larve 
den Sand verlassen, an der überhängenden Leinwand bis zur nächsten 
Spalte hinangeklommen und durch diese geschlüpft sein, was jeden- 
falls bedeutendere Gewandtheit im Gebrauche der Beine voraussetzt, 
als man ihr wohl zumuthen möchte. 


Die anderen drei Stücke überdauerten eine 14tägige Reise über 
Innsbruck und München ganz gut, und zwei befinden sich derzeit noch 
lebend im k. k. zoologischen Kabinete, wo sie bis gegen Mitte October 
mit bedeutender Gefrässigkeit Fliegen und Raupen verzehrten, doch 
seit jener Zeit der Winterruhe pflegen. 

Das im Vorjahre erbeutete Stück, welches, vom Eintritte des 
Frühlings an, gleichfalls zahlreiche Raupen aussog, wobei es den 
nackten den Vorzug vor den behaarten gab, war schon im Juli, wahr- 
scheinlich wegen des zu trocken gehaltenen Sandes, zu Grunde gegangen, 
indem es eines Morgens todt ganz frei und ausgestreckt auf dessen 
Oberfläche lag. { 


Was den auf der Lagunenseite des Lido gesammelten Bothrio- 
phorus anlangt (über die Gattungsidentität liess die Analyse keinen 
Zweifel übrig), so hat es sich bei genauer Prüfung herausgestellt, dass 
derselbe wesentlich von der einzigen bisher bekannten Art abweiche *). 


”) Bothriophorus venetus n. sp. Subhemi-phaericus, niger, subopacus, cinereo- 
holosericeus, subtilissime alutaceus, thorace lateribus rectis, angulis 
omnibus subacutis, antennis pedibusque piceis, illis artieulis duobus 
basalibus, his femorum basi tibiarumque apice rufis. Long. vix '/, lin. 


109 


Dem Bothr. atomus nahestehend ist er etwas kleiner, dann 
bleiben die unten angegebenen Merkmale bei zwei Dutzend Stücken 
vollkommen gleich und unveränderlich, auch lässt sich unsere neue 
Art leicht durch den kürzeren, gedrungeneren und nur nach hinten 
zu etwas zugespitzten Umriss, die feinere und gleichmässigere Be- 
haarung, die geraden Seitenränder des Halsschildes, welche bei 
atomus im sanften Bogen geschwungen erscheinen, und den anders 
gefärbten Fühlern und Beinen unterscheiden. 

Ich kann jedoch nicht umhin hier zu bemerken, dass dem eben 
so scharfsichtigen als gewissenhaften Mulsant bei der Beschreibung 
des Bothriophorus atomus in seinen Opuscules entom. 1853, II. Cahier 
pag. 21—23 die wahre Bildung des Brustschildes entgangen ist. Er 
sagt nämlich 1. c. pag. 22: „prothorax deux fois plus &troit en avant“, 
während dasselbe auch bei der in Frage stehenden Art, welche ich 
in mehreren Stücken genau verglichen habe, in der That am Vorder- 
rande nur sehr wenig schmäler als am Hinterrande ist. Dieses Ueber- 
sehen erklärt sich leicht, wenn man den Käfer senkrecht von oben 
betrachtet, indem das Brustschild vom Hinterrande der grossen Seiten- 
gruben, welcher etwas gewulstet vortritt, gäh und fast senkrecht ab- 
fällt, daher die bedeutend heruntergezogenen Vorderwinkel selbst dann 
nicht sichtbar sind. 


Der Gesammtumriss des Körpers ist fast halbkugelig, gegen hinten 
Jedoch deutlich etwas zugespitzt. Kopf gross, ohne allen Eindruck, conyex, 
geneigt, in das Brustschild eingesenkt, daher von oben besehen, in der 
Ruhe nur der Hinterscheitel sichtbar, schwarz, matt. Die Fühler je auf einem 
Höckerchen vor den Augen eingelenkt, dunkel pechbraun, nur die zwei 
ersten Glieder röthlich, gebildet wie bei Dothr. atomus Muls. Brustschild 
sehr quer, an der Wurzel den Flügeldecken anschliessend, und von deren 
Breite, daselbst jederseits leicht gebuchtet, die Seiten gerade, mit einer 
grossen beinahe bis an die spitzen Hinterwinkel reichenden eiförmigren Grube 
an den fast spitzen, sehr herabgezogenen Vorderwinkeln, nach vorne etwas 
verschmälert, am Vorderrande leicht ausgeschnitten, in der Mitte stark ge- 
wölbt, ziemlich dicht, mit sehr feinen kurzen greisen Härchen bedeckt, dar- 
unter kaum erkennbar chagrinirt, schwarz, matt. Schildchen dreieckig und 
so wie die hochgewölbten, fast halbkugeligen, nur hinten gegen die ver- 
wachsene Naht etwas zugespitzten, gäh abfallenden Flügeldecken gleich dem 
Brustschilde, doch noch etwas feiner und spärlicher behaart und chagrinirt, 
daher auch etwas glänzender. Unterseite schwarz, matt, unendlich fein be- 
haart. Die ganzen Beine pechbraun, nur die Wurzel der Schenkel und Spitze 


der Schienen röthlich. 
Gf. Ferrari. 


110 

Zum: Schlusse erübrigt mir nur noch ein Verzeichniss jener 
Coleopteren anzuschliessen, welche meines Wissens bis Jetzt in Venedig 
und auf dem Lido gesammelt und beobachtet wurden. Dieses Verzeichniss 
ist wohl noch sehr unbedeutend und lückenhaft, doch wird es hof- 
fentlich in etwas dazu beitragen, andere Entomologen aufzumuntern, 
diesen noch wenig erforschten und gewiss lohnenden, gleichsam für 
sich abgeschlossenen Punkten der österreichischen Monarchie, gelegent- 
lich ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden. 

Ich habe hiebei ausser den eigenen wenigen Beobachtungen, in 
Ermanglung anderweitiger Literatur, mindestens so viel mir bekannt 
wurde, nur den schon im vorjährigen Berichte angeführten Aufsatz 
Dr. Gustav Joseph’s, enthalten in der Zeitschrift für Entomologie 
im Auftrage des Vereines für schlesische Insectenkunde, 8. Jahrgang 
1854 Seite 13—17, benützen können, so unvollständig, und hin- 
sichtlich der angeführten Arten mitunter wohl selbst unzuverlässig 
derselbe auch erscheinen mag. 

Desshalb habe ich die von Dr. Joseph allein angeführten Arten 
mit einem J. bezeichnet, und wo mir hiebei die Richtigkeit der Be- 
stimmung zweifelhaft erschien, ein Fragezeichen, auch hie und da 
kurze Noten beigefügt. Solche von diesen Arten endlich, denen blos 
Venedig als Fundort beigefügt ist, stammen ohne nähere Angabe von 
Venedig selbst, dem Giardino publico, Orto botanico, Campo marte, 
oder Giardino di Papadopoli und wurden im Zeitraume vom Spät- 
herbste bis Anfangs April gesammelt. 

Cieindeletae. Anchomenus prasinus F. (Lido) J. 
Id. sewpunctatus F. (Id.) J. 


Id. parumpunctatus F. (Id.) J. 
Id. Zugens Dft. (Id.) J. 


Cieindela littoralis FE. (Giard. publ. ein 
todtes Exemplar). 


Carabici. Amara aulica Pnz. (Id.) J. 

Loricera pilicornis F. (Lido) J. Id. patrieia Dft. (Id.) J. 
Aptinus mutilatus F. (Id.) J. Id. acuminata Pkl. (Id.) J. 
Brachinus exhulans F. (Id.) J. Id. trivialis Gyll. (Giard. publ.) 
Demetrias unipunctatus Crtz. (Id.) J. Zabrus gibbus F. (Campo marte). 
Dromius marginellus F. (Id.) J. Harpalus cordatus Dft. (Lido) J. 

Id. linearis Ol. (Id.) Id. maculicornis Dej. (Giar. p.) **) 
Scearites arenarius Bon. (Id.) =) Id. Froehlichii Stm. (Lido). 
Calathus melanocephalusL. (Giar.pub.) Id. tardus Pnz. (Id.) 

Id var. ochropterus Dft. (ld. Id. serripes Dft. (Id.) 


*) Diese Art habe ich auf die ausdrückliche Versicherung meines 
geehrten Freundes, Herrn Tü rk, sie von dort bezogen zu haben, aufgenommen. 
“”) Erscheint im vorjährigen Aufsatze irrig als /7. spurcaticornis. 


111 


Harpalus aeneus F. (1d.) J. Xantholinus punctulatus Pkl. (G. p.) 
Id. fuscipalpis Dej. (ld.) Id. longiventris Heer. (Lido). 
Id. modestus Dej. (Id.) Leptacinus batychrus G yll. var. elytris 
Stenolophus vaporariorum F. (Id.) J. anoque concoloribus (Giar. pub.) 


Trechus minutus F. (Giard. publ.) Stilicus orbieulatus Pkl. (Id.) 
Tachypus pallipes Dft. var. (Lido). Paederus riparius F. J. () 
Stenus impressus Germ. J. 


Palpicornia. Id. foraminosus Er. (Lido). 

Sphaeridium scarabaeoides F. J. Ozytelus rugosus F. J. 

Id. bipustulatum F. J. Id. sculptus Grv. (Bahnhof). 
Omalium striatum Grv. J. 
Staphylinidae. 

Falagria obscura Curt. (Giard. publ.) Pselaphidae. 

Boletochara lunulata Pkl. J. Bryasis transversalis Schm. (Lido). 
Id. obliqua Er. J. H 

Phytosus balticus Kraatz (Lido). Scydmaenidae. 

Aleochara ruficornis Grv. J. Scydmaenus tarsatus Müll. etK. var. 
Id. fuscipes Grv. J. paulo minor, antennis breviort- 
Id. bipunctata Grv. J. bus (Giard. publ.) 

Id. binotata Kraatz (Lido). Leptomastax hypogaeus Pir. (G. p.) 

Myrmedonia canaliculata F. (Giar. p.) 

Homalota graminicola Er. J. Silphales. 


Id. analis Grv. (?) (Giard. publ.) (Oholeva testacea F. J. (2) *) 
Phloeopora corticalis Grv. (Venedig.) S;lpha littoralis L. 3. 
Hrypocyptus tenuicornis Kraatz (Giar. Id. rugosa L. J. 


publ.) Id. obseura L. J. 
Tachinus elongatus Gyll. J. Id. reticulata Il. J. 
Lamprinus erythropterus Pnz. (G.p-) Id. laevigata F. (Lido). 
Quedius impressus Pnz. J. Id. gibba Brull. J. 
Id. seintillans Grv. var. (Giar. p.) Necrophorus vespillo L. J. 
Creophilus mazxillosus L. J. » Siphaerites glabratus F. J. **) 
‚Leistotrophus nebulosus F. J. Comazus dubius Marsh. (Giar. publ.) 
Ocypus olens Müll. (Giard. publ.) 
Id. morio Grv. v. melanarius Heer- Trichopterygia. 
(id.) Ptenidium apicale Er. J. 
Philonthus splendens F. J. Trichopteryx fascicularis Hbst. J. 
Id. eribratus Er. (Lido). Id. brevipennis Er. J. 
Id. bimaculatus Grv. var. nitidisol- 
lis Boisd. (Giard. publ.) Histeridae. 
Xantholinus fulgidus FE. J. Platysoma deplanatum Gyll. (G. p.) 


*) Mir ist diese Art zu deuten nicht gelungen. i 

**) Bei Dr. Joseph heisst es: Saprinus glabratus F. Da mir jedoch 
kein Saprinus dieses Namens bekannt ist, bezog ich es auf gegenwärtige 
Gattung und Art, obwohl mir das Vorkommen dieses Käfers in der Nähe 
Venedigs zweifelhaft erscheint. 


112 


Hister cadaverinus Ent. Hft. J. 
Id. unicolor L. J. 
Id. duodeceimstriatus Schrk. J. 


Id. corvinus G erm. var. minor (G. p.) 


Epierus retusus Ill. (Id.) 
Careinops pumilio Er. (Id.) 
Tribalus minimus Rossi (ld.) 
Saprinus aeneus F. J. 
Id. dimidiatus Ill. (Lido). 
Id. aemulus Ill. (Id.) 


Phalacridae. 
Olibrus liquidus Er. (Lido). 
Nitidulariae. 
Carpophilus hemipterus L. J. 
Colydiidae. 
Ditoma erenatum F. J. 
Cucujidae. 
Prostomis mandibularis E. J. 
Laemophloeus sp? (Campo marte). 


Cryptophagidae. 
Cryptophagus. fasciatus Kr. (Lido). 
Id. dentatus Hbst. (Giard. publ.) 
Id. labilis Er. (Campo marte.) 
Id. subdepressus Gyll. (G. p.) 
Atomaria gibbula Er. (Id.) 
Lathridiidae. 
Lathridius minutus L. (G. p.) 
Id. anthracinus Mannh. (Id.) 
Corticaria foveola Beck (Id.) 
Id. fusceipennis Mannh. (Lido). 


Byrrhidae. 


Bothriophorus venetus Ferrari (Lido). 


Scarabaeidae. 
Ateuchus semipunctatus F. (Id.) J. 


*) Diese Art kenne ich nicht, 


Onthophagus austriacus Pnz. (1d.) 3. 

Id. vacca L. (Id.) J. 

Id. nuchicornis L. (Id.) J. 

Id. lemur F. (Id.) J. 

Id. camelus FE. (Id.) J. 

Id. furcatus FE. (Id.) J. 

Id. ovatus L. (1d.) J. 

Id. taurus L. (Giard. publ.) 

Id. Schreberi L. J. 
Aphodius fossor L. J. 

Id. haemorrhoidalis L. J. 

Id. fimetarius L. J. 

Id. sordidus F. J. 

Id. nitidulus F. J. 

Id. bimaculatus F. J. 

Id. prodromus Brahm. J. 
"Id. contaminatus Hbst. J. 
Pleurophorus caesus Pnz. (G. p.) 
Psammodius suleicollis Ill. (Lido). 
Geotrupes stercorarius L. verus. (G. p.) 

Id. vernalis L. J. 
Homaloplia nigra (9) I. *) 
Pentodon punctatus Ol. (Lido.) 
Oryectes nasicornis L. J. 
Cetonia hirtella L. J. **) 


Eucenemidae. 
Throseus dermestoides L. (?) 3. 


Cleridae. 
Ölerus fasciatus F. (9%) 3. *”) 


Ptiniores. 
Hedobia imperialis L. J. 
Ptinus fur L. J. 
Gibbium scotias F. (Venedig). 
Anobium tissellatum F. J. 
Id. pertina® F. J. 7) 


auch ist der Autor nicht angegeben, 


Sollte es Serica holosericea Scop. oder "Homaloplia transsilvanica Bielz sein? 
"*) Bei Dr. Joseph erscheint hier Cetonia vulpina olıne Autor, -sollte 


es etwa Encore squalida L. sein? 


==) Dieses Citat ist wörtlich gegeben, da mir dessen Deutung räthselhaft 
blieb; es dürfte jedoch ein Druckfehler statt Tillus unifasciatus F. obwalten. 


1) Da Anobium pertinax L. mit An. striatum F. 


zusammenfällt, ist 


diese Art eine von An. pertina® L. verschiedene, u. z. An. striatum Ol.. 
vorausgesetzt dass Dr. Josephs Bestimmung hier richtig war. 


113 


Tenebrionidae. Sibynes primitus Hbst. (Id.) 
Orchestes salicis F. (Id.) J. ”**) 


Opatrum pusillum F. (Lido). 
Ceutorhynchus troglodytes F. var. minor 


Lichenum pictum F. (Id.) 


Trachyscelis aphodioides Latr. (Id.) (1d.) \ 
a everne Ki (kah) Nanophyes pallidulus Grv. (Id.) 
Sitophilus orizae L. (?) J. +) 
Anthicidae. 

Mecynotarsus rhinoceros F. (Lido.) Cerambycidae. 
Formicomus pedestrisRossi var. (G.p-) Semanotus russicus Ol. J. +f) 
Anthicus hispidus Rossi (Id.) Clytus trifaseiatus F. J. 

Id. quadriguttatus Rossi (ld.) Pogonocherus hispidus L. J. 


Id. tristis Schmdt. var. fenestratus Cartallum ebulinum L. (2) J. +++) 
Dej. cat. (Lido). 
Chrysomelinae. 


Curculionidae. 
ae Haltica ferruginea Scop. (Lido). 


Attelabus eurculionoides L. (Lido). J. Psylliodes puncticollis Rosh. (Id.) 
Apion pisi F. (Giard. publ.) 
Id. virens Hbst. (Id.) Coceinellidae. 


tee a en, Bulaca 19-notata Gebl. (Giar. publ,) 
ae Aoss onen: “ Seymnus frontalis E. (Lido). 


Id. albidus F. (Id.) 
Coniatus tamarisei F. (Lido) J. *) 11 anne ld) 
Otiorhynchus granulosus Schön. (Li- 
do) =) 
Id. cribricollis Schön. (Id.) 
Id. Ferrari Mill. (Id.) 


Corylophidae. 
Sericoderus lateralis Gy11. (Lido). 


*) Anders weiss ich Cureulio tamarisci Germ., welchen Dr. Joseph 


aufführt, nicht zu deuten. 

**) So sonderbar das Vorkommen eines Alpenkäfers am Meeresstrande 
erscheinen mag, so ist doch die Bestimmung unzweifelhaft; da mein Exem- 
plar genau mit dem mir von Herrn Stierlin determinirten, mithin typischen 
Stücke übereinstimmt; ausserdem wurde er auch in mehreren ganz gleichen 
Exemplaren von Sr. Durchl. Fürst Khevenhüller in der Umgebung Nizza’s, 
mithin unter analogen Verhältnissen aufgefunden, wie ich mir selbst die 
Ueberzeugung verschaffte. 

=) Pehynchaennus salicis F., welchen Dr. Joseph hier citirt, kann 
ich nur auf diesen Käfer beziehen. 

7) Ich glaube kaum zu irren, wenn ich den der Calandra granaria 
nahe stehenden Käfer des oft erwähnten Autors hier auf diese Art zurückführe. 

7») Aus Dr. Josephs in Nota zur Seite 14 gegebenen kurzen deutschen 
Diagnose ist dieser, jedenfalls eingeschleppte Käfer, ohne allen Zweifel zu 
erkennen, dessen Benennung ihm unbekannt geblieben war. 

irrt) Bei Dr. Joseph Callidium ruficolle F. 


— 


114 


Die ersten Stände 


von 


Sesia braconiformis und Dichrorampha Gruneraina, 


beschrieben von 


A. Gartner in Brünn. 


1. Sesia braconiformis H-- Sch. Auf einer sandigen Anhöhe unserer 
Karthäuser Gegend liegt eine Waldwiese, die zur Sommerszeit oft die 
Farbe ihres Gewandes wechselt. Bald haucht Rumex acetosella sein 
zartes Rothbraun über sie aus, um dann dem grellen Gelb des Hypericum 
perforatum Platz zu machen; bald wird dieses durch das kräftige Blau 
des freiwuchernden Echium vulgare verdrängt; Chrysanthemum leucan- 
themum, Jasione monlana, Coronilla varia, Trifolium arvense etc. er- 
scheinen sodann, um durch ihre Blüthenfülle die Einfärbigkeit dieser 
Waldblösse zu unterbrechen. Diese Pflanzenüppigkeit veranlasste meinen 
Mähsack zu einer lebhaften Action, welche mir am Schlusse einen 
Falter von Ses. braconiformis zuführte. Die eingetretene Dämmerung 
bewog mich zwar, heim zu gehen, aber nicht ohne den Vorsatz, 
wieder zu kommen. Als ich nach einigen Tagen (20. Juni) meine 
Arbeit fortsetzte, schöpfte ich mehr als ein Dutzend dieser Sesien; 
bei meinem nächsten Besuche verdreifachte sich diese Zahl und bekam 
ich sogar ein Paar in copula. Da ich diese Beute nur zur Abend- 
zeit machte, so folgerte ich nicht unrichtig, dass der Falter dort zur 
Mittagszeit schwärmen müsse und wählte daher zum Ausfluge einen 
Tag, der sich durch einen ungetrübten Himmel eben so auszeichnete, 
als er sich durch eine versengende Hitze meinem Gedächtnisse tief 
einprägte. Als ich diese Waldwiese betrat, war ich erstaunt über 
die zahlreiche Verbreitung dieser Sesien-Art, die sich durch ihren 
ruhigen, schwebenden Flug, sowie durch die anscheinend weissschim- 
mernde Brust leicht zu erkennen gibt. Ich griff nach der Klappe und 
war bereit, einen- verheerenden Feldzug gegen sie zu eröffnen; aber 
die der Kreuz und Quer kommenden und fliehenden Individuen ver- 
wirrten mich der Art, dass ich nicht wusste, wohin ich zuerst meine 
Waffe richten sollte. Indess kehrte Ruhe in mein begehrliches Herz, 
ich steckte nach einer reifen Ueberlegung meinen Fang-Apparat ein 
und blieb ein passiver Zuschauer ihrer Züge. 

Offenbar kamen sie da zusammen, um Generationen zu machen, 
wesshalb ich ihr Thun und Lassen schärfer in das Auge fasste und 


v 


115 


jene Pflanzen beobachtete, welche sie am liebsten zu Ruheplätzen 
wählten. Es blieb nicht lange zweifelhaft, dass es Rumex acetosella 
war, dessen Blüthen sie fortwährend umschwärmten; also wieder 
dieselbe Pflanze, von welcher ich früher die meisten Falter käscherte. 

Nach einigen behutsamen Gängen lernte ich in dieser Sesie ein 
sehr zahmes Thier kennen, welches so nahe an sich treten liess, dass 
sie bequem mit der Hand gefasst werden kann. Es war daher nicht 
schwer, alle ihre Bewegungen zu überwachen, und ihr Wohlbehagen 
während des Nectargenusses wahrzunehmen , welches sie durch ein 
häufiges Heben und Senken ihres Leibes zu erkennen gibt. Auch 
lernte ich leicht die Geschlechtsunterschiede der Weilenden kennen, 
da der dreigetheilte Lobulus die Männer auszeichnet. 

Die Dauer ihrer Ruhe war nicht gleich; während Einige sich 
der süssen Beschäftigung ihrer Zunge hingaben, flogen Andere nach 
kurzer Rast wieder weiter. Diesen Unstäten zu folgen, war eine 
Unmöglichkeit, da man sie sogleich aus den Augen verlor; ich zog 
es daher vor, auf meinem Platze, welcher von R. acetosella dicht 
besetzt war, zu verharren. Bald fiel mir unter den schwärmenden 
Sesien ein weibliches Exemplar auf, welches auf das beliebte Takt- 
spiel verzichtete, dagegen seinen Hinterleib nach verschiedenen Seiten 
bewegte. Behutsam drängte ich mich noch näher und sah oder errieth 
vielmehr, dass es ein Ei an eine Blüthe der genannten Pflanze 
anklebte. Mein Auge zuckte nicht, bis ich das Blüthenfragment fest- 
hielt, auf welchem ich das Ei jedoch nur mit Hilfe der Loupe 
wiederfinden konnte. 

Hatte mich früher diese faunistische Novität in eine angenehme 
Stimmung versetzt, so culminirte sie, als ich auf dem Wege war, 
die offene Frage rücksichtlich ihrer Naturgeschichte zur Lösung zu 
bringen, obwohl mir es sonderbar erschien, dass eine Sesie ihr Ei 
auf eine Blüthe lest. 

Vor Allem suchte ich in’s Klare zu bringen, ob nur diese 
Pflanze zur Aufnahme der Eier bestimmt ist und ob diese immer 
an den Blüthen abgesetzt werden. Mehrfache Wahrnehmungen stellten 
den ersten Punkt ausser allen Zweifel, der zweite aber variirte dahin, 
dass sie auch an Blätter und Stengel angeklebt wurden. Ferner be- 
mächtigte ich mich einiger lebenden Weiber, die unter eine Tullhaube 
gebracht wurden, mit der ich eine Topfpflanze überdeckte, wo sie 
ihre Eier theils auf die Reifen, theils auf den Stoff vertrugen. Das 
Gewächs ging jedoch ein und an den Eiern war eine Raupenent- 


116 


wicklung nicht zu entdecken. Ich begnügte mich daher mit der Beob- 
achtung der im Freien schwärmenden Falter, deren Flugzeit sich bis 
Ende Juli, ja bis Anfangs August erstreckte, wo noch einige Nach- 
zügler sichtbar waren. 

Würde ich den Fang dieser Sesie zur Aufgabe meiner Ausgänge 
gemacht haben, so hätte ich Hunderte erbeuten können, aber die 
Schonung derselben war für mich ein Gebot entomologischer Klugheit, 
denn wer die Raupe suchen will, darf den Falterstand nicht mindern. 

Schon die erste Pflanze, die ich im Spätherbste aus der Erde 
zog, enthielt in ihrer carminrothen Wurzel eine Sesien-Raupe, und 
wie mich früher die grosse Zahl der Falter in Erstaunen setzte , so 
verwundert war ich jetzt über das zahlreiche Vorkommen der Raupe; 
denn jede ältere Wurzel dieser Sauerampferart beherbergte immer 
ein, nicht selten zwei, auch drei Individuen. Dessenungeachtet habe 
ich wegen der möglicherweise misslingenden Ueberwinterung dieser 
Pflanze nur wenige Thiere mitgenommen und in der That zu ihrem 
Besten, da mir im Frühjahre die meisten Topfgewächse sammt ihren 
Inwohnern zu Grunde gingen. 

Die Frühjahrsraupen waren von verschiedener Grösse und ich 
sonderte die Kleinsten ab, um mich zu überzeugen, ob sie nicht noch 
einmal überwintern. 

Die Verpuppungszeit trat nach der ersten Hälfte des Monates 
Mai ein; am 12. Juni begann die Falterentwicklung und endete am 
4. August. Auch die abgesonderten kleinen Raupen lieferten in der- 
selben Zeit die Falter, die jedoch von zwerghafter Gestalt waren, 
mir aber hierdurch die Ueberzeugung ihrer einmaligen Ueberwinte- 
Yung umsomehr verschafften, als das untersuchte Wurzelwerk keine 
einzige zurückgebliebene Raupe enthielt. 

Die ungünstigen Resultate der früheren Eierzucht bestimmten 
mich neuerdings, lebende Weiber einzufangen und sie in kleine, weiss 
ausgelegte, streng verschlossene Behältnisse einzukerkern, an deren 
inneren Wänden mehrere Eier angeleimt wurden. Am 20. Tage ent- 
wickelten sich die Räupchen, welche ich mit einer Topfpflanze in 
Verbindung setzte, worauf die ganze Raupengesellschaft ihren Ueber- 
gang hastig bewerkstelligte und eilend die Pflanze hinabstieg, dann 
sich in dem Wurzelwerke verlor. 

Es war begreiflich, dass die unterirdischen Pflanzen-Extremi- 
täten an einer Uebervölkerung leiden werden, aber die Voraus- 
setzung, dass die Bedürfnisse dieser Kleinen nicht gross sein können, 


117 
und dass sie sich mit ihrer ungewöhnlichen Lage so lange befreunden 
werden, bis für eine geeignetere Unterkunft gesorgt sein wird, berei- 
tete ihnen den Untergang, denn als ich gegen Ende August sie an 
andere Pflanzen zu übertragen gedachte, fand sich nur eine einzige, 
ziemlich im Wachsthume vorgerückte Raupe vor, die Uebrigen sind 
zweifellos zu Grunde gegangen. 

Was die Lebensweise der Raupe betrifft, so haben mir viel- 
fache Untersuchungen gezeigt, dess sie sich in ihrer ersten Jugend 
in den unteren Theil der Hauptwurzel einfrisst, dann in Spiralwin- 
dungen unter der Rinde das Wurzelfleisch aushöhlt und in dem hie- 
durch entstandenen Gange, welcher überdiess ausgesponnen wird und 
die zurückgelassenen Excremente aufnimmt, aufwärts dringt. Im 
Frühjahre befindet sie sich in dem oberen Theile der Stockwurzel 
und vor der Verpuppung steigt sie wieder etwas tiefer hinab, von 
wo aus sie einen 1 bis 11%, Zoll langen Gespinnstschlauch verfer- 
tigt, den sie mit Wurzelspänen überwirft und entweder unter der 
hohlen Wurzelrinde oder an die Wurzel selbst gelehsnt nach oben 
bis zur obersten Schichte der Erde baut, wo er dann rund abge- 
schlossen wird. Vor der Falterentwicklung wird in den Vormittags- 
stunden dieser Abschluss des Schlauches von der Puppe durchge- 
brochen, welche zur Hälfte über der Erde sichtbar wird, wo sodann 
der auskriechende Falter sich an der Pflanze rasch und in der Regel 
tadellos entwickelt. 

Jene Pflanzen, welche von diesem Vielfrass bewohnt werden, 
werden kränklich und sterben gewöhnlich ab. 

Das minutiöse Ei ist hart und schwarz, vergrössert und von 
der Sonne beschienen, schillert es bronceartig grünlich schwarz. In 
der Form ist es länglich rund, aber an beiden Seiten etwas flach 
gedrückt. Mit einer dieser Flächen wird es an die Pflanze angeklebt. 
In dem einen Pole befindet sich das feine, nur durch eine Vergrösse- 
rung wahrnehmbare Ausgangsloch der Raupe, was mir bei den frü- 
heren Eieruntersuchungen entgangen ist und mich auf die Nichtent- 
wicklung der Raupen irrthümlich schliessen liess. 

Die frisch ausgefallene Raupe ist nicht stärker als ein kleines 
weisses Strichelehen. Durch die Loupe erscheint der Kopf honiggelb, 
der Nackenschild und der Leib fettweiss, letzterer reichlich mit 
Haaren besetzt. Nach fünf Wochen ist der eingezogene herzförmige 
Kopf rostbraun und die tiefen Hinterkopflappen scheinen in dem 
bräunlichweissen Nackenschilde wie zwei braune Kreissegmente durch. 


118 

Der Mund ist dunkelbraun; der Nackenschild nähert sich der Form 
einer abgestutzten Kapuze, welche durch zwei divergent laufende 
Eindrücke noch mehr präeisirt wird, 

Im October haben schon einige Raupen die gehörige Länge 
erreicht, zur sind sie von schlanker Gestalt. Die etwas schmutzig- 
weisse Farbe des Oberkörpers wird durch den dunkelbraunen Inhalt 
fast verdrängt, nur das Weiss der Laterallinie wird hiedurch mehr 
gehoben, sowie das dunkle Rückengefäss durch die weissen Säume 
der Leibsegmente unterbrochen wird. Im Uebrigen lassen die Früh- 
jahrsraupen in Farbe und Zeichnung keinen Unterschied wahrnehmen. 

Der Gang der erwachsenen Raupe ist sehr schwerfällig; sie 
bedient sich hiebei des letzten Bauchfusspaares gar nicht, der Hinter- 
theil wird nur nachgeschleppt,, wobei sie oft das Gleichgewicht verliert. 

Die lebhafte, schlanke, bräunlichgelbe Puppe, welche wie die 
Raupe von verschiedener Grösse ist, führt eine kurze, schnabelförmige 
Kopfspitze, welche sowie die Stachelkränze auf den Hinterleibringen 
und der Rand der Flügelscheiden braun ist; diese erstrecken sich 
bis einschliessig zum 7. Ringe und die Fussscheiden reichen um ein 
Segment weiter. Das Afterstück ist stumpf und von mehreren mond- 
förmigen, scharfen, braungerandeten Vorsätzen umstellt, deren Höhe 
mit je einer Borste besetzt ist. 

Von dieser Sesie habe ich an Faltern mehr als eine Centurie 
zusammengebracht, wovon der grösste Theil erzogen ist. Ungefähr 
die Hälfte hievon gehörte dem weiblichen Geschlechte an. Bei der 
Durchsicht und Vergleichung dieser Thiere fand ich, dass kein ein- 
ziger Mann weisse Wische an den Fühlern führt. Von den gezogenen 
Weibern besitzt kaum die Hälfte die weissen Fühlerwische , welche 
in der Farbe mehr oder weniger intensiv, ja manchmal statt weiss 
lichtbraun sind. 

Die Dorsalflecke sind gelb, selten weiss; ein Mann hat die 
weissen Flecke zwischen zwei gelben sitzen, wodurch sie quergezogen 
erscheinen ; überdiess ist der Leib stark gelb beschuppt. Einige 
Exemplare haben die Flecke undeutlich und bei zwei gezogenen 
Stücken von kleinerer Form fehlen sie ganz. 

Der Flügelschnitt zeigt auch einige Abweichungen, indem die 
Vorderflügel bei vier Individuen abgerundet und das äussere Glas- 
feld nicht grösser als ein Punkt erscheint. Ueberhaupt trifft man 
solche Differenzen nur bei den kleinsten Stücken an, wogegen jene 
von normaler Grösse ihre Merkmale constant nachweisen. 


Bl) 

Könnte die Sesie diese ihre Naturgeschichte lesen, sie würde 

mir hiefür keinen Dank wissen, da sie nın dem Ende ihres bis jetzt 
ungestörten Familienlebens entgegenzusehen alle Ursache hat und 
überdies auf dem Sprunge steht, ihr bisher genossenes Ansehen gänz- 
lich einzubüssen, indem sie über ein Kurzes von einer distinguirten 
Persönlichkeit zu einem ganz gemeinen Individuum herabsinken wird. 


2. Dichrorampha Gruneriana H.-Sch. Zu den Bewohnern der 
Anthemis tinctoria L (Eupl. striatella S. V. und Parasia paueci- 
punctella Zell.) habe ich noch einen dritten in der Person der Dichror. 
Gruneriana hinzuzufügen, deren Raupe sich zur Herbstzeit in dem 
oberen Theile des Wurzelstockes unter der Rinde in einem Gespinnste 
aufhält und sich durch die an der Wurzel haftenden Excremente zu 
erkennen gibt. Zuweilen befindet sie sich in Gesellschaft von zwei 
oder drei ihrer Geschwister. Sie überwintert im Gespinnste, begibt 
sich im April in einen in der Wurzel ausgehöhlten , mit einem Ge- 
spinnste ausgefütterten Raum, schliesst denselben oben und unten 
mit einer Gespinnstkappe und verpuppt sich darin in aufrechter Stel- 
lung. Nach Verlauf von 4 Wochen erscheint der Falter und die Puppe 
wendet sich bei der Entwicklung aus ihrem Lager zum Theile heraus. 
Die Kriechzeit währt von Anfang bis Ende Mai. 

Im Herbste wird die Raupe minder selten als im. Frühjahre 
angetroffen; ohne Zweifel aus dem Grunde, weil sie in letzterer Zeit, 
wie der dunkle Inhalt des Rückengefässes annehmen lässt, an dem 
weiteren Nahrungsbezuge durch das häufige Auswintern ihrer Futter- 
pflanze verhindert wird. 

Die Herbstraupe, in der Grösse von 2—3 Linien, ist nackt, 
weiss, der goldbraune Kopf herzförmig, in das erdbräunliche Nacken- 
schild, dessen Hinterrand kräftiger gefärbt ist, bis zu den Lappen 
eingezogen; Gabellinie und Mund dunkelbraun. Die Ringe haben auf 
dem Rücken je 2 Paar weissliche glänzende Knöpfe, das hintere 
Paar mehr auseinandergerückt; Rückengefäss, vorzüglich im vorderen 
Theile, mit einem dunkelgrauen Durchschlage; lateral je noch 2 
solche Reihen von Punkterhöhungen , zwischen welchen sich dunkle 
Stigmen befinden; Afterschild weisslich, rothbraun besprenkelt, Kopf, 
After und die Knöpfe weisslich behaart. 

Die Frühjahrsraupe, ungefähr 4 Linien gross, wird gelb, die 
zwei ersten Ringe sind stärker als die nachfolgenden, nach hinten 
verschmälert; das Afterschild hat einen erdbraunen Fleck. 


120 

Der Gang der Raupe ist fest, aber nicht schnell; bei einer 
Beunruhigung zieht sie sich zusammen und wird hiedurch am Hinter- 
theile convex. 

Die unbewegliche Puppe ist stark, walzig, der runde Kopf, 
Flügelscheiden und Rücken glänzend, rothbraun; Augenstellen dunkel ; 
Leibringe bräunlich gelb, dunkler gerandet; der braune Kremaster 
von mehreren Spitzen umstellt; Abdominalsegmente rückseits mit 
Stachelgürteln ; die Flügelscheiden lassen vier Ringe frei. 

Obwohl der Falter im Zwinger beim Sonnenschein ziemlich 
lebhaft wird, habe ich ihn zu dieser Zeit im Freien doch niemals 
beobachten können. 


Die europäischen Tipula-Arten, deren Weibehen verkümmerte 
Flügel haben. 


Von Director Dr. H. Loew in Meseritz. 


In jeder Inseetenordnung gibt es Arten, welche vor andern die 
Aufmerksamkeit immer wieder auf sich hinlenken, weil sich ge- 
wisse Hauptcharaktere der Ordnung bei ihnen auffallend abschwächen 
oder ganz fehlen. Unter den Dipteren gehören zu diesen interessanten 
Formen vorzugsweise die ganz flügellosen oder doch nur mit rudi- 
ınentären Flügelstummeln versehenen und deshalb zum Fluge unfä- 
higen Arten. Diese eigenthümliche Erscheinung modifieirt sich, so weit 
sie bis jetzt etwa übersehen werden kann, von der Abtheilung der 
Coriacea abgesehen, in folgender Weise. 

Ihre höchste Entwicklung erreichte sie bei gewissen Arten, 
denen in beiden Geschlechtern die Flügel vollständig fehlen, z. B. 
bei dem, wie es scheint, in die Nähe von Lestremia und Cecidogona 
gehörigen Epidapus venaticus Hal. und bei den Chionea-Arten. In 
diesem Falle fehlen auch die Flugmuskeln ; der Thorax verliert da- 
durch an Umfang und erhält eine abweichende Gestalt, indem der 
hintere Theil des Metathorax in der Entwickelung zurückbleibt. Die 
Schwinger verschwinden dabei entweder ebenfalls vollkommen, wie 
bei Epidapus, oder ihre Entwicklung wird dadurch wenig gehemmt, 
wie bei Chionea. 

Den völlig flügellosen Arten schliessen sich solche Arten an, 
bei denen in beiden Geschlechtern nur kurze Flügelstummel vorhanden 


121 


sind. Die Flügelmuskeln sind bei ihnen vorhanden und die Gestalt 
des Thorax zeigt deshalb nichts Abweichendes. Die Schwinger sind 
bei der Mehrzahl derselben ziemlich verkümmert. Bei mehreren 
derselben erleiden mit der Verkümmerung der Flügel zugleich auch 
andere Körpertheile wesentliche Veränderungen, so dass solche Arten 
als Typen eigener Gattungen angesehen werden müssen, wie z. B. 
Psyllomyia testacea Lw. in der Familie der Phoridae und Apterina 
pedestris Meig. in derjenigen der Borboridae. Andere jener Arten 
schliessen sich in ihrer ganzen übrigen Organisation vollständig ge- 
fligelten Arten mehr oder weniger eng an, so dass sie mit diesen 
generisch vereinigt werden müssen und als abnorme Arten innerhalb 
ihrer Gattungen erscheinen. Schon die bekannte Elachiptera brevi- 
pennis Meig. steht den Arten der Gattung Crassisela so nahe, dass 
ihre generische Trennung von dieser Gattung kaum gerechtfertigt 
werden kann. Noch vollständiger ordnen sich die nur mit Flügel- 
stummeln versehenen Tachista-, Chersodromia- und Geomyza-Arten 
ihren Gattungen ein. 

Die Flügelstummel übertreffen die Flügel der nächstverwandten 
Gattungen oder Arten stets an Derbheit und Dicke; auch zeichnen 
sich die Adern derselben stets durch besondere Dicke aus. Bei den- 
jenigen mit Flügelstummeln versehenen Arten, welche Typen eigener 
Gattungen bilden, weicht das Flügelgeäder von dem der anderen in 
dieselbe Familie gehörigen Gattungen gewöhnlich etwas ab, wie z.B. 
bei Psyllomyia und Apterina, ohne indessen den Familiencharakter 
zu verläugnen. Bei denjenigen mit Flügelstummeln versehenen Arten, 
welche sich anderen Gattungen einordnen, stimmt die Aderung der 
Flügelstummel in ihrer ganzen Anlage mit derjenigen der betreffenden 
Gattung überein, nur sind die Grössenverhältnisse der einzelnen 
Theile modificirt, und zwar in fast allen Fällen so, dass gegen die 
Spitze des Flügelstummels hin eine immer mehr zunehmende Ver- 
kürzung derselben eintritt, oder in der Gegend der Spitze selbst 
wohl auch einzelne Queradern und Zellen fehlen. 

Die Flügelstummel sind bald bei beiden Geschlechtern von 
gleicher Länge, wie z.B. bei Apterina ; bald sind sie bei dem Männ- 
chen kleiner, wie z. B. bei Elachiptera, bald umgekehrt bei dem 
Weibchen, wie z. B. bei Tachista. Von hier aus modifieirt sich die 
in Rede stehende Erscheinung, den drei angegebenen Modalitäten ent- 
sprechend, nach drei Richtungen hin. Sie verliert entweder ihre Präg- 
nanz immer mehr , indem statt der Flügelstummel nur mehr oder 

Wiener entomo). Monatschr. VII. Ba. 9 


122 

weniger verkürzte, in ihrer übrigen Beschaffenheit aber kaum modi- 
fieirte Flügel vorhanden sind, wie bei manchen Sceiomyza-Arten 
und geht so allmälig in das Normale über; oder der Unterschied in 
der Flügelgrösse beider Geschlechter potenzirt sich noch höher, und 
zwar bald, indem die Flügel des Weibchens diejenigen des Männchens 
an Grösse bei weitem übertreffen, bald in entgegengesetzter Richtung, 
indem die Flügel des Männchens ausserordentlich viel grösser als die 
des Weibchens sind. Die erste der beiden zuletzt erwähnten Erschei- 
nungen findet bei vielen Empis- und Rhamphomyia-Arten in hohem 
Grade, in der ausgezeichnetsten Weise wohl bei Rhamphomyia mar- 
ginta Fbr.*) statt ; die entgegengesetzte zeigt in hoher Ausbildung 


*) Es ist merkwürdig, dass man über das Männchen dieser nicht sel- 
tenen und höchst auffallenden Art bisher so sehr im Dunkeln geblieben ist; 
noch merkwürdiger ist es, dass mehr als einmal die Beschreibung des Weib- 
chens mit der ausdrücklichen Angabe, dass sie die des Männchens sei, 
gegeben worden ist. — Die Art fliegt Mitte Mai. Das Männchen gleicht in 
der Färbung des Körpers und der Beine vollkommen dem Weibchen, ist aber 
sonst von demselben ziemlich auffallend verschieden, da ihm sowohl die ab- 
weichende Gestalt als der Schmuck des schwarzen Saumes der Flügel fehlt. 
Am ehesten möchte ich es in seinem Ansehen, wegen der ansehnlichen Grösse 
seiner glasartigen Flügel noch mit dem Männchen der Adhamphomyia tipularia 
Fall. vergleichen, nur dass dieser der längere Hinterleib und das gewaltige 
Hypopygium ein erheblich anderes Ansehen geben. Die Augen stossen auf 
der Stirn zusammen. Hypopygium grauschwarz, schwarz behaart, sehr klein; 
die kurzen Lamellchen sind gerade nach hinten gerichtet und von dem 
braunen, ziemlich dicken Mittelfaden sieht man nur den Anfang. Flügel für 
ein Männchen gross und ziemlich breit, übrigens von gewöhnlicher Form, 
reinglasartig, glänzend und stark irisirend; Adern lehmgelblich, nur die 
zweite Hälfte der Costa und das Ende der zweiten und dritten Längsader 
braun; Randmal bräunlich; Discoidalzelle ziemlich gross, aber durchaus von 
gewöhnlicher Gestalt, gegen ihr Ende hin viel weniger breit als bei dem 
Weibchen. — Körperlänge 1%, —2, Flügellänge 2%, Lin. 

Uebrigens hat bereits Meigen das Männchen gekannt, aber nicht als 
das der Rhamph. marginata erkannt; er beschreibt es Theil II. 44 als Zham- 
phomyia latipennis vollkommen kenntlich. Beide Arten sind bei Meigen 
und wo sie sich sonst getrennt finden, zusammenzuziehen. Ich könnte hier 
meine Bemerkung, wie ich glaube, ohne Jemandem Unrecht zu thun und 
ohne gegen den literarischen Anstand zu verstossen, schliessen und würde 
dies thun, wenn mich nicht Nothwehr gegen die wiederholten unmotivirten 
Angriffe des Dr. Schiner nöthigte, ausdrücklich hervorzuheben, dass sich 
die ‘Schlussbemerkung auch auf seine Aufzählung der Diptera austriaca 
bezieht. Ich bin immer der Meinung gewesen, dass es genüge eine unrichtige 


123 


Idioptera fasciata L.*) ; in höchstem Masse findet sie sich bei einigen 
Tipula-Arten, welche im Folgenden näher besprochen werden sollen. 

Es sind bisher zwei Tipuwla-Arten beschrieben worden, deren 
Weibchen bloss Flügelstummel haben, und zwar Tipula dispar nach 


Ansicht durch Gründe zu widerlegen, ohne dass es nöthig sei den Autor 
derselben zu nennen und wo möglich zu stigmatisiren, dass es sich dagegen 
gezieme, wenn man von anderen borgt, die Quelle, aus der man schöpft, 
zu nennen. Herr Dr. Schiner, wie immer gross im Verdrehen, scheint ganz 
entgegengesetzter Ansicht zu sein. Weil ich eine oder die andere von ihm, 
aber nur auch von ihm ausgesprochene Ansicht widerlegt habe, ohne seinen 
Namen zu nennen, hat die Eitelkeit genannt zu werden ihn veranlasst, mir, 
während ich es mit der Sache und gar nicht mit seiner Person zu thun gehabt 
habe, den unbegründeten Vorwurf zu machen, dass ich ihn „mit nicht offenem 
Visire“ angegriffen habe, um mich so für ähnliche Fälle zur Nennung seines 
Namens zu nöthigen. Nun, der Wunsch kann erfüllt werden; ich weiss aber 
nicht, ob die Erfüllung desselben dem Herrn Dr. Schiner ebenso gut ge- 
fallen wird, wie einst das seine Unsterblichkeit sichernde, sich Sförmig krüm- 
mende Eingeweidewürmchen, dessen Anbringung neben der Fliege auf der 
zur Naturforscherversammlung in Wien geprägten Denkmünze er mit so 
beharrlichem Geschick durchgesetzt hat; oder ob er es nicht vielleicht be- 
dauern wird, unter den deutschen Sprüchwörtern ebenso wenig Bescheid 
gewusst zu haben, wie mit der Rection der deutschen Präpositionen, und 
nicht lieber gleich das richtige Sprüchwort vom Sack und Esel gewählt zu 
haben, mit welchem er doch wenigstens einmal etwas Zutrelfendes gesagt 
hätte. Vielleicht hat ihn nur eine gewisse Scheu, die derjenigen civilisirter 
Menschen vor dem Genusse von Affenfleisch ähnelt, davon abgehalten. — 
Ueber die Art, wie Herr Dr. Schiner seine Quellen benutzt und nennt 
oder auch nicht nennt, verspreche ich demselben ein eigenes, recht respec- 
tables Conto aufzumachen. Damit nehme ich von ihm hier Abschied, werde 
aber an einem anderen Orte auf ihn zurückkommen, da ich ihm noch andere 
Dinge zu sagen habe. 

*) Ich habe diese Art oft in der Begattung gefangen; die Flügel der 
Weibchen sind stets in völlig gleicher Weise verkümmert, wie es in Schum- 
mels schlecht colorirter Figur ziemlich richtig dargestellt ist. Herr Zetter- 
stedt schreibt dem Weibchen derselben vollständig entwickelte Flügel zu. 
Da eine Irrung im Geschlechte ganz und gar nicht stattgefunden haben 
kann, und da bei der grossen Zahl der in völlig gleicher Weise gebildeten 
Weibchen, welche ich untersucht habe, ein solcher Unterschied in der Flügel- 
bildung ziemlich unwahrscheinlich wird, lässt sich die Vermuthung nicht 
unterdrücken, dass es in Schweden eine zweite, der bei uns nicht seltenen 
Idioptera fasciata sehr ähnliche Art geben möge. Blos aus Herin Zetter- 
stedt's Beschreibung lässt sich indess darüber kaum eine vollkommene 
Sicherheit gewinnen. 

Qo* 


J 


124 


beiden Geschlechtern von Haliday und Pteretachisus Berteü im 
weiblichem Geschlechte von Rondani. Beide Arten können schon 
deshalb nicht ınit einander verwechselt werden, weil bei T. dispar 
die Flügelstummel des Weibchens reichlich doppelt so lang sind als 
bei Berteü. 

Ich wurde zuerst von Herrn Haliday selbst darauf aufmerksam 
gemacht, dass seine T. dispar wohl mit T. pagana Meig. identisch 
sein könne; ich muss dieser Vermuthung des scharfsichtigsten der 
Dipterologen nach genauerer Prüfung beitreten. Meigen’s Beschrei- 
bung der T, pagana passt auf keine andere bisher bekannt gewordene 
Art, auf das Männchen von T. dispar aber recht gut; allerdings 
beschreibt Meigen das zweite Fühlerglied, welches gewöhnlich roth- 
gelb gefärbt ist, als grau, aber in der That finden sich einzelne Exem- 
plare, bei welchen es letztere Färbung hat. Was Zetterstedt in 
den Dipt. Scand. über T. pagana, die er früher in den Ins. Lapp. 
als T. Zueidiventris beschrieben hatte, beibringt, scheint mir durchaus 
nur auf das Männchen von T. dispar bezogen werden zu können. 
Auch der Umstand, dass sich das Weibchen von T. pagana sowohl 
den Beobachtungen Zetterstedt’s als denen Staeger’s, welcher das 
Männchen in Menge antraf, ganz entzogen hat, deutet darauf hin, 
dass dasselbe nur mit Flügelstummeln versehen sein möge, und be- 
festigt mich in der Ueberzeugung von der Identität der T. dispar und 
T. pagana, so dass ich die Art im Folgenden mit letzterem Namen 
bezeichnen werde. 

Die Errichtung einer einzelnen Gattung für diejenigen Tipula- 
Arten, deren Weibchen verkümmerte Flügel haben, ist durchaus 
nicht zu billigen, da dieselben in allen übrigen Organisationsverhält- 
nissen mit den normalen Arten vollständig übereinstimmen, und da 
die Flügel der Weibchen bei den verschiedenen Arten in sehr ver- 
schiedenem Grade verkürzt sind; am wenigstens ist dies unter den 
mir bekannten Arten bei der nordamerikanischen T. angustipennis 
der Fall, sehr viel mehr bei T. pagana Meig., am meisten aber bei 
T. BerteiiRond. und bei einer neuen europäischen Art, die ich unten 
als T. autumnalis beschreiben werde. Ueberdiess ist der Gattungs- 
name Pterelachisus in sprachlicher Beziehung eine so arge Missbil- 
dung, dass er schon desshalb nicht angenommen werden könnte. 

Ich lasse die Beschreibung der beiden mir bekannten Arten 
folgen und füge zu denselben die Angaben Herım Rondani’s über 


125 
T. Berteiü, da dieselben vielleicht nicht allen Lesern dieser Zeit- 
schrift im Originale zugänglich sein möchten. 


Spee. 1. Tipula pagana Meig. JS, ©. — Cinerea, thoraeis vittä mediä 
fuscocinereä, saepe subobsoletä, per lineam cineream divisä, 
abdomine ex testaceo cinereo, non vittato, margine postico 
segmentorum singulorum pallido, antennis fuscis, plerumque ar- 
ticulo secundo vel articulis primis duobus rufis, pedibus fuscis, 
femorum basi testaceä 
JS antennis longis, pedibus gracilibus, alis cinerascentibus, stig- 

mate dilutissime subfusco, venae longitudinalis secundae 
ramulo anteriore integro. 
9 antennis brevibus, pedibus validis, alis abbreviatis, capiti 
thoracique simul sumtis paulo longioribus. 
Long. corp, d 41;, © 5% lin. — long. al. I 6a — 64, 
Q 24 lin. 
Synon. Tipula plicata Meig. Klaff. 73. 17 (JS). 
Tipula pagana Meig. 1. 184. 22 (J). 
Tipula dispar Hal. Ent. Mag. 1. 555 (J, Q). 
Tipula lucidiventris Zett. Ins. Lapp. 844. 18 (Q). 
Tipula pagana Staeg. Kr. Tidskr. 1840. 19. 27 (J). 
Tipula pagana Zett. Dipt. Scand. X. 3980. 50 (J). 
Tipula dispar Walk. Dipt. Br. III. 327. 22 (J, o). 
Männchen: Grau. Der Kopf von derselben Farbe; die Stirne 
gewöhnlich mit einer schmalen dunkleren Längslinie ; Schnauze mehr 
braungrau. Taster braunschwarz. Fühler ziemlich lang und schlank, 
braunschwarz ; das zweite Schaftglied gewöhnlich gelbroth, zuweilen 
auch das erste, sonst braungraue Schaftglied; selten beide Schaft- 
glieder braungrau; die Glieder der Fühlergeissel sind vom zweiten 
an zwar an der Basis etwas knotenförmig verdickt, aber auf der 

Unterseite nicht deutlich ausgeschnitten. Die braungraue Mittelstrieme 

des Thorax ist gewöhnlich deutlich und durch eine nicht scharf- 

begrenzte hellgraue Linie getheilt; die Seitenstriemen haben dieselbe 

Färbung, pflegen aber gewöhnlich ziemlich undeutlich zu sein. Die 

Brustseiten sind von weisslicher Bestäubung grau; ihre Grundfarbe 

ist gewöhnlich schwärzlich, zuweilen zum Theile lehmgelblich. Die 

Färbung des Hinterleibes ist schmutzig bräunlichgrau , gegen die 

Basis hin zuweilen schmutzig bräunlich gelb; ausser der hellen Fär- 

bung des Hinterrands der einzelnen Abschnitte zeigt er keine deut- 


126 
liche Zeichnung. Hypopygium klein, nicht breiter als der Hinterleib; 
mehr dunkel rostgelb; wenn man es gerade von oben betrachtet, so 
zeigen sich zu oberst zwei schmale, sehr spitzige, weissgelbe Lamell- 
chen, demnächst ein zweites Paar ebenso gefärbter, aber weiter von 
einander entfernter, kürzerer und stumpferer Lamellchen und am 
äussersten Ende zu unterst unmittelbar nebeneinander zwei mehr 
kastanienbraun gefärbte, fast halbrunde Lappen, welche von äusserst 
kurzen schwarzen Härchen gewimpert sind. Beine schlank, braun, 
Ende der Schenkel und Schienen, sowie die Füsse mehr braunschwarz, 
die Schenkel gegen die Wurzel hin und das zweite Hüftglied lehm- 
gelb oder bräunlichgelb; das erste Hüftglied gewöhnlich braungrau, 
zuweilen heller; Klauen einfach. Schwinger blass lehmgelblich mit 
zum grössten Theile braunem Knopfe. Flügel graulich sandfarbig, 
wenig irisirend und mit schwachem Glanze, an der fünften Längs- 
ader ein wenig gesättigter; Adern an der Flügelwurzel mehr gelb, 
weiterhin mehr braun ; Randmal ganz blassbräunlich, fast sandfarbig ; 
die für die Tipulina charakteristische Flügelfaltung etwas, aber nicht sehr 
deutlich weisslicher gefärbt; die Adern, welche die Discoidalzelle 
von der ersten Basalzelle und von der vierten Hinterrandszelle 
trennen, sind ziemlich obliterirt; der Vorderast der zweiten Längs- 
ader ist vollständig. 

Weibchen. Es gleicht in der Körperfärbung dem Männchen. 
Die Fühler sind sehr viel kürzer, die Glieder der Fühlergeissel vom 
zweiten an kurz eiförmig, das letzte sehr klein. Legröhre gelbbräun- 
lich ; die oberen Lamellen schmal, kaum merklich nach oben gebogen, 
ziemlich spitz. Beine viel kürzer und plumper als bei dem Männchen, 
auch hat die dunkle Färbung derselben eine grössere Ausbreitung 
und ist intensiver. Die rudimentären Flügel sind ein wenig länger 
als Kopf und Thorax zusammen und verhältnissmässig schmal; ihre 
Färbung und besonders die Färbung ihrer Adern ist dunkler als bei 
dem Männchen. 


Spec. 2. Tipula autumnalis nov. sp. 9, Q. — Cinerea, thoracis vittis 
tribus fusco-cinereis, mediä integrä, abdomine luteo, nigro-vit- 
tato, antennis luteis vel testaceis, apicem versus nigro-fuscis, 
pedibus luteis, femorum tibiarumque apice et tarsis fuscis. 

I antennis longis, pedibus gracilibus, alis dilute subfuscis, stig- 
mate subconcolore, venae longitudinalis secundae ramulo 
anteriore abbreviato. 


127 
© antennis mediocribus, pedibus validis, alis thorace multo 
brevioribus. 

Long. corp. I 445, @ 5%—5%s lin. — Long. al. S 51yY,—6, 

o 1 lin. 

Männchen. Kopfaschgrau, Stirn und Scheitel mit braungrauer 
Mittellinie. Rüssel gelb oder braungelb. Taster braun. Fühler schlank, 
gelb; die Geisselglieder ceylindrisch, an der Wurzel kaum merklich 
verdickt, vom zweiten an an der Basis in immer grösserer Ausdeh- 
nung braunschwarz gefärbt, so dass die Fühlergeissel gegen ihre Mitte 
hin braun mit schwarzer Wurzel der einzelnen Glieder und von der 
Mitte an braunschwarz zu sein pflegt. Der Thorax hat drei deut- 
liche und gewöhnlich scharf begrenzte Striemen von graubrauner 
Farbe, deren mittelste ungetheilt ist. Die Brustseiten sind ziemlich 
dicht mit weisser Bestäubung bedeckt; ihre Grundfarbe ist zum Theil 
schwärzlich, zum Theil gelb. Hinterrücken ziemlich weissgrau. Hinter- 
leib gelb mit schmalen hellen Hinterrandssäumen und mit einer sehr 
auffallenden schwarzen Mittelstrieme; zuweilen zeigt sich jederseits 
auch die Spur einer feinen .schwärzlichen Seitenlinie; der Bauch 
zeigt oft gegen sein Ende hin eine undeutlich begrenzte, schwarze 
Mittelstrieme. Hypopygium klein, mit dem Hinterleibe gleichfarbig ; 
alle Anhänge desselben kurz. Beine lang und schlank. Hüften und 
Schenkel gelb, letztere mit schwarzbrauner Spitze; Schienen gelb- 
braun, gegen das Ende hin braunschwarz; Füsse braunschwarz ; 
Klauen einfach. Schwinger blassgelblich mit grösstentheils braunem 
Knopfe. Flügel gleichmässig bräunlich getrübt mit braunen , an der 
Wurzel bräunlichgelben Adern. Randmal blass bräunlich und nur 
sehr wenig dunkler als die Flügelfläche; die gewöhnliche Flügelfal- 
tung ist etwas, aber nur undeutlich weisslicher gefärbt; die Adern, 
welche die Discoidalzelle von der ersten Basalzelle und von der 
vierten Hinterrandzelle trennen, sind nur mässig obliterirt, der Vor- 
derast der zweiten Längsader ist stets bis zur Hälfte abgekürzt. 

Weibchen. Es ist wie das Männchen gefärbt, nur ist die 
Färbung gewöhnlich etwas dunkler ; auch sind die Thoraxstriemen 
oft weniger scharf begrenzt. Fühler viel kürzer und viel dunkler; an 
der Fühlergeissel ist der Gegensatz zwischen der Färbung der Wurzel 
der einzelnen Glieder und dem übrigen Theile derselben viel weniger 
deutlich wahrnehmbar und die Fühlergeisel ist oft schon von ihrem 
dritten Gliede an ganz und gar schwarzbraun ; das letzte Glied der- 
selben pflegt nicht so klein wie bei dem Weibchen der vorigen Art 


128 


zu sein. Der letzte Abschnitt des Hinterleibs ist schwärzlich grau, 
völlig matt; dieselbe Färbung hat dasjenige Stück der Legröhre, an 
welchem die oberen Lamellen sitzen; diese sind gegen ihre Mitte 
hin am breitesten, hin- und hergebogen und gegen das Ende hin 
wieder zugespitzt; die viel kürzeren unteren Lamellen sind von läng- 
lich eiförmiger Gestalt und am Ende abgerundet ; ihre Farbe ist, wie 
die der oberen Lamellen, bräunlich gelb. Beine viel kürzer, plumper 
und dunkler als bei dem Männchen; das erste Glied der vorderen 
Hüften gewöhnlich grau. Die Flügelstummel uur 1 Lin. lang, bräun- 
lich, gegen das Ende hin in Folge der durch ihre Verkürzung sehr 
zusammengedrängten schwarzen Behaarung schwärzlich, am Ende 
selbst abgerundet. 

Diese Art erscheint hier bei Meseritz in einem quellenreichen 
Gebüsch zu Mitte October jährlich in grosser Anzahl; sonst ist sie 
mir noch nirgend vorgekommen. 


„Spec. 3. Tipula Berteii Rond. ©. — Nigra, subpubescens, pube ob- 
lique observata, subrufescente. Coxae, halterorum et alarum 
basis pallidiores. Abdominis apice eingulo atronitido ante lami- 
nas anales. Laminae anales rufo-piceae. — Long. 16—17 mm“ 
(Rondani.) 


Tipula sinuata und ihre nächsten Verwandten. 


Von Director Dr. H, Loew in Meseritz. 


Für eine der allerkemntlichsten, ganz und gar zu keinem Zweifel 
und keiner genaueren Untersuchung Veranlassung gebende Art der 
Gattung Tipula gilt gewöhnlich Tipula gigantea Schrank. Es steht 
damit aber keineswegs so. Schon der Name Tip. gigantea Schrk. 
ist ein unberechtigter, da diese Art bereits früher von Fabricius 
als Tip. sinuata beschrieben worden ist. Mit dieser Tipula sinuata 
sind nun aber in den Sammlungen, wie mich der Augenschein gelehrt 
hat, bereits zwei andere Arten mehrfach vermengt worden, welche 
sich jener in Grösse, Colorit und Flügelzeichnung nähern, auch wie 
sie, gezähnte Klauen haben, aber beide, soviel mir bisher bekannt 
geworden ist, ausschliesslich der Fauna der europäischen Küstenländer 
des Mittelmeeres angehören. Ich besitze von beiden durch die gefäl- 
lige Güte des Dr. Staudinger südspanische Exemplare, nach denen 
ich hier die Beschreibung derselben gebe. 


129 
Spec. 1. Tipula repanda nov. sp. d, Q. — Tipulae sinuatae Fbr. 
simillima, supremä hypopygii lamellä tridentatä, antennarum 

flagello praeter basim nigro. — Long. corp. d 9—9%;, Q 10% 

— 111%, lin. — long. al. 101% —102%, © 11 lin. 

Sie hat ausserordentliche Aehnlichkeit mit der gemeinen Tip. 
sinuata Fbr., doch lässt der verschiedene Bau des Hypopygiums 
keinen Zweifel an ihrer specifischen Verschiedenheit zu. Die Merk- 
male, durch welche sie sich von Tip. sinuata unterscheidet, sind fol- 
gende. An der Fühlergeissel, welche bei Tip. sinuata von gelblicher 
Färbung ist, und sich erst gegen ihr Ende hin bräunt, ist bei Tip. 
repanda nur die Wurzel des ersten Gliedes gelb und die Färbung 
geht dann durch das Braun schnell in das Schwärzliche über, so dass 
der grösste Theil der Fühlergeissel schwärzlich erscheint. Die Färbung 
des Hinterleibs fällt bei ausgefärbten Exemplaren mehr in das Graue. 
Die Flügelzeichnung zeigt, so sehr sie der von Tip. sinuata ähnelt, 
doch recht charakteristische Unterschiede ; die helle Stelle zwischen 
den beiden ersten der am Vorderrande liegenden braunen Flecke ist 
grösser und das hinter ihm an der sechsten Längsader liegende dunkle 
Fleckchen ist viel kleiner; die zwischen dem zweiten und dritten 
braunen Vorderrandsflecke liegende helle Stelle ist ebenfalls breiter, 
bedeckt einen grösseren Theil der ersten und zweiten Wurzelzelle 
und zieht sich vor der fünften Längsader viel weiter nach der Flügel- 
wurzel hin, so dass hier die beiden hellen Flecke nur durch eine 
schräge braune Linie getrennt sind, und dass sich die Gestalt des 
zweiten, etwas kleineren braunen Vorderrandsflecken mehr einer 
halbkreisförmigen nähert. Der dritte braune Vorderrandsfleck bedeckt 
einen etwas kleineren Theil der Discoidalzelle, bildet in der ersten 
Hinterrandszelle entweder nur eine Ausfüllung der Basis und eine 
weiterreichende Säumung der diese Zelle begrenzenden Adern, oder 
ist, wenn er diese Zelle bis zur Mitte ausfüllt, doch schon vor dieser 
sehr verwaschen; an der Spitze der Submaırginalzelle lässt er ein 
helles Striemchen freis: Die Bräunung in den Hinterrandszellen ist 
schwächer und viel weniger ausgedehnt; die Bräunung, welche sich 
am Hinterrande vom Ende der Analzelle bis zum Hinterwinkel des 
Flügels hinzieht, ist nicht nur ebenfalls viel heller, sondern auch 
vor der letzten Längsader durch eine grosse helle Bucht fast voll- 
ständig unterbrochen, wovon sich bei Tip. sinuata kaum eine Spur 
findet. Ich habe diese Unterschiede so ausführlich angegeben, weil 
bei dem Weibchen keine anderen Unterscheidungsmerkmale vorhanden 


130 


sind, wie sie bei den Männchen das Hypopygium bietet. Der auffal- 
lendste dieser Unterschiede ist der, dass die horizontale, braune 
Lamelle, welche den obersten Theil des Hypopygiums bildet, in einen 
kürzeren, abgerundeten, am Ende schwarzgefärbten, mittleren und in 
zwei seitliche, längere, schmutzig ochergelbe Zipfel ausläuft, während 
bei Tip. sinuata die seitlichen Zipfel zwar ungefähr dieselbe Gestalt 
und Färbung haben, zwischen ihnen in der Mitte aber stets zwei 
nahe bei einander stehende, kürzere, am Ende abgerundete und 
schwarz gefärbte Zipfel vorhanden sind; die hellgefärbten äusseren 
Lamellen des Hypopygiums sind bei beiden Arten von fast gleichem 
und die zunächst unter ihnen liegenden zangenförmigen Organe von 
ähnlichem Baue, doch ist der äussere längere Arm derselben bei 
Tip. repanda ein gekrümmter, scharfer Dorn, bei Tip. sinuata dagegen 
ein flach gedrückter, etwas gekrümmter Zahn. 


Spec. 2. Tipula triangulifera nov. sp. d, ©. — Tipulae sinuatae 
Fbr. simillimä, supremä hypopygii lamellä tridentatä, antennis 
luteis. — Long. corp. S 81%—9'%, 9 13—131/, lin. — long. 
al. d 10—10%%, g 101%—11 lin. 

Auch diese Art hat grosse Aehnlichkeit mit Tip. sinuata, noch 
viel grössere aber mit der vorigen Art, welcher sie auch in der 
Flügelzeichnung äusserst nahe steht. Bei den Exemplaren, welche ich 
vor mir habe, ist die helle Stelle zwischen dem ersten und zweiten 
braunen Vorderrandsflecke etwas breiter als bei Tip. repanda und 
die der Flügelspitze zugekehrte Seite des zweiten braunen Flecks 
etwas gerader ; der dritte braune Fleck füllt die erste Hinterrands- 
zelle stets mindestens bis zur Mitte aus, ohne daselbst besonders ver- 
waschen zu sein ; im Uebrigen stimmt seine Gestalt mit derjenigen, 
welche sie bei Tip. repanda hat, überein; auch die Zeichnung auf 
dem hinteren Theile des Flügels ist ganz wie bei dieser Art, so 
dass es nicht immer leicht ist, beide Arten an der Flügelzeichnung 
zu unterscheiden. Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal scheint die 
Färbung der Fühler darzubieten, welche bei gegenwärtiger Art lehm- 
gelb gefärbt und an der Spitze kaum etwas dunkler sind. Ob auch 
die braunere Färbung des Schildchens gegenwärtiger Art ein brauch- 
bares Merkmal ist, muss ich dahingestellt sein lassen. Die oberste 
horizontale Lamelle des Hypopygiums ist ganz in derselben Weise 
dreizipflig wie bei Tip. repanda; die äusseren Lamellen sind im 
Wesentlichen von derselben Färbung und Gestalt, wie bei jener; die 


131 


zunächst unter ihnen liegenden zangenförmigen Organe sind sehr wenig 
entwickelt und haben auf ihrer äusseren Seite nur einen ganz kurzen 
Doppelzahn, so dass man sie bei dieser Art eigentlich gar nicht zan- 
genförmig nennen kann; dafür ist die Wurzel der beiden zwischen 
ihnen liegenden, gegen den Mittelzipfel der obersten, horizontalen 
Lamelle hingekrümmten Dornen viel entwickelter und fällt, wenn 
man das Haltorgan von hinten betrachtet, sammt diesen Dornen zu 
allermeist in das Auge, während bei Tip. repanda wie bei Tip. sinuata 
dieseiben eine viel verstecktere Lage haben; ausserdem sind diese 
Dornen bei gegenwärtiger Art stets an ihrem Ende divergenter, als 
bei jenen beiden Arten. Die Legröhre des Weibchens wie bei jenen. 


Lepidopterologische Mittheilungen. 


Vom Hof-Gerichtsrath Dr. A. Rössler in Wiesbaden. 


1. Eupithecia innotata Knoch. 

Es wird kaum ein Sammler sein, dem die schöne grüne, roth 
verzierte Raupe dieses Spanners unbekannt ist, da sie mit derjenigen 
der Noct. artemisiae Hufn. und argentea Hufn. im Herbst häufig 
auf Artemisia campestris lebt. Erstaunt war ich aber denselben Schmet- 
terling 1861 aus einer im Juni an Schlehen gefundenen Raupe zu 
erhalten, welche grün, ohne Zeichnung, nur mit einem braunrothen 
Strich auf der Afterklappe versehen war. 

Nur die wiederholte Erziehung 1862 und 1863 und genauere 
Beachtung der Raupe überzeugt mich von der Richtigkeit der That- 
sache, welche die auch sonst gemachte Erfahrung bestätigt, dass die 
Zeichnung der Eupithecienraupen sehr veränderlich ist und wie ihre 
Farbe nach den Nahrungspflanzen abändert. 

Artemisia campestris kommt über 11% Stunden von der Schlehhecke 
nicht vor, an der ich die Raupe traf, wohl aber Artemisia vulgaris 
und in der Nähe dieser Pflanze, jedoch an einem anderen, ebenfalls 
von Artemisia campestris sehr entfernten Orte, habe ich auch schon 
den Schmetterling im Mai in ganz besonderer Grösse getroffen. Eup. 
innotata dürfte nach dem Allen wohl in 2 Generationen im Mai und 
Juli an Artemisia campestris und vulgaris, sowie an Schlehen leben. 


2. Tortrix (Conchylis) moguntiana nov. spec. 
Auf den sandigen Flächen bei Mainz und im. Föhrenwalde bei 
Mombach fliegt ein Wickler, welcher der Implicitana Wocke (pyre- 


132 

thrana Zell in litt.) sehr nahe kommt und von Frankfurt a. M. mit 
diesem zugleich unter dem Namen Heydeniana verschickt wird. Er 
ist um wenigstens ein Drittel kleiner als Implieitana und die bekann- 
tere Ciliella H. (Rubellana H-Sch.) der er ebenfalls sehr ähnlich ist, 
hat wie letztere schmälere und spitzere Flügel als Implicitana, hat 
aber die Färbung der letzteren, doch meist noch in einem lichteren 
Ton. Die Grundfarbe der Oberflügel ist ein bräunliches Weissgelb, 
die Zeichnungen sind gelbbraun und denen von Implicituna sehr ähnlich, 
doch ist die dunkle schiefe mit dem Aussenrand parallele Mittelbinde 
etwas schmäler. Am meisten kenntlich wird die Art durch einen 
nierenförmigen Flecken in der Mitte der gewässerten Binde und die 
zwischen ihm und dem Saum unregelmässig stehenden Flecken, wäh- 
rend bei Implicitana das äusserste Viertheil der Flügel bis zum 
Saume meist gleichmässig braun angeflogen ist. Die Hinterflügel sind 
grau mit lichten Fransen, Kopf und Palpen von der hellen Grund- 
farbe der Oberflügel. Die Unterseite der Oberflügel ist dunkelgrau 
mit dunkler schmaler Mittelbinde und einer breiten dunklen Binde 
zwischen dieser und dem Aussenrande. Die Unterflügel sind unten 
lichter als die oberen und nicht wie bei pyrethrana dunkel gespren- 
kelt. Die Fransen wie bei ömplicitana vöthlich scheckig. 

Implieitana erzog ich aus Blüthen von @naphalium und sie fliegt 
auf der linken und der rechten Rheinseite auch wo diese Pflanze 
nicht wächst, um Tanacetum vulgare; Moguntiana traf ich aber nur 
bei Mainz um Artemisia campestris. Der Falter ist vom Mai bis Juli 
fast häufig, reine Stücke sind aber sehr selten, man erhält das leb- 
hafte Thier meist abgeflogen und diess mag die Ursache sein, dass 
es noch nicht in die Wissenschaft eingeführt worden ist. 


nos» man 


Bücher-Anzeigen 
a) Von Dr. I.R. Schiner. 


Brauer Fr. Monographie der 0esiriden. Wien 1863. 8. 291 SS. 
10 Kupfertafeln. 


Vor kurzem schrieb mir Haliday, dass man ehedem die Chaleciditen 
als ein Monopol Englands betrachtete und dass man ebenso richtig heute 
die Oestriden als ein Monopol Oesterreichs betrachten könne. Das Haupt- 
verdienst bei diesem uns ehrenden Ausspruche muss dem Verfasser obiger 
Monographie eingeräumt werden. Brauer hat schon in früheren Abhand- 
lungen wichtige Resultate seiner Forschungen über die Oestriden bekannt 


133 


gemacht und uns gezeigt, mit welcher Ausdauer, mit welchem Scharfsinne 
und auch mit welchem Glücke er die vielen Lücken in der Geschichte der 
so interessanten und wichtigen Oestriden auszufüllen wisse, es wird daher 
Niemanden überraschen, in dessen neuester Arbeit das Vollkommenste und 
Beste zu finden, was über diese Dipterenfamilie, trotz ihrer reichen Literatur, 
überhaupt besteht und bekannt geworden ist. Rücksichtlich der europäischen 
Arten ist die Sache beinahe erschöpft und Alles geboten, was sich über die- 
selben vom Ei angefangen bis zum vollkommenen Imago überhaupt sagen 
lässt. Dabei hat Verfasser überall an der reinen Quelie der Natur selbst 
geschöpft und hat es verstanden, sich durch Combinationen, Analogien und 
Phantasiestücke in seiner bekannten objectiven Darstellungsweise nirgends 
beirren zn lassen, was heut zu Tage ein seltener Vorzug ist und besonders 
hervorgehoben zu werden verdient. 

. Wer Gelegenheit hatte, Brauer in seiner Studierstube zu beobachten, 
wie er, umgeben von Raupenzwingern, Glascylindern und Käfigen aller Art, 
in welchen er Nager jeden Kalibers hält, um sie mit Oestruslarven zu be- 
setzen und zu beobachten so zu sagen mit und unter seinen Oestriden 
lebt und webt, der müsste schon von vorne herein zu dessen Mittheilungen 
volles Vertrauen gewinnen; es bedarf aber einer solchen Captation nicht, da 
die Mittheilungen selbst unzweifelhaft den Eindruck zurücklassen, dass sie 
nur Selbsterforschtes, Selbstgeprüftes und Selbsterkanntes bringen. 

In der Einleitung hat der Verfasser auch seine Ansichten über ein 
natürliches Fliegensystem mitgetheilt, welche auf ganz neuen Grundlagen 
beruhen und die grösste Beachtung verdienen. Er verwirft den unhaltbaren 
Unterschied zwischen den Dipteris brachyceris und nematoceris und theilt die 
Dipteren in Diptera orthorapha, deren Puppenhülle bei dem Austritte des 
Imago in einem dorsalen Längsspalte sich öffnet und in Diptera eyelorapha, 
deren Puppenhülle sich vorne rund und deckelartig ablöst. Ich werde dem- 
nächst Gelegenheit finden, mich über dieses, mir vollkommen begründet und 
natürlich erscheinende Eintheilungsprincip näher auszusprechen und will dann 
gleichzeitig versuchen, die europäischen Arten, mit Anwendung des Flügel- 
geäders zu weiterer Gruppirung in einer natürlichen Reihenfolge — möglicher- 
weise in einer vollständigen Dispositio systematica dipterorum Europae — 
hiernach anzuführen. 


Winnertz Joh. Beitrag zu einer Monographie der Pilzmücken 
(Mycetophilidae). Wien. Selbstverlag der k. k. zool.-bot. Gesellschaft. 
8. 328 SS. 4 Kupfertafeln. 


Ich habe im 2. Theile meiner Fauna austriaca diese jüngste Arbeit 
meines Freundes Winnertz so vollständig benützt und ausgebeutet, dass ich 
kaum mehr nöthig haben dürfte, hier noch besonders auszusprechen, dass 
ich sie vortrefflich finde. Die sonst so schwierigen, viel verkannten und desshalb 
viel gelästerten Mycetophiliden sind mit einemmale ein leicht zu bewältigendes, 
durchsichtiges Völkchen geworden, mit dem sich — schon der Zierlichkeit der 
Formen wegen — mancher Entomologe von nun an gerne beschäftigen wird 


134 


Winnertz, ohnedies bekannt wegen seiner Präcision und Gewissenhaftigkeit, 
hat Horazens Wahrspruch „nonum prematur in annum“ auch bei seiner vor- 
liegenden Monographie vollständig zur Geltung gebracht und kaum läge sie 
heute vor, wenn ich zur Herausgabe, im Interesse meiner Fauna den lieben 
Verfasser nicht so arg gedrängt und gepresst hätte. Es ist ein eigenthüm- 
licher Beruf, gerade die schwierigsten Gruppen — Cecidomyiden, Ceratopogonen 
und Mycetophiliden — aus der grossen Menge der Dipteren herauszuwählen, 
und sie mit der minutiösesten Sorgfalt jahrelang vor das Objectiv des Micro- 
scopes zu halten, um sie richtig und exact zu beschreiben und nach ihren 
natürlichen Verwandtschaften zu gruppiren und bekannt zu machen und nur 
selten dürfte sich ein Sterblicher zu solchen Studien hingezogen fühlen, zumal 
der ganze Lohn für so viele Mühen und Aufopferungen oft nur in dem Be- 
wusstsein gefunden werden muss, etwas Tüchtiges geleistet zu haben. Win- 
nertz, der, im Vorbeigehen gesagt, dermalen den Sciarinen sein Augenmerk 
zugewendet hat, fühlt diesen eigenthümlichen Beruf in sich und wir müssen 
dafür dem lieben Gott danken, weil wir die genannten Microdiptera sonst 
lange noch nicht genügend kennen würden. Winnertz hat die sämmtlichen 
Mycetophilidae im engeren Sinne des Wortes in drei Hauptgruppen zerlegt, 
von denen die erste die Diadocidinae, Mycetobinae, Bolitophilinae, Macro- 
cerinae und Ceroplatinae, die zweite die Sciophiiinae und die dritte die 
Mycetophilinae enthält. Als Eintheilungsprineip ist das Flügelgeäder benützt; 
unter den 42 Gattungen sind hier zum erstenmale neu eingeführt die Gattungen: 
Empheria, Polylepta, Lasiosoma, Empalia, S'yniemna, Anaelinia, Phthinia, 
Glaphyroptera, Coelosia, Acnemia, Docosia, BDrachypeza, Iöymosia, Allodia, 
Brachycampta, Trichonta, Anatella, Phronia, Exechia, Zygomyia, Sceptonia, 
Epicypta, Mycothera und Dynatosoma. Von 294 Arten sind 150 neu und voll- 
ständig beschrieben und von sämmtlichen Gattungen die Flügelabbildungen 
je einer Art recht scharf und richtig beigegeben. 


b) Von Jul. Lederer. 


Berliner entom. Zeitschrift 1863. 3. u. 4. Quartal. 1864. 1. u. 2. 
Quartal. (Beide Hefte erst kürzlich zusammen ausgegeben.) 


Das 3. u. 4. Quartalheft von 1863 enthält; 

Kiesenwetter H.v. (p. 235). Eine entomologische Alpenexcursion im 
Sommer 1862. 

Reinhart H. (p. 248). Beiträge zur Kenntniss einiger Braconiden- 
Gattungen. Zweites Stück (Genus Rogas mit 35 Arten). 

Loew H. (p. 275). Diptera Americae septentrionalis. Centuria quarta. 

Harold E. v. (p. 327). Beiträge zur Kenntniss einiger coprophagen 
Lamellicornien. (Aphodien.) Fünftes Stück. 

Stäl C. (p. 390). Beitrag zur Kenntniss der Pyrrhocoriden. 

Derselbe (p. 405). Verzeichniss der Mononychiden. 

Reinhart H. (p. 409). Chelotelius (n. g.) gryps (n. sp.), ein neues 
Hymenopteron der Dryiniden aus Botzen, auf Taf. 5 abgebildet. 


135 

Stein J. P. F. (p. 411). Beitrag zur Neuropteren-Fauna Griechenlands 
(mit Berücksichtigung dalmat. Arten). 

Kiesenwetter H. v. (p. 423). Ueber Isomira-Arten. (10 Arten, neu: 
ovulum aus Andalusien.) 

Derselbe (p. 428). Beiträge zur Kenntniss der Malthiniden. (Podisira 
rupicola, Malthodes cordiger, facetus, manubriatus, aemulus, neue südeurop. 
Arten. Dazu Taf. 5.) 

Kretschmar C. (p. 431). Caradrina Menetrisii n. sp. aus Petersburg, 
auf Taf. 2 schlecht abgebildet. 

Schaum H. (p. 433.) Nachtrag zum Carabicinenaufsatz von p. 67— 92. 

Sodann verschiedene kleinere Mittheilungen von Bach,Fuss, Koltze, 
Kretschmar; synonymische Bemerkungen; Bericht über die Naturforscher- 
versammlung zu Stettin; iconographischer Beitrag zur Kenntniss der Dascil- 
liden von Kiesenwetter; Literaturbericht. 


Das 1. u. 2. Quartalheft von 1864 enthält: 

Kraatz Dr. G. (p. 1). Ueber die Artrechte der europ. Maikäfer. 

Eichhof (p. 17). Mundtheile und Fühlerbildung der europ. Xylophagi 
sens. strict. Dazu Taf. 1. 

Kraatz Dr. G. (p. 17). Einige für Deutschland neue Käfer. 

Loew Dr. H. (p. 49). Diptera Americae septentrionalis. Centuria 
quinta, mit system. Verzeichniss zu allen 500 Arten. 

Schaum Dr. H. (p. 105). Die egyptischen Ditysciden. 

Derselbe (p. 108). Neue Hydroporen aus Europa und dem gemässigten 
Asien. (5 Arten.) 

Derselbe (p. 114). Beiträge zur Kenntniss der Carabicinen. Dazu Taf. 2. 
Larven von Procerus, Eurygnathus, Acanthogenius. — Physaea latipes n. sp. 
aus Mexico. — Carabus protensus n. sp. vom Caucasus. — Disphaericus und 
Dychiridium. — Promecognathus. — Phymatocephalus n. g. der Harpalinen, 
spec. Zeiehlöi aus Mexico. 

Seriba W. (p. 127). Drei für Deutschland neue (sonst bekannte) 
Staphylinen. 

Kraatz Dr.G. (p. 130). Quedius investigatorum n. sp. von Swinemünde. 

Derselbe (p. 131). Zur kritischen Kenntniss europäischer Käferarten. 
Erstes Stück. (50 Arten.) 

Schaum Dr. (p. 142). Zur krit. Kenntniss europ. Carabicinen. (24 Arten.) 

Stierlin Dr. (p. 145). Ueber sicilian. Käfer. Neu: Ocypus siculus, 
Silvanus sieulus, Zehizotrogus Javeti, Microrhagus Chevrolati, Athous robustus, 
Melanotus Candezi, Metallites modestus, Cathormiocerus Pfisteri, Larinus 
longirostris, Tiychius bicolor, Hammatocerus Pfisteri, Callidium sieulum, Cly- 
tus Heydenii *). 


*) Nach einer Anmerkung Stierlins, in der die weiteren Unterschiede 
angegeben werden, erklärte Kraatz den Käfer für einen Cl. arvicola mit 
„krankhafter Haarbildung“, was wieder Herrn Kraatz veranlasst, eine Note 
anzuhängen, dass er auf seinem Ausspruche bestehe, „da die Behaarung bei 


136 
Kraatz Dr. 6. (p. 154.) Grundzüge eines natürlichen Systems der 


Rüsselkäfer *), 
Schaum Dr. (p. I.) Anzeige von Marseul's Käfercatalog. 


beiden Exemplaren nicht dieselbe sei“ (soll wahrscheinlich heissen: nicht 
ganz übereinstimme, denn von zwei Käfern muss doch selbstverständlich jeder 
seine eigene Behaarung haben.) Ein sicilian. Exemplar meiner Sammlung 
stimmt mit Stierlins Beschreibung und ich finde auf der Stirne noch eine 
in grober gelbgrauer Behaarung stehende, oben breite, nach unten verschmä- 
lerte, beiderseits scharfkantige Längsschwiele, die der Käfer wahrscheinlich 
aus Kränkung über seine krankhafte Haarbildung bekommen. Nun, wenn nur 
Herr Dr. Kraatz gesund bleibt! 

*”) Als kleine Illustration zu Herrn Schaufuss „gelehrten und 
arroganten Herrn,“ erlaube ich mir einige Pröbchen von Hrn. Dr. Kraatzens 
Bescheidenheit und Gelehrsamkeit herauszugreifen. Zum Anfange ein Dutzend 
Bescheidenheiten (auf Verlangen auch mehr): 

p. 154. Der Titel: „Grundzüge eines natürlichen Systems der Rüssel- 
käfer.“ Was ist also wohl Lacordaires Arbeit? 

p. 154. „Gesichtspunkte, welche wohl darauf Anspruch machen 
dürfen, auch jetzt noch zur Kenntniss des entomol. Publikums gebracht zu 
werden.“ — „Ansichten, gegeben, um auch von Anderen als Stütze beim 
Ausbau des Systems benützt werden zu können.“ Schäme Dir, Lacor- 
daire, Du bist verdunkelt! 

p- 156 eitirt er eine Note Lacordaires über die Schwierigkeit der 
Untersuchung der Unterkiefer und die Möglichkeit, dass einige Gattungen 
noch unsicher bleiben konnten. Kraatz thut dies für Jene, „welche etwa 
sophistisch seinen weiteren Ausführungengegenübertreten“ und hält 
es für gar nicht nöthig, „die Mundtheile einer weiteren Prüfung zu 
unterwerfen.“ Also seiner Anschauung entgegentreten ist „sophistisch,* 
er aber kann Lacordairen entgegentreten und dessen Eintheilung nach den 
Mundtheilen damit über den Haufen werfen, dass er diese gar nicht 
prüft! O weiser Daniel, Heil Dir im Siegeskranz! 

p- 158. „Ohne dieselben (die von Lacordaire benützten Merkmale) 
zu mustern, genüge es anzugeben“ etc. Wozu sich erst mit Unter- 
suchungen plagen? Kraatz spricht und das ist genug! 

p. 160. „Trotz der Verschiedenheit des Eintheilungsprincipes stimmt in 
meiner früher vorgenommenen Aufstellung hier noch die Reihenfolge 
der europ. Gattungen mit der Lacordaire’schen überein.“ Wo wurde denn 
diese früher vorgenommene Aufstellung publicirt? Soll sie vielleicht gar 
unpublieirt Priorität vor der Lacordaire’schen haben? Warum publicirte 
Kraatz seine „früher vorgenommene“ Arbeit nicht längst, damit sie Lacor- 
daire als „Grundzüge“ und „Stützen“ hätte verwenden können? Warum 
erscheinen dergleichen Aufsätze von ihm immer erst dann, wenn ihm Andere 
Bahn gebrochen? Hiesse es nicht Kraatzens „Schreiberei“ eine unverdiente 
Ehre erweisen, so könnte man auch die Sache umkehren und sagen, dass 
durch Kraatzens Arbeit die Probe für die Richtigkeit der Lacordaire’schen 
geliefert sei! 

. 160. „Bei einer Bearbeitung der europ. Rüsselkäfer wäre vielleicht 
doch noch zu prüfen, ob Lacordaire di=-:@leoniden natürlich zwischen 
die Molytiden und Hylobiden bringt, währent.‘ich die Molytiden durch die 
Hylobiden zu den Cleoniden überführte und von ihnen einen Durchgangspunkt 
zu den Erirhiniden in den Balaniniden zu finden glaubte“. Wozu das Ver- 
dächtigen? Warum nicht selbst geprüft, wenn man schon a tout prix mit- 
reden will? „Ueberführte“ und„Durchgangspunkt“ jedenfalls gelungen 
und schön gesagt. Kraatz wäre allenfalls der Mann, der für das Kameel 


137 


Stettiner Entomel. Zeitung. 1864. 1. Quastal. 
Gerstäcker A. (p. 20). Die um Berlin beobachteten Dolichopoden. 


(104 Arten.) 
Stäl C. (p. 49). Hemiptera mexicana (Fortsetzung). 


der heiligen Schrift den „Durchgangspunkt“ durch das Nadelöhr finden 
könnte! — ’S ist zum Durchgehen! 

p- 161. „Lacordaires Anordnungen müssen daher vorläufig mass- 
gebend bleiben, so weitsieeben nicht durch die folgende (Kraatz’sche) 
Darstellung berührt werden.“ Zu bescheiden und zu grossmüthig, den 
Mann, der eigentlich längst das Leben verwirkt, noch eine Weile fortvege- 
tiren zu lassen. 

-  p. 162. „Dass dies nicht der Fall ist, lässt sich durch Lacordaires 
Angaben ganz deutlich beweisen, ohne dass man die exotischen 
Gattungen sämmtlich in natura zu kennen braucht, welche zwischen 
die Attelabiden und Balaniniden gestellt sind.“ Für so ein Genie gar nicht 
nöthig die Gattungen zu kennen, über die er urtheilt! 

p- 163. „Analocien zwischen Attelabiden und Adelognathen, welchen 
Lacordaire unbewusst dadurch Rechnung trägt, dass er auf die Attela- 
biden ein paar Adelognathen-Gattungen folgen lässt.“ Der unbewusste Nacht- 
wandler, der! 

p. 166 „In wieweit sich diejenigen, welche ein reiches exotisches 
Material und die Befähigung besitzen, bei systematischen Fragen mit- 
zusprechen, an dieses Arrangement gebunden erachten, ist abzuwarten. 
Für unsere europäische Räferfauna nehme ich schon heute das 
Recht in Anspruch in Catalogen, welche uns ein nach systematischen 
Principien entworfenes Bild derselben geben sollen (id est in den Berlinern) 
die Apioniden, Attelabiden und Rhinomaceriden nicht zwischen Erirhinus 
und Balaninus zu stellen.“ Logisch und bescheiden! Weil über die Exoten 
ausser Lacordaire noch Niemand gesprochen, Kraatz aber nur die 
Europaeer kennt, so resultirt für ihn schon heute das Recht, Lacordaires 
Arbeit umzustossen! 

p. 166. „Ist der Versuch, den Schönherr mit der Verwerthung der 
Fühlerbildung für die Errichtung einer Gonatocerengruppe gemacht hat, auch 
ungeschickt genug ausgefallen etc.“ Siehst Du, ungeschickter Schön- 
herr, hättest Du damals Meister Kraatz gefragt! 

p- 166. „Thomson, welcher wohl im Allgemeinen für die natürliche 
Systematik (wahrscheinlich für eın natürliches System) gerade keine bedeu- 
tenden Resultate erzielen wird.“ Das kann ja natürlich nur ein Kraatz! 


Nun noch ein Bischen Galimathias. 

p- 159. „Dass übyigens ein Charakter von systematischer Wichtigkeit 
in sehr artenreichen, natürlichen Gattungen oft überraschende Modificationen 
erleidet, ist für den Systematiker Thatsache.“ Für sonst Niemand? 

p- 164. „Das liefert für mich in vorliegendem Falle den Beweis, dass 
zwischen den Gruppen, welchen die ähnlichen Gattungen angehören, eine 
grosse natürliche Verwandtschaft besteht, welche bei Lacordaire dadurch, 
dass dieselben verschiedenen Phalangen eingereiht sind, gerade keine Berück- 
sichtigung findet. Durch die Benützung des freien Pygidium für die natür- 
liche Systematik () werde wohl natürlich zusammengehörende 
Gruppen getxm»E" Zu deutsch: ein natürliches System, welches 
unnatürlich ist! 

p- 167. „Die Apionen mögen einstweilen eben dahin gestellt werden.“ 
Warum einstweilen, warum eines Anderen Arbeit verwerfen, wenn man 
nichts Positives dafü: zur Stelle zu setzen weiss ? 


Wiener entomol. Monatschr. VII. Ba. 10 


138 


Suffrian Dr. (p. 86). Synonymische Miscellaneen. (Donac ia javana.) 

Hagen Dr. H. (p. 89). Schädlicher Einfluss der Zuckerfabriken au 
die Bienenzucht. 

Philippi Dr. R. A. (p. 91). Eudelia rufescens, ein neuer Spinner aus 
S. Jago de Chile. — Ein Käferchen, das als Gewürz dient. 

Schleich Dr. (p. 96) Erste Stände von Pierophorus trichodactylus 
(Raupe im Mai an den Blüthen von Geum rivali.) 

Cornelius (p. 98). Larve von Haltica oleracea. (Mitte Juli auf Oeno- 


thera bienn's. 
Mühlig G. G. (p. 101). @elechia triatoma, Gel. morosa (Raupe Anf, 
Mai an Lysimachia vulgaris) und Coleoph. musculella (Raupe an Dianthus 
superbus und carthusianum) drei neue Arten von Frankfurt a. M. 
Keferstein A. (p. 103). Einige Bemerkungen über Sehmetterlinge 
um Reichenhall und Gastein. 


Bulletin de la Societe imper. des Naturalistes de Moscou. Annee 
1863. Nr. 3. Moscou 1863. 


Motschulsky Victor v. (p. 1). Essai d’un catalogue des Insectes de 
V’ile de Ceylon. (Fortsetzung von 1861. Nr.1, p. 421. Die Orthoptereren, Neu- 
ropteren, Hemipteren, Homopteren, Lepidopteren und Dipteren.) 

GernetC.v. (p. 154). Einiges über Coccus laeca und dessen Parasiten. 


Atti della Societa italiana di Scienze naturali. Vol. V. Fascicolo IV. 


Buzzoni Pietro (p. 183). Sulla malattia dei bachi da seta nell 
anno 1863. 


p- 167. „wäre zu bemerken, dass die Beliden, welche Schönherr mib 
den Rhinomaceriden vereinigt hatte, mir in der Nähe derselben ganz wohl 
placirt scheinen würden.“ Sind sie es also oder nicht? Was ist mit solchem 
Stiefel eigentlich gesagt? Sehr weit davon sind sie bei Lacordaire ohnehin 
nicht getrennt, auch gibt es ja nach Kraatz (p. 155 seines jetzigen Auf- 
satzes) „Wünsche, die überhaupt nie bei einer linearen Aufstellung erfüllt 
werden können und daher auch nicht in Betracht zu ziehen waren.“ Oder 
gelten derlei Aussprüche nur für so ein Genie, wie Kraatz, nicht aber für 
gewöhnliche Sterbliche wie Lacordaire? 

p- 167. „Die langschaftigen und schaftlosen Fühler haben in meinen 
Augen die freiere Beweglichkeit des Schaftes gemein.“ Ein Schaft, 
der zwar nicht vorhanden ist, sich aber bewegt; welch herrlicher Behelf 
für die Systematik, um als „Stütze beim weiteren Ausbau des Systemes“ 
benützt werden zu können! Oh, Du seliger Münchhausen! 

Nun bringe mir Einer Methode in den Wahnsinn, Sinn in so zerfah- 
renes, kauderwelsches Zeug, lese mir Einer Kraatzens ganzen Aufsatz über 
die Riüsselkäfer mit Geduld und Aufmerksamkeit (freilich eine curiose Zu- 
muthung) durch, und beantworte mir dann die,Frage, ob es möglich ist, dass 
Kraatz sich selbst versteht, geschweige denn, dass Aa g ilın verstehen 
können. Und so ein Stylkünstler hat noch die Dreistigkeit, bei der geringsten 
Einwendung gegen seine dietatorischen Aussprüche in höchste Entrüstung zu 
gerathen; ein Genie das solche Kritiken schreibt, will noch Andere „unlo- 
gisch“ und „verwirrt“ nennen? Gustav mir graut vor Dir! 


139 
Rondani e Passerini (p. 186). Le spore come causa de malattia 


nel baco da seta. 
Bellotti (p. 202.) Metodo per ottenere semente sana di bachi da seta. 


c) Von A. Senoner. 


Zeitschrift für die gesammten Naturwissenschaften. Herausgegeben 
von dem naturw. Vereine für Sachsen und Thüringen in Halle. 20. Bd. 
1862, 21. Bd. 1863. 

Der 20. Bd. enthält; 

Möller L. (p. 81). Fauna Mulhusiana. Coleoptera. (1938 Arten.) 


Giebel G. (p. 311). Wirbelthier- und Insectenreste im Bernstein, 
(Herr G. beschreibt von letzteren 16 neue Arten.) 


Der 21. Bd. enthält: 

TaschenbergL.E. (p. 50 und p. 245). Bemerkungen zu den Pimpla- 
Arten. 

Philippi Dr. R. A. (p. 217). Verzeichniss der im Museum von Santiago 
befindlichen chilensischen Orthopteren. — Graea horrida, eine neue Acridioide 
aus der argentinischen Republik. 

Giebel(C.(p. 306). 23 neue und einige bekannte Spinnen der Hall’schen 
Sammlung. 


XIII. Programm des k. k. 6ymnasiums zu Botzen. Schuljahr 1862 —63. 

Gredler V., Prof., Vierzehn Tage im Bad Ratzes (5 Stunden östlich 
von Botzen). Aufzählung von 253 Käfer-Arten, verschiedene Hymenopteren, 
Lepidopteren (154 von Stentz gesammelte Arten), Dipteren etc. 


X. Bericht der oberhess. Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. 
Giessen 1863. 


Scriba W.(p. 1). Die Käfer im Grossherzogthum Hessen und seiner 
nächsten Umgebung. (Fortsetzung soll folgen.) 

Dickore (p. 96). Nachtrag zum Verzeichnisse der Schmetterlinge um 
Giessen. (Vide II. und III. Bericht.) 


Mittheilungen aus dem Osterlande. XVI. Band. 2. 3. Heft. Alten- 
burg 1863. 


Winkler P. (p. 139). Erster Nachtrag zu einer Lepidopteren-Fauna 
für Elster im Voigtlande. 

Schlenzig.M. (p. 161). Ueber Parthenogenesis bei Schmetterlingen 
und Bienen. 

Derselbe (p. 171). Beschreibung der Raupe von Lophopteryx carmelita 
und Acron. alni. 


140 

Mittheilungen aus J. Perthes geographischer Anstalt von Dr. A. 
Petermann. VII. Gotha 1863. 

Wagner Moriz, Dr., (p. 281). Physisch-geographische Skizze der Pro- 
vinz Chiriqui in Mittel-America. In Bezug auf die Inseetenwelt entnehmen 
wir, dass unter den Coleopteren besonders die Cicindeliden durch ausgezeich- 
nete Arten vertreten sind. Der Riese unter den Käfern ist Dynastes elephas, 
der häufigste Savannen-Käfer COyelocephala discolor. Unter den Gebirgs- 
schmetterlingen sind zu erwähnen: Apatura Lucasii und Laurentia. Zu den 
schädlichsten Insecten gehören die Ameisen und die Wanderheuschrecke, die 
Jedoch nur von zehn bis zwanzig Jahren massenhaft wiederkehrt. 


Academie royale des sciences, des lettres et des beaux arts de 
Belgigue. Annee 1862. Bruxelles 1862. 


De Selys-Longchamps (p. 196 und p. 339). Synopsis des Agrionines. 


Memoires de l’Academie de Stanislas. Nancy 1862. 


Godron A. (p. 355) gibt nach Aufzählung der in der Lorraine vor- 
kommenden Säugethiere, Vögel etc. auch ein systematisches Verzeichniss der 
Coleopteren, Orthopteren, Neuropteren, Hymenopteren, Lepidopteren etc. 


Abhandlungen, herausgegeben von der Luxemburgischen natur- 
forschenden Gesellschaft. IV. Bd. 3. u. 4. Lief. Frankfurt a.M. 1863. 


WeismannDr.A. Ueber die Entstehung des vollendeten Insects in der 
Larve und Puppe. Ein Beitrag zur Metamorphose der Insecten. Mit 3 Tafeln. 


Nova Acta BR. Societatis seientiarum Üpsaliensis. Ser. III. Vol. IV. 


Fasct. 2. 1863. 


StälC. (p. 87— 176). Monographie des Chrysomelides de l’Amerique. 
(Fortsetzung vom 1. Heft.) 


Dem anonymen Einsender 
des unfrankirten Briefes mit dem Poststempel Frankfurt a. Main, 5. März, 
folgenden wörtlichen Inhaltes: 
„Die Redaction wird ersucht, über das klassische Werk: der neue Bork- 
hausen von Glaser, eine günstige Recension auszusprechen, wie solches 
schon von Herrn Weinland, im zoologischen Garten und von Herrn Knatz 
(soll Kraatz heissen) in der Berliner Zeitschrift geschehen ist“ 


diene zur Nachricht, dass wir Recensionen von so ganz entbehrlichen Com- 
pilationen, wie das in Rede stehende „klassische Werk“ völlig überflüssig 
finden. Die Redaction. 


Verantwortl. Redacteure u. Herausgeber: Julius Lederer und Ludwig Miller. 
Gedruckt bei Karl UVeberreuter, Alserstrasse Nr. 24. 


WIENER 
Entomolooische Monaischrift, 


Redaction und Expedition: In Commission bei 
Landstrasse, Gärtnergasse Nr. 20. Carl Gerold’s Sohn, Stadt Nr. 625. 
Nr. 5. VIII. Band. Mai 1864. 


Beiträge zur Kenntniss der europäischen Haltieinen. 
Von F. Kutschera. 


(Fortsetzung.) 


51. L. pusillus Gyll. Oblongo-ovatus, minus convexus, nitidus; sub- 
tus nigropiceus aut fuscus; capite fusco, anterius rufescente; 
thorace rufo-ferrugineo, elytris pallidis; antennarum basi pedi= 
busque ferrugineis, femoribus posticis plus minusve infuscatis: 
thorace brevi, tenuissime granuloso et punctulato; elytris hume- 
ris prominulis, apice singulatim rotundatis, minutissime confuse 
et ad basin seriatim punetulatis. Tibiarum posticarum spinula 
apicali brevi. Alatus. Long. 1%“' — Larg. 14", 

Var. 1. thorace plus minusve fuscescente. 
Var. 2. Abdomine apice rufescente (juniores). 


3. Aedeagus canaliculatus, breviter lanceolatus, canali- 
culo in media parte contracto, apice dilatato. Foud. — Abdo- 
minis segmentum ultimum fossula rotundata laevissima ornatum 
et apice leviter emarginatum. 

Redt. Fn. Aust. ed..I. g. 545. p. 534. ed. II. g. 1067. 

p: 941..— Bach. Kf. f. N. u. M. Ditschl. :MI. 
154. 30. 
Haltica pusilla Gyll. Ins. su. III. 549. 22. 
Thyamis pusillus Steph. Ill. br. Ent. Mand. IV.313. -- 
id. Man. of br. Col. 297. 2331. 
Wiener entomol. Monatschr. VIII. Bd. 11 


142 
Teinodactyla pusilla Foud. Ann. d. I. Soe. Linn. VI. 
1859. 296. 36. — All. Ann. d. |]. Soc. ent. d. Fı. 
3. Ser. VII 1860. 4125.73. 


Diese und die drei folgenden Arten bilden zusammen eine engere 
Verwandtschaftsgruppe, welche sich im Allgemeinen durch die Aehn- 
lichkeit der Gestalt, Färbung und Sculptur, insbesondere aber durch 
die an der Spitze stumpfer und einzeln abgerundeten Flügeldecken, 
die kurzgliedrigen Fühler, kürzeren Hinterbeine und die äusseren 
Geschlechtskennzeichen charakterisirt. — Die Vorliegende ist eine 
der kleinsten Arten, etwa von der Grösse des L. parvulus Pk. und 
unterscheidet sich von den folgenden Verwandten durch geringere 
Wölbung, mehr geglättete Flügeldecken und deren äusserst zarte 
Punktirung, welche selbst unter dem Glase schwer wahrzunehmen 
und kaum stärker als auf dem Halsschilde ist, auf dem Vordertheile 
aber mehr oder weniger deutliche Reihen bildet. — Länglicheiför- 
nig, mässig gewölbt, glänzend; die Unterseite ist mehr oder weniger 
pechbraun, bei minder reifen Stücken rothbraun; der Scheitel pech- 
braun, das Vordergesicht röthlich, die Mundtheile bräunlich; das Hals- 
schild röthlich, am Vorder- und Seitenrande nicht selten bräunlich, 
bisweilen fast ganz schwarzbraun; Schildchen röthlich, selten dunkler; 
Flügeldecken blassgelbbraun mit schwach roströthlicher Naht; Füh- 
lerwurzeln und Beine rostroth mit rothbraunen an der Spitze mehr 
oder weniger gebräunten Hinterschenkeln. — Stirne scharf gekielt, 
Stirnhöckerchen undeutlich, mit dem Scheitel zusammenfliessend und 
nur bei schief einfallendem Lichte bemerkbar; Scheitel matt und fein 
runzlich genarbt, die gewöhnlichen am oberen Augenrande stehenden 
Punkte besonders deutlich; Fühler kaum länger als der halbe Körper, 
ihr zweites Glied deutlich länger als das dritte; Halsschild fast zwei- 
mal so breit als lang, mässig gewölbt, an den Seiten wenig gerundet, 
äusserst fein punktirt, die Zwischenräume bisweilen etwas gerunzelt 
und bei hinreichender Vergrösserung äusserst fein narbiggekörnt; bei 
manchen Individuen jedoch beinahe glatt; die Seitenrandschwiele ist 
wenig abgesetzt. Die Flügeldecken länglich, deutlich breiter als die 
Basis des Halsschildes mit etwas vorspringender Schulterbeule, von 
da bis über die Mitte sehr wenig erweitert; und an der Spitze ziem- 
lich stumpf und deutlich einzeln abgerundet mit sehr stumpfen Naht- 
winkeln, so dass das Pygidium sichtbar bleibt; ihre Oberfläche zeigt 
mehr oder weniger deutlichen Schmelzglanz, und äusserst feine und 
seichte selbst unter der Lupe schwer wahrnehmbare, jedoch ziemlich 


143 
diehte Punktirung; die Punkte sind selbst an der Basis nicht grösser 
als jene des Halsschildes und daselbst mehr oder weniger deutlich 
gereiht, weiterhin verworren, nach der Spitze hin verloschener. Bei 
sehr starker Vergrösserung zeigen die Zwischenräume eine sehr feine 
Granulirung; der Kerbstreifen am Seitenrande fein. Geflügelt. Bauch- 
segmente quer gerunzelt und punktirt. Beim @ zeigt das letzte Bauch- 
segment einen glänzend glatten Längseindruck, beim J' ein breites, 
rundes stark glänzendes Grübchen, dessen Aussenrand etwas aus- 
gebuchtet ist; das erste Vordertarsenglied des JS ist sehr erweitert. 
Hinterschienendorn kurz und fein. 

Gemein auf trockenen Gras- und Weideplätzen, besonders im 
Herbst. 


52. L. Medicaginis All. Oblongo-ovatus; convexior, subnitidus; subtus 
nigro-piceus; capite piceo, anterius rufescente, thorace rufo-fer- 
rugineo, elytris pallidis; antennarum basi pedibusque ferrugineis, 
femoribus posticis piceis: thorace transverso convexiore, tenuissime 
granuloso punctulatoque; elytris humeris prominulis, apice singula- 
tim rotundatis, subtiliter crebre confuseque punctulatis. Tibiarum 
posticarum spinula apicali brevi. Alatus. Long. %/,'. — Lat. Yz"'. 


Var. tibiis posticis apicem versus piceis. 
Teinodactyla Medicaginis All. Ann. d. l. soc. ent. d. Fr. 
32 Ser VL 18602124772: 


Von der Gestalt und Färbung des Vorigen, aber um die Hälfte 
grösser, verhältnissmässig breiter und stärker gewölbt, von weit stär- 
kerer und ganz verworrener Punktirung der Flügeldecken. — Läng- 
lich-eiförmig, sehr gewölbt, mässig glänzend; Färbung wie bei L. 
pusillus Gyll, nur sind die ganze Unterseite, der grösste Theil des 
Kopfes, die ganzen Hinterschenkel und meistens auch die Spitzen- 
hälfte der Hinterschienen schwärzlich oder pechbraun; das Halsschild 
ist mehr hellroth, selten bräunlich. — Stirne, Scheitel und Fühler 
ebenfalls wie bei L. pusillus. Halsschild um mehr als die Hälfte 
breiter als lang, viel stärker gewölbt und an den tief herabgezo- 
genen Seiten mehr gerundet als bei dem Vorigen, übrigens von 
derselben feinen Punktirung und Granulirung der Oberfläche; Flügel- 
decken viel gewölbter und verhältnissmässig breiter, mit deutlicher 
glatter Beule an den etwas vorspringenden Schultern, an den Seiten 
wenig gerundet und an der Spitze etwas weniger stumpf, aber eben- 

la 


144 


falls einzeln abgerundet, mit sehr stumpfen Nahtwinkeln; sie sind dicht 
verworren und viel stärker als das Halsschild punktirt; die Punkte 
an der Spitze feiner. Die Zwischenräume sind ähnlich, wie auf dem 
Halsschilde fein grauulirt. Geflügelt, Hinterschienendorn kurz. Ich 
habe nur @ vor mir, auf dem letzten Bauchsegmente derselben ist 
ein feiner glatter Längseindruck sichtbar. 

Nach Allard bei Paris auf Ballota nigra und Luzernerklee. Ein- 
zelne Stücke habe ich auch bei Wien gesammelt. 


53. L. minimus m. Oblongo-ovatus, convexior, parum nitidus; subtus 
nigro-piceus aut fuscus; capite fusco, anterius rufescente, tho- 
race rufo-ferrugineo; elytris, antennarum basi pedibusque fer- 
rugineis; femoribus posticis brunneis, plus minusve infuscatis: 
thorace transverso, tenuissime granuloso et punctulato; elytris 
humeris obtusis, apice paulo attenuatis et singulatim rotun- 
datis, subtilissime confertim confuseque punctulatis. Tibiarum 
posticarum spinula apicali brevi. Apterus aut Alis incompletis. 
Long. 4, —1Y%"!. — Lat. 

S Abdominis segmentum ultimum fossula ovali laevissima 
ornatum. 

Noch etwas kleiner als L. pusillus Gyll. fast von der Gestalt 
des L. Absynthii m. und von dem ersteren unterschieden durch dunk- 
lere, mehr in’s röthliche spielende Färbung, stärkere Wölbung und 
dichtere stärkere Punktirung der Flügeldecken, welche sehr stumpfe 
Schultern zeigen, und von der Mitte nach rückwärts sich merklich 
verschmälern; auch das Grübchen am letzten Bauchsegmente des J 
ist mehr länglich. — Länglich-eiförmig, ziemlich gewölbt, wenig 
glänzend; die Unterseite, der Kopf bis auf das rothbraune Vorder- 
gesicht pechbraun oder schwärzlich; das Halsschild roth oder rotlı- 
braun; die Flügeldecken, Fühlerwurzel und Beine rostroth; die Naht 
der ersteren etwas dunkler; die Hinterschenkeln rothbraun mit schwärz- 
licher Spitze. Stirne, Scheitel und Fühler wie bei den zwei Vorigen 
gebildet. Halsschild um etwas mehr als um die Hälfte breiter als 
lang, gewölbter als bei L. pusillus, die Punktirung etwas deutlicher, 
die Zwischenräume ebenfalls fein narbig gekörnt. Flügeldecken läng- 
lich, an den Schultern wenig breiter als das Halsschild und stunpf 
abgerundet ohne deutliche Beule; sie runden sich etwas in der Mitte 
und verschmälern sich wieder stärker zur Spitze hin, wo sie sich jäh 
und stumpf einzeln abrunden und wie bei den beiden vorhergehenden 


145 
das Pygidium frei lassen; sie haben wenig Glanz und sind stärker 
als das Halsschild und bis an die Spitze dicht und durchaus verwor- 
ren punktirt; die Punkte sind so gross als die Zwischenräume, welche 
wie bei den vorigen bei starker Vergrösserung fein granulirt sind. 
Flügel fehlen oder sind verkümmert. Das letzte Bauchsegment beim 
g mit einem eiförmigen glatten Grübchen; beim © einfach, ohne 
Furche. Hinterschienendorn kurz. 


Von den mir vorliegenden vier Stücke stammen drei aus Oesterreich, 
und eines aus Spanien; die oben angeführten Merkmale erscheinen mir 
zu deutlich ausgesprochen, um sie für eine bloss abnorm entwickelte 
Form des L. pusillus ansehen zu sollen; doch möge sie weiteren 
Beobachtungen empfohlen sein. 


54. L. Reichei All. Oblongus, convexiusculus, nitidus; subtus nigro- 
piceus, capite fusco anterius rufescente; thorace, elytris, anten- 
narum basi pedibusque pallide testaceis: thorace transverso 
tenuissime punctulato; elytris humeris prominulis, apice singu- 
latim rotundatis, subtilissime confuse punctulatis. Tibiarum 
posticarum spinula apicali brevi. Apterus. — Long. %'. — 
Lat. Yz"'. 

S Abdominis segmentum ultimum foveola ovali profunda 
laevissima ornatum, apice leviter bisinuatum. 


Teinodactyla Reichei. All. Ann. d. ]. Soc. ent. d. Fr. 3. 
Ser. VIII. 1860. 132. 80. 


Diese Art ist etwas grösser, namentlich länglicher, von etwas 
stärkerer Wölbung und deutlicherer Punktirung als L. pusillus; 
die Oberseite mit Ausnahme des Kopfes und die ganzen Beine sind 
gelbbraun, das Grübchen am letzten Bauchsegment des Q ist tiefer 
und länglicher, und die Unterflügel mangeln. — Länglich, mässig 
gewölbt, glänzend, Brust und Bauch pechschwarz, Kopf in der Schei- 
telgegend pechbraun, nach vorne heller. Halsschild und Flügeldecken 
blassgelbbraun, ersteres bisweilen am Vorderrande mit einem dunk- 
leren Querstrich; die Fühlerbasis und alle Beine blassgelbbraun mit 
nur wenig dunkleren Hinterschenkeln. Stirne, Scheitel und Fühler 
wie bei den Vorhergehenden. — Halsschild quer und kurz, um mehr 
als die Hälfte breiter als lang, an den Seiten fast gerade, mässig 
gewölbt, und von sehr feiner, nach vorne verloschener Punktirung; 
Flügeldecken, an den Schultern etwas breiter als das Halsschild, mit 


146 


markirter Beule, länglich, fast zweimal so lang als zusammen breit, 
an den Seiten kaum gerundet, und an der Spitze sehr deutlich ein- 
zeln sammt den Nahtwinkeln abgerundet, sie sind ziemlich gewölbt 
und von feiner aber deutlicher ziemlich dichter Punktirung; die Zwi- 
schenräume zeigen sich auf Halsschild und Flügeldecken, wie bei den 
drei vorangehenden Arten unter der Lupe fein granulirt. Bauchseg- 
mente fein runzlichpunktirt; beim J& zeigt das letzte ein tiefes, 
glänzendglattes ovales Grübchen und ist beiderseits der Spitze leicht 
ausgebuchtet; das erste Vordertarsenglied ist deutlich erweitert. Un- 
geflügelt. Hinterschienendorn sehr kurz. 

In Frankreich bei Saint-Germain-en-Laye und bei Remiremont 
(Allard) und in England (Waterhouse). 


55. L. ochroleuens Marsh. Oblongo-ovatus, depressiusculus, nitidus, 
albido-lutescens; ore, femorumque posticorum apice nigris; an- 
tennis extrorsum et tarsorum articulis ultimis cum unguieulis 
fuscescentibus: fronte encarpis subdistinetis; thorace transverso 
laevi; elytris humeris prominentibus, apice subsingulatim rotun- 
datis, subtilissime dense confuseque punctulatis. Tibiarum posti- 
carum spinula apicali perbrevi. Alatus. Long 1”. — Lat. Yy,— 4". 

Var. 1. pectore lateribus fuscescente. 
Var. 2. femoribus postieis apice vix infuscatis (juniores). 
I. Aedeagus canaliculatus, in medio paululum contrac- 
tus, apice dilatatus cochleariformis, obtuse angulatus. Foud. — 
Abdominis segmentum ultimum longitudinaliter profunde sulca- 
tum, apice bisinuatum. 
Redt. Fn. Austr. ed. D. g. 1067. p. 941. — Bach. Kf. 
Fn.f. N. u. M.Dtschl, ‘IM. .153. 25. 
Chrysomela ochroleuca Marsh. Ent. br. I. 202. 80. 
Haltica ochroleuca Gyl]. Ins. su. IV. 658. 20—21. 
Thyamis ochroleuca Steph. Ill. br. Ent. Mand. IV. 311. 
——. ıd. Man. of. br. 001. 296, 2321. 
Teinodactyla ochroleuea Foud. Ann. d.]. Soc. Linn. VI. 
1859. 320. 51. — All. Ann. d. ]. Soc. ent. d. Fr. 
3. ‚Ser. VIII. 1860. 131. 79. 


Länglich-eiförmig, von ziemlich flacher Wölbung, glänzend, 
blass stroh- oder weissgelb, der Kopf und die Unterseite mit den 
Hinterschenkeln etwas röthlicher; die Oberlippe und äussern Mund- 


147 
theile, sowie die Spitze der Hinterschenkel schwarz, die Aussen- 
hälfte der Fühler, die äusseren Tarsenglieder, sammt den Klauen 
schwärzlich; bisweilen sind die Seiten der Hinterbrust bräunlich; auch 
der Rückentheil des Abdomens ist an der Basis mehr oder weniger 
schwärzlich. Kielung der Stirne vorne fein, nach oben stumpfer, 
Stirnhöckerchen wenig deutlich, durch eine häufig verloschene Linie ab- 
gegrenzt. Scheitel glatt. Fühler schlank, von %/, Länge des Körpers, 
das dritte etwas länger als das zweite Glied. Halsschild quer, etwa um 
die Hälfte breiter als lang, die etwas gerundeten Seiten mit schwachem 
Vorsprunge hinter den Vorderecken; es ist glänzend glatt, ohne aller 
oder mit verloschener nur bei starker Vergrösserung wahrnehmbarer 
Punktirung. Die Flügeldecken länglich-eiförmig und an den Schultern 
etwas vorspringend mit deutlicher Beule, erweitern sich allmälig bis 
hinter die Mitte, und runden sich an der Spitze schwach einzeln ab; 
sie sind dicht verworren, aber äusserst fein und seicht punktirt; 
Kerbstreifen am Seitenrande äusserst fein. Geflügelt. Aeussere Bauch- 
segmente stärker punktirt; beim dJ ist das letzte tief längsgefurcht 
und an der Spitze beiderseits leicht ausgerandet, das 1. Vordertarsen- 
glied wenig erweitert. Der Hinterschienendorn ist sehr kurz und 
bräunlich. 

In ganz Europa; doch in dem nördlichen Gebiete seltener als 
in dem südlichen. H. Miller klopfte ihn in ziemlicher Menge auf der 
Insel Cephalonia von Nadelholz am Monte nero. 


56. L. rufulus Foud. Elongato-ovatus, fere elypticus, modice con- 
vexus, nitidus; rufo-ferrugineus, thorace elytrisque pallidiori- 
bus, labro antennarumque apice plus minusve infuscatis: fronte 
encarpis parum distinetis; thorace longitudine vix latiore, sub- 
tilissime ruguloso-punctulato; elytıis oblongo-ovatis, humeris 
prominulis, apice subsingulatim rotundatis, tenuissime dense 
confuseque punctulatis. Tibiarum posticarum spinula apical 
brevi. Alatus. Long. 1%—11%,‘''. — Lat. 1%. 

S. Aedeagus canalieulatus, apice angulatus, modice re- 
curvatus. Foud. — Abdominis segmentum ultimum linea longi- 
tudinali nigra ornatum, apice bisinuatum. 

Teinodactyla rufula Foud. Ann. d.|. Soc. Linn. VI. 1859. 

3172498, a] Ann. d. 1. Soc. sent d.Rr.24. 
Ser. 1861. Cat. compl. 324. 


148 


Durch seine längliche, fast elyptische Gestalt und das schmale 
Halsschild vor den Verwandten ausgezeichnet; in der Färbung sehr 
ähnlich den blassen Varietäten des L. Verbasci Pz., aber durch die 
weit schmälere Gestalt, insbesondere des Halsschildes, deutlichere 
Punktirung, den kurzen Enddorn der Hinterschienen u. s. w. sogleich 
zu unterscheiden; in der Gestalt kommt er dem L. femoralis Marsh. 
sehr nahe, der indess schon durch die beständig schwarze Färbung 
der Brust und des Bauches und die schwärzliche Hinterschenkelspitze 
ein augenfälliges Unterscheidungsmerkmal bietet. — Langeiförmig, 
nach vorne etwas mehr verschmälert, mässig gewölbt ; blassgelb- oder 
rostroth; Kopf, Brust und Bauch, so wie die Hinterschenkel gesät- 
tigter roth, die Oberlippe und Aussenhälfte der Fühler mehr oder 
weniger schwärzlich; auch die Spitze der Hinterschenkel bisweilen 
dunkler. — Kielung der Stirne scharf, Höckerchen undeutlich, nur 
bei schrägem Lichteinfall bemerkbar; Scheitel glänzend glatt, oder 
nur äusserst schwach fein quergerunzelt. Fühler sehr schlank, von 
2 Dritttheilen der Körperlänge, ihr zweites und drittes Glied gleich 
lang. Halsschild kaum breiter als lang, an den Seiten etwas gerundet, 
nit mässigem, aber fast ein Dritttheil der Seitenlänge einnehmenden 
Vorsprunge hinter den Vorderecken; die Skulptur desselben variirt 
sehr, bald ist es deutlicher punktirt und gerunzelt, bald fast glatt, 
ohne wahrnehmbare Punkte; die Schwiele an der Seite wenig ab- 
gesetzt. Flügeldecken langeiförmig, fast zweimal so lang als breit, 
an der. Basis breiter als das Halsschild mit deutlicher glatter Schul- 
terbeule, nach rückwärts bis hinter dieMitte deutlich verbreitert, nach 
der Spitze allmälig zugerundet und dort schwach einzeln sammt den 
Nahtwinkeln abgerundet; ihre Oberfläche ist fein und dicht verwor- 
ren punktirt, die Punkte seicht und hie und da an der Basis einige 
undeutliche Reihen bildend, nach der Spitze zu verloschener. Kerb- 
streifen am Seitenrande ziemlich stark. Geflügelt; die äusseren Bauch- 
segmente sind stärker punktirt. Letztes. Bauchsegment des dJ zeigt 
eine feine schwärzliche glänzende Längslinie und ist an der Spitze 
gerundet und beiderseits ausgerandet; das erste Vordertarsenglied 
beim 9 wenig erweitert. Hinterschienendorn kurz, etwas gebogen. 

Im südlichen Frankreich. (Foud.); in Italien und Dalmatien 
von H. Kahr gesammelt. 


57. L. tabidus Ill. Oblongo-ovatus, convexus, nitidus; flavo-testa- 
ceus, labro palpisque apice infuscatis, antennis apice fuscescen- 


149 


tibus: fronte encarpis indistinctis; thorace transverso laevi aut 
minutissime punctulato; elytris ovatis, humeris prominentibus, 
apice subsingulatim rotundatis, subtiliter dense confuseque punc- 
tulatis. Tibiarum posticarum spinula apicali perbrevi. Tarso- 
rum posticorum articulo primo tibiae dimidiam partem vix ad- 


aequante. Alatus. Long. %,''—11%'"'. — Lat. Ya, 
JS. Aedeagus rectus, late canaliculatus, canalieulo in 
{>} E) ’ 
medio leviter carinato, apice triangulari. Foud.— Abdominis 


segmentum ultimum profunde impressum et apice bisinuatum; 
impressione lata, ovali, linea longitudinali nitente ornata. 
Redt. Fn. Aust, ea. I. g. 545. p. 533. — ed. II. g. 1067. 
p- 940 (omissa synon. Duftsch.). — Bach. Kf. f. 
N. ur M. Deschl: IE 153° 22. 
Altica tabida Pz. Fn. Germ. 21. t.:15.2 
Chrysomela tabida Marsh. Ent. br. I. 203. 82. 
Haltica tabida Ill. Mag. VI. 166. 132. — Gyll. Ins. 
Su. III. 542. 17. 
Thyamis tabida Steph. Ill. br. Ent. Mand. IV. 308. — 
id. Man. of. br. Col. 295. 2313. 
Teinodactyla labida Foud. Ann. d. ]. Soc. Linn. VI. 
1859. 313. 46. — All. Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fi. 
3. Ser. VIII. 1860. 126. 74. 


Thyamis Jacobaege Waterh, Cat. 


Von den Verwandten überhaupt durch die gleichmässig hell- 
gelbe, wenig in’s Röthliche spielende Färbung, von dem Vorhergehenden 
insbesondere durch stärkere Wölbung, weniger längliche, mehr eiför- 
mig gerundete Gestalt, breiteres Halsschild, kürzeres, sehr erweitertes 
1. Vordertarsenglied und anders gebildetes letztes Bauchsegment des J 
u. Ss. w. abweichend; auch erreicht das 1. u kaum 
die Hälfte der Schienenlänge. 

Länglicheiförmig, gewölbt, glänzend; einfärbig hell- y stroh- 
gelb, die Unterseite kaum dunkler; nur die Spitze der Oberlippe 
und der Maxillartaster, so wie die äusseren Fühlerglieder schwärzlich. 
— Kielung der Stirne etwas stumpf, Höckerchen undeutlich, Scheitel 
glatt. Fühler länger als der halbe Körper, weniger schlank als bei 
dem Vorigen, ihr 2. und 3. Glied gleich lang. Halsschild quer, um 
die Hälfte breiter als lang, an den Seiten wenig gerundet und 


150 

hinter den Vorderecken mässig vorspringend; seine Oberfläche glän- 
zend glatt oder nur äusserst zart und fein punktirt, die Schwiele 
innerhalb des Seitenrandes ziemlich deutlich. Flügeldecken länglich- 
oval, etwa 12/mal so lang als breit, an der Basis breiter als das 
Halsschild mit vorspringender glatter Schulterbeule, an den Seiten 
bis auf zwei Drittel der Länge schwach erweitert, nach der Spitze 
hin allmälig zugerundet und dort schwach einzeln sammt den Naht- 
winkeln abgerundet; sie sind dicht verworren und äusserst fein und 
seicht, an der Spitze verloschen punktirt; Kerbstreifen am Seiten- 
rande ziemlich fein. Geflügelt. Bauchsegmente deutlich punktirt und 
runzlich; beim © ist die Mitte des letzten Bauchsegments glatt und 
glänzend; beim @' zeigt dieses einen breitovalen, tiefen Eindruck, in 
dessen Grunde eine glänzende Längslinie sich befindet, an der gerun- 
deten Spitze ist es beiderseits ausgerandet. Das 1. Hintertarsenglied 
erreicht nicht völlig die halbe Schienenlänge; das 1. Vordertarsen- 
glied des JS ist sehr erweitert. 

Weit verbreitet über ganz Europa und die nördlichen Küsten- 
gebiete Afrikas. Im Herbste an trockenen Gras- und Weideplätzen 
auf Senecio Jacobaca nicht selten. 

Die Gal. (Crioc.) tabida Fab. Ent. Syst. I. 2. 33. 102 und 
Syst. El. I. 467. 86 ist nach Versicherurg des Herrn Waterhouse 
in London, welcher die der Fabrici’schen Beschreibung zu Grunde 
liegenden Typen der Banks’schen Sammlung sorgfältig prüfte, nicht 
auf die vorliegende Art zu beziehen, sondern ist mit Alt. Verbasei 
Pz. (Nr. 37 lhuj. op. Var. d et e) identisch; es wird daher für die 
letztere Art die Fabrici’sche Nomenclatur wieder herzustellen sein, 
will man nicht der bisher angenommenen, auf ausreichende Beschrei- 
bungen und vieljährigen Gebrauch gegründeten Benennung: Verbasei 
Auctorum den Vorzug einräumen. 

H. tabida Dftsch. Fn. Aust. III. 256. 11 dürfte nach der 
angegebenen Gesichts- und Stirnbildung und Färbung des Abdomens 
zu schliessen zu Halt. Cyparissiae var. nigriventris All. oder, sieht 
man von der Gesichtsbildung ab, auf L. femoralis Marsh. zu be- 
ziehen sein. 


58. L. rutilus Illig. Ovatus, convexus, nitidus; rufescens, elytris rubro- 
sanguineis; labro apice infuscato: thorace transverso, tenuis- 
sime punctulato; elytris humeris prominentibus, apice subsingula- 
tim rotundatis, distincte et ad basin subseriatim punctatis, 


Kö 

Tibiarum posticarum spinula apicali brevi et forti. Alatus. 
Long. 111. — Lat. Ya Ya". 

Var. 1. elytris aut limbo aut omnino rufescentibus. 

Var. 2. elytris minus distinete et tenuiter punctulatis. 

S. Aedeagus tenuiter canaliculatus, obtuse lanceolatus. 
Abdominis segmentum ultimum leviter impressum, impressione 
longitudinali nigra, laevi. Foud. 

Haltica rutila Illig. Mag. VI. 67. 19 et 165. 129. 


Teinodactyla rutila Foud. Ann. d. ]. Soc. Linn. VI. 1859. 
311. 45. — All. Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fr. Ser. 3. 
VIII. 1860. 131. 78. 


. 3 . 
Teinodactyla sanguinolenta Dej. Cat. 


Durch die blutrothen Flügeldecken von allen Verwandten unter- 
schieden. Von der Grösse des L. tabidus Ill. und ihm auch in der 
Gestalt ähnlich, nur etwas breiter, zeigt er die Skulptur des Flügel- 
decken des L. Zateralis. — Eiförmig, gewölbt, glänzend. Kopf, Hals- 
schild, Fühler und Beine gelbroth, die Unterseite meist etwas dunkler; 
die Spitze der Oberlippe schwärzlich, jene der Fühler mehr oder 
weniger bräunlich; Flügeldecken blutroth, nach dem Tode mehr in’s 
Bräunliche fallend; bei weniger reifen Individuen sind die Aussen- 
ränder, bisweilen auch die ganzen Flügeldecken wie der übrige Körper 
gelbroth. — Kielung der Stirne ziemlich scharf, nach oben stumpfer 
und in die wenig deutlichen nur durch stärkeren Glanz bemerkbaren 
Stirmhöckerchen übergehend. Scheitel sehr fein gerunzelt. Fühler 
mindestens von zwei Drittel der Körperlänge, ihr 2. und 3. Glied 
sehr kurz und gleich lang. Halsschild quer, fast zweimal so breit 
als lang, an den stark herabgezogenen Seiten gerundet, mit mässigem 
Vorsprunge hinter den Vorderecken; es ist mit sehr feinen, ungleichen 
Pünktchen bestreut; die Schwiele neben dem Seitenrande wenig abgesetzt. 
Die Flügeldecken um wenig mehr als die Hälfte länger als breit, ziem- 
lich stark gewölbt, an der Basis viel breiter als das Halsschild mit 
deutlich markirter Schulterbeule, erweitern sich allmälig bis auf zwei 
Drittel ihrer Länge und runden sich an der Spitze mit stumpfen 
Nahtwinkeln schwach einzeln ab; ihre Oberfläche ist ziemlich stark 
punktirt, die Punkte auf der Vorderhälfte mehr oder weniger deutlich 
gereiht, an der Spitze verworren und feiner. Es finden sich jedoch 
Individuen mit viel schwächerer, fast verloschener Punktirung der 


152 
Flügeldecken; der Kerbstreifen am Seitenrande stark. Bauchsegmente 
runzlig punktirt. Geflügelt. Hinterschienendorn kurz und stark. 

Nach Foudras zeigt das letzte Bauchsegment des J einen 
sehr seichten und glatten, schwärzlichen Längseindruck, und das ji. 
Vordertarsenglied ist etwas erweitert. Mir liegen nur @ vor. 

Nach Foudras bei Lyon das ganze Jahr auf Scrophularia aqua- 
tica; überhaupt im südlichen Frankreich und bei Paris (Allard); 
auf der pyrenäischen Halbinsel (Illiger, Perris). Exemplare aus 
den Pyrenäen sind nach Foudras von dunklerer Färbung. 


39. L. pellueidus Foud. Oblongo-ovatus, subconvexus, nitidus; pallide 
ferrugineus, pectore abdomineque obscurioribus, tabro apice in- 
fuscato, antennis extrorsum plus minusve fuscescentibus: fronte 
encarpis indistinctis; thorace transverso ruguloso-punctato; elytris 
humeris prominentibus, apice subsingulatim rotundatis, pellucidis, 
subtiliter confuse punctulatis, punctis ad basin subseriatim dis- 
positis. Alatus. Long. *%,—1''. — Lat. Y'—2y,. 

Var. 1. idem, pectore infuscato, thoracis lateribus, elytro- 
rum sutura margineque laterali plus minusve fuscescentibus. 

Var. 2. Subapterus, ferrugineus, femoribus apice plus 
minusve infuscatis. 

Var. 3. Subapterus, ferrugineus, punctis profundioribus. 

Var. 4. Subapterus, ferrugineus, nitidissimus, thorace sub- 
laevi, elytrorum punctis minus distinctis. 

JS. Aedeagus late canaliculatus, recurvatus, versus apicem 
dilatatus; apice triangulari deflexo. Abdominis segmentum ulti- 
munı basi leviter, apice profundius impressum, emarginatum. 
Foud. 

Teinodactyla pellucida Foud. Ann. d. ]. Soc. Linn. VI. 

1859. 322. 52. 
Teinodactyia testacea All. Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fr. 
1860. 127.079. 


Von der Grösse, dem Umriss und der geringeren Wölbung des 
L. ochroleueus Marsh., aber von ihm durch andere Färbung, deut- 
lichere Punktirung, welche auf der Vorderhälfte der Flügeldecken 
etwas gereiht ist u. s. w. leicht unterscheidbar. Von dem ihm in der 
Färbung äusserst ähnlichen L. aeruginosus Foud. und L. laevis 


153 

Dftsch. durch geringere Wölbung, vorragende Schultern mit deut- 
licher Beule und reihige Punktirung der vorderen Flügeldeckenhälfte, 
kürzere Fühler u. s. w. abweichend. — Länglicheiförmig, mässig 
gewölbt, glänzend; gewöhnlich ist der Käfer blassgelbbraun oder rost- 
färbig, die Flügeldecken noch etwas bleicher mit röthlicher Naht; 
Brust, Bauch und Hinterschenkel dagegen dunkler; die Oberlippe an 
der Spitze schwärzlich, die Fühlerenden mehr oder weniger bräunlich. 
Bei Var. 1 ist Brust und Bauch dunkelbraun, die Seiten des Hals- 
schildes, die Naht und ein Theil des Seitenrandes der Flügeldecken 
ebenfalls mehr oder weniger braun überlaufen. Var. 2 zeigt eine 
mehr rostrothe Färbung und schwärzliche Hinterschenkelspitze. — 
Stirne scharf gekielt, Höckerchen unbestimmt; Scheitel glatt, glän- 
zend, bei manchen Individuen undeutlich fein querrunzlich. Fühler 
schlank, von 2/3 der Körperlänge mit gleich langem 2. und 3. Gliede. 
Halsschild quer, um die Hälfte breiter als lang, an den Seiten wenig 
gerundet; der seitliche Vorsprung hinter den Vorderecken deutlich 
und erreicht ein Drittel der Seitenrandlänge; die Oberfläche sehr 
fein punktirt, bisweilen mit eingemengten Runzeln; die Schwiele inner- 
halb des Seitenrandes undeutlich abgesetzt. Flügeldecken an der Basis 
viel breiter als das Halsschild mit markirter Schulterbeule, länglich- 
eiförmig, nach rückwärts bis hinter die Mitte etwas erweitert und 
dann allmälig zur Spitze schwach einzeln abgerundet mit stumpfen 
Nahtwinkeln; sie sind mehr oder weniger durchscheinend und sehr 
fein und mässig dicht punktirt; die Punkte an der Vorderhälfte in 
ziemlich deutliche Reihen gestellt, an der Spitze verworren und ver- 
loschen; Kerbstreifen am Seitenrande fein. Bei Var. 3 ist die Punk- 
tirung stärker und tiefer, bei Var. 4 hingegen äusserst schwach und 
undeutlich mit stark glänzender Oberfläche. Die typische Form mit 
Var. 1 ist geflügelt; bei Var. 2, 3 und 4 sind die Flügei unent- 
wickelt. Aeussere Bauchsegmente stark punktirt; beim dJ hat das 
letzte in der Mitte einen von der Basis gegen die Spitze hin sich 
vertiefenden Eindruck, dessen Grund glatt und glänzend ist. Das 1. 
Vordertarsenglied des J ist wenig erweitert. Hinterschienendorn kurz. 
Die typische Form und Var. 3 u. 4 im Herbst auf Heiden und 
Wiesen bei Wien nicht selten, auf Inula dritannica, und wohl über 
den grössten Theil Europas verbreitet; in den deutsch-österr. Pro- 
vinzen, Frankreich, England, Spanien, Italien, Griechenland etc. 
Von Var. 1, nur durch die oben angedeutete Färbung von der typi- 
schen Form abweichend, fing ich mehrere Stücke in der Bruehl bei 


154 
Wien. Von Var. 2 liest mir ein spanisches und ein italienisches 
Exemplar vor. 


60. L. seriatus m. Ovatus, depressiusculus, subnitidus; rufo-testa- 
ceus, thorace elytrisque pallidioribus, sutura rufescente; labro 
apice infuscato, antennis extrorsum fuscescentibus: fronte en- 
carpis distinctis, thorace brevissimo, longitudine plus duplo 
latiore, minutissime ruguloso-punctato; elytris subparallelis, 
humeris prominentibus, apice fere conjunetim rotundatis, distincte 
punctulatis; punctis dorsalibus seriatim ordinatis. Tibiarum 
posticarum spinula apicali forti, longiuscula. Long. ?/. — 
Latalyyı 9: 

Um die Hälfte kleiner als der Vorhergehende, und durch sehr 
flache Wölbung, äusserst kurzes Halsschild, breitere Schultern der 
fast parallelen Flügeldecken und stärkere, regelmässige Punktreihen 
derselben vor den übrigen Arten dieser Reihe ausgezeichnet. Der 
Gestalt und Skulptur nach dem L. sudstriatus. m. nahestehend, allein, 
abgesehen von der verschiedenen Färbung, durch mindere Wölbung, 
noch kürzeres Halsschild, und mehr gleichbreite, länglichere Flügel- 
decken abweichend. 

Eiförmig, sehr flach gewölbt, mässig glänzend; gelbroth oder 
hell rostroth; Halsschild und Flügeldecken etwas blasser, letztere mit 
röthlicher Naht. Oberlippe und Aussenhälfte der Fühler schwärzlich. 
Stirne scharf gekielt, Stirnhöckerchen länglich nnd deutlich, durch 
feine Linien vom Scheitel abgegrenzt. Dieser etwas matt glänzend 
und äusserst fein granulirt. Fühler von mehr als halber Körperlänge, 
ihr zweites Glied deutlich länger als das dritte; Halsschild (bei@ ) 
mehr als zweimal so breit als lang, an den Seiten kaum gerundet; 
der Vorsprung des Seitenrandes hinter den Vorderecken erreicht ein 
Dritttheil der Seitenlänge; der Vorderrand iströthlich durchscheinend; 
es ist äusserst fein und etwas runzlich punktirt, die Schwiele neben 
dem Seitenrande ziemlich deutlich abgesetzt. Flügeldecken viel breiter 
an der Basis als das Halsschild mit stark vorspringender spiegel- 
glatter Schulterbeule, nach rückwärts wenig erweitert, daher ziemlich 
gleichbreit bis auf Dreiviertheile der Länge, und beinahe zweimal so 
lang als breit, an’der Spitze fast zusammen abgerundet mit wenig 
stumpfen Nahtwinkeln; die Oberfläche ist über dem Rücken sehr flach 
gewölbt und ziemlich tief in deutlichen bis gegen die Spitze hin regel- 
mässigen Reihen punktirt; die Punkte an der Spitze feiner und ver- 


155 
worren; Kerbstreifen am Seitenrande stark. Bauchsegmente deutlich 
punktirt. Geflügelt. Hinterschienendorn länger undstärker als bei den 
Vorhergehenden. 

Die beiden mir vorliegenden Stücke sind Weibchen und in dem 
österreichischen Gebirge gesammelt. 


61. L. ferrugineus Foud. Oblongo-ovatus, convexus, nitidus; rufo- 
ferrugineus, labro apice infuscato, antennis extrorsum obscurio- 
ribus: fronte encarpis distinetioribus; thorace transverso fortius 
rugoso-punctato: elytris ovatis, humeris obtuse, apice fere con- 
junetim rotundatis, profundius ac fortius confuse punctulatis, 
punctis basin versus subseriatim dispositis. Tibiarum posticarum 
spinula apicali forti et longa. — Apterus. Long. 1". — Lat. 
aa BDA P: ee 

JS. Aedeagus canalieulatus, canaliculo prope basin con- 
tracto, apice lanceolato, acuto, paululum depresso. Abdominis 
segmentum ultimum longitudinaliter modice depressum, linea 
nigra ornatum. Foud. 


Teinodactyla ferruginea Foud. Ann. d. l. Soc. Linn. 
VI. 1859. 328. 56. — All. Ann. d. 1. Soc. ent. d. 
Fr. 4. Ser. I. 1861. Cat. compl. 327. 


Durch die tief rostrothe Färbung, starke Punktirung auf Hals- 
schild und Flügeldecken, die abgerundeten Schultern und den starken 
_ und langen Hinterschienendorn vor den Verwandten ausgezeichnet. 

Länglich-eiförmig, gewölbt, glänzend; von gesättigt rostrother 
Färbung, die Flügeldecken, die Fühler und Beine mit Ausnahme der 
Hinterschenkel etwas blasser, die Brust und die Basis des Bauches 
manchmal bräunlich. Die Oberlippe an der Spitze schwärzlich, die 
Fühlerenden etwas bräunlich. — Stirne vorne scharf gekielt, Höcker- 
chen länglich, ziemlich deutlich, durch fein eingeschnittene Linien 
vom Scheitel geschieden; dieser beinahe glatt, nur mit äusserst 
schwacher, feiner Granulirung. Fühler fast von 2 Drittel der Körper- 
länge, beim & länger und schlanker; ihr zweites und drittes Glied 
gleich lang. Halsschild stark gewölbt, quer, um die Hälfte breiter 
als lang, an den Seiten schwach gerundet; der Vorsprung des Seiten- 
randes hinter den Vorderecken schwach; es ist sehr deutlich, dicht 
runzlich-punktirt, mit glatter, abgesetzter Schwiele am Seitenrande. 
Flügeldecken eiförmig, mit abgerundeten Schultern ohne markirte 


156 
Beule, in der Mitte am breitesten, an der Spitze etwas stumpf, aber 
fast gemeinschaftlich abgerundet mit stumpfen Nahtwinkeln; est ist 
durchaus deutlich, vorne stark und ziemlich tief punktirt, die Punkte 
an der Basis mehr oder weniger gereiht, an der Spitze verworren; 
Zwischenräume glänzend glatt; Kerbstreifen am Seitenrande stark. 
Ungeflügelt oder mit unentwickelten Flügeln. Nach Foudras, sollen 
aber beide Geschlechter auch mit ausgebildeten Flügeln vorkommen. 
Bauchsegmente runzlichpunktirt; bei dem © ist der Hinterleib ziem- 
lich angeschwollen; beim Jg das letzte Bauchsegment der Länge nach 
und ziemlich tief eingedrückt, mit einer glatten, glänzenden, schwärz- 
lichen Linie auf dem Grunde, an der Spitze leicht zweibuchtig. 
Hinterschienendorn stark und lang, und deutlich gebogen. Erstes 
Vordertarsenglied des J wenig erweitert. e 

In Oesterreich (von mir und Herrn Scheffler in der Wiener 
Gegend gesammelt); Frankreich, Spanien. 


62. L. membranaceus Foud. Ovatus, convexus, nitidus; ferrugineus, 
elytris paulo pallidioribus, labro apice infuscato; antennis ex- 
trorsum obseurioribus: fronte encarpis distinctis; thorace trans- 
verso ruguloso-punctulato; elytris brevius ovatis, postice latio- 
ribus, humeris obtuse, apice singulatim rotundatis, dehiscenti- 
bus, confuse seriatimve punctulatis; punctis apicem versus 
obsoletioribus. Tibiarum posticarum spinula apicali forti et longa. 
Apterus. Long. Yy"—%3. — Lat. 1". 

I. Aedeagus canalieulatus; canaliculo contracto, apice 
dilatato, obtuse angulato. Abdominis segmentum ultimum bre- 
viter impressum, impressione laevi. Foud. 

Var. Elytris vix conspicue punctulatis, punctis evanes- 
centibus. Foud. 

Teinodactyla membranacea Foud. Ann. d.]. Soc. Linn. 

VI. 1859. 334. 60. 
Teinodactyla Teucrü All. Ann. d. |. Soc. ent. d. Fr. 3. 
Ser. VIII. 1860. 139. 86. 


Durch die kürzeren nach rückwärts deutlich verbreiterten und 
an der Spitze stark einzeln abgerundeten und klaffenden Flügeldecken 
ausgezeichnet. — Beiläufig von der Grösse des L. curlus All.; eiför- 
mig, ziemlich stark gewölbt, glänzend. Rostfärbig; die Flügeldecken, 
die Fühler bis auf die dunklere Spitze, dann die Beine bis auf die 


157 
ebenfalls rostfärbigen Hinterschenkeln etwas blasser; die Oberlippe 
an der Spitze schwärzlich. Stirne scharf gekielt; Stirnhöckerchen 
länglich und sehr deutlich durch eingeschnittene Linien abgegrenzt; 
Scheitel äusserst fein granulirt. Fühler länger als der halbe Körper, 
ihr zweites und drittes Glied gleich lang. Halsschild quer, um mehr 
als die Hälfte breiter als lang, an den Seiten etwas gerundet, mit 
deutlichem, etwa ein Drittel der Seitenrandlänge einnehmenden Vor- 
sprunge hinter den Vorderecken; es ist deutlich und etwas runzlich- 
punktirt, mit glänzendglatter Schwiele neben dem Seitenrande. Flü- 
geldecken ziemlich kurzeiförmig, stark gewölbt, an den sehr stumpf 
abgerundeten Schultern wenig breiter als das Halsschild ohne mar- 
kirte Beule, nach rückwärts bis auf zwei Drittel der Länge deutlich 
erweitert, und an der Spitze breit und stark einzeln sammt den Naht- 
winkeln abgerundet und klaffend, daher das ganze Pygidium unbe- 
deckt bleibt: sie sind etwas durchscheinend, vorne deutlich und mehr 
oder weniger stark, gegen die Spitze zu feiner und verloschener 
punktirt; die Punkte sind verworren oder an der Basis undeutlich 
gereiht; der Kerbstreifen am Seitenrande ziemlich stark. Nach Fo u- 
dras sollen manche, insbesondere frisch ausgefallene Individuen eine 
sehr feine, oft kaum wahrnehmbare Punktirung zeigen. Ungeflügelt, 
die ersten Bauchsegmente schwach, die äusseren stärker punktirt. 
Beim Q ist das letzte Segment an der Spitze leicht eingedrückt, 
der Eindruck glatt und glänzend; das erste Vordertarsenglied wenig 
erweitert. Der Enddorn der Hinterschienen ist lang und stark. 

In Frankreich und England; nach Allard bei Paris häufig auf 
Teucrium scorodonia. 


63. I. rubiginosus Foud. Oblongo-ovatus, convexus, nitidus; pallide 
ferrugineus: antennis corporis fere longitudine; fronte encarpis 
parum distinetis; thorace transverso fortius punctato; elytris 
oblongo-ovatis, humeris obtuse, apice singulatim rotundatis, 
crebre ac profunde punctatis, punctis confuse seriatimve dispo- 
sitis. Tibiarum spinula apicali perbrevi. Apterus. Long. 3%, 
u at. 

I. Aedeagus canaliculatus, in medio paululum contrac- 
tus, apice dilatatus, rotundatus vel obtuse angulatus. Foud. 
— Abdominis segmentum ultimum longitudinaliter impressum 
et apice bisinuatum; impressione ovoidea, ima parte nigra, 
nitidissima. 
Wiener entomol. Monatschr. VIII. Bas i 12 


158 


Teinodactyla rubiginosa Foud. Ann. d. 1. Soc. Linn. 
VI. 1859. 316. 48. 


Teinodactyla flavicornis All. Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fr. 
3. Ser. VIII. 1860. 136. 83. 


Von Gestalt und Färbung des L. aeruginosus Foud., dem er 
auch bezüglich der langen Fühler sich anschliesst, aber um ein Drittel 
kleiner und durch die sehr grobe und tiefe Punktirung von ihm und 
allen übrigen Verwandten abweichend; von dem ähnlichen L. pellu- 
cidus Foud. unterscheiden ihn überdiess die schmäleren, an den 
Schultern sehr stumpf, an der Spitze stärker abgerundeten Flügel- 
decken. — Länglicheiförmig, gewölbt, glänzend; der ganze Käfer ist 
blassgelbbraun oder rostgelb; der Kopf, die Unterseite und Hinter- 
schenkel etwas dunkler; an den Fühlern sind die letzten Glieder 
kaum dunkler. Kielung der Stirne scharf, oben etwas stumpflich; die 
länglichen Stirnhöckerchen meist, sehr undeutlich, mehr durch ihre 
Glätte bemerkbar; Scheitel schwach granulirt und äusserst fein quer- 
runzlich. Fühler sehr lang, beim © wenig kürzer, beim @ beinahe 
länger als der Körper, ihr zweites und drittes Glied fast gleichlang, 
die folgenden sehr verlängert und bis zur Spitze sehr allmälig ver- 
dickt. Halsschild kaum um die Hälfte breiter als lang, an den Seiten 
etwas gerundet, der seitliche Vorsprung hinter den Vorderecken deut- 
lich, begreift etwa ein Drittel der Seitenrandlänge; es ist stark und 
ungleich, nach der Basis hin etwas runzlichpunktirt, mit glänzend 
glatter deutlicher Schwiele neben dem Seitenrande. Die Flügeldecken 
ein etwas längliches Oval bildend, an der Basis kaum breiter als das 
Halsschild, von den flach abgerundeten Schultern bis zur Mitte all- 
mälig erweitert und von da wieder zu der sehr deutlich einzeln und 
stumpf abgerundeten Spitze verschmälert, mit äusserst stumpfen Naht- 
winkeln und theilweiser Freilassung des Pygidium; sie sind noch 
stärker als das Halsschild, grob und tief punktirt, mit etwas geho- 
benen Zwischenräumen; die Punkte vorne mehr oder weniger deutlich 
schräg gereiht, weiterhin verworren und an der Spitze feiner; Kerb- 
streifen am Seitenrande ebenfalls stark. Ungeflügelt. Bauchsegmente 
kaum punktirt, und in der Mitte leicht quer gerunzelt. Beim @ ist das 
letzte der Länge nach eiförmig eingedruckt, und an der Spitze bei- 
derseits leicht ausgebuchtet; der Eindruck ist glänzendglatt und zeigt 
auf dem Grunde eine schwärzliche Linie; das erste Vordertarsenglied 
des JS ist wenig erweitert. Hinterschienendorn sehr kurz. 


159 
In Oesterreich selten; häufiger in Frankreich und England. Nach 
Foud. gemein auf Eupatorium cannabinum Linn. 


64. I. cerinus Foud. Oblongo-ovatus, convexus, subnitidus; rufo- 
ferrugineus, labro infuscato, antennis extrorsum fuscescentibus: 
fronte encarpis distinctis; thorace transverso tenuissime punctu- 
lato et ruguloso; elytris ovatis, humeris obtuse, apice subsingu- 
latim rotundatis, profundius dense punctulatis; punetis confuse 
seriatimve dispositis, apice subtilioribus. Tibiarum posticarum 
spinula apicali brevi. Apterus. Long. 1%‘. — Lat. 1/,'". 

JS. Aedeagus late canaliculatus, apice dilatatus, breviter 
lanceolatus. Abdominis segmentum ultimum impressione laevi 
ornatum, apice inflexum, emarginatum. Foud. *) 


Teinodactyla cerina Foud. Ann. d.|.soc. Linn. VI. 1859. 
331. 58. — All. Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fr. 4. Ser. 
I. 1861. Cat. compl. 328. 


Von der Grösse des L. pusillus; länglich-eiförmig, gewölbt und 
bleich rostroth; der Kopf, die Unterseite und Hinterschenkel etwas 
dunkler; die Oberlippe und die Endglieder der Maxillartaster schwärz- 
lich, die Spitze der Fühler bräunlich. Stirne scharf gekielt; Stirn- 
höckerchen lanzettförmig und sehr deutlich durch fein eingeschnittene 
Linien abgegrenzt; Scheitel äusserst fein granulirt. Fühler von mehr 
als halber Körperlänge, ihr drittes deutlich kürzer als das zweite 
Glied. Halsschild um die Hälfte breiter als lang, an den Seiten leicht 
gerundet, die Verdickung hinter den Vorderecken mässig vorsprin- 
gend; es ist sehr fein punktirt, mit feinen Runzeln zwischen den 
Punkten und glatter glänzender Schwiele neben dem Seitenrande. 
Flügeldecken eiförmig, wenig breiter als das Halsschild, an den 
Schultern stumpf abgerundet, ohne markirter Beule, bis in die Mitte 
leicht gerundet, und an der Spitze mit stumpfen Nahtwinkeln 
schwach einzeln abgerundet; sie sind deutlich und an der Basis 
stärker als das Halsschild, an der Spitze feiner punktirt, die Punkte 
vorne theilweise gereiht; Kerbstreifen am Seitenrande stark. Unges 


*)In Foudras Monographie ist bei den Arten T. cerina und ordinata 
die lateinische Diagnose der Geschlechtsmale des g' nicht in Uebereinstim- 
mung mit der nachfolgenden Beschreibung derselben; es dürfte hier ein Ver- 
sehen unterlaufen sein, dessen Berichtigung jedoch, da g' zum Vergleiche 
nicht vorliegen, vorläufig unterbleiben musste. 

12* 


De 


160 


flügelt. Bauchsegmente fein querrunzlich und einzeln, die äusseren etwas 

stärker punktirt, NachFoudras ist beim Q das letzte Bauchsegment 

ohne Eindruck und an der Spitze dreieckig ausgerandet und das 1. 

Vordertarsenglied etwas erweitert. Der Hinterschienendorn ist kurz. 
Im südlichen Frankreich. Mir liegen nur Weibchen vor. 


65. I. ordinatus Foud. Oblongo-ovatus, convexus; rufotestaceus aut 
ferrugineus, elytris pallidioribus, sutura rufescente; labro infus- 
cato; antennis extrorsum fuscescentibus: fronte encarpis distinc- 
tis; thorace transverso, subtilissime punctulato; elytris ovatis, 
humeris obtuse, apice subsingulatim rotundatis, distincte ac dense 
punctatis, punctis dorsalibus seriatim dispositis. Tibiarum posti- 
carum spinula apicali brevi. Apterus. Long. 15‘. Lat. 1". 

JS. Aedeagus rectus, canaliculatus, apice depressus, acute 
lanceolatus. Abdominis segmentum ultimum punctatum. Foud.*) 
Teinodactyla ordinata Foud. Aun. d. 1. Soc. Linn. VI. 
1859: 338.09. AN] Aunsde 12 Soc. ent. d. Br: 

4. Ser. I. 1861. Cat. compl. 328. 

Von der Grösse und Gestalt des Vorigen, aber durch heller 
rostrothe Färbung, durch stärkere regelmässige Punktirung der Flügel- 
decken etc. abweichend. Von L. seriatus m. ist er auf den Blick 
durch weit geringere Grösse, verhältnissmässig längeres Halsschild, 
eiförmigen Umriss der Flügeldecken und schmälere stumpf abgerundete 
Schultern ete. zu unterscheiden. — Länglicheiförmig; hell rostroth, 
Kopf, Naht, Unterseite und Hinterschenkel etwas dunkler; die Ober- 
lippe schwärzlich; die Aussenhälfte der Fühler bräunlich. Stirne 
scharf gekielt; Höckerchen lanzettförmig und durch scharf eingeschnit- 
tene Linien markirt; Scheitel äusserst fein granulirt. Fühler von 
mehr als halber Körperlänge mit fast gleich langem 2. und 3. Gliede, 
Halsschild etwa um die Hälfte breiter als lang, an den Seiten schwach 
gerundet mit ziemlich starkem seitlichen Vorsprunge hinter den Vorder- 
ecken; esist glänzend und bis auf die spiegelglatte Schwiele neben dem 
Seitenrande mit feinen Pünktchen besetzt. Die eiförmigen, gewölbten 
Flügeldecken sind an der Basis etwas breiter als das Halsschild, mit 
stumpf abgerundeten Schultern ohne erhabene Beule; sie erweitern sich 
etwas bis zur Mitte und runden sich an der Spitze schwach einzeln mit 
stumpfen Nahtwinkeln ab; sie sind stärker als das Halsschild und ziem-- 
lich dicht punktirt; die Punkte von der Basis bis auf drei Viertheile der 


*) Siehe die Anmerkung: auf Seite 159. 


161 


Länge in beinahe regelmässige gerade Reihen gestellt, nach Aussen und 
an der Spitze verworren, aber durchaus deutlich. Kerbstreifen am Aus- 
senrande stark. Ungeflügelt. Die ersten Bauchsegmente einzeln, die 
äusseren stärker punktirt und quer gerunzelt. Letztes Bauchsegment des 
SQ etwas niedergedrückt und leicht ausgeschnitten; das 1. Vordertar- 
senglied desselben ist sehr erweitert. Hinterschienendorn kurz. 

Im südlichen Frankreich und Spanien. 

Das einzige mir vorliegende Stück (@) zeigt die von Foudras 
angegebenen Merkmale, nur werden die Flügeldeeken von ihm als 
sehr gewölbt und viel breiter als das Halsschild beschrieben, was hier 
nur in geringerem Grade der Fall ist. 


66. L. aeruginosus Foud. Elongato-ovatus, convexus, nitidus; pal- 
lide ferrugineus, labro apice paulo infuscato: antennis corpore 
longioribus, articulo secundo tertio paulo breviore, artieulis 
5--10 longissimis; fronte encarpis indistinctis; thorace trans- 
verso laevi, plus minusve ruguloso; elytris oblongo - ovatis, 
postice latiusculis, humeris obtuse, apice singulatim rotundatis, 
tenuissime confuse punctulatis. Tibiarum posticarum spinula 
apicali subbrevi et fortir. Apterus. Long. @ I — 113"; 
117. Lat. @ % Y2; 3 Yam/one 

S. Aedeagus late canaliculatus, apice deflexus, obtuse 
angulatus. Foud. — Abdominis segmentum ultimum linea longi- 
tudinali media nitente impressum, apice bisinuatum. 


Teinodactyla aeruginosa Foud. Ann. d. l. Soc. Lin. VI. 
1859. 315.147. 


Teinodactyla laevis All. Ann. d. ]. Soc. ent. d. Fr. 3. 
Ser. VIII. 1860. 121. 69. 


Durch stark verlängerte Fühler vor allen Arten dieser Gattung 
ausgezeichnet; von den verangehenden ähnlichen Arten mit flach ab- 
gerundeten Schultern durch äusserst feine, verworrene Punktirung, 
von den folgenden durch bedeutendere Grösse und langeiförmige 
Gestalt unterschieden; der ganze Käfer ist blass gelbbraun, nur die 
Spitze der Oberlippe bräunlich; die zwei oder drei letzten Fühler- 
glieder an ihrer Spitze etwas dunkler. Stirne scharf, nach oben 
etwas stumpfer gekielt, Stirnhöckerchen sehr undeutlich, nur bei 
schrägem Lichteinfall erscheinen sie durch feine Linien abgesetzt; 
Scheitel glänzend glatt, kaum sichtbar fein quergerunzelt. Fühler 


162 


beim @ so lang, beim Jg’ länger als der Körper; das 2. Glied etwas 
kürzer als das 3., das 4. etwa 4mal, die folgenden 5mal so lang als 
ihr Querdurchmesser. Halsschild fast um die Hälfte breiter als lang, 
an den Seiten etwas gerundet, der seitliche Vorsprung hinter den 
Vorderecken mässig verdickt, umfasst ein Drittheil der Seitenlänge; 
es ist glatt, ohne wahrnehmbare Punktirung, aber mehr oder weniger 
deutlich fein gerunzelt, die Schwiele am Seitenrande glänzend glatt. 
Flügeldecken länglicheiförmig und gewölht, an den flach abgerundeten 
Schultern wenig breiter als das Halsschild, nach rückwärts bis auf 
zwei Drittheil der Länge verbreitert und an der Spitze stumpf und 
einzeln sammt den Nahtwinkeln abgerundet; es ist durchaus fein, 
seicht und verworren punktirt, die Punkte an der Spitze etwas feiner; 
Kerbstreifen am Seitenrande stark. Ungeflügelt. Die vorderen Bauch- 
segmente in der Mitte querrunzlich, an den Seiten einzeln, die äus- 
seren stärker punktirt. Das letzte Segment des d ist in der Mitte 
leicht aufgetrieben, mit einer fein eingedrückten dunkleren, glänzen- 
den Längslinie und an der Spitze beiderseits ausgebuchtet. Das 
4. Vordertarsenglied des J ist etwas erweitert. Die g' sind weit 
kleiner als die ©. Hinterschienendorn ziemlich kurz und stark. 

Oesterreich, Steiermark, Frankreich; nach Foudras auf Eupa- 
torium cannabinum L. 


67. I. laevis Duftsch. Oblongo-ovatus, convexus, nitidissimus; rufo- 
ferrugineus, thorace elytrisque pallescentibus, labro apice infus- 
cato: antennis corporis fere longitudine, articulo secundo tertio 
non breviore; fronte encarpis indistinetis; thorace breviore laevi 
vel obsolete ruguloso-punctulato; elytris oblongo-ovatis, pellu- 
eidis, humeris obtuse, apice singulatim rotundatis, obsolete con- 
fuseque punctulatis. Tibiarum posticarum spinula apicali brevi. 
Long. 3%, —1'". — Lat. , —%"'. Apterus. 

Var. thorace elytrisque fere laevibus, punctura obso- 


letissima. 
QS. Aedeagus canaliculatus, apice dilatatus, cochleariformis, 
breviter angulatus. Foud. — Abdominis segmentum ultimum 


profunde depressum, linea longitudinali laevi nitente ornatum, 
apice bisinuatum. 
Haltica laevis Duftsch. Fn. Aust. III. 261. 21. 
Teinodactyla succinesa Foud. Ann. d. 1. Soc. Linn. VI. 
1859. 330. 57. — All. Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fr. 
3. Ser. VIII. 1860. 833. 237. add, 


163 


Dem Vorigen sehr ähnlich, jedoch um ein Drittheil kleiner, 
Kopf und Unterseite mehr rostroth; die Fühler sind weniger lang, 
der Hintersehienendorn kürzer, die Punktirung verloschener; von L. 
pellueidus Foud. unterscheiden ihn die flach abgerundeten Schultern 
und die verloschenere, ganz verworrene Punktirung der Flügeldecken etc. 
Länglicheiförmig, gewölbt, sehr glänzend; röthlich gelbbraun oder 
rostroth; Halsschild, Flügeldecken, Fühler und Beine blassgelbbraun, 
die Hinterschenkel rostroth, bisweilen mit dunklerer Spitze, die Ober- 
lippe schwärzlich, die zwei bis drei letzten Fühlerglieder an der 
Spitze bräunlich. Stirne scharf gekielt, die Höckerchen kaum zu 
unterscheiden, selten sondern sie sich etwas deutlicher vom Scheitel 
ab, welcher glatt und glänzend und äusserst fein quer gerunzelt ist. 
Die Fühler beim @ etwas kürzer, beim J so lang als der Körper; 
ihr 2. und 3. Glied gleich lang, die folgenden sehr verlängert, etwa 
Amal so lang als ihr grösster Querdurchmesser. Halsschild wie bei 
L. aeruginosus Foud. gestaltet, nur verhältnissmässig kürzer; es ist 
glatt und glänzend mit überaus feiner und verloschener, mehr oder 
weniger mit feinen Runzeln gemengter, oft ganz verschwindender 
Punktirung. Flügeldecken von derselben Gestalt wie bei dem Vorigen, 
nur nach rückwärts etwas weniger erweitert; sie sind durchscheinend 
und kaum stärker als das Halsschild fein und verworren punktirt, 
die Punkte oft so verloschen, dass die Oberfläche ganz glatt erscheint, 
Kerbstreifen am Seitenrande fein. Ungeflügelt. Bauchsegmente in 
der Mitte fein querrunzlich, an den Seiten beinahe glatt, nur mit 
einzelnen Punkten. Beim J' zeigt das letzte Segment in der Mitte 
einen tiefen, glänzendglatten Eindruck und auf dem Grunde eine 
dunklere Längslinie, welche bis an den beiderseits ausgebuchteten 
Aussenrand reicht. Das 1. Vordertarsenglied des @ ist etwas erweitert. 
Der Hinterschienendorn ist kurz und bräunlich. 

In Oesterreich, bei Wien insbesondere an der südwestlichen 
Kalkhügelkette sehr häufig; in Steiermark, der Schweiz, Frankreich, 
England. 


68. L. eandidulus Foud. Ovatus, latior et convexior, subnitidus; pal- 
lide testaceus, labro apice infuscato: antennis corpore parum 
brevioribus; fronte encarpis distinctis; thorace brevi, minutis- 
sime punctulato; elytris brevius ovatis, humeris obtuse, apice 
subsingulatim rotundatis, distinetius confertim confuseque punc- 


164 


tulatis. Tibiarum posticarum spinula apicali brevi. Apterus. 

Bonn 2,37, Dav, 1,10, 

S. Aedeagus canaliculatus, apice deflexus, breviter angu- 
latus. Foud. — Abdominis segmentum ultimum depressum et 
linea longitudinali laevi ornatum; apice bisinuatum. 

Teinodactyla candidula Foud. Ann. d. 1. Soc. Linn. VI. 

1859. 319. 49. 
Teinodactyla latifrons All. Ann. d, 1. Soc. ent. d. Fr. 
Ser. VII. 130.77. 

Durch die gedrungene, kurzeiförmige, stärker gewölbte Gestalt, 
die mattere Oberfläche, die deutlichen Stirnhöckerchen, das breite 
Halsschild, die dichte und deutliche Punktirung der Flügeldecken 
u. s. w. von den beiden Vorhergehenden leicht zu unterscheiden. — 
Der ganze Käfer ist mit Ausnahme der schwärzlichen Spitze der 
Oberlippe bleich röthlichgelb, die Unterseite wenig dunkler, die äus- 
serste Spitze der Fühler mit nur schwach bräunlichem Anfluge. 
Kielung der Stirne scharf, nach oben stumpflicher, die Höckerchen 
länglich, durch fein eingeschnittene Linien von dem äusserst fein 
granulirten und gerunzelten Scheitel abgesetzt. Fühler fast von der 
Länge des Körpers, ihr 2. und 3. Glied von gleicher Länge, die fol- 
genden sehr schlank, fast 4mal so lang als ihr grösster Querdurch- 
messer. Halsschild doppelt so breit als lang, stark gewölbt, an den 
Seiten gerundet, mit mässigem, etwa ein Drittheil der Seitenlänge 
einnehmenden Vorsprunge hinter den Vorderecken; es ist sehr fein, 
bei manchen Individuen undeutlich punktirt und dann ziemlich glatt 
und glänzend, die Schwiele neben dem Seitenrande spiegelglatt. Die 
stark gewölbten Flügeldecken an der Basis wenig breiter als das Hals- 
schild, mit stumpfen Schultern und nur um die Hälfte länger als 
breit, erweitern sich schwach bis zur Mitte und runden sich an der 
Spitze ziemlich breit und schwach einzeln mit stumpfen Nahtwinkeln 
ab; sie sind deutlicher als das Halsschild, sehr fein und dicht ver- 
woıren punktirt, mit mattem Glanze; der Kerbstreifen am Seiten- 
rande fein. Die vorderen Bauchsegmente sind kaum, die drei äus- 
seren deutlicher punktirt; das letzte zeigt beim J' einen Längsein- 
druck, mit einer glatten dunklen Linie auf dem Grunde; an der 
Spitze ist es beiderseits ausgebuchtet. Das 1. Vordertartenglied des 
Ö ist etwas erweitert. Der Hinterschienendorn ist kurz. 

Südliches Frankreich, Spanien, auch Algerien. 

(Fortsetzung folgt.) 


165 


Zur Lepidopteren-Fauna von Imeretien und Grusien. 
Von Jul. Lederer. 


Hiezu Tafel 3. 


Herr und Frau Haberhauer sammelten im vorigen Jahre in 
Imeretien, sowohl bei Kutais als bei Abbastuman. Die Ausbeute fiel 
schlecht aus, besonders um Kutais, das sehr insektenarm ist. Auch 
ist eine am 14. December v. J. aufgegebene Sendung mit der Ein- 
sammlung vom Hochsommer und Herbst bis zur Stunde (25. April) 
noch nicht in meinen Händen. Wäre nicht die Tafel 3 schon lange 
gestochen, ich würde meinen Bericht lieber bis zur Ankunft der ver- 
missten Sendung aufgespart haben. Da sie aber einmal angefertigt ist 
und dieses Jahr ohnehin wieder bei Abbastuman gesammelt wird, so 
publizire ich das bisher Erhaltene, unter dem doch manches Interes- 
sante, und behalte mir vor, im Herbste einen Nachtrag zu liefern. 

Bekanntlich sammelte Kindermann (vide Wien. ent. Mtsch. 
IV. p. 253) im Jahre 1847 in der deutschen Colonie Helenendorf bei 
Elisabethpol in Grusien. Obschon die Entfernung von Kutais und 
Abbastuman nicht so beträchtlich, zeigt doch die Fauna eine ver- 
hältnissmässig starke Verschiedenheit. Ich habe daher in meinen 
Aufsatz auch die von Kindermann gesammelten Arten (mit Kdm. 
bezeichnet) mit einbezogen, soweit sich nämlich in meiner Sammlung, 
meiner Correspondenz oder sonstigen Aufzeichnungen ein Nachweis 
darüber findet. Ueber die gemeineren Arten sind freilich die Daten 
spärlich, da mir dieselben nicht mehr alle erinnerlich sind, das Ma- 
terial aber nicht mehr separirt vorhanden ist, sondern zwischen an- 
derem eingetheilt wurde. 

Thais Cerisyi Var. caucasica. Taf. 3, Fig. 1 &, 2 ©. Bedeutend 
kleiner als gewöhnlich, der Zacken aufRippe 4 der Hinterflügel 
bei beiden Geschlechtern kurz und stumpf, der Saum auf 3 und 
2 kaum merklich vorspringend, fast ganzrandig; die blauen Rand- 
flecke auf Ober-und Unterseite mehr marquirt, als bei den Balka- 
ner Exemplaren (den kleinasiatischen fehlen sie meist ganz.) Es 
steht diese Varietät in letzterer Beziehung in ähnlichem Ver- 
hältnisse, wie rumina zu medesicaste. Eine eigene Art möchte 
ich um so weniger annehmen, als ich an den aufgeblasenen 
(von Gelb mit graulichem Rücken bis in’s Schwarze variiren- 
den) Raupen keinen erheblichen Unterschied von Freyers 
Abbildungen entdecken kann. Am Schmetterlinge dürften bis 


166 
jetzt drei (Local-?) Varietäten zu unterscheiden sein, nämlich 
die Form mit scharfen Zacken auf Rippe 2, 3 und 4 der 
Hinterflügel (um Amasia und in Syrien); eine etwas grössere 
Varietät, der Zacken auf Rippe 2 und 3 ziemlich stumpf, 
auch auf 4 nicht so scharf, wie ber vorigen, doch immer be- 
deutend länger als die übrigen (im Balkan und bei Brussa); 
endlich die oben beschriebene Form des Caucasus. — Es wurden 
nur 10 SQ, 2 @ im April bei Kutais gefangen, später aber 
Raupen gefunden, die heuer die Schmetterlinge liefern werden. 

Doritis Apollo L. Von den hiesigen nicht verschieden. 

Pieris napi 1. 

Colias aurorina H.-Sch. Die ersten wurden von Kindermann 
bei Elisabethpol gefangen und zwar durchgehends mit den 
weisslichgelben, bei Herrich-Schäffer abgebildeten Weibern. 
Frau Haberhauer dagegen fand die Weibchen nur von orange- 
gelber Färbung. Ein mit diesen ganz übereinstimmendes Exem- 
plar, das ich früher nirgends unterzubringen wusste, habe ich 
auch vom Altai. 

Col. edusa Fab. und Ahyale L. 

Polyom. virgaureae L. und hippothoe L. 

Lye. arion L. Zwei Exemplare. Oberseite fast ganz schwarz. 

— tiresias Hufn. und Var. polysperchon O. 

— aegon S. V. und argus L. Von letzterer ein blaues @ (Var. 
bella H.-Sch.). Zu aegon kann es nicht gehören, da ihm die 
Kralle der Vorderschienen fehlt. 

— hylas S. \V., chiron Hufn., amandus Hb., öcarus Hufn., corydon 
V. polona Z. (4 schöne J), Rippertü B.(Kdm.), daphnis S.\V. 

Thecla rubi L., spini S. V. (Kdm.), ölieis Esp. (Kdm.), abdomi- 
nalis Gerh. (Kdm.), Ledereri H.-Sch. (Kdm.) 

Thestor Callimachus Ev. Selten bei Elisabethpol. (Kdm.) 

Limenitis camilla S. V. Etwas kleiner als die hiesigen. 

Melitaea cinxia S. V. und phoebe S.\V., letztere gross und lebhaft. 

— didyma Var. Taf. 3, Fig. 3, 4. Kurzflügeliger als gewöhnlich, 
in weit abstehenden Varietäten. Die Männchen lebhaft braun- 
roth, oft (wie das abgebildete Exemplar) mit scharfen Kappen- 
zügen vor dem Saume, die Weibchen in’s Gelbliche oder 
Grünlichgraue (wie H.-Sch’s. Fig. 267) ändernd, immer aber 
die Unterseite mit der feinen, der von £rövia äusserst ähn- 
lichen Zeichnung. 


167 


Melitaea trivia V. fascelis Esp. (Kdm.) 

— trieia Var.?? H.-Sch. Fig. 588—90. (Kdm.) Ich besitze nur 
mehr das Weibchen und möchte eine eigene Art vermuthen. 
Gewiss ist, dass das Thier nicht zu didyma gehört, wozu es 
Staudinger (Cat. p. 8) zieht. 

Arg. hecate S. V. Grosse Exemplare. (Kdm.) 

— daphne S. V. Gross und lebhaft. (Kdm.) 

Melanargia hertha Hb. Kleine Exemplare bei Abbastuman. 

— hertha Var. astanda Kdm. Bei Helenendorf. Von der Var. 
larissa wenig verschieden; kaum etwas grösser. (Caucasica 
Nordmann, von Staudinger, Cat. p. 10 zu larissa gezogen, 
gehört zu clotho.) 

— clotho V. zenia H.-Sch. (Kdm.) 

— galatea L. 

Erebia Hewitsonii m. Taf. 3, Fig. 6 JS, 7 @. Aus der Verwandt- 
schaft von melas, aber etwas grösser. Schwarzbraun, die Fühler 
weiss bestäubt. Vorderflügel mit brennend rother, aussen dem 
Saume paralleler, innen gerade und schräg nach aussen abge- 
schnittener, daher nach unten verschmälerter Binde; in der 
Spitze derselben drei zusammenhängende, etwas schräg ste- 
hende, lebhaft weiss gekernte Augen; ein etwas kleineres 
in Zelle 2, zwei ganz kleine (beim Weibe, zuweilen aber 
auch beim Manne) noch in Zelle 1 und 3. Hinterflügel mit 
etwas schmälerer Binde (etwa wie bei lebhaft gezeichneten 
stygne ©), jede Zelle mit schwarzem, lebhaft weiss gekerntem 
Auge, Unterseite: Vorderflügel wie oben, saumwärts mit weiss- 
grauer Bestäubung. Hinterflügel tief schwarzbraun, mehr oder 
weniger reichlich weiss oder gelblich bestäubt, eine dunklere 
Mittelbinde nur an der Aussenseite deutlich begrenzt, dahinter 
der Grund heller, in ihm die Augenflecke der Oberseite. Selten 
bei Abbastuman und an den steilen Felsklippen schwer zu 
fangen, meist in beträchtlicher Höhe an unzugänglichen Orten 
fliegend. — Dem ausgezeichneten Lepidopterologen Herın W. 
C. Hewitson in Oatlands zu Ehren benannt. 

Erebia medea S. V. (Kdm.) Hinterflügel bei dem Weibchen 
schwach gezackt. 

Salyrus proserpina S. V. (Kdm.) und hermione L. (Kdm.) 

— briseis und V. pirata Esp. (Kdm.) Riesige Exemplare bei 
Elisabethpol. 


168 


Satyrus anthe\V. hanifa Nordm. (Kdm.) In grosser Menge bei 
Helenendorf. 

— pelopea Klug. Var. caucasica Taf. 3, Fig.5 9. Hält das Mittel 
zwischen pelopea und Var. Mniszechü. Grundfarbe dunkler, 
Binden mehr in’s Ockerbraune ziehend, auf den Vorderflügeln 
in Zelle 4 und 5 wie bei pelopea unterbrochen, die zwei 
weissen Kerne grösser und lebhafter. Hinterflügel stark ge- 
zähnt, auch in Zelle 3 und 4 mit weissen Fleckchen; ihre Unter- 
seite durch gehäufte graue Atome mehr dem Weibe von 
anthelea ähnlich (bei pelopea matter und röthlicher, bei 
Mniszechi mehr braungelb. 

— phaedra L. (Kdm.) 

Parurge maera L. und hiera Hb. 

— clymene Esp. (Roxzandra H.-Sch., die ich auch nicht als 
Varietät von c/ymene zu unterscheiden weiss. Kdm.) 

Epinephele janira L. 

Hesperia malvae Hb. (gemina Led.) (Kdm.) 

— alveus Hb., in allen Uebergängen zur Var. serratulae. 

— alveolus Hb. und euerate Hb. mit der Var. orbifer. 

Carterocephalus sylvius Knoch. (Kdm.) 

Sesia stomoxyformis Hb. (Kdm.) 

Zyg. scabiosae Esp., achillae Esp. (grosse Exemplare), medloti 
Esp. (gross), Zonicerae Esp. (Kdm.), filipendulae L. (Kdm.), 
doryenü O., Fraxini Men. (Kdm.), Olivieri B. (Kdm. und 
Hab.), onodrychis S. V. (gross und lebhaft, Kdm.) 

— Kadenü m. Taf. 3, Fig. 8 o. Ein Viertel grösser als gewöhn- 
liche Exemplare von achilleae, die Gestalt der Flecken wie 
bei dieser, der Grund aber glänzend stahlblau oder stahlgrün, 
die rothen Flecke gelb gerandet (nur der äussere zuweilen nicht), 
der Hinterleib mit rothem, unten zusammenschliessenden Gür- 
tel. Fühler ete., auch das Variiren im Zusammenfliessen der 
Flecke wie bei achilleae. Selten bei Abbastuman. 

Psyche villosella O. (Kdm.) 

Bombyx Eversmanni (Kdm.) und neogena Fisch. (Kdm.) 

Lasiocampa Bremeri Kol. Eine Raupe im Hochgebirge gefunden. 

Selina flavicans B. (Kdm.) und aurita Esp., letztere mit gelbem 
Leibe und gelblich angeflogenen Fühlern. 

Nem. plantaginis V. caucasica Men. Abbastuman. 

Callim. dominula V. lutescens. Abbastuman. Ein Stück. 


169 


Arctia rivularis Men. (Kdm., Mingrelien.) 

Simyra dentinosa Freyer (Kdm.). 

Agr. Dahlii Hb. (Kdm.), forcipula S. V., obelisca S. V. (Kdm.) 

Mamestra brassicae L., cervina Ev. (Kdm.), aßena Hb. (Kdm.) 

Leucania congrua Hb., (ein Stück), conigera S. V., vitellina Hb. 
(Kdm.) 

Amphipyra teira Fab. (Kdm.) und Zvida S. V. 

Orthosia lota L. (Kdm.) 

Xanthia togata Esp. (Kdm.) 

Cleoph. antirrhini Hb. (Kdm.) 

Hel. incarnata Freyer (Kdm.) 

— purpurascens Tauscher. Nur ein Männchen, das aber grösser 
ist als die Uralenser, die Mittelbinde der Vorderflügel mit dem 
Flügelgrunde gleichfärbig und äusserst lebhaftes Carmoisin hat. 
Hinterflügel und Unterseite nicht verschieden. 

Acontia urania Friv., titania Esp. (Kdm.) und Zucida Hufn. 
(Kdm.) 

Thalpochares hansa H.-Sch. (Kdm.) 

Erastria obliterata Rb. (Kdm.) 

Leucanitis roda H.-Sch. (Kdm.) 

Spintherops dilucida Var. ligaminosa Ev. (Kdm.) 

Torocampa craccae S. V. 

Simplicia rectalis Ev. (Kdm.) 

Herminia tentacularis L. 

Hypena munitalis Mann. Ein schönes Männchen. 

Acidalia sericeata Hb. (Kdm.), immistaria H.-Sch. (Kdm.), 
immutata S. V., falsaria H.-Sch. (Kdm), mutata Fr., flac- 
eidaria 2., imitaria Hb. 

Timandra amataria L. 

Ochodontia adustaria Fisch. v. W. (Kdm.) 

Pellonia calabra Petagna. Ein Weibchen von der trüben Färbung 
der Var. Zabidaria, auf der Oberseite mit schwacher Andeu- 
tung von Mittelpunkten. 

Zonosoma pupillaria Var. nolaria Hb. (sehr lebhaft), porata Fab. 

Orthostixzis calcularia m. (Kdm.) 

Heterolocha laminaria H.-Sch. 

Epione advenaria Hb. 

Synopsia sociaria Hb. 

Gnophos Stevenaria B. (Kdm.) 


170 


Ematurga atomaria Var. orientaria W ocke. 

Phasiane petraria Hb. 

Aspilates mundataria Cr. (Kdm.) 

Ortholitha mensuraria S. V. und durgaria Ev. (Kdm.) 

Minoa euphorbiata V. monochroaria H.-Sch. (Kdm.) 

Baptria Haberhaueri m. Tafel 3, Fig. 9 Q, 10 ©. Vom Flügel- 
schnitte der &idialata, aber nur so gross wie tristata, auch in 
Zeichnung von einiger Aehnlichkeit mit dieser. Geäder und 
Bildung der Körpertheile wie bei tidialata. Flügel kohlschwarz. 
Auf den vorderen eine feine weisse Querlinie nahe an der 
Basis; eine mitten nach aussen winkelig gebrochene bei 43 
des Flügels; sodann bei ?/; ein an seiner Innenseite der zweiten 
Querlinie ziemlich paralleles, an der Aussenseite aber unregel- 
mässig zackiges Band, das in der Mitte ebenfalls vorspringt, 
von dem Vorsprunge zum Innenrande aber dann sehr ver- 
schmälert ist; vor dem Saume in Zelle 2 und 4 ein weisses 
Fleckchen, die Fransen weiss, auf den Rippen schwarz ge- 
scheckt. Hinterflügel mit Fortsetzung dieser Binde, gleicher 
Bezeichnung des Saumes und der Fransen und den Anfängen 
der zweiten Querlinie. Unterseite so ziemlich wie die obere, 
nur das Weiss reichlicher, auf den Hinterflügeln, die einen 
dicken schwarzen Mittelpunkt besitzen, bis zur Basis reichend. 
Sechs Stücke aus dem Gebirge von Abbastuman. Kindermanni 
Bremer vom Amur (Bureja-Gebirge) steht sehr nahe, die 
Hinterflügel sind aber oben und unten einfärbig schwarz, blos 
von der weissen, viel geraderen Querbinde durchzogen. 

Lithostege odessaria B. (Kdm.) und dosporaria H.-Sch. (Kdm.); 
beide selten. 

Cidaria fulvata Forst. (Kdm.), rectifasciaria m. (Kdm.), putri- 
daria H.-Sch. (Kdm,), Zuctuata S. V., taeniolata Ev. (Kdm.) 

Eupithecia extensaria Freyer (Kdm.), tröidunaria H.-S ch. (Kdm.) 

Hercyna Schrankiana Hoch. (holosericalis). 

Botys cingulata L., aurata Scop., purpuralis L., furvalis Hb., 
aerealis V. opacalis Hb., verbascalis S. V., rubiginalis Hb., 
clathralis Hb. (Kdm.) 

Crambus malacellus Dup. (in Mehrzahl), incertellus H.- Sch. 
(1 Stück von Kdm., 1 Stück von Hbh.), chrysonnuchellus 
Scop., pascuellus L., perlellus Scop. 

Homoeosoma sinuella Fab. 


KR 


Myelois cribum S. V., rufella Dup. (erudella Z.) (Kdm.), anti- 
quella H.-Sch. (Kdm.), ramosella H.-Sch. (Kdm.) 

Pempelia ornatella S. V. (Kdm.) 

Tortrie Lecheana L. (in Mehrzahl) und rusticana Hb. 

Sciaphila minusculana 2. 

Conchylis lathoniana Hb. 

— pallorana m. Tafel 3, Fig. 11 . Grösse und Habitus von 
hamana, aber mit gestielter Rippe 3 und 4 der Hinterflügel, 
darln mit claviculana Mann übereinkommend. Palpen gut in 
Kopfeslänge vorstehend hängend; Zunge schwach; Fühler fein 
bewimpert. Vorderflügel schmutziger strohgelb als bei hnamana; 
mit feinen, matt bleiglänzenden Querriefen; den Anfängen einer 
mattbraunen nur am Vorderrande deutlichen, schräg nach aussen 
gewendeten, dann verlöschenden Querbinde; bräunlichen Schup- 
pen vor derselben, mehr einwärts gerückt und ziemlich nahe 
dem Innenrande; undeutlich braun gestricheltem Vorderrande 
und bräunlicher Theilungslinie der einfärbig gelben Fransen. 
Hinterflügel dunkelgrau mit helleren Fransen. Unterseite: 
Vorderflügel grau mit gelblichem Vorderrandstrichelchen, Hinter- 
flügel gelbgrau. — Nur diess eine Exemplar, 

— zephyrana Tr. 

Penthina variegana Hb., oblonygana Haw., mygindana S.\V., 
rivulane Scop., urticana Hb. h 

Graphol. scutulana S. V., hypericana Hb., lanceolana Hb. 

Euplocamus anthracinalis Scop. Var. monetella Kdm. i. 1. (H.-Sch. 
Fig. 241, 242.) In weit abstehenden Varietäten, die Vorder- 
flügel beim Manne oft dicht gelb bestäubt, die Hinterflügel 
mit mehr oder weniger reichlichem Weiss. Auch das seltenere 
Weib manchmal mit gelblicher Bestäubung ; seine Hinterflügel 
aber auch zuweilen einfärbig schwarz, die vorderen mit spär- 
licheren weissen Flecken, also Uebergänge zur Stammart 
bildend. 

Scardia boleti Fab. 

Tinea granella L. 

Adela leucocerella Scop. und Sulzeriella S. V, 

Psecadia luctuosella H.-Sch. 

Plutella cruciferarum 2. 

Cerostoma harpella S. \. 

Depressaria purpurea Haw. 


172 


Gelechia lutosella H.-Sch. 
Hypsvlophus ustellus H.-Sch. 
Oecophora minutella L. 


— Heringü m. Taf. 3, Fig. 12 9. Habitus von sulphurellaFab. 


(orbonella Hb.), aber mehr als doppelt so gross. Rippen wie 
bei dieser Art; Ocellen fehlend; Palpen anliegend beschuppt, 
lang und dünn, sichelförmig, das Endglied sehr spitz; Fühler- 
basis verhältnissmässig lang; Fühler bis zu 2/ des Vorderrandes 
reichend, violettglänzend mit weisser Spitze, beim Manne mit 
langen dünn stehenden Wimpern, beim Weibe schwach filzig 
beschuppt; Beine kräftig, die Hinterschienen mit starken Mittel- 
und Endspornen, beim Manne längshaarig; Hinterleib schlank, 
beim Weibe mit vorstehendem Legestachel.- Vorderflügel dun- 
kel orangegelb, die Querrippe, innere Mittelrippe, der Innen- 
und Vorderrand, so wie der Saum nebst Fransen glänzend 
bleifarb, das Bleifarbe auf der Querrippe beiderseits schwärz- 
lich gesäumt; vom Saume etwa 5 scharfe schwarze Pfeilstriche 
einwärts; ein schwarzer Punkt am Vorderrandsstriemen hinter 
der Mitte der Mittelzelle, ein unter ihm (doppelpunktartig) 
stehender in Zelle 2; ein weissgelbes Fleckchen noch am Vorder- 
rande hinter dem Zellenschlusse. Hinterflügel sammt Fransen 
und Unterseite einfärbig schwarzgrau. Etwa 20 Stücke bei 
Kutais gesammelt. Meinem alten Freunde Herrn Professor 
Hering in Stettin zu Ehren benannt. 


Laverna idaei 2. 
Pteroph. acanthodactylus Hb., Kollari Z. (wie die vom Glockner), 


fuscus Retz, pterodactylus L. 


Alueita polydactyla Hb. 


Anzeigen. 
EHuropäische Käfer 


sind bei dem Gefertigten sowohl im Tausche, als gegen Baarzahlung billig 
zu beziehen. Die Bestimmung ıst richtig, die Conservation vorzüglich. 


L. Miller, 


Landstrasse, Gärtnergasse Nr. 20. 


Taf. 5, Fig. 7-12 


gehören zu Herrn Dr. Franz Nickerl’s Aufsatze auf pag. 1 dieses Bandes. 


Verantwortl. Redaeteure u. Herausgeber : Julius Lederer und Ludwig Miller. 


Gedruckt bei Carl Ueberreuter, Alserstrasse Nr. 24. 


WIENER 
Entomologische Monatschrift. 


Redaction und Expedition: In Commission bei 
Landstrasse, Gärtnergasse Nr. 20. Carl Gerold’s Sohn, Stadt Nr. 625. 
Nr. 6. VIII. Band. Juni 1864. 


Nachtrag zur Schmetterling-Fauna von Brussa. 
Von Jos. Mann. 
Dazu Taf. 4 und Taf. 5, Fig. 1—4. 


Im VI. Bande dieser Zeitschrift (pag. 356) habe ich eine Auf- 
zählung der von mir 1851 um Brussa gesammelten Schmetterlinge 
gegeben. Im Sommer 1863 sammelte ich wieder daselbst und zwar 
in Begleitung meiner Tochter, fand aber die Gegend sehr verändert. 
Nicht nur dass in Folge der immer stärker betriebenen Seidenzucht 
viele Zirbelkiefern umgehauen, viele Gebüsche vertilgt, Berglehnen 
und. Hutweiden in Maulbeerpflanzungen verwandelt worden, war auch 
das Clima seit dem grossen Erdbeben (dessen Spuren noch zu sehen) 
sehr verändert, besonders viel kühler geworden. 

Ich hatte mir vorgenommen, diessmal meine Aufmerksamkeit 
vorzüglich dem Brussa entgegengesetzten Gebirge von Demirtasch, 
dessen Abhänge gegen Süden liegen, zu durchsuchen ., konnte aber 
meinen Vorsatz nicht ganz ausführen, da ich Ende Mai erkrankte 
und so schwach wurde, dass ich meine Excursionen auf die nächste 
Umgegend von Brussa beschränken musste. Die wenigen Excursionen 
um Demirtasch lieferten mir übrigens manche um Brussa nicht vor- 
kommende Art, besonders in Dipteren. 

Von Ende Mai bis Anfangs August konnte ich trotz aller ärztlichen 
Hilfe nicht ganz genesen. Die grosse Schwäche nöthigte mich, bei 
Brussa zu bleiben, wo ich übrigens durch eine Masse guter Sesien 
entschädigt wurde. 

Die Exeursionen sind sehr beschwerlich. Fahrgelegenheiten 


gibt es keine. Man muss alle Ausflüge zu Fusse machen, Getränke 
Wiener entomo]. Monatschr. VIII. Ba. 13 


174 
und Lebensmittel, die bei der grossen Hitze schnell verderben, mit 
sich tragen, und wird sehr ermüdet, wenn man von Früh 3 bis 
Abends’ 6 Uhr auf den Beinen, endlich noch 3—4 Stunden zu Hause 
wandern soll. Von Mitte April bis Ende Mai machte ich wöchentlich 
2—3 Male derlei grössere Excursionen; später erlaubte es aber meine 
grosse Schwäche nicht mehr. Glücklicher Weise hatte ich an meiner 
Tochter eine eben so sorgsame Pflegerin als entomologische Gehilfin. 
Ich sammelte alle Ordnungen von Insekten und war daher in 
der Lage, an das k. k. zoologische Hof-Kabinet Folgendes abzugeben, 
was dessen Sammlungen einverleibt wurde, als: 


Lepidopteren . . . . . ... .. 450 Species in 264 Individuen 
Orthopferen 2... 0 2. 8238, > 2156 & 
Neuroptereme nee ron “0295 a; 
Dipteren 2... 2... Amen Io Ser „ 1310 o 
Hymenopteren . ..». L ‚wit ‚© .slo2 i > „934 5 
Coleopteren 2.2.0002, 202 02.800055 a) r 
Hemipteren.. an. 1007%, 308 ir 
IXodest mu LEI ae ® 23 n 
Arachnmidens ar DO „260 
Mynapoden Soon 100 e 
Gonchylien u... 2... — 0, 2.200 = 


1395 Species in 4638 Individuen. 


Ich lasse nun die Aufzählung der im Jahre 1851 nicht gefun- 
denen bereits bekannten, so wie der neu entdeckten Arten folgen: 
Doritis Apollinus Hbst. Ende April bei Brussa und im Gebirge 
bei Demirtasch gefangen. 
Leucophasia Sinapis Var. Lathyri Hb. April und Anfang Mai 
bei Brussa. 
Polyommatus Thersamon Var. Omphale Klug. Anfang Juli an 
Berglehnen. - 
— Hippothoe L. im Juni und Juli emzeln an Berglehnen. 
— Alciphron Rott. (Bipponoe) Juli, an Berglehnen. 
— Dorilis Hufn. (Ciörce). Anfang Mai und Juli auf Hutweiden. 
Die Exemplare grösser als die in der Wienergegend. 
Lycaena Eurypylus Fr. Ende Juli an grasreichen Berglehnen. 
— Bavius Ev. Im Juni auf Berglehnen. Beide Species selten. 
— Amanda Schn. (Icarius Esp) Im Juli an pflauzenreichen 


Berglehnen. 


175 

Lycaena Corydon Var. Corydonius Kef. Anfang August einzeln an 
Berglehnen. 

— Rippertü Fr. Im August einige an pflanzenreichen Berglehnen 
gefangen. 

— Bellis Fr. Juni und Juli an hohen Berglehnen einzeln vor- 
kommend. 

— Jolas ©. Im Juli zwei Stücke in Weingärten gefangen. 

Vanessa C. album L. Im April nicht selten. 

— Jo. L. April, dann im Juli; nicht selten. 

— Antiopa L. Im April und August um Gebüsche geflogen. 

Melitaea Artemis. Im Mai auf Hutweiden geflogen. 

— Phoebe Var. Melanina. Im Juli an Berglehnen. 

— Daphne S. V. Ein Stück oberhalb Brussa in einem Wein- 
garten gefangen. 

— Hecate S.V. Im Juli nicht selten an Berglehnen. 

Argynnis Paphia Var. Valesina L. Ein Stück im Juli auf Cle- 
matisblüthen gefangen. 

Melanagria Galathea Var. Turcica Bd., so wie auch die Var. 
leucomelas. Im Juli auf Scabiosen gefangen. 

Satyrus Proserpina S. V. Im Juli an Kastanienbäumen nicht 
selten. 

— Var. Allionia F. Im Juli und August auf Bergen um Kasta- 
nien und andere Bäume geflogen. Sie setzten sich auch auf 
die Erde an trockene Stellen. ; 

Pararga Megaera Var. Lyssa Bd. Im April und Juli an Berg- 
lehnen geflogen. 

Epinephile Janira Var. Hispulla Hb. Im Juli in jungen Gebüschen 
an Berglehnen. 

Coenonympha Iphis S. V. Im Juli nicht selten auf Hutweiden. 

Syrichthus cribellum Ev. Im Juli an hohen Berglehnen einzeln 
vorkommend. 

— cynarae Rb. Im Juni einige an steilen Berglehnen gefangen. 

Macroglossa bombyliformis. Im Mai einige bei Demirtasch auf 
Blumen schwärmend gefangen. 

Sesia asiliformis Rott. (cynipiformis Esp.) Im Juli einige an 
Berglehnen um Brombeerblüthen gefangen. 

— ichneumoniformis S. V. Im Juli und August an steilen Berg- 
lehnen in den Vormittagstunden geflogen. 

138 


176 


Sesia masariformis Ö. Im Mai auf Scrophularia in den Morgen- 


stunden geflogen. 

anellata Z\l. Im Juni und Juli in den Nachmittagstunden in 
verwilderten Weingärten geflogen. 

empiformis Esp. Im Juni in den Nachmittagstunden um 
Wolfsmilchblüthen geflogen. 

braconiformis H.-Sch. Im Mai und Juni in der Mittagszeit 
um Sträucher geschwärmt. 

leucospidiformis Esp. Im Juli einige in den Vormittagsstunden 
auf Disteln gefangen. 

prosopiformis OÖ. Im Juli in der Mittagszeit um Brombeeren 
auf Berglehnen. 


Paranthrene hoplisiformis m. (Tafel 4 Fig. 1). Grösse und Habitus 


Ino 


von drosiformis; dieselbe Bildung der Körpertheile. Körper 
blauschwarz. Kopf, Halskragen und Palpen blassgelb , die 
kräftigen Beine mehr ins Bräunlichgelbe, nur die Schenkel 
violettschwarz. Fühler gelb mit violetten Atomen, Brust mit 
gelbem Flecke in den Seiten. Metathorax oben in den Seiten 
gelb gefärbt, die vordere Hälfte des dritten, die drei letzten 
Segmente und Seiten des Afterbusches ebenfalls gelb; der 
Gürtel des dritten Segmentes (die übrigen nicht) unten zusam- 
menschliessend, daselbst bleicher und breiter als oben. Vor- 
derflügel einfärbig gelbbraun (wie verflogene Exemplare von 
Sesia tabaniformis) ; Hinterflügel in der Spitze und längs des 
Saumes wie bei den verwandten Arten mit bräunlichem An- 
fluge. Auf der Unterseite die Beschuppung aller Flügel gold- 
braun. Im Juli in einem verwilderten Weingarten um einen 
Birnbaum schwärmend gefangen. Ich fand nur drei Stücke. 
Scheint sehr selten zu sein, da ich trotz vieler Mühe nicht 
mehr finden konnte. 

micans Freyer. Im Juni an hohen Berglehnen an Stengeln 
sitzend gefunden. 

Heydenreichü H.-Sch. Im Juli an Berglehnen Abends ge- 
flogen. 

ampelophaga. Auch einen Hermaphroditen, auf Taf. 4, Fig. 2 
abgebildet. Die Fühler sind rechts vollkommen männlich, links 
weiblich, auch sind die Flügel der rechten Seite etwas grösser 
und gestreckter. Der Hinterleib scheint ganz weiblich. 


177 
Zygaena minos. Mitte April bei Demirtasch in den Vormittags- 
stunden auf Erica. Sie ist dünner beschuppt als die hiesige 
und hat auf deren Hinterflügeln die helle Stelle von nudigena. 
Emydia eribrum L. Im Juni einige an Distelstengeln gefunden. 
Spilosoma mendica L. Im Mai an Mauern und Steinen angetroffen. 
Fumea flavociliella m. (Taf. 4, Fig. 3). Aus der Verwandtschaft der 
F. pulla, aber nicht halb so gross (noch kleiner als undulella), 
die Grundfarbe schwärzlicher, die Fransen fahlgelb, seiden- 
glänzend, auch auf der Unterseite. Sonst dieselbe rauhe 
Beschuppung wie pulla; im Geäder, Fühlerm, Palpen etc. 
ebenfalls kein Unterschied. Mitte April auf einem kahlen 
Berge in den Morgenstunden bei Demirtasch einige gefangen. 
— pectinella O. Im Juni zwei Stücke an einem Kastanienbaume 
gefangen. 
Platypteryz cultraria F. (unguicula Hb.) Im Juni ein Stück aus 
einer Hecke gescheucht. 
Harpyia bifida Hb. Im Mai zwei Stücke von Sträuchern geklopft. 
Uropis ulmi S. V. Anfang Mai ein Stück an einem Felsen ge- 
funden. 
Notodonta argenlina S. V. Im Juni ein Stück auf Eichengebüsch 
gefangen. 
Pterostoma palpina L. Im Mai an Baumstämmen angetroffen. 
Drynobia velitaris Hufn. Im Mai aus einem Strauch gescheucht. 
Acronycta aceris L. Im Mai nicht selten an Baumstämmen und 
Mauern, 

— ligustri S. V. Im Mai ein Paar in copula an einem Nuss- 

baume gefunden. 

Bryophila algae Fab. J. Zwei Stücke im Juli an Steinen gefunden. 
Agrotis candelisegua S. V. Im Mai einige an Felsen gefunden. 

— margaritacea Esp. Im Juni einige aus Hecken gescheucht. 

— flavina H.-Sch. Zwei Stücke im Juni in verwilderten Wein- 

gärten gefangen. 
Mamestra oleracea L. Im Mai im Hotelgärtchen einige gefunden. 

— peregrina Tr. Im Juni ein abgeflogenes Männchen aus einer 

Hecke gescheucht. 

— serena S. V. Im Mai nicht selten an Mauern und Steinen. 
Chiloantha hyperici S. V. Im Mai einige an Steinen gefunden. 
Polyphaenis sericata Lang. (prospicua Bkh.) Im Juli zwei Stücke 

aus Hecken gescheucht. 


178 

Caradrina alsines Brahm. Im Juni aus Hecken gescheucht. 

Amphipyra tragopogonis L. Im Juni im Hötel einige an den 
Wänden gefunden. 

Scoliopteryr libatrie L. Im Juli zwei Sticke an einem Felsen 
gefunden. 

Oueullia umbratica L. Im Juli nicht selten an Mauern angetroffen. 

Plusia chrysitis L. Im Juni zwei Stücke in den Morgenstunden 
auf Nesselblättern gefunden. 

— macrogamma Ev. Im Mai zwei Stücke aus Hecken ge- 
scheucht. ' 

Heliothis ononis S. V. Im Juni einige in einem verwilderten 
Weingarten auf blühendem Echium gefangen. 

Chariclea umbra Hufn. Im Juli einige um Disteln gefangen. 

Thalpochares Dardoini Bd. Im Mai zwei Stücke an einem Felsen 
sefangen. 

Erastria candidula S. V. Im Juni einige aus Laubgebüschen ge- 
scheucht. 

Grammodes bifaseiata Pet. (geometrica Rossi). Im Mai aus 
Dornhecken gescheucht. 

Catocola nupta L. Im Juli an Nussbaumstämmen gefunden. 

— pwerpera Giorna. Im Juli aus Dornhecken gescheucht. 

Aecidalia perochrearia YF. R. Im Juni an trockenen Berglehnen 
geflogen. 

— consanguinaria Led. Im Juli aus Hecken und jungen Gebü- 
schen gescheucht. ) 

— bisetata Hufn. Im Juli ebenfalls aus Eichenhecken gescheucht. 

— vrulpinaria H.-Sch. Im Juni einzeln um Dorngebüsche ge- 
fangen. 

Zonosoma annulata Schulze (omieronaria S.V.) Im Mai einige 
von Eichengebüschen geklopft. 

Urapteryze sambucaria L. Im Juli aus Fliederhecken einige ge- 

scheucht. 

Biston hirtarius L. Ende Apıil an Mauern und Baumstämmen 
angetroffen. 

Synopsia amygdalaria 1.-Sch. Ende Juli ein Männchen an einer 
Gypresse gefunden. 

Tephronia oppositaria w. (Taf. 4, Fig. 4). Grösse und Habitus 
von sepiaria (eineraria), dieselbe Beschuppung und Zeichnung, 
die Grundfarbe aber viel heller, die groben Saumpunkte feh- 


179 
lend; Rippe 8 der Hinterflügel aus dem Vorderrande der 
Mittelzelle, die Hinterschienen mit Mittel- und Endspornen. 
Palpen, Fühler und das übrige Geäder, auch der blasige Kin- 
druck auf der Unterseite der Vorderflügel (an deren Basis) 
wie bei sepiaria. Die Art dürfte nebst beryllaria und 
olympiaria einen weiteren Beleg zur Unhaltbarkeit der 
Herrich-Schäffer’schen Abtheilung der Spanner in zwei 
Familien (je nach der frei verlaufenden oder aus der Mittel- 
zelle entspringenden Rippe 8 der IHlinterflügel) liefern. Ende 
Juli einige Männer aus Epheugebüsch gescheucht. 

Gnophos Stevenaria Bd. Im Mai ein Stück an einem Steine 
‘vefangen. 

Hidonia cebraria Ib. Im Juni einige von Ahorngebüschen geklopft. 

Scodonia conspersaria S. V. Im Juni an Mauern und Berglelnen ge- 
fangen. Ganz wie die Wiener Exemplare, nur bedeutend 
grösser. 

Aspliates strigillaria Hb. Var. eretaria Ev. Im Juni einige auf 
IHutweiden gefangen. Sehr grosse lixemplare. 

Stemmatophora obsolelatis m. (Taf. 4, Fige.d; auf der Tafel irrig 
als Cledeobia.) Grösse wie kleine Männchen von Asopia 
farinalis, aber noch viel schwächlicher, die Beschuppung un- 
gemein zart und mehlig. Palpen am Kopfe aufsteigend, bis 
zur Stirne reichend, das kurze cylindrische Endglied anliegend 
beschuppt; Zunge spiral; Ocellen klein; Fühler kurz, mit 
besonders feinen, dünn stehenden Wimpern ; Hinterleib den 
Afterwinkel wenig überragend, nebst den Beinen anlierend 
beschuppt. Rippe 3 und 4 auf Vorder- und Hinterflügeln 
gestielt. Färbung des Körpers und der Vorderflügel bleich 
lehmgelb,, letztere mit etwas fleischfarbem Stiche. Die beiden 
Mittellinien undeutlich, nur durch gehäufte dunklere Atome 
gehildet, wie bei led. honestalis anzelest; ein schwärzlicher 
Punkt auf der Querrippe deutlich, sonst noch der Vorderrand 
zwischen den beiden Querlinien dunkler gestrichelt, die Saun- 
Iimie grob punktirt. Hinterflügel gelbgrau, der Anfang der 
äusseren Mittellinien schwach angedeutet. Unterseite ebenfalls 
gelberau, nur der Vorderrand der Vorderflügel undeutlich 
gestrichelt. Zwei Männchen, ein Weibehen Mitte Juli bei den 
Bädern aus Eichengebüsch wescheucht. 


180 


Asopia regalis S. V. Im Juni ein Männchen an einer Berglehne 
gefangen. 

Botys anguinalis Hb. Im April, Mai und Juli auf trockenen Hut- 
weiden und Berglehnen nicht selten. ; 

— albofascialis Tr. Zwei Stück im Mai in einem verwilderten 
Weingarten gefangen. 

— oetomaculata L. Im Mai in jungen Gebüschen geflogen. 

— trinalis S.V. Anfang Juli einige an Berglehnen in Hecken 
gefangen. 

— flavalis S. V. Im Juni und Juli an grasreichen Berglehnen 
gefangen. 

— pulveralis Hb. Im Juli in jungen Gebüschen geflogen. 

— sophialis Fab. Im Juni an Felsen angetroffen. 

— turbidalis Tr. Im Juni in verwilderten Weingärten vorge- 
kommen. 

— numeralis Hb. Im Juni auf einer Hutweide um Kletten 
geflogen. 

— fimbriatalis Dup. Ein Stück aus einer Olematishecke gescheucht, 
Scheint sehr selten zu sein. 

Hercyna atralis Hb. Im Mai auf Blumen gefangen. 

— normalis Hb. Im Juli auf einem Stoppelfeld einige gefangen. 

Crambus rorellus L. Ende Mai bei Demirtasch nicht selten. 

— pinetellus L. Im Juli einige von Zirbelkiefern geklopft. 

— Juteellus S: V. Im Juli Abends auf Hutweiden geflogen. 
— perlellus Sc. Im Juni auf feuchten Hutweiden einzeln vor- 
gekommen. 

Eromene superbella.Zll. Im Juni um Tamarixhecken gefangen. 

Eudorea ambiqualis Tı. Im Juni aus Gebüschen und Hecken 
gescheucht. 

Prosmizis quercella S. V. Anfang August, auf Hutweiden einige 
gefangen. Auf der Nachhausereise traf ich sie in Küstendsche 
in Massen im englischen Gasthause, wo sie Abends an das 
Licht flog. 

Nephopteryxz meliella m. (Taf. 4, Fig. 8). Der rodorella zunächst, 
Palpen, Fühler ete. wie bei ihr. Gleiche Zeichnungsanlage, 
die Färbung aber heller oder dunkler asch-, zuweilen fast 
weissgrau, die dunklere Schattirung schwarzgrau, bei manchen 
Exemplaren die abgekehrten Seiten der beiden Querlinien so 
wie die Basis des Flügels mit holzbrauner Mischung. Hinter- 


- 


181 


flügel lichtgrau, der Saum wie bei rodorella etwas dunkler 
beschattet, die Fransen mit dunklerer Theilungslinie. Unter- 
seite aschgrau. Die Raupen fand ich in den Blüthen der 
Eschen. Der Falter entwickelte sich im Juli. 

Pempelia jucundella m. (Taf. 4, Fig. 10). Gleich T. subornatella 
und adornatella mit dreiästiger Medianader der Hinterflügel. 
Grösse und Habitus der ersten Vorderflügel etwas kürzer und 
breiter; Palpen, Fühler etc. wie bei ihr. Färbung der Vorder- 
flügel durch einen Schrägschatten der Flügelspitze derart 
getheilt, dass ein breiter Theil des Vorderrandes bläulich 
weissgrau, die übrige Fläche braungrau erscheint (ungefähr 
wie bei Acrod. obligua) , beide Farben übrigens in einander 
vertrieben. Die beiden Querlinien fein, weisslich, beiderseits 
dunkler eingefasst ; die innere von Y, des Vorder- zu !/3 des 
Innenrandes etwas zackig und nach aussen geschwungen, die 
äussere wie bei Pemp. subornatella, aber noch etwas mehr 
saumwärts gerückt; auf der Querrippe ein feiner schwarzer 
Doppelpunkt ; die Fransen von Farbe des dunkleren Flügel- 
grundes; Hinterflügel lichtgrau, mit dunklerer Beschattung 
des Saumes und dunklerer Theilungslinie der Fransen. Unter- 
seite aschgrau. Im Juli ein Männchen aus einem Eichenbusche 
gescheucht. Herr Lederer besitzt ein ganz übereinstimmen- 
des Weibchen vom Balkan, dessen Bekanntmachung er unter- 
liess, weil er das Männchen nicht kannte. 

Epischnia prodromella Hb. Im Juli an Berglehnen gefangen. 

Zophodia Cantenerella Tr. Im Juli an trockenen Berglehnen vor- 
kommend. 

Myelois subalbatella m. (Taf. 4, Fig. 7). Vom Ansehen einer 
Homoeosoma Z., aber den an der Basis unten nicht ausge- 
schnittenen Fühlern zufolge Myelois, in Zeller’s Abtheilung 
A. b. mit aufsteigenden Palpen und dreiästiger Medianader 

- gehörig. Eine der kleinsten Arten, nur wie das Männchen 
von interpunetella. Körper und Vorderflügel kreidig weiss mit 
gelblichem Stiche und zerstreuten schwärzlichen Atomen; von 
den gewöhnlichen beiden Querlinien die erstere nur durch 
schwärzliche Strichelchen auf Rippe 1 und der inneren Mittel- 
rippe, die äussere gar nur durch spärliche dunklere Atome 
angedeutet; Querrippe mit schwärzlichem Doppelpunkt. Hinter- 


182 - 
flügel und Unterseite weissgrau, die Frransen etwas heller. Im 
Juli an Berglehnen nur wenige gefangen. 

Myelois modestella Led. Im Juli zwei Stücke in einem verwilderten 
Weingarten gefangen. 

— tabidella m. (Taf. 4, Fig. 9). In Zeller’s Abtheilung A. a. 
mit aufsteigenden Palpen und 4ästiger Medianader. Keiner 
der bekannten Arten besonders ähnlich, am nächsten noch 
der modestella Led. Grösse und Flügelschnitt von composi- 
tetla, Habitus aber schlanker, wie bei Ephestia (auf der Tafel 
auch irrig als solche bezeichnet). Palpen anliegend beschuppt, 
die (nicht vorspringende) Stirne etwas überragend, das cylin- 
drische Endglied etwas vorgeneigt; Fühler sehr kurz und 
gleichmässig bewimpert. Körper und die Vorderflügel nebst 
Fransen bläulich aschgrau ; unter der Loupe zeigen sich noch 
feine schwärzliche Atome. Von den beiden Mittellinien die 
innere von Y, des Vorder- zu Y, des Innenrandes schwarz- 
grau, ziemlich dick, an der innern Seite heller gesäumt, an 
der äusseren sanft in die Grundfarbe verwaschen; die äussere 
doppelt, aus zwei feinen schwärzlichen parallelen, wie bei 
compositella weit saumwärts gerückten Linien bestehend ; die 
Querrippe mit schwachem schwärzlichen Doppelpunkt; ein 
bläulichgrauer Schrägschatten von der Flügelspitze über ihn 
zur Mitte des Innenrandes ; Saumlinie nur durch wenige schwärz- 
liche Atome angedeutet. Hinterflügel dünnschuppig, sammt 
Fransen hellgrau, der Saum mit dunklerem Änfluge. Unter- 
seite einfärbig aschgrau. Im Juli an einer sonnigen Lehne ; 
nur diess eine Stück. 

Ephestiareductella n. (Taf. 4, Fig. 6). Etwas grösser als elutella 
(wie oblitella); Fühler, Palpen und Beine wie bei dieser; die 
wännlichen Vorderflügel mit dem gewöhnlichen Umschlage der 
Ephestien. Vorderflügel bläulich-weissgrau mit feinen dunkle- 
ren Atomen ; alle Zeichnung unbestimmt (ähnlich der von 
nimbella). Die erste Querlinie bei 1/; der Flügellänge, nur 
durch zwei oder drei schwärzliche Flecken auf den Rippen 
angedeutet; die zweite weit saumwärts gerückt, ebenfalls ziem- 
lich verloschen; Querrippe mit schwärzlichem Doppelpunkt; 
die Saumlinie meist aber nicht immer durch dunklere Atome 
angedeutet; Fransen einfärbig. “ Hinterflügel und Unterseite 
aschgrau. Im Juni aus Hecken gescheucht. 


183 


Ephestia bigella Z. Im Juni aus Dorngebüschen gescheucht. 

Tortrie cerasana Hb. Im Juni einige aus Hecken gescheucht. 

— Pilleriana S. V. Im Juli einzeln in verwilderten Weingärten 
angetroffen. 

Sciaphila virgaureana Tr. Im Juli um Ahorngebüsche gefangen. 

Conchylis conjunetana m. (Taf. 4, Fig. 12). Grösse und Flügelschnitt 
von zebrana, die Vorderflügel etwas schmäler, Rippe 3 und 4 der 
Hinterflügel kurz gestielt. Vorderflügel gelblichweiss, ein kleines 
Wuırzelfeld, eine schräg einwärts ziehende schmale Querbinde 
bei 43, eine unter einem auf der @Querrippe befindlichen 
schwarzen Punkt unterbrochene, von da einen lichten Schräg- 
wisch zum Innenwinkel sendende Querbinde und zwei Vorder- 
randstrichelchen in der Spitze gelblich-olivbraun; die feine 
Saumlinie etwas dunkler, die Fransen zur inneren Hälfte weiss, 
zur äusseren grau gescheckt. Hinterflügel weissgrau mit hel- 
leren Fransen. Unterseite grau, der Vorderrand der Vorder- 
flügel mit helleren Strichelchen. JIncretana Led. steht nahe, 
ist aber bedeutend grösser, rein kreideweiss, auch haben die 
Binden einen entschieden grauen Ton und ist die Zeichnung 
im äusseren Flügeldrittel anders. Im Mai Abends zwei Weib- 
chen auf dem israelitischen Friedhofe gefangen. 

— tetricana m. (Taf. 4, Fig. 11). Nebenöimpurana; etwas kleiner als 
elongana, derselbe Flügelschnitt; in der Farbenvertheilung von 
einer gewissen Aehnlichkeit mit Retinia duplana. Körper asch- 
grau; Palpen hängend ; Fühler des Mannes fein und dünn bewin- 
pert. Vorderflügel meist eisen-, zuweilen aber auch aschgrau, 
hinter der Querrippe bis zum Saume olivbräunlich, Einmischung 
dieser Farbe meist noch von der Basis längs des Vorderrandes 
und in der Mittelzelle; die dunkelgraue Schrägbinde der ver- 
wandten Arten nur gegen den Innenrand zu deutlich, nach 
oben verlöschend, aus gröberen Schuppen gebildet; die Fransen 
dunkel blaugrau, an der äusseren Hälfte fein bräunlichgelb 
gescheckt. Hinterflügel dunkelgrau, die. Fransen etwas heller; 
Rippe 3 und 4 gestielt. Unterseite: Vorderflügel dunkel-, 
Hinterflügel hellgrau. Zugleich mit der vorigen nur in weni- 
gen Exemplaren erbeutet. 

— zephyrana Var. margarotona Dup. Im Juni auf Berglehnen 
gefangen. 


184 


Penthina ochroleucana Hb. Im Juli einige um wilde Rosen und 
Weissdornhecken gefangen. 

— genlianana Hb. Anfang August auf Karden gefangen. 

— lapideana H.-Sch. Im Juli einzeln an hohen Berglehnen aus 
Eichengebüsch gescheucht. 

— arcuana Cl. Im Juni nicht selten um Brombeerhecken. 

— urticana Hb. In Maulbeergärten um Gräben nicht selten. 

Lobesia permirctana Hb. Ein Stück im Juni aus einem Strauche 


gescheucht. 

Grapholitha hepaticana Tr. Im Juni auf Friedhöfen um Nesseln 
vorkommend. 

— hepatarianaF.R. Im Juni einzeln in verwilderten Weingärten 
gefangen. 


— scutulana S.V. Im Mai auf Hutweiden um Disteln. 
— Brunnichiana S. V. Im Mai bei Demirtasch an einer Berg- 
lehnen um Huflattig gefangen. 
— Leplastriana Curt. Im Mai, einige auf Saubohnen sitzend 
gefunden. 
— vacciniana Z. Im April auf Bergen um Erica schwärmend 
angetroffen ; sehr schwierig zu fangen. 
— derasana Hb. Im Juni aus Gebüschen gescheucht. 
Carpocapsa pomonella L. Im Juli aus Raupen, welche in Wall- 
nüssen lebten, gezogen. 
— splendana Hb. Einige aus Hecken seschencht; 
Dichrorampha Gruneriana H.-Sch. Im Mai auf grasreichen Berg- 
lehnen geflogen. 
Talaeporia pseudobombycella Hb. Im Juli einige um Gebüsche 
gefangen. 
Solenobia Mannä Z\l. Mitte April in den Morgenstunden auf 
Berglehnen in Gebüschen geflogen. 
Euplocamus anthracinalis Sc. Im Mai einige um Hecken gefangen. 
Morophaya morella Dup. Im Mai ein Stück aus einer Hecke 
gescheucht. 
Tinea imella Hb. Im Mai und Juni Abends an Berglehnen um 
verschiedene Pflanzen geschwärmt. 
— ferruginetta Hb. Im Mai Abends unter Dornhecken geflogen. 
— arcella F. Im Mai einzeln aus Hecken gescheucht. 
— parasitella Hb. Im Juni einige an morschen Kastanienbäumen 
gefunden. 


185 


Tinea querecicolella H.-Sch. Im Mai an alten Eichenstöcken, gefangen. 


spretella S. V. Im Zimmer nicht selten. 


Incurvaria Körneriella Z1l. Im Mai einige um Hecken gefangen. 
Microptery& Anderschella H.-Sch. Im Mai zwei Stücke in einem 


Gebüsche gefangen. 


Hypatima undecimpunctella m. (Taf. 4, Fig. 17). In Grösse, 


Flügelschnitt, Befransung und den kurzen, vorne stumpfeckig 
vortretenden Fühlergliedern ganz mit Hypatima inunclella 
übereinstimmend, differirt diese Art durch die dichtere, zusam- 
mengestrichenere Behaarung des Kopfes und das geradere, 
mehr vorwärts geneigte Endglied der (sonst gleichgebildeten) 
Palpen. Das Geäder kann ich in Folge der dichten Beschup- 
pung nicht genau ausnehmen, scheint mir aber wie bei inunc- 
tella. Vorderflügel kreidigweiss, mit feinen grauen Atomen 
bestreut. Im mittleren Drittel zwei schwarze Punkte unter- 
einander, ein dritter mit ihnen ins Dreieck gestellter mehr 
wurzelwärts ; zwei andere hinter %3 der Flügelbreite, ebenfalls 
doppelpunktförmig, der untere etwas mehr saumwärts gerückt; 
in der Flügelspitze und längs des Saumes noch 6 mehr oder 
weniger deutliche, mitunter bis auf wenige Spuren verschwin- 
dende schwarze Pünktchen (3 in der Spitze, 3 am Saume). 
Hinterflügel, Fransen und Unterseite einfärbig hellgrau. Im 
Mai und Juni in den Morgenstunden an Berglehnen um Gebü- 
sche geflogen. 


Psecadia aurifluella Hb. Im Juni einige an Distelstängeln an 


Berglehnen gefangen. 


Cerostoma asperella L. Im Mai zwei Stücke aus einer Hecke 


gescheucht. 
sequella Cl. Im Juni einzeln an Ahornbäumen. 
vitella L. Im Juni an Baumstämmen angetroffen. 


Depressaria atomella S.V. Im Juni auf Berglehnen gefunden. 


rhodochrella H.-Sch. Im Juli einige aus Hecken gescheucht. 
squamosa m. (Taf. 4, Fig. 13). Aus der Verwandtschaft der 
costosa Haw. und comitella Led.; die dichtschuppigen Vorder- 
fügel durch ihre Eintönigkeit der assimilella etwas ähnlich. 
Kopf, Palpen, Hinterleib und Vorderflügel bleichgelb; letztere 
mit verloschenen mattbraunen Querriefen und zwei feinen 
schwarzen Punkten, den einen auf der Querrippe, den andern 
in der Mitte der Mittelzelle. Hinterflügel und Unterseite bleich 


186 


graugelb. Fühler schwarzbraun. Im Juli zwei Stücke aus 
Sträuchern. 


Depressaria adspersella Kollar. Raupen im Juni, Falter im Juli. 


—_—— 


thapsiella Z1\l. Raupen im Juni, Falter im Juli. 

neglectetla Led. Im Juni und Juli Abends einzeln um ver- 
schiedene Pflanzen geflogen. 

capreolella Zll. Im April aus Brombeerhecken gescheucht. 
enicella Tr. Im Juli, gezogen. 

veneficella Z\l. Im Juli, gezogen. 

tenebricosa Z\l. Im Juni und Juli, gezogen. 

chaerophylli Z1l. Im Juni, gezogen. 

floridella m. (Taf. 4, Fig. 14). Nächstverwandt mit chaero- 
phylli, dieselbe Grösse und Flügelschnitt. Auch in Zeichnungs- 
anlage ihr am nächsten, die Grundfarbe aber ganz verschie- 
den, weisslich schiefergrau, die dunkler gewölkten Stellen 
graubraun, auf der ganzen Fläche noch feine schwärzliche 
Atome zerstreut. Zeichnung wie bei chaerophylella, namentlich 
ist der dunkler gestrichelte Vorderrand in der Spitze zu 
erwähnen ; Querrippe aber ‘mit weissen, fein dunkelgrau umzo- 
genen Pünktchen (etwa wie bei albipunctella), ein zweites, 
mehr wurzelwärts gerücktes (ebenfalls auch bei albipunectella 
vorhandenes) minder deutlich, Hinterflügel und Unterseite asch- 
grau. Palpen grau, die ersten zwei Glieder schwärzlich gefleckt, 
das spitze Endglied mitten schwarz geringelt. Hinterleib unten 
beiderseits mit schwarzgrauem Streife. Im Juli aus unbeach- 
teten Raupen gezogen. 

Hofmanni Stain. Im Juli auf Berglehnen einige gefangen. 


Symmoca designatella H.-Sch. Im Juli einzeln aus Sträuchern 


gescheucht. 


Gelechia Denisella S.V. Im Mai in jungen Gebüschen. 


Zutulentella H.-Sch. Im Juli aus Hecken gescheucht. 
subsequella Var. contuberniella Staud. Im Juli und August 
aus Hecken gescheucht. 

acuminatella Sirc. Im Juni einige Abends an Berglehnen 
gefangen. 

humeralis Z. Im April und Juli aus Hecken gescheucht. 
tenwiella m. (Taf. 4, Fig. 16). Etwas kleiner als atripticella, 
deren Flügelschnitt und glanzlose Beschuppung sie hat. Glanz- 
los lehmgelb, die anliegend beschuppten Palpen sichelförmig, 


187 


das Endslied sehr spitz; die Fühler hell und dunkel geringelt. 
Die Vorderflügel entweder ganz einfärbig, staubig lehmgelb oder 
— bei sehr lebhaft gezeichneten Stücken — mit Andeutung 
von zwei schwachen, in eine horizontale Linie gestellten 
schwarzen Pünktchen, das eine auf der Querrippe, das andere 
hinter der Mitte der Mittelzelle. Hinterflügel mit scharfer vor- 
gezogener Spitze, lichtgrau, die breiten Fransen gelblichgrau; 
ebenso die Unterseite. Die Art macht in der Färbung den 
Totaleindruck von odsoletella, scheint mir aber den spitzeren 
Vorderflügeln zufolge eher neben Zutulentella zu gehören. Im 
Mai an Berglehnen Abends geflogen; auch bei Spalato in 
Dalmatien 1862 einige gefangen. 

Gelechia distinetella Z\l. Im Juli in einem verwilderten Weingarten 
gefangen. 

— remissella Z\l. Im Juli an einer steilen Berglehne in den 
Morgenstunden an Pflanzenstengeln meist auf Eryngium ge- 
fangen. 

— bifractella Metzn. Im Juli auf Blumen gefangen. 

— inopella Z\l. Im Juni einige in den Abendstunden an Berg- 
lehnen gefangen. 

— nigricostella Dup. Im Mai an Berglehnen angetroffen. 

— Hermannella F. Im Mai um Chenopodium nicht selten. 

— fervidella wm. (Taf. 4, Fig. 5). Bei Hermannella , wie kleine 
Exemplare dieser Art. Die kleinen schwachen Palpen anlie- 
gend beschuppt, nebst Kopf, Fühlern und Hinterleib metallisch 
blauschwarz. Vorderflügel glänzend goldbraun, diese Farbe 
gegen den Saum zu allmälig in feuriges Kupferroth übergehend; 
die glanzlosen Fransen braungrau. Vorderrand mit drei blass- 
goldfarben Flecken im ersten, zweiten und letzten Drittel; 
Innenrand mit zwei gleichfärbigen, Gegenflecke zum 2. und 3. 
bildenden, aber mehr saumwärts gerückten Flecken. Unter- 
seite dunkelgrau, saumwärts schwach metallglänzend. Im Juni 
Abends zwei Stücke an Berglehnen. 

Parasia intestinela m. (Taf. 4, Fig. 15). Bei paueipunctella. 
Grösse, Habitus, Fühler und Palpen wie bei ihr. Vorderflügel 
veilgrau und lebhaft ockergelb, in ähnlicher Weise wie bei 
paucipunctella gemischt, nämlich derart, dass erstere Farbe 
bei %/, des Flügels ebenfalls eine lichte Querlinie bildet, von 
ihr bis zur Basis aber der veilgraue Grund vom Ockergelb 


188 

querstriemenartig durchzogen wird; zwei schwarze Punkte 
schräg untereinander vor der Mitte des Flügels bei 3 und 2 
ihrer Breite; zwei andere dahinter nebeneinander, der eine 
mit den beiden beschriebenen ins Dreieck gestellt, der andere 
in der Mitte der lichten Querbinde befindlich. Hinterflügel 
und Unterseite aschgrau. Im Juni Abends an Berglehnen ge- 
fangen. Selten. 

Cleodora Kefersteiniella Z\l. Im Juni an grasreichen Berglehnen. 

Ceuthomadarus *) tenebrionellus m. (Taf.5, Fig. 19, 20). Männ- 
chen doppelt so gross wie populella, ungefähr derselbe Flügel- 
schnitt, die Fransen verhältnissmässig breiter. Körper, Fühler 
und Vorderflügel schwarzbraun, die Querrippe mit verlosche- 
nem dunklerem Punkte, die Fransen schwach glänzend. Hinter- 
flügel und Unterseite nur wenig heller als die Vorderflügel. 
Weibchen schmalflügeliger, seine Färbung heller (mein einziges 
Stück übrigens ziemlich verflogen). Im Juli und Anfang 
August einzeln an Berglehnen in den Morgenstunden gefangen. 

Anarsia spartiella Schr. Im Mai einige aus Laubhecken gescheucht. 

Ypsolophus pudicellus Mann. Im Juni einige in einem verwilder- 
ten Weingarten gefangen. 

— juniperettus L. Im Juni in jungen Gebüschen auf Juniperus. 

— sabinellus Z\l. Auf einer Hutweide ein Stück auf Verbascum 
gefangen. 

Pterolonche albescens Z. Im Juli zwei Stücke an einer Berglehne 
gefangen. 

Pleurota planella Stdgr. Im Juli und August in verwilderten 
Weingärten gefangen. Selten. . 

— salviella H.-Sch. Im Juni auf Bergen um Salbei geflogen. 


*) Habitus jener Gelechien, deren Saum der Hinterflügel unter der 
Spitze nicht eingezogen ist (z. B. populella). Rippen wie bei @elechie, nur 
auf den Hinterflügeln 7 und 8 lang gestielt. Der breite Kopf grob behaurt, 
die Haare eigenthümlich zusammen gestrichen; die Zunge kurz und schwach; 
Ocellen (was sich der Behaarung wegen nicht genau ausnehmen lässt) wahr- 
scheinlich fehlend; Palpen sichelförmig, die Stirne weit überragend. das 1. 
und 2. Glied vorne abstehend behaart, das dritte anliegend beschuppt, spitz; 
Fühler dick, ihre kurzen, unbewimperten Glieder beim Manne vorne eckig 
vortretend; Hinterleib beim Manne den Innenwinkel wenig überiagend, beim 
Weibe gestreckt (wie bei Gel. nebulea) mit weit vorstehendem Legestachel. 
Beine kräftig, die Hinterschienen beim Manne längshaarig. 


189 
— aristella L. Im Juni häufig an Berglehuen in den Abend- 
stunden geflogen. 
Hypercallia citrinalis Sc. (Christiernana L.) Im Juni auf Bergen 
aus Sträuchern gescheucht. 
Oecophora flavifrontella S. V. Im Juni einige aus Haselsträuchern 
gescheucht. 
Butalis gravatella Z1l. Im Juli Abends an Berglehnen vorkommend. 
— dissimilella H.-Sch. Im August Abends an Berglehnen einzeln 
vorkommend. 
Acrolepia cariosella Z\l. Im Mai einige an Berglelinen um Sträu- 
cher gefangen, 
Aechmia Fischeriella Zll. Im Mai auf Hutweiden um Gräben 
gefangen. h 
Coleophora hieronellaZ1\1. Im Juni Abends an Berglehnen gefangen. 
— basimaeulella m. (Taf.5, Fig. 3). Bei deauratella. Die Basis 
der einfärbigen Fühler ebenfalls dichtschuppig, die Vorder- 
flügel sammt Frausen matt olivgrün (etwa wie bei Butalis ampho- 
nycella), an der Basis zwei glanzlose rostrothe Fleckchen 
über einander. Hinterflügel und Unterseite dunkelgrau. Im Juli 
drei Stück an einer pflanzenreichen Berglehne bei Sonnen- 
untergang gefangen. 
— eirgatella Z\l. Im Juli auf Bergen in jungen Gebüschen ein- 
zeln vorkommend. 
-—- ornatipennella Hb. Im Juni und Juli an Berglehnen um Salbei 
geflogen. 
— Wockeella Z1l. Im Juni einige an einer Berglehne um Brom- 
beeren gefangen. 
— therinella Tgst. Im Juli auf Artemisia gefangen. Säcke im 
Mai und Juni. Entwicklung im Juli. 
Chauliodus chaerophyliellus Götz. (testacella Hb.) Im April aus 
dürren Hecken gascheucht. 
Laverna subbistrigella Hw. (sturnipennella Tr.) Im Juni aus. 
Eichengebüsch gescheucht. 
Asychna aeratella Z\l. Im Juni einige Abends an Berglehnen 
gefangen. 
Stagmalophora serratella Tr. Im Juni an Berglehnen an Pflanzen- 
stengeln sitzend gefangen. 
Antispila Pfeifferella Hb. Im Mai in den Nachmittagstunden bei 


Sonnenschein auf wilden Rosen geschwärmt. 
Wiener entomol. Monatschr. VIII. Bd. 14 


190 


Elachista rerinetela Z\l. Im Mai einige an Berglehnen gefangen. 

Lithocolletis Cramerella Fab. Im Mai aus Eichensträuchern ge- 
scheucht. 

— helianthemella H.-Sch. Im Juni an Berglehnen einzeln um 
Sträucher gefangen. 

Platyptilus cosmodactylus Hb. Im Auen an grasreichen Berglehnen 
vefaneen, 

Pterophorus fuscus Retz. Im Juli an hohen Berglehnen vor- 
kommend. 

— lithodaetylus Tr. Im Juli aus Hecken gescheucht. 

Aeciptilus vanthodaclylus Tr. ImJuli an Berglehnen in den Morgen- 
stunden unter Kastanienbäumen gefangen. 


—esona— 


Neue Käfer-Arten 


beschrieben 


von Med. Dr. Clemens Hampe. 


Athous proximus S: elongatus, niger, opacus, punctatus, sat dense 
griseo- pubescens, antennis dimidio longioribus, acute serratis, 
articulo tertio secundo duplo longiore; thorace subparallelo; 
elytris punctato-striatis. Long. 7 lin. 


Schwarz, Mund, Fühlhörner, Schienen und Tarsen, sowie der 
umgeschlagene Rand der Flügeldecken rothbraun. 

Der Kopf ist grob und dicht punktirt, an der Stirne eingedrückt, 
vorne scharfkantig und bogenförmig abgestutzt; die Fühler sind länger 
als der halbe Körper, das zweite Glied klein, .das dritte gut doppelt 
so lang als das zweite, die Glieder vom dritten ab scharf gesägt; 
das Halsschild ist länger als breit, ziemlich hoch gewölbt, an den 
Seiten dirhter punktirt als auf dem Rücken, von der Basis jederseits 
mit einem seichten Grübchen, und an den Seiten von der Mitte mit 
einem schrägen Eindrucke, ohne Mittelfurche, der Hinterrand zweimal 
gebuchtet, mit lang zugespitzten, nach rück- und auswärts gerichteten 
Ecken, der Vorderrand gerade abgeschnitten, die fein gerandeten 
Seiten sind fast gerade und nur wenig und allmälig nach vorne veı- 
engt; die Flügeldecken sind etwas breiter, und zweieinhalbmal so 
lang als das Halsschild fein punktirt-gestreift, die Zwischenräume 
sehr fein und dicht punktirt. Kopf, Halsschild und Flügeldecken 


191 


gleich dicht grau behaart. Die Tarsenglieder nehmen vom ersten au 
allmälig an Länge und Breite ab. 

Steht dem A. Sacheri zunächst und unterscheidet sich von dem- 
selben nach den wenigen, von Herrn von Kiesenwetter ange- 
gebenen Kennzeichen durch die, im Bogen abgestutzte Stirn und die 
fehlende Mittelfurche auf dem Halsschilde. 

Wurde in der Wallachei an der siebenbürgischen Grenze gefangen. 


Athous spectabilis Q : elongatus, mudice convexus, rufus, tenue pubes- 
cens; thorace valde elevato, crebre punctato, angulis postieis 
brevibus, acutis, haud carinatis; elytris striatis, interstitiis 
dense punctulatis. Long. 8 lin. 

Der Kopf ist grob und sehr dicht punktirt, die Stirne tief aus- 
gehöhlt, der scharfkantige Vorderrand gerade abgeschnitten; die 
Augen gross, stark hervorragend; die Fühler sind nur wenig länger 
als Kopf und Halsschild, das dıitte Glied mehr als doppelt so lang 
als das zweite; das Halsschild ist kissenartig gewölbt, kaum länger 
als breit, gleichmässig dicht punktirt, rückwärts mit einer kurzen, 
seichten Mittelrinne, der Hinterrand beiderseits leicht ausgebuchtet, 
mit kurzen, scharfen, nicht gekielten Ecken, der Vorderrand hinter 
den Augen ausgerandet, die scharf geleisteten Seiten schwach gerun- 
det; das Schildchen dicht behaart; die Flügeldecken sind nur wenig 
breiter als der Grund des Halsschildes, hinter der Mitte etwas eı- 
weitert, sanft gewölbt, fein punktirt gestreift, die sehr fein punktirten 
Zwischenräume auf dem Rücken flach, an den Seiten etwas erhöht; 
die Tarsen sind nicht kräftig gebaut, zweites, drittes und viertes 
Glied nehmen allmälig an Grösse ab, das vierte ist sehr klein. 

Dürfte vor Dejeani einzureihen sein, von dem er sich durch 
seine flachere Gestalt, die tiefe Grube auf der Stirn, die kurzen 
Hinterecken des Halsschildes, durch die schwer wahrnehmbaren 
Punkte in den Streifen der Flügeldecken unterscheidet. 

Wurde in der Wallachei an der Grenze von Siebenbürgen gefangen, 


Typhloporus n. 2. 
Antennae geniculatae; caput oculis carens; rostrum cylindratum 
apice dilatatum, modice deflexum, antennae ante medium ejus insertae, 
suleus antennalis linea recta retro ascendens; prosternum sulco pro- 


fundo ad rostrum recipiendum instructum; coxae anteriores valde 
| li: 


192 


approximatae; pedes tetrameri, femora haud dentata, tarsus penul- 
timus bilobus cum planta spongiosa, unguiculi usque ad apicem coaliti. 


T. deplanatus: elongatus, depressus, brunneus, nitidulus; thorace 
oblongo-ovali, depresso, variolose-punctato; elytris depressis, 
medio paululum dilatatis, apice conjunetim rotundatis; punctato- 
striatis, interstitiis planis, rugulosis. Long. 1°/, lin. 

Der Rüssel ist walzenförmig, an der Spitze erweitert, sehr wenig 
kürzer als das Halsschild, wenig gebogen, oben etwas flach, zerstreut 
länglich-punktirt; die Fühler sind vor der Mitte desselben eingefügt; 
der Kopf ist rundlich, fein punktirt; das Halsschild ist etwas länger 
als vor der Mitte breit, der Hinter- und Vordervand sind gerade 
abgeschnitten, die Hinterecken abgerundet, an den Seiten gerundet- 
erweiteit, vor der Mitte am breitesten, an der Spitze sehr verengt, 
die Oberseite fach zusammen gedrückt, dicht narbig-punktirt und 
mit einzelnen weissen Härchen besetzt; das Schildchen ist nicht sichtbar; 
die Flügeldecken sind flach, vorne wenig breiter als der Grund des 
Halsschildes, die Schultern abgerundet, in der Mitte etwas erweitert, 
rückwärts zusammen abgerundet, den After vollkommen bedeckend, 
die Oberfläche ist fein gestreift mit weit von einander stehenden 
Punkten, die Zwischenräume sind breit, flach, fein runzlig, mit wenigen 
weissen Härchen besetzt; der Unterleib zeigt grosse, aber nicht tiefe 
Punkte; die Beine sind kurz, aber sehr kräftig gebaut. 

Am ersten Blick hat dieses höchst interessante Thierchen Aehn- 
lichkeit mit einem Cerylon. Es lebt wahrscheinlich unter Baumrinden. 

Dürfte als Genus seinen Platz nach Baridius haben. 

Ich erhielt diesen blinden Rüsselkäfer von Herrn Grohmann, 
der ihn von Sicilien mitgebracht hatte. 


Acalles validus: oblongo-ovatus, nigro-piceus, Cinereo -squamosus, 
supra spinulis erectis nigris et albidis sat dense obsitus; rostro 
antennis pedibusque ferrugineis; thorace lateribus amplicato, 
apicem versus angustato, in medio baseos impresso, cum linea 
media brevi; elytris profunde sulcato-punctatis, interstitiis cari- 
natis, postice fascia albida sublunari ornatis. Long. 1-—1%, lin. 
Dunkelbraun, der Rüssel, die Fühler und Beine rothbraun. Der 

Kopf ist rund, mit gelblichen Schuppen bedeckt; das Halsschild ist 

kaum länger als in der Mitte breit, an den Seiten bauchig erweitert, 

an der Spitze verengt, in der Mitte des Hinterrandes breit eingedrückt, 


193 
welcher Eindruck sich in eine kurze, jedoch undeutliche Mittelrinne 
verliert, grob und ziemlich dicht punktirt, mit grauweissen Schuppen 
bedeckt, und mit kurzen, gelblichen Borsten, besonders an der Spitze 
reichlich besetzt; die Flügeldecken sind mehr (Q ) oder weniger (J) 
stark an den Seiten erweitert, hoch gewölbt, sehr tief gefurcht 
punktirt, die Zwischenräume kielförmig erhaben, mit grau-weissen, 
hie und da grössere matte Makel bildenden Schuppen bedeckt und 
mit langen, schwarzen, rückwärts weisslichen Borsten besetzt, welche 
daselbst mit den Schuppen eine halbmondförmige weisse matte Binde 
bilden; die Beine sind mit gelblich-weissen Schuppen bedeckt. 

Dürfte vor A. Zemur, mit dem er namentlich in Hinsicht der 
Bildung der Flügeldecken Aehnlichkeit zeigt, einzureihen sein. 
Wurde von meinem Bruder bei Hermannstadt entdeckt. 


Nemosoma fasecicolle: ceylindricum, nigrum, nitidum, frontis lobis angu- 
latis, antennis, pedibus, thoracis parte anteriore, elytrorum basi 
maculaque subapicali rufis. Long. 21/, lin. 

Unterscheidet sich vom elongatum durch seine bedeutendere 
Grösse, deutlichere Punktirung und besonders durch die gelblich- 
rothe Binde, welche fast die vordere Hälfte des Halsschildes einnimmt. 

Wurde von Herrn Kindermann bei Kasan in Mehızahl 
gefangen. 

Bei dieser Gelegenheit will ich erwähnen, dass auf dem Zettel, 
der dem N. cornutum, welches ich aus der Sturm’schen Sammlung 
erhielt, mit der Handschrift des verstorbenen Herın Sturm Symphe- 
ropol und nicht der Kaukasus, wie in seinem Catalog steht, als Fund- 
ort angegeben ist, diese Art also zur europäischen Fauna gerechnet 
werden kann. 


Beiträge zur Schmetterlingsfauna von Labrador 


von 
H. B. Möschler in Kronförstchen bei Bau'zen. 

1. Syrithus centaureae Boisd, Diese Art zieht Werneburg 
in seinem Aufsatz „Ueber die scheckensaumigen Arten des Genus 
Hesperia“ s. Stettiner entomologische Zeitung XX. 62—72 als Varietät 
zu Syr. cacaliae Rb. und bemerkt dabei: „Von Cacaliae nur durch 
stärker ausgebildete weisse Zeichnung unten und oben verschieden.* 


194 


ich habe im Augenblick über 90 Exemplare von Centaureae 
und 12 Stück Cacaliae zur Vergleichung vor mir und will versuchen, 
die Unterschiede beider festzustellen. | 

Die Stärke und Zahl der weissen Flecken auf der Oberseite 
der Flügel kann hierbei nicht in Betracht gezogen werden, denn ein 
Mann von Centaureae gleicht in dieser Beziehung vollkommen den 
gewöhnlichen Exemplaren von Cacaliae, dagegen finde ich bei allen 
Cacaliae, welche ich bisher sah, dass das weisse Fleckchen auf dem 
Schluss der Mittelzelle der Vorderflügel fehlt, nur zuweilen ist es 
auf der Unterseite sichtbar. Centaureae führt diesen Fleck stets, 
sogar ein Exemplar meiner Sammlung, bei welchem die Flecken der 
Vorderflügel sowohl oben als unten statt weiss, tief schwarz gefärbt 
sind, führt den Schlussfleck der Mittelzelle weiss. 

Ein zweites gutes Kennzeichen geben die Fransen. Bei Cacaliae 
ist ihre innere Hälfte mehr oder weniger dunkel, häufig durch eine 
Theilungslinie von der äusseren Hälfte geschieden und wenn weder 
das Eine noch das Andere der Fall ist, so sind doch die schwarzen 
Flecken der Fransen nicht scharf abgeschnitten. Centaureae dagegen 
gleicht in Betreff der Fransen sehr Syr. Andromedae Wallgr., sie 
sind reinweiss, ohne die geringste Verdunkelung und olıne Spur einer 
Theilungslinie und die schwarzen Flecken sind scharf gegen das Weiss 
abgeschnitten. Was die Unterseite der Hinterflügel betrifft, so ist 
die Grundfarbe bei Centaureae ein einfaches Graugrün, bei Cacaliae: 
zieht sie mehr in’s Grüngelb. Die Rippen sind bei Centaureae stark 
weiss bestäubt, bei Cacaliae ist diess nicht der Fall. 

Die Gestalt und Zahl der weissen Flecken an der Wurzel wechselt 
bei beiden Arten, doch führt Cacaliae gewöhnlich nur in Zelle 1b 
einen solchen, Centaureae dagegen auch in der Mittelzelle. Ebenso 
kann die Mittelbinde für kein sicheres Trennungsmerkmal gelten; sie 
ist allerdings bei Cacaliae stets in Zelle 2, oft auch 3 unterbrochen, 
während sie bei Centaureae gewöhnlich zusammenhängt, doch besitze 
ich’ einige Exemplare dieser letzteren Art, bei welchen sie in Zelle 2 
unterbrochen ist. 

Das sicherste Trennungsmerkmal der Unterseite bieten die Saum- 
lecken dar. Cacaliae führt deren meist nur drei, von welchen die 
zwei grössten in Zelle 1b und 5 unmittelbar auf dem Saume aufsitzen, 
auch ist letzterer in seiner ganzen Länge nie weisslich angelegt. 

Centaureae zeigt meist in allen Zellen weisse Flecken, diese 
sitzen aber nie, auch nicht in Zelle 1b und 5 unmittelbar dem Saume 


195 
auf, sondern letzterer ist seiner Länge nach von einem schmalen 
weissen, meist nicht unterbrochenen Streif begrenzt, die Flecken sind 
von demselben durch einen breiteren oder schmäleren Streif der Grund- 
farbe getrennt und die Flecken in Zelle 1b und 5 haben nie die Aus- 
dehnung und Grösse wie bei Cacaliae. 

Fasst man alle diese Unterschiede zusammen, so erscheint die 
Vereinigung beider Arten nicht gerechtfertigt und möchte Werne- 
burg mit ihrer Zusammenziehung doch jedenfalls Unrecht haben. 
Cacaliae fliegt auf den Alpen Oesterreichs und der Schweiz, viel- 
leicht auch auf den Pyrenäen, Centaureae wurde bisher nur in La- 
brador und in Norwegen auf dem Dovrefjeld gefunden. Die von 
Wocke im vorigen Sommer an letzterem Orte gesammelten Exen- 
plare unterscheiden sich von den Labradorern gar nicht. 

Syr. Andromedae Wallgr. kann ich in zu wenig Exemplaren 
vergleichen, als dass ich über ihre Artrechte ein Uırtheil fällen 
könnte; doch möchte ich sie weder für. Varietät von Cacaliae noch 
von Centaureae halten. 


2. Aretia speciosa m. Taf. 5, Fig. 13 d, 14 ©. Vorderflügel 
schwarz, Ränder, Rippen, ein Schrägstrich zwischen der 
Innenrandsrippe und Ast 2, sowie ein zackiger Querstreif 
vor dem Saum ockergelb. Hinterflügel ockergelb mit 
breit schwarzem Saum, vor demseiben drei schwarze 
Flecken,aus der Wurzelschwärzliche Strahlen. 30—32 MlIm. 

Fühler und Palpen schwarz, Stirn und Halskragen ockergelb, 
letzterer mit 2 schwarzen Flecken. Thorax und Schulterdecken schwarz 
ockergelb gerandet. Hinterleib oben ockergelb mit schmalem schwarzen 
Rückenstreif, in den Seiten schwarz punktirt, unten schwarz, mit 
feiner ockergelber Theilungslinie, die Segmente ockergelb gerandet. 
Afterbüschel des Mannes ockergelb, in der Mitte schwarz. Vorder- 
flügel schwarz, der Vorderrand bis fast zur Spitze fein ockergelb, 
Innenrand und Fransen ebenfalls ockergelb, Rippen ockergelb, aus der 
Basis der Subdorsale zieht ein breiter ockergelber Schrägstrich zwischen 
Innenrandsrippe und Ast 2 gegen den Saum, vor welchem er sich 
gabelt, ein tief zweizackiger ockergelber Querstreif verbindet sich mit, 
dem oberen Ast des Schrägstreifes. Hinterflügel ockergelb, der Saum 
am Vorderwinkel breiter, dann sich verschmälernd, bis ziemlich zum 
Innenwinkel schwarz, auf demselben sitzen in Zelle 1 und 2 zwei 
schwarze Flecken, in Zelle 4 und 5 stelıt etwas wurzelwärts gerückt 


196 

ein dritter schwarzer Fleck. Aus der Wurzel gehen schwarze Strahlen 
aus. Fransen aller Flügel ockergelb. Unterseite gleich gezeichnet, 
doch blässer. Drei Exemplare, 2 16. 

Diese Art steht Quenselü Ph. am nächsten, doch möchte die 
durchaus verschiedene Grundfarbe, die so abweichend gefärbten und 
gezeichneten Hinterflügel und die verschieden gefärbten Fransen, 
welche bei Quenselii stets weiss sind, abgesehen von den fehlenden 
gelben Querflecken der Vorderflügel ihre Trennung als selbstständige 
Art wohl rechtfertigen. 


3. Aretia Caja L. Zwei Exemplare aus Labrador weichen 
darin von meiner hiesigen Caja ab, dass der Halskragen vorn (gegen 
den Kopf) weiss gesäumt ist, welche Färbung sich auch auf die 
Schulterdecken erstreckt. 


4. Agrotis comparata m. Von dieser Art erhielt ich nur zwei 
ganz frische Exemplare, und da meine frühere Beschreibung und 
Abbildung nach nicht ganz reinen Stücken angefertigt, so trage ich 
hier das Nöthige nach. Die Makeln der Vorderflügel stehen in einem 
schmalen, tief schwarzen Längsstrich, welcher nicht über die Nieren- 
makel saumwärts reicht, letztere ist röthlich, die Ringmakel weiss- 
grau ausgefüllt; die Wellenlinie ist fast schwarz und in Zelle 5 und 
6 wurzelwärts in zwei, den äusseren Querstreif berührende Zacken 
ausgezogen. Zu berichtigen ist bei meiner früheren Beschreibung 
dieser Art, dass nicht nur die Hinter-, sondern auch die Mittel- 
schienen Dornborsten haben. Ebenso sind die männlichen Fühler 
kaum „schwach sägezähnig,* sondern besser borstenförmig zu nennen. 
Was die Abbildung auf Taf. I, von Bd. VI dieser Zeitschrift anbelangt, 
so ist die Grundfarbe der Vorderflügel bei meinen reinen Exemplaren 
mehr grau, und fehlt auch jenem Bilde die schwarze Wellenlinie. 


5. Agrotis speciosa Hb. Von dieser schönen Art erhielt ich 
ein gut erhaltenes männliches Exemplar, welches vollkommen mit 
norwegischen, von Dr. Wocke gesammelten Stücken übereinstimmt: 
Aus Labrador hatte ich diese Art früher noch nicht erhalten. 


6. Agrotis Wockei m. Drei Exemplare, welche ich ars ver- 
schiedenen Gegenden Labrador’s erhielt, stimmen mit der früher 
” 

gegebenen Beschreibung überein. \ : 


197 


7. Agrotis fusca Bd. Ein einzelnes Weib erhalten, welches mit 
der Abbildung bei Boisduval Icon. 78, 4 und Freyer, neuer Bei- 
träge, 393, 2, übereinstimmt. Das Original zu Freyer’s Bild besitzt 
H. Staudinger aus der Weissenborn’schen Sammlung, und stimmt 
dasselbe vollkommen ıit meinem Exemplare überein. Staudinger 
führt fusea in seinem Catalog fraglich als propr. spec. auf, doch ist 
an den Artrechten nicht zu zweifeln. 


8. Agrotis septentrionalis ın. Ich bin jetzt im Besitz eines ganz 
frischen männlichen Exemyplares, und füge meiner früheren Beschrei- 
bung nur noch bei, dass die Fransen aller Flügel an der Basis dunkel, 
an der Aussenhälfte licht braungelb sind. Der Saum der Vorder- 
flügel ist glatt, nicht wie in der Abbildung schwach gezähnt. Im 
frischen Zustande ist diese Eule eine der schönsten Agrotisarten. 


9, Diauthoecia phoca m. Taf. 5. Fig. 15. Vorderflügel 
gelbgrau mit zwei stark gezackten und geschwungenen 
dunklen Querstreifen, welche am Vorderrand dreimal 
soweit von einander entfernt sind als am Innenrande. 
Hinterflügel graubraun. Flügelspannung 19 Mill. Vor- 
derflügelbreite 7 Millm. 

Fühler bräunlich, weissgrau geringelt. Palpen, Kopf, Halskragen 
und Thorax lichtgrau, der Halskragen mit eingemengten gelben 
Haaren. Hinterleib gelbgrau. Beine ebenso, Tarsen dunkler, weiss 
geringelt. 

Vorderflügel grau mit einem Stich in’s Gelbe, an der Wurzel 
ein abgebrochener braungrauer Querstreif. Das Mittelfeld wird von 
zwei braungrauen Queıstreifen begrenzt, von welchen der innere sehr 
stark gezackt auf Rippe ?2 am weitesten in das Mittelfeld tritt; der 
äussere Querstreif ist regelmässiger gezackt und geschwungen, am 
Vorderrande schliessen die Querstreifen einen dreimal breiteren Raum 
ein, als am Innenrande, an welchem sie einander sehr genähert sind. 
Das Mittelfeld ist durch dunkle Bestäubung, besonders am Innenrand 
verdüstert, von den Makeln ist nur die dunkel ausgefüllte Nierenmakel 
undeutlich zu erkennen. Saumwärts ist der äussere Querstreif am 
 Vorder- und Innenrande schwach weissgrau aufgeblinkt. Die Weilen- 
linie zeigt sich nur als verloschene dunkle Fleckchen, nur gegen die 
Flügelspitze ‚werden dieselben etwas grösser und deutlicher. Die 
Saumlinie führt zwischen den. Rippen grobe braungraue Punkte. 


198 

Wurzelhälfte der Fransen weiss. Saumhälfte braungrau. Hinterflügel 
graubraun mit dunkler, mit dem innern Querstreif der Vorderflügel 
gleich laufenden Querstreif, Saumlinie. dunkelbraungrau , Fransen 
weissgelb. 

Unterseite aller Flügel schmutzig weissgelb, mit bräunlichen 
Atomen bestreut, die vorderen im Diskus verdunkelt. Von der 
Zeichnung der Vorderflügel scheint nur die Nierenmakel als dunkler 
Fleck durch, die Hinterflügel führen den Querstrich deutlich und dicht 
an demselben einen grossen braunen Mittelpunkt. 

Ein Weib aus Labrador, dessen Legestachel die Stellung dieser 
Art bei Dianthoecia sichert. Ein männliches Exemplar ist leider so 
defekt, dass ich es mit Gewissheit nicht zu dieser Art ziehen kann, 
die Fühler desselben haben vortretende, pinselartig bewimperte Borsten 
und würde die Art, durch die Form der Afterklappen in Lederer’s 
Abtheilung B. a. in die Nähe von filigramma Esp. gehören, mit 
welcher sie auch im Habitus oberflächliche Aehnlichkeit besitzt. 


10. Pachnobia carnea Thunbg. In dem Catalog von Stau- 
dinger ist diese Art weit von hyperborea Zett. getrennt aufgeführt, 
letztere steht im Genus Agrotis, carnea bei Pachnobia. Beide 
Arten gehören aber sicher neben einander in eine Gattung, sowohl 
die Zeichnung und der ganze Habitus als die übereinstimmende Bildung 
der einzelnen Körpertheile machen eine Trennung unthunlich. Eine 
eigenthümliche Uebereinstimmung zeigen auch beide Arten in Betreff 
der männlichen Afterklappen. Dieselben zeigen eine von denen der 
übrigen Pachnobien ganz abweichende Bildung. Während sie bei jenen 
gleich breit, gegen das Ende verschmälert und eingebogen sind, endigen 
sie bei carnea und hyperborea in zwei ungleich lange, hackenförmig 
gegeneinander gebogene Spitzen. 


11. Aspilates gilvaria S. V. Von dieser bisher wohl selbst noch 
nicht im nördlichen Deutschland gefundenen Art erhielt ich zwei 
übereinstimmende viel dunkle Bestäubung zeigende männliche Exen,plare 
aus Labrador. 

Die Raupe dieser Art soll nach Heinemann auf Schafgarbe 
leben, und kommt diese Pflanze in der Varietät Achillea nigricans 
allerdings auch in Labrador vor. 


12. Botys torvalis m. Taf. 5, Fig. 16 S. Vorderflügel blau- 
grau, weissgrau bestäubt, mit zwei dunklen Querstreifen 


199 
und gleichgefärbter Ring- und Nierenmakel. Hinterflügel 
weissgrau, Flügelspannung 20 Mill. 

Fühler braungrau, Palpen oben braungrau, das Wurzelglied 
unten weiss. Kopf und Thorax braungrau. Hinterleib gleich gefärbt, 
weisslich bestäubt. Füsse weissgrau. 

Die Vorderflügel führen zur Grundfarbe ein schmutziges braun- 
grau, welches aber zum grössten Theil durch weissgraue Bestäubung 
verdeckt wird. 

Die beiden Querstreifen, sowie die Ring- und Nierenmakel braun- 
grau, der innere Querstreif zieht in zwei Bogen wenig schräg durch 
den Flügel. Der äussere zieht vom Vorderrand etwas saumwäıts 
geschwungen bis auf Rippe 4, biegt sich daselbst wagerecht bis hinter 
die Nierenmakel, und zieht von da ziemlich gerade zum Innenrand, 
Die Saumlinie ist mit feinen bräunlichen Punkten besetzt, die Fransen 
sind lichtgrau. Hinterflügel weissgrau mit dunkel angelegtem Saum 
und dunkler verloschenen Querstreif. Saumlinie fein, bräunlich punktirt. 
Fransen weissgrau. Unterseite glänzend lichtgrau, auf den Vorder- 
fligeln die Nierenmakel und der obere. Theil des äusseren Quer- 
streifens, sowie der Querstreif des Hinterflügels dunkel durchscheinend. 

Vier in Zeichnung und Färbung ganz übereinstimmende Männer 


erhalten. 


13. Gonchylis Deutschiana Zett. Einige von Labrador erhaltene 
Exemplare stimmen vollkommen mit einem Pärchen vom Dovrefjield, 
welches mir Herr Dr. Wocke mittheilte. 


14. Penthina glaciana m. Von dieser im Bd. IV. dieser Zeit- 
schrift pag. 380 beschriebenen, und Tab. 10. Fig. 9 abgebildeten Art, 
erhielt ich wieder einige mit dem früheren völlig übereinstimmende 
männliche Exemplare. 


15. Penthina moestana Wocke. Ein einzelnes Exemplar er- 
halten, welches mir vonDr. Wocke selbst als diese von ihm in der 
Stett. entom. Zeitung, Bd. XXIII, pag. 52 aufgestellten und beschrie- 
benen Art bestimmt. Dr. Wocke entdeckte diese Art auf seiner 
norwegischen Reise bei Bossekop. 


16. Penthina turfosana H.-Sch. Ein einzelnes männliches 
Exemplar zeichnet sich von einem finnländischen von Dr. Staudinger 
erhaltenen, nur durch bedeutende Grösse aus. 


200 

17. Gelechia labradorica m. Taf. 5, Fig. 17, J. Fühler 
graugelb mit weissgelben Ringeln, Palpen graugelb, das 
Endglied lichtgelblich, Füsse graugelb, ebenso der Kopf. 
Thorax und Hinterleib. Vorderflügel dunkler graugelb, 
die Rippen, welche in den Vorderrand auslaufen, dunkler 
bräunlich gefärbt. Hinterflügel weissgrau, die Saumlinie 
fein dunkel. Fransen aller Flügel gelbgrau. 

Unten die Vorderflügel braungrau, mit fein gelber 
Saumlinie. Flügelspannung 22Mill. 

Ein Mann aus Labrador. 


18. Gelechia continuella. Einige Exemplare, welche mit den von 
Dr. Staudinger aus Finnmarken mitgebrachten Exemplaren voll- 
kommen übereinstimmen. 


19. Tinea rusticella Var. spiotella Tengstr. in mehreren 
Exemplaren erhalten, dagegen ist Blabophanes monachella in meinem 
letzten Aufsatz zu streichen, da deren Aufnahme irrthümlich geschah. 


Hiomalota glacialis n. sp. 


beschrieben von 


L. Miller. 


Linearis, nigra, nitidula, pedibus fuscis, thorace subquadrato, basi 
foveolato, elytrisque hoc fere brevioribus ruguloso-punctatis, 
abdomine dense minus subtiliter punctato. Long. 1 lin. 


Länglich, schwarz, glänzend, Halsschild und Flügeldecken mit 
sehr feiner grauer Behaarung bekleidet. Die Fühler sind gegen die 
Spitze etwas verdickt, das 3. Glied bedeutend kürzer als das 2., die 
folgenden sind breiter als lang, das letzte ist stumpf zugespitzt. Der 
Kopf ist schmäler als das Halsschild, dichr punktirt. Das Halsschild 
ist dicht und ziemlich stark punktirt, an den Seiten leicht gerundet, 
an der Basis ein wenig breiter als an der Spitze, in der Mitte ober 
der Basis mit einem schwachen Grübchen. Die Flügeldecken etwas 
kürzer als das Halsschild, dicht und ziemlich stark punktirt, mit 
Spuren von Querrunzeln. Die Füsse sind heller oder dunkler braun. 


201 
Der Hinterleib ist elänzend, alle Segmente sind dicht und nicht sehr 
fein punktirt. Geschlecehts-Unterschiede sind nicht zu bemerken. 
Diese Art ist der Homalota tibialis Heer und alpieola Mill. 
verwandt, mit denen sie auch die Lebensweise gemein hat; sie hält 
in der Grösse zwischen beiden die Mitte, und unterscheidet sich auf- 
fallend durch die starke und dichte Punktirung der Oberseite. Mehrere 
Stücke derselben wurden von Herrn Pfarrer Kaiser auf den Alpen 
bei St. Jacob in Kärntlien an schmelzendem Schnee aufgefunden. 


NSS DOn 


Ueber Pterophorus serotinus Zeiler. 
Vom Hof-Gerichtsrath Dr. A. Rössler in Wiesbaden. 


In September 1863 fand ich einige Blüthen der Scabiosa suceisa 
von Raupen bewohnt, welche ihren Aufenthalt darin nur durch kleine 
Fäden an den blauen Blättchen verriethen. Im Zimmer erschien auf 
denselben nach einigen Tagen eine spindelförmige, d. h. rundliche 
nach dem Kopf- und Körperende zu verdünnte Raupe, grünspangrün, 
die breite röthelrothe Rückenlinie beiderseits bis an die nicht sichtbare 
Subdorsallinie weissgrün eingefasst, Kopf, vordere Füsse und Luft- 
löcher schwarzbraun, die ersten Ringe mit einzelnen braunen Punkten, 
der Körper mit einzelnen weisslichen Haaren besetzt, die, wie die 
Lupe zeigte, in regelmässigen Reihen stehen. Zur Verpuppung heftete 
sie sich wie ein Tagfalterraupe an, die Puppe hing an der Schwanz- 
spitze abwärts und war wie die Raupe grün mit rothem Rückenstreif. 
. Der Schmetterling erschien nach 10 Tagen. Der Falter fliegt hier um 
Scabiosen an trockenen sonnigen Oertlichkeiten nicht selten im 
Juni und September. Die Angabe Anderer, dass er an @alium lebe, 
scheint mir demnach zweifelhaft und ist vielleicht auf eine andere 
Art zu beziehen. — Gleichzeitig mit dieser erschien noch eine Sack- 
trägerraupe an der Pflanze, welche die von dem Blüthenkopf abfal- 
lenden blauen röhrenförmigen kleinen Glöckchen als Wohnung ver- 
wendete, indem sie einen Fortsatz. daran fertigte und mit diesem noch 
schön blauen Kleide umher sich bewegte. Ich vermuthe, dass es die 
Larve von Nemotois scabiosellus war. Auch eine braune Wicklerraupe, 
vielleicht die von cuphana kam aus derselben zur Verpuppung hervor. 


—sSa2 a — 


Zur Machaerites-Literatur. 
Von Berlin geht uns heute (17. Mai) folgende 
Erklärung 


Zu: 

Anknüpfend an die von Herrn Lederer p. 92 ausgesprochene Hofl- 
nung, dass auch Andere zur Prüfung der Tasterbildung *) veranlasst werden. 
erklären wir, dass die Angaben und Bemerkungen des Herrn Dr. Kraatz 
auf pag. 86—89 für uns vollkommen verständlich und klar sind, und das» 
dass wir dieselben für ganz richtig halten, nachdem wir den Taster mit der 
Loupe und dem Microscope genau betrachtet haben. 


Berlin, im April 1864. 
C. Fischer. P. Habelmann. 6. Kossler. 6. Seidlitz. Dr. Frdr. Stein. Strübing. 


Dem Wunsche der sechs Herren ist nun durch Abruck ihrer „Erklä- 
rung (?) Genüge geleistet. Nun möge auch mir erlaubt sein zu fragen: 

1. Ist es verständlich und klar, wenn Herr Dr. Kraatz (Berl. Ent. 
Zeitschr. VII. p. 123) den Taster an der inneren Seite der Länge nach aus- 

gehöhlt nennt, „den Nachweis, dass der Taster ausgehöhlt“, 
aber sehr einfach (Wien. Ent. Mtschr. VIII. p. 87) dadurch führt, 
dass dieser dachförmig ist, d.h. deutlich eine obere schmälere 
Kante und eine breitere untere Fläche bildet, und weiters 
sagt: am Rande derselben erscheinen die sogenannten feinen 
Körnchen unter der Loupe jederseits als eine deutliche Höcker- 
reihe, wodurch der Raum zwischen ihnen sich verflacht dar- 
stellen muss, dies habe ich kurz durch das Wort ausgehöhlt 
andeuten wollen. 

Also der Taster hat eine Fläche und zwar eine breite Fläche und 
daraus ergibt sich ganz einfach der Beweis, dass er ausgehöhlt ist. 
Diese Fläche hat sogar noch die merkwürdige Eigenschaft, dass sie sich — 
hier hilft kein Widerstreben — verflacht darstellen muss, und dass die 
Fläche flach ist hat Heır Dr. Kraatz durch das Wort ausgehöhlt 
andeuten wollen! 

2. Ist es verständlich und klar, wenn Herr Dr. Kraatz (Berl. Ztschr. 

VII. p. 123), um etwaigen irrthümlichen Angaben vor- 
zubeugen, bemerkt, dass bei oberflächiicher Ansicht die 
beiden Tasterglieder bald innen, bald aussen gekerbt, bald 
gereiht erscheinen, in Wirklichkeit aber auf der inneren Seite 
der Länge nach ausgehöhlt und längs der beiden Ränder mit 
Kerbzähnen versehen sind, wodurch die erwähnten Täu- 
schungen hervorgebracht werden, 


*) Von was? Anmerkung des Setzers. 


205 


derselbe Herr Dr. Kraatz aber auf p. 33 des VIII. Bandes der Wien. 
Ent. Mtschr. sagt: 

Wenn nun Herr Schaufuss zwischen den beiden Reihen noch 
andere Körner gefunden hat, so steht diess mit meiner Angabe, 
dass längs der beiden Ränder sich Kerbzähne befinden, keines- 
wegs im Widerspruch; ich habe jene Körnchen unbesprochen 
gelassen, weil ich mit der Loupe kein deutliches Bild von ihnen 
erhielt, habe aber den Effect, den sie hervorbringen, 
ausdrücklich erwähnt, indem ich bemerkte, dass der Taster 
bisweilen wie gerieft erscheine. 

Also was zuerst entschieden als Täuschung in Abrede ge- 
stellt wurde, das wird jetzt nicht nur zugegeben, sondern es soll sogar der 
Elfeet des Gerieftseins ausdrücklich erwähnt sein? 

3. Ist es verständlich und klar, wenn Herr Dr. Kraatz zwischen den 
angeblichen beiden Reihen Kerbzähnen 

erst eine Aushöhlung, dann eine Fläche 
sieht, in der dritten Scene aber wieder eine Verwandlung stattfindet und 
diese Fläche nun von Körnern occupirt erscheint? 
4. Ist es verständlich und klar, wenn nach Herrn Kraatz (Berl. Ent. 
Ztschr. VII. p. 123) 
die Taster längs der beiden Ränder mit Kerbzähnen versehen 
sind, 

derselbe Herr Dr. Kraatz aber (Wien. Ent. Mtsch. VIII. p. 38) meint: 
die Zwischenräume zwischen je zwei Querreihen müssen dann 
auch als lichtere Vertiefungen mit der Loupe bemerkbar werden. 
Wenn im Ganzen nur zwei („die beiden“) Reihen existiren, wo 
kommen denn dann die Vertiefungen zwischen je zwei Querreihen her? 
5. Ist es verständlich und klar, wenn Herr Dr. Kraatz (Wien. Ent. 
Mtschr. VIII. p. 88) die Angaben des Herrn Schaufuss, dass der Taster 
auf der unteren Hälfte grob gekörnt und zwar mehr als zwei- 
reihig 

als „verwirrt und unlogisch“ bezeichnet, auf 89 aber selbst eingesteht, dass 
von sämmtlichen Bemerkungen des Heırn Schaufuss nur die 
richtig: ist, dass die von ihm als Unterseite bezeichnete innere 
Seite mehr als zweireihig gekörnt ist? 

6. Ist es verständlich und klar, wenn Herr Kraatz Herrn Schau- 

fuss vorwirft, 
die Innen- als Unterseite bezeichnet zu haben, 
in der Wien. Ent. Mtschr. VIII. p. 88 aber selbst von einer 
inneren oder unteren Seite 
spricht? Ist es nicht noch weit unlogischer und verwirrter, wenn Einem 
Innen- und Unterseite gar für Einerlei gilt? 

7. Ist es verständlich und klar, wenn nach Herrn Dr. Kraatz (Berl. 

Ent. Ztschr. VII. p. 123) 


204 

längs der beiden Ränder Kerbzähne vorhanden sind, 
nun Herr Dr. Kraatz (Wien. Ent. Mtschr. VIII. p. 87) die Belehrung zum 
Besten gibt, 
dass Herr Lederer nur desshalb ringsum Körnchen gesehen, 
weil er die durchscheinenden Körnchen der einen Seite für 
die Körnchen der anderen Seite gehalten hat. 

Wie können denn Zähne als Körnchen durchscheinen? Und umge- 
kehrt, wenn Körnchen vorhanden, sind diess dann Zähne? 

Mit diesen sieben Fragen will ich mich vorläufig begnügen. Der 
Umstand, dass der „Erklärung“ jede Angabe fehlt, ob die sechs Herren 
eigene Exemplare oder das möglicherweise gequetschte Präparat des Herrn 
Dr. Kraatz besehen, dass ich mit Ausnahme des Herrn Dr. Stein (dem 
Schriftführer des Actenstückes) sie sämmtlich heute zum ersten Male als 
Entomologen nennen höre, gewichtigere Stimmen aber wünschenswerther 
wären, dass ich weder Aushöhlung, noch Fläche, noch Zähne sehe, alle 
diese Umstände lasse ich ganz unberührt, da ich lediglich auf die Wider- 
sprüche in den so klaren und verständlichen Angaben des Herrn Dr. 
Kraatz aufmerksam machen will. Auch das will ich nur en passant er- 
währen, dass meinerseits auf pag. 58 nur um den Nachweis der Aus- 
höhlung der Taster gebeten wurde, das langathmige Expose des Heırn 
Dr. Kraatz mir aber mehr zu dem Zwecke geschrieben scheint, die Auf- 
merksamkeit eben von diesem Punkte abzulenken, so genial und schlagend 
seine Art und Weise Etwas zu beweisen sonst auch sein mag. Die Bemer- 
kung mögen aber die sechs Herren nicht übel nehmen, dass Derjenige, der 
solche Angaben „vollkommen klar, verständlich und richtig“ findet, 
meines Erachtens auch fähig ist, auf Verlangen zu bestätigen, dass der Mond 
viereckig ist. Freilich, gibt es ausgehöhlte Flächen, dann ist esauch klar und 


richtig, dass kugelrunde Vierecke oder viereckige Kugeln existiren können. 
Lederer. 


Offerte. 


Die „Sitzungsberichte der Isis zu Dresden“ erbietet sich der Unter- 
zeichnete gegen franco Einsendung des Betrages (in Banknoten oder Brief- 
marken) franco pr. Tost zu liefern, und zwar: 

Jahrgang 1861 a 1Y, fl. ö. W. 
” 1862 a 1), „ ” 
aa 
L. W. Schaufuss, 
Diesden, Stiftsstrasse Nr. 8. 


Verantwortl. Redaeteure u. Herausgeber : Julius Lederer und Ludwig Miller. 
Gedruckt bei Carl Ueberreuter, Alserstrasse Nr. 24. 


WIENER 
Eniomolovische Monatschrift. 


Redaection und Expedition: In Commission bei 
Landstrasse, Gärtnergasse Nr. 20. Carl Gerold’s Sohn, Stadt Nr. 625.- 
Nr. 7. VIII. Band. Juli 1864. 


Neuere Entdeckungen in europäischen Hemipteren. 


Von 
Dr. F. &, Fieber, zu Chrudim in Böhmen. 


B. Neue Arten. 


In den erschienenen europäischen Hemipteren ist wohl das 
Mittel geboten, die in den einzelnen Ländern aufgefundenen Arten 
zu bestimmen, allfällige neuere Entdeckungen zu unterscheiden und 
einzureihen; es ist jedoch der Reichthum der europäischen Hemip- 
teren-Fauna bei weitem noch nicht erschöpft; noch immer werden 
zu den bereits aufgeführten Arten neue entdeckt oder die mir damals 
zur Untersuchung nicht zu Gebote gestandenen Gattungen und Arten, 
mit deren Beschreibungen eingeschaltet werden; fortgesetzte Beob- 
achtungen und Vergleichungen werden auch Erörterungen, Zusätze 
und Berichtigungen zur Folge haben. 


Fam. Corisae. 
Corisa. 


Aus Anlass der Entdeckung zweier neuer Arten von Corisa 
sind in dem Texte der Schlüsselzahlen 11 und 12 der europäischen 
Hemiptera pag. 92 einige Zusätze nöthig, daher unter 

11 Halbdecken etc. Pronotum mit 7, 8—9 schwarzen oder 8—9 
gelblichen Querlinien . . . ee ON 
12 Flügelzellrippe, Sinabeldeche *) hnd Vorderhüften am Grunde 
braun. Pronotum mit 7—8 schwarzen ungleich breiten, seltener in 


*) In den europ. Hemipteren pag. 22 unter 6 hinter Schnabel streiche 
man „dreigliederig“ und setze dafür „verborgen, undeutlich gegliedert.“ 
Wiener entomol. Monatschr. VIII. Rd. 15 


205 


der Mitte gespaltenen Querlinien; Randlinie gelblich. Membran- 
schied schmal, bleich, mit einzelnen der hieroglyphischen Quer- 
strichel im Corium verbunden, untenan schmal schwarz. Membran 
am Innenrand mit ziemlich parallelen Linien etc. — ©. Zugubris 
ieh senerHems par. 192192 2.2 Zn Ougubızs. 
Flügelzelliippe wie die übrigen Rippen weiss, die Schnabeldecke 
gelblichweiss . . DEREN URS OB ARE BEL ae Le 
Pronotum schwarz, mit 8 gelblichweissen schmalen Querlinien, 
einzelne der mittleren aussen gabelig verbunden, die vorderen 3 
gerade. Kopf am Hinterrand braun. Die Vorder- und Mittel- 
hüften schwarz, ihr Ende bleich. Vorder- und Hinterschenkel am 
Grunde braun, die Fulera mit braunem Fleck. Vorderbrust- 
lappen und Parapleurum schwärzlich. Afterklappen ganz schwarz- 
braun, der Rand fein gezähnelt, die zwei dreieckigen Afterdeckel 
auf demRücken schwarzbraun. Rücken schwarz, an dem schmutzig 
gelblichen Connexivum vier Endschienen mit schiefen dreieckigen 
hellen Flecken, die Grundschienen aussen weiss gerandet. Bauch 
und Bruststücke schmutzig weisslich, die Mitte der Mittel- und 
Hinterbrust sammt dem spitzen Xiphus und Grund der Hinter- 
brustseiten schwarz. Zwei Bauchschienen am Grunde mit grossem 
schwarzen Querfleck, die vorletzten 3 mit schmalem queren 
Grund- und Hinterrandfleck, auf der Mitte der Endschiene ein 
grosser, in der Mitte stark geschnürter schwarzer Fleck bis an 
den stumpfeckig vorstehenden Hiuterrand. Grund des Clavus 
mit mehreren breiten einzeln ganzen oder gabelig gespaltenen 
und kurzen gelblichen Quesstrichen, übrigens mit schiefen, zick- 
zackförmigen einzelnen oder mit einzelnen an der Schlussnaht 
verbundenen feinen Querstrichen und einzelnen Punkten am 
Schlussrande. Corium fein rastrirt mit kurzen feinen, queren, 
ungleichen, ausgebissenen, hieroglyphischen, spitzwelligen, winkelig 
gebrochenen weisslichen Querstrichen, die zum Innenwinkel sehr 
fein, kurz und verlöschend, denselben schwarz erscheinen machen; 
an der schwarzen Rippe am Randfelde kurze sägezähnige Striche. 
Membranschied deutlich, gerade, bleich, gegen die Fläche 
des Corium ausgenagt, hintenan mit merklich schwarzer Linie. 
Membran mit wenigen feinen queren, schiefen, nach aussen 
einseitig scharf gezahnten und einzelnen gabeligen winkeligen 


E1 


phische Zeichnungen, am Innenraude kurze und lange dichter 


1372: 


13h. 


207 
liegende gezahnte und ungleiche Querstriche. Scheibe der Mem- 
bran mit nur wenigen feinen weisslichen Strichen. 

Q schwaız, weissgelblich linirt. Pala messerförmig, die 
grösste Höhe auf der Mitte, hinten niedriger, vorn von oben 
leicht bogig zur Spitze, unten gerade, nicht erweitert. 31, Lin. 
Aus Norddeutschland, Pommern und Mecklenburg (Raddatz). 

2. C. coxalis Fieb. 
Pronotum gelblichweiss, mit 8—9 schwarzen Linien. Kopfhinter- 
rand, Vorderbrustlappen und Parapleura gelblichweiss . . 13 a. 
Die schwarzen Linien gleichbreit, so breit als die gelblichweissen 
Zwischenräume, der Rand des Prionotum braun etc, Membran 
mit hieroglyphischen Zeichnungen, die Scheibe dunkler, am Rande 
kurze gerade concentrische, am Innenrande längere weissliche 
Striche. Mitte der Mittel- und Hinterbrust sammt Xiphus 
schwarz, welcher bei dem Weibe weisslich gerandet ist. After- 
klappen braun, mit weisslichem Rande. Vorderhüften an der 
Grundhälfte braun. Die Fulera der Hinterschenkel mit schwärz- 
lichem oder braunem Fleck. 

Zu ©.Pala rebmesserförmig spitz, in der Mitte am höchsten, 
unten gerade (Kreisabschnitt), Rücken schwarzbraun, an dem 
bleichen Connexivum ein ebenso breiter bleicher Streif als das 
Connexivum selbst. Die zwei Afterdeckel des Rückens braun. 
Letzte Rückenschiene gerade abgeschnitten, die letzte Bauch- 
schiene nach hinten flach ausgebogen. — €. Mayri Fieb. eur 
Hem.p2.927 104 Iyaylaxaııa „utleslaııı - ERIC. Maymitkıeb. 
Die schwarzen Linien aussen feiner auslaufend, auf der Mitte 
gabelig gespalten (©. selecta) oder unterbrochen (C. Fussi) 
Xiphas,bleich ss .edahnusene- ar 105 dab. 
Braun, bleich linirt etc. zus 3: Pala a een breit, 
vorn oben breit gerundet zur Spitze, fast vertikal abfallend, 
unten gerade, nicht erweitert. Bauch schwarz, der Seitenrand, 
die Ränder der Bauchschienen und der Afterklappen bleich. 
© hiezu: die letzte Bauchschiene in stumpfwinkeliger Ecke 
vorstehend, die beiden Afterdeckel dreieckig, braun. Schnitt der 
letzten Rückenschiene gerade. — C. selecta Fieb. eur. Hem. 
Pag 90) Aline nich neue. Jost veransAniC.üseleciadfieh. 
Schwarz gelblichweiss linirt. Pronotum mit einzelnen auf der 
Mitte unterbrochenen Querlinien, der Rand gelblichweiss. Clavus- 
Grund bis hinter das Pronotum gelblichweiss, mit feinen nach 

a) 


208 


aussen einzeln, ein oder beiderseits gabeligen oder quer Hförmig 
verbundenen schwarzen Querlinien, die übrigen ziemlich gedrängt 
und wie auf dem Corium mehr parallel, hie und da mit winkelig 
welligen Querlinien, im Corium mehr unterbrochene, mehr eckig- 
wellige, bisweilen schiefe, kurze winkelig gebrochene Linien. In 
der hellen Corium-Ecke 4—5 schwarze feine Querstriche. Mem- 
branschied fein schwarz (keine weisse Linie) ein merklicher 
schwarzer Strich aus dem Innenwinkel nach vorn, durch unter- 
brochene weissliche Querlinien gebildet. Membran mit schlan- 
genförmigen, eckig-welligen, unterbrochenen abgekürzten Linien 
und zerstreuten kleinen weisslichen Flecken, an dem fein hellen 
Rande wenige parallele kurze, weissliche radiale Striche auf der 
linkerseitigen Membran, und ein bleicher, etwas gekürzter bleicher 
Strich aus dem Innengrundwinkel. 

S Pala rebmesserförmig breit, vorn zugerundet und schief 
zur kurzen Spitze abfallend, unten am Grunde schief und erwei- 
tert, gerade. Stirngrube parallelogramm an dem oben stumpf=- 
eckigen Kopfe bogig, mit den Augen gleichhoch. Vier Grund- 
schienen des weisslichen Bauches schwarz, aussen breit weisslich. 
Rücken schwarz, das schmale Connexivum und die lappigen 
Ecken der Endschienen weisslich. Afterklappen bräunlich, breit 
weisslich verwaschen, 

© Pala kurz, messerförmig spitz, vor der Mitte oben 
höher, breiter, unten gerade. Letzte Bauchschiene eckig vor- 
stehend, klein, winkelig eingekerbt. Rücken schwarz, 
das Connexivum und halbovale Flecke auf den fünf letzten 
Rückenschienen am Connexivum weisslich. Letzte Rückenschiene 
ober den zwei bräunlichen, zugerundeten Afterdeckeln gerade, 
daneben je in einen kleinen stumpfen braunen Zahn 
vorspringend. d, @ 21% Lin. Siebenbürgen, in Salzwasserstellen 
bei Salzburg, unweit Hermannstadt. (Prof. Fuss). 

5. C. Fussi Fieb. 
Eine weitere neue Art, vor allen Anderen durch eigenthümliche 


Zeichnung aus verworren in einander laufenden feinen schwarzen 
kurzen Querstricheln und untermischten Punkten ausgezeichnet, ist: 


6. Corisa Rogenhoferi Fieb. Wegen der in beiden Geschlechtern 


bis über die Augen plattgedrückten Stirne, dem langen Kiel auf dem 
lang gleichschenkelig dreieckigen Pronotum und den langen pfriem- 


209 


lichen, beiderseits lang beborsteten Vorderfussgliedern (Palae) reiht 
sich diese Art an. ©. carinata. 

Schmutzig (bräunlich) gelblichweiss. Ganz glatt, ohne Punktirung 
oder Rastrirung. Sehr fein, zerstreut, weisslich behaart. Kopf dick, 
oben zwischen den Augen gewölbt vorstehend. Rand des Kopfes 
hinter den Augen breit und braun. Pronotum-Hinterrand bis zu den 
etwas aufgebogenen Schultern braun, die Spitze bis zu dem halben 
Seitenrand ohne Zeichnung. Der Mittelkiel auf der Vorderhälfte des 
Pronotum mit feiner schwarzer Linie. Pronotum, Corium und Clavus 
mit kurzen queren schwarzen oder schwarzbraunen, quer netzartig 
felderig und gabelig in einander laufenden verworrenen Stricheln und 
zerstreuten, gegen die Nähte und Ränder häufigeren Pünktchen, da- 
zwischen querovale kleine lichte Stellen. Kiel des Randfeldes und 
des Clavus braun, am Schildwinkel des Clavus ein grosses schiefes 
Oval ohne Zeichnung. Membranschied als feine schwarzpunktirte Linie, 
unterhalb ein heller Streif. Membranfeld fein punktirt gestrichelt, 
eine grosse länglich ovale oder trapezoidale Zelle — an den beiden 
Ecken mit kurzem Ausläufer — ist durch braun punktirte feine Linien 
gebildet, die Umfangslinie ist hell gesäumt. Aussenrand des Membran- 
feldes durch verflossene kurze Querstrichel braun; Innenrand und der 
halbe Bogenrand weisslich, ohne Zeichnung auf beiden Feldern. 
Mittelbrust mit dicker, stumpfer, kielförmiger Erhöhung. Vorder- 
brustlappen von vorn gesehen länglich dreieckig, stumpf, vertieft. 
Unterseite des Körpers und Beine gelblichweiss, nur die Mittelbrust bei 
dem Manne mit grossem schwärzlichen, bei dem Weibe mit bräunlich- 
gelbem Fleck. Afterklappen beider Geschlechter schwärzlichbraun, 
schmal bleich gerandet. 

Pala beider Geschlechter gleichförmig, dick pfriemlich, lang, 
etwas gebogen, beiderseits mit mehreren abstehenden abwärts gerich- 
teten langen Borsten besetzt. Die bewegliche Klaue beim Weibe 
fast die Hälfte der Pala lang, pfriemlich; beim Manne kurz, dick, 
schnabelförmig? (Ich sah nur ein Männchen.) Verderschenkel unter- 
seits zum Grunde mit deutlichem stumpfen Höcker und langer Borste, 
der Höcker beim Manne weniger stark. Mittelfussglied am Ende braun; 
Hinterschenkelende unterseits an der oberen hinteren Kante mit 
mehreren kleinen Stiften besetzt. 

S 3 Lin. Drei Bauchschienen vom Grunde ab breit schwarz, 
die vierte nur am Grunde querüber schwarz. Rücken gelblichweiss, 


210 


drei der Schienen schwarz, schmutzigweiss gerandet, die übrigen drei 
in der Mitte nach hinten abnehmend schmäler braun. 

9 3'/; Lin. Bauch ganz gelblichweiss, die Endschiene in stumpfem 
‘Winkel vorstehend, die Ecke klein rund ausgeschnitten; die vorletzte 
Schiene in der Mitte kleinwinkelig ausgeschnitten, an den Seiten 
etwas wellig geschweift, letzte Rückenschiene trapezförmig vorstehend, 
die Ecken am Connexivum spitz, die Mitte winkelig ausgeschnitten. 
rücken bleich, ockergelblich, die Mitte vom Grunde herab mit grossen 
bräunlichen Flecken auf jeder Schiene. 

Aus Oesterreich. Bei Brunn am Gebirge vom k. k. Adjunkten 
Herrn A. Rogenhofer entdeckt. Im k. k. Hofnaturalien- Kabinet 
zu Wien. 


Fam. Aradidae. 
Aradus. 


7. Ar. aterrimus Fieb. Ganz tiefschwarz, matt. Auf den Ecken 
der fünf Hinterleibschienen ein Fleck weiss. Afterklappen ganz schwarz. 
Alle Ränder des Körpers und die Kiele der Halbdecken fein gekörnt. 
Schienbeine und Fussglieder braungelb, die Ende schwarzbraun. 
Membran schwärzlich mit feinen erhabenen Aederchen dicht belegt, 
die schwarzbraunen, drei lange, zum Theil gefelderte, Zellen bildenden 
Rippen und deren ablaufende Aeste schmutzigweiss gesäumt. Fühler 
schwarz, schlank, Glied 2 allmälig nach oben dicker, am Grunde 
etwas kolbig verdickt. Glied 3 merklich kürzer als 2, aber stärker 
als Glied 2 oben, am Grunde plötzlich in ein Stielchen verengt. 
Glied 4 kurzkeulig, im Umriss sechseckig, die Spitze goldgelblich 
fein behaart, Pronotum quer sechseckig, doppelt breiter als in der 
Mitte lang, Halsecke stumpf, etwas vorstehend mit 2—3 Zähnchen, 
hinter der Halsecke etwas geschweift, dann leicht bogig in die stumpf- 
winkelige Schulterecke laufend. Seitenrand aufgebogen, daher die 
Seiten vertieft. Pionotum — Seitenkiele hinten divergirend, die 
mittleren vorn bis zur Mitte parallel, dann ausgebogen und nach 
hinten gerade etwas einander genähert. Schild am Giunde geschnürt, 
mit aufgebogenen geraden Seiten zur stumpfen Spitze laufend, die 
Mitte längsoval gewölbt, hinten gekörnt, querrunzelig, wie das Pro- 
notum zwischen den Kielen. Halbdecken an der Grundhälfte bogig 
erweitert und aufgebogen, von da gerade und schmäler als der Rücken, 
bis zur stumpfen schmalen Corium-Ecke; die Rippen sämmtlich tief- 
schwarz, fein gekörnt rauh, die Haut grau durchscheinend, schwärzlich 


211 


gekörnt und fein genervt. Die Membraunaht an jeder der vier. Rippen 
in eine Ecke auf die Membran vortretend, auf welcher die vier Rippen 
drei lange Zellen bilden. Neben den mittleren zwei Kielen vorn am 
Pronotum je ein glatter Fleck. Auf dem Hinterkopfe seitlich den 
Augen hintereinander zwei glatte Gruben. Der Fühlerhöcker dick, 
vorn kurzspitzig, etwas eingebogen. Stirnschwiele mit der Hälfte über 
die Fühlerwurzel ragend. Flügel bräunlich, grün und voth schiliernd, 
die Rippen braun. 

8 3 Lin. Aus England. Von Hrn. Douglas zur Ansicht erhalten. 

Aradus alerrimus ist bei A. erosus einzureihen, dem er nahe steht. 

Aradus tristis H.-Sch. Wz. Ins. pag. 116. IX. t. 288. (Kopf 
Fig. B) nigerrimus, tibiis et tarsis fuscis, antennarum artie. secundus 
teres, tertio paullo longior. Dem A. drevicollis ähnlich, schwärzer, 
ohne alle lichte Beimischung. Schienen und Tarsen bräunlich. Fühler 
viel kürzer und dicker. Stirnfortsatz kürzer (nach H.-Sch. — Gehört 
nach diesen Andeutungen zu A. cerosus Zett., welchen Herrich- 
Schäffer nicht kennt. 


Fam. Tingididae. 
Orthostira. 


Zunächst verwandt mit Orthostira cervina Germ. ist: 

8. Orthostira concinna Fieb. Länglich-eiförmig, schmutzig 
gelblichweiss. Netzdecken hinter der Mitte erweitert, Randfeld schmal, 
am Grunde mit 5— 7 Querreihen zu zwei Maschen, darauf folgen 
etwa 5—7 meist ungetheilte quere Maschen, über alle herab 4—5 
Querflecke, hinten und im Seitenfelde mehrere kleine, im Mittelfelde 
drei grössere Flecke aus braunem Netz, wovon zwei Flecke an dem 
inneren Kiele. Grund der Netzdecken von der Wurzel schief nach 
aussen zur abgerundeten Schulterecke ablaufend; Pronotum- Seiten 
schmal, nur so breit als das Auge dick, zweireilig maschig; in der 
Mitte durch 3—4 kleine Maschen an der Scheibe dreieckig maschig, 
Augen in dem seichten Ausschnitt neben der Halsblase gross, bis auf 
die gerundete Halsecke reichend, naclı vorn über diese und die Hals- 
blase vorstehend. Scheitelstifte nach vorn divergirend. Fühlerglied 3 
am Grunde kolbig. Der gelblichbraune Fleck hinter der Halsblase 
trapezoidal, an dem Kiele halb so breit als aussen. _ 

S 1% Lin. Aus England vom Herrn Präsidenten Douglas 
erhalten. 


212 


9. Orthostira cervina Germar. Breit oval, gelblichweiss. Netz- 
decken zusammen fast parallel, höchst selten hie und da ein bräun- 
liches Fleckchen auf dem Randfelde und den Pronotum-Seiten, diese 
breit, doppelt so breit als ein Auge dick. Augen gross, in dem tiefen Aus- 
schnitt des Pronotum eingesenkt die Halsblase nicht überragend, nur 
auf die Hälfte des Vorderrandes der mit drei Reihen Maschen belegten 
Seiten reichend, die Halsecke rechtwinkelig.. Grund der Netzdecken 
von der Wurzel horizontal zur rechtwinkeligen Schulterecke laufend. 
Randfeld breit, am Grunde nach innen sehr erweitert, mit 4—5 
Querlagen zu drei Maschen, auf der Mitte mit mehreren Querlagen 
zu zwei Maschen, dann zu drei, zum Ende nur einzelne Maschen. 
Scheitelstifte an einanderliegend. Fühlerglied 3 zum Grunde allmälig 
etwas dicker. Der gelblichbraune Fleck hinter der Halsblase quer 
eiförmig, zur Halsblase stumpf. 

JS 1, © 1%, Lin. Hieher gehört nach genauer Vergleichung 
Orth. platychila 3 Fieb. als Synonym. 

Beiden vorbeschriebenen Arten gemeinschaftliche Kennzeichen 
sind folgende: 

Nur ein Mittelkiel auf dem querbreiten Pronotum. Seitenkiele 
fehlen. Fühler rostgelb, Endglied schwarz, am Grunde gelblich. 
Schenkel braun. Scheitelstifte horizontal vorstehend. Pronotum-Seiten 
mit sieben Maschen an dem zur gerundeten, fast lappenförmig vor- 
ragenden Schulterecke, sanft ausgebogenen Rande. Kopf schwarzbraun 
Augen rostroth. Die Spitzen der eingekrüämmten Fühlerhöcker und die 
Scheitelstifte fast zur Hälfte gelblichweiss. Ein glatter Fleck hinter 
der Halsblase hellbraun. 


Fam. Saldae. 
Salda. 


Zunächst verwandt und in den europ. Hemipt. p. 146 unter 
Schlüsselzahl 11 hinter Salda C. album ist einzureihen: 

10. Salda Gamma Fieb. Die Binde vom Rande ([') gamma- 
förmig, der obere quere, etwas wellige Fortsatz bis an die Haupt- 
rippe im Corium reichend, der Randstrich hievon am Ende schief, 
spitz, nebenan ein weisslicher Punkt. Der länglich viereckige Rand- 
fleck vor der Coriumecke kurz, neben der oberen Ecke desselben ein 
viereckiger kleiner Fleck — unterhalb ein queres Strichel — weisslich. 
Die O-förmige weissliche Zeichnung innerwärts im Corium länglich- 


213 


viereckig, unterhalb vier kurze bleiche Strichel im Viereck, im Innen- 
winkel ein Punkt, im Schlusswinkel ein Strich, weisslich. Membran- 
saum breit braun. Zellrippen der bräunlichgelben Membran stark, 
schwarz; in den Zellen gegen den Bogen ungleichgrosse ovale braune 
Flecke, der innere Fleck mit jenem am Grunde durch eine Linie 
verbunden; in der mittleren Zelle der Fleck gross; an der Corium- 
Ecke ein querer schwarzer Grundfleck. Fühler schwarz, Wurzelglied 
gelblich, unterseits schwarz, am oberen Rand gelblich; Glied 2 am 
oberen Ende roströthlich durchscheinend, Beine lehmgelb, fein weisslich 
behaart, alle Schenkel an der Hinterseite mit schwarzem Strich, 
ober- und unserseits ein ganzer Strich, an der Vorderseite oder 
oberen Kante eine kurze Endreihe brauner Punkte, welche an den 
Vorderschenkeln meist mit dem unteren Strich verfliessen. Hüften 
am Ende und die Ränder der Pfannen gelblich. Fulera gelb mit 
braunem Ende. Schienbeine am Grund und Ende braun, in der 
Mitte aussen mit schwarzem Strich, die hinteren mit zwei blass- 
braunen mittleren Ringen, die Stachel schwarz. Fussglieder gelb, das 
Wurzelglied und Ende vom Glied 2, dann die Endhälfte des Klauen- 
gliedes braun, Bauch schwarz, Afterpiatte weisslich gesäumt. Körper 
breit eiförmig, schwarz, fein und dicht messinggelb behaart. 

o 1% Lin. Im südlichen Frankreich, von Herrn Mink entdeckt. 


Fam. Lygaeodae. 
Plinthisus. 


In dieser Gattung können füglich zwei Abtheilungen gebildet 
werden, die sich vorzüglich im Pronotum, auch im Baue der Brust- 
stücke und an den Fühlern unterscheiden: 

A. Plinthisomus Fieb. Pronotum viereckig, grobpunktirt, der 
Vorderrand nur seicht ausgeschweift, der Kopf nicht eingesenkt, die 
Augen dem Vorderrande aufliegend; Fühler stark. Glied 2 keulen- 
förmig, 3 keulig-spindelig, etwas kürzer als 2, Glied 4 spindelig 
dick, so lang als 3. Vorderschienbeine gerade, zum Ende allmälig 
dicker, unbewehrt. Schenkel sehr breit gedrückt, vorn mit nur klei- 
nem Zahn. 

Hieher P. pusillus Scholtz (Rhyparochromus coleoptratus 
Sahlb.) Fieb. eur. Hem. p. 178. 1, dann: 

11. P. minutissimus Mink. Ganz rostgelb, sehr fein anliegend, 
kurz, zerstreut gelblich behaart. Hinterleib pechbraun, glänzend. Con- 


214 


nexivum braungelb. Schild schwarzbraun, grobpunktirt, Fühler braun, 
das Wurzelglied— untere Hälfte von 2 — 4 oben — gelblich. Beine 
und Schnabelscheide Iehmgelb. Kopf sehr dicht feinpunktirt. Pronotum 
weniger dicht aber stärker punktirt als der Kopf. Halbdecken etwas 
über die Hälfte des Rückens lang, hinten fast gerade gestutzt, beson- 
ders gegen das Schildchen grob eingestochen punktirt, fast runzelig. 

Rücken sehr fein quer nadelrissig und sehr fein zerstreut punktirt. 

o %, Lin. Im südlichen Frankreich (Hyeres) von Herın vom 
Bruck entdeckt und Herrn Mink mitgetheilt. 

B. Plinthisus Lat. Pronotum länglich viereckig, vorn meist 
merklich breiter als hinten, der Vorderrand rundlich ausgeschweift. 
Kopf gross, bis zur Hälfte der kleinen Augen eingesenkt. Fühler 
schlankgliedrig. Vorderschienbeine von der Mitte an eingebogen, am 
Ende erweitert. Vorderschenkel dick, vorn unten mit 2—3 Zähnchen, 
a. Pronotum flachgewölbt ete. Hieher P. didentulus H.-Sch. 

b. Pronotum ziemlich stark gewölbt, auf dem hinteren Drittel nieder- 
gedrückt. Hieher die Arten: P. convexzus Fieb., Frey, P. 
brevipennis Lat., P. flavipes Fieb. (olim P. siculus) und P. 
longiecollis Fieb. 

12. Plinthisus convexzus Fieb. Ganz schwarz, glänzend, unten 
zerstreut gelblich behaart. Pronotum vorn merklich breiter, die vor- 
deren %/ stark gewölbt und wie der Kopf sehr fein zerstreut punktirt, 
das hintere Drittel tief eingestochen länglich punktirt. Schenkel 
schwarz, Schienbeine schwarzbraun, ihre und der Schenkel Ende 
bräunlichgelb. Fusswurzel schwarzbraun, Glied 2 und 3 mit der Klaue 
rostgelb. Schnabelscheide pechbraun, das Ende von Glied 1—3 gelblich. 
Vorderschienbeine pechbraun, in der Mitte winkelig gekrümmt, am 
Grunddrittel unterseits gekörnt gezähnelt, dann allmälig dicker. Schild 
dicht und stark eingestochen punktirt, am Rande ein punktirter 
Bogen, nebenan geglättet. Halbdecken über %/, des Rückens lang, tief 
eingestochen gleichmässig punktirt, hinten schief nach innen und 
vorn gerade abgeschnitten, Membran rudimentär, kreisabschnittförmig, 
schwärzlich. Clavus mit dem Corium verwachsen (wie gewöhnlich bei 
unausgebildeten Halbdecken). Zwei kielförmige starke Linien sind 
durch drei dicht und tief eingestochene Punktreihen begrenzt, am 
Schild- und Schlussrand eine einfache Punktreihe, eine kurze Reihe 
Punkte gegen die Schlussnaht im Clavus. Fühler schwarzbraun, rost- 
gelb behaart. Ende des Wurzelgliedes und das Ende des 4. Gliedes 
rostgelb. 


215 


& 11% Lin. Im südlichen Russland (Sarepta). Herrn Frey- 
Gessner verdanke ich die Ansicht dieser Art. Zunächst verwandt 
und ähnlich ist: 

13. Plinthisus brevipennis Latr. (eur. Hem. p. 178.3.) Schwarz, 
glänzend (zuweilen pechbraun). Pronotum von vorn nach hinten all- 
mälig schmäler, oben der Länge nach in ziemlich gleicher Ebene 
niediig gewölbt, dicht und fein punktirt, sehr leicht nadelrissig, auf 
der hinteren niedergedrückten Fläche grob punktirt, mit einzelnen 
länglichen Punkten, an dem Vorderrande etwas gröber punktirt. Halb- 
decken zwischen den drei schwachen Punktreihen mit nur wenig 
erhabenen Streifen. Corium ungleichmässig grob, doch nicht tief 
punktirt und uneben. Fühler pechbraun, das Ende von Glied 1 und 
2 gelblich. Schnabelscheide braungelb, Wuırzelglied braun, am Ende 
gelblich. Füsse bräunlichgelb, das Wurzelglied braun. Schenkel pech- 
braun, die Vorder- und Mittelschienbeine bräunlichgelb, die vorderen 
mit den Füssen öfter lehmgelb. Hinterschienbeine braun, am Grund 
und Ende gelb. 


Trapezonotus. 


In diese Gattung sind zwei Arten unter den nachfolgenden 
gemeinschaftlichen Kennzeichen einzureihen: 

Schild schwarz, mit zwei gelblichen Strichen auf der Endhälfte. 
Fühler schwarz, Glied 3 roströthlich, am Grund und Ende schwarz. 
Kopf schwarz. Schenkel schwarz, die Ende röthlichweiss. Schienbeine 
rostgelblich, ihre Ende braun. Fussglieder 2 und 3 braun, das Wur- 
zelslied gelb, am Ende braun. Beide untere Kanten der Vorderschenkel 
mit je drei aufrechten spitzen, entfernten Zähnen, zwischen denselben 
sehr kurze Stifte. Fulera rostgelb. Membran schwärzlich, die Rippen 
breit weiss gesäumt, die Zwischenräume schwärzlich marmorirt. 
Körper länglich, die Brust und der ganze Hinterleib schwarz, die 
Pfannenseiten weisslich. 


Beschreibung der Arten: 

14. Trapezonotus distinetus Fieb. Pronotum schwarz, glatt, 
hinten schmutziggelblich und grob punktirt, auf der Mitte des Seiten- 
randes ein Strich, auf dem Vorderrande eine Linie, und die Schulter 
gelblichweiss. Schild mit einer Reihe Stichpunkte an der Seite. Halb- 
decken weisslichgelb, beiderseits der Schlussnaht ein Streif, am Grunde 
des Clavus ein Strich, zwei Striche auf der Mitte des Corium, neben 


216 


und fast über einander, weiss. Die Rippen auf der Hinterhälfte des 
Corium schwarzpunktirt gesäumt. Ein grosser dreieckiger Fleck auf 
der Corium-Ecke, ein fast viereckiger Fleck oberhalb des Innenwinkels 
aus verflossenen Punkten, und der spitze Winkel der gabelig ver- 
bundenen 1. und 2. Rippe unter dem ersten weissen Striche, schwarz. 
Grund der Membran breit weiss, nahe am Innenwinkel ein rundlicher 
schwarzer Fleck. Beiderseits des mittleren weissen Rippenstreifes am 
Grunde des Zwischenraumes ein querer schwarzer, hinten ausgebissener 
Fleck. Die Stielchen vom Fühlerglied 1, 3 und 4 rostgelb. Körper 
sehr fein anliegend, seidig gelb behaart. 

S 21%, Lin. Aus England. Von den Herren Douglas und 
Scott entdeckt. 

Diese Art ähnelt in der Zeichnung auf den Halbdecken dem 
Peritrechus nubilus Fall. und P. angusticollis Sahlb., welche sich 
auffällig schon durch das längere, nach vorn verschmälerte Pronotum, 
durch diekere, ganz schwarze Fülerglieder und braune nicht fleckige 
Räume zwischen den weisslichen starken Rippen der Membran, nebst 
den generischen Kennzeichen unterscheiden. Der nächstähnliche Tra= 
pezonotus nebulosus ist breiter und hat schwarze Fühler. 

15. Trapezonotus distinguendus Flor. Pronotum schwarz, auf 
der Hinterhälfte mehrere (11) gelbliche ungleich grosse Flecke in 
zwei Reihen; am Vorderrande zwei halbrunde Flecke gelblich. Der 
Hinterrand und die Seiten des Pronotum schmutzig gelblich gesäumt. 
Schildspitze weisslich. Halbdecken braun, das vor der Coriumecke in 
einen Fleck erweiterte Randfeld, der Schluss- und Schildrand, einige 
Flecke an der Mitte der Schlussnaht, einzelne zerstreute Punkte, ein 
Strich im Schlusswinkel und am Grunde des Corium, dann die Schluss- 
naht beiderseits schmal, schmutziggelb. Membran am Grunde mit brau- 
nem Bogen, am Grunde des mittleren Zwischenraumes der Rippen 
ein querovaler schwärzlicher Fleck. Schild und Corium zerstreut grob, 
letzteres auf der Mitte feiner punktirt. Clavus mit vier Reihen schwarzer 
Stichpunkte. Schnabelscheide pechbraun, Wurzelglied am Grund und 
Ende gelblich. Letzte Rückenschiene lehmgelb. Körper und Beine sehr 
fein anliegend weisslich behaart. 

g 2 Lin. Lievland. Das Original vom Herrn Dr. Flor zur 
Ansicht erhalten, als: Pachymerus distinguendus Flor. Rh. Lievl. 
I..p. 266. 24. 

Die Gattung 


217 


Beosus Am. Serv. 
ist durch eine neue Art aus Corsica bereichert, welche nachstehend 
in den europ. Hemipteren einzureihen: 

1 Hinterrand des Pronotum schwarzgesäumt. Fühler, Beine und 
Schnabelscheide schwarz. Ueber die ganze Breite der Membran- 
naht eine breite im Corium eckig vorspringende schwarze Binde. 
Membran hell, mit grossem rautenförmigen auf der Spitze der- 
selben endenden schwärzlichen Fleck. . .1. B. Douglasi Fieb. 

— Hinterhälfte des Pronotum gelblichweiss, der Hinterrand nicht 
schwarz gesäumt. Im Innenwinkel des Corium ein rautenförmiger 
schwarzer Fleck. Fühlerglied 2, zum Theil auch 3, und die Schien- 
beine rostgelblich. Hieher gehören: 2. B. guadratus—3. B. saturnius. 

16. Beosus Douglasi Fieb. beschreibe ich in folgender Weise: 
Der ganze Körper, Beine, Fühler und Schnabelscheide tief schwarz, 
die Pfannenränder, die Schenkelende und Grund von Fühlerglied 2 
schmal weiss. Fussglieder schwarzbraun. Scheitel mit seidig weiss- 
haarigen Vierecken besetzt. Die Oberseite des Thieres weisslich. Auf 
den vorderen %, des Pronotum ein queres Parallelogramm schwarz, 
mit weissem Punkt auf dessen Vorderrandmitte; auf dem ausgeschweiften 

Hinterrande des Pronotum ein in der Mitte schmaler Saum und das 

Schildehen sammtschwarz. Schild- und Schlussrand des Clavus braun 

gesäumt, der Saum von einer Reihe schwarzer Punkte begrenzt, an 
der Schlussnaht beiderseits eine Reihe bräunlicher Punkte; die dunklere 

Punktreihe im Corium läuft auf einer bräunlichen Linie bis in den 

Innenwinkel. Auf der Mitte des Corium zwei schwarzbraune Linien, 

die innere hinten abgekürzt. Die äussere mit schwarzen Punktstichen 
verbindet mit der in der Mitte fast trapezförmig, am Rande in eine 

Spitze vorspringenden breiten schwarzbraunen Binde auf der Membran- 

naht. Der Raum neben dem glatten Randfelde mit einer Reihe, nach 

Innen mit zerstreuten, farblosen Stichpunkten besetzt. Membran weiss, 

durchscheinend, mit grossem rautenförmigen, nur die Spitze der 

Membran berührenden schwärzlichen scharfbegrenzten Fleck, auf 

welchem die vier Rippen deutlich schwarz. Flügel weiss. Der Rücken 
des Hinterleibes rostroth, am Ende schwarz. Mittelschenkel an der 
unteren hinteren Kante mit fünf, obere Kante mit drei kurzen Stacheln. 

Hinterschenkel an der unteren hinteren Kante mit sechs, die obere 

bintere Kante mit drei feinen Stacheln zum Ende. 
S 2 Lin. Aus Corsica. In Herrn Douglas Sammlung. 


218 


Fam. Phytocoridae. 


Calocoris. 


17. Calocoris fornicatus Fieb. Nächst verwandt ist diese Art 
dem Calocoris strialellus, bei beiden sind nachstehende Kennzeichen 
gleich, als: 

Die Kerbe *) auf dem Vorderrandkiel des trapezförmigen, vom 
Hinterrand zur Schulter mehr abgerundeten Pronotum, dessen Hinter- 
rand weisslich; ein kurzer kielförmiger Ansatz an den Seiten hinter 
dem Vorderrandkiel, die schlankgliedrigen Fühler, deren Wurzelglied 
nur wenig stärker als der Vorderrandkiel, dieser aber etwas dicker 
als Glied 2, welches oben breit schwärzlich, Glied 3 und 4 ganz 
schwärzlich ist. Die zum Grunde merklich stärkeren Schienbeine, deren 
Ende schwarzbraun ist; die anliegende weissliche Behaarung der Ober- 
seite die feine, anliegende schwarze Behaarung der Beine und Fühler, 
der schwarze Strich und die seitlichen Bogen auf dem Scheitel, der 
nach innen schief aufwärts dreieckige Fleck auf der Spitze des Cuneus. 
Die beiden Zellen der Membran hinten mit schwärzlichem Fleck. 


Besondere Kennzeichen des Calocoris fornicatus sind: 

Einfärbig schmutzig orangegelb. Die Rippen des Corium, Clavus 
und das Randfeld weisslich, an dessen Ende ein roströthlicher Fleck. 
Cuneus orangeröthlich, der Grund bleichgelblich. Pronotum bräunlich, 
von den schmutziggelben Buckeln bis zwischen die Schultern ziemlich 
stark gewölbt, die Seiten mit röthlichgelbem Streif, zwischen den 
Buckeln hinten ein weisslicher Fleck und merklich helle Mittellinie, 
hinter jedem Buckel zwei braune verwaschene Flecke. Schild schwefel- 
gelblich, die Seiten und ein Mittelstreif orangegelblich. Membran 


*) Wenn auch Flor (nach der Wien. ent. Monatschrift 1862 p. 24) 
bei seinen Exemplaren des Calocoris striatellus keine Spur von einer Kerbe 
auf dem Vorderrandkiel des Pronotum selıen will (was leicht möglich ist, 
da er manche andere, doch deutlicher sichtbare Kennzeichen bei anderen 
Hemipteren trotz seiner Scharfsichtigkeit nicht gesehen, z. B. die Tarsen an 
den Vorderschienbeinen bei Phymata, oder die Zähnchen an der Unterscite 
der Vorde:schenkel bei Scoloposcelös (Aylocoris erassipes Flor.) so sehe ich 
bei wiederholter Untersuchung noch an 43 mir vorliegenden Exemplaren des 
Calocoris striatellus verschiedener Länder, die fiagliche Kerbe ganz deutlich 
und finde sie nur bei dem verwandten (©. fornicatus wieder. 


219 


schmutziggelblich, die Zellrippen bleich orangegelb, an der Binde- 
tippe der Zelle ein Winkelstrich weisslich. Unter der Coriumecke ein 
trapezoidaler Randfleck mit einem schmalen Bogen durch die Mitte 
der Membran, braun. Beine lehmgelb, Schenkelende orangegelb, 
Schienbeinende und Fussglieder schwärzlich. Unterseite schmutzigweiss- 
gelb. Seiten der Vorderbrust und des Hinterleibes rostgelb, in’s Braune 
ziehend, zwei bis drei Grundschienen braungelb, im Grundwinkel jeder 
Schiene ein weissgelblicher Punkt. Rücken schwarz. Connexivum 
orangegelb. 

o 4 Lin. Europa. England. In der Sammlung des Herrn Prä- 
sidenten Douglas. 


18. Zu Calocoris striatellus ist in den europ. Hem. pag. 251, 
2 zuzusetzen: 

Halbdecken schmutziggelb , selten orangegelb, die Rippen des 
Corium und Clavus hellgelblich, ausgebissen schwarzgesäumt. Schild- 
rand schwärzlich. Pronotum vor dem weisslichen Hinterrande mit 
schmaler schwarzer in der Mitte unterbrochener Binde. Hinter jedem 
Buckel des Pronotum zwei hinten verwaschene schwarze Flecke. 


Eine weitere neue Entdeckung und Beitrag zu den europäischen 
Hemipteren ist die von Herrn Prof. Dr. Kolenati auf dem Gipfel 
des Altvater in Mähren entdeckte, und mir zur Ansicht mitgetheilte, 
auf pag. 252 in der Schlüsselzahl 6 vor €. fulvomaculatus einzu- 
reihende Art ist: 


19. Calocoris Kolenatü Fieb. Cuneus schwefelgelb gegen die 
orangegelbe Spitze verwaschen. Fühler schwarz. Wurzelglied (bei 0) 
braungelb, am Grunde schwarz. Oberseite bleich, sehr fein anlie- 
gend, weissgelblich behaart und gewimpert. Kopf und Pronotum 
bläulichgrün, die Stirnschwiele, Wangen, und ein verkehrt eiförniger 
Fleck auf dem Scheitel nebst den Augen schwarzbraun, im Nacken 
eine bräunliche Querlinie. Die zwei Buckel des Pıonotum schwarz- 
braun, über dieselben nach hinten je ein breiter rostgelblicher hinten 
bräunlicher Streif bis zu dem breiten roströthlichen Saum am Hin- 
terrande, dessen Randlinie schwarz. Schild grünlichgelb. Halbdecken 
bleich grünlichweiss. Schild- und Schlussrand breit verwaschen rost- 
gelblich, die Randlinie schwarz. Im Corium gegen den Hinterwinkel 


220 
ein grosser bleich-rostgelber Fleck, mit zwei merklichen bräunlichen 
Strichen. Membran schmutzig, die Zellen schwärzlichbraun mit lichtem 
Fleck an der kleinen Rippe und am Cuneus. Die kleine und die 
Binderippe weiss, die Umfangrippe schwärzlich. Weit unter dem 
Cuneus anfangend ein breiter bis nahe zum Innengrundwinkel reichen- 
der schwärzlichbrauner Saum, um die Zellen selbst ein lichter 
schmaler Bogen. Beine bleich, schmutziggelblichweiss, sehr fein be- 
haart. Schienbeine fein bestachelt, die Ende braun. Fussglieder 
schwärzlichbraun. Schenkel von der Mitte bis zu den bleichen Enden 
braun und verwaschen, beiderseits vom Grunde an mit einer, die 
Hinterschenkel auch oben, mit einer Reihe brauner Punkte. Schenkel- 
köpfe mit braunem Mittelfleck. Vorderbrust ockergelblich, die Pfan- 
nenseiten braun. Mittelbrust braun, auf der Mitte der Seiten ein 
gelblicher Fleck. Hinterleib rostgelb, dessen Schienen am Hinter- 
rande breit braun gesäumt. Rücken braungelb, an dem schmalen 
gelblichen Connexivum eine schwarze Linie, Endschiene schwarz, 
aussen wie das Afterende gelblich. Flügel rauchbraun, Ende schwärz- 
lich, Grund weisslich. © 3%, Lin. 

Aehnelt in dem robusten Bau und den schwarzen Buckeln des 
Pronotum und Zeichnung der Beine, dem €. pilicornis. 


Haltieus. 


20. Halticus intricatus. Fieb. Schwarz, glänzend, schwärz- 
lich behaart. Vorder- und Mittelschenkel schwarz, ihre Ende schmal 
gelblichweiss. Kopf und alle Hüftstücke schwarz. Klauenglied schwarz- 
braun, am Grunde gelbbraun, Fusswurzel bräunlich. Schnabelscheide 
schwarz, Glied 2 an der Endhälfte verwaschen, 3 ganz gelbröthlich, 
Pronotum verworren runzelig, metallisch schimmernd. Schildchen 
runzelig uneben. Halbdecken feinhöckerig, uneben. Membran bräun- 
lich, die Zellrippen braun, an dem Cuneus im Winkel unter der 
kleinen Zelle, ein kleiner länglicher weisser Fleck. Aeussere Rand- 
linie der Membran schwärzlich. Rippen der Flügel bräunlichgelb. 

S © 1%, Lin. In Böhmen, Oesterreich, Baden. Capsus are- 
narius Kbm. (nicht Hahn, dessen C. arenarius Wz. Ins. Fig. 255 
zu Halticus pallidicornis gehört). 

Gemeinschaftliche Kennzeichen der vorbeschriebenen Art, mit 


den beiden Folgenden sind: 


221 

Hinterschenkel schwarz, am Ende breit gelblich, weiss oder 

gelbröthlich. Flügel an der hinteren Falte mit schwarzem Längsfleck. 
Zunächst verwandt sind die beiden folgenden: 


21. Halticus pallidicornis, unterscheidet sich aber durch: Vor- 
der- und Mittelschenkel schwarz, das Enddrittel oder die Endhälfte 
gelblichweiss. Alle Hüftstücke schwarz. Klauenglied ganz schwarz- 
braun. Schnabelscheide gelb, das Wurzelglied und Ende von Glied 4 
schwarz. Pronotum quer nadelrissig runzlig. Schildchen fein quer 
nadelrissig. Halbdecken fein runzelig, uneben. Membran bleich- 
bräunlich, am Rande wie die Zellen etwas dunkler, Zellrippen schmutz- 
zig, schmal, bräunlich umschattet. Zellhauptrippe im Flügel gelblich- 
weiss, die Ausläufer bräunlich. H. pallicornis Fab. europ. Hem. 
pag. 282. 3. 

22. Halticus macrocephalus. Fieb. Behaarung lang, zerstreut, 
schmutziggelblich mit untermischten gelblichen Schuppen. Vorder- 
und Mittelschenkel ganz gelblichweiss. Vorderhüften gelblichweiss, 
nur am Grunde, Mittelhüften ganz braun. Klauenglied gelbbraun, 
Ende und Klaue schwarzbraun. Schnabelscheide röthlichgelb , das 
Wurzelglied am Grunde und Spitze von Glied 4 schwarz. Pronotum 
quernadelrissig fein runzelig. Schildchen sehr fein nadelrissig. Halb- 
decken durch den erhöhten Grund der Haare fast gekörnt, und leicht 
kurz querrunzelig. Membran weisslich, die Zellen und rings um die- 
selben, dann der Innenrand der Membran, bräunlich. An der Corium- 
Ecke ein länglicher Fleck mit einem Bogen an den Zellen verbunden, 
braun; am Cuneus selbst unter der kleinen Zelle ein weisser Strich, 
Zellrippen braun. Hauptrippe und Ausläufer der Flügelzelle schwarz. 
Der Kopf variirt bei einem Exemplare schmutziggelblich mit schwärz- 
lichem Nacken. 

Diese Abweichung ähnelt dem H. erythrocephalus H.-S., der 
mir zur Vergleichung nieht mehr vorliegt. 

Halticus macrocephalus Fieb. europ. Hem. p. 282. 4. Corsica 
(Meyer-Dür). Im südlichen Frankreich mit H. pallicornis, dann um 
Crefeld von Herrn Mink gesammelt. 


Orthocephalus. 


23. Orthocephalus biritlatus. Fieb. Aehnelt in Zeichnung der 


Halbdecken dem Orthoec. vittipennis und steht diesem zunächst, ist 
Wiener entomol. Monatschr. VII. Bd. 16 


20 

aber kleiner, durch die schwarze Fühlerwurzel und Fussglieder, braune, 
am Ende helle Schenkel unterschieden. Aehnelt in Färbung der 
Fühler und der Beine dem Manne des Orth. saltator, unterscheidet 
sich aber durch andere Zeichnung der Halbdecken. 

Schenkel braun, an den Enden schmutzig lehmgelb. Schien- 
beine lehmgeib, aus feinen schwarzen Punkten oberseits in zwei 
Reihen abwechselnd schwarz bestachelt. Corium schmutzig weisslich, 
vom Rande bis zur Hauptrippe ein nach hinten breiter, am Cuneus 
stumpf verschmälerter scharfbegrenzter Streif, und des Cuneus 
schwärzlichbraun, der Rand des Corium und der Clavus schwarz. 
Clavus schwarzbraun, zur Schlussnaht schmutzigweiss und ver- 
waschen. Membran getrübt, Zellrippen gelbbraun, die Umfangsrippe 
ausgebissen ungleich stark, braun; von der Ecke des Cuneus an, ein 
vorn zweizahniger, am Rande bis gegen den Grund breiter, scharf- 
begrenzter schwärzlichbrauner Saum; auf dem inneren hellen Raunı 
sieben schwärzliche Fleckchen in zwei unregelmässigen Bogenreihen, in 
der grossen Zelle ein oder zwei schwärzliche Punkte. Kopf, Fühler, 
Pronotum und Schild schwarz. Beine und Fühler behaart. Ober- 
seite kurz schwarz beborstet und gewimpert, bleich messinggelb be- 
schuppt. Körperunterseite schwarz, weissbeschuppt. 

JS. 2), Lin. Aus dem südlichen Russland (Sarepta). Vom 
Herın Frey-Gessner als Orthocephalus villipennis zur Ansicht 
erhalten. 

24. Orthocephalus rhyparopus. Fieb. Ist unter der Schlüssel- 
zahl 5 auf pag. 293 der europ. Hem. einzureihen, ähnelt dem ©. 
saltator 9 und ©, mehr noch im Baue dem O. mutabilis Fall. 

Ganz schwarz, schwarz behaart und gewimpert, oberseits gelb- 
lichweiss beschuppt. Beine ganz schmutzigweiss, lang behaart, die 
Schienbeine und Fühler abstehend schwarzborstig. Schnabel schwarz, 
Wurzelglied schwarzbraun. Fussglieder und Ende der Schienbeine 
schwarz. Pronotum hinten fein querlinig nadelrissig. (Männchen) 
Halbdecken vollkommen, durchscheinend schwärzlichbraungelb , das 
schmale Randfeld und der langdreieckige stumpfe Cuneus schwarz. 
Membran bleich goldbräunlich, durchsichtig, Zellrippen bräunlich, 
aus dem hellen Winkel unter den Zellen entspringt schief abge- 
schnitten der schwärzlichbraune, breite an die Hälfte des Innenrandes 
reichende Saum. Fühler schwarz, Wurzelglied schmutzig, Grund und 
Ende schwärzlich. “(Weibchen) Halbdecken unvollkommen, uneben 
durch die kleinen Höcker der Haarwurzeln, ohne Membran, mit ver- 


223 


wachsenem Clavus und durch den Randeinschnitt angedeutenen kurzen 
niedergedrückten Cuneus. Decken aussen unter fast rechtem Winkel 
bis auf die vorletzte Rückenschiene reichend, nach innen zur Clavus- 
spitze fast gerade, schief geschnitten, bilden zusammen einen recht- 
winkeligen Ausschnitt. Fühlerglied 1 und 2 schmutzig weisslich; 
4 am Grunde, 2 am oberen Drittelglied 3 und 4 ganz schwarz. 

d 25/, Lin. © 2!/; Lin. Aus dem südlichen Russland (Sarepta). 
Herr Frey-Gessner. 

25. Orthocephalus Freyi. Fieb. Ist in den europ. Hem. pag. 
293 unter Schlüsselzahl 8 einzureihen: 

Ganz schwarz, matt. Kopf weisslich beschuppt. Pronotum, 
Schild, die über 1/; des Rückens langen hinten gerade abgeschnittenen 
Deckenrudimente, und der gelblichweiss gerandete Hinterleib, dicht 
goldschuppig bekleidet. Fühler und die ganzen Beine tief schwarz, 
fein schwarz behaart, mit einzelnen abstehenden schwarzen Borsten. 
Auf dem Scheitel an jedem Auge ein Bogen — das spitze Joch- 
stück — ein breites Band über die Wangen, welches aufwärts gegen 
das Auge verschmälert ist, und vorn um das Auge biegt, weiss. Die 
Ränder der Hüftpfannen, Hinterecke der Vorderbrust, das Stigma 
und die Mitte der Mittelbrust weissgelblich. Die Vorder- und Mittel- 
schienbeine an der inneren Seite, die Hinterschienbeine an der äusseren 
Seite und Endhälfte innerseits schwarz bestachelt. Auf dem Scheitel 
zwischen den Augen zwei flache Gruben, Auf dem Pronotum vor 
jedem der zwei Buckel ein grosser Stichpunkt. Auf dem Kopfe vorn 
einige, von der Mitte nach aussen und vorn geschwungene feine 
Furchenlinien. Auf dem Pronotum hinten, beim Mann, deutliche 
glatte Querrunzeln, die beim Weibe weniger deutlich sind. Das 
Schildchen bei beiden Geschlechtern fein querrunzelig. Die Decken- 
rudimente chagrinirt. Der Körper beim Mann ziemlich gleichbreit, 
beim Weibe nach hinten stumpfeckig. erweitert. Afterstück des 
Mannes stark nach unten herabgewölbt, die Oeffnung an dem herab- 
gebogenen Hinterleib daher. weit nach unten gerückt. Die Fühler- 
wurzel beim Mann etwa so lang als das Pronotum mit. dem halben 
Scheitel, beim Weibe etwas kürzer, nur so lang als das Pronotum. 

3 1%, @ 15% Lin. Im südlichen Russland (Sarepta). Dem 
Herrn Frey-Gessner verdanke ich die Ansicht mehrerer Exemplare, 
und die Mittheilung eines Pärchens dieser Art, dessen Weibchen 
jenem des. ©. signatus gleicht, von welchem der Mann noch nicht 
bekannt ist, 18J0 de 

16% 


224 


Atracetotomus. 


26. Atractotomus punctipes Fieb. ist in den europäisch. 
Hem. unmittelbar hinter dem sehr ähnlichen A. tögripes einzureihen 
auf pag. 295. 

Ganz schwarz, matt schimmernd, abstehend schwarz behaart 
und gewimpert, oberseits mit feinen silberweissen Schuppen ziemlich 
dicht belegt. Schienbeine weissgelblich, dicht, fein, schwarz behaart, 
grossentheils aus schwarzen Punkten schwarz bestachelt, die Schien- 
beinende, eine Linie am Grunde unterseits, und die Fussglieder 
schwarzbraun. Fühlerglied 1 und 2 schwarz, schwarz behaart, Glied 
3 und 4 gelblichweiss, weisslich behaart. Membran schwärzlich, die 
dünnen Zellrippen schwarzbraun, die Umfangrippe beiderseits schmal 
weisslich gesäumt, unter der kleinen Rippe ein merklich heller kleiner 
Fleck, rundlich. Aeussere Hälfte der Membran von den Zellen herab 
schwärzer, innerwärts gerade begrenzt. Kopf gross, spitzig. Fühler- 
wurzel keulig, mit dem Kopfende gleich, &lied 2 dick spindelig auf- 
getrieben, kurz, etwa noch einmal so lang als das Wurzelglied, der 
wulstige Nacken bleich. Schenkelende weisslich. Corium durchscheinend 
schwarzgelblich, der Rand und der Cuneus lederartig schwarz. Das 
Corium hinten etwas erweitert, von dem ausgebogenen Cuneus durch 
eine Kerbung geschieden. Die Membran hinter dem Cuneus zuge- 
rundet, bildet mit diesem einen seichten Ausschnitt. 

o 2 Lin. Aus dem südlichen Russland. Von Herrn Frey- 
Gessner zur Ansicht erhalten. 

27. Atractotomus pini Douglas, Scott. Zunächst verwandt 
und ähnlich (aber kleiner) dem A. oculatus. Kbm. d. 

Kopf, Pronotum, Schild und Augen schwarz. Halbdecken gelb- 
lichbraun, Fühler gelblich, weisslich behaart. Oberseite aufgerichtet 
kurz schwarzborstig, und ziemlich dicht weiss beschuppt. Körper 
braun. Die ganze Membran gleichmässig schwärzlich. Zellrippen 
lehmgelb. Im Winkel von der Cuneusecke bis zur Zellecke ein grosser 
querer, hinten ausgeschweifter weisser Fleck, gleichsam aus zwei 
halbrunden gleichgrossen verflossen. Schenkel und Hüften braun, 
Ende weisslich. Schienbeine schmutziggelb, am Ende bräunlich, be- 
sonders die mittleren und hinteren aus schwarzen Punkten, schwarz 
bestachelt. Füsse gelblich, das Klauenglied schwärzlich, am Ende, 
und die Klaue schwarz. (JS) Fühlerwurzel braun, Glied 2 schwach 
walzig, nach oben nur wenig dicker, und schmutziggelb, am Grunde 


223 


schwärzlich. Schienbeine bleich, bräunlichgelb. (@) Fühler bleich 
schmutzig gelblich wie die Schienbeine, das Wurzelglied bräunlich. 
Glied 2 stabförmig, nach oben allmälig dicker. Hüften und Schenkel 
bräunlich. Schnabelscheide braun, Glied 2 am Ende, 3 an der End- 
hälfte, 4 am Grunde schmutzigweisslich. 

S Länglich, parallel, 42/4 Lin. © oval. 1%, Lin. Aus Eng- 
land, ein Pärchen verdanke ich Herrn Präsidenten Douglas. 

28. Atractotomus oculatus Kbm. dJ. (Capsus. — Capsini v. 
Wiesbaden, spec. 123. — A. albipes © Fieb. Crit. spec. 18.) 
unterscheidet sich von dem Vorigen durch die Grösse, d 11, e1lı 
bei gleicher Körperform der Geschlechter, in beiden Arten, und noch 
durch Folgendes: 

Fühlerwurzel bei beiden Geschlechtern schwarz, und wie das 
zweite Glied schwarz behaart. Fühlerglied 2 beim Mann schwarz- 
roth, dünnspindelig; Glied 2 beim Weibe dickspindelig, jedoch nicht 
aufgetrieben, und schwarz. Glied 3 und 4 bei beiden Geschlechtern 
weisslich, hell behaart. Membran schwärzlich , die Zellen dunkler, 
und so dunkel wie die innerwärts verwaschene äussere Hälfte der 
Membran von den Zellen herab. Im Winkel an der Cuneusecke ein 
weisslicher Fleck , mit einem Ausläufer unter der kleinen Zelle bis 
zur Zellecke. Beim Mann variirt die schwarze Farbe des Kopfes. 
Pronotum und Schildes in schwärzlich, grün, oder erzfarben schim- 
mernd. Capsus oculatus Kbm. 1. c. Fühlerglied 2 rothbraun, beim 
Weib variirt die Oberseite in rostbraun (A. albidus). Die Schnabel- 
scheide variirt aus dem schwärzlichen mit bleichen Enden der Glieder 
1 und 2 ins Schwarze. 


Oncotylus. 

29. Oncotylus punctipennis. Fieb. Bleich bläulich oder grün- 
lichgrau. Kopf und Pronotum bei beiden Geschlechtern verschieden 
gefärbt und gezeichnet. Halbdecken durchscheinend, dicht bräunlich 
punktirt, aus jedem der — beim Weibe bleicheren und feinen Punkte, 
schwarz behaart. Membran bräunlich, beim Mann dunkler, — die 
Zellrippen weiss, unter den Zellen, beim Weib ein nach aussen 
offener brauner Bogen, beim Mann nur ein kleiner Bogensirich. 
Fühler rostgelb, die Glieder stark, die Fühlerwurzel und Glied 
2 am Grunde grünlich, und wie die an der Grundhälfte gross 
schwarzpunktirten Schienbeine, aus den schwarzen Punkten schwarz 
behaart und bestachelt. Fühler und Beine fein schwärzlich 


226 
behaart. Endhälfte der bleichen Schienbeine einfach schwarz be- 
stachelt. Schenkel bleich graugelblich oder graugrünlich, hinterseits 
besonders zum Ende, unterseits aber ganz, ziemlich dicht und fast 
reihenweise schwarzpunktirt und beborstet. Schild gelblich. Fühler- 
glied 2 beim Manne stark, walzig, nach oben allmälig dieker, — 
Glied 3 stabförmig etwa 2/3 vom 2. Gliede, vierspindelig, etwa 1/, so 
lang als Glied 3. — (Mann) Körper länglich, ziemlich gleichbreit. 
Kopf und die Pronotum-Buckel grüngelblich , die Spitze des Kopfes, 
an jedem Auge ein dreieckiger Fleck, und die Pronotum-Buckel inner- 
wärts schwarz und stark punktirt. Ueber die Mitte des ganzen, 
hinten bläulichgrünen Pronotum eine weissliche Linie, von den Buckeln 
herab beiderseits ein schwärzlicher breiter, fein schwarzpunktirter 
Streif. Die Schlussnaht und ein Theil des Schildrandes des Clavus 
braun. Unterseite des Kopfes mit den Jochen und Wangen, dann 
die Bruststücke schwarz, matt, die Hüftpfannen aussen, das Stigma, 
und das Ende der Pleura schwefelgelb» Wangenplatten, Ende der 
Stirnschwiele und die Schnabelscheide gelblichweis, Ende der 
Schnabelscheide braun. Fulera und Hüften weisslich, letztere am 
Grunde schwärzlich. Bauch schwarz. Afterträger gelb. — (Weib) 
Kopf und Pronotum Vorderhälfte schwefelgelblich, Hinterhälfte bleich- 
gelb. Die grossen Buckel bräunlich umschattet. Die erhabene Mittel- 
linie des Pronotum bleich. Rand des Corium und Cuneus rostgelb- 
lich. Unterseite einfärbig bleichgelb. 

3 1%Lin. © 2 Lin. Aus dem südlichen Russland. Sarepta. 
In der Sammlung des Herrn Frey-Gessner. 


Tinicephalus. 

30. Tinicephalus obsoletus. Fieb. Schenkel der bleich-lehm- 
gelblichen Beine nicht punktirt. Schienbeine fein schwarz bestachelt. 
Membran schwärzlich, die Zellrippen , ein lang dreieckiger Fleck in 
dem Winkel an der Cuneusecke mit einem schmalen Saum rings um 
die Zelle, weiss. Die kleine Zelle, — der grössere Theil der grossen 
Zelle, an der kleinen Rippe aufwärts, — ein Strich schief an dem 
weissen Dreieck am Cuneus mit einem. Stieeifen gerade herab (unter 
der kleinen Rippe) gabelig verbunden, dunkler schwärzlich, als 
die Membran selbst, deren Saum fein schwärzlich verwaschen. 
'Länglich, Körper, Kopf und Pronotum graugrünlich, Halbdecken 
bleich bläulichgrau, fein weisslich behaart, Schild- und Schlussrand 


BD 


bräunlich. Schild und Fühler bleichgelblich. Schnabelscheide schmut- 
zig, Ende von Glied 4 schwärzlich. Klauenglied braun. Hinterleib 
schwärzlichgrün, Seiten breit bleich. Rücken schwarz, aussen bleich. 

g, o2/, Lin. Aus England. Vom Herın Douglas und Scott 
erhalten. 


Criocoris. 


31. Criocoris tibialis. Fieb. Ganz schwarz, ober- und unter- 
seits weiss beschuppt. Die sehr fein weisslich behaarten Schienbeine 
und Fussglieder gelblichweiss, die Grundhälfte aller Schienbeine, 
deren Ende und Endhälfte des Klauengliedes schwärzlichbraun. Die 
spärlichen Stachel der Schienbeine schwarz. Fühler gelb, sehr fein 
hell behaart, Wurzelglied kurz keulig, am Grunde schwarz; Glied 2 
stabförmig, allmälig nach oben dicker, Glied 3 nach oben schwärz- 
lich. Kopf mit verlängerter Stirne und Stirnschwiele, welche am 
Ende fein kurz borstig. Membran mit den Zellrippen bräunlichgelb, 
roth, blau und grün bandförmig irisirend, etwas unter der Uuneus- 
spitze anfangend ein schwarzbrauner verwaschener breiter, am Innen- 
 rand zum Grunde verschmälerter Saum. Der Winkel am Cuneus 
unter den Zellen weiss. Corium an der Cuneusnaht mit feiner weisser 


Linie. Die Cuneusspitze gelblichweiss. Die kleine Zelle, — ein 
Streif an der kleinen Rippe in der grossen Zelle, und an der Um- 
fangrippe ein schmaler Bogen, — schwärzlich. 


o 11/, Lin. Im südlichen Frankreich von Herrn Mink entdeckt. 


Das ähnliche Weib des ©. erassicornis unterscheidet sich durch 
gelblichweisse Schienbeine, die nur am Ende schwärzlich sind. Durch 
ganz schwärzliche Membran , in welcher bei beiden Geschlechtern 
nur ein Winkelfleck unter den Zellen, und die Binderippe weiss ist. 
Der Kopf und die Stirnschwiele sind kürzer. 


Der ähnliche Apocremnus variabilis unterscheidetsich durch kurzen 
Kopf, die aus schwarzen Punkten schwarz bestachelten weisslichen 
Schienbeine, durch verschiedene Zeichnung der Membran, und ganz, 
bis in die Spitze dunklen Cuneus. 


Psallus. 
32. Psallus Fieberi. Douglas, Scott. Oberseite orangegelb- 
lich, unterseits weisslich. Ganz weissgelblich behaart. Augen schwarz. 


228 


Cuneus am Grunde breit weisslich. Membran schwach getrübt, ohne 
Zeichnung. Zellrippen orangegelblich. Beine weisslich, Schenkelende 
oben orangegelblich. Schienbeine rings fein schwarz bestachelt. 
Klauenglied schwärzlich, das Ende und die Klaue schwarz. Schnabel- 
scheide gelblich, die Spitze schwärzlich. Fühler orangegelblich. Die 
Rippen im Corium und Clavus merklich dunkler gelb. 

9 2 Lin. England. Vom Herrn Präsidenten Douglas mit- 
getheilt. 


Diese Art ähnelt dem Psallus vitellinus, der sich aber durch 
die am Grunde gezeichneten Fühlerglieder unterscheidet. 


Der ähnliche Psallus dimidiatus ist kleiner, mehr geröthet, hat 
andere Zeichnung der Membran als der vorige, und aus schwarzen 
Punkten schwarz bestachelte Schienbeine. 


Aehnelt auch den kleinen bleichen Exemplaren des Psallus 
varians, dessen Membran gezeichnet ist, dessen Schienen aus schwar- 
zen Punkten schwarz bestachelt sind. 


Agalliastes. 


33. Agalliastes prasinus. Fieb. Ganz lauchgrün, braungelblich 
behaart. Cuneus am Grunde breit weisslich. Randfeld der Halb- 
decken schmal, durch die Rippe deutlich begrenzt. Membran schwärz- 
lichbraun, in dem Winkel unter den Zellen bis zur Cuneusspitze ein 
dreieckiger weisser Fleck, die Zellrippen dunkler als die Membran. 
Schenkel lauchgrün nicht punktirt. Die grünlichweissen Schienbeine 
(hie und da aus braunen Punkten) fast halbquirlig schwarz be- 
stachelt. Fussglieder schinutziggelblich. Fühler grünlichweiss. Wurzel- 
glied grün. Unterseite grünlich, Grundhälfte des Bauches orange- 
gelb. Rücken grünlich, Mitte orangegelb , durchscheinend. Schnabel- 
scheide gelblich. Ende bräunlich. 

S 1 Lin. Aus dem südlichen Russland. Sarepta. Vom Herrn 
Frey-Gessner zur Ansicht erhalten. 

In den europ. Hemipt. p. 310 ist unter Schlüsselzahl 1 zuzu- 
Setzem:joder run. na. ... N 
und entsprechend einzureihen als Sehhliche. untere ae 04 5 

34. Agalliastes tibialis Fieb. reiht sich an Agalliastes Verbasei 
H.-Sch. der europ. Hem. p. 311. Fühlerwurzel und Glied 2 schwarz, 


229 
dieses am Ende, — 3 und 4 ganz gelblich. Oberseite schmutzig 
weiss , fein weiss behaart. Cuneus bräunlichgelb, am Grunde hell. 
Membran trüb, Zellrippen. weiss, die grosse Zelle bräunlich, die kleine 
Zelle weiss. Kopf ockergelblich, Joche, Wangen und Stirnschwiele 
schwarzbraun. Körper ganz schwarz. Schrabelscheide und Fulera 
schmutzig gelblichweiss. Hüften und Vorderschenkel schmutzig. Mittel- 
schenkel bräunlich. Hinterschenkel braun, beide vorn am Ende mit 
schwarzem Punkt. Schienbeine weisslich, die vorderen und mittleren 
mit 3—4, die Hinterschienbeine mit 7—8 länglichen grossen halb- 
bindenartigen schwarzen Flecken, auf welchen je ein schwarzer Stachel. 
Schienbeinende und Fussglieder schwarz. Beine und Fühler äusserst 
fein behaart, 

o 1'/; Lin. Aus dem südlichen Russland. Sarepta. In Herrn 
Frey-Gessners Sammlung. | 
Ein neuer Agalliastes (A. Meyeri Fieb.) bildet mit noch fünf 
anderen ähnlichen Arten eine besondere Gruppe, deren Halbdecken 
durchscheinend schwärzlich bis röthlichschwarzbraun sind. Kopf, Pıo- 
notum und Schild schwarz oder röthlichbraun. Schenkel schwarz oder 
deren Ende gelblichweiss oder rostroth. 
a. Fühlerglied 1 und 2 schwarz,. oder Glied 2 oben 
gelblichweiss. 
35. Agalliastes evanescens Bohemann.Fieb. eur. Hem. p. 310.1. 
Ganz schwarz, gewölbt. Halbdecken (bisher) ohne Membran, hinten 
zugerundet. Schienbeine und Fussglieder rostgelb, Grundhälfte der 
Schienbeine und Ende des Klauengliedes schwärzlich. Spitze des Clavus 
und Ende des schwarzen Schenkel rostroth. Fühlerglied 1 und 2 schwarz, 
Glied 2 oben am Rande weiss, 3 und 4 schmutzigweiss. Schienbeine 
mit wenigen zerstreuten schwarzen Stacheln. J, ©. Durch Europa 
verbreitet. 


36. Agalliastes pulicarius Fall. Hem. p. 113. 71 (Capsus). 
Attus Hahn Wz. Ins. Fig. 62. ©. — Fieb. eur. Hem. p. 312. 7. 
Schwarz, Halbdecken sammt Clavus durchscheinend schwarzbraun. 
Membran ganz gleichmässig dunkel rauchbraun, Zellrippen schwarz- 
braun, Schienbeine gelblichweiss, oberseits aus schwarzen Punkten 
schwarz bestachelt. Klauengliedende schwärzlich. Fühlerglied 1 und 2 
schwarz, 1 am oberen Rande, 2 oben breit gelblichweiss, Glied 3 
und 4 ganz gelblichweiss. (Mann) Schenkel schwarz, die Ende bleich. 
(Weib) Schenkel schmutzig, Grundhälfte braun; am Ende hinterseits 


230 


auf den mittleren Schenkeln ein — auf den Hinterschenkeln an der 
vorderen und hinteren Seite ein schwarzer Punkt. Im Nacken eine 
bleiche Linie. d, ©. Durch ganz Europa. 


37. Agalliastes Kolenatü Flor. Rh. Lievl. I. pag. 585. 68. 
(Capsus). Halbdecken vollkommen, durchscheinend braunröthlich, 
Cuneus schwarzbraun. Schenkel, Schienbeine, das Klauenglied, dann 
Fühlerglied 1 und 2 ganz schwarz. Fussglied 1 und 2, Fühlerglied 
3 und 4 gelblichweiss. Membran rauchbraun, die Zellen dunkler, die 
Zellrippen hell, an der Membrannaht des Cuneus eine weisse Linie. 
Schienbeine schwarz bestachelt. 9, © 11%, Lin. In Lievland. 


38. Agalliastes nigritulus Zett. F. Lapp. pag. 276. 31. (Phy- 
tocoris). Flor. Rh. Lievl. I. pag. 599. 79. (Capsus). Halbdecken 
durchscheinend gelblichbraun, Randfeld und Cuneus schwärzlich, an 
der Cuneusnaht des Corium ein weisslicher Rand. Schenkel schwarz, 
Ende weissgelblich. Schienbeine gelblichweiss, aus schwarzen Punkten, 
oberseits fast zweireihig halbquirlig schwarz bestachelt. Fussglieder 
1 und 2 gelblichweiss, 3 braun. Fühlerglied 1 und 2 ganz, 3 nur 
am Grunde schwarz. Membran rauchbraun, die grosse Zelle dunkler. 
Zellrippen weiss, die kleine Zelle mit einem dreieckigen Fleck bis 
unter die Öuneusspitze verbunden, weiss. 

g 11,—1'/, Lin. In Lappland und Lievland. 


b. Fühler ganz bleichgelblich, oder bleichgelblich 
Gied 1 ganz, 2 nur am Grunde schwarz. 


39. Agalliastes modestus Meyer. — Fieb. eur. Hem. p. 312. 
8. — Capsus Meyer Rh. sp. 40. T. 3. F. 5 nicht naturtreu. — 
€. gracilicornis Schltz. Schles. Ges. Arb. u. Veränd. 1864. — €. 
atropurpureus Kbm. Capsini sp. 150. — C. pitiophilus Flor. Rh. 
1972997. 40. 

Fühler ganz bleichgelblich. Röthlichbraun. Kopf und Pronotum 
dunkler. Randfeld und Cuneus schwarzbraun, am Grunde des Cuneus 
nahe am Einschnitt ein kleiner lichter Fleck. Membran mit den Zellen 
und Zellrippen gleichmässig schmutzig. Zellrippen beiderseits braun 
gesäumt. Schenkel röthlichbraun. Ende bleichgelblich. Schienbeine 
und Fussglieder bleichgelblich. Schienbeine einfach schwarz bestachelt. 
Hinterschienbeine an der Grundhälfte braunröthlich. 9, go 1—11% 
Lin. In Europa verbreitet. 


231 

40. Agalliastes Meyeri Fieb. Fühlerwurzel schwarz, die übrigen 
Glieder gelblichweiss, nur Glied 2 am Grunde schwarz. Halbdecken 
gelblichbraun durchscheinend, Randfeld und Cuneus schwarzbraun, 
am Grunde des Cuneus ein bleicher Querfleck. Membran bleich 
schwärzlichbraun, Zellen braungelblich und dunkler, in der grossen 
Zelle ein weisser länglicher Fleck am Cuneus. Zellrippen braun, um 
die Zellen ein breiter heller Bogen. Kopf, Pıonotum, Schild und 
Körper schwarz. Schenkel schwarz, Ende bleichgelblich. Schienbeine 
bleichgelb, an der Oberseite halbquirlig fein bräunlich bestachelt. 
Fussglieder bleichgelblich, Klauengliedende braun. 

g, © 1%; Lin. Unter Agalliastes modestus aus der Schweiz 
von Herrn Meyer-Dür, aus Crefeld von Herrn Mink erhalten, in 
Böhmen um Prag von mir gesammelt. 

Die Behaarung der vorbeschriebenen 6 Arten ist weisslich. 


Fam. Macropeltidae. 
Strachia. 


41. Strachia cognata Fieb. hat die ovale Form des Körpers 
und die Form des Kopfes der Strachia dominula Harr. (nicht Scopoli) 
und ähnelt einer Varietät derselben, bei welcher der schwarze vier- 
eckige Fleck jeder Seite der Oberfläche des Pronotum, hinten tief 
ausgeschnitten ist. 

Rücken stahlblau mit violettem Schimmer. Unterseite und Beine 
schwarz mit stahlgrünem Glanz. Der Hinterleibrand mit einem Vor- 
sprung der Zeichnung am Hinterrand jeder Schiene des Bauches und 
Rückens roth; die letzte Schiene beim Mann mit quer-sechseckigem 
vorn ausgerandetem rothen Fleck. Pronotum flachgewölbt, ohne Quer- 
eindruck, roth, vorn und an dem Vordertheil der Seiten bis an den 
rothen Randkiel schwarz, mit vier fast gleichbreiten, vor dem Hinter- 
rande abgekürzten und gestutzten schwarzen Ausläufern;, an den 
Seiten hinter der Schulter ein schwarzer Randstrich. Oberseite des 
Pronotum grob, hinten fein eingestochen punktirt, gegen den Hals- 
winkel eine dreieckige platte Wulst mit kleiner gebogener Grube; an 
der Halsecke ein kleiner Zahn. Der gerade Seitenrand kielförmig, an 
der schmalen stumpfen Schulter verlaufend. Kopf schwarz, meist mit 
rothem Rand; die Jochstücke und die Stirnschwiele querrunzelig und 
eingestochen punktirt. Fühler schwarz. Schild schwarz, die Seiten 
auf der Mitte und querüber fast runzelig grobpunktirt, am Grunde 


232 


fein punktirt; die Spitze und hinter der Mitte ein kleiner Bogenstrich 
aufwärts nach innen roth. Halbdecken schwarz, mit schwachem metal- 
lisch-grünem Schiller, die Randlinie, der Grund des Randfeldes, im 
Corium an der Mitte der Hauptrippe ein halbovaler, am Ende der- 
selben ein schiefer Fleck, blutroth oder gelbroth. Das Randfeld und 
Grund des Coriums gröber punktirt als die übrige Fläche. Membran 
tiefbraun, die Rippen dunkelbraun, schmal lichter gesäumt; der Rand 
ziemlich breit schmutzigweiss gesäumt. 
Sg 31%. In den Pyrenäen vom Herın Mink entdeckt. 


42. Strachia cyanea Fieb. Rein Blau. Kopf, Pronotum und 
Schild schwärzlichblau, metallisch grün schimmernd. Rücken blutroth, 
die Schienen an den Seiten, die vorletzte Schiene auf der Mitte, die 
letzte Schiene und der Afterdeckel ganz schwarz. Connexivum schwarz- 
grün, der Rand und an den Einschnitten ein Strich weissgelblich. 
Unterseite rein blau, glänzend, an den Seiten grob, übrigens sehr fein 
zerstreut punktirt, jederseits gegen die Mitte auf der 2. bis 5. Schiene 
ein hellrother, innen am Hinterrande zahnförmig vorspringender Streif; 
letzte Schiene schwarzblau, rothgelb gerandet. Pronotum zerstreut 
grobpunktirt, vorn ein breiter Querwulst bis in die Halswinkel gebogen 
und erweitert, daselbst oben ein Grübchen, Hinterhälfte des Pronotum 
quergewölbt. Die Seiten des Pronotum gerade, vorn breit aufgerichtet, 
zur Schulter verschmälert, der Randkiel meist weisslich. Schild grob 
punktirt, querrunzelig, mit merklichem Mittelkiel, die stumpfe Schild- 
spitze herabgedrückt. Halbdecken grobpunktirt, besonders im Rand- 
feld sehr tief und gröber punktirt, der Rand vom Grunde zur Mitte 
gerade, mit aufgeworfenem Kiel, dann unter sehr stumpfem Winkel 
eben zur Ecke. Membran tief rauchbraun, metallisch grün bronze- 
artig glänzend, Rippen dunkelbraun. Flügel bräunlich, die Rippen 
schwarz. Kopf vorn trapezförmig, fast gestutzt, der Rand kielförmig 
aufgeworfen. Schnabelscheide schwarz. Fühler und Beine schwarz, 
stahlgrün schimmernd. © 3 Lin. Von Herrn Mink in den Pyrenäen 
gesammelt und mir als Strachia lineola Bärensp. mitgetheilt, welche 
sich aber durch gefleckte und gezeichnete Ober- und Unterseite, den 
schwarzen Rücken und gefleckte Beine unterscheidet. 


233 


Fam. Cydnidae. 
Cydnus. 


43. Cydnus aciculatus Fieb. ist verwandt und ähnlich dem 
Cydnus punctulatus Costa. (€. Helferi Fieb. der eur. Hem.) Beide 
sind in Form des Körpers gleich. Die Fühler pechbraun, in Länge 
und Stärke der Glieder bei beiden gleich, mit gleicher Lage der 
Grübchen für die Borsten auf dem Kopf, Pronotum, und dem Rande 
der Halbdecken. Beine schwarz bis pechbraun. Fussglieder gelb. 
Schnabel pechbraun. Kopf, Pronotum und Schild schwarz, seltener 
pechbraun oder rostbraun, bei nicht ausgereiften Exemplaren. 

Kopf fein punktirt, an den Seiten fein nadelrissig. Seiten des flach- 
gewölbten, querüber auf der Mitte eingedrückten Pronotum, bis zu 
dem Grübchen schief nadelrissig fein runzelig; Hinterhälfte nieder- 
gedrückt, fein punktirt, mit zwei merklichen Querschwielen über die 
ganze Breite, zwischen welchen je eine feine Querlinie. An dem Aus- 
schnitt vorn am Pronotum eine eingedrückte Furchenlinie gegen jedes 
Grübchen, vom Ausschnitt über die Bogenlinie fein nadelrissig. Corium 
hinten feiner punktirt als vorn, die Hauptrippe mit den zwei sie 
begleitenden Punktreihen vor der Membrannaht endend. Membran 
braungelblich, ein breiter Grundstreif und die Grundhälfte von drei 
Rippen, dann der Saum breit weisslich; zwischen dem ersten und 
zweiten lichten Strich ein brauner verwaschener Fleck. 

o 11, Lin. Um Crefeld von Herrn Mink entdeckt. 


44. Cydnus punctulatus Costa. Gent. Reg. Neap. 2. 188. T.5. 
Fig. 11. — Cydnus Helferi Fieb. eur. Hem. p. 364. 6 unterscheidet 
sich vom Vorigen durch Nachstehendes: 

Kopf ziemlich stark punktirt. Pronotum flachgewölbt ohne Quer- 
eindruck auf der Mitte, die Seiten bis gegen die Schulter stärker, 
die Hinterhälfte und besonders die Mitte des Pronotum fein und zer- 
streut punktirt. Die Hauptrippe des Corium mit den zwei Punktreihen 
bis an dieMembrannaht reichend. Membran gleichfärbig, bis an den 
Rand bräunlich; Grund hell, auf der Grundmitte der braunen Färbung 
ein dunkler brauner Querfleck, nach innen drei merkliche Rippen braun, 


234. 


Verzeichniss der beschriebenen Arten. 


(Die durchschossen gedruckten sind neu.) 


Corisa. 

1. lugubris Fieb. 
. coxalis Fieb. 
. Mayri. 
. selecta. 
Fussi. 
. Rogenhoferi. 


oa mwm 


Aradus. 


7. aterrimus. 


Orthostira. 
8. coneinna. 
9. cervina Germ. 


d platychila Fieb. 


Salda. 
10. Gamma. 


Plinthisomus. 


41. minutissimus Mink. 


Plinthisus. 
12. convezus. 
13. brevipennis Lat. 


Trapezono£us. 
1k. distincetus. 
15. distinguendus Flor. 


Beosus. 
16. Douglasi. 


Calocoris. 
17. fornicatus. 
18. striatellus F. 
419. Kolenatii. 


Halticus. 
20. intricatus. 
arenarius Kbm. 
21. pallidicornis L. 
22. macrocephalus. 


Orthocephalus. 
23. bivittatus. 
2%. rhyparopus. 
25. Freyi. 


Alractotomus. 
26. punctipes. 
27. pini Dougl. Scott. 
28. oculatus Kbm. 


Oncotylus. 
29. punctipennis. 


Tinicephalus. 
30. obsoletus. 


Criocoris. 
31. tibialis. 


Psallus. 
32. Fieberi Doug). 


Agalliastes. 

33. prasinus. 

34. tibialis. 

35. evanescens Boh. 

36. pulicarius Fall. 

37. Kolenatiü Flor. 

38. nigritulus Zett. 

39. modestus Mey. 
atropurpureus Kbm. 
gracilicornis Schlz. 
pitiophilus Flor. 

40. Meyeri. 


Strachia. 
41. cognata. 
42. cyanca. 


Cydnus. 
43. intricatus. 
4A. punctulatus Cost. 
Helferi Fieb. 


———8509— 


235 


Acmastes Haroldii Schaum, 


eine für die europäische Coleopteren-Fauna neue Gattung und Art aus 
der Familie der Carabiden. 


Bei Gelegenheit des Ordnens der Carabicinen des k. k. zoolog. 
Cabinetes kam mir ein Käfer unter die Hand, welchen ich in dieser 
Familie in keiner von Lacordaire aufgeführten und sonst beschrie- 
benen Gattungen einzureihen vermochte, obwohl dessen Verwandtschaft 
mit Daptus Fisch. in der Rippe der Cratocerides Lac. nicht zu 
verkennen war. 

Bei Gelegenheit einer an Herrn Prof, Dr. Schaum in Berlin 
im Monate März 1. J. gemachten Sendung schloss ich unter mehreren 
anderen Determinandis auch diesen Carabiciden bei, welcher laut 
Originalbezettelung von Herrn J. Natterer auf seiner Reise nach 
Brasilien zweifelsohne im südlichen Spanien gesammelt worden war. 

Der geehrte Herr Doctor, welcher die Carabiden-Familie zum 
Hauptgegenstande seiner Jüngsten entomologischen Studien erwählte, 
bestimmte diesen Käfer als Acmastes Haroldii sibi, neue Gattung 
und Art, auf ein einzelnes, in Freiherrn v. Harold’s Sammlung zu 
München befindliches, aus Mogador stammendes Exemplar begründet, 
und im Journal of Entomology Nr. VIII, 1863 beschrieben und ab- 
gebildet daselbst Vol. II, pl. IV. 

Ich führe diessfalls die eigenen Worte aus Herrn Dr. Schaum’s 
Briefe, ddo. Berlin, 1. Mai 1864, hier an. Sie lauten: 

„Das Acinopus-artige Thier Nr. 315 ist doch wohl nicht aus 
„Spanien, sondern von Mogador. Dort wenigstens fing Harold 
„das allerdings viel grössere Exemplar, das ich als Acmastes 
„Haroldii in der beifolgenden Broschüre (ein Separatabdruck aus 
„oberwähntem Journale) abgebildet habe.“ 

Da es nun keinem Zweifel unterliegt, dass das fragliche Exem- 
plar, welches sich zu Jedermanns Ansicht in der k. k. Museal- 
Sammlung aufbewahrt befindet, von Herın J. Natterer in Süd- 
spanien gesammelt wurde, indem: 

1. Derselbe auf seiner Reise nach Rio sich einige Zeit in der 
Gegend von Algeciras auflielt und die Ergebnisse seines dortigen 
Fanges einsendete, worunter sich auch das fragliche Exemplar befand. 

2. Derselbe die afrikanische Nordküste weder auf seiner Hin- 
noch Rückreise berührte. 


236 

3. Das in Frage stehende Stück auch von der Hand des Herra 
Vorstandes des zoolog. Hofcabinetes, Dr. L. Redtenbacher, welcher 
damals noch Assistent an dieser k. k. Hofanstalt war, mit „Natt. 
Hisp.“ bezettelt erscheint. 

4. Dasselbe ganz ordnungsmässig durch die rechte Flügeldecke, 
u. z. auf einer Wiener Insectennadel, wie sich deren Natterer 
überhaupt zu bedienen pflegte, gespiesst erscheint, mithin auch die 
mögliche Einwendung hinwegfällt, dass derselbe dieses Stück in Spa- 
nien durch Tausch oder Kauf acquirirt haben könne, glaube ich die 
eingangs aufgestellte Behauptung mit Fug und Recht aufrecht erhalten 
zu können, dass ohne alle Zweifel dieses Exemplar in Südspanien 
gefangen, daher diese interessante neue Gattung und Art der euro- 
päischen Coleopteren-Fauna beizuzählen sei. 

Abgesehen von den eben erwähnten schlagenden Gründen, welche 
diese Annahme rechtfertigen, sprechen auch noch Analogien dafür. 
Welchen Fachgelehrten ist nicht die grosse Uebereinstimmung der 
nordafrikanischen mit der südeuropäischen Insectenfauna bekannt, 
welche sich notorisch näher steht als selbst die süäd- und nordeuropäische. 

Endlich deutet die Zwerghaftigkeit des in Frage stehenden, 
kaum 6 Linien langen Exemplares, gegen den marokkanischen von 
91/, Linien Länge, gleichfalls auf eine, wahrscheinlich durch die wohl 
um ein Paar Breitengrade nördlicheren Fundort bedingte Verküm- 
merung dieses Thieres hin, welches übrigens, ausser der geringeren 
Grösse in nichts vom typischen Exemplare abzuweichen scheint, wie 
Dr. Schaum’s unzweifelhafte Bestimmung und die Vergleichung 
seiner Beschreibung und trefflichen Abbildung zur Genüge erweisen. 

Der süddeutsche Entomologe. 


—-— es. 2. — 


Anzeige. 


Tafel 1 —3 des diessjährigen Bandes sind nebst allen Schmetterling- 
tafeln der früheren Jahrgänge a 5 Silbergroschen per Blatt zu haben, wenn 
uns der Betrag directe und franco zugeht. 

Im Buchhandel muss der Preis bedeutend erhöht werden. 


Die Redaction. 


Verantwortl. Redacteure u. Herausgeber : Julius Lederer und Ludwig Miller. 
Gedruckt bei Carl Veberreuter, Alserstrasse Nr. 24. 


WIENER 
Entomologische Monatschrift. 


Redaction und Expedition: In Commission bei 
Landstrasse, Gärtnergasse Nr. 20. Carl Gerold’s Sohn, Stadt Nr. 625. 


Nr. 8. VIII. Band. August 1864. 


Die österreichischen Hemerodromia-Arten. 
Von 


Director Dr. H. Loew in Meseritz. 


Die Gattung Hemerodromia wird gegenwärtig gewöhnlich, und 
zwar nicht mit Unrecht, auf diejenigen Arten der Meigen’schen 
Gattung Hemerodromia beschräukt, welche nur eine ganz kurze Fühler- 
borste besitzen, und bei denen sowohl die dritte als vierte Längs- 
ader gegabelt sind. Ich nehme sie hier in demselben Sinne, da die 
von Herrn Bigot vorgenommene weitere Zerlegung derselben bei der 
geringen Anzahl der bisher bekannt gewordenen Arten für jetzt noch 
völlig entbehrlich ist; sollte sich die Artenzahl sehr vermehren, 
so wird die Annahme kleinerer Gattungen zweckmässig werden. 

Diejenigen Arten, von denen ich österreichische Exemplare 
besitze, lassen sich leicht in folgender Weise übersehen: 


I. Discoidalzelle vorhanden. 
sp. 1. precatoria Fall. 


ll. Discoidalzelle fehlt. 

A. Analzelle vorhanden. 

spec. 2. nigriventris n. Sp. 
B. Analzelle fehlt. 
a. Vierte Längsader gabelt sich ziemlich weit jenseits 
der Mündung der zweiten Längsader. 
sp. 3. raptoria Meig. 
Wiener entomol. Monatschr. VIIL. Bd. 17 


b. Vierte Längsader gabelt sich ein wenig vor der Mün- 
dung der zweiten Längsader. 
1. Schildchen gelb. 
sp. 4. oraltoria Fall. 


2, Schildehen sammtschwarz. 
sp. 5. unilinealta Lett. 


’ 


Beschreibung der Arten. 


Sp. 1. Hemerodromia preeatoria Fall. J et @. — Alae cellulis 
discoidali et anali praeditae. — Long. corp. 1% —2Yz lin. — 
long. al. 114 5— 21, lin. 

Synon. Tachydromia precatoria Fall. Emp. 10. 12. 
Hemerodromia precatoria Walk. Br. Dipt. I. 143. 1. 
var. 1. Tachydromi« precatoria Fall. Emp. 34. 12 (maximä 
ex parte). 
Hemerodromia precaloria Zett. Dipt. Sc. I. 266. 7. 
var. 2. Hemerodromia monostigma Meig. III. 62. 1. 
Hemerodromia precatoria Meig. Ill. 63. 2. 
Hemerodromia monostigma Zett. Dipt. Se. I. 267. 8. 
Hemerodromia monostiygma W alk. Br. Dipt. 1.143. !- 


var. 3. Hemerodromia melanocephala Hal. Ent. Mar. I. 
Hemerodromia flavella Z4ett. Ins. Lapp. 543. 4. 
Hemerodromia flavella Walk. Br. Dipt. I. i44. 3. 


Das ausgefärbte Insect. — Kopf schwarz, von weisslicher 
Bestäubung grau; das schmale Gesicht schneeweiss, so dass die 
Grundfarbe nicht zu ermitteln ist; der Rüssel und die Taster blass- 
gelblich, ersterer an der Spitze gewöhnlich gebräunt oder geschwärzt. 
Fühler weisslich oder weissgelblich, in der Regel, doch nicht immer 
an der Spitze in verschiedener Ausdehnung geschwärzt. Der ganze 
Thorax schwarz, aber von ziemlich weisslicher Bestäubung aschgrau, 
wenn man den Thoraxrücken von vorn oder von hinten beleuchtet; 
so zeigt sich eine ansehnliche, graulichweisse Mittelstrieme, welche 
jederseits von einer äusserst breiten, schieferschwarzen Stiieme ein- 
gefasst wird. Schildchen und Hinterrücken mit dem übrigen Thorax 
gleichfärbig. Oberseite des Hinterleibs schwarz oder schwarzbraun, 
nur der Hinterrand des letzten, bei dem Weibchen zuweilen auch des 
vorletzten Abschnitts schmutzig weisslich; der Hinterrand der übrigen 


Abschnitte hat eme helle Bestäubung, welche aber nur bei günstiger 
Lage gegen Licht und Auge und nur gegen den Seitenrand des 
HUinterleibes hin sichtbar wird, so dass dann die schwarze Färbung 
der Oberseite am Hinterrande jedes Segments einen hellen Einschnitt 
zu haben scheint, welcher in der Wirklichkeit nicht vorhanden ist. 
Bauch im Leben stets weisslich, nach dem Trockenwerden oft gelb- 
bräunlich. Das Hypopygium des Männchens in der Regel ganz 
schwarz, indessen der Wulst, welcher an der Unterseite den Anfang 
desselben bildet, oft bräunlichgelb oder weisslich. Die Legröhre des 
Weibchens schwarz. Beine hell weissgelblich; die beiden letzten 
Fussglieder braun oder schwarz. Flügel glasartig, mit deutlicher 
Anal- und trapezoidaler Discoidalzelle; das Randmal schwarz, kurz, 
fast rund, das Ende der Marginalzelle ausfüllend; das äusserste Ende 
der zweiten Längsader bildet einen Bogen von starker Krümmung; 
Adern schwärzlich, nur an der alleräussersten Flügelbasis gelblich. 

Man findet von dieser überall gemeinen Art fast eben soviel 
unausgefärbte als ausgefärbte Stücke. Es lassen sich nach dem Grade 
der Ausfärbung ziemlich gut, wie ich es oben gethan habe, drei 
Varietäten derselben unterscheiden. 

Zur unausgefärbtesten oder dritten Varietät rechne ich alle 
diejenigen Stücke, bei denen das Randmal mit der übrigen Flügel- 
fläche gleichfärbig und der Thorax ganz gelb ist. Diese Art hat 
zuerst Haliday, der sie im 1. Bande des Entomological Magazin 
als Hemerodromia melanocephala beschreibt, als eigene Art unter- 
scheiden zu müssen geglaubt und in der That mit gewohnter Scharf- 
sichtigkeit dasjenige Merkmal aufgefunden, welches am meisten zu 
seiner Ansicht zu berechtigen scheint. Es läuft nämlich bei diesen 
Stücken die zweite Längsader nicht so bogenförmig in den Flügel- 
rand aus, als bei den oben beschriebenen ausgefärbten Stücken. Zu 
diesem Unterschiede lassen sich noch folgende hinzufügen: Die Flügel 
sind schmäler, die Flügeladeın sehr blass gefärbt, das ebenfalls vor- 
handene aber farblose Randmal ist länger und die Körpergrösse 
geringer; auch sind gewöhnlich die Vorderschenkel etwas weniger 
dick. Alle diese Unterschiede aber erweisen sich bei näherer Unter- 
suchung als unhaltbar. Die geringere Körpergrösse ist im Leben gar 
nicht vorhanden, sondern tritt erst nach dem Vertrocknen durch das 
stärkere Zusammenschrumpfen dieser stets unreifen Stücke ein. Eben 
so haben die Flügel im Leben vollkommen diejenige Gestalt, welche 
sie bei den ausgefärbten Exemplaren haben. Die bei den unreifsten 

17 “ 


240 


Stücken fast ganz farblosen Flügeladern sind bei etwas weniger 
unreifen in der Nähe der Flügelspitze, zuweilen auf der ganzen 
zweiten Hälfte des Flügels gebräunt oder schwärzlich gefärbt. Die 
grössere Länge des Randmals hat mich lange im Zweifel erhalten, 
ob diese Varietät nicht doch als eigene Aıt zu betrachten sei. Der 
Umstand, dass die Länge des Randmals bei verschiedenen Stücken 
verschieden, und zwar bei den unreiferen stets grösser ist, nimmt 
meines Erachtens auch diesem Merkmale seine specifische Bedeutung. 
Ich bin fest überzeugt, dass sich sowohl die verschiedene relative 
Länge und verschiedene Färbung des Randmals, als auch der Unter- 
schied in der Krümmung des äussersten Endes der zweiten Längsader 
auf folgende Weise erklären. Das Randmal enthält bei den aus- 
schlüpfenden Exemplaren den Rest der Flüssigkeit, welche vor dem 
Ausschlüpfen die beiden Flügelmembranen von einander trennt, bei 
der fortschreitenden Reifung des vollkommenen Insects schliessen sich 
diese beiden Membranen von der Basis des Randmales aus noch inniger 
an einander an und drängen so diesen Rest von Flüssigkeit mehr 
gegen die Spitze desselben hin, wo er allmälig völlig eintrocknet und 
dabei die braune und zuletzt schwarze Färbung annimmt. Mit dem 
Fortschreiten dieses Processes gewinnt das durch das Stigma aus- 
gefüllte Ende der Marginalzelle an Derbheit und Steifigkeit, so dass 
bei dem Trockenwerden reifer Exemplare die zweite Längsader die 
starke Krümmung ihrer Spitze beibehalten muss, welche sich bei 
Exemplaren mit noch weichem Randimale durch das Eintiocknen zu 
einem sanfteren Bogen ausgleicht. — Auch die gewöhnlich etwas 
geringere Dicke der Vorderschenkel kann mich in meiner Ansicht 
nicht wankend machen, da dieser Unterschied überhaupt ein etwas 
schwankender ist und da er sich ebenfalls durch die Folgen, welche 
das Eintrocknen unreifer Stücke haben muss, recht wohl erklären 


lässt. — Hemerodromia flaveola Zett. ist durchaus nichts anderes 
als gegenwärtige unreifste Varietät von Hemerodromia precatoria 
Fall. — Hinsichtlich der Ausdehnung der dunklen Färbung auf der 


Oberseite des Hinterleibes, des Vorhandenseins oder Fehlens einer 
theilweisen Schwärzung des Hypopygiums und der Legröhre, der 
Bräunung oder Schwärzung der beiden letzten Fussglieder weichen 
die Stücke gegenwärtiger Varietät unter einander vielfältig ab. — 
Den Uebergang zur folgenden Varietät bilden solche Exemplare, bei 
denen entweder das Randmal mehr oder weniger gebräunt, der Thorax- 
rücken aber noch ohne dunkle Längsstriemen ist; oder solche, welche 


241 
die beiden dunklen Längsstriemen des Thoraxrückens bereits besitzen, 
aber ein noch farbloses Randmal haben. Es scheint mir, als ob 
Hemerodromia trapezina Zett. auf Stücke letzterer Art begründet 
sei. Eine selbstständige Art, welche für Hemerodromia trapezina 
Zett. gehalten werden könnte, ist bisher in Deutschland noch nicht 
aufgefunden worden. 

Bei der zweiten Varietät ist der Thoraxrücken schon mehr 
bräunlichgelb gefärbt, lässt desshalb die helle Bestäubung deutlicher 
wahrnehmen und hat zwei schmale, ziemlich dunkelbraune, in Folge 
der Bestäubung grau erscheinende Längsstriemen; das Randmal ist 
braun, oft zum Theil schwarz. Schildchen und Hinterrücken sind 
entweder gelb, oder bei noch etwas ausgefärbteren Exemplaren braun, 
zuweilen ziemlich schwarzbraun. — Der Uebergang von dieser zweiten 
zur ersten Varietät ist ein allmäliger, so dass es oft schwer ist zu 
entscheiden, zu welcher dieser beiden Varietäten man ein vorliegendes 
Exemplar bringen soll, und welche derselben die Autoren bei der 
Anfertigung ihrer Beschreibung vor sich gehabt haben mögen. — 
Die Beschreibung, welche Fallen Empid. 34 von den später erhal- 
tenen Stücken der Hemerodromia precatoria gibt, scheint sich auf 
Stücke gegenwärtiger zweiten und der ersten Varietät zu beziehen 
Hemerodromia monostigma Meig. und precatoria Meig. scheinen 
mir entschieden hieher zu gehören. Hemerodromia monostigma Zett. 
gehört sowolıl nach Ausweis seiner Beschreibung, als nach einer 
grösseren Anzahl von ihm erhaltener Stücke unzweifelhaft hierher. 

Die erste Varietät entsteht aus der zweiten, indem zuerst 
Hinterrücken und Schildchen, so wie der Raum zwischen den beiden 
Rückenstriemen des Thorax eine mehr schwärzliche Grundfarbe an- 
nehmen, welche sich dann allmälig auch über die ganzen Brustseiten 
ausbreitet, so dass zuletzt nur die Oberseite des Thorax in der Nähe 
des Seitenrandes noch braungelblich gefärbt bleibt, während die helle 
Bestäubung dem ganzen Thorax ein aschgrauliches Ansehen gibt; das 
Randmal ist gewöhnlich bereits zum grössten Theile schwarz. — Ich 
besitze unter anderen vier Stücke dieser Varietät, von denen Zeller 
das eine, ich die anderen drei von Zetterstedt als Hemerodromia 
precatoria erhielten. Auch habe ich diese den ganz reifen Exem- 
plaren am nächsten kommende Varietät zweimal in copula gefunden, 
während mir von der zweiten und dritten nie copulirte Pärchen vor- 
gekommen sind. 


242 

Ich habe das Verhältniss so dargestellt, wie es mir nach sore- 
fältiger Beobachtung und Untersuchung einer sehr grossen Anzahl 
von Exemplaren erscheint. Zur Unterstützung meiner Ansicht kann 
ich noch anführen, dass ich diese Varietäten mehrmals gesellig bei 
einander angetroffen habe (im Juni bei Posen, im Juli bei Wernigerode 
und bei Salzbrunn), und dass im Baue der äusseren Genitalien der- 
selben kein Unterschied zu bemerken ist. Dass die drei ausführlicher 
besprochenen Varietäten nur eine einzige Art bilden, halte ich für 
absolut sicher, und dass die zuerst beschriebenen ganz ausgefärbten 
Exemplare ebenderselben angehören, für kaum zu bezweifeln. 


Sp. 2. Hemerodromia nigriventris nov. sp. 9. — Alae cellulä anali 
instructae, discoidali destitutae. — Long. corp. 11%, lin. — long. 
al. 13/, lin. 

Männchen. Schwarz, Kopf und Thorax von heller Bestäubung 
grau. Fühler gelblich, mit äusserst kurzer schwarzbrauner Borste. 
Augen durch das schmale gelblichweisse Gesicht getrennt. Taster 
gelblich. Rüssel schwarzbraun, obenauf zum Theil gelb. Der Thorax 
von heller, besonders auf seinem Rücken fast lehmgelblich gefärbter 
Bestäubung grau; in mancher Richtung zeigen sich auf dem Rücken 
zwei schmale, linienförmige Längsstriemen von schwärzerer Färbung, 
welche aber bei anderer Betrachtungsweise vollständig verschwinden. 
Hinterleib schwarz, auch der ganze Bauch; der Hinterrand der ein- 
zelnen Abschnitte ist mit sehr dünner weisser Bestäubung bedeckt, 
welche in den meisten Richtungen gar nicht sichtbar wird, in einer 
gewissen Richtung aber in der Nähe des Seitenrandes in auffallender 
Weise hervortritt; auch auf dem Bauche zeigt sich eine dünne weiss- 
liche Bestäubung, welche gegen den Hinterrand der einzelnen Ab- 
schnitte hin etwas dichter wird. Hypopygium schwarz. Hüften und 
Beine gelblich; das letzte Glied und der grössere Theil des vorletzten 
Gliedes der hinteren Füsse schwärzlich, das letzte Glied der Vorder- 
füsse nur ein wenig gebräunt. Flügel glasartig, doch bei weitem nicht 
so rein glasartig wie bei Hemerodromia precatoria, mit braungelb- 
lichen, in der Nähe der Flügelspitze mehr braunen Adern und mit 
der übrigen Flügelfläche gleichfarbigem Randmale; Marginalzelle 
nicht sehr schmal; die zweite Hinterrandszelle noch nicht 11/%mal so 
lang als die zweite Submarginalzelle; die Discoidalzelle fehlt und 
die zwischen der vierten. und fünften Längsader liegende Querader 
ist so gestellt, dass der drittletzte Abschnitt der vierten Längsader 


243 
etwas mehr als halb so lang als der vorletzte Abschnitt derselben 
ist; die Gabelung der vierten Längsader findet kaum etwas jenseits 
der Mündung der zweiten Längsader statt; die sechste Längsader 
und die hintere Wurzelquerader sind vorhanden und vollständig deutlich. 

Die Beschreibung ist nach zwei, wie es scheint, vollständig aus- 
gefärbten Männchen gemacht, welche ich im August bei Mürzzuschlag 
gefangen habe. 


Sp. 3. Hemerodromia raptoria Meig. J et Q. — Alae cellulis dis- 
coidali et anali nullis, basi cellulae posterioris secundae ab alae 
basi longius remotä, quam venae secundae finis. — Long. corp. 
1%1a lin. — long. al. 1%, lin. 

Synon. Hemerodromia raptoria Meig. VI. 341. 10. 
Hemerodromia raptloria Zett. Dipt. Sc. I. 264. 4. 


Kopf schwarz, von heller Bestäubung grau. Fühler gelblich, 
mit schwarzbraunem Griffel, der wenig länger als bei Hemerodromia 
nigriventris ist. Augen auf der Mitte des Gesichts bei beiden Ge- 
schlechtern zusammenstossend; der über diesem Punkte liegende Theil 
des Gesichtes ist äusserst schmal und weiss, der unter demselben 
liegende Theil bildet ein ganz kleines, gelblichweisses Dreieck. Rüssel 
und Taster blassgelblich. Schultern und Brustseiten gelblich, der 
über den hinteren Hüften liegende Theil derselben schwärzlich, aber 
von heller Bestäubung grau. Die Oberseite des Thorax ist mit Aus- 
nahme der Schultern und einer ziemlich ansehnlichen gelben oder 
bräunlichgelben Mittelstrieme schwarz, erhält aber von der ziemlich 
dichten hellen Bestäubung ein ganz graues Ansehen; zuweilen zieht 
sich von der Schulterschwiele aus ein schmaler gelber Streif in das 
Schwarze hinein, was aber in Folge der die Grundfarbe verdeckenden 
Bestäubung nur in wenigen Richtungen wahrgenommen werden kann. 
Schildehen gelb oder bräunlichgelb. Hinterrücken schwarzgrau. Ober- 
seite des Hinterleibs braunschwarz, der letzte Abschnitt und der 
Hinterrand des vorletzten Abschnitts gewöhnlich gelblich, so dass sich 
vor dem schwarzen Hypopygium des Männchens, wie vor der schwarzen 
Legröhre des Weibchens ein ziemlich auffallendes gelbliches Quer- 
band zeigt. Der ganze Bauch ist gelblich. Beine hellgelblich; die 
Spitze der Füsse gebräunt, besonders diejenigen der hinteren. Flügel 
glasartig, aber nicht so rein glasartig wie bei Hemerodromia preca- 
toria, mit gelbbraunen oder braunen Adern, ohne Discoidal- und 
Analzelle, so wie ohne Stigma; die zweite Längsader ist erheblich 


244 
kürzer als bei den anderen hier beschriebenen Arten, aber etwas 
länger als bei Hemerodromia albicornis und liegt dem Flügelrande 
ziemlich nahe; die vierte Längsader gabelt sich erst weit jenseits 
der Spitze der zweiten Längsader und die zwischen der vierten und 
fünften Längsader befindliche Querader ist so gestellt, dass der dritt- 
letzte Abschnitt der vierten Längsader etwa halb so lang als der 
vorletzte Abschnitt derselben ist. Die Analzelle fehlt ganz, doch 
zeit sich von dem Vorderende der hinteren Wurzelquerader ein 
kurzes, undeutliches Rudiment und da, wo bei den vorigen beiden 
Arten die sechste Längsader liegt, befindet sich eine Falte, welche 
bei gewisser Betrachtungsweise fast wie eine Längsader aussieht. 
Die Beschreibung ist nach Exemplaren, welche ich für völlig 
ausgefärbt halte, angefertigt; ich fand das Weibchen auf dem Wiener 
Schneeberge; beide Geschlechter sind mir in hiesiger Gegend, wie in 
Schlesien, aber immer nur einzeln vorgekommen. 


Anmerkung. Ueber die richtige Deutung der Meigen’schen Be- 
schreibung kann kein Zweifel erhoben werden. Zetterstedt 
scheint unter demselben Namen etwas weniger ausgefärbte und 
ihrer Bestäubung zum Theil beraubte Exemplare beschrieben zu 
haben; es bestätigt mich in dieser Ansicht, die von ihm gemachte 
Bemerkung, dass Vorderhüften und Vorderschenkel etwas länger 
als bei Hemerodromia unilineala zu sein scheinen. 


Sp. 4. Hemerodromia oratoria Fall. J et ©. — Seutellum flavum; 
alae cellulis discoidali et anali nullis, fine venae secundae ab 
alae basi paulo longius remoto, quam basis cellulae posterioris 
secundae. — Long. corp. 1%,—1°/2 lin. — long. al. 1742 lin. 
Synon. Tachydromia oratoria Fall. Emp. 11. 13 et 34. 13. 

Hemerodromia oratoria Meig. 11l. 63. 3. 
Hemerodromia oratoria Zett. Lapp. 542. 1. 
Hemerodromia oraltoria Zett. Dipt. Se. 1. 262. 2. 
Hemerodromia oratoria Walk. Dipt. Br. I. 144. 6. 


Gelblich, Kopf schwarz, von weisser Bestäubung grau; der vor- 
derste Theil der Stirn wenigstens bei unausgefärbten Exemplaren 
weisslich. Fühler weissgelblich, mit kurzer, gewöhnlich dunkler ge- 
färbter Endborste. Die Augen bei beiden Geschlechtern durch das 
weisse schmal linienförmige Gesicht getrennt. Rüssel und Taster 
weissgelblich. Der Thorax ist bei unreifen Exemplaren ganz und gar 
gelblich; bei etwas reiferen geht die Färbung seiner Oberseite mehr 


245 


in eine bräunlichgelbe über und zugleich zeigt sich eine feine braune 
oder schwärzliche Mittellinie, welche aber von der bei solchen Exem- 
plaren sich schon bemerklicher machenden hellen Bestäubung etwas 
verdeckt wird; bei weiterem Reifen der Exemplare zeigt sich zu jeder 
Seite neben dieser Mittellinie noch eine gleichgefärbte, vorn gewöhn- 
lich verkürzte Längslinie, dann füllt sich der ganze Raum zwischen 
diesen Linien allmälig mit dunkler Färbung aus, so dass eine breite 
dunkle Mittelstrieme entsteht, während zugleich die helle Bestäubung 
sehr bemerkbar wird und der Oberseite des Thorax ein aschgraues 
Ansehen gibt; nur selten verbreitet sich die dunkle Färbung noch 
weiter nach dem Seitenrande hin. Die Brustseiten sind auch bei den 
dunkelsten Exemplaren, welche ich besitze, nur bräunlichgelb gefärbt, 
lassen aber bei diesen die weisse Bestäubung, besonders auf ihrer 
Mitte, deutlich erkennen. Hinsichtlich der Färbung des Thorax bei 
beiden Geschlechtern findet kein so bestimmter Unterschied statt, 
wie er aus den Beschreibungen von Fallen und Zetterstedt her- 
vorzugehen scheint. Schildchen gelblich, zuweilen etwas bräunlich- 
gelb. Oberseite des Hinterleibs bei weniger ausgefärbten Exemplaren 
braun, bei ausgefärbten braunschwarz; das Hypopygium des Männchens 
und die sehr spitze Legröhre des Weibchens bei ausgefärbten Exem- 
plaren schwarz; bei dem Männchen ist gewöhnlich der vorletzte 
Hinterleibsring gelb und der letzte grösstentheils grau, oder es sind 
beide gelb. Bauch im Leben weissgelblich. Beine weissgelblich. Vor- 
derschenkel stark verdickt, die Spitze der Füsse höchstens gebräunt, 
bei keinem meiner Exemplare geschwärzt, bei unreiferen Stücken meist 
kaum mit der Spur einer Bräunung. Flügel glasartig, mit gelblichen, 
in der Nähe der Flügelspitze gewöhnlich bräunlicheren Adern, ohne 
Randmal und Discoidalzelle, so wie ohne sechste Längsader und hintere 
Wurzelquerader; die zweite Längsader ist lang und liegt dem Flügel- 
rande ziemlich nahe; ihr Endpunkt liegt etwas weiter von der Flügel- 
wurzel entfernt als die Gabelungsstelle der vierten Längsader; die 
zwischen der vierten und fünften Längsader befindliche Querader ist 
so gestellt, dass der vorletzte Abschnitt der vierten Längsader ge- 
wöhnlich 2'/,mal so lang als der drittletzte ist. 

Ich habe diese Art öfters in einzelnen Exemplaren, unter 
anderem im Juli bei Karlsbrunn gefangen. 
Anmerkung. Heır Zetterstedt hat in den Dipt. Scand. die 


Hemerodromia oratoria Meig. nicht als Synonymon zu Heme- 
rodromia oratoria Fall., sondern als ein seiner Meinung nach 


246 


sicheres Synonymon zu seiner Hemerodromia unilineata gestellt 
und sich dahin ausgesprochen, dass Hemerodromia albicornis 
Meig. von oratoria Fall. nicht erheblich abzuweichen scheint. 
Bei der Deutung von Hemerodromia oratoria Meig. handelt es 
sich bisher lediglich um die Interpretation der Meigen’schen 
Beschreibung. Gegen die Deutung derselben auf Hemerodromia 
unilineata Zett. spricht der Umstand sehr, dass Meigen das 
allerauffallendste Merkmal letzterer Art, nämlich das sammt- 
schwarze Schildchen, gar nicht erwähnt, auch der schwarzbraunen 
Färbung des Hinterrückens nicht gedenkt. Die von Meigen 
gegebene Flügelabbildung passt besser zu Hemerodromia oratoria 
Fall. als zu Hemerodromia unilineata Zett. hinsichtlich der 
Gestalt der zweiten Hinterrandszelle, hinsichtlich der Lage des 
Gabelungspunktes der vierten Längsader gegen den Endpunkt 
der zweiten Längsader, endlich hinsichtlich des Verhältnisses des 
drittletzten zum vorletzten Abschnitte der vierten Längsader, 
welches m Meigen’s Figur etwa wie 1:11%, bei Hemerodromia 
oratoria Fall. wie 1:2—21/,, bei Hemerodromia unilineala Zett. 
wie 1:3—4 ist. Die Beschreibung der bei Meigen unmittelbar 
auf Hemerodromia oratoria folgenden Hemerodromia albicornis 
zeigt, dass die Beschaffenheit des Gesichtes eines derjenigen Unter- 
scheidungsmerkmale ist, welchen Meigen besondere Aufmerk- 
samkeit zugewendet hat; in der Beschreibung von Hemerodromia 
oraloria sagt er nichts von einem Zusammenstossen der Augen 
auf dem Gesichte, welches er doch bei Hemerodromia albicornis 
ausdrücklich hervorhebt; auch dieser Umstand spricht für die 
Ansicht, dass er die echte Hemerodromia oratoria Fall., bei 
welcher die Augen durch das schmale Gesicht getrennt sind und 
nicht Hemerodromia unilineata Zett., bei welcher sie auf dem 
Gesichte zusammenstossen, vor sich gehabt haben möge. Das- 
jenige Merkmal, welches Zetterstedt bestimmthat, Hemerodromia 
oratoria Meig. für seine Hemerodromia unilineala zu halten, 
ist offenbar die braune Längslinie des Thorax, von welcher 
Meigen spricht. Da sich eine solche bei Hemerodromia ora- 
toria Fall. häufig findet, entscheidet dieses Merkmal gar nichts; 
überdiess dürfte Meigen die hinten stark erweiterte schwarze 
Thoraxlinie der Hemerodromia unilineata doch wohl in etwas 
anderer Weise beschrieben haben. — Dass Hemerodromia albi- 
cornis Meig. mit auf dem Gesichte zusammenstossenden Augen, 
verkürzter zweiter Längsader und weniger verlängerten Vorder- 
hüften von Hemerodromia oratoria Fall. recht wesentlich ver- 
schieden ist, ist selbstverständlich. 


247 


Sp. 5. Hemerodromia unilineata Zett. J et @. — Seutellum atrum; 
alae cellulis discoidali et anali nullis, fine venae secundae ab 
alae basi longius remoto, quam basis cellulae posterioris secundae. 
— Long. corp. 1%, —1%ıa — long. al. 1'745 lin. 

Synon. Hemerodromia unilinealta Zett. Dipt. Se. I. 263. 3. 
Hemerodromia wnilineata Walk. Dipt. Br. I. 144. 4. 
Weissgelblich. Kopf schwarz, von weisslicher Bestäubung etwas 
grau, das vorderste Ende der Stirn wenigstens bei ausgefärbten Exem- 
plaren weisslich. Fühler gelblichweiss, mit kurzer, gewöhnlich dunkler 
gefärbter Borste. Augen bei beiden Geschlechtern auf der Mitte des 

Gesichtes zusammenstossend. Rüssel und Taster weissgelblich, Der 

Thorax ist bei ausgefärbten Exemplaren ziemlich rothzelb und hat 

stets eine dunkelbraune oder schwarze linienförmige Mittelstrieme, 

welche sich auf dem Hinterrande desselben keilförmig erweitert. 

Schildchen sammtschwarz. Hinterrücken schwarzbraun, nur bei un- 

ausgefärbten Exemplaren zuweilen noch gelblich. Hinterleib obenauf 

schwarzbraun oder schwarz; die Hinterränder der einzelnen Abschnitte 
erscheinen bei mancher Betrachtungsweise heller, wahrscheinlich in 

Folge hellerer Bestäubung; das Männchen hat vor dem schwarzen 

Hypopygium in der Regel eine mehr oder minder breit? gelbe Quer- 

binde; die kurze Legröhre des Weibchens ist bei ausgefürbten Exem- 

plaren ebenfalls schwarz. Bauch gelblich, doch erstizckt sich bei 
dem Weibchen die schwarze Färbung der Oberseite zıweilen auch 
auf die Unterseite des letzten Abschnitts. Beine weissgelblich; Vor- 
derschenkel mässig verdickt; Spitze der hintersten Füs® gewöhnlich 
gebräunt oder geschwärzt, zuweilen auch die der mittelsten. Bei 
einem Männchen meiner Sammlung zeigt die äusserste Spitze der 

Hinterschienen eine auffallende Verdunkelung. Flügel zlasartig mit 

gelblichen oder bräunlichen Adern, ohne Randmal und Discoidalzelle, 

so wie ohne hintere Wurzelquerader und ohne sechste Längsader ; 
die zweite Längsader verhältnissmässig lang, dem Flügelrande ziem- 
lich naheliegend; die vierte Längsader gabelt sich weiter vor der 

Mündung der zweiten Längsader als bei Hemerodromia oratoria 

Fall. und die zweite Hinterrandszelie ist schmäler als bei dieser; 

die zwischen der vierten und fünften Längsader befindliche Querader 

ist so gestellt, dass der vorletzte Abschnitt der vierten Längsader 
drei- bis viermal so lang als der drittletzte ist. 

Die Art ist nicht gar selten und vonZeller auch in Kärnthen 
gefunden worden. 


248 


Anmerkung 1. Zetterstedt’s Beschreibung passt auf diese, 
übrigens leicht kenntliche Art so gut, dass die Richtigkeit der 
Bestimmung nicht zu bezweifeln ist. Durch die Kürze der Leg- 
röhre hat er sich verleiten lassen, in den von ihm beschriebenen 
Exemplaren Männchen zu vermuthen, während es Weibchen sind. 
Das Hypopygium des Männchens weicht in seiner Gestalt von 
dem des Männchens der Hemerodromia oratoria Fall. nicht 
merklich ab. — Hemerodromia unilineata Walk. habe ich im 
Vertrauen auf Haliday’s Sorgfalt in der Bestimmung der Arten 
seiner Sammlung hierhergezogen, da Walker’s Beschreibung 
nach Exemplaren der Haliday’schen Sammlung angefertigt ist; 
Walker’s ungenügende Beschreibung würde für sich allein keine 
Gewissheit geben, dass die Art hierher gehört. 


Anmerkung 2. Obgleich Herr Macquart eine besondere, auch die 
Gattung Hemerodromia umfassende Monographie publieirt, diese 
Gattung nochmais in den Dipteres du Nord de la France bear- 
beitet und zum dritten Male in den Suites a Buffon behandelt 
hat, habe ich weder die von ihm beschriebenen Arten, noch die 
von ihm errichteten Gattungen erwähnen mögen, da wohl schwer- 
lich irgend Jemand in den Schriften desselben Belehrung suchen 
wird. In der That sind die Mehrzahl seiner Beschreibungen 
entweder nur Excerpte aus Meigen und dann oft von groben 
Uebersetzungsfehlern entstellt, oder sie enthalten so offenbar 
falsche Angaben, dass sie sich gar nicht mit Sicherheit deuten 
lassen. Was soll man mit einer Hemerodromia monostigma 
anfanger, welche undeutliche Palpen, eine verlängerte Fühler- 
borste ınd eine unvollständige Analzelle haben soll, in den 
übrigen Merkmalen aber mit der von Meigen als Hemerodromia 
monostiema beschriebenen Art übereinstimmt? Oder wohin soll 
man eine Hemerodromia precatoria stellen, welche zwei Sub- 
margina-, drei Hinterrandszellen, aber keine Analzelle haben 
soll, wihrend Macquart’s Angaben offenbar nur eine Compi- 
lation aus Meigen’s Beschreibung und aus Meigen’s, durch 
ein Versehen unvollendet gebliebener Flügelabbildung sind, welche 
letztere Macquart in einer carrikirenden Copie wiedergibt. 


Anmerkung 3. Gern hätte ich bei dieser Gelegenheit eine Aus- 
kunft über Sicus raptor Latr. gegeben, welchen Meigen als 
synonym zu Phyllodromia melanocephala ansieht, und den Mac- 
quart, 2ls er seine Monographie der Empiden schrieb, für die 
Meigen’sche Hemerodromia monostigma gehalten zu haben scheint, 
da die in jener Schrift beschriebene Chelifera raptor doch wohl 
diese Art ist. — Nach einer beiläufigen Bemerkung Zetter- 
stedt’s zeigt die Latreille’sche Flügelabbildung die dritte und 
vierte Längsader gegabelt, so dass Meigen’s Deutung als ent- 
schieden unrichtig angesehen-ws»den muss, während die Mac- 


249 
quart’sche vielleicht richtig sein kann. Ob sie es wirklich ist, 
kann nur durch die Vergleichung der mir nicht zugänglichen 
Latreille’schen Flügelabbildung ermittelt werden. 


Wozu noch eine Aufzählung und Auseinandersetzung der öster- 
reichischen Hemerodromia-Arten, nachdem die österreichichen Dipte- 
ren vom Dr. Schiner in zwei dicken Bänden der Fauna austriaca aus- 
einandergesetzt worden sind? Ist das nicht eine Ilias post Homerum? 
Um die Antwort auf diese leicht vorauszusehenden Fragen nicht 
schuldig zu bleiben, wird es doch wohl nöthig werden, die Gattung 
Hemerodromia im 1. Bande des Schiner’schen Werkes aufzuschlagen 
und ihre Bearbeitung etwas näher anzusehen, damit wir nicht nur 
wissen, dass wir die Schiner’sche Fauna haben, sondern auch 
erfahren, was wir an derselben haben. 

Zunächst die Ueberschrift. Vergleicht man sie mit anderen 
Gattungsüberschriften, so lässt sich zunächst soviel erkennen, dass der 
Verfasser allemal zuerst den Autor des Gattungsnamens und die 
Zeit der Ertheilung desselben hat angeben wollen, wogegen sich 
gewiss nichts einwenden lässt. Dass aus seiner Angabe nicht zu 
ersehen ist, welche Stellung seine Gattung Hemerodromia zur Mei- 
gen’schen Gattung Hemerodromia einnimmt, scheint er übersehen oder 
für gleichgültig gehalten zu haben, da er es auf keine Weise ersichtlich 
machte. Nach weichem Prineipe aber die in der folgenden Zeile ange- 
führten Gattungsnamen ausgewählt und bezeichnet worden sind, lässt sich 
auch durch die sorgfältigste Vergleichung der entsprechenden Anfüh- 
rungen bei anderen Gattungen nicht ermitteln. Ueberall steht man 
vor unlösbaren Räthseln. Als typische Arten der Gattung Sicus hat L a- 
treille Arten bezeichnet, die theils in die Gattung Hemerodromia, theils 
in die Gattung Tachydromia, theils in die Gattung Platypalpus des 
Schiner’schen Buches gehören; man fragt sich vergeblich, warum ist 
Sicus Latr. bei Platypalpus als Synonymon angeführt, während es 
sich bei Hemerodromia und Tachydromia nicht findet. Warum ist 
zur Gattung Sciodromia die Gattung Hemerodromia Meig. als 
synonym angeführt, während Meigen die einzige bisher beschriebene 
Sciodromia gar nicht gekannt hat? Warum finden sich bei der von 
Herrn Schiner zu den Asiliden gestellten Gattung Apogon, die doch 
der synonymischen Aufklärung vor so vielen anderen bedurft hätte, 
gar keine Synonyme? Warum steht Empis Fall. als synonym bei 
der Gattung Brachystoma, während unter allen Fallen’schen Empis- 


250 

Arten keine Brachystoma befindlich ist, auch Fallen überhaupt gar 
keine Brachystoma gekannt hat? Steht Brachystoma Meig. vielleicht 
nur desshalb als Synonymon bei Clinocera, weil Meigen im 7. Theile 
seines Werkes irrthümlich zwei ihm unbekannt gebliebene Clinocera- 
Arten zu Brachystoma gestellt hat? Und wenn dies der Fall ist, warum 
fehlt dann unter den Syuonymen derselben Gattung Hemerodromia 
Meig., daMeigen doch ebenda drei andere ihm unbekannte CZinocera- 
Arten irrthümlich zu Hemerodromia gestellt hat? — Wie in den 
angeführten Fällen, so findet sich durch das ganze Buch auch nicht 
eine Spur von Princip oder Consequenz in diesen Citaten, man 
müsste denn ein Prineip der Prineiplosigkeit anerkennen und Conse- 
quenz in der herrschenden Inconsequenz finden. — Als Synonyme zur 
Gattung Hemerodromia stehen Tachydromia Fall. und Polydromia 
Big. friedlich nebeneinander und mögen sehen, wie sie sich mit ein- 
ander vertraxen; jeder dieser Gattungen ist ein pt. angehängt, welches 
„partim“ heissen soll; auch die mögen zusehen, wie sie miteinander 
fertig werden; dass Tachydromia Fall. eine viel umfangreichere 
Gattung als Hemerodromia, Polydromia Big. aber eine Gattung von 
viel geringerem Umfange als Hemerodromia ist, kann einen grossen 
Geist natürlich nicht geniren, beiden dasselbe Etiquett anzuhängen 
und sie so dem lernbegierigen Leser zu weiterer geistiger Verdauung 
zu dispensiren. Die gleiche Bezeichnung diametral entgegengesetzter 
Verhältnisse setzt aber einen so hohen Grad von Unklarheit und 
Confusion voraus, dass wir dem Verfasser doch wohl unrecht thun, 
indem wir ihn schon wieder der Principlosigkeit und Inconsequenz 
anklagen; das eine „pt.“ ist vielleicht ein Druckfehler, denen ja 
kein Autor ganz entgeht. Lassen wir das Herın Schiner selbst 
entscheiden. Ohne das Blatt umzuwenden, sehen wir zu Leptopeza, 
die umfangreichere Gattung Ocydromia Meig., mit dem „pt.* eitirt. 
Ein Blatt zurückblätternd, finden wir bei Ocydromia die viel umfang- 
reichere Gattang Empis Fall. ohne dies pt. und bei Oedalea sowohl 
die umfangreichere Gattung Empis Fall. als die viel weniger umfang- 
reiche, nur auf die verkannte Fühlerbildung einer einzigen Art begrün- 
dete Gattung Xiphidicera Macq. beide ohne dasselbe. Noch ein 
Blatt zurück, fällt uns bei Microphorus wieder die Gattung Plaltypeza 
mit ihrem pt. auf, in welcher Meigen die ihm zuerst bekannte 
Microphorus-Art mit der ausdrücklichen Angabe, dass sie nicht 
dahin passe, provisorisch gestellt hatte. Noch ein Blatt zurück finden 
wir bei Pterospilus als Citate die drei vielmehr als Plerospilus um- 


251 
fassenden Gattungen Asus Flor., Stomoxys Fbr. und Hybos Meig., 
von dem nur die letzte so glücklich gewesen ist, mit dem pt. dekorirt 
zu werden. Zur Ausgleichung hat es auf der Nebenseite bei Cyrtoma 
die umfangreichere Gattung Empis Fall. nicht, dafür trägt es die 
viel beschränktere Gattung Microsania Zett. — Mit einem Worte, 
vom Anfange bis zum Ende des Buches zeigt sich dasselbe inconsequente 
Schwanken und wir müssen uns schon mit der Annahme begnügen, 
dass Herr Schiner selbst nicht gewusst hat, was er mit dem pt. 
sagen und welchen Synonymen er es anhängen wollte. — Welche 
Geistessympathie mag ihn nun aber gerade zur Auswahl dieser bei- 
den Synonyme hingezogen haben, namentlich zur Anführung von Poly- 
dromia Big.? Wenn er noch Chelifera Macgq. und Chelipoda Macgq. 
eitirt hätte, so wäre das begreiflich, da Macquart in diesen Gat- 
tungen Hemerodromia=-Arten beschrieben hat. Was führt ihn aber 
gerade auf Polydromia Big.? — Wenn ich recht unterrichtet bin, 
so spaltet Herr Bigot in seinem Versuche einer Classifikation der 
Dipteren die Gattung Hemerodromia in 4 Gattungen, nämlich in 
Hemerodromia wit Discoidal- und Analzelle, in Polydromya (sic!) 
mit Discoidal- aber ohne Analzelle, in Lepydomya (sic!) ohne Dis- 
coidal- und mit Analzelle und in Microdromya (sic!) ohne Discoidal- 
und ohne Analzelle.. Um die Synonymie des Bigot’schen Dipteren- 
systems ersichtlich zu machen, hätten natürlich alle 4 Gattungen 
angeführt werden müssen; das hat also nicht in Herın Schiners 
Absicht gelegen. Hat er vielleicht den Anfängern einen Wink geben 
wollen, dass sie über die seiner Angabe nach so seltenen Hemero- 
dromia-Arten in Herrn Bigot’s Schriften genauere Auskunft finden 
können? Aber Herr Bigot hat keine Art beschrieben. Das kann es 
also auch nicht gewesen sein, was Herrn Schiner mit Prädileetion 
aus den 4 concurrirenden Gattungen Bigot’s gerade diese eine hat 
herausgreifen lassen. Sollte etwa die innere Hohlheit dieser Gattung, 
welche gar keine Arten enthält, Grund zu einer wahlverwandtschaft- 
lichen Anziehung gewesen sein? Jederman, der die dipterologische 
Literatur kennt, sieht, dass Herr Bigot die Dipteres du Nord de la 
France seines Landsmanns Macquart studirt hat, und dass seine 
Gattung Pol/ydromya oder richtiger Po/ydromia auf die Hemerodromia 
precatoria der Dipt. d. N. berechnet ist, welche selbst aber nichts 
als ein Gebräu aus Meigen’s Angaben und Meigen’s unvollendet 
gebliebener, der Analzelle und des einen Astes der 4. Längsader 
entbehrender Flügelabbildung von Hemerodromia precatoria ist. Diese 


252 

bevorzugte Gattung Polydromia ist also auf ein Versehen des 
Stechers der Meigen’schen Kupfertafel begründet, sonst eine recht 
hübsche Gattung, welche nur den einzigen Fehler hat, dass keine 
der bekannten Arten in sie passt. Wenn es anders ist, so weise Herr 
Schiner unter allen beschriebenen Arten doch eine nach, welche 
eine Discoidal- aber keine Analzelle hat. 

Ich komme zur Charakterisirung der Gattung Hemerodromia. 
Der Verfasser schreibt ihr cylindrische, am Ende beborstete Taster 
zu, während dieselben bei keiner Art cylindrisch und bei keiner am 
Ende beborstet sind, vielmehr der Mangel der Borsten am Ende der- 
selben die Gattung Hemerodromia von mehreren verwandten Gattun- 
gen unterscheidet. In der Natur kann Herr Schiner dies Merkmal 
unmöglich gefunden haben; wo mag es also herstammen? Meigen 
sagt von den Tastern seiner Hemerodromia-Arten: „pfriemenförmig 
oder walzenförmig, vorne borstig“; die Meigen’schen Hemerodromia- 
Arten, bei denen die Taster mehr linienförmig und am Ende bebor- 
stet, sind, gehören aber nicht in die Gattung Hemerodromia, wenn 
sie in dem engeren Sinne genommen wird, wie es von Herın Schiner 
geschehen ist. — Ferner sagt Herr Schiner, dass die Hüften der 
vorderen Beine stark verlängert seien, während es doch nur die der 
vordersten Beine sind; dass Herr Schiner unter den vorderen Beinen 
stets die Vorder- und Mittelbeine versteht, sagt er in seiner Einlei- 
tung pag. VIII ausdrücklich. — Eine merkwürdige Confusion herrscht 
in der Flügelbeschreibung. Herr Schiner sagt: „Discoidalzelle vor- 
handen und 2 Adern zum Flügelrande sendend, von denen die erste 
vorne öfters gegabelt ist oder auch ganz fehlt, wo dann die 4. Längs- 
ader immer gegabelt ist; Analzelle vorhanden oder fellend (Poly- 
dromia).“ — Nach dieser Beschreibung ist die Discoidalzelle immer 
vorhanden, während sie in der Wirklichkeit den bei weitem meisten 
Arten fehlt; die erste der von der Discoidalzelle zum Flügelrande 
laufenden Adern soll „vorne öfters“ gegabelt sein; abgesehen von 
dem sehr unklaren Ausdrucke „vorne öfters“ ist zu bemerken, dass 
sie bei allen bekannten Arten gegabelt ist; nach Herrn Schiner 
soll sie zuweilen auch fehlen und dann die vierte Ader stets gegabelt 
sein; da nun aber diese Ader eben weiter gar nichts als das Einde 
der 4. Längsader ist, so heist das ja weiter nichts, als dass sie, 
wenn sie fehlt, stets gegabelt ist. Begreife es, wer es kann! Die 
Ader, welche in der Wirklichkeit den meisten Arten fellt, ist die 
hintere Querader, so dass dann die Discoidalzelle mit der dritten 


253 


Hinterrandszelle vereinigt ist. Die Angabe endlich, dass die Hemero- 
dromia-Arten ohne Analzelle die Gattung Polydromia bilden, ist 
ganz einfach falsch; sie bilden die Gattung Möicrodromia Big. und 
die Gattung Polydromia ist von Bigot für Hemerodr. precatoria 
errichtet worden, von der er nur irrthümlich glaubte, dass sie keine 
Analzelle habe. 

Ich wende mich nun zur analytischen Aufzählung und Beschrei- 
bung der dem Verfasser bekannten österreichischen Arten. Er nennt 
als solche flavella Zett., stigmalica Schin. und precatoria Fall., 
welche aber alle 3 durchaus weiter nichts als Varietäten ein und 
derselben Art sind. Als diagnostisches Merkmal von flavella wird 
angegeben, dass die Flügel derselben keinen „Randfleck“ haben 
sollen; was der Verfasser unter Randfleck versteht, ist aus der von 
ihm gegebenen Terminologie nicht klar; die Vermuthung, dass er 
damit das Randmal meine, liegt sehr nahe; wenn er dies damit 
meint, so ist seine Angabe falsch, da die als flavella beschriebene 
Varietät ein Randmal hat. Die Durchsicht der Bearbeitung der 
benachbarten Gattungen gibt über diesen Terminus keine nähere 
Auskunft, da in derselben immer nur von Randmal und Stigma die ° 
Rede ist, zur Abwechselung bei einzelnen Arten der Gattung Hilara 
auch einigemal von einem Randstriche. Dass bei flavella die allgemeine 
Körperfärbung als rostgelb, bei den andern Arten aber als weisslich- 
gelb bezeichnet wird, kann nur zu Missverständnissen führen, da 
flavella die unreifste und blasseste der drei Varietäten ist. — Als 
diagnostischen Unterschied von stigmatica und precatoria (warum 
behält der Verfasser die schon von Zetterstedt beibehaltene falsche 
Schreibweise „praecatoria* bei?) gibt der Verfasser an, dass bei 
jener die Füsse am Ende schwarz, bei dieser kaum gebräunt seien; 
das mag bei dem Vergleiche einzelner Exemplare so gefunden werden; 
der Vergleich einer grösseren Anzahl von Exemplaren zeigt aber, 
dass dieses Merkmal ein völlig inconstantes ist. In der Beschreibung 
von stigmatica sagt der Verfasser: „Rückenschild grau, an den Seiten 
mit bräunlichen Längsstriemen.* In der Terminologie gibt er an, 
dass er mit dem Ausdrucke „Rückenschild* den ganzen Thorax 
bezeichne. Wenn dies aber ist, muss seine Angabe den Anfänger, 
für den das Buch doch bestimmt ist, völlig irreleiten, da er die 
bräunlichen Längsstriemen nirgend anders als an den Brustseiten 
suchen kann; offenbar hat der Verfasser den Thoraxrücken gemeint 
aber den Thorax bezeichnet; übrigens befinden sich die dunklen 

Wiener entomo]. Monatsehr. VIII. Bd. 18 


254 

Striemen auch nicht an den Seiten des Thoraxrückens, sondern in 
ansehnlicher Entfernung von demselben. — In der Beschreibung von 
precatoria sagt der Verfasser, dass das Rückenschild braunglänzend 
sei. Er gebraucht hier wieder das Wort „Rückenschild* in anderem 
Sinne, als er es in der Einleitung erklärt; ferner gibt es gar keine 
Hemerodromia, deren Thoraxrücken, und den meint der Verfasser 
doch wohl, glänzend braun wäre, es müsste dem alle Bestäubung 
abgerieben sein; endlich ist „braungläuzend* eben so gewiss von 
„glänzend braun“ verschieden, als Glasfenster von Fensterglas; andere 
Sterbliche haben bisher immer gemeint, ein Körper erhalte seine 
Färbung dadurch, dass er Licht von gewisser Brechbarkeit zerstreue 
und glänze dadurch, dass er Licht von jeder Brechbarkeit reflectire, 
ein brauner Körper könne also zugleich glänzen, d.h. glänzend braun 
sein; dass er braun giänzen, d. h. nur braunes Licht reflectiren 
könne, ist unerwartet neu. — Die an den Einschnitten ausgezackte 
breite Rückenstrieme, welche der Verfasser der Hemerodromia pre- 
catoria zuschreibt, findet sich in der beschriebenen Weise in der 
Natur nicht, die Färbung derselben gibt der Verfasser nicht an. 

Ich wende mich zuletzt zur Aufzählung der deutschen und euro- 
päischen Arten. — Als deutsche Arten werden aufgezählt: 1) aldicornis 
Meig. mit dem Synonymon raptoria Fall.; es gibt aber gar keine 
raptoria Fall.; der Irrtum ist aus Walker, Brit. Dipt. I. 144 
abgeschrieben; die Art wird schwärzlich genannt; so konnte sie 
Meigen nennen, da er die Hauptfärbungsangabe der Färbung des 
Thorax und namentlich des Thoraxrückens entnimmt, man also weiss, 
was dieselbe bei ihm zu bedeuten habe; bei der Art, wie Herr 
Schiner zu beschreiben pflegt, hat diese Angabe keinen Sinn. — 
2. unilineala Zett.; dazu das falsche Synonymon oratoria Meig. 
nach Zetterstedt. — 3. oratoria Zett. — 4. trapezina Zett.; 
die Exemplare, nach welchen Scholtz diese Art als schlesisch auf- 
zählt, sind nichts als eine Varietät der von Herrn Schiner bereits 
unter 3 Namen als österreichisch aufgeführten Art; die echte H. tra- 
pezina Zett. ist höchst wahrscheinlich auch weiter nichts, 

Als europäische Arten zählt der Verfasser noch auf: 1) Frögelü 
Zett. — 2. supplicatoria Meig., trotz der langen, von Meigen 
ausdrücklich erwähnten Fühlerborste, welche die Art in die Gattung 
Phyllodromia verweist. — 3. raptoria Meig. non Fall., obgleich es, 
wie schon bemerkt, gar keine raptoria Fall gibt. — 4. unicolor 
Curt., obgleich Curtis gar keine Hemerodronia unicolor beschrieben 


255 
hat; der Verfasser hat, wie es scheint Heleodromia (oder Heliodromia, 
wie Curtis schreibt) mit Hemerodromia verwechselt; nur lässt sich, 
wenn dies der Fall sein sollte, nicht begreifen, warum er dieselbe 
Art nochmals unter den europäischen Cänocera-Arten aufgeführt 
hat. — 5. /ineata Gim., welche nur Varietät der bereits in 3 Arten 
zerspaltenen precatoria Fall. ist. — 6. gracilipes Lw., obgleich es 
gar keine Art dieses Namens gibt; der Verf. scheint die von mir 
als H. brevipes beschriebene Art zu meinen; wie kann er diese daun 
aber hier ohne allen Zweifel zu Hemerodromia stellen, da er zwei Seiten 
weiter sagt, dass er sie nicht zu Hemerodromia stellen könne, sondern 
dass sie wahrscheinlich zu Clinocera gehöre, beiläufig eine eben so 
wunderliche Vermuthung, da aus meinen Angaben ausdrücklich her- 
vorgeht, dass sie zwischen Hemerodromia Meig. und Rhamphomyia 
in der Mitte steht und von den Arten der ersten Gattung durch 
nicht verlängerte Vorderhüften unterschieden ist; und warum stellt 
er diese bei Posen gefundene Art nicht unter die deutschen Arten, 
da er doch andere, bisher nur bei Posen gefundene Arten, wie Platy- 
palpus cinyulatus, PRhamphomyia amoena, squamigera, obscura, 
gracilipes u. a. m. unter die deutschen und nicht unter die ausser- 
deutschen europäischen Arten gestellt hat? 

Es liesse sich ausser dem Angeführten noch mancherlei gegen 
die kaum etwas über eine Seite füllende Schiner’sche Bearbeitung 
der Gattung Hemerodromia sagen. Das Angeführte wird für jeden 
unbefangenen Leser ausreichen, sich ein von den zahlreichen Selbst- 
recensionen des Verfassers unabhängiges Urtheil über den Werth des 
Buches zu bilden. 


Ueber Empis cothurnata Brull. und Empis hispanica L w. 


Director Dr. H. Loew in Meseritz. 


Herr Brulle hat in der Expedition de Moree, Zool. III, 298 

Nr. 640, eine Empis cothurnata, und ich habe in Rosenhauer’s 

Werk über die Thiere Andalusiens eine Empis hispanica beschrieben. 

— Herr Schiner identifieirt in seiner österreichischen Dipterenfauna 

I. 109, beide Arten miteinander und zugleich mit Emp. morio Fabr. 

— Ich habe mich zunächst für die gute Gesellschaft, in welche er 
Lo, 


256 

mich und meine Art gebracht hat, zu bedanken, kann aber die Ver- 
wunderung nicht unterdrücken, dass er die Pflicht, einen Recht- 
fertigungsgrund dieser Identification anzugeben, gar nicht gefühlt zu 
haben scheint; er setzt Grleichheitszeichen zwischen die Namen; 
bonus Schinerus dixit, und damit Basta! 

Was nun zunächst die Identität von Emp. cothurnala und 
hispanica betrifft, so ist an eine solehe ganz und garnicht zu denken. 
— Herr Brulle sagt von seiner Emp. cothurnata, um von allem 
anderen zu schweigen, in der Diagnose: „thorace lineis quatuor nigris“* 
und in der Beschreibung: „Üorselet marqu& de quatre raies longitu- 
dinales noires, les deux laterales plus basses que les autres.* Er hat 
also eine Art beschrieben, bei welcher die gewöhnlichen Thorax- 
striemen ausserordentlich viel dunkler als ihre Interstitien sind, — 
Ich habe von Emp. hispanica eine dieselbe mit Emp. tessellata ver- 
gleichende Beschreibung gegeben, aus welcher klärlich hervorgeht, 
dass bei dieser Art die Streifung des Thorax derjenigen völlig analog 
ist, welche er bei Emp. tessellata hat, so dass also bei Emp. hispanica 
die behaarten Interstitien viel dunkler als die gewöhnlichen kahlen 
Striemen sind, und habe ausdrücklich bemerkt, dass sich dieselben 
von denen der Emp. tessellata nur dadurch unterscheiden, dass die 
beiden seitlichen minder scharf begrenzt sind, und dass die mittelste 
von vorn gesehen, unter der grauen Bestäubung verschwindet, was bei 
Emp. tessellata nie der Fall ist. — Die Vereinigung zweier Arten, 
in deren Beschreibungen ein so entscheidender Unterschied mit solcher 
Bestimmtheit ausgesprochen ist, ist eine völlig voreilige; dass Herr 
Schiner diejenigen Unterschiede beider Arten, welche aus den publi- 
eirten Beschreibungen derselben nicht hervorgehen, hätte kennen 
sollen, sei ihm nicht zugemuthet, da er beide offenbar gar nicht 
gekannt hat; desto mehr aber war es seine Pflicht die Beschreibungen 
beider wenigstens mit einiger Sorgfalt zu vergleichen, und nicht vor- 
eilig über ihre Identität abzusprechen. — Sehr auffällig ist der Unter- 
schied im Verlaufe der Flügeladern beider Arten; es ist nämlich bei 
Emp. hispanica die Marginalzelle viel schmäler, die dritte Längsader 
mündet in viel grösserer Entfernung von der Flügelspitze, ihr Vorder- 
ast ist viel schiefer, und mündet trotzdem, weil die dritte Längsader 
kürzer als bei Emp. cothurnala ist, in viel geringerer Entfernung 
vom Ende der zweiten Längsader. — Zu den sehr brauchbaren 
Unterscheidungsmerkmalen beider Arten gehört feiner die verschiedene 
Färbung des Haarschirmes vor den Schwingern, welcher bei Kamp. 


257 
cothurnata bald mehr rothgelblich, bald mehr blassgelblich, aber nie 
schwarz ist, während er bei Emp. hispanica stets eine schwarze 
Färbung hat. Auch dieser Unterschied beider Arten geht aus den 
Beschreibungen {derselben für einen aufmerksamen Leser zur Genüge 
hervor, da Herr Brull& in seiner Beschreibung der Emp. cothur- 
nala die Färbung dieses Haarschirmes ‘ausdrücklich erwähnt hat, 
ich von Emp. hispanica aber eben so ausdrücklich angegeben habe, 
dass die Behaarung ihres Thorax mit Ausnahme der geringeren Länge 
mit derjenigen von Emp, tessellata übereinstimme. Hat Herr Schiner 
den Haarschirm vor den Schwingern bei Emp. tessellata vielleicht je 
anders als schwarz gefärbt gefunden? 

Da die specifische Verschiedenheit von Emp. cothurnata und 
Emp, hispanica auch nicht dem geringsten Zweifel unterliegt, so fragt 
es sich nur noch, ob eine dieser beiden Arten für Emp. morio Fabr, 
erklärt werden kann. 

Fabricius beschreibt diese Art zuerst in der Ent. syst. IV, 
405, 11, in folgender Weise: 

Empis morio, pilosa atra thorace lineato, alis fuscis. Statura 
magnitudineE. lividae. Antennae et rostrum atra. Oculi magni, et 
testacei. Thorax niger, albido-lineatus. Abdomen atrum, imma- 
culatum. Pedes nigri tibiis subtestaceis. Alae fuscae, immacu- 
latae, basi parum testaceae. 

Eine Angabe des Wohnorts findet sich hier nicht. Im Syst. 
Antl., wo die Art wieder unter Empis aufgezählt und die Diagnose 
reprodueirt wird, ist als Vaterland Algier angegeben. 

In der Ent. Syst. stellt Fabricius sehr verschiedene Empideen 
und Tachydromiden in der Gattung Empis zusammen. In dem Syst. 
Antl. ist die Gattung Empis aus denjenigen Arten, welche Meigen 
später in die Gattungen Empis und Rhamphomyia vertheilt hat, 
zusammengesetzt. So ist es höchst wahrscheinlich, dass Emp. morio 
entweder eine Empis oder eme Rhamphomyia ist, wofür auch die 
von Fabricius angegebene Körpergrösse spricht. Welcher von beiden 
Gattungen sie angehört, ist aus seinen Angaben durchaus nicht zu 
ermitteln, ein Umstand, welcher sicherlich dazu auffordert, bei der 
Deutung dieser Art vorsichtig zu sein. 

Vergleichen wir nun die Fabricius’sche Beschreibung mit Emp. 
cothurnata und hispanica. Fabricius nennt seine Art „atra;* auf 
welche der beiden grauen Arten passt das? Er nennt den Thorax 
„albido-lineatus;* passt das vielleicht auf die Emp. cothurnata wit 


258 


ihren vier braunschwarzen Thoraxstriemen, oder passt es auf die Emp. 
hispanica mit ihren drei dunkeln Interstitien? Er nennt den Himter- 
leib „atrum;* auf welche beider Arten passt das? Er nennt die Beine 
„nieri, tibiis subtestaceis;* aber bei Emp. hispanica sind die hinteren 
Beine mit Ausnahme der Füsse, bei Emp. cothurnata wenigstens die 
hintersten Beine mit Ausnahme der Füsse und oft auch der grösste 
Theil der Mittelschenkel lebhaft gelb. Er nennt die Flügel im Gegen- 
satze zu denen der vorhergehenden Art, welche „basi testaceae* 
genannt werden, „basi parum testaceae;* die Flügelbasis sowohl von 
Emp. colhurnata als von Emp. hispanica ist aber besonders auffallend 
und intensiv, bei Emp. hispanica überdiess in grosser Ausdehnnne 
gelb gefärbt, so dass auch dieses Merkmal nicht zutrifft. — Was 
bleibt nach alledem von der Fabricius’schen Beschreibung der 
Emp. morio übrig, was nicht auf sehr viele andere Empis- und Rham- 
phomyia-Arten eben so gut passte, als auf jene beiden? Und wie 
viele solche Arten gibt es nicht, welche viel weniger von der Fabri- 
cius’schen Beschreibung der Emp. morio abweichen! — Es ist also 
auch die Identifieirung dieser Arten mit Emp. morio Fabr. völlig 
ungerechtfertigt. 


———esosrs — 


Clinocera bivittata nov. Sp. 


beschrieben vom 


Director Dr. H. Loew in Neseritz. 


Nachdem ich im Jahre 1858 im 2. Bande dieser Monatsschrift 
eine Auseinandersetzung der mir damals bekannten europäischen 
Clinocera-Arten geseben habe, bin ich mehrmals in der Lage gewe- 
sen, auf diese Gattung zurückzukommen, um die Beschreibungen mir 
später bekannt gewordener, theils europäischer , theils exotischer 
Arten nachzutragen. Meine Sammlung enthält jetzt 20 Clinocera- 
Arten, von denen mit Hinzurechnung der von mir in Kleinasien auf- 
gefundenen Clinocera pusilla 15 der europäischen, 4 der Nordame- 
rikanischen und 1 der nordasiatischen Fauna angehören. Da die letzte 
dieser Arten noch unbeschrieben ist, so lasse ich die Beschreibung 
derselben hier folgen. 


259 


Ülinocera bivittata, nov. sp. d. — Supra ex olivaceo fusca, vittis 
thoracis duabus atris; ala cinereae, immaculatae, stigmate 
nullo, cellula discoidali brevi, cellulis submarginalibus tribus; 
pedes fusci; appendices anales parvae. — Long. corp. 1°/13 
lin. — long. al. 1%/, Jin. 

Gesicht grau; Stirn olivenbraun. Oberseite des Thorax dunkel 
olivenbraun, mit zwei sehr auffallenden sammtschwarzen Längs- 
striemen; bei mancher Betrachtungsweise zeigt sich neben jenen 
Längsstriemen jederseits noch eine breite, tiefschwarze Seitenstrieme, 
welche aber bei anderen Betrachtungsweisen vollständig verschwindet. 
Das mit der Oberseite des Thorax gleichgefärbte Schildchen scheint 
am Hinterrande nur zwei Borstehen zu haben. Hinterrücken und Brust- 
seiten von weisser Bestäubung grau. Oberseite des Hinterleibes braun, 
nach den Seitenwänden hin grüngraulich. Bauch grüngraulich. Die 
Analanhänge des Männchens sind verhältnissmässig klein und älıneln 
in ihrer Bildung denjenigen der Clinocera bipunclata am meisten, 
mit welcher Clinocera bivittata überhaupt mehr Aehnlichkeit hat, 
als mit den anderen mir bekannten Arten. Hüften braunzchwarz mit 
weisslicher Bestäubung; Beine dunkelbraun, schlank; die hinteren 
Füsse etwa so lang wie die Schienen; die Vorderschenkel sind 
unbewehıt und auf ihrer Unterseite nur mit vereinzelten, kurzen. 
zarten, abstehenden Härchen besetzt, welche weiter gegen die Schen- 
kelspitze hin immer kürzer werden und zuletzt ganz verschwinden; 
alle Schenkel haben an der Spitze keine abstehenden Borstchen; 
das Empodium ist stark entwickelt. Flügel grau, ohne Randmal; 
die Beborstung ihres Vorderrandes völlig undeutlich; die Discoidal- 
zelle verhältnissmässig ziemlich kurz und an ihrem Ende nur wenig 
zugespitzt; von der sechsten Längsader ist ein ziemlich langes Stück 
vorhanden, doch ist es viel blässer als bei den ähnlichen Arten 
gefärbt und deshalb in manchen Richtungen minder gut wahrnehm- 
bar; eine senkrechte Querader verbindet die zweite Längsader mit 
dem Vorderaste der dritten und trifft letzteren ganz nahe an seiner 
Wurzel, welche mit der Querader in ein und derselben Richtung 
liegt; die von den beiden Aesten der dritten Längsader gebildete 
Zelle ist schmal und erweitert sich erst in der Nähe des Flügel- 
randes mehr. 

Vaterland: Sibirien. 

Anmerkung. Ich weiss zu gut, dass das Flügelgeäder der Cäinocera- 
Arten oft anormale Queradern zeigt, um blos auf die Anwesen- 


260 

heit einer solchen eine eigene Aıt zu begründen. Auch die 
ausserordentliche Gleichmässigkeit in der Ordnung beider Flügel 
des beschriebenen Exemplars würde mich nicht dazu bestimmen; 
Clinocera bivittata hat aber noch so viele andere Merkmale, 
welche sie von allen anderen bisher beschriebenen Arten unter- 
scheiden, dass an ihrer Selbstständigkeit ganz und gar nicht zu 
zweifeln ist. — Ob die den Vorderast der dritten Längsader 
verbindende Querader bei allen Exemplaren der Clinocera 
bivittata vorhanden ist, wie dies 2. B. bei Clinocera conjuncta 
stattfindet, muss ich für jetzt dahin gestellt sein lassen; die 
völlige Gleichheit des Geäders beider Flügel scheint dafür zu 
sprechen. 


— a —— 


Bücher-Anzeigen. 
a) Von Jul. Lederer. 


Sitzungsbericht der naturwissenschaftlichen Gesellschaft ‚Isis‘ zu 
Dresden. Jahrgang 1863. Dresden 1864. 

Schaufuss L. W. (p. 28 und 113). Gibt Berichtigungen etc. zu meh- 
reren früher von ihm an verschiedenen Orten als neu aufgestellten Arten 
und ausführliche Beschreibungen zu den von ihm in den Pariser Annalen 
(1862 p. 309) gelieferten Diagnosen neuer Käfer. Auf Taf. 8 liefert er noch 
die Abbildungen der Palpen von Ütenistes palpalis, Staudingeri, Centrotoma 
penicillata und einer Abnormität an Fühlern und Vorderfuss von Carabus 
auratus. 

Keyserling Eugen (p. 63). Beschreibungen neuer und wenig be- 
kannter Arten aus der Familie Orbitedae Latr. oder Epeiridae Sund. (Meist 
amer. Arten. Dazu 6 lithogr. Tafeln.) 


Schriften der königl. physik.-ökon. Gesellschaft zu Königsberg. 
4. Jahrgang 1863. 2. Abth. (Die 1. Abth. enthält nichts Entomo- 
logisches.) 


Brischke und Zaddach (p. 83). Beobachtungen über die Arten 
der Blatt- und Holzwespen. (Fortsetzung vom Jahrg. 1862. p. 278). 


Stettiner Entomol. Zeitung. 1864. 2. Quartal. 


Hagen Dr. H. (p. 113). Ueber Phryganiden-Gehäuse. (Forts. folgt.) 
HeydenC. v. (p. 144). Zu Acidalia Beckeraria *). 


*) Die von mir auf pag. 58 dieses Bandes citirten Worte des Herrn 
von Heyden besagen klar und deutlich, dass ich eine „Acidalia Beckeraria 
Lederer“ aufgestellt habe, ohne zu bemerken, ob ich sie dem Pariser oder 
dem Sareptaner Becker dediciren wolle. 


261 


Gerstäcker A. (p. 145). Einige neue Dolichopoden aus dem bayr. 
Hochgebirge. (5 Arten.) 

Gartner A. (p. 155). Atychia appendiculata und Anacampsis tene- 
brella, die Raupe der ersteren in den Wurzelstöcken von Festuca ovina, die 
der letzteren in den Wurzeln von Rumenw acetosella gefunden. 

Mühlig G. G. (p. 150). Zur Naturgeschichte der Coleophoren. (Col. 
asteris n. sp., artemisiae, annulatella und flavaginella). 

Wocke M.F. (p. 166). Beitrag zur Lepidopteren-Fauna Norwegens. 
(Pap. — Crambus. Neu: Dianthoecia dovrensis.) 

Wullschlegel J. Ergänzungen zu Wildes Raupenbuch. 

Dohrn C. A. (p. 195). Zur Synonymie der Cryptocephaliden. (COrvpt. 
aeneus Stierlin = lateralis Suffr.; Pachyb. astragali Stierlin = vermi- 
cularis Suffr.) 

Doebner Prof. (p. 196). Zwitter (von Sat. carpini) und Missbildungen 
(von Zue. cervus und Pentodon punctatus). 


Das 3. Quartalheft enthält: 


Wocke M.F. (p. 201). Beitrag zur Lepidopteren-Fauna Norwegens. 
(Schluss.) (Neue Arten: Scoparia imparella, Grapholitha phacana, Adela 
Esmarkella, Gelechia tarandella, Pteroph. pelidnodactylus V. borealis.) 

Hagen Dr. H. (p. 221). Ueber Phryganiden-Gehäuse (Schluss.) 

Suffrian Dr. (p. 263). COryptocephalus Deckeri n. sp. aus Sarepta, 
nach einer Note Dohrns = ergenensis Morawitz. 


Philippi Dr. R. A. u. Friedr. Beschreibung von neuen chilenischen 
Käfern. (40 Arten.) 


Dohrn Dr. H. (p. 285). Versuch einer Monographie der Dermapteren. 
(Fortsetzung von p. 322 d. vor. Jahrg.) 


Diesen unbegründeten Vorwurf habe ich mit gutem Rechte zurück- 
gewiesen und mir dabei die eben so berechtigte Frage erlaubt, wie über- 
haupt ich dazu komme, Herrn vonHeydens unmuthige Bemerkung an mich 
adressirt zu sehen. 

Statt mir diese Frage zu beantworten, erklärt Heır von Heyden, 
ganz im Widerspruche mit seiner früheren Angabe, dass er bei Abfassung 
se.ner „Berichtigung“ „gar nicht an mich dachte“ (?) und nimmt 
es mir weiters gewaltig übel, dass ich auf eine öffentliche Anschuldigung 
auch „öffentlich“ antwortete; ich glaube aber das Recht dazu eben so 
gut zu haben, wie der ci-devant „regierende Bürgermeister“ der guten Stadt 
Frankfurt und jeder Andere. 

Die „unschuldigen“ Seitenblicke auf mein „Werkchen“ und „den 
Jungen Mann“ verzeiht der 43jährige junge Mann dem alten Manne um 
so lieber, als sie wahrscheinlich nur des besseren Beweises wegen angebracht 
sind, dass Herr v.Heyden mich „nicht beleidigen wollte.“ Meine Leistungen 
werden dadurch nicht besser und nicht schlechter, und es ist eben nicht 
Jedem gegeben „länger, als ein halbes Jahrhundert“ über ein paar „ento- 
mologischen Fragmenten“ (um nicht zu beleidigen, müsste man nach Herrn 
von Heyden Fragmentchen sagen) zu brüten. 

Lederer. 


262 


Gerstäcker A. (p. 297). Zur geogr. Verbreitung der Honigbiene. 

Schläger Fr. (p. 299.) Anzeige von Heinemann’s Wicklern. 

Wullschlegl J. (p. 304). Ergänzungen zu Wildes „Pflanzen und 
Raupen Deutschlands.“ 

Philippi (p. 306). Coleopterodes fuscescens n. g. und sp. der Hemipteren. 


Tijdschrift voor Entomologie. lUitgegeven door de Nederlandsche 
entomologische Vereeniging. 6. Deel. Leiden 1863. 

Van der Hoeven J. (p. 1). Over een klein Hemipterum op dee bladen 
van Acer: Periphyllus testudo n. sp. auf Tafel 1 abgebildet. 

WeyenberghH. (p. 8). Eenige entom. Aanteekeningen (verschiedene 
für Holland seltene oder neue Insecten betre ffend). 

Snellen van Vollenhoven (p. 10). Dee inlandsche soorten yan Del- 
phax Fab. 

de Graaf H. (p. 32). Mededeelingen betrekkeliik de Zijdeteelt. 

Derselbe (p. 43). Tachina-Soorten uit rupsen en andere Insectenlarven. 

Derselbe (p. 65). De inlandsche Bladwespen. Achtste Stuk. (Cimbex 
lateralis, albipes, Nematus varus, Selandria ovata, auf Taf. —7 abgebildet.) 

Snellen P. C. T. (p. 87). Notice sur la Boletobia fuliginaria. 

Snellen van Vollenhoven S. C. (p. 90). Bijvoegselen tot de naamlist 
van nederlandsche schildvleugelige Insecten. (Coleopteren, 1182 Arten.) 

Siz G. A. (p. 117). Bijvoegsel tot de lijst van nederl. Hemiptera. 

Snellen van Vollenhoven (p. 121). Oplomus rubropietus aus Mexico, 
Opl. haematicus und flavoyuitatus aus Surinam, alle drei neu. 

Siz G. A. (p. 124). Nieuwe bijdrage tot de kennis dee inlandsche 
Spinnen. 

Sellen van Vollenhoven S. C. (p. 121). Nouvelles especes de Lepi- 
dopteres des Indes orientales. (Mynes Mulderi, Drusilla dyops, Ophthalmis 
Bernsteinü, Milionia fulgida, flammula, Chalcosia candida, Aylaope West- 
woodii, Hypsa orbona, Atteva apicalis, basalis, Numenes trigonalis, virginalis, 
Spilosoma roseiventer, Psilura hilaris.) Dazu Taf. 8—10. 

de Graaf H. W. Les Macrol&pidopteres des Pays-Bas. (640 Arten.) 

Snellen van Vollenhoven (p. 179). De inlandsche Bladwespen. Negende 
Stuk. (Nematus pallicercus und aurantiacus, auf Taf. 11 u. 12 abgebildet.) 


Stainton H. T. The Natural History of the Tineina. Vol. VIII. 
London 1864. 

Enthält die Naturgeschichte von Gracilaria stigmatella, Swederella, 
semifascia, elongella, syringella, hemidactylella, tringipennella, limosella, Kol- 
lariella, auroguttella, omissella, phasianipenella, ononidis, pavoniella, impe- 
rialella, Ornix guttea, petiolella, torquillella, scoticella, betulae, Loganella, 
avellanella, anglicella, fagivora, sämmtlich auf den beigegebenen 8 Tafeln 
mit den Raupen und ihren Wohnungen sehr schön abgebildet. Ueber die 
Puppen, die gewiss auch ihr Eigenthümliches haben, fehlen, wie in den 
früheren Bänden, alle näheren Angaben, so wie Abbildungen. 


263 


Annales de la Societe entomolegique de Trance. 1863. 4. Trimestre, 
Paris 23. Mars 1864, und 1864 1. Trimestre, Paris 8. Juin 1864. 
Der 4. Trimestre von 1863 enthält: 


Signoret V. (p. 542). Revision des Hemipteres de Chili. Dazu Tafel 
44—13. (139 Arten, mehrere neu, auch neue Gattungen errichtet.) 

Chevrolat A. (p. 588). Coleopteres de l’ile de Cuba. 4. Me&moire, 
(Histeriens — Chelonarüdes, 11 Familien mit 83 Arten, im Ganzen bis jetzt 
288 Arten aufgezälıilt.) 

Perez M. (p. 621). Metamorphoses du Macronychus 4-tubereulatus et 
de son parasite: Pteromalus maceronychivorus n. sp. Dazu Taf. 14. 

Fairmaire L. (p. 637). Coleopteres d’Algerie. (Camaldus (m. g. Pse- 
laphid.) villosulus, Myrmedonia barbara, Attagenus seminiger, Oxythyrea 
niveopieta, Irhözotrogus lateritius, nitidicollis, Ebaeus semitogatus, Oygieri, 
chlorotieus, Micipsa cavifrons, Opatrum Lefranei, Xylophilus flavus, Dia- 
phorocera chrysopracis, Lydus rufulus, Nacerdes aurosa, Chitona Baulnsi, 
Gynandrophthalma aeneopieta, Olurysomela luteoeineta. Exochomus wanthoderus.) 

Saulcy F. de (p. 649). Note sur la Linderia Mariae. 

Grenier Dr. (p. 650). Reponse a la note precedente. 

Saulcy F.de (p. 653). Catopsimorphus Rougeti, Seydmaenus cornutus, 
Pselaphus longicornis, Dythinus hypogaeus, vier neue französische Arten. 

Allard E. (p. 659). Teinodactyla maderensis n. sp. aus Madeira, 
‚Plectroscelis Coeyi aus Syrien. 

Peragallo M. (p. 661). Seconde note pour servir a l’histoire des 
Lucioles. 

Piochard de la Brülerie (p. 666). Sur une variete de Macroglossa 
stellatarum. (Albinismus.) 

Lucas M. H. (p. 667). Sur une femelle de Mwygale bicolor. 

Schaum, Reiche, Kiesenwetter, Saulcey, Fairmaire. Diseus- 
sions critiqgues sur plusieurs especes de Coleopteres, (Wir haben im vorigen 
Bande p. 290 versprochen auf den den Berliner Catal. Coleopterorum be- 
rübrenden Theil zurückzukommen; die betreffenden Repliken füllen aber 
nicht mehr als volle 21 Seiten, daher wir darauf verzichten müssen, einen 
Auszug zu bringen und die Leser auf die Annales verweisen.) 

Sonderbare Argumente werden übrigens mitunter in’s Treffen geführt, 
Für das Auslassen von Luciola suturalis Men. z. B. bestehen für Herrn von 
Kiesenwetter (p. 684) die Gründe darin, dass „la plupart des Insectes 
deerits dans l’ouvrage de Menetries se trouvent dans la Turquie d’Asie et 
non entre Constantinople et le Balkan.“ Mit Recht entgegnet Herr Reiche: 
„Parcequ’une partie des Insectes decrits par Mönetries ne se rencontrent pas 
en Europe, est-ce une raison pour les exclure tous du Catalogue europeen ?* 

Im Bulletin bibliographique (p. LVIII—LXXXVII) möchten wir der 
Soeiete etwas sorgfältigere Correctoren wünschen, denn „Neue Crustacen 
gesammett wähund der Westunsglung der k. k. Fregatten Novara, Verlau- 
fige uebersicht der Wöhrend der reise der Fregatten Noyara von dem herren 


264 


naturforschern gesammetten spinnea, Ueber die sogenaunte Sägespän (näm- 
lich: Sägespänsee) beobachtes Wahrend der Waltrich der Noyara ete.“ sind 
nicht etwa böswillig herausgegriffene Beispiele, sondern es ist kaum ein 
einziger Titel von allen deutschen Werken richtiger angegeben. Wenn sich 
etwa hierauf Herrn Aube’s Worte im 1. Trim. 1864 pag. II, dass die Pub- 
licationen „d’aucune societe analogue a la notre peuvent entrer en compa- 
raison“ beziehen, dann mag Herr Dr. Aub& wohl unbedingt Recht haben, 
auf wissenschaftlichem Felde aber dürften sich wohl die Leistungen der 
Entomologen anderer Länder mit denen Frankreichs messen und dabei jeder 
Selbstberäucherung entbehren können. 


Der 1. Trimestre von 1864 enthält: 


Amyot M. (p. 6). Histoire de la Gracilaria syringella Fab. 

Guende A. (p. 13). Notice sur la famille des Oenochromides. (Raupe 
von Oenochroma vinaria, auf Taf. 1 abgebildet; Monoctena Digglesaria und 
Hypographa serpentaria, zwei neue australische Spanner.) 

Fallen J. (p. 17). Une semaine & Zermatt. (Eine Aufzählung der auf 
dieser Excursion erbeuteten Schmetterlinge und Käfer. Von ersteren neu, 
aber nur in einzelnen Exemplaren erbeutet: Nemeophila (wohl Arctia) Cer- 
vini und Bryophila Guenei, beide auf Taf. 1 abgebildet.) 

Bar Constant (p. 29). Quelques mots sur les Morphos de la Guiane. 

Lucas H. (p. 34). Sur la chenille de Parasia lappella. (Von Lucas 
früher — Bull. 1862, p. II — für eine Zhinocyllus-Larve gehalten.) 

Selys-Longchamps de (p. 35). Nevropteres Odonates de la Corse. 

Hagen Dr. Herm. A. (p. 38). Nevropteres (non Odonates) de la Corse. 
(Neu: Baetys zebrata, Potamanthus modestus, Chrysopa corsica, Sartaena 
(n. g.) amoena, Sericosioma elypeatum, Silo auratus, Dasystoma togatum, 
Philopotamus flavidus, Aphelocheira meridionalis; und zweifelhaft 3 Arten.) 

Stäal Charles (p. 47). Hemiptera nonnulla nova vel minus cognita. 

Laboulbene Alex. (p. 69). Sur les Insectes tuberivores. (Von den 
verschiedenen Fliegenarten, deren Larven an Trüffeln leben, werden auf 
Taf. 2 abgebildet: Helomyza tuberivora, H.lineata, Anthomyia eunicularis.) 
Von Käfern wurden weiters erzogen: Anisotoma cinnamomea, ferruginea, 
picea und einige wohl nur zufällig auf Trüffeln gekommene Aıten; ferner 
eine Myriapode und eine Schabenraupe. 

Buquet L. (p. 115). Casnonia Olivieri n. sp. aus Algerien, auf Taf. 1 
abgebildet. 

Fauvel Albert (p. 117). Remarques critiques sur les Staphylinides 
decrits par Solier dans la Historia del Chile de Gay. 

Derselbe (p. 131). Sur le Sphaerius acaroides. 

Grenier Dr. (p. 133). Raymondia Perrisii (einzeln bei Toulouse 
gefunden), Cionus telonensis (von Toulon) und Anophthalmus Auberti (bei 
Toulon in einer halbdunkeln Höhle gefunden, mit sehr deutlichen Augen.) 

Vuillefroy Felix de (p. 141). Hemipteres nouveaux. (-Belostom« 
Deyrolli, Appasus japonicus, Centrotus longicornis, Petalocheirus australis, 


265 


Pet. apetalus, alle auf Taf. 1 abgebildet; die ersten beiden aus Japan, die 
anderen von der malayischen Halbinsel.) 

Derselbe (p. 143). Revue du genre Ectatops. 

Milne-Edwards (p. 145). Revision des Crustacdes de la famille des 
Atyoidees. (Neu: Atya robusta, margaritacea und armata, auf Taf. 3 abge- 
bildet; die ersten zwei von Neu-Caledonien, die letzteren von Batavia.) 

Girard Maurice (p. 152). Adherence de pollen a des Insectes mellivores- 

Derselbe (p. 155). Dipteres parasites du Sericaria mori. 

Derselbe (p. 158). Note sur un fait de parasitisme relatif a la Chelonia 
caja. (Die Parasiten krochen gleichzeitig mit dem verkrüppelten Schmetter- 
linge aus der Puppe.) 

Baer G. A. (p. 159). Traduction du tableau analytique des groupes 
des Otiorhynchus d’Europe donne par Mr. Stierlin dans sa: Revision der 
europ. Otiorhynchus-Arten. 


Memoires de la Societe Linneenne de Normandie. Annee 1862 — 
1863. 13. Volume. Caen 1864. 

Enthält einen Aufsatz von Fauvel: Les Lepidopteres du Calvados, 
der aber nur die Tagfalter und Sphingiden aufzählt. Ob eine Fortsetzung 
folgen soll, ist nicht angegeben. 


Bulletin de la Societe Linneenne de Normandie. 8. Vol. Annee 
1862--1863. Caen 1864. 

Fauvel A. (p. 12). Notes synonymiques sur quelques Paederus euro- 
peens. (P. minutus Gautier für eine unbedeutende Var. von limnophilus 
Er. erklärt; P. corsicus Gautier zu derselben Art, P. longicollis Gautier 
zu riparius L. gezogen; in P. ventricoous Gautier den brevipennis Er. 
vermuthet; wegen P. carbonarius Gautier und Paederomorphus peduncu- 
larius Gautier auf Saulcy’s Ausspruch (Annales de la Soc. entom. 1862, 
p- VI) verwiesen.) 

Derselbe (p. 391—96) gibt eine Aufzählung der besseren Käferarten, 
welche auf einer von der Gesellschaft am 15. Juli nach Trouville-sur-Mer 
unternommenen Excursion erbeutet wurden. 

Atti della Secietä italiana di Seienze naturali. Vol. V. Fasc. 6. 
(womit der Band geschlossen). Milano 1864. 

Enthält äusser einer Mittheilung Paglia’s (p. 438) über die Zucht 
von Sat. cynthia, und einem Aufsatze von Rondani und Passerini über 
Seidenzucht (p. 447) nichts auf Entomologie Bezügliches. 

Vol. VI. Fasc. 1 und 2 enthält gar nichts Entomologisches. 


Bulletin de la Societe imper. des Naturalistes de Moscou. Annee 
1863. Nr. 4. Moscou 1863. 1864 Nr. 1. Moscou 1864. 

Ersteres Heft enthält: 

Lindemann Car] (p. 437). Anatomische Untersuchung über die Structur 
des Leuchtorganes von Lampyıis splendidula. (Den Verfasser brachte nach 


266 


p. 438 in. den gewonnenen Resultaten „sein Glück weiter als seine Vor- 
fahren.“ Nicht ohne Neid werden manche Entomologen vernehmen, dass es 
dem Glückspilz gelungen, festzustellen, dass man „das schwarzgraue, geflü- 
gelte Männchen (von Lamp. splendidula) zu den Orthopteren stellen muss.“ 
Wie aber auf Erden nichts vollkommen ist, so gelang es dem Verfasser 
nicht, zu ergründen, in welche Ordnung das Weibchen gehöre. Dieses „muss 
dem Classificator viele Sorge machen; zu welcher Ordnung soll man dieses 
vollkommen flügellose, wurmartige Insect stellen, welches seiner Physiognomie 
nach als erwachsener Embryo oder als reproductionsfähigeLarve 
aufgefasst werden kann?“ Nach derselben Seite 438 „leuchtet auch das 
Männchen nicht; die Angabe anderer Autoren, dass.es auch leuchten solle, 
ist ganz falsch.“ Ich weiss nun nicht, ist ihnen in Nischnei- Nowgorod 
(wo die Beobachtungen gemacht wurden) zu leuchten verboten oder ist 
ihnen anderwärts Laternenzwang octroyirt; bei uns wenigstens leuchten sie. 
(Möglicherweise „scheint diess jedoch nur so, ist es aber nicht.“) 

Stierlin Gust. (p. 489). Neue oder wenig gekannte Insecten von 
Sarepta. (Neu: Psammodius costatus, Cylindromorphus pyrethri, Jehynchites 
semiruber, Seiaphilus Beckeri, Phyllobius glyeirrhizae, Phyll. erassicollis, 
Tychius albilaterus, Tych. astragali, Oryptocephalus aeneus, Pachybrachys 
astragali, Galeruca sareptana.) 


1864. Nr. 1 enthält auf pas. 293: 


Kavall J. H. Beiträge zur Hymenopteren-Fauna Russlands. (Hinter- 
lassene Notizen Eversmanns zu dessen Hymenopteren-l'auna.) 


b) Von A. Senoner. 


desterreichische Revue. III. Jahrg. 1864. 3. Bd. Wien. 


Mayr Dr. Gust. L. (p. 201). Das Leben und Wirken der einheimischen 
Ameisen. 


Mittheilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. II. 
Vereinsjahr. 1863. Salzburg. 

Storch Franz (p. 117). Grundzüge zu einer Käfer-Fauna von Salz- 
burg. (Aufzählung von 572% Gattungen mit 1860 Arten, ohne jede Angabe 
oder Bemerkung.) 


Verhandlungen des naturhistorischen Vereines der preuss, Rhein- 
lande und Westphalens. XX. Ileft. 1863. 

Stollwerk F. (Verh. p. 43—48). Die Lepidopteren-launa der preuss. 
Rheinlande. 

Cornelius (Corr.-Blatt p. 66 und 111). Ueber Libellenzüge. 

Bach Dı, M. (C. B. p. 80). Ueber einige Eigenthümlichkeiten in der 
Lebensweise von Anobium, über die Larven von Meloc. 


267 
Memoires de la Societe de Physique et d’Nistoire naturelle de Geneve. 
Tom XVII. 1. Partie. Geneve 1863. 


Claparede Ed. (p. 1). Etudes sur la eirculation du sang chez les 
Aranees du genre Lycose. 

Saussure H. de (p. 129). Melanges orthopterologiques. (37 Arten 
Blattiden aus den Museen von Neufchatel, Genf und von Guerin-M£nerille.) 

Derselbe (p. 171). Melanges hymenopterologiques. (Fortsetzung vom 
44. Bande; Beschreibung verschiedener Arten aus den Sammlungen von 
Heyden, Sichel, Rüppel etc.) 


Memoires de la Societe royale des sciences de Liege. Tom XVII. 
Liege 1863. 


Putzeys J. (p. 1). Postscriptum ad Clivinidarum Monographiam atque 
de quibusdam aliis. 

Cheyrolat A. (p. 253). Clytides d’Asie et d’Oceanie. (154 Arten, 
davon 67 neu. 


Soeieta reale di Napoli. Rendiconta dell’ Accademia delle seienze 
fiiiche e matematiche. Anno 2. Fasc. 8 (Agosto), 10 (Ottobre) 1863. 


Costa A. (p. 190). Sopra due Scutelleridei del gruppo degli Oscinolini. 
Derselbe (p. 250). Nuovi generi e nuoye specie di Cocridei. (Vater- 
land bei allen Arten theils zweifelhaft, theils unbekannt.) 


ec) Von Dr. I.R. Schiner. 


Kolenati Dr. F. A. Beiträge zur Kenntniss der Phthirio-Myiarien. 
Mit 15 Tafeln. Separatabdruck aus den Horae Societatis Entomo- 
logicae Rossicae. Fasc. Il. 


Der Herr Verfasser der vorstehenden Abhandlung kann sich nicht 
rühmen zu den „personis gratis“ der Kritik zu gehören, wir scheuen uns 
aber demungeachtet nicht, eshier auszusprechen, dass er, unseres Erachtens, 
der Entomologie durch seine Arbeiten selır wesentliche Dienste geleistet hat, 
und dass es uns ganz ungerechtfertigt erscheinen würde, sich bei der Be- 
sprechung seiner Leistungen von Vorurtheilen leiten zu lassen. Die liebe 
Kritik des neunzehnten Jahrhunderts ist nicht immer die rechte Kritik und 
zum allermindesten könnten wir uns mit den cumulativen Urtheilen einver- 
standen erklären, welche nach Nennung gewisser Namen nichts weiter bei- 
zufügen hätte als ein „damnatur.“ 

Herr Kolenati hat sich seit Jahren mit den Parasiten der Chiro- 
pteren beschäftiget. vieles Neue entdeckt und bekannt gemacht und so zu 
unserer Kenntniss dieser interessanten Creaturen wesentlich beigetragen. 
Die vorliegende Abhandlung gibt dafür ein neues Zeugniss, Wir erkennen 
es dankbar an, dass uns jener Theil derselben, welcher von den Nyeteribiden 
handelt, bei Verfassung der Fauna austriaca eine wesentliche Beihilie gewesen 


268 


ist, und dass sich nach den genauen und umständlichen, durch klare Abbil- 
dungen unterstützten Beschreibungen des Herın Verfassers der Nebelfleck 
„Nyeterihia vespertilionis“ recht glücklich in präcise Arten auflösen liess. 
Auch die neuen Gattungen, in welche die vielen neuen Arten eingereiht 
wurden, scheinen uns sehr richtig und vollberechtigt und wenn wir sie in 
unserer Fauna auch vorläufix nur als Subgenera anführten, so verschlägt 
diess Nichts und beeinträchtiget den Werth derselben nicht im mindesten, 
da unsere specielle Aufgabe ein vorläufiges Zusammenhalten des Habituellen 
uns zur Pflicht machte. Die von dem Herın Verfasser angenommenen Gat- 
tungen sind folgende: Listropodia, Aal oDelcı, Stylidia Westw., Penicil- 
lidia, Eucampsipodia und Cyclopodia. 

Wir möchten jedenfalls, etwa für die Gruppe von Nycteribia biarti- 
culata Hermann, den Gattungsnamen Nycteribia beibehalten wissen, weil 
dieser Gattungsname an und für sich nicht verworfen werden darf und weil 
es überhaupt eine Unzukömmlichkeit wäre, von einer Familie der Nyeteribidae 
zu sprechen, in welcher eine Gattung Nucteribia gar nicht vorhanden ist. 

Dass der Herr Verfasser auch die Pulicidae zu den Dipteren rechnet, 
ist eine Ansicht, welche auch Walker vertritt, der wir uns aber bei der 
totalen Organisationsverschiedenheit der Puliciden um so weniger anschliessen 
könnten, als uns eine Ordnung der Aphaniptera ganz wohlbegründet er- 
scheint und mit der Annahme derselben eine präcisere Fassung des Begriffes 
Dipteron jedenfalls ermöglichet ist. Warum sollte bei der Aufstellung von 
Insecten-Ordnungen das Generalisiren eine Nothiwendigkeit sein, da bei 
der Aufstellung von Insecten-Gattungen ja der Herr Veifasser selbst das 
Specialisiren für zweckmässig erachtete! 

Da wir endlich zu einer vollberechtigten Kritik das Ingrediens '„Tadel“ 
nicht gänzlich weglassen dürfen: so wollen wir an der sehr verdienstvollen 
Abhandlung bemängeln, dass uns das Materiale derselben nicht nach einem 
einheitlichen Principe zusammengefasst erscheint. Nicht alle angeführten 
Arten sind Parasiten der Chiropteren — während andererseits nicht alle Dip- 
teren-Parasiten aufgezählt erscheinen. Unseres Erachtens wären die Parasiten 
anderer Thiere auszuschliessen gewesen, oder aber es hätten alle para- 
sitischen Dipteren angeführt werden müssen, und dann auch, wenn schon 
Sirebla, Raymondia und Brachytarsina berücksichtiget würden, die Gattungen 
Hippobosca, Olfersia, Ornithomyia etc. mit angeführt werden sollen. 

Der Herr Verfasser mag übrigens zu seinem Arrangement gute Gründe 
gehabt haben und war darunter vielleicht auch der Grund, dass ihm die 
übrigen Hippobosciden weniger bekannt sind und er sie nicht aus eigenen 
Forschungen kennt, so wollen wir ihm für die vorhandene Lücke selbst 
dankbar sein! 


Verantwortl. Redacteure u. Herausgeber : Julius Lederer und Ludwig Hiller. 
Gedruckt bei Carl Ueberreuter, Alserstrasse Nr. 24. 


WIENER 
Entomolooische Monatschrift. 


Redaction und Expedition: In Commission bei 
Landstrasse, Gärtnergasse Nr. 20. Carl Gerold’s Sohn, Stadt Nr. 625. 


Nr. 9, VIII. Band. September 1864. 


Beiträge zur Kenntniss der europäischen Haltieinen. 
| Von F. Kutschera. 
(Fortsetzung.) 


69. L. helvolus m. Oblongo-ovatus, convexus, nitidissimus; pallide 
flavescens, capite, pectore, abdomine femoribusque posticis testa- 
ceis, Jabro infuscato, antennis apice fuscescentibus: fronte encarpis 

. distinetis, thorace brevissimo lucido, laevi, vel inconspicue 
punctulato; elytris ovatis, humeris obtuse, apice singulatim 
rotundatis, tenuissime punctulatis; punctis confusis, basi sub- 
seriatim dispositis, apicem versus obsoletioribus. Tibiarum 
posticarum spinula apicali longiuscula et forti. Apterus. Long, 
SE RE 

Sg. Abdominis segmentum ultimum leviter depressum, et 
linea longitudinali laevi ornatum; apice bisinuatum. 


Durch die blassgelbe, jener des L. tabidus nicht unähnliche 
Färbung, das äusserst kurze Halsschild, die an der Basis mehr oder 
weniger deutlich gereihte Punktirung der Flügeldecken, die kürzeren 
Fühler, den längeren Hinterschienendorn und die geringere Grösse 
unterscheidet er sich von den drei Vorhergehenden; von L. candi- 
dulus Foud. weicht er überdiess durch die mehr längliche Gestalt, 
‚noch kürzeres Halsschild und feinere weitläufigere Punktirung, star- 
ken Glanz der Oberseite u. s. w. ab. — Von etwas länglicher Ei- 
form, gewölbt, blassgelb, Kopf, Brust, Bauch und Hinterschenkel 
etwas röthlicher; ‘die äusseren Fühlerglieder bräunlich, die Oberlippe 

Wiener entomol. Monatschr. VIII. Rd. 19 


70 
schwärzlich. Stirne fein gekielt, Höckerchen linienförmig, durch fein 
eingeschnittene Linien vom Scheitel abgegrenzt; dieser stark glänzend 
und glatt, nur mit schwachen Spuren feiner Querrunzeln. Fühler etwas 
länger als der halbe Körper, ihr 2. etwas länger als das 3. Glied. Hals- 
schild wenigstens doppelt so breit als lang, beim © noch etwas 
breiter, an den Seiten wenig gerundet, mit deutlich verdicktem, etwa 
ein Drittheil des Seitenrandes einnehmenden Vorsprunge hinter den 
Vorderecken; es ist stark glänzend, beinahe glatt, nur mit äusserst 
feinen, kaum sichtbaren Pünktchen bestreut, mit deutlich abgesetzter 
Schwiele neben dem Seitenrande. Flügeldecken oval, bis hinter die 
Mitte sanft erweitert, an den flach abgerundeten Schultern kaum 
breiter als das Halsschild, an der Spitze einzeln sammt den Naht- 
winkeln abgerundet; sie sind ziemlich gewölbt, sehr glänzend, sehr 
zart und wenig dicht punktirt; die Punkte an der Basis deutlicher 
als auf dem Halsschilde, und in mehr oder weniger deutliche, jedoch 
nicht bis in die Mitte reichende Reihen gestellt, gegen die Spitze zu 
verworren und verloschener; der Kerbstreifen am Seitenrande stark. 
Ungeflügelt. Bauchsegmente mit einzelnen Punkten, in der Mitte 
etwas querrunzlich. Das letzte Segment des 9 schwach eingedrückt, 
mit einer feinen glatten Längslinie, an der Spitze beiderseits aus- 
gebuchtet. Das 1. Vordertarsenglied des @ ist deutlich erweitert. 
Hinterschienendorn länger als bei den verwandten Arten und ziem- 
lich stark. 

Bei Wien an den kahlen Abhängen der südwestlichen Kalk- 
hügelreihe im Juni, jedoch selten. 


4 


70. L. vitreus m. Ovatus, convexus, nitidissimus; pallide ferrugineus, 
labro apice infuscato: fronte encarpis distinctis; thorace trans- 
verso lucido, laevi, vix punctulato; elytris pellucidis, ovatis, 
humeris obtuse, apice singulatim rotundatis, ad basin tenuissime 
et subseriatim punctulatis, extus et apicem versus laeviusculis. 
Tibiarum posticarum spinula apicali brevi” Apterus. Long. Ya’. 
— Lat. 13". eh 

Sd. Abdominis segmentum ultimum linea longitudinali 
tenuissima ornatum, apice bisinuatum. 


Dem Vorigen äusserst nahe verwandt und ähnlich; er ist aber 
noch kleiner, von mehr bräunlicher Färbung, die Punktirung noch 
verloschener und nur auf dem vorderen Theile der Flügeldecken wahr- 
nehmbar; das Halsschild weit weniger kurz, die Stirnhöckerchen 


271 


schärfer markirt u. s. w. Sehr ähnlich der Farbe und Punktirung 
nach ist er dem L. Zaevis; allein die kaum halbe Grösse, die 
kürzeren Fühler und sehr deutlichen Stirnhöckerchen lassen ihn leicht 
von diesem unterscheiden. Eiförmig,. gewölbt; blassgelbbraun, nur 
die Spitze der Oberlippe und die äussersten Fühlerglieder schwärzlich, 
Stirne fein gekielt, Höckerchen lanzettförmig, sehr deutlich durch 
scharf eingeschnittene Linien abgesetzt; Scheitel äusserst fein gra- 
‚nulirt. Fühler wie bei dem Vorigen gebaut. Halsschild um etwas 
mehr als die Hälfte breiter als lang, stark gewölbt, an den Seiten 
wenig gerundet, mit deutlichem bis in das erste Drittel des Seiten- 
vandes reichenden Vorsprunge hinter den Vorderecken; es ist stark’ 
glänzend und fast ohne Punkte; nur bei einigen Stücken sind einzelne | 
feine Pünktchen sichtbar; die Schwiele am Seitenrande ist deutlich 
abgesetzt. Flügeldecken wie bei dem Vorigen gestaltet und durch- 
scheinend; die Punktirung ist noch schwächer, nur auf dem Vorder- 
theile deutlich und etwas gereiht, an den Seiten und nach der Spitz 
zu fast ganz verschwindend, nur nahe am Seitenrande tritt noch eine 
deutlichere Punktreihe heraus; der Kerbstreifen am Aussenrande sehr 
stark. Ungeflügelt. Bauchsegmente beinahe glatt, nur mit einzelnen 
feinen Pünktchen und in der Mitte leicht querrunzlich; das letzte 
Segment des J zeigt längs der Mitte eine äusserst zarte Linie und 
ist beiderseits der Spitze ausgebuchtet; das 4. Vordertarsenglied des 
S etwas erweitert. Hinterschienendorn etwas kürzer als bei dem 
Vorigen und leicht gebogen. 

Oesterreich (in der Wiener Gegend von Herrn Scheffler und 
mir im Juni gesammelt). 


71. L. brevicollis m. Ovatus, depressiusceulus, subnitidus; albidus ve] 
pallide flavescens „ capite, pectore, abdomine femoribusque 
postieis rufo-ferrugineis; labro apice infuscato, antennis extror- 
sum fuscescentibus; fronte encarpis distinetis; thorace brevis- 
simo, longitudine plus duplo latiore, laevi vel obsolete rugu- 
loso-punetulato; elytris ovatis, postice latiusculis, humeris vix 
prominulis obtuse, apice singulatim rotundatis, distinete et sat 
dense ruguloso - punctulatis, punctis basin versus subseriatis. 
Tibiarum posticarum spinula äApicali brevi. Apterus. Long. 1,’ 
— Lat. 1,, 

Sg. Abdominis segmentum ultimum integrum. 
419 3 


272 


Eine leicht kenntliche Art, ausgezeichnet vor den Vorhergehen= 
den durch flachere, nach rückwärts deutlich verbreiterte Gestalt, 
weissgelbe Färbung des Halsschildes und der Flügeldecken, schmälere 
Schultern, deutlichere und dichtere mit Runzeln gemengte Punkti- 
rung u. s. w. — Eiförmig, mässig glänzend, flach gewölbt. Kopf 
rostroth mit gewöhnlich etwas dunklerem Scheitel und schwärzlicher 
Spitze der Oberlippe; Halsschild, Flügeldecken, die Fühler bis auf 
die bräunliche Spitze, dann die Vorderbeine, Hinterschienen und 
Tarsen weisslichgelb; Brust und Bauch, die Hinterschenkel, alle 
Klauen und der Hinterschienendorn rostroth. Kielung der Stirne ober- 
halb stumpfer, noch unten schärfer; die Höckerchen sehr deutlich, 
lanzettförmig, durch scharf eingeschnittene Linien abgesetzt; Scheitel 
äusserst fein granulirt und fein querrunzlich. Fühler wenig länger als 
der halbe Körper, ihr zweites deutlich länger als das dritte Glied. 
Halsschild äusserst kurz, mindestens zweimal so breit als lang beim 
Jg, beim © noch breiter, flach gewölbt, mit durchscheinendem Vor- 
derrande, an den Seiten kaum gerundet, mit deutlich vorspringender, 
etwa ein Drittel des Seitenrandes einnehmender Verdickung hinter 
den Vorderecken; es ist bei vielen Individuen beinahe glatt, bei 
andern nur äusserst fein zerstreut punktirt mit eingemengten feinen 
Runzeln; die Schwiele am Seitenrande undeutlich. Flügeldecken von 
den schmalen, kaum über die Basis des Halsschildes vorspringenden 
Schultern nach rückwärts bis auf zwei Drittel der Länge erweitert, 
und an der Spitze einzeln abgerundet, mit sehr stumpfen Nahtwin- 
keln; sie sind schwach gewölbt und besonders nach der Spitze hin 
flach, ihre Punktirung fein und seicht, aber ziemlich dicht und bis 
an die Spitze deutlich, die Zwischenräume in mehr oder weniger 
deutliche Runzeln zusammengezogen; die Punkte erscheinen auf der 
Vorderhälfte mehr oder weniger deutlich gereiht, nach der Spitze 
hin verworren ; Kerbstreifen am Seitenrande mässig stark. Ungeflügelt. 
Bauchsegmente kaum punktirt, beinahe glatt; beim @ ist das letzte 
ohne Eindruck oder Ausschnitt, und das erste Vordertarsenglied 
etwas erweitert. Hinterschienendorn kurz. 

Oesterreich, auf den Abhängen des Geisberges bei Bertholds- 
dorf von H. Scheffler und mir im Herbste gesammelt. 


Der edlen Zuvorkommenheit des Hın. Waterhouse in London 
danke ich noch die Kenntniss dreier weiterer Arten, welche, nach- 


273 
‘dem sie nicht mehr in die systematische Reihe aufgenommen werden 
konnten, gleich hier am Schlusse angeführt werden; und zwar: 


Zur Abth. B. 


233—24.—72. L. fusculus. m. Oblongo-ovatus, subconvexus, nitidus; 
fuscus aut fusco-piceus, elytrorum humeris, margine apiceque, 
antennarum basi et pedibus pallidioribus: thorace transverso 
tenuissime granuloso et minutissime punctulato; elytris humeris 
vix prominulis, apice singulatim obtuse rotundatis, distincte 
dense ac confuse ruguloso-punctulatis. Apterus.— Long. 3 —?/y"' 
— Lat. 14". ; 


S. Abdominis segmentum ultimum foveola rotundata et 
profunda ormatum et leviter 2-sinuatum. -— Tarsorum anteriorum 
articulus 1. modice dilatatus. 


Dem L. Zanguidus im Baue äusserst ähnlich, aber noch kleiner’ 
flacher und glänzender, von pechbrauner, insbesondere an den Seiten 
_ und der Spitze der Flügeldecken ins Gelbliche ziehender Färbung, 
deutlicherer, mehr runzlicher Punktirung der Flügeldecken, kürzerem 
Halsschilde u. s. w. Vom L. pallidicornis, dem er in der Färbung 
nahe kommt, ist er durch die kleinere, längliche und flachere Ge- 
stalt, die dichtere Punktirung, die kürzeren, nur an der Basis heller 
braunen Fühler, an denen das zweite Glied länger als das dritte ist, 
und durch die abweichende Bildung der Geschlechtsmerkmale des J', 
sogleich zu unterscheiden. Vom L. drunneus und minusculus unter- 
scheidet ihn schon die geringe Wölbung und die durchaus verworrene 
Punktirung der Flügeldecken. — Länglich-eiförmig, schwach gewölbt, 
ziemlich glänzend; von pechbrauner Farbe, welche an den Schnltern, 
dem Seitenrande und vorzüglich an der Spitze der Flügeldecken ins 
Gelbbraune übergeht; die Basis der Fühler und die Beine ebenfalls 
heller braun, nur die äusseren Tarsenglieder sammt den Klauen etwas 
dunkler. — Scheitel beinahe glatt; Stirne scharf gekielt, Höcker- 
chen undeutlich, durch eine glänzende Beule mit dahinter liegendem 
seichten Quereindruck angedeutet. Fühler wie bei L. Zanguidus. Hals- 
schild mässig gewölbt, etwa um die Hälfte breiter als lang, an den 
Seiten schwach gerundet mit deutlichem Vorsprunge des Seitenrandes 
hinter den Vorderecken; die Oberfläche äusserst zart und zerstreut 
punktirt, die Zwischenräume unter starker Vergrösserung fein granu- 
lirt, die Schwiele innerhalb des Seitenrandes deutlich. Flügeldecken 
länglich-eiförmig, an den schwach markirten Schultern kaum breiter 


274 

als das Halsschild, an den Seiten noch weniger gerundet und flacher 
als bei L. languidus; an der Spitze stumpf und deutlich einzeln 
abgerundet, mit sehr stumpfen Nahtwinkeln; sie sind zwar fein, aber 
deutlich und dicht verworren runzlichpunktirt, die Punkte an der 
Spitze etwas feiner; Kerbstreifen am Seitenrande ziemlich fein. Unge- 
fügelt. Hinterschienendorn kurz. Bauchsegmente zerstreut und seicht 
punktirt, das letzte beim JS mit einer tiefen kreisrunden, fast die 
ganze Länge des Bauchringes einnehmenden Grube und seichter Aus- 
buchtung des Aussenrandes beiderseits der Spitze. Das 1. Vorder- 
tarsenglied des JS etwas erweitert. 

England. 


Zur Abth, C. b. 


47—48.--73. L. Waterhousei. m. Ovatus, convexus, nitidus; capite 
ferrugineo, vertice obscuriore, labro nigro-piceo; thorace rufo- 
ferrugineo, elytris, antennarum basi pedibusque testaceis; abdo- 
mine nigro, segmento ultimo pygidioque ferrugineis: fronte 
encarpis distinctis; thorace transverso ruguloso - punctulato; 
elytris ovatis, humeris prominulis, apice vix conjunctim rotun- 
datis, fortius confuse seriatimve punctatis.. Tibiarum posticarum 


spinula apicali longa. Apterus. Long. 1‘. — Lat. 24". 


Dem L. Ballotae sehr ähnlich, allein er ist glänzender, die 
gelbbraune Färbung zieht ins Röthliche, die Hinterschenkel sind ein- 
färbig, die Stirnhöckerchen weit bestimmter, die Flügeldecken haben 
etwas vorspringende Schultern und eine breiter und schon fast ein- 
zeln abgerundete Spitze; die Punktirung ist durchgehends stärker 
und auf den Flügeldecken nur undeutlich gereiht, auch der Hinter- 
schienendorn etwas kürzer. — Von L. femoralis und pectoralis ist 
er schon durch die kürzere und stumpfere Gestalt und gröbere Punk- 
tirung, von ersterem aber noch durch die röthliche Hinterleibspitze, 
von letzterem durch die schwarze Färbung der vier ersten Bauch- 
segmente sogleich zu unterscheiden. — Von L. Lycopi weicht. er 
durch ansehnlichere Grösse, Wölbung und breiteren Umriss, gröbere 
und auf den Flügeldecken sehr undeutlich gereihte Punktirung u. s. w. 
ab. — Von eiförmiger Gestalt; Kopf und Halsschild rostrotl, ersterer 
mit rothbraunem Scheitel und schwarzer Oberlippe; Flügeldecken, 
Fühlerbasis und die ganzen Beine röthlichgelb; nur die Naht, die 
äusserste Spitze der Hinterschenkel, der Hinterschienendorn und die 
äusseren Tarsenglieder sammt den Klauen ziehen ins Rostrothe; die 


275 


Aussere Fühlerhälfte schwärzlich; Brust und Bauch schwarz, das 
Pygidium und das letzte Bauchsegment aber rostroth. — Stirne scharf 
gekielt, Höckerchen lanzettförmig und durch deutlich eingeschnittene 
Linien abgesetzt. Scheitel äusserst fein gekörnt. Fühler länger als 
der halbe Körper, das zweite kaum länger als das dritte Glied. Hals- 
schild gewölbt und glänzend, um die Hälfte breiter als lang, an den 
Seiten sehr wenig gerundet, der seitliche Vorsprung hinter den Vor- 
derecken stärker als bei L. Bollotae; es ist am Vorderrande durch- 
scheinend und ziemlich dicht und stark runzlichpunktirt; die Schwiele 
neben dem Seitenrande wenig abgesetzt. Flügeldecken eiförmig und 
stark gewölbt, glänzend, mit etwas vorspringenden Schultern und 
leicht markirter Beule; die Spitze ist breiter als bei den verwandten 
Arten und kaum mehr gemeinschaftlich abgerundet; ihre Oberfläche 
ist glänzend, etwas weniger dicht und verworren als bei L. Ballotae, 
aber ebenfalls bis an die Spitze sehr deutlich punktirt; die Punkte 
sind nur. an der Basis deutlich gereiht; der Kerbstreifen am Seiten- 
rande stark. Flügel fehlen. Der Bauch ist glänzend, die ersten Seg- 
mente kaum, die folgenden etwas deutlicher punktirt und in der 
Mitte querrunzlich, das letzte beim © punktirt. J' liegen mir nicht 
vor. Die langen und starken Hinterbeine mit langem Schienendorn, 
der aber etwas kürzer als bei L. Ballotae ist. 
England. 


Zur Abth. C. e. 


59—60.— 74. L. gracilis. m. Oblongo-ovatus, depressiusculus, nitidus; 
albido-testaceus, capite peetore abdomineque pallide ferrugineis; 
ore piceo; antennis extrorsum et tarsorum articulis ultimis cum 
unguiculis fuscescentibus: fronte encarpis subdistinctis; thorace 
transverso latiusculo laevi aut vix punctulato; elytris ovatis 
pellueidis, humeris modice prominulis, apice subsingulatim rotun- 
datis, minutissime et obsolete confuse punctulatis. Tibiarum 
posticarum spinula apicali brevi. Alatus. Long. %,—'Y;'"'. — 
Katızıaaz 

S. Abdominis segmentum ultimum linea longitudinali 
tenui ornatum, apice bisinuatum. 


Man ist versucht, diese Art für eine kleine unausgefärbte Va- 
rietät des L. ochroleueus zu halten, an welcher die schwärzliche 
‚Färbung der äusseren Hälfte der Hinterschenkeln mangelt, so gross 
ist die Aehnlichkeit zwischen beiden; allein die mir vorliegenden 


276 


fünf Stücke beiderlei Geschlechts zeigen eine konstant geringere 
Grösse, ein verhältnissmässig breiteres Halsschild, anders gestaltete 
Flügeldecken mit der meisten Rundung der Seiten in der Mitte und 
stumpfer vorspringenden Schultern, eine noch undentlichere Punk- 
tirung, ein besonders auf der Unterseite mehr ins Bräunliche fallendes 
Gelb, wobei die Hinterschenkel völlig einfärbig, die Fühler aber bis 
auf die vier ersten Glieder stets schwärzlich sind; endlich sind das 
zweite und dritte Fühlerglied an Länge gleich, und das letzte Bauch- 
segment des Q zeigt nur eine feine Längslinie in der Mitte; ich 
glaube sie daher als selbstständige Art aufführen Zu sollen. — Läng- 
lich-eiförmig, von geringer Wölbung und starkem Glanze; blassgelb 
mit etwas bräunlicher Färbung des Kopfes und der Unterseite; der 
Mund und die Fühler vom fünften Gliede aufwärts schwärzlich ; alle 
Beine einfärbig blassgelbbraun, nur die äusseren Tarsenglieder sammt 
den Klauen dunkler bräunlich. — Stirne scharf gekielt mit undeutlich 
abgesetzten Höckerchen; Scheitel beinahe glatt, höchstens mit ein- 
zelnen feinen Querrunzeln. Fühler von drei Vierttheilen der Körper- 
länge mit gleich langem zweiten und dritten Gliede. Halsschild breiter 
als bei Z. ochroleucus, um mehr als die Hälfte breiter als lang, an 
den Seiten leicht gerundet und mit schwachem Vorsprunge hinter 
den Vorderecken; es ist ganz glatt oder höchstens mit einzelnen kaum 
sichtbaren Pünktchen besetzt. Flügeldecken länglicheiförmig und 
durchscheinend, an den Schultern nur mässig über die Basis des 
Halsschildes vorspringend mit stumpferer Beule als bei L. ochroleucus, 
bis zur Mitte leicht gerundet, und an der Spitze schwach einzeln 
abserundet; die verworrene Punktirung ist eben so zart aber etwas 
weitläufiger und verloschener als bei L. ochroleucus; Kerbstreifen 
am Seitenrande sehr fein. Geflügelt. Bauchsegmente einzeln punktirt 
und in der Mitte etwas querrunzlich; das letzte zeigt beim @ eine 
durch seine ganze Länge gezogene feine Linie und ist beiderseits der 
Spitze ausgebuchtet. Das erste Vordertarsenglied etwas erweitert. 
Hinschienendorn kurz. \ 
England. 


Ich glaube noch folgende Arten anderer Autoren anführen zu 
sollen, welche mir entweder gänzlich unbekannt geblieben sind oder 
über welche ich keine bestimmten Aufschlüsse zu geben vermag, u. Z.: 


277 


Zur Abth. A. 
L. elongatus Bach. K. Fn. f. N. u. M. Deutschl. II. 147. 1. 

Oberseite schwarzbraun, glänzend; die Fühlerwurzeln, die vor- 
deren Beine und Hinterschienen röthlichgelb. Halsschild nur wenig 
breiter als lang, die Seiten stark gerandet und in der Mitte etwas 
gerundet, sehr fein punktirt, hinten gerade abgestutzt, vor der Basis 
mit einem seichten Quereindruck, wodurch diese etwas wulstig erscheint. 
Flügeldecken nur wenig breiter als das Halsschild, langgestreckt, 
zweimal so lang als breit, von der Mitte an nach hinten zugespitzt, 
die Spitze breit abgestutzt, die Aussenwinkel der Flügeldecken fast 
zahnartig vorstehend; die Oberfläche stark und dicht punktirt, die 
Punkte nach hinten zu schwächer werdend. Länge 1", 

Ein Stück aus Thüringen. (Mus: Kellner). 


Haltica atra. Illig. Mag. VI. 170. 140. (omiss. synon.) Longitarsis 
ovalis, punctata, atra, antennarum basi pedibusque rufis; femo- 
ribus nigris, coleopteris abdomine brevioribus. 

Dem L. Anchusae sehr ähnlich, aber etwas grösser, das Hals- 
schild kürzer, die Deckschilde gewölbter, grobpunktirt, zwar kürzer als 
der Hinterleib, aber die Flügeldeckenspitze nicht so stumpf abgerundet. 

Um Braunschweig einmal vorgekommen. 


Haltica nigerrima. Gyll. Ins. Suec. IV. 656. 13—14. Nigra, nitida, 
confertim punctata, antennis psdibusque concoloribus, elytris 
apice acuminatis. 

Von der Grösse und Gestalt des L. holsaticus. Kopf glänzend, 
kaum punktirt. Fühler länger als der halbe Körper, ganz schwarz; 
Halsschild kürzer als breit, vorne und rückwärts abgestutzt, an den 
Seiten gerundet, gewölbt, schwarz, glänzend, dicht fein punktirt. Flü- 
geldecken äöross, vorne viel breiter als das Halsschild, mit abgerun- 
deten Schultern und erhabener Beule, fünfmal so lang als das Hals- 
schild, an der Spitze zugespitzt, gewölbt, schwarz glänzend, gedrängt 
und ziemlich tief punktirt. Körper unterhalb schwarz, leicht punktirt. 
Die ganzen Beine schwarz, Hinterschenkel sehr gross, Hinterschienen 
mit einem rostrothen Enddorn. 

Schweden (Smoland) sehr selten. 


3 Zur Abth. B. 


Teinodaetyla rubeila. Foud. Ann. d. ]. Soc. Linn. VI. 1859. 268. 19 
Obiongo-ovata, convexior, ferruginea; thorace elytrisque dense 


278 


punctulatis; punctis elytrorum distinctioribus, confuse vel seria- 
tim dispositis. Aptera. Long. 11%“ mill. — Larg. %, mill. 

S Aedeagus profunde canaliculatus, modice incurvatus, 
margine laterali intus deflexo; canaliculo apice cochleariformi, 
obtuse angulato. Abdominis segmentum ultimum leviter impres- 
sum, impressione lineari laevigata, nigra. 

Ganz rostroth und glänzend, sehr gewölbt. Stirne fein gekielt; 
Höckerchen unbestimmt. Fühler ganz rostroth länger als der halbe 
Körper, dünner als bei T. gidbosa und minuscula; ihr drittes Glied 
von der Länge des zweiten. Halsschild sehr gewölbt, breiter als lang, 
mit stark herabgezogenen Seiten und stärkerem Vorsprunge des Seiten- 
randes hinter den Vorderecken, und sehr fein, am Vordertheile kaum 
wahrnehmbar punktirt. Flügeldecken an’ der Basis nicht breiter als 
das Haldschild, sie erweitern sich sehr und bilden für sich ein regel- 
mässiges Oval, sind sehr gewölbt und bedecken nicht völlig das Pygi- 
dium; die Punktirung ist stärker als jene des Halsschildes, in kurze, 
nach verschiedenen Richtungen laufende Reihen gestellt, und an der 
Spitze verfeinert. Schulterbeule wenig vorspringend; Nahtwinkel fast 
rechteckig. Unterseite etwas bräunlich; das letzte Bauchsegment 
des 9 mit einer schmalen glänzenden, glatten Längsfurche. Unge- 
flügelt. Beine heller rostroth, Hinterschienendorn kurz und stark. 
Das erste Vordertarsenglied des Q länglich und wenig erweitert. 

Aus Kärnthen von Hın. v. Kiesenwetter dem Autor mitgetheilt. 


Altica pratensis. Panz. Fn. Germ. 21. t. 16. Nigra, thorace, elytris 
pedibusque pallide testaceis. 

Gestalt und Habitus der A. tabida (sibi),. aber kleiner; Mund 
blass gelbbraun. Kopf schwärzlich. Fühler an der Basis gelbbraun, 
weiterhin schwärzlich. Halsschild quer, vorne mit einem dunklen 
Querstrich. Flügeldecken blassgelbbraun, glänzend, mit fein verwor- 
renen Punkten. Beine blassgelb, Hinterschenkel röthlichgelb und 
angeschwollen. 

Auf Wiesenblumen, besonders Wiesenklee bei Braunschweig 
gefunden. 


Haltica pratensis. G yl1. Ins. Sn. 111.539. 15.— Zett. Ins. Lapp. 223. 9. 
Ovata, convexa, nigra, supra subtiliter, crebre punctulata; an- 


tennarum basi, thorace, elytris pedibusque pallidis, elytrorum 
humeris apiceque singulatim rotundatis. 


279 
Var. b. capite etiam pallide testaceo. 
Var. c. tota pallida, oculis nigris, abdominis basi inter- 
dum fusca. 

Von der Gestalt und Grösse der H. Zurida (sibi), aber viel 
feiner punktirt, und von anderer Färbung. — Kopf pechschwarz, 
glänzend, bisweilen mit verwaschen bräunlichem Scheitel. Stirne 
stumpfer gekielt. Fühler länger als der halbe Körper mit blasser 
Wurzel, nach aussen schwärzlich. Halsschild kurz, quer, vorne etwas 
breiter, vorne und hinten abgestutzt, an den Seiten wenig gerundet, 
deutlich gerandet, mässig gewölbt, blass röthlichgelb, wenig glän- 
zend; sehr dicht, fein und seicht punktirt; der Vorderrand selbst 
‚gewöhnlich schwärzlich und innerhalb desselben ein bräunlicher Strich, 
ein gleicher abgekürzter auch vor dem Hinterrande. Schildchen blass- 
gelb. Flügeldecken vorne wenig breiter als das Halsschild mit abge- 
rundeten Schultern, aber bald hinter der Basis sehr erweitert und 
fünfmal so lang als das Halsschild, an der Spitze stumpf abgerundet 
und häufig kürzer als der Hinterleib, mit stumpfen Nahtwinkeln; sie 
sind stark gewölbt, schmutzig blassgelb, durchscheinend, mehr glän- 
zend, dicht und etwas stärker als das Halsschild punktirt, mit völlig 
gleichfärbiger Naht. Halsschild unterhalb blassroth, Brust und Bauch 
schwarz, dicht, fein und verloschen punktirt. Vorderbeine ganz blass- 
gelb, Hinterbeine gesättigter röthlichgelb mit bisweilen schwärzli- 
cher Spitze. 

Die Var. b. unterscheidet sich nur durch blass röthlichgelben 
Kopf und röthlichen Mund, bisweilen ist auch die Spitze des Bauches 
verwaschen röthlichbraun. 

Die Var. c. weicht ab durch ganz blassen Körper, wobei nur 
die Fühlerspitze und bisweilen die Brust und der Vordertheil des 
Hinterleibes schwärzlich sind; diese Form ist oft um die Hälfte, ja 
ums Doppelte kleiner. 

Bem.: Nach den Varietäten und der wandelbaren Grösse zu 
schliessen, dürfte @yllenhall wohl mehrere zwar ähnliche aber ver- 
schiedene Arten zusammengezogen haben; aber auf keine der ihr in 
Grösse und Farbe nalıe kommenden Arten wie L. Lycopi, curtus, 
substriatus, monticola, Ballotae, juncicola passen die gegebenen 
Merkmale in ihrer Gesammtheit. 


Teinodaetyla atrieilla. Foud. Ann. d. l. Soc. Linn. VI. 1859. 276. 
24. (omissa Synom.) Oblongo-ovata, subdepressa, capite abdo- 


280 
mineque nigris, thorace testaceo-nitente; elytris pallide testa- 
ceis, sutura fusca; pedibus testaceis, femoribus fuscescentibus. 

do alati. Long. 1%%,—2 mill. — Lat. 1—1'/, mill. 

S Aedeagus late canaliculatus, in medio leviter contrac- 
tus, apice dilatatus, breviter lanceolatus. Abdominis segmentum 
ultimum longitudinaliter sulcatum, sulco ab impressione semi- 
eirculari interrupto. 


Var. a. Vitta suturali latiore. 


Kopf schwarz, Scheitel und Stirne bisweilen röthlich, Stirne 
fein gekielt, ohne Höckerchen; Scheitel glatt, glänzend, unmerklich 
‚granulirt. Fühler länger als der halbe Körper, ihr drittes Glied etwas 
länger als das zweite; die fünf ersten Glieder röthlichgelb. Hals- 
schild viel breiter als lang, der Seitenrand hinter den Vorderecken 
wenig vorspringend; es ist röthlich und geglättet, der Vorderrand 
bisweilen bräunlich; es ist fein gerunzelt und sehr fein, manchmal 
undeutlich punktirt. Schildehen schwarz. Flügeldecken viel breiter als 
die Basis des Halsschildes, länglichoval und an der Spitze so wie 
der Nahtwinkel abgerundet; sie sind hell röthlichgelb oder strohgelb 
und von sehr feiner und sehr dichter verworrener Punktirung. Die 
Naht ist rothbraun oder schwärzlich, welche Farbe sich bisweilen 
weiter ausdehnt und ein mehr oder weniger breites Band bildet; der 
Kerbstreifen am Seitenrande fein, die Schulterbeule vorspringend, 
glatt und glänzend. Die Mitte der Vorder-, die Mittel- und Hinter- 
brust so wie der Hinterleib schwarz; die Hinterleibssegmente glänzend 
und punktirt. Das letzte Bauchsegment des Q’ mit einem runzlichen, halb- 
runden Eindruck, dessen Enden eine schwielige Erhöhung des Segments 
einfassen, an dessen Basis man bisweilen den Anfang einer glatten, 
unscheinbaren Furche bemerkt. Geflügelt. Beine röthlich oder rost- 
färbig, Hinterschenkel mehr oder weniger gebräunt. Hinterschienen- 
dorn kurz. 

Diese Art soll sich von T. atricapilla (sibi) = melanocephala 
Gyll. durch ihre mehr längliche, weniger eiförmige Gestalt und ihre 
deutlichere Punktirung unterscheiden. 

Auf Wiesen das ganze Jahr gemein bei Lyon und in dem süd- 
lichen Frankreich. 


Teinodaetyla tantula. Foud. Ann. d.]. Soc. Linn. V1.: 1859. 307. 42.— 
Teinod. brunniceps All. Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fr. 3. Ser, VIII. 
1860. 138. 85. — Oblongo-ovata, dilute testacea, sutura fusca; 


281 
labro epistomateque nigris; pectore abdomineque nigro-fuscis; 
thorace elytrisque profunde punctatis; punctis prope basin 
seriatim dispositis; pedibus rufis, femoribus postieis apice pau- 
lulum infuscatis. 9 Q alati. Long. 1Y,—1%, mill. — Lat. 
3,—1 mill. 

S Aedeagus late recte que canaliculatus, apice rotundatus, 
obtuse angulatus. Abdominis segmentum ultimum laeve, vix 
depressum. 


Kopf röthlich oder bräunlichh Mundgegend sammt Oberlippe, 
Mandibeln und Tastern schwarz; Scheitel, Stirne und Höckerchen, 
dann die Fühler wie bei T. Lycopi. Halsschild fast zweimal so breit 
als lang, mit schwachem Vorsprunge des Seitenrandes hinter den 
Vorderecken; es ist röthlich und stärker als bei T. pusilla punktirt, 
die Punkte unregelmässig und mit Runzlungen gemischt. Flügeldecken 
wie bei T. Lycopi gestaltet, röthlich, mit bräunlicher Naht, etwas 
gewölbt und mit stärkeren und deutlicheren Punkten als bei 7. pusilla 
bedeckt; die Punkte aber weniger dicht als jene des Halsschildes, 
und auf dem vorderen Theile in wenig regelmässige Längsreihen 
gestellt, nach der Spitze zu verworren und feiner, Schulterbeule glatt 
und wenig vorspringend. Kerbstreifen am Seitenrande stark. Unter- 
seite bis auf den Prothorax schwarz; Bauchsegmente querrunzlich 
oder punktirt; das letzte beim @ etwas ausgebuchtet, seine Basis 
glatt und glänzend und leicht eingedrückt. Geflügelt. Beine röthlich, 
die Spitze der Hinterschenkel mehr oder weniger gebräunt; Hinter- 
schienendorn stark und gebräunt; erstes Vordertarsenglied des JS 
wenig erweitert. 

Diese Art hat die Gestalt des T. pusilla, die Punktirung ist 
viel stärker, das letzte Bauchsegment des © ist nicht gefurcht, und 
jenes des @ hat kein rundes Grübchen. Von T. Lyeopi soll sie sich 
durch die stärkere und deutlichere Punktirung, die kürzeren Fühler- 
glieder, durch die Punktreihen der Flügeldecken und besonders durch 
den Aedeagus des J unterscheiden. 

Im April auf trockenen Hutweiden des Gebirges von Colombier 
en Bugey, und im Herbste an den Ufern der Rhone, nördlich von Lyon. 

Bem.: Ein mir vorliegendes Stück dieser Art, vermag ich von 
L. Lycopi nicht zu unterscheiden. 


Teinodactyla albinea. Foud, Ann. d. 1. Soc. Linn. VI. 1859. 310. 44. 
Oblonga, depressiuscula, albida vel pallide spadicea; labro nigro: 


282 
thorace minute, elytris distinetius seriatim confuseque pünetu- 
latis; pectore fuscescente vel nigro, femorum posticorum apice 
infuscato. do alati. Long. 1, —1%/, mill. — Lat. 1 mill. 


JS. Aedeagus canalieulatus, apice acutus incurvatus. Abdo- 
minis segmentum ultimum leviter impressum. 


Kopf rostroth, die Oberlippe schwarz. Stirne fein gekielt, mit 
länglichen von äusserst feinen Strichen markirten Höckerchen. Scheitel 
äusserst fein granulirt mit feinen bogenförmigen Runzeln oberhalb. 
Fühler länger als der halbe Körper, mit gleich langem zweiten und 
dritten Gliede; die ersten Glieder röthlieh, die weiteren mehr oder 
weniger bräunlich, Halsschild ein und ein halbmal so breit als lang, 
mit schwachem Vorsprunge des Seitenrandes hinter den Vorderecken; 
es ist röthlich, geglättet und sehr fein punktirt; die Punktirung bei 
manchen Individuen unmerklich. Flügeldecken an der Basis breiter 
als das Halsschild, sie erweitern sich etwas, und bilden ein längliches 
Oval, ihre Spitze ist abgerundet, der Nahtwinkel etwas stumpf; sie 
sind blass strohgelb, etwas gewölbt, und mit stärkeren Punkten als 
jene des Halsschildes bedeckt, die Punkte an der Basis gereiht, auf 
dem übrigen Theile der Flügeldecken verworren und gegen die Spitze 
schwächer. Schulterbeule vorspringend. Die Unterseite mehr oder 
weniger rostroth, die Brust und die Basis des Bauches schwarz; die 
äusseren Segmente desselben stark punktirt, das letzte Segment des 
g gerundet mit einem leichten Eindruck in der Mitte, in welchem 
eine glatte, schwärzliche Linie sich befindet. Die Beine, röthlich, * bis 
auf die bräunliche Spitze der Hinterschenkel. Hinterschienendorn kurz 
und bräunlich.,. Das erste Vordertarsenglied des Q etwas erweitert. 

Diese Art ‘ist viel kleiner als T. ochroleuca und unterscheidet 
sich von ihr durch die stärkere Punktirung der Flügeldecken, die 
braune Farbe der Brust und insbesondere durch den nur leichten 
Eindruck des letzten Bauchsegments des d. 

In ganz Frankreich, bei Lyon im Juli auf Heliotropium euro- 


paeum Linn. 


Teinodactyla pratensis All. Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fr. 3. S. VII. 
1860. Add. 832. 236. (omiss. Synom). Ovata, convexior, pallide 
rufa, sutura concolore, thorace ruguloso, tenuissime punctulato; 
elytris dense punctatis, pectore abdomineque nigris: femoribus 
postieis supra infuscatis. Long. fere 3 mill. — Lat. 124 mill. 


283° 

Sehr nahe verwandt der T.' femoralis Marsh. und von der 
Gestalt derselben; aher etwas gewölbter, das Halsschild ist breiter 
und mehr quer, die Farbe mehr röthlich und die Naht nicht gebräunt; 
die Punktirung des Halsschildes und der Flügeldecken ist tiefer; nur 
die vier letzten Fühlerglieder sind schwärzlich; das zweite Fühlerglied 
etwas kuglicher als bei T. femoralis. 

An der nordfranzösischen Küste bei Calais und Havre. 

Bem.: Allard hat irrig die T. pratensis Foud. mit der hier 
angeführten identificirt; die T. pratensis Foud. ist aber zweifellos 
die Chrysomela femoralis Marsh.; es kann darum die T. femoralis 
Foud. nicht synonym mit T. femoralis All. = Ch. femoralis 
Marsh. sein, sondern ist nach meinem Dafürhalten die L. Zongi- 
pennis ın., welche Art Allard nicht gekannt, hat. 

Würde Allard seiner T. pratensis nicht eine schwärzliche 
Hinterschenkelspitze geben, dagegen die röthliche Hinterleibsspitze 
unerwähnt lassen, so könnte man vielleicht auf die Identität mit L. 
Waterhousei m. schliessen. 


Teinodaetyla abdominalis. All. Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fr. 3. Ser. VII. 
1860. 119. 67. et Add. 832. 235. (omiss. Syn.) Ovata, convexa, 
nitida, ferrugineo-testacea; elytris pallide testaceis, sutura 
nigricante, densissime punctata; antennis pedibusque pallide 
testaceis, femoribus postieis nigro-piceis. Long. 41, mill. — 

Lat. vix 1 mill. 

Kopf pechschwarz, glatt, die Fühler an der Basis gelb, an der 
Spitze bräunlich und länger als der halbe Körper. Halsschild quer, 
um ein Drittel breiter als lang, an den Seiten sehr wenig gerundet, 
sehr wenig gewölbt, gelbroth mit schwärzlichem Vorderrande, mit 
kleinen tief eingestochenen Pünktchen siebartig bedeckt; Schildchen 
pechschwarz. Flügeldecken etwas breiter als das Halsschild an den 
Schultern gerundet und an der Spitze zusammen abgerundet, viermal 
so lang als das Halsschild, mässig gewölbt, mit fast paralellen Seiten; 
sie sind blass röthlichgelb, die Naht und manchmal auch der Seitenrand 
schmal schwärzlich gesäumt; sie sind ziemlich stark punktirt, mit auf der 
Scheibe reihenweise gestellten Punkten. Unterseite pechbraun, punktirt. 
Beine röthlichgelb, Hinterschenkel rostroth, an der Spitze schwärzlich, 
Hinterschienendorn ziemlich lang. Das Abdomen überragt die Spitze der 
Flügeldecken und man sieht deutlich auf dem vorletzten oberen, unbe- 
deckten Bauchringe zwei kleine runde weissgraue, von der Behaarung 
gebildete Flecken. 


284 

Häufig in der Umgebung von Paris. 

Bem.: Allard will in den Add. p. 832 ]. c. diese Art von 
T. Lycopi Foud. getrennt wissen, da sie sich durch mehr zöthliches 
Colorit und stärkere und deutlichere Punktirung, und endlich durch 
ihr Vorkommen auf Epheu unterscheide, während T. Lycopi Foud. 
auf Lycopus europaeus gemein sei, und eine blass röthlichgelbe 
Färbung, wenig gewölbte und mehr längliche Flügeldecken, und feinere 
gedrängtere Punktirung habe. 

Nach den mir vorliegenden Stücken wohl kaum von L. Lycopi 
verschieden. 


Zur Abth. C. ce. 


Teinodactyla pallens. Foud. Ann. d. ]. Soc. Linn. VI. 1859. 323. 53. 
Oblongo-ovata, pallide rufa, sutura concolore micante; fronte 
ferrugineo ; labro et epistomate nigris; thorace brevi, nitente; 
elytris ıninute confuseque punctulatis; abdomine pedibusque 
ferrugineis; femoribus posticis plus minusve infuscatis.. SQ 
Alati.e. — Long. 3—3/, mill. — Lat. 1%,—2 mill. 

Var. a Elytrorum punctis prope basin seriatim dispositis. 
JS. Aedeagus tenuis, canaliculatus, apice triangulariter 
acutus. Abdominis segmentum ultimum utrinque dilatatum, in 
medio longitudinaliter impressum, impressione laevissima nitente. 


Kopf rostroth, die Mundgegend und Oberlippe schwarz. Stirne 
fein gekielt, die Höckerchen länglich und undeutlich; Scheitel glatt 
und glänzend mit feinen wellenförmigen Querrunzeln; Fühler länger 
als der halbe Körper, rostroth mit schwärzlicher Spitze; das Mass 
ihrer Glieder verschieden; meist ist das zweite Glied oval und hat 
ein Drittel der Länge des ersten, das dritte und vierte Glied sind 
länger und kegelförmig, Amal so lang, als ihr grösster Durchmesser. 
Halsschild kurz, beinahe 2mal so breit als lang, der Vorsprung hinter 
den Vorderecken schwach; es ist strohgelb mit gallertartigem Glanze 
und zeigt undeutliche, narbenartige Punkte. Die Flügeldecken erwei- 
tern sich von der Basis an, ihre Seiten runden sich ellipsenförmig bis 
zur Spitze; Nahtwinkel etwas gerundet; Schulterbeule wenig vorsprin- 
gend, Kerbstreifen am Seitenrande stark; sie sind ganz strohgelb und 
mit sehr feinen, dichten und wenig deutlichen Punkten bedeckt; Naht 
durchsichtig. Bei Var. a sind die Punkte deutlicher und in linien- 
förmige, wenig regelmässige Reihen gestellt. Unterseite rostroth, Brust 


285 


und Bauch bisweilen etwas gebräunt. Das letzte Bauchsegment des 
d zeigt in seiner Mitte eine auf dem Grunde schwarze, glatte und 
glänzende Längsfurche, wodurch die Seiten des Segments sehr auf- 
geschwollen erscheinen. Geflügelt. Alle Beine rostroth, das Ende der 
Hinterschenkel bisweilen etwas gebräunt. Hinterschienendorn stark 
und etwas gebogen. 

Gemein in ganz Frankreich auf verschiedenen Arten von Ver- 
bascum und auf Scrophularia canina. Linn. ° 

Diese Art soll sich von L. Verbasci Pg. durch länglichere, 
weniger gewölbte Gestalt, dichtere Punktirung, längere Fühler und die 
Bildung des Aedeagus und letzten Bauchsegments des 9 unterscheiden. 


Teinodaetyla -erassicornis, Foud. Ann. d. l. Soc. Linn. VI. 1859. 
325. 54. Oblongo-ovata; pallide rufa, sutura ferruginea micante; 
labro et epistomate nigris; thorace nitente, tenuissime punctu- 
lato; elytris distinetius, confuse vel seriatim punctatis, abdo- 
mine pedibusque ferrugineis; femoribus postieis plus minusve 
infuscatis. & @ alati. Long. 3—31, mill. — Lat. 11%,—2 mill. 

©. Aedeagus late canaliculatus, apice lanceolatus rectus. 
Abdominis segmertum ultimum integrum; linea laevi ornatum. 


Kopf rostroth, die Oberlippe und die Mundgegend schwarz; 
Kielung der Stirne scharf, oberhalb etwas erweitert; die Höckerchen 
länglich, mit der Stirne verschmolzen und nur durch stärkeren Glanz 
unterscheidbar. Scheitel äusserst fein granulirt. Fühler an der untern 
Hälfte röthlich, nach aussen schwärzlich, länger als der halbe Körper 
und beim J' stärker; ihr drittes Glied etwas länger als das zweite. 
Halsschild fast zweimal so broit als lang, an den Seiten mit schwachem 
Vorsprunge hinter den Verderecken; es ist strohgelb mit gailert- 
artigem Glanze, und sehr fein und unregelmässig punktirt; die Punkte 
oft undeutlich. Flügeldecken an der Basis breiter als das Halsschild 
nnd etwas gewölbt, an den Seiten ellipsenförmig bis an die Spitze 
gerundet; Nahtwinkel etwas abgerundet, Schulterbeule wenig vor- 
springend. Kerbstreifen am Seitenrande stark; sie sind strohgelb, 
mit rostrother Naht, und mit kleinen jedoch sehr deutlichen Punkten 
besetzt, welche vorne unregelmässig gereiht, an der Spitze feiner und 
verworren sind. Unterseite ganz rostroth, bei © zeigt das stark punk- 
tirte letzte Bauchsegment in der Mitte eine kleine, schwarze glän- 
zende und etwas kielförmige Linie; beim Q ist es glatt, an den 
Seiten punktirt, mit einer schwarzen, glatten und glänzenden Längs- ' 

Wiener entomol. Monatschr. VIII. Bd. 20 


286 


linie in der Mitte. Geflügelt; Beine vöthlich, die Spitze der Hinter- 
schenkel gebräunt; das erste Vordertarsenglied des J zweimal so 
breit als die folgenden: Von T. pallens durch stärkere Punktirung 
und rostrothe Naht verschieden. Bei Lyon und der Grande-Chartreuse. 

Bem.: In einem mir vorliegenden Exemplar dieser Art kann ich 
nur ein unausgefärbtes ganz blassgelbes Individuum des ZL. melano- 
cephalus Gyll. erkennen. 


Teinodactyla canescens. Foud. Ann. d. ]. Soc. Linn. VI. 1859. 327. 55. 
Oblongo-ovata, convexa, pallide spadicea; labro apice infuscato ; 
thorace tenuissime vel inconspicue punctulato; elytris distinc- 
tius punctulatis; punctis confusis vel seriatim dispositis. Femo- 
ribus posticis apice plus minusve infuscatis. d © alati. Long. 
11% —1°/, mill. — Lat. 1 mill. 

Var. a. aptera. 

S. Aedeagus late canaliculatus, ante apicem recurvatus; 
apice breviter angulatus, deflexus. Abdominis segmentum ultimum 
longitudinaliter impressum; ima parte atra laevissima. 

Kopf röthlich, die Oberlippe an der Spitze bräunlich. Stine 
scharf gekielt, mit undeutlichen Höckerchen. Scheitel unter starker | 
Vergrösserung äusserst fein granulirt; Fühler röthlichgelb mit bräun- 
licher Spitze, länger als der halbe Körper, ihr drittes Glied länger 
als das zweite; Halsschild beinahe zweimal so breit als lang, mit, 
schwachem Vorsprunge an den Seiten hinter den Vorderecken; es ist | 
bei manchen Individuen heinahe glatt und ohne deutliche Punkte, | 
. bei anderen dagegen ist die Punktirung fein und mit Runzeln gemengt. | 
Flügeldecken an der Basis breiter als das Halsschild, an den Seiten 
elliptisch gerundet und an der Spitze so wie der Nahtwinkel abge- | 
rundet; sie sind stärker und deutlicher punktirt als das Halsschild; | 
die Punkte vorne mehr oder weniger deutlich gereilit, an der Spitze | 
verworren und verlöschend; Kerbstreifen am Seitenrande fein. Schul- | 
terbeule wenig vorspringend. Halsschild und Flügeldecken sehr bleich- | 
strohgelb, Naht etwas röthlich. Unterseite ganz rostroth. Beim © ist 
das letzte Segment fein punktirt, beim @ der Länge nach einge- | 
drückt, mit einer schwarzen glänzenden Linie am Grunde des Ein- | 
drucks und an der Spitze breit ausgerandet. Flügel theils vorhanden, | 
theils fehlend. Beine blassröthlich, mit rostrotheu Hintersckenkeln, | 
deren Spitze mehr oder weniger bräunlich ist. Hinterschienendorn kurz; 
erstes Vordertarsenglied des Q' erweitert und halb so breit als lang. 


287 

Sehr verwandt der T. aldinea, von welcher sie sich durch die 
deutlichere und regelmässigere Punktirung und die röthliche Farbe 
der Unterseite unterscheidet. Bei Lyon. 

Bem.: Zwei mir als T. canescens Foud. mitgetheilte Exem- 
plare kann ich nur als blasse, unausgereifte Stücke des L. Ballotae 
Marsh. erkennen; allein die von Foudras angeführten Merkmale 
scheinen doch auf eine andere Art hinzudeuten. 


Deuenaeiyia nana, Foud. Ann. d. l. Soc. Linn. VI. 1859. 335. 61. 
Ovata, convexior, albida vel pallide spadicea; labro infuscato ; 
capite ferrugineo, encarpis oblongis distinetis. Thorace ruguloso, 
minute punctulato; elytris distinetius confuseque punctulatis. 
So apteri. — Long. 11 mill. — Lat. 1 mill. 

S Aedeagus canaliculatus, apice acutus, incurvatus. Abdo- 
minis segmentum ultimum convexum, apice triangulariter emar- 
ginatum. 

Kopf rostroth, die Oberlippe, die Mandibeln und Palpen leicht 
gebräunt, Kielung der Stirne scharf, an dem Obertheil etwas stumpfer, 
Höckerchen länglich, sehr deutlich und durch ziemlich tiefe Ein- 
schnitte abgesetzt. Scheitel äusserst fein granulirt; Fühler bis zum 
fünften Gliede röthlich, nach aussen bräunlich, länger als der halbe 
Körper, ihr drittes Glied länger als das zweite. Halsschild um die 
Hälfte breiter als lang, der seitliche Vorsprung hinter den Vorder- 
ecken ziemlich stark, nimmt ein Drittel des Seitenrandes ein; es ist 
glänzend, und mit sehr feiner mit Runzeln gemischter Punktirung 
bedeckt. Flügeldecken an der Wurzel etwas breiter als das Hals- 
schild, erweitern sich bis in der Mitte mit elliptisch gerundeten 
Seiten, und bilden für sich ein vorne abgestumpftes Oval; Naht- 
winkel abgerundet; ihre Oberfläche ist sehr gewölbt, und eben so 
fein wie auf dem Halsschilde, verworren und gedrängt punktirt. Naht 
röthlich und durchsichtig. Kerbstreifen am Seitenrande fein; Schul- 
terbeule sehr schwach. Fiügeldecken und Halsschild sind von weiss- 
licher etwas matter, ins Strohgelbe übergehender Färbung. Unter- 
seite ganz röthlich. Bauchsegmente nach aussen zu deutlicher punk- 
tirt und gerunzelt, das letzte ist fein punktirt, und zeigt beim @ 
weder einen Eindruck noch eine Furche, und ist am Vorderrande 
dreieckig ausgerandet. Ungeflügelt. Alle Beine rostroth ; Hinterschienen- 
dorn kurz und braun. Das erste Vordertarsenglied des J etwas 


erweitert. 
20* 


288 


Von dem Ansehen der T. cundidula, aber kaum halb so gross, 
und doch die deutlichen Stirnhöckerchen und die Punktirung des 
Halsschildes und der Flügeldecken unterschieden. Auf Triften bei 
Lyon auf dem Pilatusgebirge und jenem von Colombier en Bugey; 
ihre geringe Grösse gleich jener der T. cerina, lässt nicht leicht eine 


Verwechslung zu. 
(Fortsetzung folgt.) 


Drei neue Phyeideen. 


Vom Steuerrath H, v Heinemann in Braunschweig. 


1. Myelois bicolorella. 


Behufs der Bearbeitung der Pyralidinen Deutschlands und der 
Schweiz erhielt ich von Herın Lederer und Herrn Wocke unter 
anderen dahin gehörigen Thieren auch Myelois Welseriella Zell., 
und zwar von jedem in zwei Stücken zur Ansicht. Bei genauer 
Betrachtung ergab sich, dass nur das eine Stück von Lederer wirk- 
lich Weiseriella war, dass dagegen das andere von diesem mitge- 
theilte Stück aus Brussa, sowie das eine Wocke’sche Stück von Spa- 
lato gar nicht in die Gattung Myelois, sondern zu Homoeosoma im 
Sinne Zellers gehören, wogegen das andere Stück von Wocke 
zwar eine Myelois, aber nicht Welseriella, sondern eine neue Art ist. 
In Folgendem gebe ich die Beschreibung dieser drei Stücke, indem 
ich vorläufig nur die Myelois benenne, da es mir noch zweifelhaft 
ist, ob die beiden anderen von Homoeosoma binaevella wirklich unter- 
schieden sind. 


Myelois bicolorella: al. ant. griseis, antice in area media albidis, 
strigis duabus albidis, priore obliqua paullo ante medium, externe 
late fusco marginata, posteriore flexuosa, punctis duobus mediis 
fuscis. 


Es steht diese Art in Zellers Abtheilung A. b. mit aufge- 
krümmten Palpen und nur drei Aesten der hinteren Mittelrippe der 
Hinterflügel, in welche übrigens auch nach dem mir vorliegenden Stücke 
Welseriella unzweifelhaft gehört. Sie ist kleiner als diese, mit kürzeren, 
nach hinten stärker erweiterten Vorderflügeln, Vorderrand und Saunı 
etwas stärker gebogen. Der Grund der Vorderflügel, welcher bei 
Welseriella vein weiss ist und nur wenige dunkl Stäubchen hat, ist 


289 


bei dieolorella am Innenrande bis an die hintere Mittelrippe hell 
bräunlich grau, in Zelle 1b etwas in’s Gelbliche übergehend, diese 
dunklere Färbung zieht voran dem hinteren Querstreif bis an den 
Vorderrand, indem sie sich mit dem dunklen Schrägschatten, der 
von dem Querstreif bis unter die hintere Ecke der Mittelzelle zieht, 
verbindet und den Raum zwischen diesem und dem hinteren Quer- 
streif ausfüll. Auch die Mittelzelle ist durch graue Bestäubung 
noch etwas verdunkelt. Der Vorderrand ist fast rein weiss, beson- 
ders im Mittelfeldee Der vordere Querstreif ist ziemlich deutlich, 
breit, ohne scharfe Begrenzung gegen die Wurzel, er steht vor der 
Mitte des Innenrandes und ist etwas schräger als bei Weiseriella, 
seine hintere dunkle Einfassung so breit wie der lichte Streif selbst, 
viel schmäler als bei jener Art, am Innenrande nicht so dunkel. 
Der hintere Querstreif ist deutlicher, etwas schmäler als der vordere, 
dem Saume nahe und gegen den Innenrand mit ihm wenig conver- 
girend, in der Falte und Zelle 5 bildet er ganz schwache Ecken 
gegen die Wurzel und dazwischen einen flachen gleichmässigen Bogen 
gegen den Saum, am Vorderrande ist er auf beiden Seiten bis in 
Zelle 5 schmäler und dunkler angelegt, darunter wird die Einfassung 
heller und geht auf der Wurzelseite in den braungrauen Grund über, 
während sie saumwärts gleichfalls unbestimmter wird. Dahinter ist 
die Fläche unter der Spitze mehr weisslich, am Innenwinkel mehr 
grau bestäubt. Die Mittelpunkte sind klein und ziemlich scharf, loth- 
recht über einander, def untere grösser als der obere, die Saum- 
punkte wenig deutlich, die Hinterflügel etwas breiter als bei Welse- 
riella, nicht ganz so zugespitzt, am Saume etwas mehr gerundet, 
‘überall hell bräunlichgrau; mit dunkler Saumlinie, Die Fransen sind 
an allen Flügeln an der Wurzel schmal gelblich, dann kommt eine 
deutliche dunkle Theilungslinie, dahinter sind sie an den Vorder- 
flügeln ziemlich dunkel grau mit noch zwei ganz matten Theilungs- 
linien, an den Hinterflügeln hellgrau. Die Unterseite hell braungrau, 
die der Vorderflügel mit schmal gelblichem Vorderrande und den 
Andeutungen der Zeichnung der Oberseite, die Hinterflügel bleicher 

Der Kopf ist abgerieben, die Palpen sind lange nicht so stark 
gekrümmt wie bei Welseriella, schräg aufsteigend, braungrau, das 
Endglied so lang wie das Mittelglied (bei Welseriella meıklich kür- 
zer), braungrau, die Wurzel des Endgliedes weisslich, der Thorax 
weisslich und braungrau gemischt. Die Beine hellgrau, ein verlo- 
schenes Band vor dem Ende der Mittelschiene und die Füsse dunkler. 


290 


Von den nächst verwandten Arten unterscheidet sich Welse- 
riella von bicolorella durch die überall reiner weisse, mehr kreide- 
weisse Grundfarbe der Vorderflügel, den Mangel des vorderen Quer- 
streifs, die breitere mehr lothrechte hintere Begrenzung desselben, 
den stärker und unregelmässiger geeckten hinteren Querstreif, sowie 
durch die lichteren Hinterflüigel und Fransen, cinerosella durch die 
feine dunkle, zweimal scharf gebrochene Querlinie vor der Mitte und 
die fast in der Flügelmitte stehenden Mittelpunkte, die der gedachten 
Querlinie viel näher sind als dem hinteren Querstreif, furcatella 
endlich durch viel schmälere, fast gleich breite Vorderflügel, die ver- 
ticalere Einfassung des vorderen, sehr undeutlichen Querstreifs, die 
entschieden rehgelbe Färbung des Innenrandes der. Vorderflügel 
und den ganz dicht am Saume stehenden hinteren Querstreif. Die 
ähnlichen Arten der Gattung Homoeosoma sind leicht an den gene- 
rischen Kennzeichen, namentlich daran zu unterscheiden, dass die 
Mittelzelle der Hinterflügel sehr kurz ist, so dass Ast 5 viel länger 
ist als die hintere Mittelrippe, während er bei Myelois bicolorella 
sowie bei den übrigen Arten dieser Gattung eben so lang ist wie die 
hintere Mittelrippe. Von den einzelnen ähnlichen Arten hat dinae- 
vella statt des vorderen lichten Querstreifs und dessen bindenartiger 
hinteren Begrenzung nur zwei grosse dunkle Punkte aufRippe 1 und 
in der Mittelzelle einen schrägeren, mehr geradlinigen hinteren Quer- 
streif, bei den oben erwähnten beiden Stücken, deren Beschreibung 
nachher folgt, sind zwar die Punkte auf Rippe 1 und in der Mittel- 
zelle zu einer Binde zusammengeflossen, die aber den Vorderrand 
nicht erreicht, auch fehlt jede Spur des lichten Queıstreifs davor 
und der hintere Querstreif ist ähnlich wie bei dönaevwella. 

Ich sah nur das eine Stück, ein Weib aus Wockes Sammlung 
von Mann im Juni bei Brussa gefangen. 


Die beiden vorhin erwähnten zu Homoeosoma gehörigen Thiere 
sind kleiner als Homoeosoma binaevella, bei ihnen beträgt die Länge 
der Vorderflügel kaum 4’, bei letzterer wohl nicht. unter 41%". 
Ausserdem sind bei beiden die dunklen Flecke auf Rippe 1 und in 
der Mittelzelle sehr gross und zu einer schrägen, in der Falte nicht 
oder nur wenig lichteren Binde zusammen geflossen, welche beide 
Ränder nicht ganz erreicht, und endlich sind die beiden schwarzen 
Punkte auf dem Queraste sehr klein. Bei dem einen Stück von 


291 


Spalato sind die Vorderflügel nach hinten kaum erweitert, den Vor- 
derrand, welcher bei binaevella vor der Spitze sich zurückbiegt und 
bis dahin ziemlich gerade ist, ist überall gleichmässig, wenngleich 
schwach gebogen, der Saum merklich kürzer. Die Innenrandhälfte 
des Mittelfeldes und der Raum zwischen der Querlinie und dem 
Saume ist bräunlich grau verdunkelt, in Zelle 1b nur sehr wenig 
in’s Gelbliche ziehend. Die lichte Querlinie hinter der Mitte, 
welche bei dbinaevella gegen den Innenrand sich etwas vom Saume 
entfernt und am Vorderrande eine etwas schräge Richtung gegen die 
Flügelspitze hat, ist bei döcolorella weniger schräg, zieht dem Saume 
ganz parallel und läuft etwas entfernter vor der Spitze in den Vor- 
derrand aus, ihre vordere Einfassung ist ziemlich breit und bestimmt 
und tritt in Zelle 5 in einer spitzen Ecke wurzelwärts bis’ fast 
zwischen die beiden Mittelpunkte vor, ohne dass die lichte Linie 
daran Theil nimmt; aussen ist sie am Vorderrande durch einen dunklen 
viereckigen Fleck begrenzt, darunter bis an den Saum dunkel be- 
schattet. Von den Punkten auf dem Queraste ist der untere zu 
einem kurzen Längsstrich erweitert. Die Hinterflügel sind weisslicher 
als bei dönaevella, besonders gegen Wurzel und Innenrand, etwas 
durchscheinend. Der Ausschnitt über der Fühlerwurzel ist zwar vor- 
handen, aber schwächer und nicht so scharf, das Endglied der Palpen 
ist: dünner, vielleicht weil die Schuppen mehr abgeflogen sind. Älles 
übrige ist wie bei Dinaevella. 

Ein Mann aus Wockes Sammlung, von Mann im Juli bei 
Spalato gefangen. 

Bei dem Bırussaer Stücke sind die Vorderflügel zwar deutlich, 
aber nicht so stark erweitert, wie bei dinaevella, sie erhalten aber 
dadurch, dass sich ihre Spitze vollständig abrundet, eine merklich 
andere Form. Die Farbe ist weisslich, am reinsten längs des Vor- 
derrandes, an Innenrand und Saum etwas in Blaugrau ziehend und 
mit zerstreuten feinen dunklen Stäubchen bestreut, dadurch aber nur 
wenig verdunkelt; in Zelle 1b ist nur ein schwacher und schmaler 
Anflug von Rothgrau. Der lichte Querstreif vor dem Saume ist sehr 
undeutlich und erlischt gegen den Vorderrand ganz, dagegen tritt 
seine vordere Einfassung als ein schmaler und ziemlich scharfer 
dunkler Streif hervor, der am Vorderrande dicht vor der Flügel- 
spitze beginnt und gegen den Innenrand sich vom Saume in gleicher 
Weise wie bei dinaevella entfernt, er ist fast geradlinig und ohne 
die Unregelmässigkeiten bei der letzteren Art, in Zelle 1b kaum 


292 

undeutlicher. Die Saumpunkte scharf und regelmässig. Die Klinter- 

flügel heller als bei bönaevella, etwas röthlicher, an Wurzel und 

Innenrand weisslich, etwas durchscheinend. Der Hinterleib heller. 

grau und daher die gelblichen Ränder der Segmente weniger auffallend. 
Ein Mann aus Lederers Sammlung von Brussa. 


2. Aneylosis neglectella. 


Alis anterioribus angustis cinereis, cinnamomeo mixtis, 
strigis duabus pallidis, opposite fusco marginatis, priore maculae 
dorsali purpureo-fuscae acclinata, puncto gemino medio fusco. 
Herr Professor Zeller schickte mir drei Ephestia oblitella zur 

Ansicht. Bei näherer Prüfung finde ich, dass das eine Stück, ein 
Männchen, von den beiden anderen dadurch abweicht, dass bei ihm 
Ast 4 und 5 der Vorderflügel gesondert sind, während sie bei 
Ephestia oblitella auf gemeinschaftlichem Stücke entspringen, und 
dass die Fühler eine deutliche Biegung über dem Wurzelgliede haben, 
welche bei der Gattung Ephestia überall nicht vorhanden ist und 
auch bei dem mir mitgetheilten andern Männchen fehlt, auch kann 
ich endlich keine Maxillartaster entdecken, obgleich die Lippentaster 
aus einander stehen und die Mundtheile, soweit es ohne Ablösung 
möglich ist, deutlich erkennen lassen. Nach alle diesem kann das 
fragliche Thier nicht in die Gattung Ephestia gehören, es stimmt 
aber in der Bildung der männlichen Fühler, im Mangel der Maxillar- 
taster und im Rippenbau so genau mit Ancylosis, dass ich es zu 
dieser Gattung ziehe. Auch die Zungentaster haben im Ganzen 
dieselbe Form, sie sind nur kürzer und nicht so breit beschuppt, 
ihre Beschuppung ist weniger schneidig. Auch die Zeichnungsanlage 
ist wie bei Ancylosis cinnamomella, die Flügel sina aber etwas 
schmäler, die vorderen mit mehr abgerundeter Spitze. Ich beschreibe 
den einzelnen Mann in Folgendem genauer. 

Die Vorderflügel sind schmal, wie bei odlitella, nach hinten 
wenig erweitert, 3%,‘ lang und 1’ am Innenwinkel breit, der Vor- 
derrand wie bei cinnamomella, nicht so stark gebogen wie bei obli- 
tella, in der Mitte fast etwas flach ausgehöhlt, der Saum schräg 
und mässig gekrümmt, der Innenwinkel ganz flach abgerundet. Die 
Grundfarbe ist aschgrau mit sparsamen braunen Stäubchen unter 
dem Vorderrande, bleich zimmtfarben gemischt, besonders in Zelle 1b 
und der Mittelzelle und zwar in einem grösseren lebhaften Fleck 


293 


vorn ‚an dein vorderen Querstreif, einem kleinen matten Flecke in 
Zelle 1b in der Flügelmitte und in einem matten Streif längs der 
Mittelzelle und darüber hinaus bis an den hinteren Querstreif; der 
letztere ist saumwärts bis an Ast 7 gleichfalls bleich zimmtfarben 
und zwar ziemlich breit angelegt. Diese zimmtfarbigen Stellen sind 
aber nicht scharf begrenzt, sondern ganz unbestinnmt. Die hintere 
Mittelrippe ist im Mittelfelde, Rippe 1 in ihrer ganzen Ausdehnung 
schwarzgrau bestäubt, nur an den lichten Querstreifen unterbrochen, 
vorn an dem vorderen Querstreif erweitert sich diese Bestäubung bis 
an den Innenrand und bildet hier einen dunklen, etwas purpurfärbig 
gemischten schräg viereckigen Fleck, der mit der einen Seite den 
vorderen Querstreif, mit der anderen den zimmtfarbigen Fleck davor 
begrenzt. Der vordere Querstreif steht etwas vor der Mitte des 
Innenrandes, ziemlich geradlinig und nach vorn etwas schräg gegen 
die Wurzel geneigt, er ist dünn, wenig lichter als der Grund und 
bildet in Zelle 16 einen kleinen Bogen saumwärts und auf Rippe 1 
einen Winkel, mit der Spitze gegen die Wurzel; saumwärts ist er 
von dunklen undeutlich verbundenen Punkten auf Rippe 1 und den 
beiden Mittelrippen begrenzt, von denen der Punkt auf der vorderen 
Mittelrippe der grössere ist. Der hintere Querstreif ist auch ziem- 
lich fein und .etwas deutlicher als der vordere, er ist am Innenrande 
dem vorderen Querstreif näher als dieser der Wurzel und berührt 
den Innenrand da, wo die Fransen anfangen; seine Richtung ist 
ziemlich geradlinig gegen den Vorderrand und dem Saume (abgesehen 
von dessen Krümmung) ziemlich parallel, er bildet in der Falte einen 
stumpfen Winkel gegen die Wurzel wie bei cinnamomella und einen 
etwas weiter vortretenden in Zelle 5, der bei letzterer Art nur an- 
gedeutet ist, zwischen beiden aber einen kurzen, fast gebrochenen 
Bogen. Wurzelwärts ist er von einer zusammenhängenden braunen 
Linie saumwärts am Vorderrande von einem dunklen Schatten und 
darunter von einem blass zimmtfarbenen Streif begrenzt, hinter wel- 
chem der Grund wieder aschgrau wird: bei odlitella ist dieser Quer- 
streif schärfer und unregelmässiger gezackt. Die Mittelpunkte sind 
nicht scharf, sie stehen lothrecht über einander und dem hinteren 
Querstreif viel näher als dem vorderen, aber merklich weiter von 
"Ihm als bei einnamomella. Die Saumlinie ist durch dunkle, zum 
Theil zu unbestimmten Punkten vereinigten Stäubchen angedeutet. 
Die Fransen sind gelblichweiss mit einer bestimmten, nicht sehr 
feinen, grauen Theilungslinie in der Mitte, bei odblitella sind dieselben 


294 

an der Wurzel schmal hellgrau, dann von einer feinen dunklen Linie 
durchzogen, dahinter breit rothgrau mit einer gleichfalls sehr feinen 
Linie dicht vor der Spitze und vor derselben mit noch zwei ganz 
undeutlichen Theilungslinien. Die Hinterflügel sind lang, noch schniäler 
als bei cinnamomella, ganz flach gerundet, licht bräunlich grau mit 
gelblichem Schimmer, am Saume in einer ziemlich bestimmten Linie 
dunkler; die Fransen weiss, mit matter dünner Theilungslinie. Kopf 
und Thorax sind röthlich grau, das Gesicht weiss, die Schuppen der 
Stirn bilden eine sehr wenig bemerkliche Vorragung; die Fühler sind 
oben hellbraun, unten weisslich, ziemlich stark gewimpert, die Glieder 
treten in der Biegung an ihren Enden mit kurzen schwarz beschuppten 
Ecken vor. Die Palpen ragen nur wenig über den Kopf vor, sie 
steigen sehr wenig auf, ähnlich wie bei cinnamomella, ihr Mittel- 
glied ist unten etwas stärker und abstehend beschuppt, ihr Endglied 
sehr kurz, dick fadenförmig, horizontal. Brust und Beine sind weiss- 
lich, letztere braunstäubig, der Hinterleib oben an den ersten Ringen 
und am After röthlich grau, dazwischen reiner grau mit lichten Rän- 
dern der Segmente, unten weisslich, braun bestäubt. 

Die drei Stücke, welche mir Zeller von obdätella und neglec- 
tella gesandt, sind von Sarepta, er bemerkt dazu: ob mit Recht für 
Oblitella erklärt, entscheide ich jetzt nicht. Das eine Pärchen stimmt 
indessen auf das genaueste mit seiner Beschreibung von Ephestia 
oblitella, nur sehe ich den Haarpinsel unten an der Wurzel des Vor- 
derrandes der männlichen Vorderflügel und die umgeschlagenen Schup- 
pen nicht, auf welche Merkmale er vorzugsweise die Gattung 
Ephestia gründet. 


3. Epischnia ampliatella. 


Alis anter. cervino-cinereis, postive dilatatis, costis nigro- 
pulverosis, cinereo marginalis, puncto medio nigro; posterioribus _ 
.pallide griseis; antennis maris in arcu dentatis. 

Grösser als Ep. prodromella, die Vorderflügel 73%/,“' lang, nach 
aussen viel stärker erweitert, so dass sie über dem Innenwinkel 
reichlich 1/3 so breit sind wie lang, ihr Vorderrand hinten 2, seiner 
Länge gegen die Spitze stark gebogen, der Saum länger und etwas 
weniger schräg als bei jener Art. Die Grundfarbe der Vorderflügel 
ist ein etwas schmutziges Rehbraun, in und an der Mittelzelle braun- 
grau verdunkelt, am lichtesten zwischen der Falte und dem Innen- 


295 
ramde, dieseibe ist aber im Saumfelde durch die aschgraue Bestäu- 
bung, welche die Rippen auf beiden Seiten begleitet, auf Längs- 
strahlen in den Zellen beschränkt, welche am Saume sich etwas 
erweitern und in dunklere Saumflecken endigen. Die Rippen sind 
schwärzlich bestäubt, bilden indessen nicht so scharfe und bestimmte 
Linien, wie bei prodromella, indem die schwarze Bestäubung verein- 
zelnter und zum Theil mit der aschgrauen Bestäubung gemischt ist, 
welche die Rippen begleitet. Letztere ist besonders deutlich im Saum- 
felde, an Rippe 1 und an der hinteren Mittelrippe vor und hinter 
dem dunklen Punkte an der hinteren Ecke der Mittelzelle, sowie am 
Vorderrande und in der Falte; die dadurch bewirkte strahlenförmige 
Zeichnung ist gleichmässiger als bei prodromella, indem die Bestäu- 
bung der Rippen und die dunklen Zwischenräume überall ziemlich 
gleich breit bleiben. Nur in der Mitte zwischen dem Queraste und 
dem Saume ist durch eine etwas stärkere Verdunklung auf den Rip- 
pen der hintere Querstreif angedeutet. Der vordere Querstreif ist 
in gleicher Weise wie bei prodromella durch einen dunklen Schräg- 
schatten aus dem Vorderrande bis an die hintere Mittelrippe ange- 
deutet, doch beginnt dieser Schatten am Vorderrande entfernter von 
der Wurzel und ist weniger schräg; der Punkt an den hinteren Ecken 
der Mittelzelle ist bei dem einen Stücke ganz eben so wie bei pro- 
dromella, bei dem anderen ist, er grösser und unbestimmter und 
ohne lichte Einfassung. Bei dem letzteren findet sich auch noch 
ein starker schwarzer Punkt auf Rippe 1 bei 1%, der bei dem 
ersteren Exemplare nur angedeutet ist. ‘Die Fransen sind etwas 
kürzer und dunkler als bei prodromella, bräunlich grau, mit drei 
sehr undeutlichen Theilungslinien. Die Hinterflügel etwas breiter als 
bei jener Art, einfärbig licht bräunlich grau, mit schwächerem Glanze, 
viel weniger durchscheinend, die dunkle Saumlinie derselben ist über- 
all gleich fein und setzt sich bis an den Afterwinkel fort; die Fransen 
weisslich mit bräunlicher Theilungslinie nahe der Wurzel. Unten sind 
alle Flügel zeichnungslos und stark glänzend, die vorderen hell staub- 
grün, die hinteren bleicher, etwas bräunlich schimmernd. Kopf und 
Thorax sind bräunlichgrau, aschgrau und rehfarben gemischt, die 
Palpen sind grau, ihr Mittelglied ist etwas kürzer, ihr Endglied viel 
länger wie bei prodromella, fast so lang wie das Mittelglied, gerade 
vorstehend, dick fadenförmig und etwas zusammen gedrückt. Die 
Biegung der männlichen Fühler ist schwächer als bei prodromella 
und zeichnet sich. dadurch aus, dass in ihrer oberen Hälfte die ein- 


296 


zelnen Glieder in drei deutlichen Sägezähnen vortreten, die nach 
oben an Grösse abnehmen, während an den folgenden Gliedern diese 
Bildung auch noch angedeutet ist; ausserdem sind die Fühler äusserst 
kurz pubesceirend. Der Haarpinsel der Brust ist kürzer als bei pro- 
dromella, die Beine bräunlich grau mit aschgrauer Bestäubung, auf 
der Innenseite und an den Hinterschienen lichter; der Hinterleib 
gleichfalls bräunlich grau. 

Von Herrn E. Bellier de la Chavignerie in den Basses- Alpes 
gefangen und in seinem Aufsatze über die Lepidopteren der Basses- 
Alpes (Annales de la Societe entom. de France 1857 p- 597) als 
Ep. adultella aufgeführt. 

Mir ist adultella fremd. Nach den Beschreibungen oder Ab- 
bildungen von Zeller (Isis 1848 p. 789), Herrich-Schäffer (IV. 
p- 90 F. 203) und Lederer (Zool.-bot. Verein 1853 p. 385 Taf. 7) 
steht ihr unsere neue ampliatella jedenfalls zunächst. Es meldet mir 
aber Herr Lederer, der mir die letztere mittheilte und auch adul- 
lella besitzt, dass beide Arten gut verschieden sind und ampliatella 
mehr den Totaleindruck von Zoph. Rippertella macht, während sich 
adultella besser an prodromella anschliesst. 


1 


——m RIEDL —H— 


Erwiederung 


auf wiederholte Angriffe des Herrn Dr. H. Loew in Meseritz gegen meine 
Person und gegen meine Fauna austriaca, 
Von Dr. J. R. Schiner. 


Herr Schuldirector Loew hat sich veranlasst gefunden, gegen mich 
und meine Fauna austriaca in dieser Zeitschrift aufzutreten, und zwar in 
einem Tone, der schwerlich Billigung finden dürfte. 

Ich lasse die gegen mich geschleuderten, persönlichen Invectiven 
unberührt, und will mich nur an Dasjenige halten, was gegen meine Fauna 
vorgebracht wurde. 

Der Herr Schuldirector hat meine Bearbeitung der Gattung Hemero- 
dromia herausgegriffen, um seinen reichlichen Tadel und Unwillen daran zu 
hängen und damit sehr geschickt und liebreich den Beweis zu führen, dass 
— meine ganze Fauna nichts tauge; das Publikum möge endlich wissen, 
was es, trotz meiner vielen (?) Selbstkritiken an meiner Fauna habe. 

Wäre Herr Loew nicht mein persönlicher Feind (und er ist es seit 
dem Augenblicke, als ich es gewagt hatte, sein sonderbares Verhalten in 
der Trypetenangelegenheit in den Verhandlungen des zoologisch- botanischen 
Vereines (Jahrg. 1858, S. 635 u. ff.) bekannt zu machen) — so wäre ich 


297 
bei Lesung dieses Urtheils in Schrecken gerathen: so beruhigte ich mich 
aber bald, zumal ich das Bewusstsein hatte, an meiner Fauna mit Ernst 
und Gewissenhaftigkeit gearbeitet zu haben, und mir auch von competenterer 
Seite her sehr günstige Urtheile über mein Buch bekannt geworden waren. 
Wir wollen nun sehen, mit weichen Waffen der .Vernichtungskrieg 
. gegen meine Fauna geführt worden ist. 

4. In der Citirung der Gattungssynonyme sei — behauptet Herr Loew 
— in meinem ganzen Buche kein Pıincip wahrzunehmen, es sei denn das 
Princip der Principlosigkeit. 

Das klingt sehr plausibel, zumal die angeführten Belege *) darzuthun 
scheinen, als ob Herr l,oew im vollen Rechte wäre. In der That stellt sich 
die Sache aber doch ein wenig anders heraus. Ver allem Andern ist in 
Erwägung zu ziehen, dass eine vollständige, Jedermann befrie- 
digende Synonymie von einer Fauna, deren Hauptzweck darin besteht, 
die Arten eines gewissen Landes aufzuzählen, gar nicht verlangt 
werden kann. Wenn ich trotzdem die Mühe nicht scheute, auch die Syno- 
nyme der Gattungen nach meinem besten Wissen so vollständix als möglich 
beizufügen, um so meine Fauna brauchbarer zu machen, so sollte doch der 
Dank dafür nicht in einer scrupulosen,, übelwollenden Kritik bestehen, vor 
welcher selbst der Monograplı nicht überall bestehen würde. 

Herr Loew hat ja die Walker’schen „Insecta britaunica“, deren 
allerschwächste Seite die Citate sind, trotzdem als „eine der 
wichtigsten neueren Publicationen auf dem Gebiete der Dipterologie“ be- 
zeichnet — (Neue dipt. Beitr. V. 1.), warum also gegen meine Fauna so 
strenge? Dass ich die Gattungssynonyme ohne alles Prineip beigefügt haben 
sollte, ist einfach eine Unwahrheit. 

Mich leitete auch dabei, wie überall, der Grundsatz, meine Fauna 
möglichst brauchbar zu machen. Wo ich es zur Aufklärung für 
erspriesslich erachtete, da setzte ich das Synonym bei, ganz nach meinem 
Arbitrium, aber consequent vom Anfang bis zum Ende. Alle Synonyme bei- 
zustellen verhinderte die Oekonomie des Druckes. Ich möchte. übrigens 
darüber belehrt werden, wie mit Hilfe eines Gattungsnamens und des arm- 
seligen Wörtchens „partim“ die Gattungssynonymie erschöpfend dargestellt 
werden könne? Wie selten könnte der Gattungsnahme eines anderen Autors 
ohne dieses „partim“ als gleichwerthiges Synonym zur angeführten Gattung 
beigesetzt werden, steht es aber dabei, so hiesse dies doch sicher entweder 
dass nicht alle Arten dieses Autors, oder da.s viel mehr Arten des- 
selben mit diesem Namen zu bezeichnen seien? Wer mit billigen Anforde- 
rungen meine Gattungssynonyme prüft, wird zu anderen Resultaten gelangen 
als Herr Loew, der doch als Monograph von ähnlichen Fehlern, wie er 


*) Wenn ich Einpis Fll. zu meiner Gattung als Synonym beise.zte, so 
heisst diess, dass die Arten meiner Gattung bei Fallen als Empisarten 
beschrieben sind oder beschrieben worden wären, wenn er sie gekannt hätte. 


298 


mir vorwirft, nicht frei ist *). Drollig ist es, mir vorzuwerfen. zur Gattung 
Apogon Perris, dieich gar nicht kenne — keine Synonyme beigefügt 
zu haben, und es ist mir die Anführung dieses Factums ein Beweis dafür, 
dass Herr Loew nächstens mit der überraschenden Neuigkeit herausrücken 
wird, dass die Gattung Apogon Perris gar nicht zu den Asiliden gehöre. 
Grosse Dinge werfen eben ihre Schatten voraus! 

2. Herr Loew wirft mir vor, die Gattungscharakteristik von Hemero- 
dromia nicht richtig gegeben zu haben; die Taster seien nicht cylindrisch 
und an der Spitze nicht beborstet; Meigen habe dies zwar theilweise 
gesagt; die Arten, welche solche Taster haben. gehörten aber, wie jetzt 
allgemein angenommen, gar nicht zur Gattung ZHemerodromia im 
engeren Sinne. 

Was Herr Loew mit diesem Passus sagen will, ist mir wahrlich nicht 
klar. Walker nennt in seinen Dipteris britannicis (I. 145.) die Palpen: 
„subulate or cylindrical, bristly at the tipes.“ Bekanntlich hat an der 
Bearbeitung der Walker’schen Empiden Haliday Antheil genommen. Da 
meine Gattung Hemerodromia ganz in der Begrenzung, wie bei Walker 
angenommen ist, so muss ich annehmen, dass Haliday und Walker meiner 
Ansicht sind. Zetterstedt erwähnt in der Gattungsdiagnose von Hemero- 
dromia der Taster nicht, ebenso finde ich weder bei Rondani, noch bei 
Bigot, noch sonst einem neueren Autor-eine Andeutung, die für die soge- 
nannte allgemeine Annahme Loew’s sprechen würde. Schliesslich aber 
‘finde ich, nach neuerlicher Uutersuchung, dass die Taster bei Hemerodromia 
praecatoria, stigmati ‘a, flavella und Frigellii, dieich besitze und kenne, ganz 
so sind, wie ich angegeben habe. 

Recht liebevoll ist vom Herrn Loew. weiters ein Druckfehler aus- 
gebeutet. Bci der Beschreibung des Flügelgeäders steht in meinem Buche 
statt „feblend“ unrichtig „fehlt“. Jeder aufmerksame Leser wird ohne Zweifel 
dies zu verbessern wissen, da es ja doch klar ist, dass sich dieses Fehlen 
auf die Discoidalzelle und nicht auf die vierte Längsader be- 
ziehen könne, weil ieh sonst gesagt hätte, dass die vierte Längsader, 
wenn sie fehlt, immer gegabelt ist — ein Unsinn, den mir nur Herr 
Loew in die Schuhe zu schieben so gütig ist. Sind doch auch die Mono- 
graphien Herrn Loew’s von solchen Druckfehlern nicht frei **). 

3. Von meinen drei Arten AHemerodromia flavella, stiymatica, praeca- 
toria behauptet Herr Loew, dass sie nur Varietäten ein und derselben Art 
seien. Das ist mindestens sehr komisch. In einem Aufsatz desselben Blattes 
dieser Zeitschrift behauptet Herr Loew, dass Empis hispanica, cothurnata 


*) In den dipterol. Beitr. I. 4. wird z.B. Tetanocera rufifrons Fabr. 
Antl. 205, 7. eitirt, während doch Fabrizius die Gattung Tetanocera gar 
nicht kannte. 

#*) Wie wäre es sonst, wenn in den Dipter. Beitr. IV. bei der Be- 
schreibung einiger Diplosis-Arten von einer vierten und noch weiteren 
letzten Längsader gesprochen wird, während doch die Diplosis-Arten nur 
drei Längsadern haben. was Herr Loew selbst anführt? 


299 


und morio, die ich zusammenzug, himmelweit verschiedene Arten seien, und 
begründet diese Behauptung auf Farbennuancen der Rückenstriemen und 
auf den lichteren Haarkranz vor der Flügelwurzel bei E. eothurnata. Diess 
gilt für Herrn Loew. — Meine H.flavella mit ganz glashellen Flügeln 
und rothgelbem (nicht blassem, wie H. L. meint,) Rückenschild ist aber 
identisch mit H#. praecatoria und stöymatica, welche einen braunen 
Flügelrandfleck und dunklen Rückenschild haben, und 4. prae- 
catoria und stiymatica sind wieder identisch, obwohl die eine helle Tarsen- 
endglieder und glänzend braunen Rückenschild, die andere 
schwarze Tarsenendglieder und grauen Rückenschild hat. Herr 
Loew liefert mit diesen Stückchen niclıt nur den Beweis, dass er die Be- 
schreibungen anderer Autoren ad libitum verdreht, sondern auch dafür, 
dass er die Hemerodromia-Arten gar nicht kennt. Glaubt denn der Herr 
Schuldirector wirklich. dass ich nieht im Stande sei, Arten von Varietäten 
zu unterscheiden ? ich, dem man nicht nachweisen kann, auch nur ein ein- 
ziges Synonym in die Dıipterologie hineingebracht zu haben, es wäre denn 
bei den Helomyzen, mit Rücksicht darauf, dass mir eine Monographie dieser 
Gıuppe erst nachträglich bekannt geworden ist. 

4. Herr Loew fragt mich, was ich unter -„Randfleck* verstände? 
Nun, ich verstehe daıunter weder einen Randstrich, noch das Stiema, son- 
dern einen Fleck am Rande. Das braucht wohl keiner besonderen Erklä- 
rung für Jene, welche Deutsch verstehen und verstehen wollen. Das, was 
ich in meiner Erklärung vom „Rückenschild* sagte, ist auch für die Be- 
schreibungen meiner Femerodromia-Arten ganz massgebend — ich habe 
überall das Rückenschild und nicht den Thoraxrücken gemeint, wie Herr 
Loew anzunehmen findet. 

Richtig ist es, dass es nicht „braunglänzend“, sondern „glänzend 
braun“ heissen sollte, und ich nehme diese Correction um so williger an, 
als sie geeignet ist, meine Fauna wirklich zu verbessern und brauchbarer 
zu machen, und ohne dieselbe die Leser gewiss nie errathen hätten, was ich 
mit „braunglänzend“ sagen wollte *). 

5. Wenn Herr Loew angibt, dass Hemerodromia supplicatoria Meig, 
die ich gar nicht kenne, besser bei Phyllodi-omia unterzubringen sei, dass 
Fallen eine Hemerodromia raptatoria gar nicht kannte, dass Hemerodromia 
gracilipes mit Hemerodromia brevipes zusammenfalle, und dass Zemerodromia 
unieolor. Curtis identisch mit Clinocera (Helcodromia) uniecolor sei, so bin 
ich ihm fir diese Aufkiärungen sehr dankbar und hätte sie in einem 
minder verletzenden Tone noch viel lieber entgegen genommen. Zu meiner 
Rechtfertigung Folgendes: 

Hemerodromia supplicatoria. Mg., wie gesagt, kenne ich nicht, "und 
liess sie also da, wohin sie Meigen gestellt hatte. Im zweiten Falle habe ich 


i .”) Solche Dinge passiren nicht selten auch gelehiteren Männern als 
ich bin. Theilt doch der H. Schuldirector Loew (Neue dipt. Beitr. IV., 18) 
die am See lebenden Dipteren in Halophyten und Halophylen (sie!) ein, 
was (loch ebenso arg ist. als meine „braunglänzenden* Rückenschilde. 


.300 


in der That den Irrthum Walker’s nachgeschrieben. Für Hemerodromia 
gracilipes Lw. und Hemerodromia unicolor Curtis liegen mir heute noch 
Excerpte vor, nach welchen diese Arten unter den bezeichneten Namen 
gewiss irgendwo erwähnt worden waren. Für die Curtische Art mag es 
sein, dass ich bei Benützung der British Entomology durch ein Versehen 
statt ‚Aleleodromia — Hemerodromia aufschrieb. Mag sein, dass Herr Loew 
selbst in einer seiner Schriften von einer FHemerodromia gracilipes sprach, 
da derartige Verwechslungen bei ihm nicht selten sind *). 

Ich frage aber, welcher Nachtheil durch die Anführung solcher 
Naınen entstehen könne und ob man nicht aus diesem Factum entnimmt, 
dass ich möglichst vollständig Alles zusammentrug, was ich irgendwo 
angeführt vorfand. Es kann mir ja doch Niemand zumuthen, alle That- 
sachen, die in meiner Fauna enthalten sind, selbsteigen geprüft und 
erhärtet zu haben! ; 

Herr Loew scheint überhaupt gar nicht zu ahnen, dass seine lieb- 
reiche Kritik wohl bei der Prätension einer Monographie, nicht aber bei 
einem Faunisten am Platze sei. Passiren denn nicht auch selbst berühmten 
Monographen älınliche Dinge in Hülle und Fülle? Könnte ich nicht selbst — 
wenn es in meiner Absicht läge, Gleiches mit Gleichem zu vergelten — dem 
Herrn Schuldireetor Loew ein erkleckliches Sümmchen von Irrthümern und 
Böcken in seinen Monographien nachweisen? Ist es mir z. B., um nur 
einen einzigen Fall herauszugreifen, begegnet, die typische Art einer 
neuen, von mir selbst errichteten Gattung, im nächsten Augenblicke ohne 
Begründung als Art einer anderen Gattung anzuführen? Der Monograph 
der Dolichopiden bezeichnet aber in den N. dipt. Beitr. V. S. 9, Herco- 
stomus longiventris ausdrücklich als die typische Art seiner Gattung Herco- 
stomus, und siehe da, schon in dem nächsten Hefte VI, S. 3, steht diese 
typische Art unter der Gattung Hypoplyllus. 

Irren ist menschlich, und dass bei dem überwältigenden Stoffe einer 
Fauna, worin alle europäischen Arten berücksichtiget sind, Irrthümer und 
Fehler häufiger sind, als in kleineren Monographien, ist wohl eine selbst- 
verständliche Sache. 

Ich habe wiederholt ausgesprochen, dass ich meine Fauna nicht 
für fehlerlos halte, und dass ich mich freuen werde, meine Fehler und 
Irrthümer von Anderen bald berichtiget zu sehen. 

Es ist aber kein ehrlicher und loyaler Vorgang, wenn einzelne Fehler 
und Irrthümer herausgegriffen und damit der Beweis geführt werden will, 


*) So nennt er z. B. in den N. dipt. Beitr. V., 48. seine Gattung 
Xanthochlorus unrichtig Chrysochlorus, auf S. 51 den Zetterstedt’schen 
Medeterus obseurus unrichti@ M. robustus, auf S. 18 dipt. Beitr. VI. Rha- 
phium fulwipes WIk. unrichtig Zeh. fuseipes, und zwar sechsmal hinterein- 
ander; auf 8. 41 Ibid. Drapetis assimilis Fll., unrichtig Dr. affınis. Ibid. 
VII. 22. Hydrellia erythrostoma Mg., unrichtig H. chrysostoma. Ibid. 24. 
Atissa pyymaea, unrichüg A. ripieola (verwechselt mit. Glenanthe ripi- 
cola) u. Ss. w. \ : 


301 
dass ein ganzes grosses Werk, auf das jahrelange Mühen verwendet wur- 
den — Schund sei! 

Herr Loew wird mir übrigens nicht schaden, da meine Fauna trotz 
seiner niedrigen Angriffe sich ihren Weg bahnen wird, und bei der Gewissen- 
haftigkeit und Aufmerksamkeit, mit welcher ich sie bearbeitete, gewiss auch 
bahnen muss. Sie ist das vollständigste Compendium, das wir über euro- 
päische Dipteren besitzen und wird gewiss auch dem Herrn Schuldirector 
Loew schon manchen guten Dienst geleistet haben und noch leisten. 

H. Loew mag sich in seinem unversöhnlichen Grolle gegen mich 
gefallen — er möge aber auch bei seinen Kritiken vorsichtiger sein und 
sich an Hrn. Dr. Ge rstäcker ein Beispiel nehmen, der trotz einer per- 
sönlichen Rancune, meiner Fauna volle Gerechtigkeit wiederfahren liess, wie 
sich’s von einem echten Gelehrten auch gar nicht anders erwarten liess. 

Persönlichen Groll in wissenschaftliche Fragen hineinschleppen, ernste 
Arbeiten schonungslos verunglimpfen, weil einem der Autor derselben nicht 
zu Gesicht steht — heisst sich selbst verurtheilen, und sich des Glaubens 
und Vertrauens der Leser selbst berauben. 

Wir Beide stehen uns in unserer bürgerlichen Stellung und in unserem 
Wissen ebenbürtig gegenüber und da erscheint der schulmeisterliche, ver- 
letzende Ton mindestens nicht an seinem Platze. 

Schliesslich bemerke ich, dass ich keine Lust habe, mir den Werth 
meiner Fauna, einem so leidenschaftlichen Gegner wie Herın Loew gegen- 
über, stückweise zurück zu erobern; möge er fortfahren in seinem edlen 
Beginnen, ich werde in Zukunft schweigen und es Anderen über- 
lassen, zu entscheiden, ob ich mit meiner Fauna zur Förderung des diptero- 
logischen Studiums nicht eben so viel beigetragen habe, als H. Loew mit 
seinen monographischen Excursen. 


—n5s99. —— 


Bücher-Anzeigen. 


a) Von Jul. Lederer. 


Jahresbericht der naturf. Gesellschaft Graubündtens, IX. Jahre. 
Chur 1864. 

Heyden L. v. (p. 1). Nachtrag zum Beitrag der Coleopteren- Fauna 
des Ober-Engadins, insbesondere der Umgegend von St. Moritz. 

Heyden C. v. (p. 1338). Biston lapponarius im Ober-Engadin. (Drei 
Raupen im Juni 1863 an Lärchen gefunden, deren eine einen männlichen 
Schmetterling in Frankfurt Mitte März lieferte. 


Werneburg A. Beiträge zur Schmetterlingskunde. Erfurt 1864. 

Der Verfasser lieferr in zwei starken, Herrn von Keferstein gewid- 

meten Bänden eine kritische Revision der wichtigeren entomologischen Werke 

des 17. und 18. Jahrhunderts, als von Aldrovand, Moufet, Goedart, Merian 
Wiener entomol. Monatschr. VIEL. Ba. 21 


302 


Blankaart, Petiver, Rajus, Albin, Frisch, Reaumur, Swammerdamm, Sepp, 
Roesel, Wilkes, de Geer, Linne, Clerk, Scopoli, Hufnagel, Sulzer, Klemann, 
Poda, Geoffroi, Gronovius, Müller, Schäffer, Harris, Pallas, Lepechin, Ad- 
miral, Naturforscher, Wiener-Verzeichniss, Sulzer, Esper, Bergstraesser, 
Fuessly, Engramelle, Knoch, Piller und Mitterbacher, Thunberg, Hübner, 
Petagna, Cyrill, Borkhausen, Lang. Vieweg, de Villers, Rossi, Scriba, Brahm, 
Donovan, Schwarz, Lewin, de Prunner. Liebhaber von Synonymischem 
werden bei dem Umstande, dass die Beschreibungen der alten Padres in der 
Regel äusserst ungenügend sind, Herr von Werneburg aber auch fast nie 
in Verlegenheit ist, Alles zu deuten, endlosen Stoff zu kritischen Discus- 
sionen finden. 


Morawitz Aug. Verzeichniss der um St. Petersburg aufgefundenen 
Grabreninen. Separatabdruck aus dem Bulletin de l’Academie imper. 
des Sciences de St. Petersbourg. 49 Arten. 


b) Von A. Senoner. 


Allgemeine land- und forstwissenschaftliche Zeitung. Wien 1864. 
Nr. 23: 
Haberlandt, Prof. F. Die Weizengallmücke, Cecidomyia destructor. 


Programm des k. k. Kleinseituer 6ymnasiums zu Prag am Schlusse 
des Schuljahres 1864. 
Jahn Prof. Ed. Thiere und Pfianzen bei Horatius. (Für Freunde alter 


Classiker von einigem Interesse. Von Insecten werden nur aufgeführt: Apis 
„Sinnbild des Fleisses“, Dlatta, Cimex als Schinpfname des Pantilius, Culex, 
Formica und Tinea. 


——assa a — 


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lung, bestehend aus über 8900 theils hiesigen, theils allen anderen Welt- 
theilen angehörenden Insecten - Früchte einer lebenslänglichen Mühe, ver- 
bunden mit grossen Kosten, ist aus fre’er Hand zu verkaufen. 

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Ordnungen der Insecten vertreten, vorzüglich erfreut das Auge in ihrem 
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Brasilien, Mexiko, Indien, Afrika und Australien. 

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forschern, oft zu hohen Preisen, eiukaufte, besitzt Exemplare, welche kaum 
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einer Zeit von mehr als 30 Jahren, das Land bereisend, selber gesammelt 
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Verantwortl. Redacteure u. Herausgeber : Julius Lederer und Ladwig Miller. 
Gedruckt bei Carl Veberreuter, Alserstrasse Nr. 24. 


WIENER 
Entomolopische Monatschrilt. 


Redaction uud Expedition: In Commission bei 
Landstrasse, Gärtnergasse Nr. 20. Carl Gerold’s Sohn, Stadt Nr. 625. 
Nr. 10. VIII. Band. Vetober 1864. 


Beiträge zur Kenntniss der europäischen Haltieinen. 
Von F. Kutschera. 


(Fortsetzung.) 


Gen, Plectroscelis. 


Redtenbacher: Fn. Aust. ed. I. p. 539. 1849. — Allard. Ann. 
d. 1. Soc. ent..d. Fr. 1860. p. 554. 


Plectroscelis et Chaetocnema: Foud,. Ann. d. Il. Soc. Linn. 1859. 
p. 205 et 219. 
Chaetocnema: Stephens. Ill, Brit. Ent. 1831. 


Corpus ovatum aut oblongo-ovatun, plus minusve convexum 
aut subceylindricum. 

Antennae 41-articulatae, filiformes. 

Caput subinsertum, oculis subglobosis; carina frontali lineari, 
plus minusve dilatata aut depressa aut nulla; encarpis nullis. 

Prosternum antice subemarginatum, punctatum, processu 
postico ancoriformi. 

Abdomen valde convexum, segmentis duabus primis connatis, 
reliquis liberis. 

Tibiae mediae et posticae dorso pone medium triangulariter 
dilatatae et ad apicem usque emarginatäe et ciliatae; posticae in- 
super canaliculatae, spinula apicali simplici. 

Tarsi postiei tibiae apici inserti, articulo primo quartam tibiae 
partem non superante, articulo ultimo sensim incrassato. 

Unguiculi tenues, basi appendiculati. 

Wiener entomal. Monatschr. VIll. Bd. 22 


304 


Die speeifischen Merkmale dieser Gattung liegen in dem weiter 
unten näher beschriebenen Baue der Mittel- und Hinterschienen, und 
in jenem des Abdomens, dessen zwei erste Segmente nicht frei beweg- 
lich, sondern miteinander verwachsen sind; ein, jedoch nicht aus- 
schliessend dieser Gattung eigenthümliches Merkmal ist der Abgang 
der Stiimhöckerchen; auch verdient die gleichartige Gestaltung der 
Stirnlinie hervorgehoben zu werden. Andere auf der Bildung der 
Stirne und der Mundtheile beruhende Besonderheiten geben vorzüg- 
liche Charaktere zur Bildung natürlicher Gruppen und wurden von 
Foudras zur Zertheilung dieser Gattung in zwei selbstständige: 
Plectroscelis und Chaetoenema benützt. 

Der Beziehungen dieser Gattung zur Haltica-Gruppe: Balano- 
morpha, wurde bei der Behandlung dieser letzteren gedacht. 

Die Gattung lässt sich in zwei strenge geschiedene Hauptgrup- 
pen theilen; deren erste (Gen. Pleetroscelis Foud.) sich hauptsächlich 
durch flachere Wölbung des Körpers, deutliche Kielung der Stirne 
und gewölbte mit dem Vorderrande nach abwärts gebogene Oberlippe; 
— deren zweite (Gen. Chaelocnema Foud.)sich durch fast walzenför- 
mige Wölbung des Körpers, breite Anlage des längs der Mitte nicht 
kielförmig erhobenen Kopfes und die Bildung der Oberlippe, welche 
vorne quer niedergedrückt, und am Vorderrande aufgebogen ist, cha- 
vakterisirt. Pleetr. condueta Motsch. der i. Gruppe mit ihrem brei- 
ten Kopfe und der plattgedrückten Erhabenheit zwischen den Fühlern 
leitet den Uebergang zur 2. Gruppe ein. Innerhalb jeder dieser zwei 
Abtheilungen machen sich gruppenweise noch weitere Merkmale, wie 
in der Ausrandung der Oberlippe, in der mehr oder minder stumpfen 
Kielung, in der Entwicklung der Schulterbeule, in der Anordnung 
der Seulptur und in der allgemeinen Körperform geltend, wie diess 
des Näheren aus der unten folgenden analytischen Tabelle ersichtlich ist. 


Körper eiförmig oder länglich-eiförmig, in der 1. Gruppe mäs- 
sig gewölbt, in der 2. mehr oder weniger walzenförmig. 

Kopf vorspringend; bei der 4. Gruppe nur mässig gross, und 
leicht geneigt, mit flacherem Scheitel; bei der 2. viel grösser und 
breiter und stark nach abwärts gerichtet, mit gewölbtem Scheitel. 
Dieser ist stets äusserst fein granulirt, und zeigt in der 1. Gruppe 
bei der Mehrzahl der Arten beiderseits hinter den Augen tief ein- 
gestochene, zerstreute grosse Punkte, bei den übrigen Arten und in 


305 


der ganzen 2. Gruppe eine gleichmässigere, mehr oder weniger dichte, 
feinere oder gröbere Punktirung. 

Augen vorspringend, bei der 1. Gruppe flacher, bei der 2. 
kugeliger gewölbt, rund oder länglichrund und am Innenrande leicht 
ausgerandet. 

Stirne bei der 1. Gruppe längs der Mitte mehr oder weniger 
stumpf kielförmig erhaben; die Kielung ziemlich glänzend und fein 
gerunzelt oder granulirt, und sich über dem Munde fast horizontal 
ausladend; die Seiten des Kopfes, die Wangen, sind ausgehöhlt, und 
es liegt die Einlenkungsstelle der Fühler in dieser Aushöhlung; der 
untere Theil der Wangen ist bei einigen Arten mit grossen gedrängten 
Punkten und netzartigen Zwischenräumen bedeckt, bei anderen sieht 
ınan nur am Vorderrande eine Reihe grösserer Punkte. Bei der 2. 
Gruppe ist die Stirne zwischen den Fühlern nicht gekielt, sondern 
flach gewölbt und breit, die Wangen sind nicht ausgehöhlt oder nie- 
dergedrückt und wie die Stirne und das sehr kurze Epistom ganz mit 
grossen Punkten und greisen längeren, vorne über dem Munde fran- 
senartig herabliegenden Härchen besetzt. — Die Stirne zeigt keine 
Höckerchen, aber vom oberen Augenrande zieht sich jederseits eine 
scharf eingeschnittene bogenförmige Linie zur Fühlerwurzel und ver- 
bindet sich in der Mitte der Stirne mit der gegenüberliegenden, ihre 
Vereinigungsstelle mit einem tieferen Punkte bezeichnend; ein Sei- 
tenast dieser Linie zieht sich bei den Arten der 1. Gruppe an der 
Fühlerwurzel noch eine Strecke abwärts oder ist durch Punkte an- 
gedeutet, die kielförmige Erhebung beiderseits begrenzend; in der 2. 
Gruppe ist dieser Seitenast nur schwach angedeutet. 

Die Oberlippe ist an den Ecken abgerundet; bei der 1. 
Gruppe ihr Vorderrand abwärts gebogen, leicht ausgerandet oder 
flach gerundet und mit einer Reihe grösserer Punkte besetzt; bei der 
2. Gruppe ist sie breit und vorne in eine dünne glatte, am Rande 
aufgebogene Platte erweitert, welche die Kinnbacken deckt; an ihrer 
Basis zeigt sie ebenfalls eine Reihe starker Punkte. 

Die Kinnbacken bei der 1. Gruppe innen ausgehöhlt und 
4-zähnig getheilt, wobei aber nur die beiden an der Spitze liegen- 
den Zähne deutlich und von diesen wieder der äussere lang und 
scharf, der innere kürzer und stumpfer ist; bei der 2. Gruppe sind 
sie kaum ausgehöhlt, beinahe flach, die scharfe Spitze 2-zähnig, wo- 


bei ebenfalls der äussere Zahn länger und schärfer ist. 
22° 


2. 


306 


Kinnladentaster kurz und nur mässig diek; die drei äusse- 
ren Glieder fast von gleicher Breite, das letzte etwas länger als das 
vorletzte und scharfspitzig; bei der 2. Gruppe sind sie etwas dünner. 

Fühler 11-gliederig, kürzer als der halbe Körper; das Basal- 
Glied stark, zweimal so lang als breit, das 2. walzenförmig, schlan- 
ker und fast nur halb so lang als das 1., die folgenden schlank 
kegelförmig und bis zur Spitze an Breite allmälig zunehmend, sind 
etwas länger als das 2. bis auf das noch längere 5. und das 
Enndglied, welches um die Hälfte länger als die vorhergehenden und 
etwas zugespitzt aber nur schwach ausgerandet ist. Bei der 1. Gruppe 
sind die Fühler etwas länger und stärker, bei der 2. Gruppe dünner 
und gegen die Spitze hin nur merklich verdickt. 

Halsschild vorne gerade abgeschnitten, hinten flach gerundet 
und innerhalb der Hinterecken beiderseits leicht ausgebuchtet; bei 
der 1. Gruppe mässig gewölbt, mit im flachen Bogen geschwungenen 
und mässig niedergebogenen Seiten; von oben gesehen bei der Mehr- 
zahl Arten nur nach vorne verschmälert, bei einigen aber auch nach 
rückwärts etwas eingezogen und daher leicht gerundet; die Hin- 
terecken sind zwar stumpf aber sehr deutlich; der Hinterrand ist 
fein abgesetzt, und bei mehreren Arten von einer starken, in der 
Mitte unterbrochenen Kerblinie begleitet, welche sich auch auf dem 
stärker abgesetzten Seitenrande fortsetzt; der Seitenrand endigt 
vorne in einer kleinen Anschwellung, welche den Vorderrannd etwas 
überragt; bei einigen Arten findet eich am Hinterrande beiderseits 
ein schräger, mehr oder weniger deutlicher Eindruck. Das Halsschild 
bei der 2. Gruppe unterscheidet sich durch starke, manchmal fast 
kissenartige Wölbung mit stark herab- und nach unterwärts gebo- 
genen Seiten; von oben gesehen stellt es sich gewöhnlich an den 
Seiten etwas gerundet, bei einigen Arten deutlich nach vorne und 
rückwärts eingezogen dar; der Hinterrand ist äusserst fein, der Sei- 
tenrand etwas deutlicher abgesetzt, und endigt vorne in einer kleinen, 
den Vorderrand nicht überragenden Anschwellung; die etwas stum- 
pfen Hinterecken sind sehr deutlich. Das Halsschild ist in beiden 
Gruppen mehr oder weniger dicht, feiner oder stärker punktirt, die 
Punkte an der Basis häufig etwas grösser; der Grund zwischen den 
Punkten. ist äusserst fein granulirt. 

Schildchen ziemlich klein, gerundet dreieckig. 

Flügeldecken bei der 1. Gruppe gewölbt, auf dem Rücken 
etwas flach gedrückt, mit dem Halsschild zu einer mehr oder weni- 


307 


ger regelmässigen Eiform sich vereinigend, und an der Spitze gemein- 
schaftlich zugerundet mit rechteckigen Nahtwinkeln; sie haben neun 
regelmässige, nach aussen und an der Spitze mehr vertiefte Punkt- 
streifen und den Anfang eines 10. neben dem Schildchen; der 4. und 
5., 3. und 6. Streifen vereinigen sich gewöhnlich vor der Spitze; die 
Zwischenräume sind entweder fein gerunzelt oder punktirt; die glän- 
zende Schulterbeule mehr oder weniger vorspringend, manchmal flach. 
Die Naht ist fein gerandet; ein starker Kerbstreifen befindet sich 
unmittelbar am Aussenrande, welcher in der Richtung der Hinter- 
schenkel nur seicht ausgebuchtet ist; der Unterrand ist ziemlich breit, 
und von den Schultern an sich allmälig verjüngend, bis an die 
Spitze sichtbar; seine Oberfläche etwas gerunzelt. Bei der 2. Gruppe 
sind die Flügeldecken stark gewölbt, manchmal fast walzenförmig; 
sie bilden bei den Arten mit vorne und hinten eingezogenem Hals- 
schilde für sich ein längliches; nach hinten etwas zugespitztes Oval, 
und sind an den Schultern nicht breiter als das Halsschild, ohne 
deutliche Schulterbeule; diese Abtheilung zeigt ebenfalls neun regel- 
mässige Punktstreifen und den Anfang eines 10. vorne am Schild- 
chen; bei den übrigen Arten sind die Flügeldecken an der Wurzel 
breiter als das Halsschild mit deutlich vorspringender Schulterbeule 
und bilden mit ihm ein mehr oder weniger regelmässiges Oval mit 
etwas stumpferer, gemeinschaftlich abgerundeter Spitze; die Punkt- 
streifen sind nur an den Seiten regelmässig, die Rückenstreifen unre- 
gelmässig oder durch paarweise oder regellos gestellte Punkte un- 
deutlich und werden nur nach der Spitze zu wieder regulärer und 
deutlich; die Zwischenräume auf dem Rücken machen sich zwischen 
den Punkten bisweilen als feine schmale Langsrippen bemerkbar. Das 
Uebrige stimmt mit der ersten Gruppe überein. 

Die Arten sind geflügelt; nur bei einigen Arten der 2. 
Gruppe fehlen die Flügel oder sind unvollständig entwickelt. 

Vorderbrust vorne seicht ausgerandet, der vor den Hüften 
liegende Theil ziemlich kurz, der Fortsatz zwischen den Hüften we- 
niger schmal und bei den meisten Arten seicht längsrinnig, hinter 
den Hüften kurz ankerförmig erweitert, und mit den Seitenstücken 
des Halsschildes die Hüftpfannen schliessend; die Oberfläche ist stark 
runzlich punktirt; bei den Arten der 2. Gruppe ist das Prosternum 
der Länge nach stark gewölbt. 

Die Hinterbrust ist glänzend, in der 1. Gruppe glatt, in der 
2. Gruppe deutlich und ziemlich grob punktirt. 


308 

Die Abstände der Hüften, namentlich der hinteren in der 2. 
Gruppe breiter, als in der 1. 

Der Bauch stark gewölbt und glänzend; das 1. und 2. Seg- 
ment sind mit einander verwachsen, jedoch ist die Verbindungsnaht 
stets sichtbar; beide zusammen halten die Hälfte der ganzen Bauch- 
länge; das 3. und 4. Segment ist sehr kurz, das letzte wieder lang, 
umfasst einen Vierttheil der Bauchlänge. In der 1. Gruppe sind die 
Bauchsegmente in der Mitte glatt, an den Seiten punktirt und mit 
einzelnen greisen Härchen besetzt; überdiess ist die Basis des 1. und 
das letzte Segment mehr oder weniger stark punktirt; auch der Vor- 
derrand der mittleren Segmente zeigt eine Punktreihe; in der 2. 
Gruppe sind alle Segmente punktirt und deutlich greishaarig, die 
Punkte an der Basis des 1. stärker und in Querrunzeln über- 
gehend, gegen die Spitze hin feiner. 

Das Pygidium ist gross, der ganzen Länge nach breit und 
tief gefurcht, und am Grunde fein gekielt. 

Die Beine sind mässig lang, die vier Vorderschenkel mäs- 
sig stark; die Hinterschenkel stark und breit; ihr Querdurchmes- 
ser ist gleich ihrer halben Länge, bei den Arten der 1. Gruppe 
sind die Hinterschenkel stärker, ihre grösste Breite liegt mehr nach 
der Wurzel hin, bei der 2. Gruppe sind sie etwas schwächer und 
nach beiden Enden fast gleichmässig verjüngt. Die Hinterschenkel 
sind nach der Spitze hin fein und einzeln punktirt und dünn behaart, 
ihre Unterseite ist zur Aufnahme der Schienen stark ausgehölt. 

Die Schienen des 1. Paares sind am Aussenrande abgerun- 
det, die Mittel- und Hinterschienen sind an der Wurzel stiel- 
rund, hinter der Mitte ist ihr Aussenrand in einen mehr oder weni- 
ger scharfen Zahn oder dreieckigen Vorsprung erweitert, und vor 
demselben bis an die Spitze ausgebuchtet und bei den Hinterschie- 
nen tief rinnenförmig ausgehöhlt; die Ränder dieser Ausbuchtung, be- 
ziehungsweise Rinne, sind diebt mit weissen Wimperhärchen besetzt, 
welche bei dem Zahne länger und büschelförmig stehen. An der leicht 
nach rückwärts gebogenen, nicht ausgerandeten und etwas schräg ab- 
geschnittenen Spitze der Hinterschienen steht ein einfacher, kurzer Dorn. 

Das 1. Hintertarsenglied hat nur einen Vierttheil der Schie- 
nenlänge, das 2. und 3. Glied ist kaum halb so lang, das 3. herz- 
förmig erweitert mit deutlich getrennten Lappen, das Klauenglied 
ziemlich schlank; die Klauen klein, stark nach unten gebogen und 
an der Basis eckig erweitert. Die Hintertarsen schlagen sich nicht 


309 


völlig auf den Rücken der Schienen zurück, sondern machen mit den- 
selben einen mehr oder weniger spitzen Winkel. 

Die Geschlechtsmerkmale bieten wenig Besonderheiten. 
Das letzte Bauchsegment ist in beiden Geschlechtern einfach und 
ohne Eindrücke, nur bei den Q ist der Aussenrand beiderseits leicht 
ausgeschweift und der Hemieyclus stark vorspringend; das 1. Glied 
ist an den vier Vordertarsen stets deutlich verbreitert, oft sehr breit 
und dick; auch das 1. Hintertarsenglied zeichnet sich durch verhält- 
nissmässig grössere Breite vor jenem des © aus. 

Ueber die ersten Stände ist nichts Näheres bekannt. Die voll- 
kommenen Insekten findet man an feuchten Orten, an Wassergräben 
auf niederen Kräutern, einige auf Weiden, einige auch an trockenen 
Oertlichkeiten. Mehrere Arten, wie: P/. dentipes, aridula, aridella 
überwintern unter dürrem Laube an Hecken und Zäunen, oder unter 
Abfällen an Mauern, und die erste Frühlingssonne lockt sie schon 
an die Wände der benachbarten Häuser und Zäune. 


Die Mehrzahl gehört dem südlichen und mittleren Europa an, 
nur wenige reichen bis in die nördlichen Striche, und nur eine Aıt: 
Pl. confusa Bohem. ist diesen letzteren allein eigenthümlich, und 
wurde bisher nur auf der Insel Gothland und in England beobachtet. 


I. Kopf vorne gekielt. Körper mässig gewölbt. 
Oberlippe gewölbt, am Vorderrande seicht ausgebuchtet; Kie- 
lung zwischen den Fühlern deutlich gewölbt. 
Scheitel hinter den Augen mit einzelnen grossen Punkten, 


Halsschild in der Mitte gerundet, nach vorne und rück- 
wärts verschmälert. 


Halsschild messing- oder kupferfarbig, Flügeldecken blau 
oder erzfärbig mit fein körnig gerunzelten Zwischen- 
kaumenge er Sen rlsemicoenulea: 


— von hinten nach vorne verschmälert. 
Halsschild und Flügeldecken erzgrün oder erzfärbig. 
Käfer eiförmig; Zwischenräume auf den Flügeldecken 
glatt. Halsschild weitläufiger punktirt. 2. concinna. 
— — Zwischenräume schuppenförmig gerunzelt. Hals- 
schild sehr dicht punktirt . 2 23. hbialıs. 


310 
Käfer länglicheiförmig; Zwischenräume sehr deutlich 
punktirt. Halsschild dicht punktirt . 4. Scheffleri. 
Scheitel bis an die Stirnlinie gleichmässig dicht punktirt. 

Halsschild erzgrün; Flügeldecken ohne Schulterbenle, 
gelb mit schwarzem Naht- und Aussenrande und gra- 
nulirten Zwischenräumen. Käfer länglicheiförmieg. 

d. chrysocollis. 
Oberlippe gewölbt, am Vorderrande flach gerundet; Kielung 
zwischen den Fühlern abgeplattet. 
Scheitel hinter den Augen mit einzelnen grossen Punkten. 
Kielung ziemlich schmal. 
Käfer blau, Flügeldecken mit punktirten Zwischenräumen. 
6. major. 

— hell goldgrün. Flügeldecken feinkörnig gerunzelt. 

7. chlorophana. 
Scheitel grösstentheils mit weitläufigen Punkten besetzt. Kie- 
lung breit und platt. 

Halsschild erzgrün, Flügeldecken hellgelb, Naht und 
Aussenrand und die erhabene Schulterbeule schwarz. 
Zwischenräume fein punktirt. Käfer stumpfeiförmig. 

8. conducta. 


II. Kopf gross und breit gewölbt, nicht gekielt. Körper stark, fast 
walzenförmig gewölbt. 
Oberlippe vorne quer niedergedrückt und flach gerundet; ihr 

Vorderrand aufgebogen. 

Flügeldecken nicht breiter als das Halsschild, ohne Schulter- 
beule; regelmässig punktstreifig. 

Kopf und Halsschild zart und mässig dicht punktirt. Flügel- 
decken hinter den Schultern am breitesten, nach hinten 
deutlich verschmälert. 

Käfer länglich, Halsschild erzfärbig, Flügeldecken blau, 
glänzend, Tarsen söthlich . . . . „9. procerula. 
— Jänglicheiförmig. Halsschild und Flügeldecken dunkel 
erzfärbig. Tarsen schwärzlich . . . 10. compressa. 

Kopf und Halsschild fem und sehr dicht punktirt. Flügel- 

decken in der Mitte am breitesten. 


311 
Käfer länglicheiförmig, erzgrün, Schienen und Tarsen 
ROCHLICHUeR ae en 2.14. angustula. 
Flügeldecken breiter als das Halsschild, mit deutlich erhabener 
Schulterbeule, in oder hinter der Mitte am breitesten 
und rückwärts stumpfer abgerundet. 
Kopf und Halsschild dicht und fein punktirt. 


Flügeldecken auf dem Rücken grösstentheils verworren 
punktirt, nur an den Seiten mit einigen deutlichen 
Punktstreifen. 

Käfer länglicheiförmig. Blau. Schienen und Tarsen 
röthlich.ı.. . 20.1. on.11212.) Mannerheimü. 
— — erzbraun. Flügeldecken stärker punktirt, die 
äusseren Punktstreifen regelmässig und sehr stark, 
Schulterbeule gross. . .». » . . . . 13. aridula. 
— eiförmig. Erzfärbig. Flügeldecken dichter und feiner 
punktirt; auch die äusseren Punktstreifen weniger 
regelmässig; Schulterbeule kleiner. 14. arenaria. 

Flügeldecken nur vorne gegen das Schildchen und die 
Basis hin verworren punktirt, die wenn auch unregel- 
mässigen Punktstreifen grösstentheils deutlich. 

Käfer länglicheiförmig, erzfärbig, stark glängend. Flügel- 

decken sehr stark und grob punktirt, hinten stumpfer 
abgerundet. Schienen und Tarsen hellgelbbraun. 

15. confusa. 

— eiförmig, erzfärbig. Flügeldecken etwas feiner punk- 

tirt, hinten schmäler zugerundet. Schienen und 

arsen rostfärbig... .. 2... a2 2.16. anida: 

— länglicheiförmig, dunkelblau mit grünlichem Schim- 

mer. Schienen und Tarsen bräunlich mit röthlichen 

Basen co. na en sl. rsubcoerulea. 

Flügeldecken auf dem Rücken unregelmässig, an den 
Seiten regelmässig punktirt-gestreift. 

Käfer länglicheiförmig; Halsschild erzgrün, stark glän- 
zend, Flügeldecken dunkelblau . 18. meridionalis. 
Kopf und Halsschild dicht und grob punktirt. 

Flügeldecken auf den Rücken mit unregelmässigen Punkt- 

streifen. 


312 

Käfer blau oder blaugrün; alle Schienen und Tarsen 

roch a Vena ne 19 Samibergi. 

— erzfärbig oder erzyrün. Schienen und Tarsen 

gelbbraun . a . 19. aridella. 

Flügeldecken regelmässig punktirt-gestreift. 

Käfer kupferglänzend. Schienen und Tarsen dunkel 

bOSbhOchR. na ee er 22 l0erosa! 


I. Gruppe. (Gen. Plectroscelis Foud.) 


Kopf zwischen den Fühlern gekielt, die Wangen beiderseits 
eingedrückt. Oberlippe gewölbt mit dem Vorderrande nach abwärts 
gebogen. Körper mässig gewölbt. 

+ Kielung schmal, gewölbt. Oberlippe am Vorderrande 
seicht ausgebuchtet. 


1. Pl. semicoerulea E. H. Ovata, parum convexa, aeneo-nigra; capite 
thoraceque cupreis aut pyritosis, elytris coeruleis; antennarum 
basi, pedibus 4 anterioribus, tibiis tarsisque posticis rufo-ferru- 
gineis, femoribus posticis nigro-aeneis: vertice punctis aliquot 
profundis impresso ; thorace transverso, lateribus rotundato, 
dense punctato, basi utrinque oblique striolato; elytris regula- 
riter striato-punctatis, interstitiis tenuissime rugulosis. Alata. 
Long. 1—114,'". — Lat. %— Ya". 

(SI. Aedeagus arcuatus laevis, prope basin transversim 
striolatus, versus apicem deflexus; apex surgens, depressus 
acute lanceolatus. Foud.) 


Var. 1. elytris obscure violaceis aut nigricantibus; 
2. elytris viridibus. 
3. thorace elytrisque cupreis aut aeneis. 
4. femoribus anterioribus plus minusve infuscatis. 


Redtenb.' En. Aust. ed..I. ge. 547. p. 539. — ed. I. 
g. 1069. p. 957. — Küst. Käf. Eur. XXVII. 94 
— Bach.'Kf.En: TUN. u M. Dtschl. IM. 159. 1: 
— Foudr. Ann. d. ]l. Soc. Linn. VI. 1859. 212. 3. 
— All. Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fr. VIII. 1860. 
399, AUG. 

Haltica soemicoerulea E. H. 1I. 40. 19. — 1lllig. Mae. 
VI. 162. 20. — Duftsch. Fn.: Aus. II. 277. 54. 


313 


Etwas länglicher eiförmig und fast um einen Drittheil grösser als 
Pl. concinna Marsh. Kopf und Halsschild messing- oder kupfer- 
färbig, Flügeldecken dunkelblau, bisweilen blaugrün, violett oder 
schwärzlich; bisweilen sind Halsschild und Flügeldecken erz- oder 
kupferfärbig; Unterseite ehern schwarz, die 5—6 ersten Fühlerglieder 
röthlich, die übrigen schwärzlich; die vier Vorderbeine, die Hinter- 
schienen und Tarsen braunröthlich, die Vorderschenkel nicht selten, 
besonders beim & mehr oder weniger bräunlich, die Hinterschenkel 
stets ehern schwarz. Der äusserst fein granulirte Scheitel zeigt hinter 
den Augen beiderseits eine Parthie grosser und tief eingestochener 
Punkte; Stirnlinie tief; Kielung zwischen den Fühlern schmal, deut- 
lich gewölbt. Halsschild um die Hälfte breiter als lang, leicht ge- 
wölbt, die Seiten nach rückwärts weniger, nach vorne stärker ver- 
schmälert und deutlich gerundet; es ist gleichmässig fein und dicht 
punktirt, die Zwischenräume äusserst fein granulirt und etwas matt; 
bei manchen Individuen ist die Granulirung schwächer und dann das 
Halsschild glänzender; am Hinterrande befindet sich eine in der Mitte 
unterbrochene starke Kerblinie eingedrückt, welche sich auch an den 
Seitenrändern fortsetzt; endlich zeigt sich am Hinterrande beiderseits 
ein mehr oder weniger deutlicher Schrägeindruck. Flügeldecken auf 
dem Rücken flach gewölbt, eiförmig, an der Basis etwas breiter als 
das Halsschid mit deutlich vorspringender Schulterbeule; die regel- 
mässigen Punktstreifen sind nach dem Aussenrande hin stärker, die 
Zwischenräume eben oder leicht gewölbt und äusserst fein körnig 
gerunzelt. Geflügelt. 1. Tarsenglied des Q deutlich erweitert. 

Vom Frühlinge bis zum Herbste auf mehreren Weidengattungen 
in Mittel- Europa nicht selten, wahrscheinlich auch im südlichen 
Europa. 


2. Pl. coneinna Marsh. Ovata, parum convexa, aeneo-nigra, supra 
aenea aut viridi-aenea; antennarum basi tibiis tarsisque obscure 
feırugineis, femoribus nigro-aeneis: vertice utrinque punctis 
aliquot profundis impresso; thorace brevi, apicem versus angu- 
stato, basi utrinque oblique impresso, crebre punctato; elytris 
regulariter striato-punctatis, interstitiis Jaevibus aut indistincte 
rugulosis. Alata. Long. %—z'''. Lat. Ya. 

(I. Aedeagus arcuatus, laevis, prope basin anguste cana- 
liculatus, versus apicem depressus, leviter deflexus, plus minusve 
lanceolatus. Foud.) 


Var. 1. supra colore cupreo. 
2. antennarum articulo primo et sequentibus plus 
minusve fusco-maculatis, tibiis tarsisque infuscatis. 
3. thoraeis impressione basali indistincta. 
Küst. Käf. Eur. IX. 88. — Redtenb. Fn. aust. ed. II. 
g. 1069. p. 947. 
Chrysomela coneinna Marsh. Ent. br. I. 196. 61. 


Chaetocnema coneinna Steph. Il. br. Ent. IV. Mand. 
327. — id. Man. of br. Col. 302. 2376. 


Haltica dentipes E. H. ll. 38. 18. tab. 3. n* 1.—1llig. 
Mag. VI. 162. 21. — Gyll. Ins. su. Ill. 573. 41. 
— Duftseh. Fn. Aust. III. 278. 55. — Zett. Ins- 
Lapp. 224. 17. 
Plectroscelis dentipes Redtenb. Fn. aust. ed. I. g. 544. 
p- 450. — Küst. Käf. Eur. XXVIU. 95. — Bach 
Kf. Fn. f. N. u. M. Ditschl. IH. 160. 4. — Foudr. 
Ann. d. 1. Soc. Linn. VI. 1859. 213. 4. — Ali. 
Ann. d. ]l. Soc. ent. d. Fr. VIII. 1860. 559. 162. 
Eiförmig, mässig gewölbt, glänzend, erzfärbig oder erzgrün, 
seltener kupferfärbig, unterhalb schwarzehern; die 5 ersten Fühler- 
glieder röthlich, die folgenden schwärzlich, meist ist das Basalglied 
und manchmal auch die nächstfolgenden auf der Oberseite schwärz- 
lich gefleckt; alle Schenkel schwarzehern ; die Knie der vier vor- 
deren, alle Schienen und Tarsen dunkel rostroth, der untere Theil 
der Schienen und auch die Tarsen häufig bräunlich. Stirne und Schei- 
tel wie bei dem Vorigen. Das Halsschild ist viel kürzer, etwa 2mal 
so breit als lang, an den Seiten nach vorne im flachen Bogen ver- 
schmälert und etwas weniger dicht aber stärker punktirt als bei dem 
Vorigen, mit fein granulirtem Grunde; am Hinterrande ist ebenfalls 
eine in der Mitte unterbrochene starke Kerblinie eingedrückt, und ein, 
jedoch häufig verloschener Schrägeindruck beiderseits bemerkbar. Flü- 
geldecken wie bei P/. semicoerulea gestaltet und regelmässig und tief 
punktirt gestreift, der 1. Punktstreifen an der Naht mehr vertieft als 
die folgenden; die Zwischenräume ziemlich eben und beinahe glatt 
oder äusserst fein gepünktelt und gerunzelt. Geflügelt. 1. Tarsenglied 
des J deutlich erweitert. 
In ganz Europa und überall häufig das ganze Jahr über. Sie 
überwintert unter Blättern uud Abfällen an Zäunen und Mauern. 


315 


Die Beibehaltung der älteren Benennung: coneinna Marsh. dürfte 
keinem Anstande unterliegen, da die von Fabrieius mit demselben 
Namen belegte exotische Haltica-Art nicht in diese Gattung gehört. 


3. Pl. tibialis Illig. Ovata, convexior, aeneo-nigra, supra aenea; 
antennarum basi ferruginea, tibiis tarsisque obscure ferrugineis 
et plus minusve infuscatis, femoribus aeneis: vertice utrinque 
punetis aliquot profundis impresso; thorace brevi, apicem versus 
angustato, densissime punctulato, impressione basali nulla vel 
obsoletissima; elytris regulariter striato-punctatis, interstitiis, 
subsquammoso-rugulosis. Alata. Long. —/,'". — Lat. Yy'". 

(JS. Aedeagus angustus, modice arcuatus, laevis, versus 
apicem depressus vel sulcatus, apice obtuse rotundatus. Foud.) 


Foudr. Ann. d. 1. Soc. Linn. VI. 1859. 215. 5. — All. 

Ann. d. ]. Soc. ent. d. Fr. VIII. 1860. 560. 163. 
Haltica tibialis Illig. Mag. VI. 64 et 162. p. 17 et 122, 
Plectroscelis pumila De). Cat. 

Der P!. coneinna Marsh. in der Gestalt äusserst ähnlich; sie 
ist jedoch kleiner, gewölbter, von hellerer Erzfarbe, welche auch die 
Schenkel zeigen; die grossen Punkte des Scheitels sind zahlreicher, 
das Halsschild ist nach vorne noch stärker verschmälert mit fast 
geraden Seiten; es ist mit äusserst dicht gedrängten Punkten gleich- 
mässig bedeckt auf fein granulirtem Grunde, und von mattem Glanze; 
es zeigt am Hinterrande keinen Eindruck; bei einzelnen Individuen 
lässt sich unter schiefeinfallendem Lichte höchstens die Spur eines 
Schrägeindruckes verfolgen. Die Flügeldecken sind etwas gerundeter, 
ebenfalls sehr tief punktirt gestreift, die Punkte aber etwas feiner 
als bei Pl. coneinna, die Zwischenräume eben und deutlich bogen- 
oder schuppenförmig gerunzelt mit feinen dazwischen liegenden Pünkt- 
chen, wodurch sie ein rauheres, weniger glänzendes Ansehen gewinnen. 

Diese mehr im südlichen Europa (Portugal, Italien, Sicilien, 
Dalmatien, südl. Frankreich) einheimische Art findet sich auch bei 
Wien und in der Gegend des Neusiedler-See’s, wo sie von Herrn 
Scheffler und mir in ziemlicher Anzahl gekötschert wurde. Nach 
Foudras ist sie bei Lyon gemein, und kommt sowohl an trockenen 
als feuchten Orten vor. 


4. Pl. Scheffleri m. Oblongo-ovata, subdepressa, aeneo-nigra, supra 
obscuro-aenea; antennarum basi feıruginea, articulo primo basi 


316 
infuscato; femoribus aeneis, tibiis tarsisque obscure ferrugineis. 
vertice utrinqgue punctis aliquot profundis impresso; thorace 
transverso, apicem versus angustato, dense punctato, im pres- 
sione basali nulla; elytris subtilius regulariter striato-punctatis, 
interstitiis evidenter punetulatis. Alata. Lang. 34," —Lat. 1y,"!. 


Eine ausgezeichnete Art, welche durch ihre längliche, flachere 
Gestalt und die sehr deutlich punktirten Zwischenräume der Flügel- 
.deeken mit keiner der verwandten Arten verwechselt werden kann. 
Sie hat ungefähr die Länge der Pl. concinna, ist aber um einen 
Dritttheil schmäler, daher länglicheiförmig und dabei sehr flach 
sewölbt. Oben ist sie trüberzfärbig, unterhalb schwarzehern , die 
5—6 ersten Fühlerglieder sind röthlich, die äusseren schwärzlich; das 
Wurzelglied ist an der Basis bräunlich. Schenkel dunkel erzfärbig, 
Schienen und Tarsen dunkelrostroth. Scheitel äusserst fein granulirt 
und matt, mit einzelnen groben Punkten hinter den Augen; Stirn- 
linie tief; Kielung schmal und gewölbt, ziemlich glatt und glänzend. 
Das nach vorne sehr verschmälerte Halsschild mit fast geraden 
Seitenrändern ist am Hinterrande um die Hälfte breiter als lang, 
durchaus gleichmässig dicht und stark punktirt, ohne irgend einen 
Eindruck an der Basis, mit fein granulirtem Grunde, daher etwas 
matt. Flügeldecken länglich eiförmig, fast zweimal so lang als breit, 
an der Basis etwas breiter als das Halsschild, mit deutlicher mässig 
vorspringender, glänzender, fast glatter Schulterbeule; sie sind mäs- 
sig glänzend und regelmässig punktirt-gestreift; die Punkte der Strei- 
fen viel feiner und dichter an einander gereiht als bei Pl. concinna 
und £ibialis, die Zwischenräume eben und mit zwar feinen aber sehr 
deutlichen Punkten dicht besetzt, zwischen denen sich mehr oder 
weniger deutliche Querwurzeln befinden. Geeflügelt. Die Hinterbeine 
im Verhältnisse zur Länge des Bauches kurz, welch letzterer stark 
und zahlreicher als bei den vorhergehenden Arten punktirt ist. 

Das einzige mir bekannte Stück (Q ) wurde von Herrn Scheff- 
ler in einer leider von ihm nicht mehr näher zu bezeichnenden Ge- 
gend Niederösterreichs gesammelt. Ich durfte es mir nicht versagen, 
diese höchst interessante Art nach ihrem um die Bereicherung der 
vaterländischen Käferfauna so verdienten Entdecker zu benennen. 


. Pl. chrysocollis Foud. Oblongo-ovata, depressiuscula, aeneo-niyra; 
capite thoraceque aeneo-viridibus, elytris flavo-testaceis, mar- 


817 
gine laterali suturaque nigris; antennarum basi, tibiis tarsisque 
testaceis, femoribus aeneis: vertice thoraceque transverso et 
apicem versus angustiore dense punctatis; elytris regulariter 
striato-punctatis, interstitiis tenuiter rugulosis; callo humerali 
nullo. Alis incompletis. Long. Ya". — Lat. 15". 

(S. Aedeagus arcuatus, laevis canaliculatus; canalieulus 
in medio latior, apice modice deflexus, acute lanceolatus. Fou.d.) 


Koudr AnnrdsrSock Kinn: VI. 18592 218777 I 
Anna Soct ent# ds Er. v2 18607 5627 165: 


Plectroscelis depressa Boild. Ann. d. ]. Soc, ent. d. Fr. 
112185924827 20: 
Plectroscelis Schüppelü (Dej. Cat.). 

Die kleinste Art der Gattung, länglich eiförmig, sehr flach ge- 
wölbt; Kopf und Halsschild erzgrün, Flügeldecken gelb, ihre Naht 
und der ganze Aussen- und Unterrand schwarz gesäumt; Unterseite 
ehern schwarz; die 5-6 ersten Fühlerglieder, der Mund, alle Schie- 
nen und Tarsen röthlich, die Schenkel erzgrün. Der Scheitel bis an die 
Stirnlinie dicht und stark punktirt, mit fein granulirtem Grunde; die 
Stirnlinie ziemlich fein und vorne über der Kielung manchmal un- 
deutlich; diese gewölbt, oberhalb breiter nach unten keilförmig ver- 
schmälert, ziemlich glatt und glänzend. Halsschild um einen Diitttheil 
breiter als lang, an den Seiten vor den Hinterecken etwas gerundet, 
und nach vorne verschmälert; es ist sehr dicht und fein punktirt und 
am Hinterrand sehr deutlich abgesetzt. Flügeldecken länglich eiför- 
mig, wenig breiter an der Basis als das Halsschild, auf dem Rücken 
flach gedrückt; sie sind tief und regelmässig punktirt-gestreift, mit 
etwas gewölbten, fein gerunzelten Zwischenräumen; die Schulterbeule 
tritt nicht hervor und wird nur durch eine glatte Stelle angedeutet. 
Die Flügel sind unvollständig entwickelt. Ein Tarsenglied des J 
deutlich erweitert. 

Im südlichen Frankreich nicht selten (Lyon, Montpellier); auch 
bei Triest (Ullrich. ) 


7r Kielung oben abgeplattet; Oberlippe breiter, am Vor- 
derrande flach gerundet. 
* Kielung schmal. 


6. Pl. majer Jacq. Duval. Oblongo-ovata, parum convexa, coeru- 
lescenti-nigra, supra obscure viridi-coerulea; antennarum basi 


318 

ferruginea; femoribus nigro-coerulescentibus, tibiis infuscatis, 
basi et apice tarsisque ferrugineis: vertice punctis 3—4 pro- 
fundis utrinque impresso; thorace brevi, apice paullo angustato, 
erebre punctato et basi utrinque profunde breviter striolato; 
elytris regulariter striato-punctatis, interstitiis evidenter punc- 
tulatis. Alata. Long. 11, —1%3°". — Lat. a". 

(JS. Aedeagus arcuatus, longitudinaliter tenuiter striolatus; 
pars secunda utrinque distincte sulcata, apice rotundata, cum 
extensione brevi obtusa. Foud.) 


Jacg. Duval Ann. d. ]. Soc. ent. d. l. Fr. 1852. p. 717. 
— Foudr. Ann. d. ]. Soc. Linn. VI. 1859. 208. 1. 
— All. Ann. d. ]. Soc. ent. d. Il. Fr. VIII. 1860. 
559. 159. 


Die Vorliegende ist die grösste Art der Gattung und von P\. 
ehorophana ausser der verschiedenen Färbung, hauptsächlich durch 
mehr parallele, flachere Gestalt, und die deutlich punktirten Zwi- 
schenräume der Flügeldecken verschieden. — Länglich eiförmig, flach 
gewölbt, dunkelblau mit grünlichem Schimmer oder dunkelgrün mit 
bläulichem Schimmer; die Unterseite und die Schenkel blauschwarz, 
die Schienen schwarzbraun, ihre Wurzel und Spitze mehr oder we- 
niger rostroth, wie die Tarsen; die 3—5 ersten Fühlerglieder gleich- 
falls rostroth. Der Scheitel fein granulirt, und äusserst zart gepünk- 
telt, mit 3—4 grossen tiefen Punkten hinter den Augen beiderseits; 
Stirnlinie sehr tief und stark; die Kielung zwischen den Fühlern 
platt und schmal, mit einzelnen Pünktchen. Halsschild kurz, zweimal 
so breit als lang, an den Seiten etwas gerundet und nach vorne nur 
mässig verschmälert, mitscharf vorspringenden zahnartigen Vorderecken; 
es ist ziemlich dicht mit starken Punkten besetzt mit fein granulirten 
Zwischenräumen; der Hinterrand ist sehr deutlich abgesetzt und zeigt 
einen kurzen aber tiefen Schrägeindruck beiderseits. Flügeldecken an 
der Wurzel etwas breiter als das Halsschild, über dem Rücken flach 
gewölbt, fast zweimal so lang als breit, mit wenig gerundeten, fast 
parallelen, nach hinten allmälig. zurückweichenden Seiten; sie sind 
regelmässig stark und tief punktstreifig; die Zwischenräume deutlich 
punktirt und fein querrunzlich. Schulterbeule mässig, stark glänzend 
und fein punktirt. Geflügelt. 1. Tarsenglied des S kurz, dreieckig 
erweitert. 


319 


In südlichen Frankreich an sumpfigen Stellen im Mai und Juni; 
nicht sehr häufig. 


7. Pl. chlorophana Duftsch. Oblongo-ovata, parum convexa, coeru- 
lescenti-aenea, supra laete aeneo-viridis, nitidissima; antennarum 
basi, tibiis tarsisque obscure ferrugineis, tiblis plus minusve 
infuscatis; femoribus aeneo-viridibus: vertice punctis aliquot 
profundis utrinque impresso; thorace brevi, apicem versus an- 
gustiore, crebre inaequaliter punctato et basi brevissime utrinque 
striolato; elytris regulariter striato-punctatis, interstitiis tenuis- 
sime granulatis. Alata. Long. 1, —11/2'"'. — Lat. 1%". 

(3. Aedeagus arcuatus, late canaliculatus, apice lanceo- 
latus, cum extensione brevissima vix distineta. Foud.) 


Var. coerulescenti-viridis, coerulea aut violacea, rarius aenea. 
Redtenb. Fn. aust. ed. I. g. 544. p. 539. — ed. II. g. 
1069. p. 947.— Bach Kf. Fn. f. N. u.M. Dtschl. II. 
160.3. —Foudr. Ann. d. ]. Soc. Linn VI. 1859. 210. 
2.— All. Ann. d.].S. ent. d. Fr. VIIL. 1860. 557. 160. 
Haltica chlorophana Duftsch. Fn. Aust. III, 280. 71. 
Altica dentipes Oliv. Entom. V. 711. 78. t. 4. f. 78. 
Plectroscelis viridissima-Dej. Cat. 


Beinahe so gross als die Vorige, aber etwas gewölbter und ge- 
rundeter; durch hellgrüne Färbung, ungleiche Punktirung des Hals- 
schildes und die körnig gerunzelten Zwischenräume auf den Flügel- 
decken leicht zu unterscheiden. Länglich eiförmig, stark glänzend, 
hell goldgrün oder bläulich grün, bisweilen blau oder violett, seltener 
erzfärbig; Unterseite dunkelblau, die 4—5 ersten Fühlerglieder, die 
Schienen und Tarsen dunkel rostroth; die Schienen, insbesondere die 
hinteren mehr oder weniger bräunlich; die Schenkel blau- oder grün- 
erzfärbig. Scheitel äusserst fein granulirt und gerunzelt mit mehreren 
grossen Punkten hinter den Augen. Stirnlinie und Kielung wie bei 
Pl. major, ebenso das Halsschild, nur zeigt es etwas geradere, nach 
vorne deutlicher convergirende Seiten, und eine ungleichmässige aus 
groben tiefen und feinen Punkten bestehende Seulptur, mit fein 
gerunzelten und granulirten Zwischenräumen; der fast senkrecht auf 
dem Hinterrande stehende Eindruck sehr kurz. Die Flügeldecken sind 
etwas weniger lang und etwas gerundeter als bei dem Vorigen, die 


regelmässigen Punktstreifen sehr stark und tief, die ebenen Zwi- 
Wiener entomol. Monatschr. VIII. Bd. 23 


320 
schenräume unmerklich granulirt mit eingemensten feinen Querrun- 
zelu; die Schulterbeule wenig vorspringend und fein runzlich. Geflü- 
gelt. 1. Tarsenglied des S kurz, dreieckig erweitert. 

In Oesterreich (bei Wien) selten, nach Bach auch bei Cassel; 
häufig im südlichen Frankreich und Algerien. 


#* Kielung breit. 


8. Pl. condueta Motsch. Obtuse ovata, convexior, aeneo-nigra; capite 
thoraceque viridi-aeneis; elytris flavis, sutura, callo humerali 
lateribusque aeneo-nigris; antennarum basi, genubus 4 anticis, 
tibiis tarsisque testaceis, femoribus aeneo-nigris: vertice vage 
punctulato; thorace brevi apicem versus angustiore, crebre 
punctato; elytris nitidis regulariter striato-punctatis; interstitiis 
subtilissime punctulatis; cailo humerali elevato. Alata. Long. 
a 

(JS. Aedeagus fere rectus, in medio cylindricus, laevis, 
brunneus; tertia pars pallida, depressa; apex deflexus, acute 
lanceolatus. Foud.) 

Foudr. Ann. d. ]. Soe. Linn. VI. 1859. 216. 6. — All. 

d..1.: Soc. ent. de 1» Pr. VI218609561. 164. 


Haltica condueta Motsch. Bull. d. 1. Soc. des Nat. de 
Moscou. 1838. 180. tab. 3. f. iD. 


Durch den grösseren, gewölbteren Kopf mit der platten, sehr 
breiten Kielung zwischen den Fühlern bereitet diese Art auf die 
Kopfbildung der 2. Gruppe vor, und schliesst so am natürlichsten 
die 1. Gruppe. Durch die eben bemerkte Kopfbildung, die breitere, 
vorne und hinten abgestumpftere Körperform, die stärkere Wölbung, 
den an der Basis breiteren nach der Spitze hin verschmälerten 
schwarzen Nahtsaum und die auch auf die vorspringende Schul- 
terbeule ausgedehnte schwarze Färbung des Seitenrandes, die weni- 
ger dichte Punktirung des Kopfes und Halsschildes etc. von der 
ihr in der Farbenanordnung ganz gleichen PY. chrysocollis leicht zu 
unterscheiden. — Stumpfeiförmig und gewölbter als die übrigen Arten 
der Gruppe. Kopf und Halsschild erzgrün, die Flügeldecken hell gelb; 
die Naht und der Aussen- und Unterrand sammt der Schulterbeule 
schwarz mit Erzschimmer ; sowohl Naht- als Randsaum sind an der 
Basis breiter und verschmälern sich allmälig gegen die Spitze hin; 
bei manchen Individuen dehnt sich diese Färbung merklich über die 


321 
angrenzenden Zwischenräume aus; die Unterseite und Schenkel sind 
ehern schwarz; die vier vorderen Knien, alle Schienen und Tarsen, die 
6 ersten Fühlerglieder und Maxillartaster sind röthlich gelb. Der fein 
granulirte matte Scheitel ist mit zahlreichen nur längs der Mitte 
sparsameren ziemlich feinen Pünktchen besetzt, die Stirnlinie mässig 
stark, die Kielung sehr breit und stumpf. Halsschild kurz, fast zwei- 
mal so breit als lang, mit nach vorne verschmälerten, schwach gerun- 
deten Seiten, es ist mit mässig starken Punkten ziemlich dicht und 
gleichmässig bedeckt und am Hinterrande durch. eine deutliche Kerb- 
linie abgesetzt; die Zwischenräume fein granulirt, daher das Hals- 
schild von etwas mattem Glanze. Die Flügeldecken an der Basis 
etwas breiter als das Halsschild, an den Seiten wenig gerundet, stark 
glänzend, tief und stark regelmässig punktstreifig, mit etwas gewölb- 
ten, äusserst fein gepünktelten Zwischenräumen. Geflügelt. 1. Tar- 
senglied des S kurz, dreieckig erweitert. 

Diese zuerst in Armenien von Motschulsky entdeckte, und 
dem europäischen Süden (Griechenland, Italien, Dalmatien, dem 
südlichen Frankreich) angehörige Art wurde von Herrn Scheffler 
und mir in einzelnen Stücken wiederholt in der Wiener Gegend 
gefunden und gehört somit der deutschen Fauna an. Sie findet sich 
im Mai und Juni und lebt an sumpfigen Stellen und an den Rändern 
von Gräben und Bächen. 

Exemplare aus Griechenland, von Herrn von Kiesenwetter 
freundlichst zur Ansicht mitgetheilt, sind viel grösser, der schwarze 
Naht- und Randsaum ist sehr ausgebreitet und die vier Vorderschenkel 
sind beinahe ganz röthlich, Workseliung folel) 


m HL 


Neuere Entdeckungen in europäischen Hemipteren. 
Von Dr. F. X. Fieber, zu Chrudim in Böhmen. 
Neue Arten. 
(Als Flortsetzung meines Aufsatzes in der Juli-Nummer.) 
Fam. Reduvidae. 
Harpactor. 

1. Harpactor cingulatus Fieb. Kopf, Schnabelscheide, Fühler, 
Schild, Bruststücke, Schenkelköpfe und Anhänge schwarz. Ganz fein 
weisslich behaart und bewimpert. Hinterleib schwarz, Connexivum 


mit sechs hellrothen viereckigen Flecken, eben so viele auf dem Bauch- 
A 


‚322 

rande. Ueber die Bauchmitte von der dritten Schiene ab, ein breiter 
rother, aussen dreimal gekerbter Streif. After roth. Halbdecken 
schwarz, der mittlere braungelbe und der innere gelbbräunliche Theil 
häutig. Clavus bleich bräunlichgelb, häutig, der lederartige Grund 
schwarz. Schenkel hellroth, ein Fleck am Grunde, zwei mittlere 
Ringe, und das verschmälerte Ende schwarz. Fussglieder und Schien- 
beine schwarz, fein behaart; unterhalb der Kniee ein breiter Ring 
hellroth. Auf dem Nacken zwischen den Ocellen ein röthlichgelber 
Strich. Membran bleich rauchbraun, die Zellrippen dunkler braun. 
Pronotum auf der Hinterhälfte mit flacher Mittelrinne, durch die 
länglichen Wulste jeder Seite hinter den vorderen Buckeln gebildet. 
Schulterhöcker gross, oval. Schild mit Vförmigem Kiel. Körperform 
schlank, gleich jener des Harp. lividigaster und H. carnifex Muls. 
Bei letzterem einzureihen. 


8 5'/, Lin. In Sicilien, vom Hrn. Mann gesammelt. Im Wiener 
kais. Hof-Naturalien-Cabinet. 


Fam. Lygaeodae. 
Mieroplax. 


2. Microplax limbatus Fieb. Halbdecken weiss, hinten mit 
trapezoidalem braunen Fleck, auf dessen Mitte und jeder Seite eine 
Rippe, und die Rippe der Membrannaht, schwarzbraun. Corium 
sehr fein bräunlich punktirt, beiderseits der zwei ganzen Rippen eine 
Reihe bräunlicher Stichpunkte. Clavus weiss, nur auf der braunen 
Grundfläche grob punktirt. Schlussnaht braun. Membran braun, 
weiss gesäumt, das Weisse nach innen verwaschen, nach aussen 
scharf begränzt; am äusseren Saum der braunen Färbung bilden 
verfliessende braune Flecke einen dunkleren Streif. Am Grunde der 
Membran ein Kreisabschnitt weiss, verwaschen. Fühlerwurzel 
und Glied 3 und 4 schwarz; Glied 2 gelb, am Grunde schwarz. 
Schenkel braungelb. Schienbeine weisslich, am Grund und Ende, 
und die Fussglieder lehmgelb. Kopf, Pronotum, Schild und die ganze 
Unterseite schwarz, grob punktirt, weisslich behaart. Bauch äusserst 
fein quer nadelrissig, Hinterrand der Schienen schmal weisslich. 

Sg 1%, Lin. Klein-Asien (Dr. Helfer) Wien, kais. Hof-Nat.- 
Cabinet. 


323 
Eam. Berytidae. 
Neides. 


Die bisher bekannten Arten lassen sich nach der Wölbung und 
Form des Pronotum in 2 Abtheilungen unterbringen. 

I. Pronotum von dem vorderen leicht abgegrenzten 
viereckigen ebenen Theil, beiderseits des Mittel- 
kieles bis zwischen die Schultern ansteigend, längs 
gewölbt, die Seiten flach ausgebogen. 

Hieher gehören: 
3. Neides tipularius L. Fieb. eur. Hem. p. 209. 3. Fühlerend- 
glied walzig. Alle Fussglieder, die Spitze des Corium und 5—6 Punkte 
auf der Membrannahtrippe, schwarz. Pronotum grubig punktirt. 


4. Neides favosus Fieb. eur. Hem. p. 209. 2. Fühlerendglied 
spindelig-keulig. Fussglied 1 rostroth oder rostbraun, 2 und 3 schwarz. 
Corium vur auf der Spitze schwarz. Pronotum fast wabenartig 
grubig punktirt. 

U. Pronotum vom Vorderrande an eben, nur zwischen 
den Schulterbeulen querüber etwas höher, die Sei- 
ten parallel. Alle Fussglieder schwarz. Pronotum 
grubig punktirt. 


5. Neides aduncus Fieb. eur. Hem. p. 209. 1. Lamelle des 
Scheitels schmal, gerade, fast gleich breit, vorne schnabelförmig herab- 
gebogen. Pronotum ober dem Schilde rundlich ausgeschnitten. Seiten 
seicht geschweift. Nur die Spitze des Corium schwarz. Fühlerend- 
glied walzig, oben bleich. 


6. Neides parallelus Fieb. Lamelle des Scheitels länglich, 
einseitig nach unten unter sehr stumpfem Winkel erweitert. Prono- 
tum ober dem Schilde sanft ausgeschweift, Seiten gerade parallel. 
Fühlerendglied spindelig-keulig, schwarz. Afterstück beim Mann 
so lang als breit, die Anhängsel kurz, dick, eingebogen. Afterdeckel 
am Ende dreieckig, bogenseitig. Die weiblichen Klappen spatelig, 
abgerundet. 

a. Corium auf der äussersten Spitze — und die 4 Rippen der Mem- 
bran am Grunde braun. Auf der Rippe der Membrannaht ober 
den Rippen der Membran blass braungelbliche Striche. Spitze 
der Membran auf der am Ende schwärzlichen zweiten Rippe 
mit schwärzlichem länglichen Wisch. J ©. 


324 


f. Coriumspitze und 5 Striche auf der Membrannahtrippe schwarz. 
Zweite bis vierte Rippe auf der Membran-Endhälfte schwärz- 
lich; ein lanzettlicher schwärzlicher Wisch bis in die Spitze mit 
mehreren schwarzen Wärzchen besetzt. Pronotum fast grubig- 
runzelig. Die weiblichen Klappen gestutzt. 

oo 43,—5 Lin. «. Aus England, von den Herren Douglas 
und Scott. f. Aus Böhmen. 


Fam. Coreidae. 
Camptopus. 


7. Camptopus bifasciatus Fieb. Weissgelblich und röthlich- 
braun, kahl, nur die Halbdecken mit feinen Staubhärchen belegt. 
Fühler, Beine und Hinterleib weissgelb. Fühlerglied 1 und 2 am Ende, 
3 in der Mitte schwarz, Glied 4 schwarz am Grunde gelb. Alle 
Schenkel am Ende, und eine Binde hinter der Mitte der keuligen 
Hinterschenkel, schwarz. Connexivum gelb, die zwei mittleren Stücke 
mit je einem 4eckigen schwarzen Fleck auf der Hinterhälfte dersel- 
ben. Mitte des Rückens am Grunde schwarz, die 2 mittleren Schie- 
nen rothbraun, die hinteren weissgelb. Alle Schienbeine am Grund 
und Ende schwarz. Hinterschienbeine nur am Ende etwas eingebogen. 
Fusswurzel gelb, am Ende und die beiden folgenden schwarz. Hin- 
terschenkel mit 5 nach vorn zu grösseren Zähnen, vor dem ersten 
noch 3 kleine schwarze Stifte. Kopf, Pronotum und Halbdecken 
grauröthlich braun, ein Mittelstrich auf dem Kopfe vorn, und die Seiten, 
der Seitenrand des Pronotum, ein Mittelstrich am Vorderrand, die 
Seiten des geschweiften Hinterrandes, ein Punkt im Sinus, und 
die Schildspitze, weissgelb. Auf dem schwarzen Scheitel zwei rost- 
rothe Bogen hintereinander, unter den Augen ein rostrother Strich. 
Schnabelscheide schwärzlich-rothbraun, Ende schwarz. Bruststücke 
rothbraun, eingestochen schwarz punktirt. Die Brustmitten schwarz, in 
der Rinne der Hinterbrust ein rostgelblicher Streif. Bauch gelblich- 
weiss, die Mitte breit schwarzbraun, die 3 letzten Schienen zwischen 
den schwarzen Stigmen nach abwärts dicht schwarz punktirt, die zwei 
mittleren Schienen am Rande mit schwarzem Strich. Fulera schwarz. 
Die Vorderschenkelköpfe rostroth, die beiden hinteren metallisch 
schwarz, aussen weissgelblich. 

9 51, Lin. Um Amasia, 1860 von Herrn Mann gesammelt. 
Im kais. Wiener Hof-Nat.-Cabinet. 


Fam. Phytocoridae. 
Teratocoris. 


8. Teratocoris dorsalis Fieb. Der ganze Kopf mit den Wangen- 
platten, Schild, Pronotum, Grund der Fühlerwurzel und die Vorder- 
brust schwarz. Decken ohne Membran, so lang als der Rücken, Ende 
stumpf; grünlichweiss, auf der Mitte ein, beiden Decken gemein- 
schaftlicher, länglicher, breiter, in der Mitte der Seiten ausgebuch- 
teter schwarzbrauner, hinten durch die auseinandergehenden Decken 
fast herzförmig endender Streif, dessen innerer Rand weisslich. Füh- 
ler schmutzig röthlich, Wurzelglied schmutzig weiss, am Ende röth- 
lich. Beine grünlichweiss, die Schenkelende und das Enddrittel der 
Hinterschienbeine mit deren Fussgliedern gelbröthlich. Aufdem Nacken 
2 rostgelbe Flecke. Mitte der Mittelbrust weissgrünlich, die Seiten 
breit schwarz. Hinterleib weissgrünlich, die Seiten am Rande, und der 
After ganz schwarz. Schnabelscheide gelblichweiss, die Spitze und der 
Rücken des Hinterleibes schwarz, die Ende der 4 vorderen Schien- 
beine und deren Fussglieder schmutzig gelblich. 

S 1°% Lin. Im kais. Hof-Nat.-Cabinet zu Wien als Capsus 
Maenkeli von Prag. ? 


Homodemus. 


9. Homodemus angularis Fieb. Grünlichgrau, oder lehmgelb. 
Fühler und Beine sehr fein kurz dicht und anliegend schwarzbehaart. 
Schulterecke des Pronotum, die zwei Buckel, oder ein Fleck an 
denselben, ein Mittelstreif des Schildes (dessen Spitze weiss) , die 
Fussglieder und die äusserste Spitze des Cuneus schwarz. Zellrippe 
ockergelb. Schienbeinende braun. Rücken und Connexivum schwarz, 
die Randlinie und bisweilen die Einschnitte fein grüngelb. Schild und 
Schlussrand fein braun. Im Corium auf der Hauptrippe ein merklich 
brauner Streif. Kopf und Pronotum vorn, so wie die ganze grünliche 
oder gelblichweisse Unterseite fein kurz und anliegend weissbehaart. 
Schenkelende, besonders der hinteren bräunlichgelb, oberseits mit 
einer oder zwei kurzen Reihen brauner Punkte. Mittelbrust mit 2 
schwarzen länglichen, oder ganzem rundlichen Mittelfleck. Fühler 
meist lehmgelb. Variirt: 

&. virescens. Grünlichgrau. Pronotum, vorn grünlich, die Buckel 
schwarz. Kopf oben schwarz, an jedem Auge und vorn, ein Strich 
grünlichweiss oder gelblich. Membran bräunlich, die kleine Zelle 


326 

ganz braun, die grosse Zelle schmutzig gelblich, in der Mitte mit 
schwärzlichem wolkigen Streif. Um die Zellen ein lichter Schein der 
unter den Zellen in eine dreieckige lichte Stelle erweitert ist, unter 
der Cuneusspitze ein schwärzliches schiefes Strichel. 

ß. Zutescens. Lehmgelb. Scheitel gelblichweiss, zwischen der 
schwarzen vorn offenen Gabel rostgelb, der Nacken schwarz. Die 
Buckel des Pronotum rothgelb, hinten schwarz. Cuneus mit lehm- 
gelbem Bogen am Grunde. Membran auch in den Zellen gleichmässig 
bräunlich, die kleine Zelle gelbbraun, die Zellrippen beiderseits mit 
einem etwas entfernten bräunlichen Bogen umgeben. 

Sg 31%, Lin. «. um Mehadia 1859, . um Amasia 1860 von 
Herrn Mann gesammelt. Im kais. Hof-Nat.-Cab. zu Wien. 


Calocoris. 

10. Calocoris nebulosus Fieb. Lehmgelb, sehr kurz, schwarz- 
borstig und fein goldgelblich behaart. Cuneus röthlich, die Spitze 
dunkler roth. Ende der Randrippe und das gabelige Ende der Haupt- 
rippe und die Hinterschenkel am Grunde röthlich. Membran gold- 
bräunlich, Zellrippen ockergelb, an der Verbindungsstelle geröthet, 
die kleine Zelle und unter derselben ein Fleck im Winkel, schwärz- 
lich. Von der Mitte des Aussenrandes der Membran zur Spitze ein 
grösserer, — auf der Mitte des Innenrandes ein kleinerer Kreisab- 
schnitt schwärzlich, der Raum zwischen beiden über die Membran 
mit kleinen schwärzlichen zerstreuten Flecken; am Bogenrande breit 
schwärzlich, von einem Randfleck zu dem andern abnehmend verwa- 
schen. Schenkel lehmgelb, die Mittel- und Hinterschenkel beider- 
seits mit 2 und 3 Reihen bräunlicher Punkte besetzt. Schienbeine 
gelblichweiss, die mittleren und hinteren rings — die vorderen nur in- 
nerseits — wie ihre Schenkel fein schwarz bestachelt. Fussglieder und 
Ende der Schienbeine rostgelb. Klauenglied am Ende schwarz. Füh- 
ler grünlich, obere Hälfte von Glied 2 rostgelb, am Ende schwarz, 
Glied 3 am Ende bräunlich, das Wurzelglied bleich rostroth, schwarz 
fein beborstet. Rücken bräunlich. Unterseite lehmgelb, dicht fein 
goldgelblich behaart. 

o 2°/; Lin. Von Lussin piecolo. Im kais. Hof-Nat.-Cabinet. 
in Wien. 

Phytocoris. 


il. Phytocoris incanus Fieb. Bläulich, weissgrau oder grau- 
weiss, etwas kraus weisshaarig. Halbdecken auf den braunen Strei- 


327 


fen mit braunen Haaren besetzt. Kopf mit zwei Streifen aus röth- 
lichen Querstricheln. Auf dem Pronotum die Höcker hinten röthlich ; 
auf dem Vorderrandkiel 4 röthliche kleine Flecke, von welchen herab 
hinter den Buckeln meist 4 zuweilen verloschene, oder unter der 
dichten weisslichen Behaarung unmerkliche roströthliche Längsstriche. 
Die Pronotum-Seiten bräunlich, mit dunklerem Streif; an dem weiss- 
lichen Hinterrand eine Linie aus braunen verfliessenden Punkten. 
Sehild mit 4 rothbraunen Strichen, und weisser Mittellinie. Im 
Clavus ein Mittelstreif, im Corium ein Streif an der Schlussnaht 
und die Hinterhälfte des Corium bräunlich mit dreieckigem weiss- 
lichen Fleck am Ende der Hauptrippe; ein schiefer weisser Fleck 
von aussen nach innen und hinten, über die Mitte des Corium, von 
dem braunen Strich auf der Hauptrippe durchschnitten. Der Rand- 
kiel mit einigen kleinen braunen Flecken. Corium, Ecke und Cla- 
vusspitze mit braunem Punkt. Cuneus mit zerstreuten bräunlichen 
Flecken, auf dessen Membrannaht 2 braune Striche. Membran 
trüb, auch in den Zellen zerstreut braun gesprenkelt, schief, quer 
durch die Membran 2 merklich dichter braun gesprenkelte Streifen. 
Zellrippen weiss, von der kleinen Rippe herab ein gerader nach 
hinten bis zum Rande erweiterter bräunlicher, gefleckter Streif. 
Fühler weiss, Wurzelglied dicht bräunlich gefleckt, Glied 2 am 
Grunddrittel und Ende, Glied 3 am oberen Drittel bräunlich. Beine 
weisslich. Vorder- und Mittelschenkel an der Endhälfte schwärzlich- 
braun dicht gefleckt, nur einzelne kleine weisse Flecke sichtbar. 
Hinterschenkel unterseits bis zum Grunde dicht punktirt und ver- 
fliessend, auch oberseits braun dicht gefleckt, aber am Grunde und 
ein grösserer Fleck vor dem Ende, weiss. Schienbeine fein bräun- 
lich bestachelt, die vorderen mit 2 bräunlichen Ringen und braunem 
Ende. Mittelschienbeine weisslich, die hinteren am Grunde unterseits 
mit 2 braunen Halbringen. Fussglieder weisslich, das Wurzelglied 
am Ende, das Kiauenglied fast ganz bräunlich. Rücken schmutzig, 
die Schienen bräunlich gesprenkelt, auf jeder Schiene eine Reihe, 
zur Mitte grösserer weisser Flecke. Bauchschienen rothbraun. After 
braungelb, weisslich gesprenkelt. 

S 31/3 Lin. Aus dem südlichen Russland. Sarepta. (Frey- 
Gessner). Im Wiener kais. Hof-Nat.-Cabinet von Ullrich und 
Grafen Ferrari. 


328 


Alloeonotus. 


12. Alloeonolus egregius Fieb. Kopf, Pronotum, Schild, der 
ganze Leib, Fussglieder und Schienbeinende schwarz, bisweilen am 
Hinterrande (beim Q') ein breiter in der Mitte unterbrochener gelber 
Saum. Halbdecken gelb, oder gelblich, vom Grunde der Decken 
über die Schlussnaht herab ein breiter schwarzer, den Decken ge- 
meinschaftlicher, beim Mann 1 bis 2zahniger, beim Weib in derMitte 
auf dem Clavus ausgebuchteter, hinten abgerundeter Streif. Hinter- 
leib schwarz, vor dem Ende zwei Schienen aussen weiss (Q). 
Mit vollkommenen Halbdecken, Membran über den Leib vorragend, 
dunkel rauchbraun, die Zellrippen schwarz, im Grundwinkel unter der 
kleinen Zelle ein kleiner heller winkeliger Fleck, von ihm ab ein 
breiter schwärzlicher Randfleck bis zur Spitze. Randfeld des Corium 
schwärzlich. Cuneus mit schwarzer Spitze. 

Variirt («.) (Mann) Pronotum — Hinterrand mit 2 breiten 
gelben zur Mitte spitzen Flecken. Clavus orangeröthlich. Fühler- 
_ wurzel und die in 1 oder 2 Reihen braun punktirten Schenkel, hell- 
roth. Schienbeine und Fühlerglied 1 ganz, Glied 2 an der Grund- 
hälfte röthlich, übrigens wie 3 und 4 schwarz. 

ß.) (Mann) Pronotum und Schenkel ganz schwarz, die 4 vor- 
deren Schienbeine gelblich, die hinteren bräunlich. Fühler schwarz, 
Glied 1 oben, 2 am Grunde gelblich -—- (Weib). Mit über die Hälfte 
des Rückens reichenden unvollkommenen Halbdecken, verkümmertem 
Cuneus, ohne Membran. Pronotum und Schenkel ganz schwarz. Schien- 
beine und Fühler lehmgelb, Grund der Fühlerwurzel, Glied 2 an dem 
oberen etwas verdickten Ende, und 3 und 4 schwarz. 

S 3°/, Lin. Körper 2'%, Lin. «. vom Wiener Schneeberg 1852, 
ß. um Amasia 1860. © 3 Lin. in Taurien, mit gelblichen Decken 
und mehr geschweiftem Rückenstreif, um Amasia, mit helllehm- 
gelblichen Decken und weniger geschweiftem Rückenstreif. Alle Exem- 
plare von Herrn Mann gesammelt. Im kais. Hof-Nat.-Cabinet 
zu Wien. 


Lopus. 

13. Lopus bicolor Fieb. Oberseite und die ganzen Beine röth- 
lichbraun, fein weisslich behaart. Schenkel bräunlich behaart. Kopf, 
Pronotum, Schild und Vorderbrust blutroth; die Stirnschwiele, der 
Kopf unterseits, die Hüften, die Mitte der Mittel- und Hinterbrust 
mit dem Stigma und die Mitte des Bauches rothbraun. Zwei halb- 


329 
runde Flecke am Hinterrand des quer kleinrunzeligen und eingesto- 
chen punktirten Pronotum, die Schulterecken und ein Strich an jedem 
Buckel schwärzlich. Fühler schwarz, Glied 2 oben allmälig dicker, 
Glied 3 am Grunde rostgelb. Schienbeinende und Klauenglieder 
braun. Corium nach hinten etwas erweitert. Rücken des Hinter- 
leibes blutroth, die Mitte schwärzlich. Vorderrandkiel des Pronotum 
auf der Mitte mit einer braunen Kerbe. Membran braun, durch- 
scheinend, am Cuneus eine weisse Linie bis zur Ecke, von den Zellen 
herab ein breiter langer brauner Randstreif, die Zellrippen 
schmal braun gesäumt. Flügel schmutzig-, Rippen bräunlichgelb. 

o 3%; Lin. Taurien (Parreyss). Im Wiener k. Hof-Nat.-Cabinet. 

Die Varietät des Lopus mat mit mehr oder weniger ausge- 
breitet rothem Pronotum ist hinten schwärzlich oder hat nur 2 
schwärzliche Flecke, der Vorderrandkiel ist roth, und hat keine 
Mittelkerbe. Die Schenkel und Schienbeine sind schwarz, und haben 
hinter ihrer Mitte oft einen weisslichen Ring. Der Aussenrand der 
Halbdecke ist geradlinig. 


Stiphrosoma. 

44. Stiphrosoma atrocoerulea Fieb. Oberseite und Bruststücke 
schwarzblau, glänzend, angedrückt, äusserst fein schmutzigweiss 
behaart. Fühler schwarz. Kopf glatt, Scheitel gewölbt, an den Augen 
niedergedrückt, mit kleinem Buckel. Nackenkante scharf. Schnabel 
schwarzbraun. Hinterleibschwarz, glänzend, etwas bläulich schillernd. 
Hüften braunröthlich. Beine (fehlen). Pronotum mehr trapezförmig, 
grob punktirt, Halsecken abgerundet, Schulterecken stumpf, zum 
Hinterrand sanft bogig, dieBuckel vorn sehr platt, glatt. Schild sehr 
fein querrunzelig.. Corium röthlichbraun durchscheinend, Randfeld 
dunkelbraun, mit bläulichem Schimmer, Cuneus vom Corium durch 
einen winkeligen Ausschnitt geschieden. Halbdecken durch kleine 
Knötchen fast chagrinirt. Membran rauchbraun, die Zellen dunkler, 
Zellenrippen dunkelbraun. Im Winkel an der Zelle ein weisser Win- 
kelstrich, von da bis vor die Mitte des runden Endbogens ein breiter 
brauner Randstreif. 

g 2"/, Lin. Im südlichen Europa. Kais. Hof-Nat.-Cabinet. 

Unterscheidet sich von dem gleichfalls parallelen Männchen des 
Orthocephalus minor Costa sogleich durch die auffällig verschiedene 
Form des Kopfes und durch die Sculptur des Pronotum, welche bei 
O0. minor querrunzelig ist. 


330 


Orthotylus. 


15. Orthotylus ochrotrichus Fieb. Hell spangrün, einfach bleich 
ockergelblich behaart und gewimpert. Kopf und Vordertheil des 
grob querrunzeligen Pronotum, die Schildspitze und ein rundlicher 
Fleck am Hinterrand des Pronotum ober den Schildgrundwinkeln 
schmutzig gelblichweiss.. Im Corium an der Schlussnaht eine Linie 
aus bleichen, unregelmässigen verflossenen Fleckchen, auf der Mitte 
des Corium und der Hinterhälfte, eine merkliche kurze Reihe bleicher 
Fleckchen. An der Hauptrippe, und beiderseits der Rippe im Clavus 
einzelne bleiche Fleckchen, die Spitze des Clavus bleich. Membran 
mit den Zellen selır bleich bräunlich getrübt, die Zellrippen lebhaft 
spangrün. Cuneus an den Rändern dunkler grün. Beine bleich grün- 
gelblich, die Schenkelende und die Fühlerwurzel oben grünlich. 
Unterseite bleichgrünlich, weisslich behaart. Bauchgrund mit grün- 
lichem Streif. Rücken schmutzig grünlichweiss. Die mittleren 
Schienbeine innerseits, die hinteren oberseits mit 7—8 bleichen 
Stacheln. Füsse und Schienbeinende schmutzig gelblich. Klauenglied 
und Klaue braun. 

© 2 Lin. Aus England, vom Herrn Scott zur Ansicht erhalten. 

Der sehr ähnliche Orthotylus flavosparsus Sahlb. hat grössere, 
gleichförmige zerstreute lichte Stellen auf dem Corium, die mit sil- 
berweissen feinen Schuppen besetzt sind; die grüne Färbung ist mit 
kurzen abstehenden schwarzen Borstenhaaren besetzt. Die Membran 
ist schwärzlich, die Zellen spanngrün, am Grunde heller, ein bleicher 
Streif an dem Cuneus in der kleinen Zelle bis in den Grundwinkel. 


Psallus. 

16. Psallus? fuscovenosus Fieb. Reiht sich an P. salicellus. 
Grünlich weiss, sehr fein weisslich behaart. Halbdecken mit dem 
Clavus, dem gelbgrünlichen Cuneus, und die Schenkel unterseits, 
dicht gleichmässig fein schwarzbraun punktirt, die Schenkelende ober- 
seits in kurzem Streif, die vorderen in einer Reihe braun punktirt. 
Membran schmutzig, Zellrippen weiss. Zellen schwärzlich, von der 
Umfangrippe ab 5 braune Linien, welche 4 lange Zellen bilden, 
wovon die 2 inneren durch quere Nerven getheilt, an die äusseren 
sich aber fünfeckige Zellen mit kurzen Ausläufern anschliessen. Unter 
dem bleichen Winkel an der Cuneusspitze ein bräunlicher breiter 
Randstreif. Hauptrippe grünlichgelb. Fühler und Beine weisslich. 
Fühlerwurzel mit dem Kopfende gleich. Fühlerglied 2 am Ende, und 


331 
die Klaue bräunlich. Schienbeinende und Fussglie der bräunlichgelb 
Kopf gross, länglich deckig, oben fast so lang als das Pronotum, 
vorn bräunlich mit hellgrünlicher Mittellinie. Pronotum hinten fein 
quer nadelrissig, am Hinterrande fein braun punktirt; die Seiten über 
die Buckel herab dunkler apfelgrün, als die übrige Fläche und das 
Schildechen. Der Vordertheil, welcher durch einen seichten Querein- 
druck an den Buckeln merklich geschieden, weisslich. Schienbeine 
an der äusseren oder oberen Seite, fast bis zum Ende mit wenigen 
braunen Punkten besetzt, auf welchen kurze schwache Stachel stehen, 
Bruststücke und Hinterleib hellgrün. Bauchmitte weisslich. Rücken 
gelbgrün. Schnabel weisslich. Glied 4 am Ende schwarz. Zellhaken 
auf der ablaufenden Rippe. 


© 2 Lin. Aus dem südlichen Russland. (Sarepta.) In Herrn 
Frey-Gessner’s Sammlung. 

Der auffällig grosse, von der gewöhnlichen Form bei Psallus 
abweichende Kopf, die braunen zu Zellen verbundenen Nerven auf 
der Membran, die mir noch bei keiner Phytocoride vorgekommen 
sind, unterscheiden diese Art auffällig von anderen, insbesondere 
aber von Psallus, wo ich diese Art nur der Aehnlichkeit halber mit Un- 
sicherheit einreihte, da mir nur ein Exemplar zur Untersuchung 
vorlag. 

Maerotylus. 

17. Macrotylus nigricornis Fieb. Schmutzig gelb, kurz schwarz 
behaart. Kopf und Pronotum etwas orangegelb. Stirnschwiele am Ende, 
die fein weissgerandeten Wangenplatten, die Fühlergrube und Höcker, 
der Unterkopf und Xiphus schwarz, Fühler schwarzbraun, sehr fein 
graulich behaart. Auf der Mitte des Pronotum ein schmaler hinten 
abgekürzter Streif, ein breiter Streif über das Schildchen, dann der 
Schild- und Schlussrand des Clavus braun, Hauptrippe des Corium 
weisslich. Membran bleichbraun, die Zellen braungelb. Zellrippen, 
der Winkel unter den Zellen am Cuneus, und ein länglicher Rand- 
fleck unterhalb weiss. Flügel schmutzig. Rücken schwärzlich, 
Connexivum gelblich, mit braunem Mittelstreif. Bauch schwärzlich, 
auf jeder Seite ein breiter verwaschener brauner Streif aus Quer- 
flecken. After gelblichweiss. Schenkel lehmgelb, die Ende, eine 
Reihe Punkte beiderseits, die Schienbeinende, und die Fussglie- 
der braun. Schienbeine schmutzig weisslich. Vorder- und Mittelbrust 
an den Seiten schwarzbrann. 

© 2, Lin. Ausdem südlichen Europa, k.k. Hof-Nat.-Cabinet, 


Amblytylus. 

18. Amblytylus affinis Fieb. Bleich graugrünlich. Schwarz 
behaart und gewimpert. Kopf und Pronotum-Buckel lehmgelb, Schei- 
telmitte röthlichgelb, über das schmutziggrünliche Pronotum und 
Schild ein weissgrünlicher Mittelstreif. Halbdecken besonders nach 
hinten schwärzlich, das Randfeld, die Hauptrippe im Corium und im 
Clavus weisslich. Cuneus weisslich, aussen etwas derber. Membran 
bräunlich, der Saum breit schwärzlich verwaschen. Die Zellrippen 
stark, weiss, die kleine Zelle braun, die grosse Zelle zum grösseren 
Theile, besonders an den Rippen dunkler, braun, Grund heller, aussen 
bis zur Ecke braun gesäumt; unter den Zellen ein-am Cuneus win- 
keliger weisser Querfleck ist hintenan braun gesäumt. Schnabelscheide 
auf die vierte Bauchschiene reichend, schmutzig, Spitze schwarz. 
Rücken schwarz, Connexivum, Rückenende und Unterseite ganz 
grünlich. Schenkelköpfe grünlichweiss. Schenkelende schwärzlich, ober- 
seits eine kurze Reihe bräunlicher feiner Punkte, unterseits auf der 
Endhälfte fein bräunlich punktirt. Schienbeine schmutzigweiss, 
die hinteren auf der Endhälfte bleich bräunlich; am Ende und alle 
Klauenglieder braun. Alle Schienbeine mit feinen schwärzlichen Sta- 
cheln besetzt. Fühler und Schenkel anliegend kurz schwarz behaart. 

JS 0 2% Lin. AusNorddeutschland. & Aus England (Scott). 

Ist bei Amdlytylus nasutus Kbm. einzureihen, von welchem 
ihn die anders gezeichnete Membran sogleich unterscheidet. Aehnelt 
etwas dem Macrocoleus sordidus und Oncotylus tanaceti, welche 
beiden sich ausser den generischen Kennzeichen noch durch verschie- 
dene Zeichnungen der Membran unterscheiden. 


Macrocoleus. 

19. Macrocoleus chrysotrichus Fieb. Ganz gelblich, goldgelb 
behaart und gewimpert. Pronotum vorn grünlich. Cuneus dunkler, 
goldgelb. Im Corium hinten ein sehr bleich schwärzlicher Querfleck 
aussen nahe am Rande aufwärts ziehend. Fühler und die ungefleck- 
ten Schenkel goldgelb. Schienbeine bleichgelblich mit bräunlich- 
gelben Stacheln. Schnabelscheide bleich, Endglied bräunlich. Klauen- 
glied der bleichgelblichen Fussglieder, braun. Membran durchschei- 
nend, bräunlich, bronzartig, farbenschillernd; die kleine Zelle braun, 
die grosse Zelle bräunlichgelb. Zellrippen goldgelblich. Unter den 
Zellen im Winkel ein opalweisser Querfleck, unterhalb ein weisser 
grosser länglicher Randfleck von einem braunen Bogen umschlossen, 


333 


der, oben um die Zellecke biegend, die Umfangrippe schmal säumt. 
Der End- und Innenrand der Membran braun zur opalweisslichen 
Mitte verwaschen. Flügel hell, blau und roth— am Ende goldbronz- 
artig schillernd. Körper länglich. 

S 1” Lin. Aus dem südlichen Russland, vom Herın Frey- 
Gessner zur Ansicht erhalten. 

Reiht sich an Macrocoleus aurantiacus Fieb. eur.H.p. 320.3. 

20. Muerocoleus pietus Fieb. Gelblich-bläulich oder grünlich- 
weiss, fein weisslich behaart. Kopf, Pronotum, Schenkel und Fühler- 
wurzel gelblichweiss, die Stirnschwiele an den Einschnitten, der 
Grund derselben, zwei kurze Streife aus braunen Querstricheln, im 
Nacken an jedem Auge ein ovaler Fleck rothbraun. Pronotum 
und Schild bleichgrün, die Buckeln innerwärts mit braunem Bogen, 
ein ähnlicher ander Halsecke. Halbdecken gelblichweiss, im Clavus 
beiderseits der Rippe ein ungleichbreiter bräunlicher Streif, im Corium 
auf der Innenhälfte zwei viereckige quere Flecke, an der Hauptrippe 
durch einen Streif verbunden, braun; zwischen dem Randfelde, und 
der Hauptrippe ein nach hinten und innen erweiterter, zum Hinter- 
winkel verlängerter brauner Streif. Im Cuneus ein grosser brauner 
verwaschener rundlicher Mittelfleck. Membran schmutzig, Zellrippen 
weiss, die kleine Zelle braun, in der grossen Zelle ein brauner Streif 
an der kleinen Rippe, unter dem Cuneus ein grosser brauner Bogen 
auf dem Aussenrand fussend, die Umfangrippe der grossen Zelle 
schmal braun gesäumt. Schenkel braun punktirt, die vorderen ober- 
seitsin zwei Reihen, die mittleren am Hinterrande, die hinteren Schen- 
kel am Vorder- und Hinterrande, mit einer Reihe brauner Punkte; die 
Mittel- und Hinterschenkel haben unterseits auf zwei Reihen Punkte, 
jene der Hinterschenkel sind aber grösser. Grund aller Schienbeine 
schwarzbraun. Die feinen braunen Stacheln der Schienbeine stehen auf 
der Grundhälfte auf braunen Punkten. Schienbeinende und Fuss- 
glieder bräunlichgelb, Klauenglied braun. Schnabelscheide gelblich- 
weiss, das Endglied auf der Endhälfte braun. Unterseite grünlich- 
weiss, die Bruststücke aussen, die Bauchschienen am Grunde, schmal 
schwarz; ein dreieckiger schwarzer Fleck auf jeder Schiene bilden 
eine Reihe auf jeder Seite. Rücken bräunlich, Rand der Schienen 
bleich. Connexivum braun, am Aussengrundwinkel ein heller Fleck. 
Flügel weisslich. Fühlerwurzel am Grunde, ein Fleck am Ende, und 
Grund und Ende von Glied 2 braun. Form der Männchen parallel; jene 
der Weibchen länglich. 


334 
g 2%, Lin, © 2 Lin. Aus dem südlichen Europa. Im kais. 
Hof-Nat.-Cabinet zu Wien. 


Fam. Macropeltidae. 
Pentatoma, 


21. Pentatoma porphyrea Fieb. Oberseite rostbraun. Seiten- 
rand des Pronotum von der Breite der gestutzten Halsecke herab 
zur Schulter verschmälert gelblich. Coriumgrund zwischen dem Rande 
und der Hauptrippe bis vor die Mitte des Randes, gelblich. Die 
Schildspitze halbscheibenrundlich weissgelblich, glatt. Halbdecken 
mit durchsichtigen Stichpunkten. Rücken schwarz. Connexivum schwarz, 
der Hinterleibrand ober- und unterseits gelb. Bauch röthlichbraun, 
letzte Schiene in der Mitte mit einem vertieften gelblichen Strichel, 
seitlich ein flaches röthlich durchscheinendes Grübchen. Schenkel 
braunroth, deren Ende dunkler, grünlich. Schienbeine schmutzig- 
grünlich, Fussglieder schwärzlichgrün. Schnabelscheide an den Hinter- 
rand der zweiten Bauchschiene reichend, schwärzlichgrün. Membran 
gelbbräunlich, von der Grundhälfte an verwaschen, unter der Corium- 
Ecke ein helles Dreieck; die Grundlinie hell, Rippen bräunlich. 
Fühler schwarzgrünlich, das Wurzelglied am Grunde heller. Kopf 
vorn etwas breiter als bei den verwandten Arten, am Ende der 
Schwiele in jeder Furche ein Strich schwarz, unter denselben zwei 
Streife, und an jedem Auge ein Fleck, schmutzig gelbweiss. 

o 32/, Lin. Um Amasia 1860 (Mann). Im kais. Hof-Nat.- 
Cabinet zu Wien. 

Ist verwandt mit P, juniperi und P. pinicola *). 


Fam. Tetyrae. 


Trigonosoma. 


22. Trigonosoma Lehmanni Fieb. Porphyrroth, Kopf und Vor- 
derhälfte des Pronotum bräunlichgelb bis zu der gelben hinten schwarz- 
braun gesäumten queren Linie von einer Schulterecke zur anderen. 
Die Schulterecke etwas schief nach vorn und aussen gerichtet, drei- 


*) Die in den europ. Hem. p. 336, 1 beschriebene P. macrorampha 
mit gleichfarbigem olivengrünen Bauch und Rand, bleichen Seiten des Pro- 
notum oben und weisslichem Randkiel am Grunde des Corium, ist als Varietät 
zu P. pinicola zu ziehen, von welcher mir nun Original-Exemplare von 
Herın Mulsant vorliegen. 


335 
eckig bogenseitig, grobpunktirt, tief schwarzbraun. Schild besonders 
am Grunde und den Seiten etwas runzelig, mit breiter querer Grund- 
schwiele, übrigens grobpunktirt. Kopfende braun. Fühler lehmgelb, 
Endglied braun. Beine lehmgelb. Unterseite gelbbraun. Brust- 
stücke grob braunpunktirt. Bauch feinpunktirt, Bauchrand glatt, 
lehmgelb, von dem oberen gelben Rande durchscheinend. Rücken 
und Connexivum rothbraun. Corium innen lederbraun hinten braun- 
punktirt; Hinterhälfte häutig, schmutzig-rosig. Membran glashell 
mit 5 hinten gabelig verästeten Rippen. 

Q 43/, Lin. Turkomanien. Tröigonosoma Desfontainesi Kolenati. 
Im kais. Hof-Nat.-Cab. zu Wien. 


Verzeichniss der beschriebenen Arten. 


(Die durchschossen gedruckten sind neu.) 


Harpactor. 
cingulatus. 


Microplaz. 


limbatus. 


Lopus. 
bicolor. 


Stiphrosoma. 


atrocoerule«a. 


Neides. 
Orthotylus. 
tipularius. : 
1 ochrotrichus. 
Favosus. 
aduneus. Psaltus?® 


parallelus. 
Camptopus. 
bifasciatus. 


Teratocoris. 


Juscovenosus. 


Macrotylus. 


nigricormnis. 


7 (2 
dorsalis. Amblytylus. 
affinis. 
Homodemus. = 
angularis. Macroeoleus. 


Calocoris. 
mebulosus. 

Phytocoris. 
incanıus. 

Alloconotus. 
egr egius. 


Wiener entomol. Monatschr. 


VII. Ba. 


ehrysotrichus. 
pietus. 
. Pentatoma. 


porphyrea. 


Trigonosoma. 
Lehmanni. 


er Er 
>> 


[e 
Yen 


336 | 


Bythinus armatus n. sp. 


beschrieben von 


Med. Dr. Clemens Hampe. 


Bythinus armatus: rufo-piceus, nitidus, pubescens; thorace subglo- 
boso, laevi; elytris fortius striato-punctatis; antennis maris 
articulo primo cylindrico, apice intus uncino brevi armato, 
secundo subquadrato, intus in marginem acutum compresso; 
femoribus valde incrassatis, tibiis antieis subtus emarginatis, 
posticis fortiter dentatis. 

Long. */, lin. 
köthlichbraun, Fühler, Taster und Beine gelbbraun, glänzend, 
fein behaart. Erstes Fühlerglied des Männchens walzen- 
förmig, nach Innen an der Spitze mit einem Häkchen ver- 
sehen, das zweite Glied fast viereckig, nach Innen in eine scharfe 

Kante zusammengedrückt; der Kopf ist breit, mit drei Grübchen, das 

Halsschild ist breiter als lang, kugelig gewölbt, kaum punktirt, 

glänzend, die Flügeldecken sind dunkler braun, glänzend, ziemlich lang 

behaart, die Punkte tief, der Nahtstreif tief; die Schenkel sind sehr 
dick, Vorderschienen sind unten ausgerandet, Hinterschienen 
unter der Mitte nach Innen mit einem starken Zahne bewaffnet. 


Dürfte nach B. femoratus einzuschalten sein. 


Mein Bruder fand von dieser ausgezeichneten Art zwei männ- 
liche Exemplare bei Agram. 


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Verantwortl. Redacteure u. Herausgeber : Julius Lederer und Ladwig Miller. 
Gedruckt bei Carl Ueberreuter, Alserstrasse Nr. 24. 


WIENER 
Entomoloeische Monatschritt. 


Redaction und Expedition: In Commission bei 
Landstrasse, Gärtnergasse Nr. 20. Carl Gerold’s Sohn, Stadt Nr. 625. 
Nr. 11. VIII. Band. November 1864. 


Beiträge zur Kenntniss der europäischen Haltieinen. 
Von F. Kutschera. 


(Fortsetzung.) 


Il. Gruppe. (Gen. Chaetocenema Foud.) 


Kopf gross, breit gewölbt, nicht gekielt. Oberlippe vorne quer 
niedergedrückt und flach gerundet mit aufgebogenem Vorderrande. 


+ Flügeldecken nicht breiter als das Halsschild, ohne Schulter- 
beule; regelmässig punktstreifig. 


9. Pl. procerula Rosenh. Oblonga, subeylindrica, nitida; nigra, 
capite thoraceque obscure aeneis, elytris coeruleo-virentibus, 
antennarum basi, tibiarum apice tarsisque rufescentibus: vertice 
thoraceque sub-rotundato subtiliter punctulatis; elytris regula- 
riter profunde striato-punctatis, thorace non latioribus, apicem 
versus attenuatis, callo humerali nullo. Alis incompletis. Long. 
1—11,". — Lat. %—%". 

(3 Aedeagus versus medium in angulum fere rectum 
flectus; pars elata late canaliculata; apex ovato- lanceolatus. 
Foud.) 

Rosenhauer. Thiere Andalus. 1856. p. 344. — All. 

Ann..d. 1. Soc. ent. d: Fr. VIII. 1860. 562. 166. 


Chaetocnema compressa Foud. Ann. d. |. Soc. Linn. VI. 
1859 22ER 
Plectroscelis Solieri Dej. Cat. 
Durch ihre längliche, nach hinten deutlich zugespitzte Gestalt 


und das nach vorne und rückwärts stark eingezogene, gerundete 
Wiener entomol. Monatschr. VIII. Ba. 25 


338 

Halsschild ausgezeichnet. Körper ziemlich walzenförmig ; Kopf und 
Halsschild dunkel erzfärbig, Flügeldecken blau oder blaugrün, die 
Unterseite, alle Schenkel und Schienen schwarz; die Spitze der 
letzteren und die Tarsen, dann die drei ersten Glieder der im übrigen 
schwarzen Fühler röthlich, bisweilen ist auch die Basis des Wurzel- 
gliedes schwärzlich. Scheitel mit feinen Pünktchen ziemlich dicht 
besetzt und fein granulirt; die Stirnlinie ziemlich fein aber tief, 
mit einem stärkeren Punkte in der Mitte, die Stirne zwischen den 
Fühlern flach gewölbt und grob punktirt. Halsschild fast um die 
Hälfte breiter als lang, stark, fast kissenartig gewölbt mit in der 
Mitte stark gerundeten nach vorne und rückwärts eingezogenen Seiten; 
seine Oberfläche ist glänzend , äusserst fein granulirt und ziemlich 
dicht fein punktirt; die Punkte an den Seiten und der Basis etwas 
stärker; der Hinterrand durch einen in der Mitte verschwindenden, 
nach den Seiten hin tieferen Eindruck abgesetzt. Die Flügeldecken glän- 
zend und nicht breiter als das Halsschild, bilden für sich ein läng- 
liches, nach hinten deutlich zugespitztes Oval, das fast doppelt so 
lang als breit ist und dessen grösste Breite hinter den flach abfal- 
lenden Schultern liegt; die Schulterbeule ist nicht markirt und nur 
durch eine glatte, von den Punktstreifen frei gelassene Stelle ange- 
deutet; die Punktstreifen sind ganz regelmässig, nach aussen stärker 
und tiefer, die Zwischenräume glatt oder nur undeutlich granulirt, 
auf dem Rücken eben, an den Seiten leicht gewölbt. Flügel unvoll- 
ständig. Das 1. Tarsenglied des J nur mässig erweitert. 


In Andalusien (Rosenhauer) nicht selten; im südlichen Frank- 
reich (Foudras, Allard) im Mai und Juni; auch in Krain von 
Kahr und in der Wiener Gegend von Scheffler in einzelnen 
Stücken gesammelt. 


10. Pl. compressa Letzner. Oblongo-ovata, subcylindrica, convexior, 
fere opaca; plumbeo-nigra, antennis basi rufescentibus, tarsis 
piceis: vertice thoraceque transverso tenuissime punctulatis, 
elytris thorace non latioribus, apicem versus attenuatis, regu- 
lariter profunde striato-punctatis, callo humerali nullo. Alis 
incompletis. Long. %%,' — Lat. 17". 

(I Aedeagus arcuatus, fere retractus, canaliculatus, versus 


apicem modice attenuatus; apex obtuse angulatus, cum extensione 
brevissima vix distineta. Foud.) 


339 


Letzner Arb. u. Veränd. d, schles. Gesellsch. 1846. 25. 
22. — Bach Kf. Fn. f. N. u. M. Dtschl. III. 160. 
5. — All. Ann. d. ]. Soc. ent. d. Fr. VII. 1860. 
564. 167. 

Chaetocnema tarda Foud. Ann. d. ]. Soc. Lin. VI. 1859. 
RN Er 


Der Vorigen sehr nahe verwandt, allein sie ist gewölbter, von 
kürzerer, gedrungenerer Gestalt, daher verhältnissmässig breiter. Die 
Färbung ist auf der Oberseite ein ziemlich mattes Bleischwarz mit 
schwach bläulichem oder grünlichem Schimmer; die Fühlerwurzel ist 
dunkel rostroth; die Unterseite sammt den Beinen schwarz, die Tarsen 
pechbraun. Der Scheitel und das Halsschild sind, ersterer kaum 
sichtbar, letzteres aber dichter und weit feiner punktirt als bei PY. 
procerula. Das Halsschild ist um die Hälfte breiter als lang, und 
nach vorne mehr als nach rückwärts eingezogen und daher nur mässig 
gerundet, der Eindruck am Hinterrande beiderseits tiefer; die Zwischen- 
räume deutlich granulirt. Die Flügeldecken zeigen einen ähnlichen 
Umriss wie bei P/. procerula, sind aber nur um die Hälfte länger 
als breit und hinten etwas stumpfer zugespitzt, die ganz regelmäs- 
sigen Punktstreifen sind an den Seiten sehr tief und stark, mit deut- 
licher gewölbten Zwischenräumen. Flügel unvollkommen entwickelt. 
1. Tarsenglied des JS mässig erweitert. 

In Sachsen, Schlesien und der Mark Brandenburg (Letzner, 
Märkl, Zebe, Felix); ein Stück aus Oesterreich wurde mir von 
Herrn Scheffler mitgetheilt. 


11. Pl. angustula Rosenhauer. ÖOblongo-ovata, subeylindrica, nitida; 
aeneo-nigra, supra viridi-aenea, antennarum basi, tibiis tarsis- 
que omnibus ferrugineis: vertice thoraceque subtransverso sub- 
tiliter dense punctulatis; elytris ovatis, thorace non latioribus, 
regulariter striato-punctatis, callo humerali nullo. Alis incom- 
pletis. Long. 3%, — Lat. Y—%s". 

(I. Aedeagus modice arcuatus, longitrorsum sulcatus, 
apice rotundatus, deflexus, cum extensione distineta, rotun- 
data. Foud.) 

Rosenhauer. Beitr. z. Ins. Fn. Europa’s. 1847. 1. p. 62. 

— All. Ann..d. 1. Soc. ent. d. Fr. VIII. 1860. 
546. 168. 


25% 


340 
Chaetocnema angustula. Foud. Ann. d. 1. Soc. Linn. VI, 
1859.0223.72. 
Plectroscelis balanomorpha Boield. Ann. d. |], Soc. ent. 
d., Br N 1.018599 p AS. ap ES: 

Von der Grösse der Vorigen, aber durch andere Färbung, 
dichte und stärkere Punktirung des Scheitels und Halsschildes und 
den mehr gerundeten Umriss der Flügeldecken leicht zu unterschei- 
den. — Länglicheiförmig, fast walzenförmig gewölbt; sehr glänzend, 
erzgrün, die Unterseite ehern schwarz; die Schenkel erzfärbig; die 
5—6 ersten Fühlerglieder, alle Schienen und Tarsen gelbroth. Der 
Scheitel fein aber deutlich und dicht punktirt mit fein granulirtem 
Grunde; Stirne und Stirnlinie wie bei den Vorigen gebildet. Das 
Halsschild um mehr als ein Drittel breiter als lang, sehr stark 
gewölbt; von oben gesehen erscheinen die Seiten nach vorne stärker 
nach rückwärts nur wenig eingezogen, und liegt ihre grösste Run- 
dung hinter der Mitte; es ist wie der Scheitel sehr deutlich und dicht, 
an den Seiten stärker punktirt, und am Hinterrande durch einen in 
der Mitte undeutlichen Eindruck abgesetzt; die Zwischenräume äus- 
serst fein granulirt. Die Flügeldecken an der Basis nicht breiter als 
das Halsschild, bilden für sich ein etwas längliches Oval, dessen 
grösste Breite in der Mitte liegt, und das rückwärts stumpfer abge- 
rundet ist als bei den zwei vorhergehenden Arten; sie sind regel- 
mässig stark und tief punktirt-gestreift; die Streifen an den Seiten 
noch stärker, die Zwischenräume gewölbt und beinahe glatt oder mit 
nur unter sehr starker Vergrösserung sichtbarer Granulirung; der 
abgekürzte Punktstreifen neben dem Schildchen ist mehr oder weniger 
unregelmässig punktirt; die Schulterbeule ist gar nicht angedeutet, 
ihre Stelle wird durch die bis an die Basis der Flügeldecken sich 
erstreckenden äusseren Punktstreifen ausgefüllt. Flügel unvollständig 
entwickelt. 1. Tarsenglied des 9 deutlich erweitert. 


In hohen Gebirgs- und Alpengegenden unter Moos und Pflan- 
zenbüschen. Tirol (Rosenhauer), Krain und Steiermark (Kahr), 
Oesterreich (Miller); Pyrenäen, Frankreich bei der Grande-Char- 
treuse und auf dem Mont Dor in der Auvergne (Foudras, Allard). 
— Nach Foudras ist diese Art weniger flüchtig und liebt auf der 
Nordseite liegende Stellen. 


+r Flügeldecken breiter als das Halsschild mit deutlich 
erhabener Schulterbeule; auf dem Rücken grösstentheils verwor- 


341 


ren oder unregelmässig punktirt, nur an den Seiten mit regel- 
mässigen Punktstreifen; selten durchaus regelmässig punktirt- 
gestreift. 


* Scheitel und Halsschild fein punktirt. 


12. Pl. Mannerheimii Gyll. Oblongo-ovata, convexa, subnitida, ob- 
scuro-coerulea, antennarum articulis primis rufis, supra fusco- 
maculatis, tibiis tarsisque rufo-ferrugineis: vertice thoraceque 
transverso subtiliter dense punctulatis; elytris oblongo-ovatis, 
extrinsecus profunde striato-punctatis, punctis dorsalibus dupli- 
catis et intricatis, callo humerali elevato. Alata. Long. 114. 
— Lat. 24", 

(SI Aedeagus arcuatus, canaliculatus; canaliculo versus 
basin profundiore; apex rotundatus cum extensione brevi trun- 
sata. Foud.) 

Redt. Fn. aust. ed. I. 540. g. 539. — ed. Il. 947. g. 

106. g. — Bach. Kf. Fn. f. N. u. M. Dtsch. I. 
160. 6. — All. Ann. d.]l. Soc. ent. d, Fr. VII. 
1860. 566. 170. in 
Haltica Mannerheimü. Gy 1]. Ins. su. IV. app. 664. 42—43. 
Chaetoconema Mannerheimü. Foud. Ann. d.]. Soc. Linn 
VI218592 227.29. 
Mantura Mannerheimüi. Steph. Illust. br. Ent. IV. Mand. 
323. — id. Man. of. br. Col. 299. 2350. 


Länglich eiförmig, fast walzenförmig gewölbt; die Oberseite und 
alle Schenkel dunkelblau, die Unterseite blauschwarz; die 3—5 ersten 
Fühlerglieder rostroth, die Basis des 1. und die Oberseite des 3.—5. 
Gliedes mehr oder weniger schwärzlich, die übrigen schwarz; die 
Kinnbacken und Taster, sowie alle. Schienen und Tarsen rostroth, 
die Klauen bräunlich. Scheitel bis zur deutlich eingeschnittenen 
Stirnlinie ziemlich dicht und fein punktirt mit äusserst zart granulir- 
ten Zwischenräumen; Stirne zwischen den Fühlern flach gewölbt und 
bis an das Epistom grob punktirt; bisweilen ist längs der Mitte eine 
feine erhabene Linie bemerkbar. Das Halsschild um die Hälfte brei- 
ter als lang, stark gewölbt und vorne seitlich etwas zusammenge- 
drückt; rückwärts vor dem Hinterrande leicht niedergedrückt; an den 
Seiten von oben gesehen leicht gerundet; es ist vorne und auf der 
Scheibe dicht und fein, an den Seiten und hinten gröber punktirt; 


342 

die Zwischenräume fein granulirt, die Flügeldecken sind an den 
Schultern deutlich breiter als das Halsschild mit stark vorspringen- 
der glänzend glatter Beule; sie sind länglicheiförmig, etwa 1?/3mal 
so lang als breit, mit der grössten Rundung in der Mitte; sie zeigen 
nur neben dem Aussenrande 3—4 starke und tiefe regelmässige Punkt- 
streifen mit deutlich gewölbten Zwischenräumen; auf dem Rücken 
stehen die Punkte verworren und bilden hinter der Mitte gedoppelte, 
nach der Spitze hin allmälig regelmässiger werdende Punktstreifen. 
Geflügelt. 1. Tarsenglied des J stark herzförmig erweitert. 

Weit verbreitet, aber nicht allzuhäufig, an Gräben und sum- 
pfigen Grasplätzen; im Juni und Juli. In Finnland, Deutschland, der 
Schweiz, Frankreich, Andalusien (Rosenhauer). Nach Stephens 
auch in England, aber im Catalog der englischen Käfer von Water- 
house erscheint sie nicht. 


13. Pl. aridula Gyll. Oblongo-ovata, subnitida, obscure fusco-aenea, 
antennarum articulis 5—6 primis ferrugineis, plus minusve fusco- 
maculatis, tibiis tarsisque obscure ferrugineis, plus minusve in- 
fuscatis: vertice thoraceque transverso subtilissime confertim 
punetulatis, elytrisoblongo-ovatis, extrinsecus profunde striato- 
punctatis, punctis dorsalibus duplicatis et intricatis, callo hu- 
merali elevato. Alata. Long. 11%". — Lat. 245". 


(SI Aedeagus arcuatus, canaliculatus, canalicus versus 
basin profundior, versus apicem dilatatus; apex rotundato-an- 
gulatus cum extensione brevissima, truncata Foud.). 


Var. Brevior, thorace minutissime punctulato, elytris con- 
fertim confuse punctulatis, striis 2 vel 3 prope marginem tantum 
evidentioribus et subregula.iter punctatis. 

Redt. Fn. aust. ed. I. 540. g. 539. ed. Il. 947. ge. 1069. 

— Bach. Kt. En2 f. N. m M© Deschl, UT. 161.9. 
— All. Ann. d. 1, Soc. ent. d. Fr. ‚VIII. 1860. 
562. 171. 
Haltica aridula Gyll. Ins. Su. IV. app. 663. 42—43. 
Chaetocnema aridula Steph. Illust. br. Ent. IV. Mand 
326. — id. Man. of hr. ‘Col. 302. 2376. — Foud. 
Ann. d. la Soc. Linn. VI. 1859. 131. 8. 
Diese Art steht in der Gestalt und Grösse, dann der Skulptur 
der Flügeldecken der Vorigen zunächst, unterscheidet sich aber durch 


343 


ganz andere Färbung und die äusserst feine und gedrängte Punkti- 
rung des Halsschildes leicht von derselben. — Länglicheiförmig, fast 
walzenförmig gewölbt, mässig glänzend; braunerzfärbig, die 5—6 
ersten Fühlerglieder rostbraun und auf der Oberseite mehr oder 
weniger schwärzlich; die übrigen Glieder schwarz; die Kinnbacken 
und Taster, dann die Schienen und Tarsen sind dunkelrostbraun, 
die Mitte der Schienen und das letzte Tarsenglied sammt den Klauen 
mehr oder weniger schwärzlich überlaufen. Kopf und Halsschild 
wie bei dem vorigen gebaut, die Punktirung des Scheitels und in 
noch höherem Grade jene des Halsschildes ist aber noch viel feiner 
und dichter, und selbst an der Basis und den Seiten nur wenig 
grösser als auf der Scheibe, die feine Granulirung des Grundes da- 
gegen ausgeprägter und diese Theile daher matter. Die Flügeldecken 
zeigen ebenfalls die Gestalt und Skulptur der P/. Mannerheimii; 
auch hier sind nur die äusseren 3—4 Punktstreifen regelmässig und 
tief, die Punkte auf dem Rücken verworren und unordentlich doppel- 
reihig und erst gegen die Spitze hin in regelmässigere Reihen gestellt. 
Geflügelt. Bei den © ist das erste Tarsenglied stark herzförmig 
erweitert. 

Die Varietät ist etwas kürzer und verhältnissmässig breiter, 
die Erzfarbe geht mehr ins Schwärzliche; die Punktirung ist noch 
feiner und auf dem Rücken der Flügeldecken völlig verworren und 
dichter, und bildet an den Seiten höchstens 2—3 etwas unregelmäs- 
sige Streifen. Es liegen mir nur 3 Weibchen dieser Form vor, und 
vielleicht dürfte sich dieselbe bei umfassenderer Kenntniss als eigene 
Art darstellen. 

Die Stammform nicht selten an sandigen Grasplätzen; schon 
im ersten Frühlinge an den Wänden von Sandbrüchen und Mauern 
erscheinend. Wahrscheinlich über ganz Europa verbreitet; von Ro- 
senhauer auch in Andalusien gesammelt. Waterhouse führt sie 
in seinem Cataloge der englischen Käfer nicht an. Die Varietät wurde 
von H. Scheffler in den österreichischen Alpen gesammelt. 


14, Pl. arenacea All. Ovata, minus convexa, subnitida, obscure aenea; 
antennis basi, tibiis tarsisque ferrugineis: vertice thoraceque 
transverso subtilissime dense punctulatis; elytris ovatis, sub- 
tilius punctatis; extrinsecus subregulariter striato-punctatis, 
punctis dorsalibus creberrimis et intricatis; callo hamerali parum 
elevato. Alata. Long. 1". Lat. °/,". 


344 
Allard. Ann. d. 1. Soc. ent.d. Fr, VIll. 1860. 569. 173. 
Es hat diese Art eine grosse Aehnlichkeit mit der Vorigen, 
namentlich mit der Varietät derselben; sie ist jedoch kleiner, flacher 
gewölbt, von weniger längjicher Gestalt; die Punktirung des Hals- 
schildes etwas stärker, jene der Flügeldecken aber feiner und dichter 
verworren und auch an den Seiten weniger regelmässig, die Schul- 


©) 
terbeule schwächer, die Färbung erzgrün, jene der Schienen, Tarsen 
und der Fühlerwurzel heller braun ete. — Eiförmig, die Oberseite 


und alle Schenkel dunkel erzgrün, der Unterrand der Flügeldecken, 
die Brust und der Bauch messingglänzend; die Kinnbacken und Taster, 
die 5—6 ersten Fühlerglieder gelbbraun, diese bisweilen mit einem 
schwärzlichen Anfluge oberhalb; die Schienen und Tarsen ebenfalls 
gelbbraun, die ersteren gegen die Spitze hin nur wenig angedunkelt, 
die Klauen schwärzlich. Stirne und Scheitel wie bei P/. aridula. 
Halsschild weniger gewölbt und am Hinterrande etwas breiter als bei 
dieser, vorne seitlich kaum zusammengedrückt; diePunkte sind zwar 
fein und dicht, aber etwas grösser und tiefer als bei Pl. aridula, 
die Zwischenräume deutlich fein granulirt. Die Flügeldecken sind an 
der Basis nur wenig breiter als das Halsschild mit schwach vor- 
springender Schulterbeule; sie sind eiförmig und nur um die Hälfte 
länger als breit, über den Rücken etwas flach gewölbt; ihre Skulptur 
besteht auf dem Rücken aus deutlich schräg laufenden, von doppelt 
und dreifach dicht und regellos neben einander gestellten Punkten 
gebildeten, öfter in einander fliessenden breiten Zeilen, deren schmale 
Zwischenräume mehr oder weniger deutlich rippenförmig heraustre- 
ten; auch nach aussen und der Spitze hin bleiben die Punktstreifen 
ziemlich unregelmässig. Der deutlich fein granulirte Grund und die 
dichte Punktirung des Rückens gibt ihnen ein ziemlich mattes An- 
sehen. Geflügelt. Erstes Tarsenglied des J' deutlich erweitert. 
Spanien, südliches Frankreich. (Allard). 


15. Pl. confusa Bohem. Oblongo-ovata, convexa, nitida, aenea vel 
obscure aenea; antennis basi, tibiis tarsisque testaceis: vertice 
thoraceque transverso subtiliter minus dense punctulatis; elytris 
ovatis, apice obtuse rotundatis, profunde crassius striato-punc- 
tatis, punctis dorsalibus suturam versus confusis; callo hume- 
rali elevato. Alata. Long. 1’. — Lat. 24". 

Bohem. kongl. Vetenscap. Akademiens Handl. 1851. p. 234. 
— All. Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fr. VIII. 1860. 568. 172. 


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345 
Ebenfalls verwandt mit P/. aridula, allein die kleinere und 
kürzere Gestalt, glänzende Oberfläche, die aus sehr grossen Punkten 
bestehende und regelmässiger angeordnete Skulptur der Flügeldecken 
und deren stumpfer abgerundete Spitze, die erzgrüne Farbe und die 
blassgelbbraunen Fühlerwurzeln, Schienen und Tarsen lassen diese 
Art von ihr sogleich unterscheiden. Von der etwas kleineren P/. are- 
nacea weicht sie durch stärkere Wölbung und stumpfe Abrundung 
der Flügeldecken und deren grosse, weniger dichte und weit regel- 
mässigere Punktirung ab. — Eiförmig, mehr oder weniger dunkel 
erzgrün, die Unterseite ehern schwarz; die 5—6 ersten Fühlerglieder, 
die Kinnbacken und Taster,. die Schienen und Tarsen blass gelb- 
braun; das Klauenglied und die Klauen und manchmal auch die 
Oberseite der ersten Fühlerglieder schwärzlich. Kopf und Stirne von 
derselben Bildung wie bei den Vorhergehenden, nur ist die Punkti- 
rung des Scheitels weniger dicht und fein, und die Zwischenräume 
sind kaum wahrnehmbar granulirt und fast glatt, der Kopf daher 
glänzender. Halsschild von derselben Gestalt wie bei PZ. aridula, nur 
ist es verhältnissmässig weniger dicht und etwas grösser, namentlich 
an der Basis punktirt, etwa wie bei P/. Mannerheimü. Die Flügel- 
decken von der Gestalt wie bei P/. arenacea, nur sind sie gewölbter 
und hinten stumpfer und breiter abgerundet, die Schultern etwas 
breiter mit deutlich vorspringender Beule; die Punktirung ist grösser 
als bei P/. aridula und auf dem Rücken vorne neben der Naht und 
an der Basis verworren, auf der hinteren Hälfte erscheinen die 
Punkte mehr oder weniger regelmässig gereiht; nach aussen zeigen 
sich A—5 starke und regelmässige Punktstreifen. Die Zwischenräume 
sind leicht gewölbt, glänzend und ziemlich glatt. Geflügelt. Das erste 
Tarsenglied des J stark herzförmig erweitert. 
Bisher nur in England (Clarke, Waterhouse) und auf der 
Insel Gothland (Boheman) gefunden. 


16. Pl. arida Foud. Ovata, convexa, nitida, cupreo-aenea; anten- 
narum basi, tibiis tarsisque_ferrugineis: vertice Ihoraceque sub- 
transverso subtiliter dense punctulatis; elytris ovatis, profunde 
striato-punctatis, punctis dorsalibus suturam versus confusis; 
callo humerali elevato. Alis incompletis. Long. 1’. —Lat. 245". 

(IS Aedeagus arcuatus, late profundeque canaliculatus; 
apice acute lanceolatus, leviter truncatulus. Foud.) 
AN. Ann. d. 1. Soc. ent..d. Er. VIII: 1860. 573.178. 


346 
Chaetoenema arida. Foud. Ann, d. 1. Soc Linn. VI. 
1859. 234. 10. 


Ganz von der Gestalt, Grösse und Färbung der PY. aridella, 
aber durch das verhältnissmässig längere und schmälere Halsschild, 
und die feine Punktirung desselben, sowie des Scheitels, und die wenig 
wahrnehmbare Granulirung derselben abweichend. Von PZ. confusa 
wird sie durch die feinere mehr regelmässige Skulptur der Flügel- 
decken und ihre weniger stumpf, schmäler zugerundete Spitze, die 
hellere Erzfarbe, die dunklere Färbung der Schienen, Tarsen und 
Fühlerwurzel u. s. w. unterschieden. — Eiförmig, glänzend, grünerz- 
färbig, bisweilen kupferglänzend; die 5 -6 ersten Fühlerglieder, die 
Kinnbacken und Taster, die Schienen und Tarsen rostbraun; manch- 
mal zeigen sich die Wurzelglieder der Fühler und Schienen dunkler 
gebräunt; die äusseren Fühlerglieder und die Klauen schwärzlich. 
Der Scheitel fein gepünktelt mit kaum sichtbarer Granulirung der 
Zwischenräume; Stirne von der gewöhnlichen Bildung. Halsschild 
etwa um ein Drittel breiter als lang, stark gewölbt, an den Seiten 
etwas gerundet und nach vorne etwas mehr verschmälert; es ist fein, 
nach der Basis und den Seiten hin etwas grösser punktirt, die Zwi- 
schenräume kaum wahrnehmbar granulirt und glänzend. Flügeldecken 
eiförmig, an den Schultern etwas breiter als das Halsschild mit vor- 
springender glänzender Beule, an der Spitze allmälig zugerundet; 
die Punkte von der Stärke, wie bei P/l. aridula, stehen nur vorne 
neben der Naht und an der Basis durcheinander, nach hinten und 
aussen bilden sie unordentliche, stufenweise regelmässiger werdende 
Punktstreifen, die leicht gewölbten Zwischenräume sind äusserst 
schwach granulirt und glänzend. Flügel unvollständig entwickelt. 
1. Tarsenglied des Q stark herzförmig erweitert. 


In Frankreich (Foudras, Allard); auch in Dalmatien von 
Kahr gesammelt. 


17. Pl. subeoerulea m. Oblongo-ovata, convexa, parum nitida, atrocoe- 
ıulea; antennarum basi ferruginea, articulo primo basi fuscomacu- 
lato; tibiis tarsisque rufo-ferrugineis, plus minusve infuscatis: ver- 
tice thoraceque transverso subtiliter punetulatis; elytris oblongo- 
ovatis, subtilius striato-punctatis, punctis dorsalibus suturam 
versus confusis, callo humerali elevato. Alata. Long. %ı—1'". 
— Lat. % Y. 


347 
Diese wahrscheinlich als Varietät von P2. Sahlbergü bisher be- 
trachtete Art zeigt hinsichtlich der Punktirung ein ähnliches Ver- 
hältniss zu derselben, wie P/. arida zu aridella. Die Punktirung des 
Halsschildes, und insbesondere des Scheitels, dann die Granulirung 
des Grundes ist feiner, die Skulptur der Flügeldecken auf dem Rücken 
verworrener, etwas feiner und dichter, der Körperamriss mehr läng- 
lich, an den Seiten weniger gerundet, das Halsschild etwas länger 
und mehr gleichbreit, die Färbung dunkler als bei Pl. Sahlbergü. — 
Länglicheiförmig, mässig glänzend; Oberseite und alle Schenkel 
schwarzblau, Kopf und Halsschild bisweilen mit grünlichem Schimmer, 
die Unterseite ehern schwarz; die 4—5 ersten Fühlerglieder, die Kinn- 
backen und Taster, die Schienen und Tarsen rostroth; die Oberseite 
des Wurzelgliedes und die äusseren Fühlerglieder, sowie die Klauen 
schwärzlich, gewöhnlich auch die Schienen und Tarsen mehr oder 
weniger bräunlich, so dass bei manchen Stücken nur die einzelnen 
Eingliederungen noch röthlich bleiben. Scheitel äusserst zart und 
seicht mässig dicht panktirt und undeutlich granulirt, Stirne und 
Stirnlinie von der gewöhnlichen Bildung, das Grübchen vorne in der 
Mitte der Stirnlinie besonders deutlich. Halsschild sehr stark gewölbt, 
um die Hälfte breiter als lang, an den Seiten leicht gerundet, an 
dem Vorderrande kaum schmäler als hinten ; es ist auf der Scheibe 
fein, an der leicht niedergedrückten Basis und den Seiten etwas 
stärker punktirt mit äusserst fein granulirten Zwischenräumen. Flü- 
geldecken eiförmig mit wenig gerundeten Seiten und rückwärts all- 
mälig zugerundet; sie sind an der Basis etwas breiter als das Hals- 
schild mit vorspringender glatter Schulterbeule, etwas feiner und 
dichter als bei P/. Sahlbergü, und an der Basis und neben der Naht 
verworren, nach hinten und aussen stufenweise regelmässiger punktirt- 
gestreift, die leicht gewölbten Zwischenräume fein runzlich gekörnt. 
Geflügelt. 1 Tarsenglied des & stark herzförmig erweitert. 
Die mir vorliegenden Stücke stammen aus England (Water- 
house) und Steiermark (Kahr). 


18. Pl. meridionalis Foud. Oblongo-ovata, convexa, nigro-aenea, 
capite, thorace fenioribusque aeneis vel pyritosis, elytıis obscure 
cyaneis; antennis basi, tibiis tarsisque obscure ferrugineis plus 
minusve infuscatis; labro rufomarginato: vertice thoraceque sub- 
quadrato lucido subtiliter punctulatis, elytris ovatis, profunde 


striato-punctatis, striis dorsalibus irregularibus; callo humerali 


elevato. Alata aut alis incompletis. Long, 1 —11Y,".—Lat. 24". | 


(S Aedeagus arcuatus, late canalicnlatus, in medio di- 
latatus, apice obtuse rotundatus, cum extensione brevi, obtusa. | 


Foud.). 
Allard. Ann. d. ]l. Soc. ent. d. Fr. VII. 1860. 571. 176. 


Chaetocnema meridionalis Foud. Ann. d. ]l. Soc. Linn. 
VI. 1859. 228. 6. 


Plectroscelis obesa Boield. Ann. d.|. Soc. ent. d. Fr. VII. 
1859, p. 480, pl. 8. f. 11. 


Diese schöne Art unterscheidet sich von den ührigen auf den 
ersten Blick durch das längere, glänzende, erzgrüne oder messingfär- 
bige Halsschild, die dunkelblauen Flügeldecken und den rothen Saum 
der Oberlippe, von P/. Mannerheimü, subcoerulea und Sahlbergü 
überdiess durch die regelmässigere Anlage der Punktstreifen und von 
der letzten noch durch die feinere Punktirung des Scheitels und des 
Halsschildes. — Länglicheiförmig, stark fast walzenförmig gewölbt; 
Kopf, Halsschild und alle Schenkel erzgrün oder messingglänzend, 
die Flügeldecken dunkelblau, Brust und Bauch ehern schwarz; die 
4—5 ersten Fühlerglieder, der Aussenrand der Oberlippe, die Kinn- 
backen und Taster, die Schienen und Tarsen dunkelrostroth und mehr 
oder weniger bräunlich; die Klauen und häufig auch die Basis des 
Wurzelgliedes der Fühler schwärzlich. Scheitel sehr fein und dicht 
punktirt mit zart granulirtem Grunde, Stirne und Stirnlinie von der 
gewöhnlichen Bildung; Halsschild bei dem 9 um ein Drittel, bei den 
S nur wenig breiter als lang, an den Seiten ziemlich gerade, nach 
vorne etwas zugerundet; es ist dicht und fein, nach der Basis und 
den Seiten hin allmälig stärker punktirt; und vor der Basis leicht 
quer niedergedrückt; die Granulirung der Zwischenräume sehr fein, 
oft kaum sichtbar, manchmal ganz verschwindend, das Halsschild 
daher stark glänzend, bisweilen spiegelglatt. Flügeldecken eiförmig, 
stark gewölbt, an der Basis etwas breiter als das Halsschild mit 
deutlicher Schulterbeule, an der Spitze etwas stumpfer abgerundet, 
die starken Punktstreifen sind auf dem Rücken mehr oder weniger 
unregelmässig, jedoch stets deutlich, nach aussen und der Spitze hin 
regelmässiger und tiefer; die Zwischenräume sind fein runzlich gra- 
nulirt. Geflügelt, esfinden sich aber auch Individuen mit unentwickel- 
ten Flügeln. 1. Tarsenglied stark herzförmig erweitert. 


349 

Im Frühlinge an Wassergräben und sumpfigen Wiesen. Im süd- 

lichen Frankreich; in Oesterreich von den H. Miller, Scheffler 

und mir in den östlichen Umgebungen Wiens und an der ungarischen 
Grenze bei Bruck an der Leitha gesammelt. 


*® Scheitel und Halsschild grob punktirt. 


19. Pl. Sahlbergii Gyll. Ovata, convexa, subnitida; obseure coeru- 
lea vel viridis; antennarum basi rufo-ferruginea, articulo primo 
basi fusco-maculato, tibiis tarsisque rufo-ferrugineis: vertice 
thoraceque breviore crebre ac profunde punctatis; elytris ovatis, 
profunde striato-punctatis, striis dorsalibus irregularibus confu- 
sisve; callo humerali elevato. Alata. Long. % — 1". -- Lat. 
Yo pl 

(TS Aedeagus arcuatus, modice flectus, late canalicula- 
tus; pars antica recta, acute lanceolatus, cum extensione bre- 
vissima obtusa Foud.). 

Var. Elytris regulariter profundeque striato-punctatis (Pi. 
insolita Dej. Cat.). 

Redt. Fn. aust. ed. I. 540. g. 539. — ed. II. 947. g. 1069. 

— Bach. Kf. Fn. f. N. u. M. Ditschl. III. 161. 7. 
— All. Ann. d. |]. Soc. ent. d. Fr. VII. 1860. 
9708 149: 
Haltica Sahlbergü Gyll. Ins. Su. IV. app. 662. 42—43. 
Chaetocnema Sahibergü Steph. Illust. br. Ent. IV. Mand. 
326. — id. Man. of. br. Col. 302. 2375. — Foud. 
Ann..d. 1..Soc. Einn) VI. 1859. 230. 7. 


Pl. Fairmairi Boield. Ann. d. |. Soe. ent. d. Fr. 1852. 
pl. 11. IV. f. 1. (Var. virödis.) 

Durch mindere Grösse, kürzer eiförmige Gestalt, und starke 
grobe Punktirung des Scheitels und Halsschildes von P/. Mannerhei- 
mii, von Pl, subcoerulea durch breiteren mehr gerundeten Umriss, 
gröbere und tiefere Punktirung, das etwas kürzere, vorne mehr ver- 
schmälerte Halsschild unterschieden, von beiden überdiess durch we- 
niger verworrene Punktirung abweichend. — Eiförmig, wenig glän- 
zend, meist dunkelblau, bisweilen grünlichblau oder schwarzblau, 
selten grün, Unterseite blauschwarz; die 5—6 ersten Fühlerglieder, 
von denen gewöhnlich das Wurzelglied, selten auch die folgenden 
oberhalb schwärzlich sind, die Kinnbacken und Taster, die Schienen 


350 
und Tarsen röthlich; ‘die äussere Fühlerhälfte und die Klauen schwärz- 
lich, bisweilen auch die Spitze der Schienen bräunlich. Scheitel gross, 
tief und dicht punktirt, Grübchen vorne in der Mitte der Stirnlinie 
sehr deutlich. Stirne von der gewöhnlichen Bildung. Halsschild stark 
gewölbt, um mehr als die Hälfte breiter als lang, an den Seiten 
leicht gerundet und vorne etwas verschmälert; es ist dicht grob und 
tief, fast grübchenförmig punktirt, die Zwischenräume deutlich gra- 
nulirt. Flügeldecken sehr gewölbt, an den Schultern breiter als die 
Basis des Halsschildes mit stark vorspringender glänzender Beule; 
sie bilden mit dem Halsschilde ein regelmässiges Oval, dessen ziem- 
lich stark gerundete Seiten sich allmälig zur Spitze zurunden; sie 
zeigen nach aussen regelmässige, auf dem Rücken mehr oder weniger 
unregelmässige und aus doppelt oder schräg laufenden Punkten beste- 
hende Punktstreifen, welche fast immer bis an die Basis sich un- 
terscheiden lassen; die Zwischenräume sind fein runzlich granulirt. -— 
Geflügelt. Erstes Tarsenglied stark herzförmig erweitert. 

An sumpfigen Orten und Wassergräben; nicht sehr häufig, aber 
wie es scheint, fast überall, wenigstens im nördlichen und mittleren 
kuropa vorkommend. 


20. Pl. aridella Payk. Ovata, convexa, subnitida, aenea vel cupreo- 
aenea, antennarum basi, tibiis tarsisque ferrugineis: vertice tho- 
raceque brevi ereberrime ac profunde punctatis; elytris ovatis, 
profunde striato-punctatis, striis dorsalibus plus minusve iıre- 
gulariter punctatis; callo humerali elevato. Alata. Long. %,—1'". 
— Lat. 4". 

(TI. Aedeagus arcuatus, a basi ad apicem profunde sul- 
catus, lateribus parallelis; apex breviter lanceolatus, cum ex- 
tensione brevi truncata Foud.). 

Var. femoribus 4 anterioribus plus minusve obscure ferru- 
gineis, aeneo-micantibus. 

Redt. En. aust. ed I. 450. g. 539. — ed II. 947. 1069. 

— Küster. Kf. Eur. IX. 89. — Bach. Kf. Fn. f. 
N. u. M. Dtschl. III. 161. 8. — All. Ann. d. |. 
Soe. ent. d. Fr. VIII. 1860. 572. 177. 


Galeruca aridella Payk. Fn. Su. II. 111. 34. 


Haltica aridella E. H. II. 41. 20. t. 3. f, 2. (except. var.). 
—- Oliv. Ent. V. 714. 81. t. 5. f. 81. — Illig. 


” 


“ 


3dl 


Mag. VI. 162. 123. — Gyll. Ins. Su. II. 575. 41. 
et IV. app. 662. 41. — Duftsch. Fn. Aust. II. 
287. 72. — Zetterst. Fn. Lapp. 1840. 225. 18. 


Chaetocnema aridella Steph. Ilust. br. Ent. IV. Mand. 
326. — id. Man. of. br. Col. 302. 2374. — Foud. 
Ann. d. ]. Soc. Linn. VI. 1859. 233. 9. 


Durch die grobe Punktirung des Scheitels und Halsschildes, die 
Kürze und geringere Wölbung des letzteren von den Arten ähnlicher 
Färbung verschieden. Etwas kleiner als P!. Sahlbergii zeigt sie die 
Skulptur derselben auf Halsschild und Flügeldecken. Eiförmig, mäs- 
sig glänzend, erzfärbig mit grünem oder kupferigem Glanze; die 
Unterseite dunkler erzfärbig; die 5—6 ersten Fühlerglieder, die 
Schienen und Tarsen, die Kinnbacken und Tarsen rostgelb, alle 
Schenkel erzfärbig oder die 4 Vorderschenkel rostbraun mit Erz- 
schimmer auf der Oberseite, bisweilen ganz rostgelb wie die Schienen; 
die Klauen und Fühlerenden schwärzlich. Scheitel dicht und grob 
punktirt, mit granulirten Zwischenräumen. Halsschild um mehr als 
die Hälfte breiter als lang, etwas kürzer und weniger gewölbt alsbei 
den vorhergehenden Arten, an den Seiten etwas gerundet und zu den 
Vorderecken hin verschmälert; es ist gleichmässig dicht und grob 
punktirt mit deutlich granulirten Zwischenräumen. Die Flügeldecken 
mit dem Halsschilde ein regelmässiges Oval bildend, an den Schul- 
tern deutlich breiter als das Halsschild, mit mässig vorspringender 
Beule, an der Spitze allmälig abgerundet; sie zeigen auf dem Rücken 
unregelmässige aus doppelt und regellos stehenden grossen Punkten 
gebildete Reihen, nach aussen und der Spitze hin regelmässige und 
tiefe Streifen; die leicht gewölbten Zwischenräume fein runzlich-gra- 
nulirt. Geflügelt. 1. Tarsenglied des 9 stark herzförmig erweitert. 


Ueberall häufig und nach P/. coneinna die gemeinste Art; an 
sandigen feuchten Orten den ganzen Sommer über; auch überwinternd. 


21. Pl. aerosa Letzn. Breviter ovata, convexa, nitida; cuprea, an- 
tennis basi ferrugineis, articulo primo paulo infuscato; tibiis 
tarsisque ferrugineo-piceis: vertice thoraceque transverso pro- 
funde creberrime punctatis; elytris ovatis, profunde regulariter 
striato-punctatis, striis dorsalibus pıope basin tantum subregu- 
laribus; callo humerali elevato. Alata. Long. 4% — Yı, — 
Baar un 


Letzner. Arb. u. Veränd. der schles. Ges. 1846. 84. 21. 
— Bach. Kf. fn. f. N. u. M. Dtschl. III. 159. 2. — 
All. Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fr. VIII. 1860. 565. 169. 

Chaetocnema aerosa. Foud. Ann. d. 1. Soc. Linn. VI. 
1839. 226. 4. 

Pi. punctatissima Graells? 

Diese Art hat die grösste Aehnlichkeit mit P/. aridella, ist 
aber etwas kleiner, namentlich kürzer, kupferglänzend, das Hals- 
schild ist gewölbter und weniger kurz, die Punktstreifen der Flügel- 
decken sind regelmässig. — Kurzeiförmig, stark gewölbt, glänzend; 
Oberseite und die Schenkel kupferglänzend, die Unterseite dunkler, 
die 5—6 ersten Fühlerglieder rostroth, das 1. Glied an der Wurzel 
bräunlich; die übrigen schwärzlich; die Kinnbacken und Taster, die 
Schienen und Tarsen dunkelrostroth, bisweilen bräunlich; die Klauen 
schwärzlich. Scheitel und Halsschild noch etwas stärker und gröber 
punktirt als bei dem Vorigen, übrigens von derselben Bildung, nur 
ist das Letztere etwas länger und weit gewölbter. Flügeldecken eben- 
falls stark gewölbt und sammt dem Halsschilde ein etwas breiteres 
Oval bildend, kaum um die Hälfte länger als breit, mit deutlich 
über die Basis des Halsschildes vorspringenden Schultern und spiegel- 
elatter erhabener Beule; sie sind tief und stark, sehr regelmässig punk- 
tirtgestreift, nur der abgekürzte Nahtstreifen und einige Punkte an 
der Basis sind etwas unregelmässig; die leicht gewölbten breiteren Zwi- 
schenräume sind glänzend glatt. Geflügelt. Das 1. Tarsenglied des J 
stark herzförmig erweitert. 

Selten. Zuerst in Schlesien entdeckt; von Dr. Hampe und mir 
auch bei Wien aufgefunden; von Foudras im südlichen Frankreich, 
von Perris in Spanien gesammelt. 

In die letzte Abtheilung dieser Gruppe gehört noch die mir 
unbekannt gebliebene: 


Pl. scabrieollis All. Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fr. VIII. 1860. 569. 
174. Ovata, convexa, obscure aenea, nitida; labro nigro; an- 
tennarum articulis sex primis pedibusque testaceis, femoribus 
posticis aeneis; thorace brevissimo crebre punctato; elytris con- 
fuse punctulatis. Long. 2 mill., Lat. 1, mill. 

Ganz von der Gestalt der P/. aridula; das Halsschild ist viel 
kürzer und die Flügeldecken sind an der Spitze jäher abgerundet. 

Der Kopf ist weniger von dem Halsschilde eingeschlossen als bei 


353 
jener; der Scheitel ist tief und dicht grobpunktirt; die 6 ersten Füh- 
lerglieder sind röthlich, die übrigen schwärzlich. Das Halsschild sehr 
kurz, und 2mal so breit als lang, mit schwach gerundeten Seiten; 
und hinten nicht gerandet, es ist mit grossen, tieferen und dichteren 
Punkten als bei P/. Sahlbergü besetzt; die Flügeldecken sind an der 
Basis wie jene der P/. aridula gestaltet, an der Spitze aber stumpfer; 
ihre Punktirung wie bei P/. confusa angeordnet, die auf dem Rücken 
verworrenen Punkte sind weniger stark und dicht als jene des Hals- 
schildes. Unterseite schwarz; die ganzen 4 Vorderbeine, sowie die 
Hinterschienen und Tarsen sind röthlich, die Hinterschenkel schwarz- 
erzfärbig. 

Im südlichen Frankreich, bei Beziers. 
(Fortsetzung folgt.) 


—measoso 


Ueber die Pachymeria-Arten ans dem Verwandischaftskreise 
der P, femorata Fbr. 


Director Dr. H. Loew in Meseritz. 


Die Zahl der Empis-Arten ist eine so grosse, dass sich das 
Bedürfniss der Zerlegung dieser umfangreichen Gattung in eine An- 
zahl kleinerer Gattungen bereits recht fühlbar macht. Die mannig- 
faltigen und sehr in die Augen fallenden Modificationen, welche fast 
alle Körpertheile der Arten dieser Gattung zeigen, scheinen ein solches 
Unternehmen sehr leicht zu machen; es ist diess aber in der That 
ganz und gar nicht, da sich jene Modificationen in der Regel nur auf 
das eine oder das andere der beiden Geschlechter beschränken und 
überdiess in so wechselnder Weise mit einander combinirt sind, dass 
man bei jedem Versuche dieser Art zur Annahme einer sehr grossen 
Anzahl von Gattungen genöthigt wird und sich doch ausser Stande 
sieht, auch nur die Mehrzahl derselben auf Merkmale, welche beiden 
Geschlechtern zukonmen, zu begründen. Gattungen, welche so be- 
schaffen sind, dass nur bei der Kenntniss beider Geschlechter erkannt 
werden kann, welcher Gattung die Art beizuzählen ist, sind ein so 
grosser Uebelstand, dass das Bedürfniss einer Zerlegung der Gattung 
Empis noch viel dıingender werden muss, ehe man sich entschliessen 


darf, zur Errichtung solcher Gattungen seine Zuflucht zu nehmen. 
Wiener entomol. Monatschr. VIII. Bd. 26 


Die Schwierigkeit zu kleineren, wohlbegründeten Gattungen zu 
gelangen, mag wohl die Ursache sein, warum bisher so gut wie nichts 
für eine weitere Zerlegung der Gattung Empis geschehen ist. Einer 
der wenigen in dieser Richtung liegenden Versuche ist die Absonde- 
rung der Gattung Pachymeria; man hat ihn sich gefallen lassen, 
aber sehr zu loben ist er sicherlich nicht, 

Die erste Anleitung zu dieser Absonderung hat Meigen gege- 
ben, welcher im dritten Theile seines Hauptwerks Empis nitida, tu- 
mida, femorata und ruralis wegen der bei beiden Geschlechtern ver- 
dickten Hinterschenkel in eine eigene Abtheilung stellte und sich 
dahin aussprach, dass diese Abtheilung vielleicht besser eine eigene 
Gattung bilden würde. — Dieser Andeutung folgend hat Stephens 
in seinem Catalog für hierher gehörige Arten den Namen Pachymeria 
angenommen. — Hierauf errichtete, ohne davon zu wissen, Macquart 
in den Suites & Buffon auf die zweite Abtheilung der Meigen’schen 
Empis-Arten die Gattung Pachymerina, deren Namen er später in 
dem zweiten Theile dieses Werkes in den Stephens’schen Namen 


Pachymeria berichtigte. — Von da hat die Gattung Pachymeria im 
7. Theile des Meigen’schen Werkes und anderwärts Aufnahme 
gefunden. 


Prüft man etwas näher, so zeigt sich, dass die zweite Abthei- 
lung der Meigen’schen Gattung Empis-Arten von zwei ziemlich ver- 
schiedenen Gruppen umfasst; zur ersten dieser Gruppen gehören von 
den in Meigen’s Schriften vorkommenden Arten fumida und nitida, 
zur 2. femoralis, ruralis und quinguevittata; ein Urtheil über die 
Selbstständigkeit dieser Arten, auf deren Untersuchung ich erst weiter 
unten eingehen kann, soll damit nicht ausgesprochen sein. — Die 
Arten der ersten Gruppe unterscheiden sich von denen der zweiten 
durch die etwas längeren und schlankeren Beine, die längeren Flügel, 
die gegen ihr Ende hin mehr rückwärts gebeugte dritte Längsader, 
die am Ende weniger erweiterte erste Hinterrandszelle, die weniger 
schief abgeschnittene Discoidalzelle, das dicke, kolbige, vom Hinter- 
leibe abgeschnürte Hypopygium und die längeren Anal-Lamellen des 
Weibchens; sie stehen mit mp. Bistortae in so enger Verwandt- 
schaft, dass sie von dieser generisch nicht füglich getrennt werden 
können. — Die Arten der zweiten Gruppe zeichnen sich durch kurze, 
gedrungene Statur, verhältnissmässig kurze Flügel mit am Ende 
schiefer Discoidalzelle, gegen ihr Ende hin wenig rückwärts gebeugter 
dritter Längsader und am Ende verhältnissmässig stark erweiterter 


355 
erster Hinterrandszelle aus; die Beine sind verhältnissmässig kürzer 
als bei den meisten Empis-Arten und die hintersten verhältnissmässig 
weniger verlängerte; ganz auffallend ist der Bau des Hypopygiuns, 
dessen flache, den Penis einschliessende Endlamellen zusammen ein 
kahnförmiges Organ bilden und unter den Bauch umgeschlagen sind; 
die letzten Hinterleibsabschnitte des Weibchens sind verhältnissmässig 
"wenig verschmächtigt und die Anal-Lamellcehen desselben sehr kurz. 
 Unverkennbar schliessen sich die in diese Gruppe gehörigen Arten 
der Empis grisea eng an; das wesentlichste Merkmal, wodurch letz- 
tere sich von ihnen unterscheidet, ist der ganz abweichende Bau des 
Hypopygiums und die grössere Länge der Anal-Lamellen des Weib- 
chens, so dass man sie nicht wohl generisch von ihnen trennen kann, 
wenn man nicht solche Merkmale, welche nur einem Geschlechte zu- 
kommen, zu Gattungscharakteren erheben will. 

Vereinigt man beide Gruppen, in welche die zweite Abtheilung 
der Meigen’schen Empis-Arten zeıfällt, in eine einzige Gattung, so 
ist nicht der geringste Grund vorhanden, einerseits Arten wie Emp. 
Bistortae, andererseits Arten, wie Emp. grisea aus dieser Gattung 
auszuschliessen, da die Arten der ersten und zweiten Gruppe gerin- 
gSere Verwandtschaft zu einander haben, als jene mit Emp. Bistortae 
und diese mit Emp. grisea. — Da man diess schwerlich wollen wird, 
so scheint es am zweckmässigsten, Emp. nitida mit ihren Verwandten 
zunächst aus der Gattung Pachymeria auszuschliessen und diese so 
auf eine Gruppe in allen Organisationsverhältnissen sehr nahe ver- 
wandter Arten zu beschränken. Wenn man diess thut, so wird man 
sich demnächst die Frage vorzulegen haben, ob man Emp. ygrisea 
und ihre nächsten Verwandten in diese Gattung aufnehmen will oder 
nicht. Die Beantwortung dieser Frage hängt davon ab, ob man die 
Gattung Pachymeria auf Merkmale begründen zu dürfen glaubt, 
welche nur einem der beiden Geschlechter zukommen; ist man dieser 
Ansicht, so kann Emp. grisea durch den abweichenden Bau des Hy- 
popygiums leicht von Pachymeria unterschieden werden; ist man da- 
gegen der Ansicht, die Gattung Pachymeria nur auf Merkmale, 
welche beiden Geschlechtern gemeinschaftlich sind, begründen zu dür- 
fen, so werden sich schwerlich Mermale dieser Art finden lassen, 
durch welche Emp. grisea und ihr ähnliche Arten ausgeschlossen 
würden. 

Um kein Moment unberücksichtigt zu lassen, welches für die 
Beantwortung der hier zu lösenden Fragen von Wichtigkeit sein 


356 

könnte, wird es nöthig sein, noch einen Blick auf die exotischen 
Arten zu werfen. Es gehören zur Gattung Pachymeria in dem wei- 
teren und freilich ziemlich unbestimmten Sinne, in welchem sie bis- 
her aufgefasst worden ist, Pach. pudica und drevis aus Nordamerika. 
Die erste derselben gleicht mit alleiniger Ausnahme des Baues des 
Hypopygiums vollständig den Arten der zweiten Gruppe der bisher 
zu Pachymeria gerechneten Arten; die flachen Endlamellen des Hy- 


popygiums schliessen ebenfalls den Penis ein, sind ebenfalls unter 


den Bauch umgeschlagen und, wie es scheint, mit einander verwach- 
sen, aber viel kürzer und nicht so auffallend kahnförmig, wie bei den 
bekannten europäischen Arten; trotz diesen Abweichungen im Baue 
des Hypopygiums kann P. pudica auch dann in die Gattung Pachy- 
meria gestellt werden, wenn man diese auf die Arten der zweiten Gruppe 
beschränkt. Bei P. drevis ist diess nicht der Fall; sie ähnelt in ihrer 
Gesammtorganisation mehr den Arten der ersten Gruppe als denen der 
zweiten, hat aber kürzere Flügel als jene, ein minder abgeschnürtes 
und weniger kolbiges Hypopygium, sowie einen frei liegenden Penis; 
sie kann nur dann in der Gattung Pachymeria bleiben, wenn man 


diese entweder in demjenigen Umfange nimmt, wie es bisher gesche- | 
hen ist oder denselben noch erweitert, so dass auch die oben erwähn- | 


ten, Pachymeria nachstehenden Empis-Arten in die Gattung Pachy- 
meria selbst zu stehen kommen. 
Die bisher von den verschiedenen Autoren für die Gattung Pa- 


chymeria aufgestellten Charaktere passen entweder nicht auf alle | 
Pachymeria-Arten, oder finden sich auch bei gewissen Empis-Aıten, | 


so dass sie zur Unterscheidung beider Gattungen unbrauchbar sind. 


Macquart charakterisirt die Gattung Pachymeria in folgender | 
Weise: „Trompe plus longue que la tete. Palpes relevds. Front large | 


dans les deux sexes. Troisieme article des antennes conique, com- | 
prime; style court. Organe copulateur & renferm&e dans deux gran- | 


des valves. Pieds d’egale longueur; cuisses posterieures Epaisses. 
Deux cellules sousmarginales aux ailes; deuxieme petite; quatre 
posterieures.* — Da das von Macquart über die Länge des Rüssels, 
über die Gestalt der Palpen und über die Beschaffenheit des Flügel- 
geäders Gesagte eben so gut auf die Gattung Empis passt und das 
über die Bildung der Fühler Bemeırkte sich bei vielen Empis- und 


Rhamphomyia-Arten vollkommen ebenso findet, so ist nur der dia- 


gnostische Werth der übrigen Merkmale einer Prüfung zu unterziehen. 


Die Stirn soll bei beiden Geschlechtern breit sein; das wahre Sach- | 


357 
verhältniss ist aber folgendes: die Augen sind bei beiden Geschlech- 
tern vieler Empis- und Rhamphomyia-Arten und bei den meisten 
Pachymeria-Arten getrennt, die Stirn des Weibchens ist stets breiter 
als die des Männchens derselben Art, bei den meisten Pachymeria- 
Arten breiter als bei den Zmpis-Arten; bei der Mehrzahl der Empis- 
und Rhamphomyia-Arten stossen die Augen des Männchens auf der 
Stirn zusammen, was aber auch bei einer der mir bekannten Pachy- 
meria-Arten der Fall ist; das angeführte Merkmal ist also nicht 
charakteristisch. — Ferner soll das männliche Copulationsorgan von 
2 grossen Platten eingeschlossen sein; Macquart will mit dieser 
etwas undeutlichen Angabe offenbar die sehr auffallende Bildung des 
Hypopygiums der Arten aus der Gruppe der P. femorata bezeichnen; 
da das Hypopygium der von ihm ebenfalls in die Gattung Pachymeria 
gestellten P. tumida und nitida eine ganz andere Bildung hat, so 
passt diess Merkmal nur auf einen Theil der Arten und lässt sich 
nur dann verwerthen, wenn man die Gattung Pachymeria auf die 
Gruppe der P. femorata beschränkt. Ferner sollen die Beine von 
gleicher Länge und die dicken Hinterschenkel charakteristisch sein; 
von wirklich gleicher Länge sind die Beine keiner Pachymeria: bei 
P. tumida und nitida ist die verhältnissmässige Länge der Hinter- 
beine nicht geringer als bei manchen Empis-Arten, während aller- 
dings kaum irgend eine Empis-Art verhältnissmässig so kurze Hinter- 
beine haben dürfte, wie P. femorata und die ihr zunächst verwand- 
ten Arten; es passt also die verhältnissmässig geringe Länge der 
Hinterbeine ebenfalls nur auf die Arten der letzteren Gruppe. Wollte 
man endlich die Verdickung der Hinterschenkel als wesentlichstes Merk- 
mal der Gattung Pachymeria ansehen, so müsste nothwendig Emp. 
grisea in diese Gattung gestellt werden, so dass diese dann Arten 
aus 3 ganz verschiedenen Gruppen in sich vereinigte. 

Meigen, welcher nicht wie Macquart bei der Entwerfung 
des Gattungscharakters nur einen Theil der Arten berücksichtigt, 
gibt denselben, wie folgt: „Fühler kurz, vorgestreckt, dreigliedrig; 
die beiden ersten Glieder gleichlang, becherförmig, borstig, das dritte 
kegelförmig mit zweigliederigem Griffel. Hinterschenkel verdickt, mit 
gebogenen Schienen.“ — Die von dem Baue der Fühler hergenom- 
menen Merkmale passen eben so gut auf sehr viele Empis- und 
Rhamphomyia-Arten, haben also keinen diagnostischen Werth; über 
den Werth des vom Baue der Hinterschenkel hergenommenen Merk- 
mals habe ich mich schon oben ausgesprochen; die Hinterschienen 


358 

der Pachymeria-Arten kann man durchaus nicht schlechthin gebogen 
nennen; allerdings haben sie einen etwas eigenthümlichen Bau, wel- 
cher nur bei sehr wenigen Empis- und Rhamphomyia-Arten wieder- 
kehrt; er besteht darin, dass in Folge der Verdickung der Schenkel 
die äusserste Schienenwurzel merklich gekrümmt ist. — Ausserdem 
gibt Meigen noch an, dass die Augen bei beiden Geschlechtern 
getrennt und die Beine fast gleich lang seien, ohne jedoch eines die- 
ser Merkmale unter die diagnostischen aufzunehmen, woran er ganz 
recht gethan hat. 

Herr Schiner hebt umgekehrt die eben erwähnten Merkmale 
als diagnostische hervor. Er sagt, dass sich Pachymeria sowohl von 
Empis als von Rhamphomyia durch in beiden Geschlechtern getrennte 
Augen, die an allen Beinen gleichlangen Schenkel und die meistens 
sehr verdickten Hinterschenkel unterscheide. Die erste dieser Anga- 
ben ist völlig unrichtig, da sich Empis- wie Rhamphomyia-Arten 
finden, deren Männchen getrennte Augen haben, und da nicht bei 
den Männchen aller Pachymeria-Arten die Augen getrennt sind. Die 
zweite Angabe ist nur halb wahr, da sie nur auf die nächsten Ver- 
wandten der P. femorata und auch auf diese nur näherungsweise 
passt. Die dritte Angabe endlich würde nur dann als richtig und 
brauchbar anerkannt werden können, wenn der Verf. Arten wie Emp. 
grisea nicht zu Empis, sondern zu Pachymeria gestellt hätte. — 
Ferner sagt Herr Schiner: „Die Genitalien des Männchens zeigen 
eine etwas verschiedene Bildung; es findet sich nämlich an denselben 
meistens ein mondförmig von unten nach oben gerichtetes doppeltes 
Membran, über welchem noch ein kurzer kegelförmiger Körper sich 
befindet.“ Was er mit diesen Angaben beabsichtigt ist nicht klar. 
Will er ein Merkmal angeben, durch welches sich Pachymeria von 
Empis und Rhamphomyia unterscheidet? Wie kann er dann aber den 
Unterschied auf ein Merkmal begründen, welches sich bei den Pa- 
chymeria-Arten, wie er sagt, „meistens“ findet? Meint er, dassinner- 
halb der Gattung Pachymeria der Bau des Hypopygiums etwas ver- 
schieden beschaffen sei und will er diese Verschiedenheit auseinander 
setzen? Wie soll diese aber deutlich werden, wenn er nur die Be- 
schaffenheit, welche es bei einem Theile der Arten hat, angibt und 
über die Beschaffenheit desselben bei den andern Arten schweigt? — 
Seine Angaben über den Bau des Hypopygiums beziehen sich offenbar 
nur auf P. femorata und palparis, sind aber auch in Beziehung auf 
diese beiden Arten nicht richtig, weil die Befestigung der beschrie- 


359 


benen Endlamellen, welche der Verf. mit Unrecht „Membran“ nennt, 
oben liegt dieselben also von oben nach unten, aber nicht wie Herr 
Schiner sagt, „mondförmig von unten nach oben gerichtet sind,“ 


Es ergibt sich aus dem Gesasten wohl zur Genüge, wie schwach 
die Gattung Pachymeria bisher begründet ist, was bei den erheb- 
lichen Schwierigkeiten, welche sich einer weiteren Zerlegung der Gat- 
tung Empis entgegenstellen, eben nicht zu verwundern ist. Die ver- 
schiedenen Wege, welche zu einer schärferen Begrenzung und siche- 
reren Charakterisirung der Gattung Pachymeria eingeschlagen werden 
können, glaube ich oben genügend angedeutet zu haben. Einen der- 
selben zu betreten, überlasse ich gern den künftigen Monographen der 
Empideae, da ich es hier nur mit der Auseinandersetzung der mir 
bekannten Arten aus der Gruppe der P. femorata zu thun habe. 
Nur die Bemerkung will ich mir noch erlauben, dass, wenn man 
Pachymeria auf die Gruppe der P. femorata beschränken und also 
diese Gattung auf Merkmale, welche nur einem Geschlechte zukom- 
men, begründen will, die sehr dünnen Hinterschienen des Männchens 
nicht übersehen werden dürfen. 


Von den bereits beschriebenen europäischen Arten gehören in 
den Kreis der hier in Betracht kommenden Arten: 1. femorataFbr., 
2. ruralis Meig., 3. quinquevittata Macq., 4. scotica Curt., 
5. palparis Egg., welche indessen, wie sich aus den weiter unten 
folgenden synonymischen Bemerkungen ergeben wird, wahrscheinlich 
nur auf zwei Arten zu reduciren sein dürften. Ferner ist die nord- 
amerikanische P. pudica Lw. hierher zu rechnen. 


Die mir bekannten Arten lassen sich in folgender Weise über- 
sehen: 


I. Fühler schwarz. 


A. Augen des Männchens zusammenstossend 
sp. 1. contigua nov. Sp. 
B. Augen des Männchens getrennt. 
A. Endlamellen des Hypopygiums von der Seite her 
sehr stark zusammengedrückt. 
1. Taster schwarz. 
sp. 2. palparis Egg. 
2. Taster gelb. 
a. Haarschirm vor den Schwingern schwarz. 
sp. 3. femorata Fbr. 


360 


b. Haarschirm vor den Schwingern hell. 
sp. 4. medilerranea nov. Sp. 
B. Endlamellchen des Hypopygiums nur sehr wenig von 
der Seite her zusammengedrückt. 
sp. d. pudica Lw. 
II. Fühler roth. 
sp. 6. ruficornis nov. Sp. 


Spec. 1. Pachym. contigua, nov. sp. @. — Nigro-cinerea, margi- 
nibus posticis segmentorum abdominalium singulorum nigris, 
oculis contiguis. — Long. corp. 2°%/, lin. — long. al. 3 lin. 


Männchen. Schwarz, von ziemlich weisslicher Bestäubung grau; 
die Behaarung des ganzen Körpers ohne Ausnahme schwarz. Die 
Augen auf dem oberen Theile der Stirn vollkommen zusammenstos- 
send, gegen den Vorderrand der Stirn hin wieder etwas auseinander- 
weichend. Fühler schwarz. Taster klein, kahl, gelb, in der Mund- 
höhle liegend. Die gewöhnlichen kahlen Thoraxstriemen von weissli- 
cher Bestäubung grau, die mittelste wie bei allen andern Arten 
doppelt; die behaarten Interstitien schwarz. Hinterleib von ziemlich 
weisslicher Bestäubung grau, die Einschnitte schwarz; an den Seiten 
aller Abschnitte ist die Behaarung länger, obenauf nur sehr kurz. 
Das Hypopygium kaum so gross als bei der folgenden Art, bei dem 
beschriebenen Exemplare ganz schwarz. Beine braungelb, die dünnen 
Hinterschienen und die Füsse blassgelb, das Endglied der letzteren 
schwarzbraun; Vorderschenkel in ansehnlicher, Mittelschenkel in gerin- 
ger Ausdehnung gebräunt; Hinterschenkel mit Ausnahme des Spitzen- 
drittels schwarz; die Flügel ziemlich rein glasartig, am Hinterrande 
nur sehr wenig graulich. 

Vaterland: Griechenland. 


spec. 2. Pachym. palparis Egg. J et ©. — Oculis maris separatis, 
antennis palpisque nigris, basi abdominis nigro-pilosä. — Long. 
corp. 2, — 31, lin. — long. al. 23%, — 3143 lin. 


Synon. Empis scotica Curt. 
Empis femorata Walk. Dipt. Br. I. 96. 25. 
Pachymeria palparis Egg. Zool. bot. Ges. X. 345. 
Männchen. Schwarz mit hellgraulicher Bestäubung; die Be- 
haarung des ganzen Körpers ohne Ausnahme schwarz. Hinterkopf mit 
besonders dichter schwarzer Behaarung. Augen durch die ziemlich 


361 


breite Stirn getrennt. Fühler schwarz. Taster verlängert, mit auffal- 
lender schwarzer Behaarung, welche ihnen ein ganz schwarzes An- 
sehen gibt, während die Färbung derselben gewöhnlich nur an der 
Spitze schwarz, sonst aber braun, bei unreifen Stücken zuweilen 
gar nur bräunlichgelb ist. Die gewöhnlichen kahlen Thoraxstriemen 
mit weissgraulicher Bestäubung; die behaarten Interstitien schwarz. 
Der schwarze Haarschirm vor den Schwingern dicht. Hinterleib gleis- 
send schwarz, mit einem sehr wenig in die Augen fallenden und ganz 
überaus kurzen und sehr zarten weisslichen Tomente, an den Seiten 
des ersten und zweiten Abschnittes mit langer schwarzer Behaarung. 
Das schwarze Hypopygium nur von mässiger Grösse. Beine braungelb, 
die vorderen Schenkel mit Ausnahme der Spitze und die Hinter- 
schenkel mit Ausnahme des letzten Drittheils schwarz; die vorderen 
Füsse braun und gegen dasEnde hin braunschwarz; die dünnen Hin- 
terschienen und die Hinterfüsse gelblich, das Endglied der letzteren 
braunschwarz. Flügel graulich glasartig, im Hinterwinkel stets 
graulicher. 

Weibchen. Kürzer behaart als das Männchen und desshalb 
grauer. Der ganze Hinterleib mit dichter, fast mehlweisser Bestäu- 
bung bedeckt. Taster kurz, in der Mundhöhle liegend, braunschwarz, 
ohne die lange Behaarung, welche sie bei dem Männchen haben. Die 
Oberseite des Thorax erscheint, wenn man sie von hinten her betrach- 
tet, sowie sie bei dem Männchen beschrieben worden ist; von vorn 
gesehen erscheinen die beiden Theile der Mittelstrieme dunkel mit 
hellen Rändern, was bei dem Männchen zwar ebenfalls, aber nicht 
in so auffallender Weise stattfindet; ein ähnlicher Unterschied indem 
Ansehen des Thoraxrückens bei verschiedener Betrachtungsweise ist 
auch bei der vorigen und bei den beiden folgenden Arten vorhanden. 
Die beiden ersten Hinterleibsabschnitte sind wie bei dem Männchen 
an den Seiten schwarz behaart, doch ist auch hier die Behaarung 
kürzer als bei jenem. Die Beine sind etwas dunkler als bei dem 
Männchen gefärbt, namentlich pflegt die helle Färbung an der Spitze 
der Schenkel eine geringere Ausdehnung zu haben und die Schienen 
sind oft ziemlich dunkelbraun; die Schienen der Hinterbeine sind wie 
bei den Weibchen der anderen Arten nicht verdünnt und nicht heller 
als die vorderen Schienen gefärbt: die Hinterfüsse sind wie die vor- 
deren ganz schwarzbraun gefärbt. Flügel graulich glasartig, im Hin- 
terwinkel kaum etwas graulicher. 


362 


Vaterland: Die deutschen Gebirge und höchst wahrscheinlich 
auch England. 

Anmerkung. Die von Walker als Empis femorata Fabr. beschrie- 
bene Art scheint bestimmt gegenwärtige zu sein, wie aus seiner 
Angabe über die Färbung der Taster hervorgeht. Er citirt als 
Synonymon Emp. scotica Curt. — Vorausgesetzt, dass diese 
Synonymie richtig ist und dass Curtis seine Emp.scotica kennt- 
lich beschrieben hat, muss der Art der von ihm ertheilte Name 
bleiben. Ich habe das Citat oben wiederholt um darauf aufmerk- 
sam zu machen, dass dieser Punkt noch zu erledigen ist. Zur 
Beantwortung der Frage kann ich selbst nichts beitragen, da 
mir die Angabe von Curtis nicht zugänglich ist, ich auch nicht 
weiss, wo sie sich findet; in der Brit. Entomol. ist meines Erin- 
nerns keine Empis scotica beschrieben. 


Spec. 3. Pachym, femorata. Fabr. J und 9. — Oculis maris separatis, 
antennis nigris, palpis flavis, fasciculo pilorum ante halteres 
nigro. — Long. corp. 2°%%a. — 3 lin. — long. al. 27%2. — 3 lin. 

Synon. Empis femorata Fbr. Ent. syst. Suppl. 568. 
Empis femorata Meig. Ill. 40. 45. 
Empis ruralis Meig. III. 40. 46. 
Empis quinguevittata. Macgq. Dipt. d.N. 129. 23. 


Männchen. Schwarz mit graulicher Bestäubung. Behaarung 
des Hinterleibs hell, die des übrigen Körpers schwarz, viel kürzer 
als bei der vorigen Art. Augen durch die ziemlich breite Stirn ge- 
trennt. Fühler schwarz. Taster nicht verlängert in der Mundhöhle 
liegend, gelb, kahl. Die Thoraxstriemen mit graulicher Bestäubung, 
die Interstitien schwarz oder braunschwarz. Der Haarschirm vor den 
Schwingern besteht nur aus einer mässigen Anzahl borstenartiger 
schwarzer Haare. Hinterleib gleissend schwarz, mit überaus kurzem, 
zartem und desshalb sehr wenig auffallendem weisslichen Tomente, 
an den Seiten der beiden ersten Abschnitte mit längerer, hell fahl- 
gelblicher Behaarung, die letzten Abschnitte desselben haben gewöhn- 
lich einen schmalen gelblichen Hinterrandssaum. Das Hypopygium ist 
von auffallender Breite, erheblich länger als die Hälfte des Hinter- 
leibs und sein bogenförmig abgerundetes Hinterende tritt sehr weit 
über das Ende der fast nur rudimentären oberen Lamellchen hinaus; 
es ist gewöhnlich schwarzbraun, gegen das Hinterende gelbbraun und 
am Hinderrande gelblich, doch findet es sich auch dunkler oder heller 
gefärbt. Schenkel schwarz, am Ende gelb, die mittelsten oft zum 


363 


grössten Theile gelbbraun; die vorderen Schienen und Füsse braun- 
gelb, letztere gegen die Spitze hin geschwärzt; Hinterschienen und Hin- 
terfüsse hellgelb, das Endglied der letzteren geschwärzt. Die glas- 
artigen Flügel mit ausgebreiteter grauer Trübung; Vorderast der 
dritten Längsader verhältnissmässig ziemlich steil ansteigend. 

Weibchen. Grauer gefärbt und kürzer behaart als das Männ- 
chen. Der ganze Hinterleib mit dichter grauweisslicher Bestäubung 
bedeckt; an der Wurzel des dritten, vierten und fünften Abschnitts 
zeigt sich ein kleines dreieckiges, glänzendschwarzes Mittelfleckchen, 
welches nur bei Exemplaren mit eingeschrumpftem Hinterleibe nicht 
zu sehen ist; bei grösserer Streckung des Hinterleibes kommt auch 
noch der unter dem vorhergehenden Ringe versteckte, glänzend 
schwarze Vorderrand der einzelnen Abschnitte zum Vorscheine. Fär- 
bung der Beine wie beidem Männchen oder etwas dunkler; die Schienen 
und Füsse der Hinterbeine wie die der vorderen gefärbt. 


Vaterland: Deutschland, Frankreich. 


Anmerkung. Meigen’s Beschreibung der Emp. femorata und seine 
Unterscheidung einer zweiten Art als Emp. ruralis hat einige 
Unsicherheit in die Bestimmung gegenwärtiger Art gebracht. Er 
schreibt dem Männchen der nach seiner Angabe häufigen Emp. 
femorata braune, dem Männchen der seltenen Emp. ruralis 
glashelle Flügel zu. Die von mir als Pachym. femorata beschrie- 
bene Art, welche in den östlichen Theilen Deutschlands ziemlich 
selten ist, ist im ganzen Rheinlande im Mai so gemein, dass sie 
Meigen unmöglich hat entgehen können; eine dort einheimische 
Pachymeria, deren Männchen braune Flügel hat, findet sich in 
keiner der mir bekannten Sammlungen. Ich muss es demnach 
als ausgemacht ansehen, dass Meigen über die kaum etwas 
mehr bräunlichgraue Färbung der Flügel des Männchens von P. 
femorata eine Angabe gemacht hat, welche denselben eine viel 
zu dunkle Färbung zuschreibt, und dass seine Emp. femorata 
wirklich weiter nichts als die oben beschriebene Art ist. Ein 
Umstand, welcher mich in dieser Ansicht ausserordentlich bestärkt, 
ist die Grösse und Gestalt des Hypopygiums in Meigen’s Abbil- 
dung von Emp. femorata; ich kenne keine zweite Art, bei wel- 
cher es diese Grösse und Breite hat. In Meigen’s Emp. rura- 
is könnte man wegen der glasartigen Flügel wohl P. palparis 
vermuthen. Bedenkt man aber, dass Meigen als Emp. ruralis 
2 Männchen beschreibt und dass das Männchen von P. palparis 
viel grössere Taster und ein viel kleineres Hypopygium, als das 
Männchen von P. femorata hat, so erscheint jene Vermuthung 
als unhaltbar; die Angabe, welche Meigen über die Färbung 
der Beine seiner Emp. ruralis macht, lassen es viel wahrschein- 


364 


licher erscheinen, dass diese Art lediglich auf unreife Exemplare 
der femorata errichtet sei, bei denen ja die Flügel immer weniger 
getrübt sind. — Nach Macquart Dipt. d. N. 129. 23 soll seine 
Emp. gquinquevitlata einen Thorax „a trois bandes obscures et deux 
intermediaires plus courtes“ haben. Da zu drei .Striemen nicht 
zwei in der Mitte liegende hinzukommen können, so ist seine 
Angabe dahin zu verstehen, dass zwischen je 2 der schwarzen 
Striemen noch eine abgekürzte Strieme liegen soll. Er verwech- 
selt in seinen Beschreibungen immerfort die Striemen mit den 
Interstitien, wie diess leider sehr zum Schaden der Artkenntniss, 
auch andere Autoren thun. Die drei schwarzen Striemen, von 
denen er spricht, sind offenbar nichts anderes als die 3 behaar- 
ten Interstitien und die beiden abgekürzten Striemen nichts 
weiter als die beiden Theile der Mittelstrieme, welche auch bei 
P. femorata, wenn man den Thorax von vorn betrachtet, mit 
Ausnahme ihrer Ränder dunkel erscheinen , so dass kein Grund 
sie von P. femorata zu unterscheiden vorhanden ist. 


Spec. 4. Pachym. mediterranea, nov. sp. S et 9. — Oculis maris 
separatis, antennis nigris, palpis flavis, fasciculo pilorum ante 
halteres pallido. — Long. corp. 23 — 2°/ lin. — long. al. 2% — 
25/5 lin. 

Männchen. Der vorigen Art ganz ausserordentlich ähnlich, 
so dass die Angabe der Unterschiede zur Kenntlichmachung ausreicht. 
Grösse etwas geringer. Der Haarschirm vor den Schwingern besteht 
aus einer ziemlichen Anzahl langer , fast borstenförmiger Haare von 
ganz hell fahlgelblicher Färbung. Das Hypopygium ist viel schmäler 
und erheblich kürzer, kaum halb so lang als der Hinterleib, sein 
bogenförmig abgerundetes Ende nur wenig über das Ende der fast 
Yudimentären oberen Lamellchen hinausreichend. Vorderarst der drit- 
ten Längsader weniger steil. 

Weibchen. Es gleicht dem Weibchen der vorigen Art auffal- 
lend, lässt sich aber doch an der etwas geringeren Körpergrösse, der 
hellen Farbe des vor den Schwingern befindlichen Haarschirmes und 
an der schieferen Lage des Vorderastes der dritten Längsader sicher 
unterscheiden. 

Vaterland: Griechenland, Kleinasien. 


Spec. 5. Pachym. pudica. Lw. Sg ergo. — Oculis maris separatis, 
antennis nigris, palpis fuscis, vittis ordinariis thoracis obscuriori- 
bus quam interstitia. — Long. corp. 2% — 2%, lin. — long. 


al. 2%, — 23/, lin. 


365 
Synon. Pachymeria tumida Loew. Berl. Ent. Zeitsch, V, 
324. 35. 

Männchen. Schwarz. Der Kopf von heller Bestäubung schwarz- 
grau. Die Augen durch die breite Stirn getrennt. Fühler schwarz. 
Taster klein, in der Mundhöhle liegend, braun. Thorax mit sehr spar- 
samer schwarzer Behaarung; die gewöhnlichen Striemen braun, die 
mit sehr wenigen Haaren besetzten Interstitien von heller Bestäubung 
aschgrau. Der wenig entwickelte Haarschirm vor den Schwingern ist 
schwarz. Hinterleib schwarz, lebhaft glänzend; die beiden ersten 
Abschnitte an den Seiten mit etwas längerer heller Behaarung; die 
Vorderecken der einzelnen Abschnitte von ziemlich weisslicher Be- 
stäubung grau, die Oberseite des letzten Abschnittes fast ganz mit 
einem überaus kurzen und zarten hellen Tomente bedeckt. Das Hypo- 
pygium kurz, viel weniger zusammengedrückt als bei den vorherge- 
henden Arten; die unter den Bauch umgeschlagenen Endlamellen 
schwarz, wenig kahnförmig; die nebeneinander liegenden oberen La- 
mellchen sind von nussförmiger Gestalt, dunkelgelb und mit einem 
überaus kurzen und zarten weissen Tomente bedeckt, Schenkel schwarz, 
anı Ende rothgelb; vordere Schienen und Füsse rothgelb oder fast 
rothbraun; die hintersten Schienen und Füsse gelb; das letzte Glied 
aller Füsse schwarz. Die Flügel ziemlich rein glasartig. 

Weibchen. Es gleicht dem Männchen sehr, unterscheidet sich 
aber durch die viel ausgebreitetere helle Bestäubung des Hinterleibs; 
diese füllt auf den vorderen Abschnitten nicht nur die Vorderecken 
in viel grösserer Ausdehnung aus, sondern bedeckt auch die ganzen 
Seiten dieser Abschnitte; auf dem vierten Abschnitte lässt sie nur 
den Mittelstrich und einen ganz schmalen Hinterrandssaum, auf dem 
fünften nur ein kleines, dreieckiges, am Vorderrande liegendes Fleck- 
chen von der schwarzen Grundfarbe übrig. Die Anallamellchen sind 
länger als bei den vorhergehenden Arten und wie bei der folgenden 
Art gestaltet. Die Schienen und Füsse der Hinterbeine gleichen in 
ihrer Färbung denen der vorderen. 

Vaterland: Nordamerika, District Columbia. 


Spec. 6. Pachym. ruficornis, nov. sp. ©. — Nigricans, antennis pedi- 
busque rufis; femoribus nigro-variis, alis dilute subfuseis. — 
Long. corp. 41/2 lin. — long. al. 42/, lin. 

Weibchen. Schwarz mit grauer Bestäubung. Fühler roth, nur 
die Basis des ersten Gliedes schwärzlich. Taster klein, in der Mund- 


366 


höhle liegend, gelb, ohne auffallende Behaarung. Thoraxrücken mit 
kurzer schwarzer Behaarung, von heller Bestäubung aschgrau; die 
gewöhnlichen Striemen schwarz, die mittelste doppelt. Der Haarschirm 
vor den Schwingern wenig entwickelt, nur oben aus schwarzen, sonst 
aus blassfahlgelblichen oder fast weisslichen Haaren gebildet. Hinter- 
leib ziemlich glänzend schwarz, der Vorderrand und die Vorderecken 
der einzelnen Abschnitte mit dichter graulicher Bestäubung bedeckt 
und zwar auf jedem folgenden Abschnitte in grösserer Ausdehnung. 
Anallamellchen länglich. Beine roth; die vorderen Schenkel mit Aus- 
nahme der Spitze schwarz, die Hinterschenkel nur auf der Unterseite 
von der Wurzel bis zur Mitte schwarz; die vorderen Füsse werden 
schon von der Spitze des ersten Gliedesan allmälig schwarzbraun; an 
den anderen Füssen ist nur das letzte Glied schwarzbraun gefärbt und 
das vorletzte an seiner Spitze mehr oder weniger gebräunt. Flügel 
blassbräunlich mit lehmgelben Adern. 
Vaterland: Bessarabien. 


Anmerkung. Da ich leider das Männchen dieser durch ihre ‚Grösse 
und ihre rothen Fühler sehr ausgezeichneten Art nicht kenne, so 
vermag ich nicht mit absoluter Gewissheit zu sagen, ob sie wirk- 
lich in den nächsten Verwandtschaftskreis der P. femorata gehört. 
Die überaus grosse Uebereinstimmung, welche siein allen Organi- 
sationsverhältnissen mit den Weibchen der vorherbeschriebenen 
Arten hat, lässt mich mit Zuversicht hoffen, hinsichtlich ihrer 
Stellung mich nicht im Irrthume zu befinden. 


— dd — 


Gitona formosa, eine neue deutsche Art, 


beschrieben vom 


Director Dr. H. Loew in Meseritz. 


Gitona formosa, nov. sp. J et Q. — Laete flava, thoraecis dorso, 
metanoto, pleurarum abdominisque maculis nigris, alis hyalinis. 
Long. corp. 1—1'Y, lin. — long. al. 1% —1'% lin. 

Kopf blassgelblich; der Hinterkopf schwarz mit einem äusserst 
schmalen, oft nicht deutlich bemerkbaren Randsaume. Die Stirn und 
das Gesicht von völlig gleichmässiger und erheblich geringerer Breite 
als bei @it. distigma; letzteres erscheint in mancher Richtung weiss- 
lich und ist unter den Fühlern weniger stark ausgehöhlt, als bei jener, 
so dass seine Mitte nur wenig erhaben ist. Die Stirn ist, abgesehen 
von den der Gattung eigenthümlichen Borsten am Augenrande und 
auf dem Scheitel, nackt. Fühler von ganz ähnlichem Baue wie bei 


367 


Git. distigma; erstes und zweites Glied hellgelb, das zweite ausser 
einem längeren Borstchen nackt; das dritte Glied etwas dunkler und 
unreiner gelb. Rüssel und Taster gelb; der mässig entwickelte Clypeus 
schwarz. Augen sehr gross, die ganzen Seiten des Kopfes einnehmend; 
Backen schmal linienförmig. Oberseite des Thorax glänzend schwarz, 
nur am Seitenrande und auf ihrem hintersten Theile mit schwarzen 
Borsten besetzt; ein sehr breiter, lebhaft eitronengelber, selten blass- 
gelber, am Seitenrande liegender Fleck reicht vom Vorderrande bis 
zur Quernaht und verbindet sich oft über der Flügelwurzel mit einem 
anderen ansehnlichen eitronengelben Flecke, welcher die ganze Hinter- 
ecke der Oberseite des Thorax ausfüllt. Brustseiten mehr oder weni- 
ger lebhaft citronengelb, auf der Unterhälfte mit einem sehr grossen 
schwarzen Flecke zwischen den Vorder- und Mittelhüften und mit 
einem kleineren zwischen den Mittel- und Hinterhüften. Schildchen 
gross, flach gewölbt, ziemlich scharfrandig, am Rande mit vier langen 
schwarzen Borsten, sonst kahl, lebhaft eitronengelb gefärbt, an der 
Basis seines Seitenrandes mit einem mehr oder weniger deutlichen 
schwarzen Punkte. Hinterrücken schwarz, am Oberrande mit eitronen- 
gelbem Saume. Hinterleib lebhaft eitronengelb; der zweite Ring an 
jeder Seite mit einem ansehnlichen, mehr oder weniger eiförmigen 
schwarzen Flecke; der dritte und die beiden auf ihn folgenden Ringe 
haben jeder an der Mitte des Vorderrandes einen kleinen, dreieckigen 
schwarzen Fleck, welcher auf jedem folgenden Ringe kleiner als auf 
dem vorhergehenden ist und sich mehr unter dem Hinterrande des 
vorhergehenden Ringes versteckt; auf dem vierten Ringe findet sich 
ausserdem jederseits in der Nähe des Seitenrandes noch ein sehr grosser, 
am Vorderrande liegender schwarzer Querfleck; ein ähnlicher, doch 
nicht so grosser findet sich an jeder Seite des fünften Ringes auf der- 
selben Stelle; zuweilen dehnen sich diese Seitenflecke des vierten und 
fünften Ringes mehr aus und dann hat bei einzelnen Stücken auch 
der dritte Ring ähnliche, aber schmälere bindenartige Flecke zu beiden 
Seiten seines Vorderrandes. Beine blassgelblich. Schwinger hellgelb. 
Flügel glasartig, wenig graulich getrübt, mit gelbbräunlichen Adern. 

Ich erhielt diese hübsche Art vor vielen Jahren vom Herrn Pastor 
Hoffmeister in Nordshausen bei Kassel zugesendet, habe dieselbe 
auch seitdem einzeln in Schlesien und bei Meseritz gefangen. — Da 
sie in ihren Färbungsverhältnissen von @itona distigma auffallend ab- 
weicht, so könnte die Aufnahme derselben in die Gattung @tona leicht 
Jemandem bedenklich erscheinen; ich muss dieselbe desshalb ausführlicher 


368 

rechtfertigen. — Die Punkte ihrer Uebereinstimmung mit @it. distigma 
sind folgende, Das Flügelgeäder ist vollkommen dasselbe; der Vorder- 
rand der Flügel sehr kahl, wie bei jener; die Hilfsader wie bei ihr 
abgekürzt; die Discoidalzelle mit der vordersten der beiden kleinen 
Wurzelzellen in ganz gleicher Weise vereinigt und die hintere der 
beiden kleinen Wurzelzellen ganz in derselben Weise angelegt. Die 
Fühler und ihre Borste haben dieselbe Beschaffenheit. Die Beborstung 
auf dem Scheitel und am Augenrande ist ganz wie bei @ät. distigma. 
An jeder Seite des vorderen Mundrandes findet sich ein Knebelborstehen 
wie bei jener. Der Clypeus tritt etwas über den vorderen Mundrand 
vor, wenn auch weniger als bei @%t. distiyma. Der Thorax ist, wie 
bei dieser, nur am Seitenrande und auf seinem hinteren Theile beborstet 
und die Brustseiten haben auf ihrer Mitte unterhalb der Längsnaht 
dieselben beiden auffallend langen Borsten. Das Schildchen hat die- 
selbe Gestalt, am Rande dieselben vier starken Borsten und ist eben 
so kahl. Der Hinterleib hat, wie bei @öt. distigma, sechs äusserlich 
wahrnehmbare Abschnitte, von denen der erste sehr verkürzt ist. Der 
Bau der Beine ist derselbe, überaus klein. — Diesen übereinstimmenden 
Merkmalen treten nur folgende plastische Unterschiede gegenüber: Die 
Behaarung des ganzen Körpers ist viel kürzer und dem entsprechend 
sind die Borstchen vor dem Ende der Schienenoberseite nur durch 
von der übrigen Behaarung kaum zu unterscheidende Härchen ver- 
treten, während sie bei der länger behaarten @ölona distigma zwar 
an allen Schienen und ganz besonders an den Vorderschienen sehr 
kurz, aber bei einiger Aufmerksamkeit doch leicht zu erkennen sind; 
Stirn und Gesicht sind schmäler; erstere ist von den Borsten abge- 
sehen kahl und letzteres auf seiner Mitte viel weniger erhaben; die 
Augen sind grösser und die Backen sehr viel schmäler; der Ulypeus 
ist kleiner. — Diese relativen Verschiedenheiten fallen, der vorherr- 
schenden Uebereinstimmung in den meisten systematisch wichtigen 
Merkmalen gegenüber, nicht so in das Gewicht, dass sie eine generi- 


sche Unterscheidung von @it. distigma vatısam machten. — In eine 
andere der bisher errichteten Gattungen kann diese niedliche Art ganz 
bestimmt nicht gebracht werden. — Ich habe lange nicht glauben 


wollen, dass eine durch ihre Schönheit so auffallende Art noch gänz- 
lich unbekannt sein könne und vermuthet, dass sie vielleicht irrthümlich 
in eine andere Gattung gebracht und da beschrieben sein möge; ich 
finde indessen in keiner ähnlichen Gattung eine Artbeschreibung, 
welche sich auf @itona formosa deuten liesse. 


—mm— 


369 
Bücher-Anzeigen. 


a) Von Jul. Lederer. 


17. Bericht des naturh. Vereines zu Augsburg. Veröffentlicht 1864. 


Walser Dr. (p. 29). Trichoptera bavarica. Die bisher um Schwab- 
hausen in Oberbaiern aufgefundenen Phryganiden. 


Proceedings of the Boston Society of Natural History. Vol. IX. 
p. 177—320. (Pag. 1— 176 haben wir schon in diesem Bande, p. 64 
angezeigt.) 

Walsh Benj.H. (p. 286). On certain remarkable or exceptional Lar- 
vae, Coleopterous, Lepidopterous and Dipterous, with descriptions of several 
new genera and species etc. (Ciceindela sewguttata, Cotopalpa lanigera, Xylo- 
ryetes satyrus; Halesidota antiphola n. sp., Sphingicampa (nm. g. bei Dryo- 
campa) distigma n, sp., Dryocampa bicolor, Limacodes scapha, hyalinus n. sp., 
Hipparchiscus (n. g. der Geometriden) venustus n. sp.; Tabanus sp.?, Midas 
Julvipes etc. 


Proceedings of the Academy of Natural Sciences of Philadelphia. 
1863. Enthalten nichts Entomologisches. 


Boston Journal of Natural History. Vol. VII. Nr. 4. Boston 1863. 


Packard A. S. (p. 590). On Synthetie types in Insects. 

Scudder Sam. H. (p. 612). Characteristics of the Insect-Fauna of the 
White Mountains. (New-Hampshire.) Dazu Tafel 13 und 14. Enthält nebst 
einer Schilderung der weissen Berge genaue Nachrichten über Chionobas Se- 
midea Say (Amer. Entomology, 3. Bd. 1828), Argynnis montinus Sceudder 
und Pezzotettix glacialis. Den schönen Abbildungen auf Tafel 14 zufolge ist 
erstere = TaygeteHb. (und zwar ist eine augenlose Var. dargestellt), letztere 
—= Arg. Freja. 


Bulletin de la Societe imper. des Naturalistes de Moscou. 1864. 
Nr. 


{6} 


BogdanoffA. (p. 341). Deux Acariens, trouv&s sur l’homme. Dazu 
Tafel 7. 

BallionEE. (p. 349). Schmetterlinge der Umgegend von Gorki (Gou- 
vernement Mohilew.) Tagfalter — Spanner. 

Lindemann Carl (p. 426). Notizen zur Lehre vom „äusseren Skelette“ 
der Insecten, 

Solsky S. (p. 433). Quelques nouvelles especes de Staphylinides, 
(Placusa coronata aus Petersburg; Tachinus cingulatus und nigerrimus aus 
Titlis; Coproporus orientalis von Celebes; Pelonuchus mexicanus aus Mexico; 
Leptacinus laeviusculus von Sarepta; Notobium (n. g.) australicum aus Neu- 
holland; Stenus insidiosus von Bagneres de Bigorre. ; 

Wiener entomol. Monatschr. VIII. Bd. 27 


Assmuss Dr. Ed. Phil. (p. 465). Enumeratio Orthopterorum in gıber- 
nio Mosquensi indigenorum. 

Becker A. (p. #77). Naturhistorische Mittheilungen. (Ueber verschie- 
dene Käfer der Umgegend Sarepta’s. Nachtrag zum Schmetterlingsverzeich- 
nisse und Verzeichniss der Orthopteren derselben Gegend. ) 


Smithsonian Miscellaneous colleetions. 


Loew Dr. H. Monographs of the Diptera of North America. Part 1. 
With additions by R. Osten-Sacken. Washington 1862. 

Leconte John L. List of the Coleoptera of North America. Part 1. 
(Ein systematisches Verzeichniss, die Cieindeliden — Elateriden enthaltend.) 

Derselbe. New species of North American Coleoptera. Part. 4. Enthält 
die Diagnosen und Beschreibungen aller im vorigen Werke aufgeführten 
neuen Arten. 

Packard A. S. Notes of the family of the Zygaenidae. (Separat- 
abdruck aus den Proceedings of the Essex Institute.) Salem 1864. Mit 2 Taf. 


Annales de la Societe entomelogique de France. 1864. 2. Trimestre. 
Paris 1864. 


Baehr @G. A. (p. 165). Otiorhynchus d’Europe. (Schluss.) 

Oberthur Charles (p. 181). Rapport sur l’excursion dans les montagnes 
de la Lozere en Juillet 1863. 

Milliere M. P. (p. 195). Note sur l’Haemerosia renalis. Die Raupe auf 
verschiedene Arten von Lactuca auf Tafel 5 abgebildet. 

Guenee A. (p. 191). Sur quelques especes du genre Colias. (Besonders 
Col. Bothii und die bisher mit ihr verwechselte Col. Hecla Lef. betreffend.) 

WestwoodJ.O. (p. 200). Rectification sur les Phasmides recemment 
deerites. 

Lucas H. (p. 205). Sur une Arachnide de Boghar (Algerie). Zdhyncho- 
lopus? plumipes. 

Dufour L£on (p. 206). Aspidotus ? luzulae n. sp. aus Südfrankreich. — 
Formica Vinsonella n. sp. von der Insel Reunion. — Oryptostemma alienum. — 
Siphonura gallae quercus n. Sp. 

LucasH. (p. 214). Note sur le Lophyrus pini et son parasite, le Tory- 
mus obsoletus Fab. — Quelques remarques sur les Araneides orbiteles de la 
Nourvelle-Grenade ete. de M. E. Keyserling. 

Lucas, Dufour et Signoret (p. 219). Remarques & l’occasion de 
plusieurs Belostomides. 

Doumerc Dr. (p. 229). Thomise yolophus und Epyeira armillipes, zwei 
neue Arten von Senegal, auf Tafel 5 abgebildet. 

Reiche L. (p. 233). Especes nouvelles de Col&opteres d’Algerie. 
(21 Arten.) 

Derselbe (p. 247). Athous Peragalloi, Polydrosus niveipietus, Orchestes 
albopilosus, drei neue französische Arten. 


371 


Linder Jules (p. 250). Harpalus Rayei n. sp. (Ofen), Anthocomus 
fenestratus (Pyrer), Cistela amplicollis (Ofen). 

Saulcy F. de (p. 253). Descriptions et remarques sur divers Coleo- 
pteres. (Anophthalmus Aeacus Pyrenäen; Anillus convexus Südfrankreich; 
Geodytes caecus; Scydmaenus chrysocomus, Leptomastaw Raymondi, Centro- 
toma rubra eben daher; Ctenöstes Godarti aus Portugal; T’ychus Fournieri 
und Dythinus Massanae aus Südfrankreich. 

Fairmaire Leon (p. 260). Note sur quelques Coleopteres recueillis 
par Mr. Ph. Germain a Mendoza, dans les Cordilleres. (15 neue Arten.) 

Perris Ed. (p. 275). Description de quelques especes nouvelles de Co- 
leopteres (36 Arten) et notes diverses. 

Deyrolle Henry (p. 314). Nouvelles especes de la famille des Luca- 
nides (141 exot. Arten). — Problerhinus Moujfleti, neue Cetonide von Fer- 
nando-Po. 

Aube Dr. Ch. (p. 323). Note sur la synonymie de l’Apristus subaeneus 
et de ’Omias coneinnus. — Trois nouvelles especes de Nanophyes: N. eircum- 
scriptus, geniculatus und rubens aus Frankreich. 

AllardE. (p. 329). Notes pour servir a la classification des Sitones. 
(Fortsetzung folgt.) 


b) Von A. Senoner. 


Archiv des Vereines für siebenbürgische Naturkunde. Neue Folge. 
VI. Ba. 1. Heft 1863. 


Fuss Carl (p. 28). Die Knopfkäfer (Silphales) Siebenbürgens. (Eine 
descriptive Aufzählung von 49 Arten, kritische Erläuterungen, Angaben 
über Vorkommen etc.) 


Jahrbuch des naturhistorischen Landesmuseums von Kärnthen. 
VI. Heft. 1863. Klagenfurt 1864. 


Kaiser, Pfarrer (p. 99). Notiz über Grapholita comitana Tr. (Ver- 
fasser bespricht die Verheerungen, welche im Jahre 1862 und 1863 in den 
Fichtenbeständen Kärnthens durch die Raupe dieses Wicklers stattgefunden 
haben, berichtet über die Lebensweise derselben, so wie auch über den 
Thermes coccineus, dessen Larve Herr K. sehr oft gemeinschaftlich mit jenen 
des Wicklers in ihrem engen Häuschen leben sah. Herr K. gibt dann auch 
ein Beispiel im Vorgehen behufs körperlicher Sicherheit einer von ihm bloss 
gestellten Graph. comitana-Larve, in welchem er wohl mehr als Instinkt zu 
erkennen glaubt.) 


Abhandlungen der naturhistorischen Gesellschaft zu Nürnberg. II. 
1. Nürnberg 1864. 

Koch Dr.L. (p. 137). Die europäischen Arten der Arachniden-Gat- 
tung Cheiracanthium. (Aus einer Monographie der Drassiden vorläufig mit- 
getheilt. Beschreibung des Gattungscharakters und der Arten: Ch. nutrix 


372 


Walk.; Mildei n. sp. aus Tirol und Dalmatien; earnifex F.; Seidlitzii n. sp. 
aus Rom; pelargicum Koch aus Griechenland.) 


Heidelberger Jahrbücher der Literatur. Mai 1864. 


Pagenstecher Prof. H. A. Vortrag über die Entwicklungsgeschichte 
von Mantis religiosa. (Ein genauerer Bericht ist im Archiv für Naturgeschichte, 
Nr. XXX abgedruckt und mit Abbildungen begleitet.) 


Anzeigen. 


So eben istin der k. k. Staatsdruckerei erschienen und durch Carl 
Gerold’s Sohn hier zu beziehen: 
Reise der österreichischen Fregatte Novara um die Erde. Zoolo- 
gischer Theil. 2. Band. 2%. Abtheilung. Lepidoptera. Bearbeitet von 
Dr. C. Felder und R. Felder. 1. Heft. Rhopalocera. Papilionidae. 
Gross Quart. 17 Bogen Text mit 21 colorirten, von Carl Geyer in / 
Augsburg prachtvoll ausgeführten Tafeln. nn 


Weiters liegt uns von demselben Verfasser als Separatabdruck aus den 
Verhandlungen der Wiener zoologisch-botanischen Gesellschaft vor: 
Species Lepidopterorum hucusque descriptae vel iconibus expressae 
in seriem systematicam digestae. Pars I. Papilionidae. 8. 90 Seiten. 
Wir erlauben uns vorläufig unsere Leser auf diese beiden lepidoptero- 
logischen Arbeiten aufmerksam zu machen und behalten uns eine eingehende 
Besprechung vor. Die Redaction. 


Eine für nächstes Jahr in Aussicht stehende mehrmonatliche Abwesen- 
heit unseres Herrn Lederer in Berufsgeschäften, so wie allzubeschränkte 
Zeit unseres Herrn Miller nöthigen uns, ein Unternehmen zu schliessen, dem 
wir bisher unsere besten Kräfte zuwandten und das, Dank der freundlichen 
Unterstützung unserer Mitarbeiter und Leser einen solchen Aufschwung 
genommen, dass die angestrengteste Thätigkeit beider Redacteure kaum 
mehr zu dessen Leitung ausreichte, ein Einzelner es aber völlig nicht bewäl- 
tigen kann. 

Für die vielen Beweise freundlicher Theilnahme sagen wir dem ento- 
mologischen Publikum unseren besten Dank; eben so unseren Mitarbeitern, 
denn nur ihnen hatten wir die Hebung unseres Organes zu danken. 

Die nächste Nummer wird voraussichtlich eine bedeutende Verspätung 
erfahren, aber auch viel stärker werden; wir wollen und müssen nämlich 
den Schluss der von Herrn Kutschera schon vor fünf Jahren in Angriff ge- 
nommenen Halticinen liefern, deren Beendigung sich bisher mehr als uns 
lieb ist und ohne unser Verschulden verzögerte. Die Redaction. 


Verantwortl. Redacteure u. Herausgeber : Julius Lederer und Ludwig Miller- 
Gedruckt bei Carl Veberreuter, Alserstrasse Nr. 24. 


WIENER 
Entomoloeische Monatschrift, 


Redaction und Expedition: In Commission bei 
Landstrasse, Gärtnergasse Nr. 20. Carl Gerold’s Sohn, Stadt Nr. 625. 
Nr. 12. VIII. Band. December 1864. 


Beiträge zur Kenntniss der europäischen Halticinen. 
Von F. Kutschera. 


(Fortsetzung u. Schluss.) 
Gen. Psylliodes. 


Latreille: Fam. nat. des Ins. 1825. — Redtenbacher: Fh. 
Aust. ed. I. p.536 ed. II. p. 943. — Foudras: Ann. d.|. Soc. 
Linn.,1859.. p-,118:;—= Al:lard., Ann..d.:]1..'Soe., ent. .d. Er; 
1860. p. 796. 


Macrocnema Stephens. Ilustr. of Brit. Ent. Mand. IV. 317. — 
id. Man. of br. Col. p. 299. 
Halticae altitarses. llliger. Mag. VI. p. 172. 


Corpus ovatum aut oblongo-ovatum, plus minusve convexum, 
rarius subeylindricum. 

Antennae 10-articulatae, filiformes, extrorsum sensim in- 
erassatae. 

Caput subinsertum, inclinatum, rarius verticale; oculis sub- 
globosis; carina frontali plus minusve depressa et dilatata; encarpis 
aut distinetis aut obsoletis. 

Prosternum antice emarginatum, punctatum, processu postico 
ancoriformi. 

Abdomen valde convexum, basin versus subcarinatun ; seg- 
mentis liberis, primo abdominis dimidium occupante. 

Tibiae posticae dorso canaliculatae, apice recurvatae et 
oblique truncatae; truncatura profunde excavata; spinula apicali 
simplici. 

Wiener entomol. Monatschr. VIII. Bd. 28 


374 

Tarsi postiei ab apice tibiae remote truncaturae superius 
inserti, articulo primo elongato, dimidiam tibiam aequante aut su- 
perante; articulo ultimo tenui. 

Unguiculi parvi et tenues, basi plus minusve appendieulati. 

Die Hauptmerkmale dieser Gattung beruhen auf dem Bau der 
Fühler, welche bloss zehn Glieder zählen; der Hinterschienen, deren 
nach rückwärts gebogene Spitze schief abgeschnitten ist und eine 
tiefe Rinne bildet, an deren oberem Ende entfernt von der Spitze 
die Tarsen eingelenkt sind; auf dem Längenverhältnisse des 1. 
Hintertarsengliedes, welches mindestens die halbe Schienenlänge 
misst, und auf der Ausdehnung des 4. Bauchseementes, weiches 
so lang als die vier übrigen Segmente zusammen ist. Zugleich gibt die 
nach rückwärts deutlich verschmälerte Eiform des Umrisses, das stets 
nach vorne verschmälerte Halsschild, der verhältnissmässig kleine 
Kopf, dessen stumpfe, kurze Kielung und wenn auch veränderliche, 
doch auf gleichartiger Grundanlage beruhende Stirnbildung, die Ent- 
fernung der Fühlerbasen von einauder, die breiten, stark angeschwol- 
lenen Hinterschenkel u. s. w. dieser Gattung ihr besonderes Gepräge. 

Körper mehr oder weniger langeiförmig oder eliptisch, nach 
hinten mehr verschmälert, von mässiger Wölbung; seltener ei- oder 
kurzeiförmig und dann stärker gewölbt; bei einer Gruppe von vier 
Arten fast walzenförmig. 

Kopf verhältnissmässig klein und schmal, vorspiingend und 
mehr oder weniger geneigt; bei den vier walzenförmigen Arten vertikal 
nach abwärts gerichtet und von oben durch das Halsschild gedeckt. 

Augen gross und vorspringend, fast kreisrund und stark 
gewölbt. 

Scheitel am obersten Theile meist glatt oder nur einzeln 
punktirt, nach vorne zu, sowie der obere zwischen den Augen gele- 
sene Theil der 

Stirne bald feiner, bald stärker, zerstreut oder dicht punktirt, 
und in den Zwischenräumen fast immer äusserst fein granulirt, sehr 
selten ohne Punktirung. Daran schliessen sich die Stirnhöcker- 
chen, welche, obschon eine gleichartige Grundanlage nicht zu ver- 
kennen ist, je nach ihrer Entfaltung, dieser Partie der Stirne ein 
verschiedenartiges Ansehen verleihen. Sie stellen sich bei stärkerer 
Entwicklung als zwei horizontale oder sehr stumpfwinkelig zu einander 
gestellte, schmal dreieckige oder linienförmige, glänzende, flache Er- 
habenheiten dar, welche von zwei am oberen Augenrande entsprin- 


375 


senden, schräg oder bogenförmig nach vorne und einwärts laufenden, 
in der Mitte sich durchkreuzenden und nach der entgegengesetzten 
Richtung verlängerten Linien nach oben und unten abgegrenzt wer- 
den; die Durchkreuzungsstelle wird meist durch einen tieferen Ein- 
druck oder ein Grübchen bezeichnet; bei vielen Arten werden diese 
Erhabenheiten ganz unscheinbar, und bleiben nur die mehr oder we- 
niger deutlichen Spuren der Schräglinien sichtbar; bei einigen ist 
nur die obere Hälfte der Linien schärfer ausgeprägt, bei anderen 
verschwinden Linien und Erhabenheiten und verschmelzen mit den 
angrenzenden Stirntheilen, oder es bleibt nur ein Eindruck in der 
Mitte zurück. Neben der verschiedenartigen Gestaltung dieses Stirn- 
theiles nach den einzelnen Arten wird auch die Ausbildung nach Indi- 
viduen einer und derselben Art eine mehr oder minder deutliche, 
daher sich dieses Merkmal bei der Gruppirung der Arten mit wenig 
Sicherheit verwerthen lässt. Zwischen den Fühlern zeigt die Stirne 
eine breite, stumpfe Kielung, welche auf ihrem Obertheil abgeplattet 
nach unten sich mehr oder weniger verschmälert und unmittelbar in 
das Kopfschild übergeht, mit ihm als stumpfe Erhöhung quer über 
dem Munde sich ausladend. 

Oberlippe gewölbt, an den Ecken abgerundet und am Vorder- 
rande mehr oder minder deutlich ausgerandet; auf dem Vordertheile 
ist eine Querreihe von Punkten sichtbar. Bei einigen Arten ist der 
Vorderrand flacher ausgebreitet und fast halbkreisförmig gerundet. 

Kinnbacken innen ausgehöhlt, mit fünfzähnig getheilter 
Spitze, deren vorderster (mittlerer) Zahn der stärkste ist. 

Kinnladentaster ziemlich schlank, das 3. Glied verkehrt 
kurzkegelförmig, an der schief abgestutzten Spitze etwas breiter als 
lang, das 4. kegelförmig zugespitzt, an der Basis etwas schmäler 
als das vorhergehende und zweimal so lang. 

Fühler zehngliederig, von halber Körperlänge, beim dJ bis- 
weilen etwas kürzer; ihre Basen von einander abstehend, und harv 
am inneren Augenrande eingefügt. Das Wuırzelglied ist schlank, 
nach der Spitze hin allmälig verdiekt und wenigstens dreimal so 
lang als breit; das 2. nicht wie sonst walzenförmig, sondern 
schlank, verkehrt kegelförmig, oft nur wenig, seltener deutlich kürzer 
als das Wurzelglied; vom dritten aufwärts sind die ebenfalls ver- 
kehrt kegelförmigen Glieder seitlich etwas zusammengedrückt und 
gegen die Spitze stufenweise breiter und dicker, die einzelnen Glieder 
an der Spitze etwas schräg abgeschnitten, nach unten eine stumpfe 

28* 


376 


Ecke bildend; das 3. Glied ist so lang oder kürzer als das 
zweite, das 4. länger und überhaupt be; den meisten Arten das 
längste, die folgenden wieder kürzer und an Länge kaum verschieden, 
das zugespitzte Endglied etwas verlängert und an der Spitze schief 
ausgerandet. 

Halsschild mehr oder weniger gewölbt, mit nach vorne 
stärker herabgezogenen und an der Spitze etwas zusammengedrückten 
Seiten; es findet seine grösste Breite am Hinterrande, welcher ge- 
rundet und innerhalb der stumpfen Hinterecken, beiderseits über den 
Schultern leicht ausgebuchtet ist; die Seiten convergiren stark nach 
vorne im leichten Bogen, manchmal fast geradlinig; der Vorderrand 
ist gerade abgeschnitten, bei den Arten mit verticalem Kopfe etwas 
gerundet; die Vorderecken treten nur bei einigen Arten etwas spitz 
vor; die Seitenränder sind deutlich abgesetzt und fein aufgebogen und 
enden vorne mit einer kurzen Anschwellung, welche nach rückwärts 
ein schärferes oder stumpferes Eckchen bildet. Der Hinterrand ist 
fein abgesetzt, beiderseits des Schildehens erscheint er häufig noch 
durch einen tieferen Eindruck stärker abgesetzt und bei vielen Aıten 
auch durch ein kleines Längsgrübchen nach aussen bezeichnet. Die 
Oberfläche ist im Allgemeinen fein granulirt, seltener glatt, und mehr 
oder weniger stark zerstreut oder dicht punktirt; bei einigen Arten 
ist die feine Punktirung mit grösseren Hohlpunkten vermengt. 

Schildchen klein, gerundet-dreieckig und glatt. 

Flügeldecken an der Wurzel etwas breiter als das Hals- 
schild, bilden mit ihm ein mehr oder weniger regelmässiges, längeres 
oder kürzeres Oval, welches seine grösste Breite hinter den Schul- 
tern findet und von da ab zur Spitze hin sich allmälig verschmä- 
lert; die Wölbung ist bei den langeiförmigen Arten nur eine mässige 
und flacht sich bis zur Spitze allmälig ab; bei den ei- und kurzei- 
oder walzenförmigen Arten ist sie nach Verhältniss stärker, manchmal 
ziemlich hoch; die Spitze selbst ist sehr schmal und schwach einzeln 
abgerundet, mit etwas stumpfen Nahtwinkeln, Im Bereiche der Hin- 
terschenkel sind die Seiten ziemlich stark und weit ausgebuchtet; 
der Unterrand verjüngt sich von den Schultern allmälig bis zur 
Spitze hin. Der Aussenrand ist nach der Spitze hin mit greisen 
Wimperhärchen besetzt. Die Flügeldecken haben neun regelmässige 
Punktstreifen von verschiedener Stärke und den Anfang eines zehnten 
neben dem Schildchen; der 4. und 5. vereinigen sich an der 
Spitze, während die übrigen sich mehr oder weniger verwirren; im 


377 


Allgemeinen werden die Punkte gegen die Spitze hin feiner und 
schwächer, die äusseren Punktstreifen nach aussen stärker und tiefer. 
Die Zwischenräume sind glatt oder fein granulirt, bisweilen gerunzelt, 
und bei der weit grösseren Anzahl mehr oder weniger deutlich fein 
punktirt; im Ganzen ist die Seulptur der Zwischenräume je nach 
den einzelnen Individuen derselben Art ziemlich verändeilich und 
mehr oder weniger entwickelt; am Seitenrande findet sich der ge- 
wöhnliche Kerbstreifen. Die Schulterbeule ist mehr oder weniger aus- 
gebildet, selten ganz flach. 

Die Flügel sind, einige wenige Arten ausgenommen, vollständig 
entwickelt, 

Vorderbrust vorne unter der Kehle ausgerundet, der vor 
den Hüften liegende Theil ziemlich kurz, der Fortsatz zwischen den 
Hüften schmal, convex oder leicht gekielt, hinter denselben kurz 
ankerförmig erweitert und mit den Seitenstücken des Halsschildes 
die Hüftpfannen schliessend; die Oberfläche ist mehr oder weniger 
grob und runzlig punktirt. 

Die Hinterbrust ist glänzend und mehr oder weniger deut- 
lich, ihre Seitenstücke stark und runzlig punktirt. 

Die Abstände der Hinterhüften sind etwas weiter als jene 
der vorderen. 

Bauch sehr stark gewölbt und glänzend, im Bereiche der 
Hinterschenkel beiderseits stark ausgetieft und längs der Mitte fast 
kielförmig erhaben, das 1. Segment ragt mit der Basis spitzig 
zwischen die Hinterhüften hinein und ist so lang oder nur wenig 
kürzer als die vier übrigen Segmente zusammen, von denen die drei 
folgenden unter sich gleich lang, das 5. etwas länger ist; die 
einzelnen Segmente sind mit Ausnahme der Basis und des Vorder- 
randes ziemlich grob und dicht punktirt. Das Pygidium zeigt eine 
tiefe Längsfurche, in deren Grunde eine mehr oder weniger deutlich 
erhabene, gekerbte Linie sich befindet. 

Der Bau der Vorderbeine zeigt keine Besonderheit; sie sind 
kurz, ihre Schenkel ziemlich dünn. 

Die Hinterschenkel sind sehr stark verdickt und kurz keulen- 
förmig; ihr Querdurchmesser übertrifft oft die Hälfte ihrer Länge; 
ihre grösste Breite liegt nahe an der Wurzel, wo sie sich mit stark 
geschwungenem Oberrande breit abıunden und mit dem lanzettför- 
migen Schenkelanhange in der Linie des Unterrandes artikuliren; 


N 


dieser ist fast gerade und zur Aufnahme der Schienen. stark aus- 


378 
gehöhlt ; die Oberfläche ist glatt und glänzend, nach der Spitze hin 
fein und zerstreut punktirt und dünn niederliegend behaart. 

Die Hinterschienen sind mehr oder weniger kurz und seit- 
lich zusammengedrückt, mit von der Basis gegen die Spitze hin all- 
mälig aber deutlich verbreiterten Seitenflächen; sie sind mehr oder 
weniger mit dem Bogen nach vorwärts und der Spitze nach rück- 
wärts gekrümmt; der Rücken ist der Länge nach seicht ausgehöhlt 
und die Spitze mehr oder weniger schräg abgeschnitten, eine tiefe 
Rinne bildend, an deren Obertheil, mithin entfernt von der Spitze 
die Tarsen eingefügt sind, an deren unterem Ende ein nach aus- 
wärts gerichteter, kurzer Dorn steht. Die Kanten des Rückens bis 
zur Abschrägung sind scharf, die äussere ist entweder ganzrandig 
oder nach abwärts, selten der ganzen Länge nach gezähnelt, die 
innere zeigt ‚gewöhnlich vor der Abschrägung eine kurze Ausran- 
dung mit davor liegenden scharfen Zähnchen. Die Ränder der 
rinnenförmigen Abschrägung sind zu beiden Seiten der Einlenkungs- 
stelle der Tarsen stumpfeckig oder rundlich erweitert und gekerbt, 
hinter derselben mehr oder weniger ausgerundet, und so wie die fast 
löffelförmig gerundete ausgehöhlte Spitze dicht mit kleinen Dörnchen 
kammartig besetzt. Je nach der längeren oder kürzeren Abschrägung 
der Schienenspitze, welche von einem Fünftel bis fast zur Hälfte der 
Schienenlänge wechselt, ändert sich auch die relative Entfernung 
der Tarseneinlenkung von der Spitze gegen die Mitte hin. 

Das 1. Tarsenglied, sehr dünn, erreicht wenigstens die 
Hälfte der Schienenlänge, das 2. ist etwa halb so lang als das 1. 
und wenig breiter, das 3. sehr kurz, breit und deutlich zweilap- 
pig, das Klauenglied schlank, die Klauen klein und zart und am 
Grunde mehr oder weniger deutlich eckig erweitert. Die Tarsen 
schlagen sich gänzlich auf den Rücken der Schienen zurück, aber 
nicht in gerader Richtung, sondern schräg nach einwärts, indem sie 
nur mit dem Basaltheile auf der Schiene, und zwar auf der oben 
erwähnten, von einem scharfen Zähnchen begrenzten Ausrandung 
derselben aufliegen; ein anderes Beweglichkeitsvermögen sehen wir 
am zweiten Tarsengliede, welches sich bis zu einem rechten Winkel 
gegen das erste Glied umzulegen vermag. 

Die äusseren Geschlechtsmerkmale bieten nichts Bemerkens- 
werthes, in beiden Geschlechtern ist das letzte Bauchsegment von 
einfacher Bildung, nur beim @ etwas stumpfer, mit beiderseitiger 
seichter Ausrandung, selten findet sich eine leichte Vertiefung oder 


379 


ein seichter Ausschnitt an der Spitze über dem Hemicyelus; sonst 
kündigt sich das & noch durch das erweiterte erste Vordertarsen- 
glied und die etwas stärkeren und kürzeren Fühler an. 

Die Psyllioden leben an feuchten, schattigen Orten, auf ver- 
schiedenen Pflanzen, besonders Cruciferen, Solaneen, Distelarten und 
anderen, welche, so weit sie bekannt sind, bei den bezüglichen Arten 
angeführt werden. Sie besitzen zwar nicht die Sprungfertigkeit der 
Longitarsen, dafür aber vermögen sie sehr weite Sprünge auszuführen. 

Die Gattung ist über ganz Europa verbreitet und in den süd- 
lichen Gebieten durch zahlreiche Arten vertreten; einige Arten, wie 
Ps. marcida, nigricollis scheinen auf die west- oder nordwestlichen 
Küstengebiete beschränkt zu sein; den Alpen sind nur wenige Arten 
eigenthümlich, wie Ps. glabra, pelasata. 

Aeusserst schwierig ist die systematische Reihung und Glie- 
derung der, Arten bei den vielseitigen Beziehungen der einzelnen Arten 
zu und unter einander und der ziemlich gleichartigen, durch allmä- 
lige Uebergänge ihren taxonomischen Werth einbüssenden Beschaffenheit 
der sonst dazu geeigneten Merkmale. Die im Nachfolgenden ver- 
suchte Gruppirung der Arten möge in Ermanglung einer besseren 
systematischen Anordnung die Uebersicht der Arten erleichtern. 


I. Kopf mehr oder weniger geneigt, und vom Vorderrande des Hals- 
schildes nicht verdeckt. 


A. Hinterschienen wenig gekrümmt, mit etwa 3 der Schienen- 
länge begreifender Abschrägung der Spitze; zweites und drittes 
Fühlerglied fast gleich lang und nur wenig kürzer als das 
Wurzelslied. i 


Körper lang oder länglich-eiförmig, mässig gewölbt. 


Scheitel und Halsschild oben dunkelerzfärbig, Flügeldecken 
selbbraun nentansusdere N nolsndnksae -... 1. nigricollis. 
Kopf grösstentheils roth, Halsschild und Flügeldecken grün- 
lichblau oder ersteres roth. Scheitel, Halsschild und Zwi- 
schenräume der Punktstreifen sehr fein punktirt. 
2. chrysocephala. 
Kopf und Halsschild roth oder letzteres schwarz, Flügel- 
decken dunkelblau, Scheitel und Halsschild dicht und 
stark, Zwischenräume der Punktstreifen sehr deutlich 
Bunkburb, 0.12 u 2 2 ee 1 BSCyanoptera. 


380 
Käfer einfärbig blau oder grünlichblau. 
Zwischenräume der Punktstreifen schwach oder undentlich 
punktirt. 
Vorderbeine röthlichgelb; Körper länglicheiförmig. 

Halsschild gerundet, mehr als zweimal so breit als 
lang, flach, sehr deutlich und mässig dicht punktirt; 
Punktstreifen stark mit glatten kaum punktirten 
Zwischenräumen. Weniggewölbt . .4. Zaticollis. 

Halsschild schwach gerundet; wenig mehr als um die 
Hälfte breiter als lang, dicht fein punktirt; 
Punktstreifen stark mit etwas gerunzelten, sparsam 
punktirten Zwischenräumen. Gewölbter. 5. Napi. 

Vorderschenkel schwärzlich; Körper langgestreckt, spin- 
delförmig. Halsschild und Zwischenräume der feineren 
Punktstreifen glänzend und fein punktirt. Gewölbter. 

7. Milleri. 
Zwischenräume der starken Punktstreifen dicht und deutlich 
punktirt. 

Beine grösstentheils pechbraun; Käfer länglicheiförmig, 
blau mit grünlichen Schimmer . . . .6. Thlaspis. 

Beine gelbroth, bis auf die Spitze der Hinterschenkel; 
Käfer langgestreckt, spindelförmig, dunkelblau oder 
dunkelorün,. you fereschlalen ee 08. fusiformas. 

Käfer erz- oder kupferfärbig, oder erzgrün, 
Stirne mehr oder weniger punktirt. 

Vorderbeine ganz gelbbraun oder die Schenkel nur 
etwas gebräunt. 

Kopf und Halsschild erzgrün, dicht und stark 
punktirt, Flügeldecken kastanienbraun, mit grü- 
nem Erzglanz, Punktstreifen stark, mit deutlich 
punktirten Zwischenräumen . . . 9. Zuridipennis. 

Käfer erz- oder kupferfärbig, blau- oder erzgrün, matt, 
schwach gewölbt, Halsschild und Zwischenräume 
der feinen Punktstreifen fein granulirt und äus- 
serst fein punktirt . .. . .. . . 10. cuprea. 

— erz- oder kupferfärbig, glänzend, gewölbter, Hals- 
schild und Zwischenräume der zwar seichten, aber 
stärkeren Punktstreifen sehr dicht und deutlich 
punktirbt 2.2 2.2 20202,.2032820411. pyrilosa. 


381 


Vorderbeine mehr oder weniger bräunlich, mit schwärz- 
lichen Schenkeln. 

Käfer dunkelkupferfärbig; Stirne und Halschschi stark 
punktirt, Punktstreifen stark, mit deutlich punk- 
tirten Zwischenräumen. Aussenrand der Hinter- 
schienen sehr deutlich gezähnelt .12. cupreata. 

— dunkelgrün oder schwärzlich-erzfärbig. Stirne ein- 
zeln, Halsschild stärker punktirt. Punktstreifen 
fein, mit unmerklich punktirten, fein gerunzelten 
Zwischenräumen. Aussenrand der Hinterschienen 
schwach gezähnelt . .... .....13. instabilis. 

Stirne nicht punktirt, nur fein granulirt. 
Käfer hell erzgrün, mit mehr oder weniger röthlicher 
Spitze der Flügeldecken. Punktstreifen stark, mit 
deutlich punktirten Zwischenräumen. 14. atltenuata. 


Käfer röthlichgelb. 

Mittel- und Hinterbrust, Bauch und Hinterschenkel 
schwärzlich. Stine kaum punktirt. Halsschild 
und Zwischenräume der Punktstreifen fein punktirt. 

15. nucea. 

Nur die Seiten der Hinterbrust und die Hinterschenkel- 
spitze schwarz. Stirne äusserst fein punktirt, Hals- 
schild sehr ‘kurz und wie die Zwischenräume der 
Punktstreifen fein punktirtt . . . .16. Kunzei. 

Ganz röthlichgelb, Kopf und Halsschild mit Erzschim- 
mer. Stirne dicht und stark punktirt. Halsschild 
und Zwischenräume der Punktstreifen dicht punk- 
IE ee EN N O .  EZETMARCEAA: 

Kopf, Naht, Unterseite und Hinterschenkel schwarz, 
Stirn nicht punktirt, nur fein granulirt. Hals- 
schild stark punktirt, Punktstreifen stark. 

18. affinis. 

Kopf, Halsschild, Unterseite und Hinterschenkel, die 
Naht, der Aussenrand und die Spitze der Flügel- 
decken pechbraun, mit Eızschimmer. Halsschild 
fein punktirt, Punktstreifen ziemlich fein. 

19. eircumdala. 


382 
Körper ei- oder kurzeiförmig, stark gewölbt. 

Blauschwarz, eiförmig, Vorderbeine pechbraun, Hals- 
schild fein, Zwischenräume der Punktstreifen sehr 
= deutlich punktirt . ..2 220°... ..20. picipes. 
Dunkelerzfärbig, eiförmig,. Vorderschenkel pechbraun. 
Halsschild äusserst schwach und fein, Zwischen- 

räume der Punktstreifen kaum punktirt. 
21. subaenea. 
Erz- oder kupferfärbig, kurz eiförmig. Halsschild dicht 
fein, Zwischenräume kaum punktirt .22. aerea. 
Blass röthlichgelb, kurz eiförmig. Kopf und Hals- 
schild röthlichpechbraun, mit Erzschimmer. Brust 
und Bauchwurzel schwarz . . 23. pallidipennis. 


B. a) Hinterschienen stark gekrümmt, schlank, mit kurzer (etwa 
1/, der Schienenlänge) Abschrägung der Spitze, 2. Fühler- 
glied deutlich kürzer als das erste, das dritte noch kür- 
zer. Stirnlinien und Höckerchen sehr deutlich. Halsschild 
fein punktirt, mit eingemischten grossen Hohlpunkten. 

Schwarzblau, alle Schienen pechschwarz, Halsschild 
wenig mehr als um die Hälfte breiter als lang 
und mässig nach vorne verengt. Punktstreifen 
mässig,stark rel eelası klin - 24. Dulcamarae. 

Dunkelblau. Unterrand der Flügeldecken, Unterseite 
und Hinterschenkel erzfärbig. Schienen gelbbraun. 
Halsschild sehr kurz, mehr als zweimal so breit 
als lang, stark nach vorne verengt. Punktstreifen 
tief und stark. ... ... 2....25. chalcomera. 

Eızgrün, Beine mit Ausnahme der Hinterschenkel 
röthlichgelb. Halsschild allmälig nach vorne ver- 
schmälert und weniger kurz. Punktstreifen tief 
undystankewair.. Euch... 26... Hyoseyamı. 


b) Hinterschienen stark gekrümmt, sehr kurz und ziemlich 
breit, mit längerer (!/, bis %, der Schienenlänge) Ab- 
schrägung der Spitze. 2. Fühlerglied deutlich kürzer 
als das 1., das 3. und 2. fast gleich lang, Punktirung des 
Halsschildes gleichartig. 


383 


Körper länglich-eiförmig, mässig oder flach gewölbt. 
Schwarz-erzfärbig. Stirnliöckerchen und Grübchen deutlich, 
Halsschild und Zwischenräume der Punktstreifen stark 
punkunpee. eu : EERR 27 Vaevifrons: 
Pechschwarz, mit De due be röthlichpechbraun, mit 
und ohne Erzschimmer, oder rothbraun. Vorderkopf 
röthlich. Stirnhöckerchen und Grübchen deutlich. Hals- 
schild und Zwischenräume der Punktstreifen äusserst 
feit punktäntie® oh anenäaılef Babnausilanni 28. pieina. 
Röthlichgelb, Brust und Bauch schwarz. Stirne mit Grüb- 
chen, ohne deutliche Höckerchen. Halsschild ziemlich 
dicht fein, Zwischenräume der Punktstreifen sparsam 
punktirte 2 29.2: 3 Meer I luteola- 
Ganz blass röthlichgelb, ine. mit Göbel; ohne deut- 
liche Höckerchen. Halsschild äusserst fein, Zwischen- 
räume der Punktstreifen kaum punktirt . 30. alyirica. 


Körper kurz eiförmig, stark gewölbt. 

Gelbroth. Stirnlinien und Höckerchen sehr deutlich. Stirn 
stark punktirt. Hinterschienen an der Einlenkung der 
Tarsen stark eckig erweitert . . . „31. erassicollis. 

S:hwarz mit röthlichen Fühlern und Beinen, Hinterschenkel 
schwarz. Stirnhöckerchen deutlich, Stirne grob punk- 
tirt. Oberlippe vorne platt gedrückt. . . . 32. glabra. 


II. Kopf vertical nach abwärts gerichtet und oben vom Halsschilde 
gedeckt. Körper gewölbt, walzenförmig. Halsschild stark und tief 
punktirt. Hinterschienen stark bis gegen die Mitte abgeschrägt. Ober- 
lippe vorne platt gedrückt. 
Hinterschienen wenig gekrümmt. 
Lang eiförmig, erzgrün. Stirne undeutlich punktirt, Höcker- 
chen said ae lee. e ..,93.1cucullata. 
Länglich eiförmig, pechbraun mit ei hainen, Stirne mit 
starken grösseren Punkten und deutlichen Höckerchen. 
34. petasata. 
Hinterschienen stärker gekrümmt , breiter. 
Eiförmig, bläulich-erzfärbig, Mund und Beine mit Ausnalıme 
des Oberrandes der Hinterschenkel röthlich. 35. gö6sbosa. 


384 
Breiter eiförmig, grün-erzfärbig. Mund pechbraun, Beine mit 
Ausnahme der Hinterschenkel gelbbraun. 36. @ougeleti. 


I. Kopf mehr oder weniger geneigt und vom Vorderrande des Hals- 
schildes nicht gedeckt. 


* 


Hinterschienen wenig gekrümmt, mit etwa 3 der Schienenlänge 
einnehmender Schrägung der Spitze; das 2. und 3. Fühlerglied 
fast gleich lang und nur wenig kürzer als das Wurzelglied. 


+ Körper lang- oder länglicheiförmig, mässig gewölbt. 


1. Ps. nigricollii Marsham. Oblongo-ovata, modice convexa, nitida; 
pallide testacea, vertice, thorace superne femoribusque posticis 
apicem versus aeneis aut cupreis, pectore abdomineque brunneis 
aut fuseis: encarpis indistinctis, fronte thoraceque granulatis 
evidenter punctulatis, elytris profunde striato-punctatis, inter- 
stitiis rugulosis dense punctulatis. Alata. Long. 1%—2"'. — 
Lat. az". 

JS. Aedeagus rufus, modice arcuatus, late canaliculatus, 
apice deflexus lanceolatus; marginibus angustis. Foud. 


Foudras. Ann. d. Il. Soc. Linn. 1859. VI. 185. 23. — 
All. Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fr. 1860. VIII. 817. 216. 


Chrysomela nigricollis. Marsh. Ent. Br. I. 205. 91. 


Maerocnema nigricollis. Steph. Ill. br. Ent. Mand. IV. 
320. 9. — id. Man. of br. Col. 300. 2363. 


Lang eiförmig, von mässiger Wölbung; der vordere Theil des 
Kopfes, die Flügeldecken, die Unterseite des Halsschildes, die Fühler- 
wurzeln und Beine blass röthlichgelb; die Oberseite des Halsschildes, 
und mehr oder weniger der Scheitel und die Hinterschenkel dunkel- 
erzgrün oder kupferfärbig, die äusseren Fühler bräunlich. Bıust und 
Bauch schwärzlich. Scheitel und Stirne fein und dicht punktirt, Stirn- 
linien und Höckerchen kaum angedeutet. Halsschild am Hinterrande um 
mehr als die Hälfte breiter als lang, vor den Hinterecken deutlich etwas 
gerundet, und nach vorne verschmälert, die Anschwellung des Seiten- 
vandes hinter den Vorderecken scharf vorspringend; die Oberfläche 
ziemlich fein und dicht, aber deutlich punktirt, mit äusserst fein 


385 


granulirten Zwischenräumen, der Eindruck am Hinterrande mässig 
stark. Flügeldecken an der Basis etwas breiter als das Halsschild, 
mit erhabener, glänzender Schulterbeule, gleich hinter den Schultern 
etwas gerundet erweitert und von da zu der Spitze allmälig ver- 
schmälert, die Streifen bestehen auf der Vorderhälfte aus starken, 
von einander etwas entfernten Punkten, diese werden nach der Spitze 
hin feiner und gedrängter. Die leicht gewölbten Zwischenräume etwas 
runzlich und sehr fein, aber deutlich gepünktelt. Geflügelt. 1. Vorder- 
tarsenglied des J' deutlich erweitert. 

In England nicht selten, auch an der französischen Nordwest- 
küste (bei Dünkirchen, Dieppe). Lebt auf Uruciferen. 


2. Ps. chrysocephala Linne. Oblongo-ovata, modice convexa; obscure 
viridi-coerulea, capite ferrugineo, vertice et fronte plus minusve 
infuscato, anteınarum basi, pedibus 4 anterioribus et tibiis 
tarsisque posticis ferrugineis: encarpis indistinctis, fronte tho= 
raceque tenuissime granulatis et subtiliter punctulatis; elytris 
striatopunctatis, interstitiis subtilissime punctulatis. Alata. Long. 
13, —2"'. — Lat. 23 3". 

JS. Aedeagus angustus, arcuatus, laevis, rufus; canali- 
culatus, marginibus parallelis. Apex lanceolatus, cum exten- 
sione brevi, obtusa. Foud. 

Var. 1. eadem, femoribus 4 anterioribus plus minusve 
infuscatis. 

Var. 2. eadem pedibus 4 anterioribus piceis, genubus tar- 
sisque ferrugineis. 

Var. 3. capite, thorace inferius prosternoque rufo-ferru- 
gineis. 

Var. 4. capite thoraceque concoloribus rufis. 

Var. 5. capite thoraceque rufo-brunneis, elytris aeneis. 

Var. 6. thorace elytrisque brunneis (immaturae). 


Redt. Fn. Aust. ed. 1. 538. ed. II. p. 945. — Bach Kf. 
Fn. f. N. u. M. Dtschl. III. 157. 12. — Foudr. 
Ann,,.d+l. Soc.Linn. VI..1859- 199: ‚6. — EAN 
Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fr. VIII. 1860. 810. 208. 

Chrysomela chrysocephala Linn. Fn. Su. 166. 535. — 
Syst. Nat. II. 594. 53. — Scop. Fn. carn. 69. 
213. — Marsh. Ent. Br. I. 193. 54. 


386 


Haltica chrysocephala Oliv. Enc. IV. 111. 45. (Altica). 
— Latreille Hist. de crust. et Ins. XII. 9. 11. 
(Altica). — E. H. Il. 31. 13. tab. 2. f. 8 — 
Illig. Mag. VI. 174. 156. —  Gyll. Ins. su. Il. 
568. .,37./ IV. app. 661... —..Duftsch. Fn.: Aust. 
279: 188: 


Macroenema chrysocephala Steph. ll. br. Ent. M. IV. 
319. 6. — id. Man. of. br. Col. 300. 2360. 


Altica Napi Pz. Fn. germ. 21. 3. 


Ad Var. 2% 
Chrysomela erythrocephala Linn. Fn. Su. 538. — Syst. 
Nat. 2. 594. 56. — Fab. 8. E..l. 448. 157. 


ad Var. 4. 
Psylliodes cyanoplera Redt. Fn. Aust. ed. I. p. 538. 
ed. „IL ..p. 945. ,— Bach, Kf, En..t> N. us ,M. 
Dtschl. III. 156. 11. 


Genau von der Gestalt und Grösse der Vorigen. - Langeiförmig, 
mässig gewölbt; blau oder grünlichblau, seltener erzgrün; Halsschild 
und Hinterschenkeln etwas dunkler, Brust und Bauch ehern schwarz; der 
Kopf mit Ausnahme des erzglänzenden bräunlichen Scheitels, die Füh- 
lerwurzeln, Vorderbeine, Hinterschienen und Tarsen, alle Hüften und 
Trochanteren und nicht selten auch die Spitze des Hinterleibes röth- 
lich; sie variirt mit: mehr oder weniger bräunlichen Vorderschenkeln 
(Var. 1), sehr selten mit ganz dunklen Vorderbeinen, wobei nur die 
Gelenksansätze und Tarsen röthlich bleiben (Var. 2); bei anderen 
Varietäten erstreckt sich die rothe Färbung auf die Vorderbrust oder 
die ganze Unterseite des Halsschildes (Var. 3) und geht endlich auf 
das ganze Halsschild und den Scheitel über (Var. 4). Eine seltene 
- Varietät hat Kopf und Halsschild rothbraun, die Flügeldecken erz- 
grün (Var. 5); endlich findet man unreife Stücke von bräunlicher 
Oberseite mit Erzschimmer (Var. 6), Scheitel und Stirne fein und 
wenig dicht, nach vorne zu etwas stärker punktirt; Stirnlinien und 
Höckerchen sind kaum angedeutet. Die Form des Halsschildes und 
der Flügeldecken ist ganz dieselbe wie bei Ps. nigricollis Marsh., 
die Punktirung des Halsschildes und der Zwischenräume der Punkt- 
streifen ist jedoch feiner und verloschener, oft fast verschwindend; 


387 


jene der Punktstreifen selbst aber genau die gleiche. Geflügelt. 1. 
Vordertarsenglied stark herzförmig erweitert. 

Ziemlich häufig und überall verbreitet; sie findet sich auf 
jungen Kohl- und verwandten Pflanzen in Küchengärten oder in 
deren Nähe, auch auf Raphanus sativus, auf Chrysanthemen, nach 
Foudras auf Thalictrum majus L., vom Mai bis Ende Sommer. 
Die Varietät mit rothem Halsschilde ist vergleichsweise seltener und 
mehr im südlichen Gebiete anzutreffen. Foudras hat mit Unrecht 
die H. cyanoptera llliger mit der vorliegenden zusammengezogen; 
er scheint die echte Ps. eyanoptera nicht gekannt zu haben. 


3. Ps. eyanoptera Ill. Oblongo-ovata, modice convexa; capite, tho- 
race, antennarum basi, pedibus 4 anterioribus et tibiis tarsisque 
postieis obscure rufo-ferrugmeis; elytris ceyaneis; ore, pectore, 
abdomine femoribusque postieis nigro-piceis: encarpis paullo 
distinetioribus; fronte thoraceque granulatis, evidentius dense 
punctatis ; elytris profunde striato-punctatis, interstitiis subti- 
liter punctulatis. Alata. Long. 113 —1?4'', — Lat. a —Yz'". 

Var. 1. eadem, femoribus tibiisque 4 anterioribus in 
medio infuscatis. 

Var. 2. thorace nigro-piceo, vertice, femoribus tibiisque 
anterioribus plus minusve infuscatis. 


A. Ann. d. 1. Soc. ent. d. Kr. VII. 18602 8092 207. 

Haltica cyanoptera. lllig. Mag. VI. p. 77 et 175. 35 
et 197. 

Haltica elongata. Gyll. Ins. Su. Ill. 570.38. IV. app. 661. 


Sehr ähnlich der Varietät der vorigen mit-rothem Halsschilde, 
aber stets etwas kleiner, mehr länglich, von anderer Gestalt und 
stärkerer und dichterer Punktirung des Halsschildes u. s. w. — Kopf, 
Halsschild, die Fühlerwurzeln, Vorderbeine, Hinterschienen und Tarsen 
dunkelroth, der Mund pechschwarz, die Flügeldecken schön dunkel- 
blau, die Brusttheile und der Bauch, sowie die Hinterschenkel 
schwarz, letztere mit schwachem Erzschimmer; gewöhnlich ist die 
Mitte der Vorderschenkel und mehr oder weniger auch der Schienen 
sowie die Rückenränder der Hinterschienen bräunlich; nicht selten 
finden sich Individuen mit schwarzem, schwach erzglänzenden Hals- 
schilde, seltener ist auch der Scheitel schwärzlich. Stirne und Scheitel 
stark und dicht punktirt. Die Stirnlinien und Höckerehen sind etwas 


388 


bestimmter als bei Ps. chrysocephala L. Das Halsschild schmäler 
und länglicher, mit den Seiten mehr gerade nach vorne verengt, 
das Eckchen hinter der vorderen Anschwellung scharf vorspringend, 
die Oberfläche ist rauher und deutlicher granulirt, und von dichter, 
starker, fast runzlicher Punktirung, auch der Quereindruck am Hin- 
terrande beiderseits des Schildchens tiefer; die Flügeldecken sind 
hinter den Schultern weniger gerundet, die Punktstreifen stärker, 
die Zwischenräume deutlicher gepünktelt, die Fühler sind etwas 
kürzer, der Aussenrand der Hinterschienen deutlicher gezähnelt. 

Seltener als die vorige; bei Wien im April und Mai an ähn- 
lichen Orten und Pflanzen vorkommend wie die vorige; auch aus 
faulenden Kohlstengeln gesiebt; sonst noch in Italien, Spanien, Por- 
tugal, dem südlichen Frankreich, und wenn Gyllenhall’s Citat, 
wie es scheint, richtig ist, auch in Schweden. 


4. Ps. laticollis m. Oblongo-ovata, parum convexa, nitida; obscure 
coerulea, subtus cum femoribus postieis nigro-aenea; antennarum 
basi, pedibus 4 anterioribus, tibiis tarsisque postieis testaceo- 
ferrugineis: encarpis distinctis, fronte et thorace latiore, pla- 
niuseulo lateribusque rotundato evidentius punctatis; elytris pro- 
funde striatopunctatis, interstitiis laeviusculis, parce subtiliter 
punctulatis. Alata. Long. 113“. — Lat. 2%". 


Von den folgenden Arten blauer Färbung durch das sehr breite 
und flachere, an den Seiten gerundete und breiter gerandete Hals- 
schild, den starken Glanz und die Glätte der Oberfläche unter- 
schieden. Länglicheiförmig, wenig gewölbt, dunkelblau, Unterseite 
und Hinterschenkel schwarz, die Unterhälfte der Fühler, die vier Vor- 
derbeine, die Hinterschienen und Tarsen gelbroth. Die Stirnlinien 
und schmalen Höckerchen deutlich, Stirne mit einer schwachen 
Längserhabenheit in der Mitte und wie der vordere Theil des Schei- 
tels tief und deutlich punktirt. Halsschild am Hinterrande mehr als 
zweimal so breit als lang, flach gewölbt und an den nach vorne 
gerundeten, wenig herabgezogenen Seiten breiter gerandet als bei 
den übrigen Arten, mit stumpfem Eckchen hinter der vorderen An- 
schwellung; es ist mässig dicht, aber sehr deutlich und an den Seiten 
stärker und tiefer punktirt, mit glänzenden, glatten, kaum granu- 
lirten Zwischenräumen; beiderseits innerhalb des Seitenrandes befindet 
sich ein seichter, bogenförmiger Eindruck und beiderseits am Hinter- 
rande ein kurzer, nach aussen etwas erweiterter Quereindruck ; Flügel- 


389 


decken etwas breiter an der Basis als das Halsschild, mit vorsprin- 
gender Beule an den Schultern, hinter diesen etwas gerundet erwei- 
tert, von da zur Spitze allmälig und weniger schmal zugerundet; 
Punktstreifen tief und stark, mit glänzenden, nur spärlich und sehr 
zart punktirten Zwischenräumen. Geflügelt. 

In Sicilien. 


3. Ps. Napi E. H. Oblongo-ovata, convexior; obscure coerulea, subtus 
nigra; antennarum basi, pedibus 4 anterioribus et tibiis tar- 
sisque postieis testaceo-ferrugineis, femoribus posticis nigro- 
aeneis: encarpis indistinctis; fronte thoraceque lateribus parum 
rotundato subtiliter punctulatis; elytris striato-punetatis, inter- 
stitiis rugulosis, tenuissime parce punctulatis. Alata. Long. 
111". eat Ya", 

I. Aedeagus arcuatus, angustus, rufus, canaliculatus, 
marginibus parallelis, apice rotundatus. Foud. 

Var. 1. eadem femoribus 4 anterioribus in medio fusces- 
centibus. 

Var. 2. Thorace tenuissime punctulato, et elytrorum striis 
minus profundis, interstitiis fere laevigatis et vix punctulatis. 

Var. 3. minor et angustior, encarpis distinctioribus, tho- 
race ruguloso-punctulato, elytrorum interstitiis granulatis et 
rugulosis. 


Redt. Fn. Aust. ed. II. p. 946. — Foud. Ann. d. |. 
Soc. Linn. VI. 1859. 156. 4. — All. Ann. d. |. 
Soc. ent. d. Fr. VIII. 1860. 812. 210. 

Chrysomela Napi Fab. S.E. I. 446. 148? 

Haltica Napi E. H. II. 30. 12. — Gyll. Ins. Su. II. 
567. 36. IV. app. 661. — Dftsch. Fn. Austr. IH. 
280. 59. 

Macrocnema Napi. Steph. Ill. br. Ent. M. IV. 318. 4. 
— id. Man. of br. Col. 300. 2357. 

Haltica Rapae Illig. Mag. VI. 154. 174. 

Psylliodes Rapae. Redt. Fn. Aust. ed. I. p. 539. — 
Bach. Kf. Fn. f. N. u.M, Dtschl. 157, 15. — Küster. 
Kf. Eur. II, 68. 


Psylliodes ecalcarata. Redt. Fn. Aust. ed. I. p. 537. — 


ed. Il. p. 945. (Var. spinula apicali brevissimo). 
Wiener entomol. Monatschr. VIII. Bd. 29 


390 . 

Etwas gewölbter und gerundeter als die verwandten Arten} 
dunkelblau, häufig mit etwas grünlichem Schimmer des Halsschildes; 
Unterseite und Hinterschenkel schwarz, mit Erzschimmer; die Füh- 
lerwurzeln, die 4 Vorderbeine, Hinterschienen und Tarsen röthlich- 
gelb; die Vorderschenkel sind bisweilen in der Mitte gebräunt, der 
Unterrand der Hinterschenkel rothbraun; manchmal ist auch die 
Spitze des Mundes vöthlich gefärbt. Stirnlinien und Höckerchen un- 
deutlich oder nur erstere leicht angedeutet. Die Stirne sammt dem 
vorderen Theile des Scheitels fein granulirt und fein zerstreut ge- 
pünktelt. Halsschild am Hinterrande nicht völlig zweimal so breit 
als lang, nach vorne mässig stark und sehr flachbogig verengt, mit 
scharf ausspringeuden Eckchen hinter der vorderen Areewelltne: 
es ist fein und ziemlich dicht, an den Seiten stärker punktirt, mit 
fein granulirten Zwischenräumen; vor dem Hinterrande über dem 
Schildehen findet sich häufig ein seichtes rundes Grübchen und am 
Hinterrande beiderseits ein nach aussen zu tieferer Quereindruck, 
Die Flügeldecken an den Schultern viel breiter als das Halsschild, 
mit mässig erhabener Beule, bis gegen die Mitte leicht gerundet und 
von da ab zur Spitze- verschmälert; die Punktstreifen sind mehr 
oder weniger tief, die Punkte einander mehr genähert als bei Ps. 
chrysocephala , die Zwischenräume sind leicht gewölbt, mehr oder 
weniger gerunzelt, bisweilen fast glatt, und zeigen feine, oft beinahe 
verschwindende Punkte. Geflügelt. Das 1. Vordertarsenglied des J 
ist stark herzförmig erweitert. j 

Die Varietät 3 ist weit kleiner und Ens schmäler, die Stirn- 
linien sind deutlicher, die Zwischenräume des Halsschildes wie der 
Flügeldecken sind deutlicher gerunzelt, 

In ganz Europa nieht selten, im Sommer auf Brassica- und Sinapis- 
Arten, auch auf Bardarea vulgaris an feuchten Orten und Bachufern. 


6. Ps. Milleri m. Fusiformi-ovata, modice convexa; nigro-cyanea, 
subtus nigra; antennarum basi tibiis tarsisque ferrugineis, fe- 
moribus 4 anterioribus piceis, trochanteribus commissurisque 
ferrugineis; femoribus posticis nigro-aeneis: encarpis indistinc- 
tis; fronte thoraceque nitentibus tenuissime minus dense punc- 
tulatis; elytris subtiliter striato-punetatis, interstitiis laevius- 
eulis, minutissime sparsim punctulatis. Alata. Long. 11%, — 1143". 
= Dat. u 


Var. tibiis anterioribus plus minusve fuscescentibus. 


391 


Durch geringere Grösse, gewölbtere und weit schmälere Gestalt, 
schwarzblaue Färbung, schwächere,.sparsamere Punktirung und grössere 
Glätte der Oberfläche von Ps. Thlaspis Foud. unterschieden. Von 
Ps. Napi E.H., mit der sie die meiste Aehnlichkeit hat, durch die weit 
schmälere länglichere Gestalt, die dunklen Vorderschenkel und feineren 
Punktstreifen abweichend. — Von schmaler in die Länge gezogener 
Eiform, fast spindelförmig; schwarzblau; die vier ersten Fühlerglieder, 
alle Schienen und Tarsen rostroth, die Vorderschenkel pechbraun, mit 
röthlichen Gelenksansätzen und Trochanteren; auch die Mitte der 
Vorderschienen meist in grösserer oder geringerer Ausdehnung bräun- 
lich ; die Hinterschenkel ehern schwarz. Scheitel oben glatt, nach vorne 
zu wie die Stirne mit zerstreuten feinen Pünktchen besetzt; Halsschild 
fast zweimal so breit als lang, ziemlich stark gewölbt und vorne 
deutlich zusammengedrückt; die Seiten sind vor den Hinterecken 
leicht gerundet und dann ziemlich gerade nach vorne verschmälert, 
mit einem stumpfen Eckchen hinter den Vorderecken; die Oberfläche 
ist beinahe glatt und mässig dicht mit feinen Pünktchen besetzt; der 
Quereindruck am Hinterrande ziemlich fein. Die gewölbteren Flügel- 
decken sind an den Schultern wenig breiter als das Halsschild, mit 
markirter Beule, mit den schwach gerundeten Seiten allmälig nach 
hinten verschmälert; die Punktstreifen sind ziemlich fein und seicht, 
mit fast glatten, spärlich gepünktelten und bisweilen schwach wellen- 
förmig gerunzelten Zwischenräumen. Geflügelt. 1. Vordertarsenglied 
mässig erweitert. 

Von Herın Miller auf der Insel Cephalonia in wenigen Exem- 
plaren von Nadelholz geklopft. 


7. Ps. Thlaspis Foud. Oblongo-ovata, parum convexa; nigro-coerulea, 
subtus nigra; antennarum basi ferruginea; femoribus nigro-piceis, 
trochanteribus, commissuris, tibiis tarsisque obscure ferrugineis, 
tibiis anterioribus plus minusve fuscescentibus: encarpis indi- 
stinetis, fronte pareius thorace crebre evidentius punctatis, et 
tenuissime granulatis; elytris confertim striato-punctatis, inter- 
stitiis evidentius punctulatis. Alata. Long 11,— 11, — Lat. 
leg 

I. Aedeagus recurvatus, a basi ad apicem late profun- 
deque canaliculatus; apex deflexus rotundato-angulatus Foud. 
29 I 


Var. 1. obseure viridi-coerulea. 
Var. 2. thorace cupreo. 
Var. 3. pedibus antieis ferrugineis. 


Foud. Ann. d. ], Soc. Linn. VL 1859. 154. 3. — All, 
Ann. del. Soc. ent, d.. Er. VI. .18007 813. 212° 


Der Ps. Napi E.H. nahe verwandt und ähnlich, jedoch weit facher, 
etwas länglicher; die blaue Färbung ist dunkler und zieht besonders 
auf dem Halsschilde mehr ins Grünliche; letzteres ist bisweilen erz- 
färbig; die Unterseite und Hinterschenkel sind schwarz mit Erz- 
schimmer; die Vorderschenkel schwärzlich, mit Ausnahme der Tro- 
chanteren und der Gliederansätze, welche wie die Schienen, Tarsen 
und kühlerbasen rostroth sind; der grösste Theil der Vorderschienen 
und mehr oder weniger der Aussenrand und das Ende der Hinter- 
schienen sind in der Regel gebräunt. Stirnlinien und Höckerchen un- 
deutlich; Scheitel und Stirne fein granulirt, mit zerstreuten, feinen, 
nach vorne zu etwas stärkeren Pünktchen, Halsschild von der Breite 
wie bei Ps. Napi E. H., aber flacher gewölbt, an den nach vorne 
verschmälerten Seiten fast gerade; die Oberfläche ist deutlicher gra- 
nulirt und matter, die feine Punktirung etwas dichter; die Querein- 
drücke am Hinterrande seicht; das Eckchen hinter den Vorderecken 
ist ebenfalls deutlich. Die Flügeldecken sind etwas länglicher und 
flacher, an den Seiten weniger gerundet, die Punktstreifen weniger tief 
aber aus sehr genäherten Punkten gebildet, die Zwischenräume eben 
und fein granulirt und dichter und deutlicher punktirt, Geflügelt. 
Das 1. Vordertarsenglied des Q etwas weniger stark erweitert. 

Im südlichen Frankreich im Juni auf T/laspi campestre nach 
Foudras. Mir liegt auch ein einzelnes Stück aus Oesterreich vor, 
und dürfte diese Art wahrscheinlich noch in anderen Gegenden an- 
zutreffen sein. 


8. Ps. fusiformis Illig. Fusiformi-ovata, modice convexa, subnitida; 
obseure cyanea aut nigro-aenea, antennarum basi pedibusque 
rufescentibus, femoribus postieis apice nigricantibus: encarpis 
indistinetis; fronte thoraceque dense subtiliter punctulatis et 
tenuissime granulatis; elytris profunde striato- punctatis, inter- 
stitiis dense punctulatis. Alata. Long. 11%, —1%3“'. Lat. y—3/4"", 

All. Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fr. VII. 1860. 813. 211. 


393 


Haltica fusiformis Illig. Mag. VI. p. 76 et 174. 34 
et 153. 


Psylliodes luteipes Küst. Kf. Eur. XVII. 96. 


Durch ihre schmale, spindelförmig nach beiden Enden ver- 
schmälerte Gestalt, die gelbrothen Beine und die sehr dicht und deut- 
lich punktirten Zwischenräume der Punktstreifen ausgezeichnet. Mässig 
gewölbt, schwach glänzend, dunkelblau oder schwarzerzgrün, mit 
schwarzer Unterseite, die Wurzel der Fühler und die Beine röthlich, 
die Hinterschenkel etwas dunkler mit oberwärts schwärzlicher Spitze. 
Scheitel und Stirne fein gepünktelt und etwas granulirt; Stirnhöcker- 
chen und Linien undeutlich; Halsschild um ein Drittel breiter als 
lang, ziemlich gewölbt, nach vorne sehr flachbogig verschmälert mit 
scharf vorspringendem Eckchen hinter den Vorderecken, es ist fein 
und besonders an den Seiten dicht punktirt, mit granulirten Zwischen- 
räumen und schwachem Quereindruck am Hinterrande beiderseits des 
Schildehens. Flügeldecken mehr als zweimal so lang als breit, an der 
Basis etwas breiter als das Halsschild mit vorspringender Schulter- 
beule, bis in’s erste Drittel etwas erweitert und dann allmälig zur 
Spitze verschmälert, die Streifen aus tiefen und starken, dicht ge- 
drängten Punkten zusammengesetzt, mit schmalen sehr deutlich und 
dicht punktirten Zwischenräumen. Geflügelt. Das 1. Vordertarsen- 
glied des JS ziemlich stark erweitert. 

Portugal bei Coimbra (Illiger), auf der Insel Sardinien bei 
Cagliari (Küster) und in Algerien. 


9. Ps. luridipennis m. Oblongo-ovata, modice convexa; capite thora- 
ceque viridi-aeneis aut cupreis, elytris spadiceis aeneo-mican- 
tibus; antennarum basi pedibusque pallide testaceis, femoribus 
posticis aeneis basi brunneis: encarpis distinctis, fronte thora- 
ceque granulatis et fortius rugoso-punctatis,, elytris confertim 
profunde striato-punctatis, interstitiis subtilissime punctulatis. 
AMlata., Bong. 1/3472 Dat. >74. 


Eine ausgezeichnete Art, welche in der Färbung einige Aehn- 
lichkeit mit Ps. nigricollis Marsh. besitzt, aber nach Gestalt, Grösse 
und Sculptur sehr davon abweicht. Von der Grösse und Wölbung 
der Ps. Hyoscyami L. aber nicht so breit, länglich-eiförmig. Kopf 
und Halsschild erzfärbig grün oder kupferig. Flügeldecken röthlich- 
braun, mit starkem grünem Erzschiller; die fünf ersten Fühlerglieder, 


394 
die vier Vorderbeine, Hinterschienen und Tarsen blass röthlichgelb ; 
die Unterseite und Hinterschenkel ehern schwarz, letztere an der 
Basis und am Unterrande röthlichbraun. Scheitel und Stirne deutlich 
granulirt und dicht und stark punktirt. Stirnlinien und Höckerchen 
deutlich. Halsschild gewölbt, am Hinterrande um die Hälfte breiter 
als lang, nach vorne im schwachen Bogen verschmälert und hinter 
der vorderen Anschwellung des Seitenrandes stumpfeckig vorsprin- 
gend; es ist dicht und stark punktirt, in den Zwischenräumen deut- 
lich granulirt und am: Hinterrande beiderseits mässig tief einge- 
drückt. Flügeldecken an den Schultern nur. wenig breiter als das 
Halsschild, mit mässig erhobener Beule, hinter denselben gerundet 
und daun allmälig zur Spitze hin verschmälert; sie. haben tiefe 
und starke, nach hinten verfeinerte und aus dicht gedrängten Punkten 
gebildete Streifen, deren Zwischenräume dicht mit feinen Pünktchen 
besetzt sind. Geflügelt. 

Das mir vorliegende Stück (@) stammt aus England, von der 
Insel Lundy; von Herrn Waterhouse freundlichst mitgetheilt. 

Ob die erzschillernde braune Farbe den Flügeldecken dieser 
Art eigenthümlich ist, oder bei allfälliger grösserer Beife einer 
gänzlich grünen Erzfarbe weicht, darüber fehlen mir weitere Anhalts- 
punkte. Doch scheint das vorliegende Insekt völlig ausgereift zu sein. 


10. Ps. cuprea E. H. Oblongo -ovata, sub-convexa, parum nitida; 
obscure aenea aut cuprea, antennarum basi pedibusque testa- 
ceis, femoribus postieis obscure aeneis: encarpis indistinctis; 
fronte et thorace angustiore granulatis et subtilissime dense 
puncsulatis; elytris subtiliter striato-punctatis, interstitiis granu- 
latis et tenuissime parce punctulatis. Alata. Long. 13 — 11%" 
— Lat. 1 — 34". 

JS Aedeagus arcuatus, angustus, perlucidus, canaliculatus, 
ante apicem. parum contractus; apex lanceolatus. Foud. 


Var. 1. femoribus anterioribus paulo fuscescentibus. 

Var. 2. viridi-aenea. 

Var. 3. coerulea, femoribus postieis rufescentibus, extror- 
sum plus minusve nigro-coerulescentibus; elytiorum intersbitlis 
densius punctulatis. 

Haltica cuprea E. H. N. 28. 11. t. 2 f. . — Lllig. 

Mag. VI. 172. 148. — Duftsch, Fn. Aust. IU. 
281. 62. 


395 


Psylliodes cuprea Redt. Fn. Aust. ed. I. p. 537. ed. II. 
p- 945! .— Bach! Kf. Fn.'f. N. u. M. Dtschl. II. 
1,5617: 


Psylliodes fusiforınis Redt, Fn. Aust. ed. I. p. 538. ed 
ee JA00 Dach RETTET, NEE MDLSChie 
IE EISS 7. 


Psylliodes herbacea Foud. Aun. d. ]. Soc. Linn, VI. 
1859. 170.13. 


Psylliodes cupro-nitens All. Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fı. 
VIII. 1860. 815. 214. 


Von: veränderlicher Grösse und Färbung. Nahe verwandt der 
Ps. fusiformis. Illig.;, aber in der Regel grösser, etwas breiter 
und flacher, mit deutlicher granulirter, ‘ matt  seidenglänzender 
Oberfläche; ihre Punktstreifen sind feiner und seichter, deren Zwischen- 
räume breiter und undeutlicher punktirt; von Ps. Thiaspis Foud. 
unterscheiden sie die mehr längliche Gestalt, die feinen Punktstreifen 
und die helle röthlichgelbe Farbe der Beine. Länglicheiförmig, flach 
gewölbt, matt kupfrig oder erzfärbig grün mit dunklerer Unterseite; 
die untere Hälfte der Fühler und die Beine mit Ausnahme der 
dunkel erzfärbigen Hinterschenkel söthlichgelb oder blass gelbbraun; 
die Mitte der Vorderschenkel nicht selten etwas gebräunt; die Varietät 3 
ist etwas grösser, blau oder grünlichblau, mit röthlichen Beinen und 
mehr oder weniger dunkelrothen an dem Oberrande und der Spitze 
schwarzblauschilleinden Hinterschenkeln. Scheitel oben glatt ohne 
Punkte, nach vorne wie die Stirne dicht punktirt und fein granulint; 
Stirnhöckerchen und Linien sehr schwach angedeutet; Halsschild 
wenig mehr als um die Hälfte breiter als lang und nach vorne gerad- 
linig. verschmälert mit scharf vorspringenden Eckchen hinter den 
Vorderecken; es ist sehr fein dicht punktirt, in den Zwischenräuimen 
deutlich granulirt und mattglänzend; der beiderseitige Quereindruck 
am Hinterrande sehr seicht. Flügeldecken wenig gewölbt, an den 
Schultern viel breiter als das Halsschild mit erhobener Beule, an den 
Seiten schwach gerundet, mit feinen und seichten, aus gedrängten 
Punkten gebildeten Streifen; ihre Zwischenräume sind äusserst fein 
granulirt und weitläufig fein gepünktelt; bei Var. 3 ist die Punktirung 
etwas dichter und. deutlicher. Geflügelt. Das 1. Vordertarsenglied 
des Q deutlich erweitert. 


396 

Ziemlich selten; in Oesterreich, in den Rhein-Provinzen und an- 
deren Gegenden Deutschlands, in Frankreich, England, von H. Miller 
auch auf der Insel Cephalonia gesammelt, von Hın, Grafen Ferrari 
auf Papaver Rhoeas gefunden; die Var. 3, welche sich zugleich durch 
ansehnliche Grösse auszeichnet, aus Dalmatien (Kahr) und Sicilien 
(Groh mann). 

Die Deutung der Ps. cuprea der E. H. auf die vorliegende 
anstatt auf die häufig dafür angenommene weiter unten als Ps. insta- 
bilis Foud. folgende Art, dürfte gutgeheissen werden, da die Merk- 
male der matten, röthlichen Kupferfarbe und der fast parallelen 
Halsschildränder bei der vorliegenden vorzugsweise vorhanden 
sind, Ps. cupro-nitens All. ist, so weit aus mitgetheilten Exem- 
plaren zu ersehen, mit der vorliegenden identisch, die Ps. cupro- 
nitens Förster ist mir unbekannt. Die Ps. cuprea Foud und 
Allard gehört nicht hieher. 


11. Ps. pyritosa m. Oblongo-ovata, convexior, nitida, cupreo-aenea; 
antennarum basi pedibusque testaceis, femoribus anterioribus 
paulo infuscatis, posticis cupreis: encarpis distinctioribus; fronte 
evidentius punetulata; thorace dense ruguloso-punctulato ; elytris 
parum profunde striato-punctatis , interstitiis fortius creberrime 
punctulatis. Alata. Long. 11% — 115. — Lat. Y% — %5'. 


Der Vorigen äusserst ähnlich, aber mehr gewölbt und stärker 
glänzend; die Farbe ist heller messingglänzend; die Granulirung der 
Oberfläche kaum zu unterscheiden; der Vordertheil des Scheitels und 
die Stirne ist stärker punktirt, die Stirnlinien und Höckerchen etwas 
deutlicher. Das Halsschild ist gewölbter und kürzer, etwa zweimal so 
breit am Hinterrande als lang, vorn seitlich zusammengedrückt mit 
tiefer herabgezogenen Vorderecken, und sehr dicht und tiefer punk- 
tirt mit etwas runzlich zusammengezogenen Zwischenräumen; die 
Seiten fast gerade nach vorne verengt mit scharf ausspiingenden 
Eckchen hinter den Vorderecken. Die Flügeldecken sind rückwärts 
etwas stumpfer abgerundet, die Punktreihen bestehen aus etwas 
gröberen, aber seichten Punkten, welche von der sehr dichten und 
deutlichen Punktirung der Zwischenräume verhaltnissmässig schwach 
sich abheben. Im Uebrigen stimmt sie mit Ps. cuprea E. H. überein. 

Die drei mir vorliegenden Stücke sind von dem Insektensammler 
Kahr wahrscheinlich aus Kärnthen mitgebracht. 


397 


12. Ps. eupreata Duftsch. Oblongo-ovata, convexior, nitidissima ; 
obscure cuprea, antennarum basi, tibiis tarsisque obscure 
ferrugineis, femoribus posticis cupreis, 4 anterioribus piceis, 
trochanteribus commissurisque ferrugineis : fronte fortius punc- 
tata, encarpis distinctioribus; thorace fortius ruguloso-punc- 
tato; elytıis profunde striato-punctatis, interstitiis evidenter 
punetulatis. Tibiis posticis margine dorsali exteriore distincte 
denticulatis. Alata,. Long. 11, —1143". — Lat. %,— 7". 

Var. tibiis anterioribus plus minusve infuscatis. 
All. Ann. d. ]. Soc, ent. d. Fr. VIII. 1860. 805. 202. 
Haltica cupreata Duftsch. Fon. Aust. III. 282. 64. 


Die etwas kleinere Gestalt, die dunkle Kupferfarbe, die pech- 
braunen Vorderschenkel, die tiefen, stärkeren Punktstreifen, die stär- 
kere Punktirung des Halsschildes, besonders aber die sehr deutliche 
Zähnelung des Aussenrandes der Hinterschienen,, lassen diese Art 
leicht von den beiden Vorigen unterscheiden; von Ps. cuprea weicht 
sie überdiess durch etwas kürzere gewölbtere Gestalt, den Glanz der 
Oberfläche und durchaus stärkere Punktirung ab. — Länglich-eiförmig, 
ziemlich stark gewölbt. Ober- und Unterseite sammt den Hinter- 
schenkeln dunkel kupfererzfärbig, mit starkem Glanze, die vier Vor- 
derschenkel pechbraun, ihre Trochanteren und Spitzen, alle Schienen 
und Tarsen, dann die Fühlerwurzeln dunkel rostroth; die Mitte der 
Vorderschenkel ist häufig mehr oder weniger gebräunt. Der Scheitel 
nachı vorne und die Stirne stark punktirt; die Stirnlinien und Höcker- 
chen mehr oder weniger deutlich; Halsschild ziemlich stark gewölbt, 
und vorne seitlich zusammengedrückt, am Hinterrande zweimal so breit 
als lang, nach vorne sehr flachbögig verschmälert, mit scharfen Eck- 
chen hinter den Vorderecken; es ist dicht und stark punktirt, mit 
glatten, etwas runzlich zusammengezogenen Zwischenräumen und 
tiefem Quereindruck beiderseits am Hinterrande. Die Flügeldecken 
etwas breiter an den Schultern als das Halsschild mit vorspringender 
glatter Beule, hinter denselben noch etwas zunehmend, dann in flachen 
Bogen nach rückwärts verschmälert und an der Spitze etwas stumpfer 
als Ps. cuprea EH. abgerundet; die Punktstreifen sind tief und 
stark, aus nahe aneinander gerückten Punkten zusammengesetzt; die 
flachen glänzenden Zwischenräume sehr deutlich punktirt und leicht 
querrunzlich. Geflügelt. Der Aussenrand der Hinterschienen ist sehr 
deutlich, fast in seiner ganzen Länge fein gezähnelt. Das 1. Vorder- 
tarsenglied des © mässig stark erweitert. 


398 

Von H.. Miller und mir im Frühlinge (April. und Mai) bei 
Wien in ‘der Nähe von Küchengärten ‚in:grosser Menge gesammelt; 
nach H. Allard auch in Frankreich. 


13. Ps. instabilis Foud. Oblongo-ovata, convexior, nitida; aenea aut 
obsceure viridi-aenea, antennarum. basi tibiis tarsisque ferrugineis, 
femoribus posticis aeneis, 4 anterjoribus piceis, trochanteribus 
commissurisque ferrugineis: fronte parce subtilissime punctulata, 
encarpis indistinetis; thorace ruguloso-punctulato, elytris parum 
profunde striato - punctatis, interstitiis tenuissime ruguloso- 
granulatis, et minutissime parce punetulatis. Alata. Long. 1— 11%, '. 
— Lat. %,— Ya". 

I Aedeagus a basi ad apicem late canaliculatus, canali- 
culus versus basin modice contractus; apex angulatus Foud. 
Var. 4. nigricans aut coerulescens. 
Var. 2. tibiis anterioribus plus minusve infuscatis. 
Foud. Ann. d. ]l. Soc. Linn. VI. 1859. 170. 14. — All. 
Ann. d. ]. Soe. ent. d. Fr. VIII. 1860. 824. 225. 


Von der Gestalt und Grösse der Ps. cupreata Duftsch., aber 
noch etwas gewölbter und durch andere Färbung, die schwachen 
Punktstreifen, die fein gerunzelten, kaum punktirten Zwischenräume, 
die weit undeutlichere Zähnelung des Aussenrandes der Hinterschienen 
u.s. w. sogleich zu unterscheiden. Sie wechselt sehr in der Grösse 
und es finden sich Individuen um mehr als ein Dritttheil kleiner. als 
andere. Ebenso veränderlich ist die Färbung. Die glänzende Ober- 
fläche ist in der Regel mehr oder weniger dunkel erzfärbig, bald mit 
Messingglanz, bald mit grünem oder blaugrünem Schimmer, selten ganz 
dunkelblau oder schwärzlich. Die Fühlerbasis, die Schienen und Tarsen 
rostroth, die Vorderschenkel pechbraun, mit Ausnahme. der Spitze 
und der Trochanteren; häufig sind auch die Vorderschienen mehr 
oder weniger angedunkelt; Hinterschenkel erzfarbigs. Der vordere 
Theil des Scheitels mit der Stirme ist fein granulirt und sehr fein 
sparsam punktirt; Stirnlinien und Höckerchen entweder ganz ver- 
wischt, oder es sind die ersteren durch einen winkelförmigen Eindruck, 
letztere durch. zwei glänzende glatte Stellen angedeutet. Halsschild 
und Flügeldecken ganz von dem Bau der Vorigen; die Punktirung des 
ersteren aber ist feiner, mit etwas runzlich zusammengezogenen 


399 


Zwischenräumen und fein granulirtem Grunde, letztere haben feinere 
und schwächere Punktstreifen ‘und fein runzliehgranulirte, flache 
Zwischenräume, ohne alle oder mit nur bei starker Vergrösserung 
wahrnehmbarer feiner und spärlicher Punktirung. Gefügelt. Die 
Hinterschienen zeigen am Aussenrande eine schwache undeutliche 
Zähnelung. Das 1. Vordertarsenglied des J ist mässig erweitert. 

In Oesterreich, in der ganzen südwestlich von Wien gelegenen 
Kalkgebirgskette bis in die Alpen auf Erysimum Cheiranthus anfangs 
Sommer nicht selten; von H. Kahr in Steiermark gesammelt; auch 
in anderen Gegenden Deutschlands und im sädliehen Frankreich; 
nach H. Foudras auf Iberis pinnata L. i 


14. Ps. attenuata E. H. Oblongo-ovata, convexior, nitidissima; viridi- 
aenea, elytris postice rufescentibus; antennis pedibusque ferru- 
gineis, femoribus 4 anterioribus plus minusve infuscatis, postieis 
rufo-piceis, superne nigrieantibus et aenev-micantibus: fronte 
tenuissime granulata nee punetulata; encarpis distinetis et lineis 
duabus decussatis separatis; thorace fortiter punctato et tenu- 
issime granulato; elytris profunde striato-punctatis, interstitiis 
rugosulis, evidenter punetulatis.. Alata. Long. 1—11,'“., — 
Bat Ya 2/4 3 

S Aedeagus recurvatus, rufus, a basi ad apicem arete 
eanalieulatus; apex acute lanceolatus. Foud. 

Var. 1. Elytris unicoloribus (M. pieicornis Kirby). 

Var. 2. Thorace basi leviter biimpresso. 


Redi. Fn. Aust. ed. I. p. 537. ed II. p. 945. — Käst. 
Kf. Eur. XX VIII. 90. — Bach. Kf. Fn.f. N. u. 
M. Dischl. I. 156. Ss. — Foud. Ann. d. 1. Soc. 
Linn. VI. 1859. 167. 11. — All. Ann. d. 1. Soe. 


ent. d. Fr. VIII. 1860. 805. 203. 


Haltica aitenuata E. H. Il. 34. 15. ı. 2 f. 10. —Illiz. 
Mas. VE. 173. 149. — Düuftsch. Fn. Aust. IH. 
254. 66. 


Von der Grösse der Vorigen, aber weit schmäler; langeiförmig, 
ziemlich stark gewölbt, und glänzend erzgiün; die Spitze der Flügel- 
decken in grösserer oder geringerer Ausdehnung, röthlich, selten ganz 
einfärbig erzgrün; die Fühler bis auf die etwas dunklere Spitze, die 
Vorderbeine, die Hinterschienen und: Tarsen röthlich, die Vorder- 


400 


schenkel mehr oder weniger bräunlich, die Hinterschenkel röthlich- 
pechbraun, nach Aussen schwärzlich mit Erzglanz. Scheitel und Stirne 
äusserst fein granulirt, aber ohne alle Punktirung; Stirnhöckerchen 
länglich dreieckig und von tiefen sich durchkreuzenden und an dem 
Durchkreuzungspunkte punktförmig vertieften Linien abgesetzt. Hals- 
schild um die Hälfte breiter als lang, ziemlich gewölbt, nach vorne 
im flachen Bogen verengt, mit stumpfeckigem Vorsprunge hinter den 
Vorderecken; es ist dicht und gleichmässig stark und tief punktirt, 
die Zwischenräume fein granulirt, der Quereindruck am Hinterrande 
beiderseits des Schildchens tief und bisweilen nach Aussen hin in 
einen mehr oder weniger deutlichen Längseindruck endigend. Die 
Flügeldecken, mehr als zweimal so lang als breit, an der Basis etwas 
breiter als das Halsschild mit erhobener Beule an den Schultern, 
hinter denselben wenig gerundet und dann zur Spitze hin im sanften 
Bogen verschmälert. Die Punktstreifen sind aus sehr tiefen und 
grossen, nach hinten feineren Punkten gebildet; die Zwischenräume 
glänzend, mit sehr deutlichen Pünktchen besetzt und mehr oder 
weniger quer gerunzelt; Geflügelt. Der Aussenrand der Hinterschienen 
ist deutlich gezähnelt, der Enddorn etwas länger als gewöhnlich 
1. Vordertarsenglied des d‘ mässig erweitert. 

Im Soinmer auf Hopfen und Hanf nicht selten. In Oesterreich, 
Steiermark, am Rheine und in andern Gegenden Deutschlands, 
Frankreich, England. 


15. Ps. nucea Illig. Elongato-ovata, modice convexa, nitidissima ; 
rufo-testacea vel spadicea, mesothorace et metathorace subtus 
uigris; abdomine et femoribus posticis plus minusve infuscatis: 
fronte laeviuscula vix punctulata; encarpis indistinctis; thorace 
tenuissime punetulato; elytris antrorsum profundius striato- 
punctatis, interstitiis subrugulosis et minutissime parce punctu- 
latis. Alata. Long. 1%, —2''. — Lat. Yy—%y"". 

S Aedeagus canaliculatus, prope basin contractus; apice 
breviter lanceolatus, emarginatus. Foud. 
Foud. Ann. d. I. Soc. Binn. VI. 18992189726, 
Ann. d. ]. Soc. ent. d. Fr. VIII. 1860. 828. 230. 


Haltica nucea Illig. Mag. VI. 175. 158. 


Von der Gestalt und Grösse der Ps. chrysocephala L. Sie ist 
ganz röthlichgelb oder etwas bräunlich, nur die Mittel- und Hinter- 


401 


brust und der Bauch mit Ausnahme der Spitze sind schwarz; die braun- 
rothen Hinterschenkel sind nach aussen mehr oder weniger schwärz- 
lich; die Spitzen der Fühler etwas bräunlich. Scheitel und Stirne 
glänzend, beinahe glatt, nur bei hinlänglicher Vergrösserung sind 
einige feine Pünktchen bemerkbar. Stirnlinien und Höckerchen un- 
deutlich. Halsschild am Hinterrande fast zweimal so breit als lang, 
an den Seiten nach vorne gerundet verschmälert, mit stumpf vor- 
springendem Eckchen hinter der vorderen Anschwellung; es ist fast 
glatt und stark glänzend, nur dünn mit sehr feinen, nach den Seiten 
hin etwas stärkeren Pünktchen besetzt. Die Flügeldecken an der 
Basis etwas breiter als das Halsschild mit mässiger Beule an den 
Schultern, hinter diesen etwas gerundet und nach hinten allmählıg 
verschmälert; die Punktstreifen sind vorne ziemlich stark und ver- 
feinern sich allmählig nach der Spitze hin; die Zwischenräume sind 
leicht gerunzelt und zeigen spärliche äusserst feine Pünktchen. Ge- 
flügelt. 1. Vordertarsenglied des S deutlich erweitert. 

Im südlichen Frankreich, Spanien und Portugal. Nach Foudras 
auf verschiedenen Thalietrum-Arten im Mai und Juni. 


16. Ps. Kunzei Foud. Oblongo-ovata, modice convexa, nitida; pallide 
rufo-testacea, metasterni margine et femorum posticorum apice 
nigris: fionte laeviuscula tenuissime. punctulata ; encarpis 
indistinctis; thorace brevi tenuissime granulato et punctulato; 
elytris profunde striato-punctatis, interstitiis subrugulosis et 
subtilissime parce punctulatis. Alata. Long. 1% — 2”. 
Lat. 1". 


I Aedeagus canaliculatus, in medio paululum dilatatus, 
apice lanceolatus, acutus. Foud. 


Foud, Ann..d. 1, Soc. Linn. VI. 1859. 187. 24. — All. 
Ann.d.|]. Soc. ent. d. Fr. VIII. 1860. 816. 215. 


Ebenfalls von der Grösse und Gestalt der Ps. chrysocephala L. 
Von der Vorigen durch die röthliche Färbung des Bauches und des 
grössten Theiles der Hinterbrust und Hinterschenkel, das verhältniss- 
mässig kleinere und kürzere Halsschild, die etwas längeren Fühler- 
glieder verschieden. Sie ist ganz blass röthlichgelb mit Ausnahme der 
bräunlichen Spitze der Hinterschenkel und der schwarzen Seiten- 
ränder der Hinterbrust. Stirne und Scheitel glänzend mit äusserst 
feiner sparsamer Punktirung. Stirnlinien und Höckerchen völlig un- 


402 

deutlich. Halsschild sehr klein, zweimal so breit als lang, mässig 
gewölbt, an den nach vorne verschmälerten Seiten leicht gerundet 
mit sehr stumpf vorspringender Anschwellung hinter den Vorderecken; 
es ist äusserst fein granulirt und mit sehr feinen zahlreichen Pünkt- 
chen besetzt; am Hinterrande stehen einige grössere Punkte. Flügel- 
decken an den Schultern breiter als das Halsschild mit mässig er- 
hobener glatter Beule, dahinter etwas gerundet und dann zur Spitze 
verschmäiert; mit tieferen Punktstreifen und flachen leicht gerun- 
zelten, spärlich fein gepünktelten Zwischenräumen. Geflügelt. 

Italien. 


17. Ps. mareida Ill. Oblongo-ovata, modice convexa, nitida; dilute 
rufo-testacea, capite thorace femoribusque postieis paulo aeneo- 
relucentibus; his apice et antennis extrorsum plus minusve in- 
fuscatis: fronte granulata confertim ac profunde punctata; en- 
carpis distinctis, lineis duabus decussatis separatis; thorace 
brevi tenuissime granulato et dense punctato; elytris stıiato- 
punctatis, interstitiis dense punctulatis. Alata. Long. 119%—2"!, 
— Lat. 4". 

S Aedeagus elongatus, angustus, modice arcuatus, rufus; 
canaliculus prope basin paululum contractus; apex obtuse 
angulatus. Foud. 


Bach. Kf. Fn. f. N. u. M, Dtschl. IH. 158. 21. — Redt. 
Fn. Aust. ed. II. p. 946. — All. Ann. d. 1. Soc. 
ent. d. Fr. VIll. 1860. 802. 198. 

Haltica marecida. Illig. Mag. VI. 175. 159. 

Macrocnema marcida Steph. Ill. br. ent. Mand. IV. 
320. — id. Man. of. br. Col. 300. 2364. 

Psylliodes operosa Foud. Ann. d. 1. Soc. Linn. VI. 
1859. 188. 25. ; 


Länglicheiförmig, mässig gewölbt, im Umriss der Ps. Hyos- 
eyami L. ähnlich, aber verhältnissmässig länglicher und von veränder- 
licher Grösse, so dass d' von der halben Grösse der @ gefunden 
werden. Blass rostroth oder röthlichgelbbraun , die Flügeldecken, 
Fühler, Vorderbeine, Hinterschienen und Tarsen etwas bleicher ; Kopf, 
Halsschild und Hinterschenkel grünlich metallisch schillernd, letztere 
unfern der Spitze bräunlich. Scheitel oberhalb fein granulirt, nach 
vorne zu sammt ‘der Stirne dicht mit groben und tiefen Punkten 


403 


besetzt und mätt. Stirnhöckerehen glatt, lJänglich und von tiefen sich 
durchkreuzenden Linien abgegrenzt, welche an ihrer Durchkreuzungs- 
stelle punktförmig vertieft sind. Halsschild am Hinterrande mehr als 
zweimal so breit als lang, nach vorne sehr flachbogig verengt, mit 
scharf vorspringenden Eekchen hinter den Vorderecken; es ist fein 
granulirt und dicht mit ziemlich feinen Punkten bedeckt, am 
Hinterrande beiderseits des Schildchens. tief eingedrückt. Flügeldecken 
etwas breiter an. den Schultern als das Halsschild mit mässiger, 
glänzender, fein gepünktelter Beule, hinter den Schultern etwas er- 
weitert und von da zur Spitze allmählig zugerundet; die Punkt- 
streifen bestehen aus mässig grossen, aber tiefen, sehr gedrängt 
stehenden Punkten; die Zwischenräume sind äusserst dicht mit feinen 
Pünktchen bedeckt und bisweilen leicht gerunzelt. Geflügelt. Die aus- 
gehöhlte Hinterschienenspitze ist besonders breit, löffelförmig. Das 
1. Vordertarsenglied des © ist dreieckig erweitert. 

An den Küsten Portugals, Frankreichs, Englands, an der Nord- 
und Ostsee (Ostende, Königsberg); auch an der nordwestlichen afri- 
kanischen Küste. Lebt auf Crambe maritimum vom April bis Juni. 


18. Ps. affinis Payk. Oblongo-ovata, modice convexa, nitida; ferru- 
ginea, thorace rufo, capite, elytrorum sutura, pectore abdomi- 
neque nigris; femoribus posticis rufo-brunneis, superne fuscescen- 
tibus, margine inferiore obtuse angulatis: fronte tenuissime 
granulata nec punctulata; encarpis distinctis, lineis duabus 
decussatis separatis; thorace tenuissime granulato et dense 
fortius rugoso-punctato, basi utiinque leviter impresso; elytıis 
profunde striato-punctatis, interstitiis punctulatis. Alata. Long. 
a 

S Aedeagus fuscus, modice recurvatus, late canaliculatus; 

apex obtuse rotundatus, cum appendiculo brevi. Foud. 

Var. supra tota flava. 

Redt. Fn. Aust. ed. I. p. 536. ed. II. p. 944. — Bach 
Kf. Fn. f. N. u. M. Dtschl. III. 158. 19. — Küst. Kf. 
Eur. XXVIII 93.:— Foud. Ann. d. 1. Soc. Linn. 
VI. 1859.. 1580. 20, — All. Ann. d. 1. Soe. ent. 
d. Fr. VIII. 1860. 807. 205. 

Galeruca affinis Payk. Fn. Su. II. 452. 31. 


404 


Haltica affinis E. H. II. 35. 16. — Oliv. Ent. V. 719. 
19. t. 5. f. 19. (Altica) — Gyll. Ins. su. II. 553. 
25. IV. app. 660. — Duftsch. Fn. Aust. IIL 
285. 68. 


Chrysomela atricilla Linn. S. N. 55. — id Fn. su. 537. 
(in coll., teste Waterhouse.) 


Altica atricilla Pz. Fn. Germ. 21. 8. 
Haltica ezoleta \llig. Mag. VI. 78 et 176. 37 et 160. 


Macrocnema ezoleta Steph. Ill. br. Ent. Mand. IV. 321. 
— id Man. of. br. Col. 201. 2367. 


Länglicheiförmig, flach gewölbt; röthlich gelb, das Halsschild 
mehr röthlich; Kopf, Naht der Flügeldecken, Brust und Bauch schwarz, 
Hinterschenkel rothbraun, nach Aussen und der Spitze hin schwärz- 
lich; die Fühlerspitze bräunlich; bisweilen ist der Kopf roth und 
auch die Naht und die Unterseite wenig angedunkelt. Scheitel und 
Stirne äusserst fein granulirt, ohne alle Punktirung, die sich durch- 
kreuzenden Stirnlinien und glatten dreieckigen Höckerchen sind deut- 
lich. Halsschild wenig gewölbt, fast zweimal so breit als lang, nach 
vorne nur wenig und geradelinig verschmälert, mit scharf und stark 
vorspringendem Eckchen hinter den Vorderecken; es ist dicht und 
ziemlich stark punktirt, mit fein granulirten, bisweilen runzlig zu- 
sammengezogenen Zwischenräumen; es ist vor dem Hinterrande über 
dem Schildchen gewöhnlich flach eingedrückt, und am Hinterrande 
beiderseits mit einem kleinen Schrägeindrucke bezeichnet. Flügel- 
decken an den Schultern viel breiter als Halsschild, mit erhobener 
Beule, hinter denselben noch etwas erweitert und dann nach rück- 
wärts im flachen Bogen verschmälert; sie haben starke und tiefe, 
nach der Spitze zu feinere Punktstreifen, mit glänzenden fein ge- 
pünktelten Zwischenräumen. Geflügelt. Das 1. Vordertarsenglied des 
g' mässig erweitert. Die Hinterschenkel sind am Unterrande stumpf- 
eckig erweitert, die Hinterschienen an der Wurzel deutlicher gebogen. 

In ganz Europa gemein, auf So/anum dulcamara und anderen 
Solaneen. 

Für die vorliegende Art gebührte der Vorrang zwar der 
Linne’schen Benennung africilla, nach den über die Linne’sche 
Sammlung gegebenen Aufschlüssen des H. Waterhouse; allein die 
von den Autoren bereits allgemein angenommene Nomenelatur' 
Paykull’s dürfte beizubehalten sein, da die Beschreibung Linne’s 


405 
wirklich gar nichts diesen Käfer nur einigermassen Charakterisirendes 
enthält. 


19. Ps. eireumdata Wilh. Redt. Oblongo-ovata, modice convexa, 
nitida; rufo-testacea, capite, thorace, elytrorum apice, sutura 
margineque, pectore, abdomine et femoribus posticis nigro-piceis: 
encarpis indistinctis; fronte thoraceque punctulatis et tenuissime 
granulatis, thorace basi utrinque leviter impresso, elytris striato- 
punetatis, interstitiis parce minute punctulatis. Alata. Long. 114," 
—— ba Dal 

S Aedeagus arcuatus, angustus, canaliculatus; apice 
lanceolatus. Foud. 
Var. capite, thorace femoribusque rufo-piceis. 


Redt. Fn. Aust. ed. I. p. 536; ed. II. p.. 944. — Bach. 
Kf. Fn. f. N. u. M, Dtsch]. III. 159. 22. — Foud. 
Ann. d. 1. Soc. Linn. VI. 1859. 182. 21. — All. 
Ann.-d. |. Soe. ent. d. Er. VIII: 1860, 818: 218. 


Haltica eircumdata Wilh. Redt. Quaed. gen. et spec. 
col. Aust. 27. 24. 


Schmäler und etwas gewölbter als die Vorige; Kopf, Hals- 
schild, Unterseite und Hinterschenkel pechschwarz oder röthlichpech- 
braun; erstere mit etwas Metallschimmer; Fühlerwurzeln, Vorder- 
beine, Hinterschienen, Tarsen und Flügeldecken gelbbraun; die Naht, 
die ganze Spitze und der Aussenrand der letzteren schwarz oder 
pechbraun, welche Färbung nach innen etwas verwaschen ist; manch- 
mal sind die Vorderschenkel etwas gebräunt in der Mitte. Der Vorder- 
theil des Scheitels mit der Stirne äusserst fein granulirt und mit 
feinen Pünktchen besetzt; Stirnhöckerchen und Linien undeutlich. 
Halsschild um mehr als die Hälfte breiter als lang, ziemlich gewölbt 
und an der Spitze seitlich leicht zusammengedrückt; es ist nach 
vorne im sanften Bogen verschmälert und hinter den Vorderecken 
schwach eckig erweitert; die kaum wahrnehmbar granulirte Ober- 
fläche ist dicht fein punktirt; am Hinterrande ist beiderseits ein 
schwacher Schrägeindruck bemerkbar. Die Flügeldecken, weit schmäler 
als bei Ps. affinis Pk., sind an der Basis wenig breiter als das Hals- 
schild mit leichter Rundung hinter den Schultern und nach rück- 
wärts allmählig verschmälert; die Punktstreifen sind wenig tief und 
ziemlich fein, an der Spitze fast verschwindend; die Punkte etwas 

Wiener entomol. Monatschr. VIII. Ba. 30 


406 
entfernt stehend; die Zwischenräume bisweilen fein gerunzelt und 
undeutlich gepünktelt. Geflügelt. 1. Vordertarsenglied des Q& deutlich 
erweitert. 

In Oesterreich und nach Bach auch bei Hamburg, sehr selten; 
häufiger im südlichen Frankreich (Foudras), Corsika (Allard), 
Dalmatien (Kahr), Griechenland (v. Kiesenwetter). 


++ Körper ei- oder kurzeiförmig; stark gewölbt. 


20. Ps. pieipes Redt. Ovata, convexa, nitida; nigro-aenea coeruleo- 
micans; antennarum basi ferruginea, femoribus 4 anterioribus 
piceis, tibiis omnibus fuscis, articulationibus et tarsis obscure 
ferrugineis: encarpis subdistinetis; fronte et thorace tenuissime 
granulatis et minute crebe punctulatis; elytris profunde striato- 
punctatis, interstitiis evidenter puncculatis. Alata. Long. 1“. 
— Lat. 

S Aedeagus recurvatus, progressim angustus, canali- 
culatus, apice angulatus. Foud. 
Redt. En. Aust.’ ed. I. p. 538.ed. IL‘p. 945. — Bach. 
Kf. Fn. f. N. u. M, Dtschl. IH. 156. 9. — Foud. 
Ann: .d. K2Socr Binns VEsAS59L-H161 DZ Aa: 
Ann...d. 1.'.Soc. ent. d. Fr. VIIL 1860. 822.223. 
Haltica brunnipes Duftsch. Fn. Aust. III. 280. 60.2 


In der Gestalt der Ps. Napi E. H. verwandt, aber kleiner, 
gewölbter und kürzer, ihre Färbung ehern schwarz, mit bläulichem 
Glanze auf den Flügeldecken; die Vorderschenkel sind pechbraun 
und mehr oder weniger alle Schienen bräunlich, die Hinterschenkel 
schwarzehern; die Gelenksansätze, Kniee, Tarsen und Fühlerwurzeln 
dunkel rostroth. Scheitel und Stirne fein granulirt und fein zerstreut, 
nach vorne zu stärker gepünktelt ; Stirnhöckerchen von feinen 
schwachen Linien begrenzt. Halsschild fast zweimal so breit als lang, 
stark gewölbt, nach vorne in sanften Bogen verschmälert und hinter 
den Vorderecken scharfeckig vorspringend; es ist äusserst fein 
granulirt, und mit sehr feinen zahlreichen Pünktchen bedeckt; die 
eiförmigen Flügeldecken stark gewölbt, an der Basis wenig breiter 
als das Halsschild, mit glänzender erhobener Schulterbeule, dahinter 
noch etwas erweitert, und dann in sanftem Bogen zur Spitze ver- 
schmälert; sie sind stark und tief, nach rückwärts feiner und schwächer, 
an der Spitze verloschen punktirt gestreift, mit leicht gewölbten, 


407 


äusserst fein granulirten, wellenförmig gerunzelten und deutlich punk- 
tirten Zwischenräumen. Geflügelt. 1. Vordertarsenglied des J stark 
herzfözmig erweitert. 

In Gebirgs- und Alpengegenden Oesterreichs und Steiermarks 
ziemlich selten; von H. Scheffler auf einer nicht näher bezeichneten 
Crucifere gesammelt. Nach Foudras bei Nismes häufig auf Biscu- 
tella ambigua im Mai und Juni. 


21. Ps. subaenea m. Ovata, valde convexa, subnitida; obscure aenea, 
antennis, tibiis tarsisque ferrugineis, femoribus 4 anterioribus 
piceis, articulationibus ferrugineis: encarpis parum distinctis, 
foveola separatis; fronte et thorace tenuissime granulatis et 
omnium minutissime punctulatis; tborace basi utringue impresso ; 
elytris profunde striato-punctatis, interstitiis parce punctulatis. 
Alis incompletis. Long. 1%, —113'". — Lat. o—Yz!". 

Var. tibiis obseurioribus, plus minusve infuscatis. 


Der Vorigen sehr ähnlich, jedoch grösser, gewölbter und breiter 
und hinten mehr zugespitzt; von etwas matter dunkler Erzfarbe mit 
grünlichem Schimmer, insbesondere auf den Flügeldecken ; die Vorder- 
schenkel sind pechbraun mit röthlichen Knieen und Wurzeln, die Hin- 
terschenkel erzschwarz mit rothbraunem Unterrande und röthlicher 
Spitze; die Fühler, Schienen und Tarsen rostroth; die Vorderschienen 
bisweilen etwas gebräunt. Scheitel und Stirne äusserst fein granulirt 
mit feinen Pünktchen besetzt; Stirnhöckerchen und Linien wenig 
bestimmt, jedoch befindet sich an der gewöhnlichen Durchkreuzungs- 
stelle ein mehr oder weniger deutliches Grübchen. Das Halsschild 
wie bei Ps. picipes Redt., gestaltet, nur weniger kurz und an den 
Seiten deutlicher gerundet, ebenfalls äusserst fein granulirt, matt 
und mit noch zarteren, auf der Scheibe oft schwer zu unterscheidenden 
zahlreichen Pünktchen besetzt, am Hinterrande beiderseits ziem- 
lich tief grübchenförmig eingedrückt. Die stark gewölbten Flügel- 
decken sind etwas breiter als bei Ps. picipes, ohne deutliche Beule 
an den stumpf abgerundeten Schultern und nach rückwärts mehr 
verschmälert; die Streifen sind etwas weniger tief und aus weit- 
läufigeren Punkten zusammengesetzt, welche sich allmählig gegen die 
Spitze verfeinern und dort fast verschwinden; die Zwischenräume 
sind etwas gewölbt, äusserst fein granulirt und nur mit zerstreuten 
feinen Pünktchen besetzt. Flügel unvollständig. 1. Vordertarsenglied 

30 “= 


408 
des @ breit herzförmig erweitert. Die Hinterschenkel dieser Art 
sind weniger gross und mässig angeschwollen. 

Oesterreich, Siebenbürgen. 


22. Ps. aerea Foud. Breviter ovata, valde convexa, nitida; aenea 
vel cupreo-aenea, antennarum basi, tibiis tarsisque ferrugineis, 
femoribus 4 anterioribus fuscis, articulationibus ferrugineis: 
fronte tenuissime granulata et antrorsum evidentius punctu- 
lata; encarpis distinctis, foveola separatis; thorace tenuissime 
granulato et dense punctulato; elytris profunde striato-punctatis, 
interstitiis convexiusculis, vix punctulatis. Alata. Long. %,—1''. 
— Lat. 24%". 

I. Aedeagus angustus, recurvatus, a medio ad apicem 
canaliculatus; canaliculus progressim dilatatus; apex -obtuse 
angulatus. Foud. 

Var. tibiis anterioribus infuscatis. 

Foud. Ann. d. ]. Soc. Linn. VI. 1859. 166. 10, — All. 

Ann. d. ]. Soc. ent. d. Fr. VIII. 1860. 804. 201. 


Von der Vorhergehenden durch stärker gewölbte kurzeiförmige 
kleinere Gestalt, hellere kupfrige Erzfarbe, die deutlichen Stirn- 
höckerchen, die grösstentheils schwärzlichen Fühler, das kleinere dicht 
punktirte Halsschild u. s. w. unterschieden. Kurzeiförmig, glänzend, 
erz- oder kupferfärbig, die drei bis vier ersten Glieder der schwärz- 
lichen Fühler, die Schienen und Tarsen rostroth, die Vorderschenkel 
pechbraun, mit röthlichen Wurzeln und Knieen, die Hinterschenkel 
erzfärbig mit röthlichem Unterrande; nicht selten sind auch die 
Vorderschienen etwas bräunlich. Scheitel und Stirne äusserst fein 
granulirt, ersterer kaum, letztere nach vorne zu deutlich und etwas 
runzlich punktirt; die Stirnhöckerchen länglich und an dem Durch - 
kreuzungspunkte der feinen Stirnlinien durch ein Grübchen getrennt. 
Kielung insbesondere nach abwärts ziemlich scharf. Halsschild klein 
und stark gewölbt, mit tief herabgezogenen Seiten, am Hinterrande 
zweimal so breit als lang, nach vorne gerundet verengt und an der 
Spitze seitlich zusammengedrückt, die Eckchen hinter den Vorder- 
ecken stark vorspringend; es ist dicht und sehr fein punktirt, die 
Zwischenräume mit feiner Granulirung bedeckt. Die stark gewölbten 
Flügeldecken hinter den stumpfer abgerundeten, keine deutliche 
Beule zeigenden Schultern etwas erweitert und nach rückwärts in 


409 


sanftem Bogen abgerundet; die Punktstreifen ziemlich tief und stark, 
der Nahtstreifen mehr vertieft; die etwas gewölbten Zwischenräume 
fein granulirt und kaum sichtbar zart und zerstreut punktirt. Ge- 
flügelt. 1. Vordertarsenglied des J mässig erweitert. 

Im südlichen Frankreich; in einzelnen Stücken auch in Oester- 
reich von H. Miller, Scheffler und mir gesammelt. 


23. Ps. pallidipennis Rosenh. Breviter ovata, convexa, nitida; pallide 
testacea, capite, thorace femorıbusque posticis rufo-piceis, aeneo- 
micantibus; pectore, abdominis hasi antennarumque apice nigro- 
piceis: encarpis indistinctis, foveola separatis; fronte et thorace 
tenuissime granulatis et dense punctulatis; elytris subtiliter 
striato-punctatis, interstitiis tenuissime granulatis et vix con- 

"spieue punctulatis. Alata. Long. 1—114'". — Lat. 1%" 


JS. Aedeagus arcuatus, rufus, late canaliculatus; canali- 
culus prope basin contractus; apex rotundato-angulatus. Foud. 


Rosenh. Die Thiere Andal. p. 340. — All. Ann. d. |. 
Soc. ent. d. Fr. VIII. 1860. 818. 217. 


Psylliodes marcida Foud. Ann. d.]. Soc. Linn. VI. 1859. 
184. 22. 


In der Gestalt und Sculptur der Vorigen sehr ähnlich, aber 
etwas weniger gewölbt und von ganz verschiedener Färbung; von 
Ps. marcida Ill. durch weit kleinere kurzeiförmige und gewölbtere 
Gestalt, pechschwarze Brust und Hinterleibsbasis, rothbraune Färbung 
des Kopfes, Halsschildes und der Hinterschenkel, feine Skulptur 
u. s. w. leicht zu unterscheiden; der Ps. circumdata W. Redt. am 
meisten Ähnlich, aber weit gedrungener, kürzer und gewölbter, von 
stärkerer Punktirung namentlich des Kopfes und Halsschildes; end- 
lich haben die Flügeldecken keine Spur von schwärzlicher Färbung. 
Kopf, Halsschild und Hinterschenkel röthlichpechbraun oder rothbraun 
mit deutlichem Erzschimmmer; Brust und Bauch pechwarz bis auf die 
letzten Segmente, welche wie die Unterseite des Halsschildes röthlich 
sind; die Flügeldecken, Fühlerwurzeln, Vorderbeine, Hinterschienen 
und Tarsen blassgelbbraun. Weniger reife Stücke zeigen eine durch- 
wegs blassere Färbung. Der Vordertheil des Scheitels sammt der 
Stirne ist sehr fein granulirt und dicht und deutlich punktirt; die 
Stirnhöckerehen und Linien wenig deutlich; die Durchkreuzungsstelle 
der letzteren grübchenförmig vertieft, Halsschild von derselben Ge- 


410 


stalt wie ‘bei der Vorigen, nur etwas weniger gewölbt; die Seiten 
weniger stark herabgezogen, das Eckehen hinter der Anschwellung 
vorne stumpfer; die Punktirung ist sehr dicht und deutlich; die 
Zwischenräume sind fein granulirt und zwischen den Punkten etwas 
runzelig zusammengezogen; auch die Flügeldecken von demselben 
Umriss wie bei Ps. aerea Foud. jedoch etwas flacher gewölbt; die 
glänzend glatte Schulterbeule ist deutlicher markirt, die Punktstreifen 
sind feiner und seichter, besonders nach der Spitze hin; die Zwischen- 
räume zeigen unter starker Vergrösserung ebenfalls eine äusserst 
zarte Granulirung mit eingestreuten feinen Pünktchen. Geflügelt. 
1. Vordertarsenglied des JS erweitert. 

Im südlichen Frankreich auf Anthemis maritima im Mai und 
Juni nicht selten (Foudras); such in Andalusien (Rosenhauer), 
Algerien (Allard). 

* * 

Hinterschienen stark gekrümmt; schlank, mit kurzer, etwa 
ein Y, der Schienenlänge umfassender Abschrägung der Spitze. 
2. Fühlerglied deutlich kürzer als das Wurzelglied; das 3. noch 
kürzer. Stirnhöckerchen und Linien sehr deutlich. Punktirung des 
Halsschildes ungleichartig, aus feinen und groben Punkten zusammen- 
gesetzt. 


24. Ps. duleamarae E. H. Brevius ovata, convexa, nitida; atro- 
coerulea aut violacea, antennarum basi rufa; pedibus nigro- 
piceis, articulationibus tarsisque plus minusve rufescentibus; 
femoribus postieis atro-coeruleis: fronte granulata et vage punc- 
tulata; encarpis distinctis, fossula lineisque arcuatis et decussatis 
separatis; thorace inaequaliter punctato, basi utringue impresso ; 
elytris parum profunde striato-punctatis, interstitiis tenuissime 
punctulatis. Alata. Long. 11%—1%''. — Lat. %—11%5"". 

I. Aedeazus modice arcuatus; a basi ad apicem late pro- 
fundeque canaliculatus; apex deflexus, obtuse angulatus. Foud. 


Redt. Fn. Aust. ed. I. p. 537. ed. IL p. 944. — Bach 
Kf. Fn. f. N. u. M. Dtschl. II. 155. 1. — Foud. 
Ann. d. 1. Soe. Linn. VI. 1859. 151. 1. — All. 
Ann. d. ]l. Soc. ent. d. Fr. VII. 1860. 799. 195. 

Haltica Dulcamarae E. H. I. 24. 9. tab, 2.f.5. — 
Illig. Mag. VI. 173. 151. — Gyll. Ins. Su. IH. 
565. 34. — Duftsch. Fn. Aust. IH. 279. 56. - 


411 
Macrocnema Dulcamarae Steph. Ill. br. Ent. Mand. VI. 
318. — id. Man. of. br. Col. 299. 2354, 


Von etwas kurzeiförmiger Gestalt, gewölbt, schwarzblau, bis- 
weilen mit violettem, seltener grünlichem Schimmer; die Unterseite 
dunkler, die drei ersten Fühlerglieder roth, die übrigen schwarz; die 
Beine bis auf die schwarzblauen Hinterschenkel pechschwarz mit 
röthlichbraunen Eingliederungen und Tarsen. Scheitel oberhalb kaum, 
nach vorne sammt der Stirne deutlich, weitläufig punktirt und fein 
granulirt. Die vom oberen Augenrande bogenförmig herabgezogenen, 
tiefen Stirnlinien zeigen auf ihrem Durchkreuzungspunkte ein mehr 
oder weniger tiefes Grübchen und grenzen die dreieckigen glatten 
Stirnhöckerchen scharf ab. Kielung ziemlich platt und stumpf gewölbt ; 
Fühler nach aussen ziemlich stark verbreitert. Halsschild glänzend 
gewölbt, am Hinterrande um mehr als die Hälfte breiter als lang, 
nach vorne sanft gerundet verschmälert; die Vorderecken sind etwas 
vorgezogen und spitz, die Anschwellung hinter denselben umfasst 
mehr als ein Drittel des Seitenrandes und wird durch ein ziemlich 
scharfes Eckchen begrenzt; die Oberfläche ist mit feinen Pünktchen 
ziemlich dicht besetzt, zwischen denen zahlreiche, nur auf dem Hinter- 
theile der Scheibe etwas sparsamere grosse Hohlpunkte eingestreut 
sind; innerhalb des Seitenrandes zeigt sich ein mehr oder weniger 
deutlicher mondförmiger Eindruck und am Hinterrande beiderseits des 
Schildchens ein nach aussen tieferer, und von einem kurzen Schräg- 
eindrucke begrenzter Quereindruck. Die mässig gewölbten Flügel- 
decken sind an den abgerundeten mit einer mässig erhobenen Beule 
bezeichneten Schultern etwas breiter als das Halsschild, hinter den- 
selben am breitesten, und dann in sanfter Rundung nach hinten ver- 
schmälert; an der Spitze selbst deutlich einzeln abgerundet; die 
Punktstreifen sind ziemlich fein und wenig tief, die Zwischenräume 
glänzend, dicht und fein gepünktelt. Geflügelt. Das 1. Bauchsegment 
ist nur in der Mitte punktirt, an den Seiten aber fein und dicht 
quergestreift. Der Aussenrand der Hinterschienen nicht gezähnelt; 
ihre kurzabgeschrägte Spitze ist bei dieser und den zwei folgenden 
Arten stark ausgerundet, die Rinne selbst schwach löffelartig erweitert. 
Das 1. Vordertarsenglied des & ist kurz dreieckig erweitert. 

Im mittleren und nördlichen Europa auf Solanum Dulcamara L. 


25. Ps. chalcomera Illig. Ovata, convexa, nitida; supra cyanea, 
subtus et femoribus posticis aenea; antennarum basi tibiis tar- 


412 
sisque ferrugineis; femoribus 4 anterioribus piceis, artieulationibus 
ferrugineis: fronte granulata tenuissime vage punctulata; en- 
carpis distinctis, fossula lineisque arcuatis et decussatis sepa- 
ratis; thorace brevi inaequaliter punctato, basi utrinque obso- 
lete impresso; elytris fortius profunde striato-punctatis, inter- 
stitiis dense punctulatis. Alata. Long. 14 —1Y/g'".— Lat. 2%, —1"". 
S. Aedeagus recurvatus, parallelus, a basi ad apicem 
late profundeque canaliculatus: apex rotundatus. Foud. 
Var. 1. capite thoraceque virescentibus. 
Var. 2. supra virescens, 
Bach Ki f. N. uw My Dtschl. VIE 155. 222 Bowd: 
Ann. d.;!. Soe. Binn. VI. 1859. 153. 2. — AI. 
Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fr. VIII. 1860. 800. 196. 
Haltica chalcomera lllig. Mag. VI. 75 et 173. 32 et 152. 
Macrocnema chalcomera Steph. Ill. br. Ent. Mand. IV. 
318. 2. — id. Man. of. Col. 300. 2355. 


Der Vorigen sehr ähnlich, aber stets kleiner und von anderem 
vorne stumpfer, rückwärts schmäler abgerundeten Umriss; die Farbe 
der Oberseite ist ein schönes, häufig ins Grüne spielendes Blau; die 
Unterseite, die Hinterschenkel, der Unterrand der Flügeldecken und 
das Schildchen sind erzfärbig; die Fühlerwurzeln, die Schienen und 
Tarsen, die Kniee und Gliederansätze der pechbraunen Vorderschenkel 
sind rostgelb; das Halsschild ist weit kürzer und verhältnissmässig 
‘kleiner, am Hinterrande mehr als zweimal so breit als lang, mit 
nach vorne Jäh verschmälerten gerundeten Seiten und kaum ange- 
deuteten Eckchen hinter den verdickten, etwas spitz vortretenden 
Vorderecken; die beiderseitigen Quereindrücke am Hinterrande sind 
aussen durch ein punktförmiges Grübchen begrenzt. Die Flügeldecken 
sind verhältnissmässig länger; an den gerundeten eine deutlichere 
Beule zeigenden Schultern viel breiter als das Halsschild, nach hinten 
in sehr flachen Bogen verschmälert und an der Spitze nur undeutlich 
einzeln abgerundet; die Streifen bestehen aus starken und tiefen 
Punkten, die Zwischenräume sind etwas runzlich und dicht fein 
punktirt. Geflügelt. Die Bildung der Stirne und die Punktirung des 
Halsschildes wie bei Ps. Dulcamarae. Die Kielung ist etwas weniger 
stumpf; das 1. Bauchsegment ist durchaus punktirt. Der Aussenrand 
der Hinterschienen zeigt einzelne Zähnchen. Geflügelt. 1. Vorder- 
tarsenglied des S kurz dreieckig erweitert. 


413 


Im südlichen und mittleren Europa, auch in England; auf ver- 
schiedenen Distelarten , besonders auf Carduus nutans im Sommer 
und Herbst. L 


26. Ps. Hyoscyami L. Ovata, convexa, nitida; supra viridis aut viridi- 
aenea, subtus et femoribus posticis aenea; antennarum basi, 
pedibus 4 anterioribus, tibiis tarsisque postieis testaceis: fronte 
granulata tenuiter vage punctulata; encarpis distinctis, fossula 
et lineis arcuatis decussatisque separatis; thorace inaequaliter 
punctato, basi utrinque leviter impresso; elytris fortius pro- 
funde striate-punetatis, interstitiis dense punctulatis. Alata. 
Long. 11%, —11%'". — Lat. ?3—%ı". 

JS. Aedeagus recurvatus, canaliculatus: canalieulus rufus, 
margine fusca; apex rotundato-angulatus. Foud. 


ureidit. Ion. Aust. ed. 12 9.9372 ed. I1..p. 9447 — Bach 
Kf. En. f. N. u. M. Dischl. IN. 155.3. — Foud. 
Annd. le Soc, Eınn.y121859° 164.90 Al. 
Ann. d. ]. Soc. ent. d. Fr. VII. 1860. 801. 197. 


Chrysometa Hyoscyami Linn. Fn. Su. 166. 536. — Fab. 
SE. 44721493 Marsh, But, Br> 1.193 59 


Galeruca Hyoscyami Pk. Fn. Su. II. 104. 25. (excel. var. b.). 
m KabBr Syst. 12.22.297 79. 

Haltica Hyoscyami Oliv. Ene. IV. 107. 21. — id. Ent, 
V.220981755 ts, 75, (@Altica), BD, 4,127 
10%:92:5:6550. 11 0, Mae V 1 173.053, 5 Gy. 
Ins. Su. III. 566. 35. IV. app. 661. — Duftsch. 
Ein. Aust. III. 279.57. 

Macrocnema Hyoscyami Steph. Ill. br. Ent. Mand. IV. 
318. — id. Man. of. br. Col. 300. 2356. 


Von der Grösse des Vorigen, aber schmäler: die Färbung ist 
erzgrün, bisweilen mit bläulichem, bisweilen mit goldigem Glanze ; 
die Fühlerwurzeln, die ganzen vier Vorderbeine, die Hinterschienen 
und Tarsen sind rothgelb. Die Bildung des Kopfes wie bei den zwei 
Vorhergehenden. Das Halsschild am Hinterrande beiläufig zweimal so 
breit als lang, an den Seiten wenig gerundet: nicht so stark nach 
vorne verschmälert und verhältnissmässig länger als bei Ps. chalco- 
mera 1ll., im Uebrigen so wie in der Skulptur stimmt es mit dieser 
überein, nur ist die Punktirung im Ganzen etwas feiner und dichter. 


414 
Die Flügeldecken sind an der Basis nur wenig breiter als das Hals- 
schild mit stark erhobener Schulterbeule, im Ganzen mehr länglich 
und an den Schultern weniger gerundet als bei Ps. chalcomera, nach 
der Spitze hin allmälig und .an derselben fast gemeinschaftlich ab- 
gerundet; ihre Punktirung ist dieselbe wie bei der Vorigen, die 
Punkte sind etwas dichter gereiht und werden gegen die Spitze hin 
feiner; die Zwischenräume sind sehr fein und dicht gepünktelt. Ge- 
flügelt. Der Aussenrand der Hinterschienen stumpf sägezähnig. Das 
1. Vordertarsenglied des S kurz dreieckig erweitert. 

Im nördlichen und mittleren Furopa auf Hyoscyamus niger nicht 
selten. Im Frühlinge und Sommer. 


ie 
mi. 
Se 
ar 
Me 
x 


Hinterschienen stark gekrümmt, kurz und nach der Spitze 
stärker. verbreitet; mit längerer ('/, bis ?/, der Länge) Abschrägung 
der Spitze. 2. Fühlerglied deutlich kürzer als das Wurzelglied und 
kaum länger als das 3.; Stirnhöckerchen bald mehr bald weniger 
deutlich. Halsschild gleichartig punktirt. 


+ Körper länglicheiförmig, mässig oder flach gewölbt. 


27. Ps. laevifrens m. Oblongo-ovata, parum convexa; nigro-aenea, 
ore rufo-piceo; antennis, pedibus 4 anterioribus, tibiis tarsisque 
posticis rufo-testaceis: encarpis distinctis, foveola separatis; 
fronte laevi, nitidissima; thorace fortius ac densius punctato et 
basi utrinque impresso; elytris confertim profunde, striato- 
punctatis, interstitiis subrugulosis, evidenter punctulatis. Alata. 
Long. 115". — Lat. 3%". 

Psylliodes obscuro-aenea Rosenh. Die Thiere Andal. 

1856. 342.2 
Aeusserst ähnlich der Ps. pieina Marsh., aber etwas grösser, 
flacher und Jlänglicher, von bläulich-eızschwarzer Färbung und 
durch weit stärkere Punktirung ausgezeichnet. Liegt gleich nur ein 
einzelnes Stück dieser Art vor, so dürfte ihre selbstständige Auf- 
führung hier gerechtfertigt erscheinen, da die an ihr ausgesprochenen 

Merkmale sie von den zahlreichen Varietäten der Ps. picina zu selr 

entfernen, um sie als blosse Form derselben betrachten zu sollen. Ob 

Ps. obscuro-aenea Rosenh. mit ihr identisch sei, oder zur folgenden 

gehöre, vermag ich aus der Beschreibung derselben nicht mit Be- 

stimmtheit zu entnehmen, da wohl die Färbung, weniger aber die 


415 


Seulptur mit der Vorliegenden übereinstimmt, und die Erwähnung 
bräunlicher Exemplare mehr auf die folgende schliessen lässt. Läng- 
licheiförmig, flachgewölbt , schwarzerzfärbig mit bläulichem Schimmer, 
der Mund pechbraun, mit röthlichen Seiten- und Untertheilen ; die 
Fühler, Vorderbeine, Hinterschienen und Tarsen gelbroth, die äusserste 
Fühlerspitze etwas gebräunt; die Hinterschenkel ehern schwarz mit 
röthlichem Spitzenrande. Scheitel und Stirne glänzend, glatt; Stirn- 
höckerchen und Linien deutlich, letztere oberhalb etwas bogenförmig 
und an ihrem Durchkreuzungspunkte mit einem tiefen Grübchen be- 
zeichnet. Halsschild um die Hälfte breiter als lang, mässig gewölbt, 
nach vorne iu flachem Bogen verschmälert, mit stumpfen Eckchen 
hinter den Vorderecken; es ist undeutlich granulirt und dicht mit 
ziemlich starken Punkten besetzt; am Hinterrande befindet sich 
beiderseits ein ziemlich tiefes Längsgrübchen. Flügeldecken wenig 
gewölbt, an der Basis viel breiter als das Halsschild, mit erhobener 
Schulterbeule, an den Seiten wenig gerundet und zur Spitze allmälig 
verschmälert. Die bis an die Spitze deutlichen Streifen sind aus 
starken und tiefen, dicht aneinander gedrängten Punkten zusammen- 
gesetzt, die glänzenden Zwischenräume leicht gerunzelt und fein, aber 
deutlich gepünktelt. Greflügelt. Diese und die drei folgenden Arten 
zeigen eine ganz gleiche Bildung der Hinterschienen, die Abschrägung 
begreift nahezu 2/, der ganzen Länge, ist nicht ausgerundet und nur 
schwach gekerbt; die Rinne ist schmal, nicht löffelartig erweitert. 
In Sicilien. 


2 , Ps. pieina Marsh. Oblongo-ovata, convexior, nitidissima; nigro- 
picea aut picea, aeneo-micans; facie, antennarum dimidio basali 
pedibusque ferrugineis; femoribus postieis nigro-piceis, apicen 
versus plus minusve rufescentibus: fronte laevi; encarpis di- 
stinctis, foveola separatis; thorace laevi, subtilissime punetu- 
lato et basi utrinque impresso; elytris sat profunde striato- 
punetatis, interstitiis Jaeviusculis aut subrugulosis et parce sub- 
tilissime punctulatis. Alata. Long. 1Y%,— 1143". — Lat. a —%z'". 

JS, Aedeagus angustus, recurvatus, usque ad apicem cana- 
liculatus; apex fere rotundatus, cum extensione brevi obtusa. 
Foud. 

Var. 1. rufo-picea, aeneo-micans, femoribus postieis rufes- 
centibus, extrorsum piceis. 

Var. 2. castanea aut rufo-brunnea, vix aeneo-relucens. 


416 

2 Alllarid. "Anne do ]® Socksenterdi Er INIIES 1860: 
825. 227. 

Chrysomela picina Marsh. Ent. br. I. 206. 92. 

Macrocnema pieina Steph. Ill. br. Ent. Mand. IV. 322. 
16. — id. Man, of. br. Col. 301. 2369. 

Haltica rufilabris 0° EI I 693 1 ge Illig. 
VI.:z3.. 150. 


Psylliodes rufilabris Redt. Fn. Aust. ed. I. p. 539. ed. 
II. p. 946. — Bach Kf. Fn f.N. u. M. Dtschl. III. 


194.13. 
Haltica melanophthalma Duftsch. Fn. Aust. III. 284. 67. 


Psylliodes melanophthalmaRedt. ]. c. ed. I. p. 536. ed. 
II: p.942) —2 Bach. 1Xte. 158,418. 2 FA Olke: 
826, 228. 

Psylliodes rufo-picea Letzn. Arb. u. Veränd. d. schles. 
Gesellsch. 1848. 83. 20. — Bach |. ce. 155.5. _ 


Psylliodes picea Redt. ]. c. ed. I. p. 536. ed. II. p. 946. 


— Rust, Kt Bur XO@VvIm2 TB sache are: 
157. 14. — FEoud. Ann..d. |. Soc. Linn. VI. 1859. 
177: 18. 


Länglicheiförmig, ziemlich gewölbt; in ihrer höchsten Ausfärbung 
erscheint sie pechschwarz mit Erzschimmer; der Vorderkopf, die 
untere Hälfte der Fühler, die Vorderbeine, Hinterschienen und Tarsen, 
sowie die Spitze und der Unterrand der pechschwarzen Hinterschenkel 
rostroth; es ist diess die H. rufilabris E. H.; häufig ist sie pech- 
braun mit Erzschimmer (Ch. pieina Marsh.; Ps. picea Redt.), 
oder röthlichpechbraun (Ps. rufo-picea Letzn) oder kastanienbraun 
(H. melanophthalma Duftsch.) mit und ohne Erzschimmer, wo dann 
die Unterseite und die Hinterschenkel entsprechend heller gefärbt 
sind; endlich erscheint der Käfer ganz rostrotli und wird von Ps. Zuteola 
Müll. durch die gleichfärbige Unterseite sogleich zu unterscheiden 
sein. Stirme und Scheitel glänzend, glatt; Stirnhöckerchen glänzend 
und deutlich, die oberhalb bogenförmigen feinen Stirnlinien an ihrem 
Durchkreuzungspunkte mit einem tiefen Grübchen, über welchem die 
Stirne nicht selten seicht eingedrückt erscheint. Halsschild etwa um 
die Hälfte breiter als lang, auf der Scheibe wenig, nach vorne stärker 
gewölbt, in flachem Bogen nach vorne verschmälert, mit stumpfen 


417 


Eekchen hinter den verdickten Vorderecken; seine Oberfläche ist 
glänzend glatt wie polirt, mit äusserst feinen, an den Seiten etwas 
stärkeren Punkten wenig dicht besetzt, und mit einem kurzen mehr 
oder weniger tiefen Längsgrübchen jederseits am Hinterrande be- 
zeichnet. Flügeldecken etwas gewölbter als bei der Vorhergehenden, 
an der Basis etwas breiter als das Halsschild, mit erhobener Schulter- 
beule, an den Seiten sanft gerundet und nach rückwärts verschmälert; 
die Punktstreifen sind ziemlich tief und stark, aus genäherten Punkten 
gebildet und bis an die Spitze reichend; die Zwischenräume glatt 
und glänzend, bisweilen leicht gerunzelt und spärlich äusserst fein 
gepünktelt. Geflügelt. Hinterschenkel besonders dick. Das 1. Vorder- 
tarsenglied des J mässig erweitert. 

Ziemlich selten, an feuchten Orten im Sommer; von H. Scheff- 
ler im Prater bei Wien auf Lythrum salicaria gesammelt. Roth- 
braune Stücke sind häufiger als dunkel ausgefärbte. In verschiedenen 
Gegenden Deutschlands, in Frankreich und England, 


29, Ps. luteola Müll. Oblongo-ovata, subdepressa, uitida ; rufo-ferru- 
ginea, pectore, abdomine et femorum posticorum apice piceis, an- 
tennarum apice fuscescente: fronte parce punctulata, encarpis 
subdistinctis, foveola separatis; thorace laevi, subtilissime crebre 
punctulato, basi utrinque breviter impresso; elytıis profunde 
striato-punctatis, interstitiis tenuiter parce punctulatis. Alata. 
Long. 1—11/,'". Lat. 4, —1/%". 

JS. Aedeagus rufus, modice recurvatus, apice paulatim 
deflexus, canaliculatus; apex cochleariformis, obtuse rotun- 
datus. Foud. 

Var. tota dilutius ferruginea. 

Foud. Ann. d. ]l. Soc. Linn. VI. 1859. 191. 27. — All. 

Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fr. ‘VIII. 1860. 829. 232. 


Altica luteola Müll. Zool. Dan. p. 34. 924. 
Haltica nana Duftsch. Fn. Aust. III. 285. 68. 


Psylliodes propingua Redt. Fn. Aust. ed. I. p. 536. ed. 
I. p: 944. — Bach. Kf. f. N. u. M. Dischl. III. 


158. 20. 
Dem Bau und der Grösse nach sehr ähnlich der Vorigen, aber 


viel flacher gewölbt, an den Seiten mehr gleichbreit; sie ist bald 
- dunkler bald heller rostroth oder röthlichgelb, die etwas bleicheren 


418 
Flügeldecken mit röthlicher Naht; Hinterbrust und Bauch pech- 
schwarz; die Oberlippe, die Hinterschenkel unfern der Spitze, dann 
die Fühlerenden schwärzlich; bei weniger reifen Individuen ist Brust 
und Bauch rothbraun oder rostroth; auch finden sich bisweilen Stücke 
mit bräunlichen Flügeldecken. Scheitel und Stirne glatt, letztere zeigt 
vorne einzelne feine Punkte; Stirnhöckerchen und Linien weniger 
deutlich als bei Ps. picina Marsh.; das Grübchen am Durch- 
kreuzungspunkte kleiner. Halsschild von dem Baue wie bei der Vorigen. 
aber flacher, verhältnissmässig kleiner und kürzer, das Eckchen hinter 
den Vorderecken sehr stumpf, fast abgerundet; es ist ebenfalls fein, 
aber etwas dichter punktirt als bei jener, die Zwischenräume 
glänzend glatt, manchmal leicht gerunzelt, die Quereindrücke beider- 
seits am Hinterrande sind sehr deutlich, und nach aussen von einem 
kurzen Längsgrübchen abgegrenzt. Flügeldecken etwas breiter an den 
Schultern als das Halsschild, mit erhobener glatter Beule, an den 
Seiten sehr’schwach gerundet; die aus weniger engstehenden Punkten 
sebildeten Streifen sind tief und stark, nach der Spitze feiner, die 
Zwischenräume beinahe flach, glänzend, bisweilen leicht querrunzlich 
und mit einzelnen feinen Pünktchen besetzt. Geflügelt. Das 1. Vorder- 
tarsenglied mässig erweitert. 

Im Juli und August auf Solaneen, und namentlich auf den 
Stängeln und Blättern der Kartoffel, nach Foudras. In Oesterreich 
und anderen Gegenden Deutschlands, Frankreich, England. 


30. Ps. algiriea Allard. Oblongo-ovata, subdepressa, nitida, omnino 
testacea, labro fuscescente: fronte laevissima; encarpis sub- 
distinctis, foveola. separatis; thorace laevi minutissime crebre 
punctulato, basi utıinque impresso; elytris profunde stiiato- 
punctatis, interstitiis laevibus minutissime punctulatis. Alata. 
Long. 1%, —12/43"'. — Lat. %%ı''. 

All» Ann. d. 1.,Soc.' ent. d. Er. VII. 1860.)829. 231. 


Von dem Baue und der Gestalt der Vorigen, aber um die Hälfte 
grösser und namentlich breiter; im Allgemeinen nicht unähnlich der 
Ps. marcida Ill. aber die gleichmässig blassgelbe Färbung ohne 
Metallelanz, das längere nach vorne stärker gerundete Halsschild und 
die äusserst zarte Punktirung desselben, die glatte Stirne, die breitere 
Abrundung der Flügeldecken die stärker gekrümmten Hinterschienen 
und ihre Abstutzung u. s. w. unterscheiden sie leicht von dieser. 


419 
Länglicheiförmig, sehr flach gewölbt, ganz einfärbig röthlichgelb mit 
Ausnahme der etwas bräunlichen Oberlippe. Scheitel und Stirne 
glatt und glänzend; Stirnhöckerchen und die von den Augen bogen- 
förmig sich herabziehenden Stirnlinien schwach ausgeprägt, mit tiefem 
grossen Grübchen auf der Durchkreuzungsstelle. Halsschild wenig 
gewölbt und um die Hälfte breiter als Jang, an den Seiten nach 
vorne bogenförmig verschmälert, mit stumpfen Eckchen hinter den 
Vorderecken; es ist fast glatt mit äusserst zarter, kaum sichtbarer 
an den Seiten etwas deutlicherer Punktirung und einem seichten 
punktförmigen Eindrucke an der Basis beiderseits. Die flachen Flügel- 
decken an den Schultern viel breiter als das Halsschild, mit vor- 
springender glatter Beule, an den Seiten schwach gerundet, an der 
Spitze etwas stumpfer abgerundet; sie haben starke und tiefe Streifen 
aus gedrängt stehenden Punkten; die glänzenden Zwischensäume sind 
mit zahlreichen, äusserst feinen Pünktchen besetzt. Geflügelt. 

In Sieilien und Algerien. 


0 re, 3 Bi “fee, ® 5 a a 
Tr. Körper kurz eiförmig, stark gewölbt. 


31. Ps. erassicollis Fairm. Late ovata, valde convexa, nitida; rufo- 
testacea, elytris paulo dilutioribus, labro fusco, antennis apice 
fuscescentibus: capite majusculo, fronte granulata et plus minusve 
rugoso-punctata; encarpis distinctis fossula lineisque arcuatis 
et decussatis separatis; thorace sat dense punctulato, postice 
utrinque impresso; elytris profunde stiiato-punctatis, interstitiis 
convexiusculis tenuissime punctulatis. Alata. Long. 1,—11!/3"' 
— Lat. %—Yyı. 

JS. Aedeagus rufus fere rectus, angustus, in medio pau- 
lulum contractus: canaliculus bistriolatus. Apex emarginatus, 
angulatus. Foud, 

Way: ms Auns dol®Sock ent4d. Pr.V. 185925641. All 

Ann. d. 1. Soe. ent. d. Fr. VIII. 1860. 803. 199. 

Psylliodes dilatata Foud. Amn. d. ]. Soc. Linn. VI. 

183317919: 


Vor allen übrigen Arten durch gedrungene, breite, ziemlich 
plumpe Gestalt und die sehr stark zahnförmige Erweiterung der 
Hinterschienen an der Einlenkungsstelle der Tarsen ausgezeichnet. Breit- 
eiförmig, stark gewölbt, glänzend, ganz gelbroth bis auf die schwärz- 
liche Oberlippe und Fühlerspitze: die Flügeldecken mit Ausnahme 


420 

der Naht gewöhnlich etwas blasser; bisweilen sind Bıust, Hinterleib 
und Hinterschenkel etwas bräunlichroth. Kopf etwas grösser als bei 
den übrigen Arten. Scheitel oberhalb und seitlich bis an die Augen 
glatt, nach vorne, sammt der leichteingedrückten Stirne granulirt und 
mit mehr oder weniger zahlreichen, starken und mit Runzeln ge- 
mengten Punkten besetzt: Stirnhöckerchen deutlich: die vom oberen 
Augenrande bogenförmig herabgezogenen Stirnlinien auf ihrem Durch- 
kreuzungspunkte grübchenförmig vertieft. Kielung breit und kurz. Das 
stark gewölbte Halsschild um mehr als die Hälfte breiter als lang, 
nach vorne mässig verschmälert, mit stumpfen Eckchen hinter der 
vorderen Anschwellung; es ist glänzend, mit mehr oder weniger feinen 
nach den Seiten hin stärkeren Punkten bedeckt, in den Zwischen- 
räumen glatt oder nur schwach granulirt, die Quereindrücke beider- 
seits sind durch ziemlich lange Schrägeindrücke nach aussen abge- 
grenzt. Flügeldecken stark gewölbt, an der Wurzel etwas breiter als 
das Halsschild, mit erhobener Schulterbeule, bis gegen die Mitte 
leicht erweitert und an der Spitze breiter und stumpfer abgerundet 
als bei den übrigen Arten; die Streifen sind aus grossen und tiefen 
Punkten gebildet, welche gegen die Spitze etwas feiner werden; die 
leicht gewölbten, glänzenden und glatten Zwischenräume fein gepünk- 
telt. Der ganze Aussenrand der Flügeldecken ist und zwar gegen die 
Spitze hin dichter mit feinen greisen Wimperhaaren besetzt. Ge- 
flügelt. Die Hinterschenkel sehr stark, die Rückenränder der Hinter- 
schienen an der Einlenkungsstelle der Tarsen beiderseits stark eır- 
weitert, die äussere Erweiterung rundlich und deutlich gekerbt, die 
innere stumpfeckig und ganzrandig; die abgeschrägte Spitze ist aus- 
gerundet, breit ausgehöhlt und löffelförmig erweitert. Das 1. Vorder- 
tarsenglied des JS ist mässig erweitert. 

Im südlichen Frankreich im April und Mai auf Calamagrostis 
arenaria: (bei Montpellier, Hyeres, Perpignan, Cette). 


32. Ps. glabra Duftsch. Breviter ovata, välde convexa, nitidissima; 
nigra, parum aeneo-micans; ore ferrugineo, labro-piceo; an- 
tennis pedibusque ferrugineis, femoribus postieis nigris: fronte 
profunde punctata; encarpis distinetis fossula separatis; thorace 
laeviusculo, vix conspicue punctulato, basi utrinque obsolete 
impresso; elytıis profunde striato-punctatis, interstitiis paulo 
convexiusculis, vix punctulatis. Aptera. Long. %ı—1"". 
Lat. 4 Ust. 


421 
JS. Aedeagus recurvatus, a basi ad apicem late canali- 
eulatus; apex acute angulatus, compressus. Foud. 


Haltica glabra Duftsch. Fn. Aust. III. 282. 63. 


Psylliodes alpina Redt. Fn. Aust. ed. I. p. 538. ed. II. 
p- 925. — Bach. Kf. Fn. f. N. u. M. Dtschl. III. 
156. 10. — Foud. Ann. d. 1. Soc. Linn. VI. 1859. 
163.80 — FAN) Ann. de le Soc. ent. darRr Val. 
1860. 823, 224, 


Durch höhere Wölbung, starke Glätte, rein schwarze Färbung 
und kaum sichtbare Punktirung des Halsschildes vor den übrigen 
Arten ausgezeichnet; in der Gestalt kommt sie der Vorigen am 
nächsten, nur ist sie bedeutend kleiner und an den Seiten gerundeter. 
Kurzeiförmig, sehr stark gewölbt, schwarz mit schwachem Metall- 
schimmer, die ganzen Fühler und die Beine bis auf die schwarzen 
Hinterschenkel rostroth; die Mundgegend röthlich, Oberlippe schwärz- 
lich. Scheitel und Stirne mit stärkeren Punkten besetzt, welche nach 
vorne noch gröber werden und mit Runzeln gemengt sind. Die Stirn- 
höckerchen sind deutlich und durch ein tiefes Grübchen auf dem 
Durchkreuzungspunkte der feinen Stirnlinien getrennt. Die Oberlippe 
ist stärker gerundet und vorne etwas abgeplattet. Das Halsschild ist 
stark gewölbt, um etwas mehr als die Hälfte breiter als lang, an 
den Seiten leicht geschwungen, nach vorne wenig verengt, mit stumpfen 
Eckchen hinter den Vorderecken; seine Oberfläche ist glänzend, wie 
polirt, oder erscheint nur unter starker Vergrösserung äusserst zart 
granulirt, und mit äusserst feinen, nach den Seiten hin deutlicheren 
Pünktchen weitläufig besetzt; innerhalb des Seitenrandes zeigt sich 
häufig ein seichter bogenförmiger Eindruck; der Hinterrand ist sehr 
undeutlich abgesetzt und beiderseits mit einem seichten, oft ganz 
verloschenen Grübchen bezeichnet. Die stark gewölbten Flügeldecken 
an den ohne Beule flach abgerundeten Schultern wenig breiter als 
das Halsschild, bis gegen die Mitte erweitert und an der Spitze 
etwas stumpf abgerundet: sie haben starke, besonders an der Basis 
aus groben und tiefen Punkten gebildete Streifen und glänzend 
glatte, kaum punktirte Zwischenräume. Ungeflügelt. Das 1. Vorder- 
tarsenglied des @ ist mässig erweitert. 


In den Alpengegenden Oesterreichs und Steiermarks an moosigen 


Stellen. 
Wiener entomol. Monatschr. VIII. Bd. 31 


II. Kopf vertikal nach abwärts gerichtet und ’oben vom Hals- 
schilde gedeckt. Körper walzenförmig gewölbt. Halsschild stark und 
tief punktirt. Hinterschienen stark bis gegen die Mitte abe schuiz: 
Öberlippe vorne etwas platt gedrückt. 


* 


Hinterschienen wenig gekrümmt, schlank. 


33 Ps, cucullata Illig. Elongato-ovata, subeylindrica, nitens, viridi- 
aenea; ore rufescente, labro piceo; antennarum basi pedibus- 
que testaceis, femoribus anterioribus plus minusve infuscatis, 
postieis aeneis: facie perpendieulari, fronte parce punctata; 
encarpis distinctis, fossula separatis; thorace apice valde com- 
presso, granulato, confertim profunde punctato; elytris profunde 
striato-punctatis, interstitiis rugosis et punctulatis. Alis in- 
completis. Long. %—1'". — Lat. Y —Yz'"'. 

5. Aedeagus elongatus, vix recurvatus, a basi ad apicem 
canaliculatus, versus apicem modice contractus. Apex rotun- 
datus, cum extensione brevi, obtusa. Foud. 


Redt. Fn. Aust. ed. I. p. 538. ed. I. p. 946. — Küst. 
Kf. Eur. XXVIH. 9. — Bach Kf. Fn. f. N. u. M. 
Dtschl. IH. 157. 16.—Foud. Ann. d. ]. Soc. Linn. 
V1. 1859. 175. 16. — All. Ann. d. ]. Soc. ent. d. 
Fr. VIII 1860. 819. 219. — Kiesenw. et Märkel 
Stett. Zeit. 1847. 85. 


Haltica eucullata Ill. Mag. VI. 172. 147. 

Haltica Spergulae Gyll. Ins. Su. II. 571. 39. et IV. 
app. 661. 39. 

Psylliodes vicinu Boield. Ann. d. |]. Soc. ent. d. Fr. VI. 
1859. p. 480. 


Diese Art hat einige Aehnlichkeit mit Ps. attenuata E.H., der 
sie auch in der Grösse gleicht; allein die schmälere, walzenförmig 
gewölbte Gestalt und die Stellung des Kopfes lassen sie leicht unter- 
scheiden. — Langeiförmig, nach beiden Enden hin verschmälert; 
glänzend erzgrün, Unterseite ehern schwarz, der Mund röthlich 
wit schwärzlicher Oberlippe, die Fühlerwurzeln, die Vorderbeine bis 
auf die mehr oder weniger gebräunten Schenkel, die Hinterschienen 
und Tarsen röthlichgelb ; die Hinterschenkel erzgrün mit röthliechem 


| | 423 
Unterrande und Schenkelanhange, Scheitel und Stirne fein granulirt 
und mit einzelnen Pünktchen besetzt. Stirmhöckerchen länglich und 
von feinen Linien abgegrenzt, an deren Durchkreuzungspunkte ein 
rundes tiefes Grübchen; Kielung platt und breit. Halsschild hoch 
gewölbt mit tief herabgezogenen, nach vorne verschmälerten Seiten 
und seitlich stark zusammengedrückt, daher von oben betrachtet 
kaum breiter als lang erscheinend; die Seitenränder sind fast um die 
Hälfte kürzer als der mittlere Längendurchmesser, leicht gerundet 
und hinter den Vorderecken sehr stark und scharf eckig erweitert; 
der verundete Vorderrand überragt etwas den senkrecht nach abwärts 
gerichteten Kopf; die Oberfläche ist fein granulirt und dicht mit 
starken, tiefen Punkten bedeckt; der Hinterrand ist äusserst fein 
abgesetzt. Die hochgewölbten, seitlich stark abfallenden Flügeldecken 
sind zweimal so lang als breit, an der Wurzel nur wenig breiter als 
das Halsschild, erweitern sich noch etwas hinter den Schultern und 
verschmälern sich dann allmälig zur Spitze hin, wo sie sich zwar 
schmal, aber deutlich einzeln abrunden; die Schulterbeule ist nur 
wenig markirt; die Streifen sind aus grossen und tiefen, an der 
Spitze nur wenig feineren Punkten gebildet; die nahezu flachen 
Zwischenräume etwas gerunzelt und mit deutlichen, weitläufigen Pünkt- 
chen besetzt. Flügel unvollständig. Hinterschienen fast gerade, mit 
beinahe bis in die Mitte reichender Abschrägung; Enddorm ziemlich 
lang vorragend. 1. Vordertarsenglied des @ wenig erweitert. 

Sie ist in den höheren Gebirgen Europa’s und sowohl nach 
Norden (Schweden) als nach Süden (Pyrenäen) verbreitet. Nach G y I- 
lenhal auf Spergula arvensis; nach v. Kiesen wetter auf Nessel- 
büschen, wo er sie am Wege zur Pasterze (Gross-Glocknergebiet) 
in einer Höhe von 4500—5000' fand. 

Diese und die drei folgenden Arten kommen im Habitus durch 
die senkrechte Kopfstellung, das hochgewölbte, den Kopf fast in 
sich aufnehmende Halsschild den Dibolien nahe. 

4 

34. Ps. petasata Foud. Oblongo- ovata, subeylindriea, nitidissima, 
nigra aut picea, subaeneo-micans; ore, antennarum basi pedi- 
busque ferrugineis; femoribus anterioribus plus minusve infus- 
catis, postieis nigro-piceis: fronte vage punctata, encarpis sub- 
distinetis, foscola separatis; thorace apice compresso, crebre 
punctato; elytris profunde striato-punctatis, interstitiis rugosulis 

31* 


et pareius punctulatis. Alis incompletis. Long, 4 — Yz"', — 
Katy 7 /5ke 
Var. colore piceo dilutiore. 


Foud. Ann. d. I, Soc. Linn. VI. 1859. 176. 17. 


Psylliodes minima AI Anna der Soc entzaEr VIE 
1860. 824. 226. 


Psylliodes Kiesenwelteri m, 


Etwas kürzer als die Vorige und nach vorne und rückwärts 
weniger verschmälert und stumpfer walzenförmig; die Färbung ist 
pechschwarz mit schwachem Metallglanze, bei weniger reifen Indivi- 
duen pechbraun und mehr oder weniger in’s Röthliche übergehend. 
Die Fühler bis auf die dunklere Spitze, die Schienen und Tarsen 
sind rostroth, die Vorderschenkel gebräunt mit röthlicher Basis und 
Spitze, die Hinterschenkel pechschwarz oder braun mit röthlichem 
Unterrande; der Mund ist röthlich mit schwärzlicher Oberlippe. Die 
glänzenden Stirnhöckerchen sind weniger bestimmt durch Linien ab- 
gegrenzt und durch ein tiefes Grübchen getrennt; der Scheitel ist 
oberhalb fein, nach vorne sammt der Stirne mehr oder weniger stark 
und tief aber weitläufig punktirt mit glänzenden kaum granulirten 
Zwischenräumen; Kielung ebenfalls platt und breit. Das sehr glän- 
zende Halsschild von demselben Bau wie bei der Vorigen, nur nach 
vorne weniger verschmälert; die Punktirung ist etwas feiner und 
weniger dicht, aber noch immer stark und tief, namentlich an den 
Seiten; die Zwischenräume glatt oder äusserst zart granulirt; die 
Flügeldecken sind etwas kürzer als bei Ps. cucullata Ill,, etwa 
13/,mal so lang als breit und etwas stumpfer abgerundet; übrigens 
von demselben Baue; ihre Punktstreifen etwas weniger stark, die fast 
ebenen Zwischenräume glänzend leicht gerunzelt und sparsamer punk- 
tirt, Flügel unvollständig entwickelt. Die Hinterschienen wie bei der 
Vorigen, der Enddorn ist aber viel kürzer. Das 1. Vordertarsenglied 
des J wenig erweitert, 

In den Kärnthner Alpen von Herın Kahr gesammelt; nach 
Foudras und Allard in den Pyrenäen. 


Anmerkung. Ich bin nicht ganz sicher, ob die vorstehende Art mit 
Ps. petasata Foud. identisch ist, da die mir zahlreich vor- 
liegenden kärnthnerischen Stücke abweichend von Fou- 
dras’ Diagnose sämmtlich eine sehr ausgeprägte und be- 
ziehungsweise starke und tiefe Punktirung des Halsschildes und 


425 
der Stirne und auch fein punktirte Zwischenräume der Punkt- 
streifen zeigen; allein bei der an den Arten dieser Gattung so 
häufig anzutrefienden Veränderlichkeit der Sculptur und bei 
den Umstande, dass Foudras nur zwei einzelne © vor sich 
hatte, auch in der Beschreibung die Punktirung des Halsschildes 
nur als im Vergleich mit der verwandten Ps. eucullata wenig 
tief und deutlich darstellt, und dass auch Allard seiner mit 
Ps. petasata synonymen Ps. minima einen wenn auch schwach 
punktirten Scheitel und ein nur etwas weniger stark als bei Ps. 
cucullata punktirtes Halsschild gibt, dürfte auf die Identität 
der vorliegenden Arten geschlossen werden können; im ent- 
gegengesetzten Falle wünschte ich für die vorliegende Art die 
Benennung: Ps. Kiesenwetteri beibehalten zu wissen, 


“* # 


Hinterschienen stärker gekrümmt, breiter. 


35. Ps. gibbosa All. Subeylindrico-ovata, nitens, obseure aenea, 
capite antice ferrugineo; antennis pedibusque rufo-testaceis, 
femoribus posticis rufo-piceis, superne aeneis, artieulationibus 
rufescentibus; facie perpendieulari; fronte granulata et subti- 
liter vage punctulata; encarpis indistinctis, foveola separatis: 
thorace granulato, confertim fortiter punctato, apice compresso; 
elytris profunde striato-punctatis, interstitiis rugosulis, tenuis- 
sime punctulatis. Alis incompletis. Long. %, — %5"'. — Lat. 
an lönw: 

JS. Aedeagus modice incurvatus, fere rectus, rufus, usque 
ad apicem canaliculatus; apex acute lanceolatus. Foud. 


- All. Ann. d. |]. Soc. ent. d. Fr. VIII. 1860. 820. 220. 


Psylliodes rufilabris Foud. Ann. d. ]. Soc. Linn. VI. 
1859. 173. 15. 

Walzig eiförmig, nach vorne und hinten zugespitzt wie Ps. cucul- 

Tata aber noch gewölbter und breiter gerundet. Dunkel erzfärbig, mit 
bläulichem Glanze, der Vorderkopf röthlich, die Fühler bis auf die 
bräunliche Spitze, die Vorderbeine, Hinterschienen und Tarsen röth- 
lichgelb, die Hinterschenkel röthlichpechbraun mit erzfärbigem Ober- 
und Aussenrande und röthlicher Spitze und Basis. Scheitel und Stirne 
fein granulirt und weitläufig mit feinen, nach vorne zu grösseren 
Punkten besetzt. Stirnhöckerchen und Linien undeutlich, mit einem 
kleinen Grübchen in der Mitte; Kielung platt. Halsschild von dem 
Baue wie bei Ps. cucullata, nur verhältnissmässig breiter, unge- 


426 
fähr 1'/amal so breit als lang, und an den Seiten mehr gerundet; 
seine Oberfläche ist fein granulirt und dicht mit starken und tiefen 
Punkten bedeckt, wie bei jener; die Flügeldecken sind verhältniss- 
mässig kürzer und breiter, etwa 12/3mal so lang als breit und hinter 
den schräg abfallenden Schultern stärker gerundet; nach rückwärts 
deutlich verschmälert; die Punktstreifen sehr stark und tief, die 
Zwischenräume glatt, leicht gerunzelt und mit sehr kleinen aber 
deutlichen Punkten fast reihenweise besetzt. Flügel unvollständig 
entwickelt. Hinterschienen deutlich gekrümmt; die Abschrägung, etwas 
kürzer als bei Ps. cucullata, reicht etwa bis in %/, der Länge; Hinter- 
schienendorn kurz. 1. Vordertarsenglied des SQ wenig erweitert. 

Im südlichen Frankreich, nach Foudras, nicht selten; in 
Oesterreich sehr selten. 


36. Ps. Gougeleti All. Brevius subeylindrieo-ovata, convexior, niti- 
dissima, virescenti-aenea; ore piceo; antennis pedibusque pallide 
testaceis, femoribus posticis aeneis, articulationibus testaceis: 
facie perpendiculari, fronte subtiliter punctulata; encarpis distinc- 
tioribus, foveola separatis; thorace granulato et dense punctato, 
apice compresso; elytris profunde striato-punctatis, interstitiis 
rugosulis et punctulatis. Alis incompletis. Long. %,'.— Lat. 1. 

A. Ann. d. 1. Soc, ent. d. Pr VI. 1800.28212.222. 


Der Vorigen in Bau und Grösse äusserst ähnlich, aber breiter 
eiförmig und stärker gewölbt, an den Seiten weit mehr gerundet und 
von anderer Färbung. Erzfärbig oder erzbraun mit grünlichem Glanze; 
die Fühler und Beine mit Ausnahme der erzfärbigen Hinterschenkel 
sind gelbbraun, der Mund bräunlich. Die Stirne ist mit etwas deut- 
licheren Höckerchen und Linien und in der Mitte mit einem runden 
Grübchen bezeichnet, über demselben zwischen den Augen quer ein- 
gedrückt und wie der Scheitel fein und weitläufig punktirt und glän- 
zend; Kielung platt. Halsschild wie bei der Vorigen gebaut, nur 
noch etwas breiter, die Punktirung ebenfalls stark und dicht, auf der 
Scheibe etwas feiner mit deutlich granulirten Zwischenräumen. Flügel- 
decken hinter den schräg abfallenden Schultern viel stärker gerundet 
erweitert, als bei Ps. gibbosa, daher höchstens 1'/mal so lang als 
breit, stark gewölbt, übrigens von demselben Bau; die Zwischen- 
räume der ebenfalls starken und tiefen Punktstreifen sehr glänzend, 
leicht gerunzelt und deutlich punktirt. 

In Spanien, Prov. Gallicien. 


427 
Hieher gehören noch folgende mir unbekannt gebliebene Arten; 


Ps. eupro-nitens Förster. Verh. d. nat. hist. Ver. d. Rheinl. VI. 
1849. p. 37. Oblongo-ovalis, supra aeneo-virens et cupro-nitens, 
nitida, subtus nigro-aenea, antennarum basi pedibusque rufis, 
femoribus posticis nigris, elytris profunde striato- punctatis, 
interstitiis subtiliter punctulatis. Long. 12/ lin. 

Von der Grösse der Ps. chrysocephala, aber etwas breiter, die 
Stirne mit flachem Dreieck, der ganze Kopf erzfärbig, die Mandibeln 
an der Spitze roth, mit einem sehr stark hervortretenden Zahn. 

Zwei Stücke wurden in der Gegend von Aachen gefangen. 


Ps. puncticollis Rosenh. Die Thiere Andalus. 1856. p. 341. Ovata, 
convexa, nitida, subtus picea, supra rufo-testacea, antennis apice 
nigricantibus; capite prothoraceque dense fortiter punctatis; 
elytris regulariter fortiter punctato-striatis, interstitiis vix visi- 
biliter punctulatis. Long. 11% lin. — Lat. 2/ lin, 

Grösser als Ps. affinis Pk. und propingua Redt., von jener 
durch gleichmässige Färbung, von beiden durch stärkere Wölbung, 
nach hinten breitere Flügeldecken, stärkere Punktstreifen derselben 
und besonders durch die starke Punktirung auf Kopf und Halsschild 
verschieden. Eiförmig, gewölbt, glänzend. Rothgelb; die Unterseite 
pechbraun bis auf die drei letzten Bauchsegmente, die Fühler nach 
aussen schwärzlich. Kopf ziemlich gross, Scheitel und Stirne deutlich 
und tief zerstreut punktirt, zwischen den Augen mit einem kleinen 
Grübchen. Halsschild kurz, quer, nach vorme stark verschmälert, 
gewölbt, dicht und stark punktirt. Flügeldecken stumpf eiförmig, fast 
doppelt so breit und mehr als viermal so lang als das Halsschild, 
an den Schultern stark rundlich erweitert, etwas schwielig, die Seiten 
nach hinten etwas rundlich erweitert, hinter der Mitte verschmälert, 
am Ende gemeinschaftlich stumpf zugerundet, gewölbt, stark punktirt- 
gestreift; die Streifen gegen die Basis und Spitze schwächer werdend, 
die Zwischenräume breit, kaum sichtbar punktirt. Hinterschienen 
gerade, ziemlich stark, an der äussersten Spitze mit einem stumpfen 
Zähnchen; die Tarsen von der Länge der Schienen. 

Bei Cadix, im März von Pinien geklopft; sehr selten. 


Ps. laevata Foud. Ann. d. 1. Soc. Linn. VI. 1859. 158 5. — All. 
Ann. d. l. Soc. ent. d. Fr. VII. 1860. 814. 213. — Breviter 


428 

ovata, coerulea; labro rufo; encarpis nullis. Antennae ferru- 

gineae, articulis sex ultimis infuscatis; elytra tenuiter striato- 

punctata; punetis minutis remotis; interstitiis planis. Femora 

postica nigro-aenea; pedibus anterioribus, tibiis, tarsis commis- 

surisque ferrugineis. Alata. Long. 2 mill. — Lat. 1%, mill. 
JS. Aedeagus recurvatus, rufus, canaliculatus, apice deflexus 

lanceolatus. 


Kurzeiförmig, schwarzblau, glänzend; der Mund röthlich; die 
Basis der Fühler und die Beine, mit Ausnahme der erzschwarzen 
Hinterschenkel röthlichgelb. Die Stirnhöckerchen und Linien sind 
undeutlich. Die Stirne ist mit ebenso feinen Punkten bedeckt wie 
das Halsschild, welches um die Hälfte breiter als lang und mäs- 
sig gewölbt ist, und mit den Seiten sich geradlinig nach vorne 
verschmälert ; die Anschwellung hinter den Vorderecken springt stumpf- 
eckig vor. Flügeldecken viel breiter an der Wurzel als das Hals- 
schild, nach rückwärts sehr verschmälert; die Punktstreifen sind sehr 
wenig tief und schwach; die Punkte, besonders der mittleren Streifen, 
sehr fein und entfernt von einander, die Zwischenräume eben und 
fast glatt; unter starker Vergrösserung erscheinen sie äusserst fein 
granulirt. Geflügelt. 

Sie ist ähnlich der Ps. picipes Redt., von der sie sich durch 
die deutliche Punktirung des Halsschildes und die feinen und seichten 
Punktstreifen der Flügeldecken unterscheidet. 

Im südlichen Frankreich. 


Ps. euprea Foud. |]. c. p. 168. 12. — All. ]. ec. p. 803. 200. (omiss. 
synon.). — Breviter ovata, cuprea, elytris virescentibus; 
encarpis indistinctis; frons punctata, punctis seriatim dispositis. 
Elytra tenuiter striato-punctata, interstitiis planis, granulatis 
tenuiter punctulatis. Femora anteriora in medio infuscata, tibiis 
omnibus tarsisque ferrugineis, Alata. Long. 2! mill. — Lat. 
1%, mill. 

I. Aedeagus arcuatus, rufus; canaliculus latus, prope 
basin contractus; apex lanceolatus translucidus. 


Kurzeiförmig; Kopf und Halsschild erzfärbig, Flügeldecken mit 
grünlichem Glanze; die Fühler bis auf die dunkle Spitze und die 
Beine rostroth; die Mitte der Vorderschenkel etwas gebräunt; die 
Hinterschenkel erzfärbig mit röthlichen Unterrändern und Gelenks- 


429 
ansätzen. Scheitel und Stirne glänzend, äusserst fein granulirt, und 
mit ziemlich starken, weitläufigen Punkten, welche an den Seiten 
unregelmässig gereiht sind, besetzt. Stirnhöckerchen und Linien 
undeutlich. Halsschild gewölbt, fast zweimal so breit als lang, mit 
stark herabgezogenen Seiten, deren Anschwellung vorne den dritten 
Theil des Randes einnimmt; es ist mit sehr feiner Granulirung und 
feinen, nach den Seiten hin stärkeren Pünktchen bedeckt. Die Flügel- 
decken sind an der Basis breiter als das Halsschild und bilden ein 
kurzes Oval; die Streifen, besonders die inneren, sind fein punktirt; 
die Zwischenräume flach, fein granulirt und zeigen einige äusserst 
feine Pünktchen; die Schulterbeule ist ziemlich gross und fein gra- 
nulirt. Das 1. Bauchsegment ist queriunzlich, die übrigen punktirt; 
das Pygidiun ist zur Hälfte glatt und glänzend, der übrige Theil 
stark punktirt. Geflügelt. Die Abschrägung der Hinterschienen begreift 
fast ein Drittel ihrer Länge und ist ziemlich stark und unregelmässig 
gezähnelt. 

In der Schweiz (Foudras); in Frankreich bei Bordeaux, 
Dijon (Allard). 

Foudras und Allard haben mit Unrecht die H. cuprea der 
E. H. auf diese Art bezogen; denn die Beschreibung in den E. H. 
enthält keinen Hinweis auf eine kurzeiförmige, stark gewölbte Aıt, 
und ist meines Erachtens auf die von mir unter Nr. 10 angeführte 
Art zu beziehen. 


Ps, rufilabris All. 1. c. p. 806. 204. (omiss. synon.). Fusiformi- 
ovata, supra coerulea, prothorace virescente; elytra striato- 
punctata, interstitiis punctulatis; capite anterius supra et infra 
vufo; antennis pedibusque testaceis, femoribus postieis nigro- 
aeneis. — Long. 2, mill. — Lat. 11%, mill. 

Von der Gestalt der Ps. fusöformis Illig., aber kleiner. Oben 
blau, mit etwas grünlichem Schimmer auf dem Halsschilde. Vorder- 
kopf röthlich, die Fühler mit Ausnahme der Spitze und die Beine 
röthlichgelb, die Basis der Vorderschenkel etwas bräunlich, die Hinter- 
schenkel erzfärbig schwarz. Stirne mit wenig deutlichen gekreuzten 
Linien und ziemlich starken ungleichen Punkten bedeckt, welche nicht 
bis zum Scheitel reichen. Halsschild anderthalbmal so breit als lang, 
ziemlich gewölbt, die Seiten mehr gerundet als bei Ps. fusiformis, 
und der seitliche Vorsprung hinter den Vorderecken schwächer. Flügel- 
decken lang, an der Basis breiter als das Halsschild, von der Mitte 


430 


an zur Spitze (aber weniger als bei Ps. fusiformis) verschmälert, 
stark gestreiftpunktirt, aber die Zwischenräume sind nur wenig ge- 
runzelt und fein gepünktelt. 

Im westlichen Frankreich und bei Berlin. 


Gen. Dibolia. 


Latreille: Regn. anim. d. Cuv. 2. ed. V. 1829. —  Stephens; 
Ill. of br. Ent. Mand. IV. 1831. p. 325. — id. Man. of br. Col. 
1839. p. 289 et 301.— Redtenbacher: Fn. Aust. ed, I. 1849. 
p- 540.; ed. IT. 1848. p. 948. — Foudras: Ann. d. ]. Soe. Linn. 
VI. 1859. p. 192. — Allard. Ann..d. ]. Soc. ent. d. Fr. VII. 
1860. p. 785. 


Halticae eryptocephalae llliger Mag. VI. 1807. p. 70 et 171. 


Corpus ovato-cylindricum, convexum. 

Antennae 11-articulatae, filiformes, basibus valde approximatis. 

Caput verticale, intra thoracem retractum; oculis reniformibus, 
parum convexis; carina frontali lineari, parum elevata; encarpis 
plus minusve distinctis. 

Prosternum punctatum antice subtruncatum, gulam abscon- 
dens; processu postico latiore, convexiuseulo, basin versus dilatato. 

Abdomen valde convexum; segmentis liberis, primo tertia 
abdominis parte breviore. 

Tibiae posticae dorso canaliculatae, apice paulo recurvatae et 
reetangulariter truncatae; spinula apicali bifurca. 

Tarsi postici tibiarum apiei inserti, articulo primo tertia tibiae 
parte non longiore; articulo ultimo tenui. 

Unguieuli tenues, basi appendiculati. 


Die hervorstechendsten Merkmale dieser Gattung bestehen in 
der Fähigkeit, den Kopf gänzlich in das Halsschild zurückzuziehen 
und zu bergen, dann in der gabelförmigen. Gestalt des Hinterschienen- 
dorns; weitere Merkmale liegen in dem Baue des Kopfes, der Stirne, 
der Augen, Fühler, Vorderbrust, Hinterschienen, m der Kürze des 
1. Bauchringes, in der fast walzenförmigen Körperform u. s. w. 

Körper mehr oder weniger gewölbt, walzigeiförmig. 

Kopf ziemlich gross, gerundet, vertikal nach abwärts gerichtet 
und in der Ruhelage ganz in das Halsschild zurückgezogen. 


431 

Augen sehr gross, nierenförmig, lach gewölbt und sehr wenig 
vorspringend, was eben dem Thiere gestattet, den Kopf gänzlich in 
das Halsschild zurückzuziehen; die Facetten sind viel kleiner und 
zahlreicher als bei den übrigen Gattungen und schwer zu unterscheiden, 

Scheitel gewölbt und wie die Stirne mehr oder weniger 
stark, bisweilen etwas runzeligpunktirt. Die vordere Kopffläche ziem- 
lich platt, die Kielung wenig erhoben, und mehr oder weniger schmal, 
nach unten in zwei Arme getheilt, und in das Kopfschild übergehend, 
mit dem es als stumpfe Fihöhung quer über dem Munde sich aus- 
ladet; nach oben wird sie durch einen mehr oder weniger gebogenen 
Quereindruck von den Stirnhöckerchen abgesondert; diese sind rund- 
lich, wenig erhoben, eng an einander liegend, und durch einen feinen 
mehr oder weniger deutlichen Längsstrich von einander getrennt; 
nach oben gehen sie in die Stirnfläche über und werden durch eine 
glänzende Querlinie begränzt, die beiderseits in einem grösseren 
tieferen Punkte endiget, welcher dem bei den übrigen Gattungen 
hart am oberen Augenrande gelegenen „Augenpunkte‘‘ entspricht; 
die Wangen zeigen einige grössere längs der Kielung gelegene Punkte. 

Öberlippe vorne gerundet und in der Mitte etwas ausgerandet, 
leicht gewölbt mit einer Querreihe von vier Punkten. 

Kinnbacken innen ausgehöhlt, mit fünfzähnig getheilter Spitze, 
deren vorderster Zahn der stärkste und scharf zugespitzt ist. 

Kinnladentaster etwas schlanker als bei der Gattung 
Psylliodes; das letzte Glied länglich kegelförmig und an der Basis 
wenig schmäler als das um die Hälfte kürzere vorletzte an der Spitze. 

Fühler eilfgliedrig, kaum von halber Körperlänge; ihre Basis 
ist sehr genähert und vom innern Augenrande weit abgerückt. Das 
Wurzelglied ist mässig verdickt, etwa dreimal so lang als breit, das 
zweite walzig, von wenig mehr als einem Drittel der Länge des 
ersten und dünner; die folgenden verkehrt kegelförmig; das dritte 
so lang als das zweite aber noch dünner, die übrigen etwas länger, 
unter sich gleich lang und nach der Spitze allmälig schwach ver- 
diekt, das zugespitzte Endglied etwas verlängert. 

Halsschild walzenförmig gewölbt, mit stark herabgezogenen 
Seiten, und nach vorne etwas verschmälert; der fein abgesetzte 
Hinterrand ist gerundet und beiderseits über den Schultern etwas 
ausgebuchtet; der Vorderrand gerade abgeschnitten; die Seitenränder 
mehr oder weniger geschwungen, deutlich abgesetzt und fein aufge- 
bogen; sie endigen vorne in einer Jänglichen, kaum vorspringenden 


432 

Schwiele, welche nach innen durch einen tiefen Eindruck abgesetzt 
ist; die Hinterecken sind fast abgerundet, die vorderen stumpf- 
winkelig. Die Oberfläche zeigt eine bald gröbere bald feinere Punk- 
tirung mit glatten oder fein gerunzelten Zwischenräumen. 

Schildchen gerundet-dreieckig mit breiterer Basis, »latt. 

Die Flügeldecken an der Basis so breit als das Halsschild 
und gegen die Mitte etwas erweitert, bilden mit jenem eiu mehr 
oder weniger längliches und stumpfes, gewölbtes Oval; ihre Spitze 
ist gemeinschaftlich abgerundet mit ziemlich rechten Nahtwinkeln; 
die Seiten sind im Bereiche der Hinterscheukel weit und stark aus- 
gebuchtet; der stark eingeschlagene Unterrand ist nur vorne um die 
Schultern herum deutlich und weiterhin höchstens als schmale Leiste 
noch sichtbar; der Seitenrand ist von einer mehr oder weniger deut- 
lichen Kerblinie begleitet; die Schulterbeule ist schwach entwickelt 
und gepünktelt. Die Punktirung der Oberfläche bald stärker bald 
feiner, ist entweder verworren oder in mehr oder weniger deutliche 
und regelmässige Reihen gestellt mit glatten oder fein gerunzelten, 
manchmal etwas gewölbten Zwischenräumen. 

Die Flügel sind bei der Mehrzahl Arten entwickelt. 

Die Vorderbrust ist vorne kaum ausgerundet, sondern fast 
gerade abgeschnitten und reicht bis an den Mund, die ganze Kehle 
bergend; der vor den Hüften liegende Theil ist ziemlich breit, der 
Fortsatz zwischen den Hüften mässig breit, leicht ;gewölbt und nach 
rückwärts etwas erweitert, ein längliches Dreieck bildend mit gerade 
abgeschnittener, die Hüftpfannen rückwärts nicht schliessender Basis; 
die Oberfläche ist stark, etwas ıunzlig punktirt. 

Hinterbrust glänzend, mehr oder weniger quergerunzelt; 
ihre Seitenstücke stark punktirt. 

Hinterhüften-Abstände ziemlich breit. 

Bauch sehr stark gewölbt, beiderseits unterhalb der Hinter- 
schenkel ausgetieft. Das 1. Segment dringt mit der Basis winkelförmig 
in den Hintertand der Hinterbrust und umfasst kaum ein Drittel der 
ganzen Bauchlänge, die drei folgenden sind unter sich gleich lang 
und zusammen beinahe um die Hälfte länger als das erste; den 
Rest nimmt das 5. Segment ein; sie sind zerstreut punktirt und 
theilweise gerunzelt. Das Pygidium ist sehr kurz, ohne Furche und 
völlig unter den Flügeldecken verborgen; bein J' quergestreift; der 
Aussenrand des letzten Bauchsegments des J sehr schwach beider- 
seits ausgerandet; der Hemieyelus sehr klein. 


433 


Hinterschenkel sehr stark, von derselben Gestalt wie bei 
Psylliodes, ungefähr zweimal so lang als breit; sie sind glatt und 
glänzend, nach der Spitze hin mit gröberen Punkten besetzt. 

Die Hinterschienen gleichen im Bau jenen der Psyllioden, 
nur ist ihre Spitze nicht schräg, sondern rechtwinkelig abgestutzt; 
sie sind seitlich zusammengedrückt mit gegen die Spitze zu allmälig 
verbreiterten Seitenflächen und etwa um ein Drittel kürzer als die 
Schenkel; ihr Rücken ist ausgerinnt, mit sägezähniger, an der Spitze 
stumpfeckig endigender Aussenkante, und ganzrandiger mit einer 
zahnförmigen Erweiterung endigender Innenkante. An der Spitze der 
Schienen, unter der Einlenkungsstelle der Tarsen ist ein breiter län- 
gerer oder kürzerer Dorn mit gabelförmig getheilter Spitze befestiget. 

Das 1. Hintertarsenglied hat höchstens ein Drittel der 
Schienenlänge, das 2. kaum die halbe Länge des ersten, das 3. ist 
sehr kurz, aber viel breiter und deutlich zweilappig; das Klauenglied 
ist schlank, mit feinen am Grunde deutlich eckig erweiterten Klauen. 
Die Tarsen schlagen sich in der Richtung der Schienen auf deren 
Rücken zurück. 

Ausser den bereits bemerkten Geschlechtsmerkmalen am letzten 
Bauchsegmente und Pygidium kündigt sich das Q durch das stark 
erweiterte 1. Glied der Vordertarsen an. 

Die Dibolien, nicht reich an Arten, finden sich im mittleren 
und südlichen Europa auf niederen bei den einzelnen Arten ange- 
gebenen Kräutern; aus den vördlichen Gebieten wird von Gyllen- 
hall Did. occultans aus Schweden, von Waterhouse Did. Cynoglossi 
und von Stephens auch Did. occultans aus England angegeben. 

Die Larve der D. femoralis Redt. ist von E. Heeger in den Sitz. 
Ber. d. k. Acad, d. Wissensch, in Wien 1858 B. XXIX. p. 100 u. =. f., 
und jene der D. rugulosa Redt. von G. v. Frauenfeld in den Verh. 
der k. k. zool. bot. Gesellsch. in Wien B. XIV p. 692 beschrieben worden ; 
sie sind Minirlarven. 


Flügeldecken stark punktirt. 
Punktirung verworren. Vorderbeine roth. Käfer erzgrün. 
1. femoralis. 
Punktirung mehr oder weniger regelmässig gereiht. Käfer 
schwarz mit Erzglanz. 
Punkte der Zwischenräume gereiht und so stark als die 
Punktreihen. Alle Schienen schwarzbraun. 2. oeeultans. 


434 


Punkte der Zwischenräume viel feiner, Schienen gelbroth. 
Halsschild deutlich und dicht punktirt . .3. Försteri. 
Halsschild fein und weitläufig punktirt . . A. Zaewicollis. 


Flügeldecken fein punktirt. Käfer erzfärbig. 

Vorderbeine gelbroth. Flügeldecken mit vertieften unregel- 
mässigen,Bunktreihen ..,.... . 14 cu. 22.28. Schiläingi. 

Vorderschenkel ehern schwarz. 
Körper länglich. Flügeldecken flach mit äusserst feinen 
Pünktzeihen 0. 00 e, arada: 

Körper eiförmig. 

Flügeldecken fein gerunzelt, kaum punktirt; Halsschild 
fein punktirt ı.0. 4. ee sus. (. Kugulosa. 
Flügeldecken mit deutlichen Einen Halsschild 
stark punktüut .... ad la = 8, Cynoylossi. 
Flügeldecken verworren hsaanne Halsschild fein punk- 
LITE Ne oe laser Wer ohratke a IN ETUDLOCEpNala; 


1. D. femoralis Redtenb. Oblongius ovata, subeylindrica, nitida; 
viridi-aenea, antennis ferrugineis, apice fuscescentibus; pedibus 
ferrugineis, femoribus posticis aeneis: thorace elytrisque fortiter 
profundeque confuse subseriatimve punctatis. Alata. Long. 12/5 
— 2", — Lat. 1". 

JS. Aedeagus rufus, arcuatus, convexus, laevissimus, Apex 
modice depressus, acute lanceolatus. Foud. 


Redtenb. Fn. Aust. ed. I. p. 540. ed.- Il. p. 948. — 
Bia;chu.Kt. En EIN. !usM. Dischl. IE 16 Por 
Foud. Ann. d. l. Soc. Linn. VI. 1859. 195. 1. — 
All. Ann. d.]. Soc. ent. d. Fı. VIll. 1860. 787. 183. 


Dibolia aurichalcea Förster. Verh. d. nat. hist. Ver. d. 
Rheinl. VI. 1849. 37. 


Etwas länglicheiförmig, fast walzenförmig, aber etwas flach 
gewölbt, glänzend; erzgrün, bisweilen mit bläulichem Glanze; die 
Fühler bis auf die schwärzliche Spitze, die Vorderbeine, Hinter- 
schienen. und Tarsen rostroth; die Hinterschenkel erzfärbig; die 
Unterseite erzfärbig schwarz, die Bauchspitze etwas röthlich. Scheitel 
und Stirne mit grossen zerstreuten Punkten; Stirnhöckerchen mehr 
oder ‘weniger deutlich; die Querlinie oberhalb schwach und oft un- 


135 
deutlich. Das nach vorne deutlich verschmälerte, am Hinterrande 
zweimal so breite als lange Halsschild ist grob und tief verworren 
punktirt mit leicht gerunzelten Zwischenräumen. Flügeldecken über 
den Rücken flach gewölbt, an den Seiten wenig gerundet und am 
Ende stumpf abgerundet; sie sind wie das Halsschild mit tiefen 
grossen verworrenen Punkten bedeckt, welche sich nach dem Aussen- 
rande hin in mehr oder weniger deutliche Längsreihen ordnen. Die 
Zwischenräume sind glänzend und glatt; die Schulterbeule ziemlich 
deutlich. Geflügelt. 

Auf den Blättern der Salvia sylvestris L. und austriaca J a0cdq., 
und stellenweise nicht selten; in Oesterreich, Steiermark, Baiern, den 
Rheinlanden, am Harz und in noch anderen Gegenden Deutschlands, 
in Frankreich, Spanien, Portugal; auch in Algerien. Nach Foudras 
findet man sie im Herbste truppweise unter dem abgefallenen Laube. 


2. D. oceultans E. H. Ovata, subeylindriea, nitida; nigra, capite 
thoraceque aeneis; antennarum basi ferruginea, articulo primo 
infuscato; femoribus aeneo-nigris, tibiis tarsisque omnibus piceis: 
thorace profunde crebre punctato; elytris subseriatim fortiter 
punctatis, interstitiorum punctis subseriatis, aeque fortibus. Alata. 
Long. 1—11y!". — Lat. In —/. 

S. Aedeagus rufus, recurvatus, brevis, convexus laevis- 
simus; apex obtuse angulatus utrinque sinuosus. Foud. 


Steph. Ill. br. Ent. Mand, IV. 325. — id. Man. of br. 
Col. 301. 2372. — Redt. Fn. Aust. ed. I. p. 541 
ed. II. 948. — Bach Kf. Fn. f. N. u. M. Dtschl. 
Ill. 163. 10. — Foud. Ann. d. 1. Soc. Linn. VI. 
1859. 200. 6. — All. Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fr. 
VIM. 1860. 795. 194. 


Haltica occultans E. H. 1. 23. 8. t. 2. f. 4. — Illig. 
Mag. VI. 71 et 171. 26 et 144. — Gyll. Ins. su. 
III. 572. 40. 


Nur halb so gross als die Vorige, und durch die starken Punkt- 
reihen und die dunkle Farbe der Beine von allen übrigen leicht zu 
unterscheiden. Von etwas stumpfer Eiform, walzig gewölbt, glänzend; 
schwarz mit schwach bläulichem Schimmer der Flügeldecken und 
erzfärbigem Kopfe und Halsschilde; das Wurzelglied der Fühler 
schwärzlich, die Spitze desselben und das 2.—4. Glied rostroth, 


436 


die übrigen schwarzbraun; die Beine bis auf die erzschwarzen Hinter- 
schenkel pechschwarz, mit bräunlichen Gliederansätzen und Tarsen. 
Scheitel zerstreut punktirt; Stirne stark glänzend mit einzelnen feinen 
Punkten; Stirnhöckerchen deutlich, und von der Stirne durch "eine 
deutliche von einem Augenpunkte zum andern reichende Querlinie 
abgesetzt. Halsschild fast zweimal so breit als lang, nach vorne 
etwas verschmälert, stark und dicht verworren punktirt, mit glän- 
zenden, etwas gewölbten und besonders nach den Seiten hin etwas 
gerunzelten Zwischenräumen. Flügeldecken gewölbt, an den Seiten 
schwach gerundet und stumpf abgerundet; sie haben starke mehr 
oder weniger regelmässige Punktreihen, in deren Zwischenraume 
ebenso starke und ebenfalls ziemlich regelmässig gereihte Punkte 
stehen, wodurch die Oberfläche dicht mit starken Punktreihen besetzt 
erscheint, welche nur neben der Naht und an der Spitze verworren 
sind; die glänzenden Zwischenräume sind etwas runzlig; die Schulter- 
beule ist ziemlich deutlich. Geflügelt. 

An sumpfigen Stellen, ziemlich selten. Oesterreich, Schlesien, 
Rheingegenden und anderwärts in Deutschland; Frankreich, Schweden; 
nach Stephens auch in England. 


3. D. Försteri Bach. Ovata, subeylindrica, convexior, nitida; nigra, 
antennis, genubus, tibiis tarsisque ferrugineis, femoribus aeneo- 
nigris: thorace sat dense confuseque punctato: elytris subseriatim 
fortiter punctatis, interstitiis subtiliter punctulatis. Alis inconm- 
pletis. Long. 113—1'%'". — Lat. %;—%yz". 

S. Aedeagus rufus, incurvatus, in medio contractus, trans- 
versim carinatus; apex dilatatus, rotundato-angulatus, modice 
excavatus, carina brevi ornatus. Foud. 


Bach Kf. Fn. f. N. u. M. Ditschl. Ill. 163. 9. — All. 
Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fr. VILl. 1860. 794. 192. 


Dibolia buglossi Foud. Ann. d. 1. Soc. Linn. VI. 1859. 
198. 4. 


Eiförmig, gewölbter und an den Seiten mehr gerundet; glänzend 
schwarz mit Eırzglanz auf dem Kopfe und Halsschilde; die ganzen 
Fühler, die Kniee, die Schienen und Tarsen rostroth; die Schenkel 
erzschwarz. Scheitel und Stirne gerunzelt und mehr oder weniger mit 
feinen Pünktchen besetzt; Stirnhöckerchen deutlich, und durch eine 
seichte Querlinie von der Stirne geschieden. Das zweimal so breite 


437 
als lange und nach vorne verschmälerte Halsschild ist miv mässig 
starken, aber tiefen, an den Seiten etwas grösseren Punkten ziemlich 
dicht besetzt, und in den Zwischenräumen fein gerunzelt; beim J 
sind die Punkte etwas feiner. Die Flügeldecken, mit deutlicher, fast 
glatter Schulterbeule, sind an den Seiten deutlich gerundet und haben 
ziemlich regelmässige und starke Punktreihen, in deren äusserst fein 
gerunzelten Zwischenräumen einzelne feine Pünktchen stehen. Flügel 
unvollständig entwickelt. 

In Oesterreich, Steiermark, Thüringen, Hessen-Kassel, am 
Rheine; in Frankreich. 


4. D. depressiuscula Letzn. Ovata, subeylindrica, minus convexa; 
nigro-picea, antennis ferrugineis, apice fuscescentibus; femoribus 
aeneo-nigris, tibiis tarsisque ferrugineis: thorace laevi, tenuis- 
sime punctulato, punctis remotis; elytris irregulariter seriato- 
punctatis, punctis prope basin profundioribus, apicem versus 
confusis et evanescentibus. Alata. Long. 1 — 11/,''. — Lat. 
21h". 

I. Aedeagus rufus, recurvatus, brevis, canaliculatus; 
canaliculus in medio paululum contractus, versus apicem con- 
cavus, carina brevi ornatus; apex breviter angulatus. Foud. 


Letzner Uebers. d. Arb. u. Veränd. d. schles. Gesellsch. 
1846. 83. 19. — Bach. Kf. Fn. f. N. u. M. Dtsch). 
11751635 8. 


Dibolia laevicollis Foud. Ann. d. ]. Soc. Linn. VI. 1859, 
201. 7. 


Von .der Grösse der D. occultans E. H., aber etwas flacher 
und durch das glatte, zerstreut und fein punktirte Halsschild, die 
nur auf dem Vordertheile der Flügeldecken stärkeren Punktreihen 
ausgezeichnet. Pechschwarz, die Fühler bis auf die bräunlichen End- 
glieder, die Schienen und Tarsen rostroth; Hinterschienen bisweilen 
etwas dunkler; Hinterschenkel erzfärbig schwarz. Scheitel und Stirne 
mit äusserst feinen zerstreuten Pünktchen besetzt; die Stirnhöckerchen 
an ihrem vorderen Theile deutlich, oberhalb von der Stirne durch 
‚eine wenig deutliche Querlinie geschieden. Halsschild sehr fein und 
weitläufig punktirt, mit glänzenden glatten Zwischenräumen. Die 
Flügeldecken haben ziemlich regelmässige, stärkere Punktreihen auf 


der vorderen Hälfte, welche gegen die Mitte und die Seiten hir 
Wiener entomol. Monatschr. VIII. Bd. 32 


438 


weniger“ deutlich und nach der Spitze hin- schwach werden; die 
Zwischenräume sind sehr fein gerunzelt. Geflügelt. 


Ziemlich selten; in Oesterreich, Steiermark, Schlesien, Frankreich. 


5. D. Schillingii Letzn. Ovata, subeylindrica; cupreo-aenea, antennis 
pedibusque ferrugineis, femoribus postieis aeneis: thorace nitente, 
evidentius dense punctulato; elytris parum nitidis, subtiliter 
irregulariter seriato-punctatis obsoleteque sulculatis, interstitiis 
minutissime granulatis punctulatisque. Alata aut aptera. Long. 
Wal Ya lat ar Yuc: 

Letzn. Uebers. d. Arb. u. Veränd. d. schles. Ges. 1846. 
82. 18. — Bach Kf. Fn. f. N. u. M. Dtsch). LI, 
162. 4.:-- All. Ann. .d. 1. Soc. ent.’.d. Fr: VII. 
790. 187 


Dibolia punctillata Foud. Ann. d. 1. Soc. Linn. VI. 1859. 
190.2: 


Mehr länglich-eiförmig als D. Cynoglossöi E. H., etwas grösser 
und durch die ganz vostrothen Fühler und Vorderbeine, die feine 
Punktirung des Halsschildes, die etwas vertieften Punktreihen der 
mattglänzenden Flügeldecken mit gewölbten Zwischenräumen sogleich 
zu unterscheiden. Gewölbt; erzbraun, mit rostrothen Fühlern, 
Vorderbeinen, Hinterschienen und Tarsen; Hinterschenkel und Unter- 
seite dunkler erzfärbig. Stirnhöckerchen deutlich, von der Stirne 
durch eine mehr oder weniger deutliche Querlinie geschieden. Stirne 
und Scheitel äusserst fein gepünktelt und wie das kurze, mehr als 
zweimal breitere als lange Halsschild stark glänzend; dieses ist dicht 
und fein punktirt mit glatten, an den Seiten äusserst zart gerun- 
zelten Zwischenräumen. Die leicht gerundeten Flügeldecken mit kaum 
markirter Schulterbeule sind mattglänzend, von etwas trüber Eız- 
farbe; ihre ziemlich regelmässigen Punktreihen laufen theilweise in 
leicht vertieften, besonders neben der Naht deutlichen Längsfurchen 
mit etwas gewölbten, äusserst fein granulirten und fein gepünk- 
telten Zwischenräumen. Es finden sich Individuen mit ausgebildeten 
und solche mit unvollständig entwickelten Flügeln. Erstes Vorder- 
tarsenglied des J sehr breit. 


Bei Wien ziemlich selten auf Salvia sylvestris L.; auch in 
Schlesien; im südlichen Russland nach Foudras’ Angabe häufig. 


439 


6. D. timida Illig. Oblongo-ovata, depressiuscula; aenea, elytris 
cupreo-nitentibus; antennarum articulis 4 primis ferrugineis, 
reliquis fuseis; femoribus aeneo-nigris, tibiis tarsisque obscure 
ferrugineis, et plus minusve fuscescentibus: thorace antıoısum 
angustiore, nitido, tenuiter densius punctulato; elytıis minus 
nitentibus, subtilissime subseriatim punctulatis, interstitiis tenuis- 
sime rugulosis. Alata. Long. 11,—12/,. — Lat. 34". 

ö. Aedeagus brunneus, recurvatus, laevis; basi late de- 
pressa, laevissima; lateribus versus apicem turgidis, sulculo 
separatis; apex rufus, translucidus, obtuse-angulatus, utrinque 
sinuosus. Foud. 

Var. 1. punctis obsoletis, vix conspicuis. 


Var. 2. elytris virescentibus. 


Boud. Ann. d«lla:Soe. EinınsVNIL185934197: 3. All. 
dal. Soc.lientsid.) Eu sVENL1860,3791-189. 


Haltica timid«@ Illig. Mae. VI, 71. 174. et 28. 146. 


Dibolia Eryngü Bach. Kf. Fn. f. N. u. M. Dtsehl. Ill. 
163.174 


Durch ihre längliche schmale Gestalt, geringe Wölbung und 
das nach vorne sehr verschmälerte längere Halsschild ausgezeichnet. 
Länglich-eiförmig, dunkel erzfärbig‘, die Flügeldecken in der Regel 
etwas kupferglänzend, selten mit grünem Schimmer; die vier ersten 
Fühlerglieder röthlich, die übrigen schwärzlich; die Schienen und 
Tarsen dunkel rostroth, erstere gewöhnlich mehr oder weniger ge- 
bräunt; die Schenkel erzfärbig. Scheitel und Stirne äusserst fein 
gerunzelt und stark gepünktelt; die Stirnhöckerchen sehr deutlich; 
durch eine scharf eingeschnittene, von einem Augenpunkte zum 
andern gehende Querlinie von der Stirne getrennt. Das Halsschild 
nach vorne stark verschmälert und länger als bei den übrigen Arten, 
wenig mehr als um die Hälfte breiter als lang; fein und dieht ver- 
worren punktirt, mit glänzenden, sehr fein aber deutlich gerun- 
zelten Zwischenräumen. Die flach gewölbten, länglichen, wenig ge- 
rundeten Flügeldecken, mit sehr schwacher Schulterbeule, sind von 
mattem Glanze und mit seichten und weit feineren Pünktchen als 
das Halsschild besetzt, welche in mehr oder weniger deutliche, theil- 
weise doppelläufige Längsreihen gestellt sind und an der Spitze fast 
verschwinden; die Zwischenräume sind äusserst fein quergerunzelt, 

32% 


440 


mit eingestreuten einzelnen Pünktchen. Geflügelt. Das 1. Vorder- 
tarsenglied des J sehr breit. 


Ziemlich selten auf Eryngium campestre L. und nach Foudras 
auf Agrimonia Eupalorium L.; in Oesterreich, den Rheingegenden, 
Frankreich, Spanien, Portugal; auch in Algerien. 


7. D. rugulosa Redt. Ovata, subeylindrica, convexa, subnitida; aenea, 
antennis ferrugineis, apice fuscescentibus; femoribus aeneis, 
genubus tibiis tarsisque ferrugineis, tibiis posticis paulo infus- 
catis: thorace tenuiter punctulato, elytris minutissime rugulosis, 
punctis raris vix conspicuis. Alata aut alis incompletis. Long. 
1143 — 13". lat: In Yy" 

&. Aedeagus brunneus, arcuatus, canaliculatus; canali- 
culus in medio interruptus, lateribus elevatis: extus fossula 
oblongo-ovata ornatus; apex triangularis. Foud. 

Var, elytris prope basin obsolete irregulariterque seriato- 
punetulatis. 

Redtenb. Fn. Aust. ed. I. p. 541. ed. II. p. 948. — 

Bachrkt En. LaNus MeDtschle im n6 12 25 
Houd. Ann; d.21., Soc, Linn. VI. 11859. 41995. — 
All. Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fr. VIII. 1860. 787. 184. 


Aeusserst ähnlich in der Gestalt und Färbung der Did. Cyno- 
glossi, und hauptsächlich durch die deutlich gerunzelten, kaum punk- 
tirten Flügeldecken und das fein punktirte Halsschild verschieden. 
Walzig-eiförmig, gewölbt, etwas matt erzfärbig; die Fühler bis auf 
die bräunliche Spitze, die Kniee, Schienen und Tarsen rostroth, alle 
Schenkel erzfärbig; die Hinterschienen sind gewöhnlich an der Spitze 
gebräunt. Scheitel und Stirne sind fein gepünktelt und gerunzelt; die 
Stirnhöckerchen sind deutlich, von der Stirne durch eine beiderseits 
von den Augenpunkten begrenzte Querlinie getrennt. Halsschild 
zweimal so breit als lang, mit schwach gerundeten Seitenrändern; 
es ist fein und dicht punktirt, die Zwischenräume mehr oder weniger 
gerunzelt. Die Flügeldecken haben eine deutliche erhobene Schulter- 
beule und sind an den Seiten leicht gerundet; ihre Oberfläche zeigt 
eine dichte feine Runzelung mit eingestreuten seichten und ungleichen 
oft kaum wahrnehmbaren, nach der Basis und nach Aussen unregel- 
mässig gereihten Pünktchen, Geflügelt. Das 1. Tarsenglied des d 


441 


wenig erweitert. Nach Foudras soll das 7. Fühlerglied des J etwas 
grösser sein; ich finde diess nicht bestätigt. 

Bei Wien an der südwestlichen Kalkgebirgskette auf Stachys 
recta im Frühlinge und Sommer nicht selten; auch im südlichen 
Frankreich und Russland. 


8. D. Cynoglossi E. H. Ovata, subeylindrica, convexa, nitida; aenea, 
antennis ferrugineis, apice fuscescentibus; femoribus aeneis, 
genubus tibiis tarsisque ferrugineis, tibiis postieis plus minusve 
infuscatis: thorace profunde ac dense punctato; elytris partim 
irregulariterque seriato-punctulatis, interstitiis rugulosis et parce 
punctulatis. Alata. Long. 11,3 —1y!". — Lat. 34". 

JS. Aedeagus fuscus, arcuatus, canaliculatus; canaliculus 
in medio contractus, versus apicem depressus, laevissimus; apex 
rotundato-angulatus. Foud. 


Steph. Ill. br. Ent. M. IV. 325. — id. Man. of br. Col. 
2371. — Redt. En. Aust. ed. I. p. 541. ed, IT. p. 
948. — Bach Kf. Fn. f. N. u. M. Dtschl. 162. 5. 
— Foud. Ann. d. ]. Soc. Linn. VI. 1859. 203. 9. 
— AIl. Ann. d. ]. Soe. ent. d. Fr. VIII. 1860. 
791. 188. 


Haltica Cynoglossi E.H. II. 20. 6. — Illig. Mag. VI. 172. 
149° — Diuftsch. En. ‚Aust. > 283. 69. 


Von ©. Schillingü Letzn. durch geringere Grösse, dunklere, 
glänzende Bronzefarbe, schwarz-erzfärbige Vorderschenkel und stark 
punktirtes Halsschild leicht zu unterscheiden. Walzig-eiförmig, gewölbt, 
glänzend; von hellerer oder dunklerer Erzfarbe, bisweilen mit etwas 
grünlichem Glanze; die Färbung der Fühler und Beine wie bei der 
Vorigen. Der oberste Theil des Scheitels mit feinen Pünktchen und 
Runzeln, nach vorne sammt der Stirne glatter und stark glänzend; 
Stirnhöckerchen deutlich, und von der Stirne durch eine tiefe 
Querlinie abgesetzt, welche von den beiden Augenpunkten begrenzt wird. 
Halsschild zweimal so breit als lang, nach vorne stärker verschmä- 
iert, mit mehr gerundeten Seitenrändern als bei D. rugulosa Redt.; 
es ist mit starken und tiefen Punkten dicht besetzt und zeigt glän- 
zende, fast glatte, selten deutlicher gerunzelte Zwischenräume. Flügel- 
decken von derselben Gestalt wie bei D. rugulosa, glänzend; sie 
sind deutlich, aber feiner und weniger tief als das Halsschild punktirt; 


442 


‚die Punkte grösstentheils in mehr oder weniger regelmässige Reihen 
gestellt und nach der Spitze allmälig schwächer werdend; die fein 
gerunzelten Zwischenräume mit eingestreuten feineren Pünkichen. 
Geflügelt. 

Auf Cynoglossum offieinale L. und Stachys recla L.; nicht 
häufig; in Oesterreich und verschiedenen Gegenden Deutschlands; in 
der Schweiz, in Frankreich. 


9. D. eryptocephala E. H. Brevius ovata, subeylindrica, convexa, 
nitida; aenea, antennis tibiis tarsisque ferrugineis, tibiis posticis 
infuscatis, femoribus nigro-aeneis: thorace subtilius, elytris evi- 
dentius confuse denseque punctulatis, interstitiis rugulosis. Alis 
incompletis aut nullis. Long. 1—1'/'". — Lat. 4 — 1%". 

JS. Äedeagus rufus, arcuatus, brevis, convexus, laevis- 
simus; apex breviter lanceolatus, paululum deflexus. Foud. 
Var. 1. tibiis anterioribus in medio, antennis apice in- 
fuscatis. 
Var. 2. elytris tenuissime punctulatis. 
Var. 3. elytris partim irregulariter seriato-punctulatis. 
Redt. Fn. Aust. ed. I. p. 541..ed.. Il. p. 948. — Bach 
Kf. Fn. f. N. u. M. Dtschl. IH. 162. 6. — Foud. 
Ann. d.,. Soc. ‚Linn! VI. 1859. 204. 10. — A). 
Anne] wSocentd. Br v8 18602778928186. 


Haltica eryptocephala E.H. 11. 22.7. t. 2. f. 3. — Illig. 
Mag. VI. 171. 143. 


Durch ihre geringe Grösse, etwas kurzeiförmige, stark gewölbte 
Gestalt und fast ganz verworrene, sehr undeutlich gereihte dichte 
Punktirung der Flügeldecken kenntlich; ihre Seulptur ist sehr ver- 
änderlich. Von glänzender Erzfarbe mit grünlichem oder kupfriigem 
Glanze; die Fühler, Schienen und Tarsen röthlich; die Schenkel 
erfärbig schwarz; die Fühlerspitzen und Schienen, namentlich die 
hinteren sind häufig mehr oder weniger gebräunt. Scheitel und Stirne 
fein punktirt, nach vorne fast glatt; Stirnhöckerchen sehr deutlich 
und von der Stirne durch eine tiefe, von einem Augenpunkte zum 
anderen reichende tiefe Querlinie geschieden. Halsschild fast zweimal 
so breit als lang, mit stark gerundeten Seitenrändern; es ist dicht 
und fein, ziemlich seicht punktirt und in den Zwischenräumen mehr 


443 


oder weniger deutlich fein gerunzelt. Die stark gewölbten Flügel- 
decken, ohne angedeutete Schulterbeule sind dicht, mit ungleichen, 
stärkeren und feineren Punkten bedeckt, welche wenig tief aber 
deutlicher als jene des Halsschildes und mit Runzeln gemengt sind; 
sie stehen verworren, oder theilweise in unregelmässige, ‚wenig über 
die Hälfte der Flügeldecken reichende Reihen geordnet und verlöschen 
fast ganz an der Spitze; bisweilen ist die ganze Punktirung äusserst 
unscheinbar, und die Oberfläche fein gerunzelt. Flügel unentwickelt 
oder ganz fehlend. 

Im Sommer bei Wien an kahlen und sonnigen Anhöhen auf 
Adonis vernalis nicht selten. Nach Foudras auch an feuchten Orten; 
in verschiedenen Gegenden Deutschlands, Frankreichs. 


Unbekannt sind mir geblieben: 


D. paludina Foud. Ann, d. I, Soc, Linn, VI. 1859. 202. 8. — All. 
Ann. d. ]. Soc. ent. d. Fr. VIIL..4860. 792. 190. — Övata, 
aenea; antennarum artieulis 5 pıimis ferrugineis, posticis plus 
minusve infuscatis. Thorax profunde denseque punctatus, inter- 
stitiis rugulosis; elytra confuse lineato-punctata; femora aenea; 
tibiis anterioribus, commissuris tarsisque omnibus ferrugineis, 
tibiis posterioribus rufo-bıunneis. Alae integrae. Long. 2—2Y, mill. 
— Lat. 11% mill. 

SI. Aedeagus fuseus, arcuatus, brevis, canaliculatus; cana- 
liceulus in medio paululum contractus; apex rotundato-angulatus, 
depressus; lateribus modice excavato-depressis. 


Var. Elytrorum lineis profundioribus. 


Etwas länglicher als D. Cynoglossö E. H. und weniger regel- 
mässig punktirt als D. occultans E. H, Erzfärbig, die Flügeldecken 
bräunlicher; die fünf ersten Fühlerglieder, die Vorderschienen, alle 
Gelenksansätze und Tarsen rostroth; Hinterschienen braun oder roth- 
braun; Schenkel erzfärbig schwarz. Scheitel und Stirne glänzend, sehr 
fein punktirt; Stirnhöckerchen fast mit der Stirne verschmolzen, ober- 
halb bisweilen durch einen seichten, in der Mitte vertieften Querein- 
druck abgesetzt. Halsschild deutlich punktirt, die Zwischenräume 
sehr fein gerunzelt. Flügeldecken mit sehr kleinen Pünktchen bedeckt, 
deren ein Theil in Längsreihen geordnet ist; nach innen und der 
Spitze hin sind sie mehr verworren; neben der Naht befindet sich 
ein wenig tiefer und regelmässiger punktirter Streifen; die Zwischen- 


444 


räume zeigen einige sehr feine Pünktchen und eine Menge feiner 
krummer Runzeln. 

An sumpfigen Stellen bei Lyon im Juli und August (Foudras); 
in Sachsen (Allard). 


D. Pelleti All. Ann. d. ]. Soc. ent. d. Fr. VIII. 1860. 788. 185. — 
Subquadrata, crassa; aenea, supra nitidissima, infra nigra; 
antennis pedibusque ferrugineis, femoribus postieis nigro-aeneis; 
prothorace laevissimo, vix obsoletissime punctulato; elytris con- 
fuse et subtilissime punctulatis. Long. vix 3 mill. — Lat. 2 mill. 


Von breiter, plumper, fast viereckiger Gestalt, oben sehr glän- 
zend, hell erzfärbig, unterhalb schwarz; die Fühler bis auf die bräun- 
liche Spitze, und die Beine bis auf die schwärzlich-erzfärbigen Hinter- 
schenkel rotstroth. Halsschild sehr kurz, mehr als dreimal so breit 
als Jang, an den etwas gerundeten Seiten nach vorne verschmälert; 
es ist sehr gewölbt, stark glänzend und schwach punktirt; die Punkte 
kaum wahrnehmbar und auf der Scheibe viel spärlicher. Die Flügel- 
decken bilden von oben betrachtet ein Viereck, dessen Ecken abge- 
rundet sind; sie sind nämlich breit und wenig lang, an den Seiten 
fast parallel und hinten jäh abgerundet; ihr Rücken ist wenig gewölbt, 
sie sind an der Wurzel kaum breiter als die Halsschildbasis, aber an 
den abgerundeten Schultern rasch erweitert; ihre Oberfläche ist mit 
feinen verworrenen, viel deutlicheren Punkten als das Halsschild 
besetzt. 

Bei Beziers im südlichen Frankreich. 


D. Chevrolati Allard. Ann. d. ]. Soc. ent. d. Fr. I. 1861. 338. — 
Ovata, convexior, nigro-coerulea; antennis ferrugineis; thorax 
brevis distincte punctatus, interstiis rugulosis; elytra partim 
irregulariterque lineato-punctata, interstitiis punctatis rugulosis; 
tibiis tarsisque ferrugineis; femoribus anterioribus medio infus- 
catis, posticis nigro-coeruleis; infra nigra. Long. 2%, mill. — 
Lat. 12/7 mill. 


Schön dunkelblau, mit röthlichen Fühlern, Schienen und Tarsen, 
schwärzlichen Vorder- und blauschwarzen Hinterschenkeln; mehr ei- 
förmig und gewölbter als die übrigen Dibolien. Sie hat in der Punk- 
tirung einige Aehnlichkeit mit D. Cynoylossi E. H., aber das Hals- 
schild ist kürzer, cie Flügeldecken breiter, an den Seiten gerundeter, 


445 


gewölbter. Das Halsschild ist dicht und deutlich punktirt, mit gerun- 
zelten Zwischenräumen; die Flügeldecken sind mit vielen ungleichen, 
weniger grossen Punkten als das Halsschild bedeckt, wovon ein 
Theil in Längsreihen geordnet ist, welche erst im Viertel der Flügel- 
decken beginnen; die Zwischenräume sind punktirt und sehr fein 
gerunzelt. 

Angeblich im südlichen Russland. 


Gen. Apteropeda. 


Redtenbacher: En. Aust. ed. I. p. 542.; ed. II. p. 950. — Fou- 
dras Ann. d. ], Soc. Linn. VII. 1860. 20.— Allard Ann. d. 
E#Soc> ent. ;d. Er. VIII. 1860.,.p. 574. 


Corpus ovato-hemisphaericum aut oviforme convexum. 

Caput subinsertum, valde inclinatum, oculis subglobosis; carina 
frontali lineari, modice elevata; encarpis distinctis, quadratis aut 
rotundatis. 

Antennae A4-articulatae, filiformes, progressim crassiores ; 
articulo 5. quarto parum longiore. 

Prosternum antice rotundato-productum, os inferius abscon- 
dens; processu postico latiore, convexiusculo, basi triangulariter 
dilatato. 

Abdomen valde convexum; segmentis liberis, primo tertia 
abdominis parte pavlo breviore. 

Tibiae posticae, apice recurvatae, dorso canaliculatae, margine 
exteriore distincte aut obsolete denticulatae; spinula apicali simplici 
longiuscula. 

Tarsi postiei tibiarum apiei inserti; articulo 1. dimidio tibiae 
breviore, articulo ultimo tenui. 


Unguiculi tenues, non appendiculati. 


Diese Gattung charakterisirt sich vor den übrigen durch den 
Bau der Vorderbrust, dereu Vorderrand bogenförmig erweitert ist 
und die Kehle sammt dem Mund von unten verbirgt. Weitere Eigen- 
thümlichkeiten liegen in dem Bau der Hinterschienen, deren Rücken 
rinnenförmig ausgehöhlt ist und an seiner Aussenkante mehr oder 


446 


weniger deutlich gezähnelt ist, in dem Bau der Fühler, welche ziem- 
lich stark sich stufenweise nach aussen verdicken und mit Ausnahme 
des Wurzel- und Endgliedes, aus kurzen, an Länge wenig von ein- 
ander verschiedenen Gliedern bestehen, in der kurzeiförmigen, meist 
hochgewölbten Gestalt des Körpers, in der Breite der Hüftenabstände, 
in der Stirnbildung u. s. w. Die Apteropeden zeigen einige Ver- 
wandtschaft zu den Psyllioden und Dibolien, namentlich in der Wölbung 
des Hinterleibes, in der allgemeinen Gestalt und Bewaffnung der 
Hinterschienen, in der Convexität der Vorderbrust zwischen den 
Hüften; in ihrer sonstigen äusseren Erscheinung aber gleichen sie den 
folgenden Gattungen Hypnophila und Maiophila, von denen sie sich 
im Wesentlichen durch den Bau der Fühler, der Stirne, der Vorder- 
brust, die Gestalt und Bewaffnung der Hinterschienen, endlich durch 
ihre Lebensweise entfernen. Von den kurzeiförmigen Arten der Gattung 
Psylliodes unterscheiden sie sich leicht durch die Erweiterung der 
Vorderbrust, die geringe Abschrägung der Hinterschienen und die 
Tarseneinfügung an deren Spitze, das kürzere 1. Hintertarsenglied, 
die anders gestalteten weit weniger angeschwollenen Hinterschenkel, 
die schmale Kielung der Stirne, die 11-gliedrigen Fühler mit ge- 
näherten Basen, den kurzen 1. Bauchring u. s. w. 

Körper fast halbkugelförmig oder eiförmig mit starker Wölbung. 

Kopf ziemlich klein, aus dem Halsschild vorspringend und 
stark nach abwärts geneigt. 

Augen gross, stark gewölbt; fast kreisrund, am inneren Rande 
schwach ausgebuchtet. 


Scheitel und Stirne glänzend und mehr oder weniger stark 
und runzlich puoktirt. Die Stirne mit deutlichen unregelmässig vier- 
eckigen oder rundlichen, vorne und rückwärts durch einen Querein- 
dıuck und von einander durch ein tiefes Längsstrichelchen gesonderten 
Höckerchen und schmaler, wenig vorspringender, bald schärferer, 
bald stumpferer Kielung; diese ladet sich in Verbindung mit dem 
Kopfschilde als quere Erhabenheit über dem Munde aus. 

Oberlippe gewölbt, an den Ecken abgerundet, mit etwas aus- 
rundetem Vorderrande, längs welchem man nur zwei deutliche Punkte 
unterscheidet. 

Kinnbacken und Kinnladentaster von der gleichen Bil- 
dung wie bei den Psyllioden, nur ist das Endglied der Taster viel 
kürzer. 


447 


Fühler 11-gliedrig, ziemlich stark, vom 3. angefangen nach 
aussen an Dicke allmälig zunehmend; ihre Einlenkungsstellen sind 
einander sehr genähert. Das Wurzelglied ziemlich stark angeschwollen, 
etwas mehr als zweimal so lang als breit; das 2. walzig-eiförmig und 
nur halb so lang, das 3. und 4. Glied so lang als das. 2. oder nur 
unmerklich länger, aber viel schlanker; die übrigen mit Ausnahme 
des 6. kürzeren, etwas länger und einander an Länge gleich; das 
Endglied etwas verlängert mit schief abgestutzter Spitze. 

Halsschild stark gewölbt, rückwärts breit gerundet und über 
den Schultern beiderseits schwach gebuchtet, aber nicht gerandet; 
die Seiten sind deutlich gerundet und nach vorne stark verschmälert; 
die deutlich aufgebogenen Seitenränder ziehen sich stärker gegen die 
Vorderecken herab, wo sie sich schwielig verdicken und etwas spitzig 
den gerade abgeschnittenen, äusserst fein abgesetzten Vorderrand 
überragen; die Hinterecken sind stumpf; das Halsschild ist mehr oder 
weniger punktirt, in den Zwischenräumen glatt. 

Schildchen klein, dreieckig, glatt. 

Flügeldecken mit dem Halsschilde ein kurzes stark oder 
hochgewölbtes Oval bildend; an der Basis nicht breiter als das Hals- 
schild, erweitern sie sich stark bis in’s erste Dıittel ihrer Länge und 
verschmälern sich weiter hin wieder in sanfter Rundung zur gemein- 
schaftlichen Spitze; die Nahtwinkel sind fast rechteckig; die Seiten 
iin Bereiche der Hinterschenkel stark ausgebuchtet. Sie haben neun 
mehr oder wenige tiefe Punktstreifen und den Anfang eines zehnten 
neben dem Schildchen; die Zwischenräume sind leicht gewölbt und 
mehr oder weniger deutlich gepünktelt, die Seitenränder von einer 
starken Kerblinie begleitet; die Schulterbeule ist gar nicht ange- 
deutet; der Unterrand um die Schultern herum ziemlich breit, 
verschmälert sich weiterhin deutlich, ist aber fast bis gegen die 
Spitze sichtbar. 

Die Arten sind ungeflügelt. 

Der vor den Hüften liegende Theil der Vorderbrust ist 
ziemlich breit, mit gerundet erweitertem, die Kehle sammt dem 
Munde von unten bedeckenden Vorderrande; zwischen den Hüften 
ist sie breit und stark gewölbt mit dieieckig erweiterter, etwas ver- 
tiefter Basis, welche die Hüftpfannen rückwärts offen lässt; sie ist 
tief und grob punktirt. 

Die Hinterbrust tritt vorne stumpf dreieckig zwischen die 
Mittelhüften, ist ziemlich kurz, glänzend und etwas runzlich punktirt- 


448 


Die Hüftenabstände breit, besonders jene der Hinterhüften. 

Bauch stark gewölbt, unter den Hinterschenkel beiderseits 
ausgetieft; das 1. Segment misst kaum ein Drittel der Bauchlänge; 
von den übrigen sind die drei folgenden gleich lang, und zusammen 
etwas länger, das letzte etwas kürzer als das erste; dieses ist stark 
und grob, die übrigen fein und zerstreut punktirt; das Pygidium ist 
kurz und ohne Längsrinne. 

Die Hinterschenkel sind weit weniger angeschwollen und 
nicht so gross, wie bei den Psyllioden: sie sind etwa zweimal so 
lang als breit, ihr grösster Querdurchmesser liegt mehr nach der 
Mitte hin, da sie sich mit stark geschwungenem Oberrande sowohl 
nach der Wurzel als zur Spitze verschmälern; auch der schräg aus- 
gehöhlte Unterrand ist etwas gerundet; sie sind glänzend glatt, mit 
zerstreuten längeren Härchen besetzt, an ihrer Spitzenhälfte grob 
und stark punktirt. 

Die Hinterschienen zeigen im Allgemeinen dieselbe, nach 
rückwärts gekrümmte Gestalt wie bei Psylliodes, nur ist ihre 
Spitze sehr wenig stumpf abgeschrägt, ihre ziemlich breiten Seiten- 
flächen sind mit längeren Härchen bewimpert, ihr Rücken ist aus- 
gerinnt mit scharfen Kanten, deren äussere vom 1. Drittel an bis 
zur Spitze mit mehr oder weniger deutlichen und spitzigen Zähnchen 
bewaffnet ist; die Spitze ist kammartig mit feinen Dörnchen dicht 
besetzt; an der Spitze steht ein ziemlich langer, nach rückwärts 
gerichteter, etwas gekrümmter Dorn. 

Die Hintertarsen sind an der Schienenspitze eingefügt; das 
1. Glied ist etwas länger als ein Drittel der Schiene, das 2. und 
das breite, deutlich zweilappige, 3. Glied kurz, etwa ein Drittel so 
lang als das erste; das Klauenglied ist schlank. Die sehr zurück- 
gebogenen Klauen fein, an der Basis nicht eckig erweitert. 

Die JS sind durch die stumpfere, etwas gewölbtere Spitze des 
letzten Bauchsegments und eine seichte Ausrandung beiderseits der- 
selben, dann durch das erweiterte 1. Vordertarsenglied kenntlich, 

Die Apteropeden leben in Gebirgsgegenden; man trifft sie an 
schattigen Orten unter Laub, auf dem sie herumklettern. 


Aussenrand der Hinterschienen stark und deutlich gezähnelt. 
Körper eiförmig, stark, aber nicht halbkugelförmig gewölbt. 
Zwischenräume der Punktstreifen dicht und deutlich punktirt. 
Käfer: erzfärbie. braun’! „2.0, MeMEN. IN SlRdovulıum. 


449 

Körper kurzeiförmig; hoch, fast halbkugelförmig gewölbt. 
Zwischenräume der Punktstreifen deutlich punktirt. Käfer 
erzfärbig, blau, grün oder violett 2.2. orbiculata. 
Zwischenräume der Punktstreifen kaum punktirt, fast glatt. 
Käfer schwarz mit Metallschimmer . . . . 3. globosa. 


Aussenrand der Hinterschienen undeutlich, äusserst fein gezähnelt. 
Körper kurzeiförmig, stark gewölbt. 

Zwischenräume der Punktstreifen zerstreut punktirt. Käfer 

Schwarzblau se en. IR EN REN. snlendzdı. 


1. A. ovulum Illig. Oviformis, convexa, nitida; fusco-aenea, antennis 
pedibusque rufis, femoribus posticis aeneis: vertice et fronte 
crebre, thorace dense punctatis; elytris striato-punctatis, inter- 
stitiis dense punctulatis. Tibiae posticae margine exteriore den- 
tatae. Aptera. Long. 113°" — Lat. 243". 


ASP Annr dl Soc ent..d... Er VIE 18605772 180: 
Haltica ovulum Illig. Mag. VI. 65 et 163. 18 et 125. 


Von den drei folgenden durch ihren länglichen, nicht so kugel- 
förmigen Körper, der völlig die Gestalt eines Eies hat, das nur vorne 
und hinten etwas hervorgezogen ist, — und durch die dichte Punk- 
tirung unterschieden. Stark gewölbt, glänzend, bräunlich-erzfärbig; 
die Fühler bis auf die etwas dunklere Spitze, die Vorderbeine, 
Hinterschienen und Tarsen sind rostroth; die Hinterschenkel erzbraun, 
am Unterrande mehr oder weniger rothbraun. Scheitel und Stirne 
stark und tief punktirt. Stirnhöckerchen grob punktirt; Kielung stumpf; 
Halsschild zweimal so breit am Hinterrande als lang, nach vorne 
stark verschmälert; es ist stark, auf der Scheibe etwas weniger dicht 
und feiner, an den Seiten dichter und runzlich punktirt, mit glatten 
Zwischenräumen. Flügeldecken an der Basis von der Breite des Hals- 
schildes, hinter den Schultern gerundet, und nach rückwärts deutlich 
verschmälert; sie zeigen regelmässige auf tiefen und gedrängt stelienden 
Punkten gebildete Streifen, und glänzende, viel dichter als bei den 
folgenden Arten punktirte Zwischenräume; Der Aussenrand der Hinter- 
schienen ist spitzig gezähnelt. 


Portugal (Illiger), Algerien (Allard). 


2. A. orbieulata Marsh. Ovato-hemisphaerica, nitidissima; viridis 
aut aenea, coerulea aut violacea; antennis pedibusque rufis aut 


450 

rufo-brunneis, femoribus posticis obscure aeneis aut violaceis ; 
vertice et, fronte ruguloso-, thorace subtiliter vage punctatis: 
elytris fortiter ac profunde striato-punctatis, interstitiis distincte 
punctulatis. Tibiae posticae margine exteriore denticulatae 
Aptera. Long. 1-11". -- Lat. 9, — 4". 

JS. Aedeagus modice arcuatus, depressus, laevissimus; 
versus apicem depressus, lanceolatus, cum extensione brevi, 
truncata, deflexa. Foud. 


Var. antennis apice et femoribus anterioribus fuscescentibus. 


Foud. Ann. d. ]. Soc. Linn. VII. 1860. 23. 2. 
Chrysomela orbiculaia Marsh. Ent. br. I. 200. 72. 


Sphaeroderma orbieulatum Steph. Ill, br. Ent. M. IV. 329. 
4. — id. Man. of br. Col. 2382. 


Haltica graminis E.H. U. 47. 25. — Duftsch. Fn. Aust. 
1238. 79. 

Altica cikalao Olıv. Ent. V. 2108 76.0.1V. 12 76: 

Apteropeda ciliata Bach Kf. Fn. f. N. u. M. Dtschl. II. 
165. 1. — "AT. Ann! 'd. 1.2 Soc. entd. Fr} VII. 
18607529. °179.: 

Haltica Hederae Illig. Mag. VI. 164. 126. 


Hochgewölbt, fast halbkugelförmig, nach vorne und hinten etwas 
ausgezogen und zugespitzt; sehr stark glänzend; metallisch-grün oder 
erzfärbig, blau oder violett mit schwärzlicher Unterseite; die Fühler, 
Vorderbeine, Hinterschienen und Tarsen röthlich; die Hinterschenkel 
schwärzlich mit grünlichem oder bläulichem Metallglanze, an der 
Spitze und dem Unterrande röthlich; Mund und Hinterleibsspitze sind 
gewöhnlich rothbraun, die Vorderschenkel und die äusserste Fühler- 
spitze bisweilen gebräunt. Scheitel und Stirne ziemlich stark und 
etwas runzlich punktirt; Stirnhöckerchen glatt oder fein gerunzelt; 
Kielung oben stumpfer, nach abwärts schärfer; das kaum zweimal so 
breite als lange und nach vorne stark verschmälerte Halsschild ist 
spiegelglatt, und mit mehr oder weniger feinen, auf der Scheibe weit- 
läufigeren, an den Seiten dichteren Punkten bedeckt. Die Flügeldecken 
hinter den Schultern stark bauchig erweitert, haben ziemlich regel- 
mässige, neben der Nalıt und an den Seiten vertiefte Reihen von 
groben und tiefen Punkten; die Zwischenräume glatt, oder etwas 
gerunzelt, und mit feinen aber deutlichen Punkten weitläufig besetzt. 


451 


Die Hinterschienen sind am Aussenrande nach abwärts deutlich ge- 
zähnelt. 

Ziemlich verbreitet in Mitteleuropa; in den meisten Gegenden 
Deutschlands, in Ungarn, Frankreich, England. In Wäldern auf schat- 
tigen Grasplätzen, nach Illiger auf Epheu. 


3. A. globosa Illig. Major, ovato-hemisphaerica, nitidissima; nigro- 
aenea, subcoeruleo-micans; ore, antennis pedibusque ferrugineis, 
femoribus posticis nigris; vertice et fronte rugoso-, thorace dense 
punctatis; elytris profunde striato-punctatis; interstitiis conve- 
xiusculis, laevibus, parce obsoletissime punctulatis. Tibiae posticae 
margine exteriore dentatae. Aptera. Long. 11% — 11%‘. — 
Lat. 4—1'". 

JS. Aedeagus brevis fere rectus, late canaliculatus; mar- 
ginibus prope basin elevatis; apex obtuse rotundatus cum exten- 
sione brevi, truncata. Foud. 

Au, Nun. d. 1. Sec, ent. d. Br VUN, 180602 977. 18. 

Haltica globosa I1lig. Schneid. Mag. I. 602. 9.— Panz. 

En. Germ. 25.:f..13_(Altica). 
Haltica conglomerata Illig. Mag. VI. 164. 127. 
Sphaeroderma conglomeratum Steph. Ill. br. Ent. Mand. 
IV..329..5:—:1d. Man.,of.br; Col..2383. 
Apteropeda conglomerata Küst. Kf. Eur. XX VIII. 99. — 
Bach Kf. En. f. N. u. M. Dtschl; HE 165:12: 
Haltica globus- Duftschm. Fn. Aust. Ill. 288. 78. 


Apteropeda majuscula Foud. Ann. d. 1. Soc. Linn. VI. 
1860. 25. 3. 


Apteropeda nigro-aenea Weidenb. Nat. hist. Ver. in 
Augsb. XII. 1859. 5. 


Die grösste Art der Gattung; von der halbkugelförmigen Gestalt 
der Vorigen, aber noch breiter und verhältnissmässig kürzer. Sehr 
glänzend, schwarz mit grünlichem oder bläulichem Metallglanze; die 
starken Fühler, der Mund, die Beine mit Ausnahme der schwarz- 
metallischen Hinterschenkel rostroth. Scheitel und Stirne stark und 
runzlich punktirt; Steinhöckerchen glatt, Kielung ziemlich scharf. 
Halsschild kürzer als bei der Vorigen, mehr als zweimal so breit als 
lang und stark nach vorne verschmälert, ziemlich dicht und stark, an 


452 
den Seiten etwas runzelig punktirt mit glatten Zwischenräumen. Die 
stark bauchig erweiterten Flügeldecken zeigen regelmässige aus starken 
und etwas entfernt stehenden Punkten gebildete Streifen, welche sich 
an der Spitze etwas verwirren, und leicht gewölbte, glatte oder 
nur verloschen und einzeln gepünktelte Zwischenräume. Die Hinter- 
schienen sind am Aussenrande stark gezähnelt. 

In Gebirgsgegenden Oesterreichs, Sachsens, Thüringens, Schle- 
siens, der Schweiz, Frankreichs, Englands. 

Apt. conglomerala Redt. Fn. Aust. ed. I. p. 542 et ed. Il. 
p- 950 kann nicht hieher gehören; nach den angegebenen Merkmalen 
zu schliessen, scheint eine Vermengung der Apteropeda orbiculata 
Marsh. und Hypnophila obesa Walt]. unterlaufen zu sein. — Apt. 
nigro-aenea W eid. dürfte von der vorliegenden kaum verschieden sein. 


4. A, splendida All. Ovato-subhemisphaerica, nitidissima; nigro- 
coerulea, ore fusco-rufescente; antennis pedibusque rufis, femoribus 
posticis nigris: vertice et fronte rugoso-, thorace tenuissime 
vage punctulatis; elytris striato-punctatis, punctis remotis parum 
profundis; interstitiis fere laevibus, parce punetulatis. Tibiae 
posticae margine exteriore obsolete denticulatae. Aptera. Long. 
EV VL 

JS. Aedeagus brevis; supra in medio articulatus; pars 
antica obtuse triangularis, longitudinaliter carinata, utrinque 
depressa; subtus excavatus cum appendiculis duobus acutis, 
nigris. Foud,. 

Allard Ann. d. |. Soc. ent. d. Fr. VIII. 1860. 577. 182. 

Apteropeda ciliata Redt. Fn. Aust. ed. I. p. 542.; ed. 11. 

p. 950. — Küst. Kf. Eur. XX VIII. 98. 


Apteropeda globosa Foud. Ann. d. 1. Soc. Linn. VII. 
1800.22, 1R 


Der Apteropeda orbiculata Marsh. sehr ähnlich und an Grösse 
gleich; aber ein wenig länglicher, nicht so hoch gewölbt, von stets 
schwarzblauer Färbung und schwächerer Punktirung; der Aussen- 
rand der Hinterschienen ist nur undeutlich gezähnelt. Glänzend, 
schwarzblau, die Unterseite schwarz, der Mund röthlichbraun; die 
starken Fühler und die Beine bis auf die schwarzen Hinterschenkel roth. 
Scheitel und Stirne dicht, etwas runzelig punktirt; Stirnhöckerchen 
glatt; Kielung scharf. Halsschild sehr kurz, mehr als zweimal so 


453 


breit als lang, nach vorne weniger stark verschmälert als bei den 
zwei vorhergehenden und schwächer gewölbt; es ist fein und mässig 
dicht punktirt. Die Flügeldecken haben etwas weniger starke und 
besonders nach aussen hin seichte Punktreihen, welche aus entfernt 
stehenden Punkten zusammengesetzt sind, und deren Zwischenräume 
fast glatt, oder nur schwach und einzeln gepünktelt sind; der Aussen- 
rand der Hinterschienen ist äusserst schwach und undeutlich gezähnelt. 

In Oesterreich und anderen Gegenden Deutschlands, in der 
Schweiz, Frankreich, England. 


Gen. Hypnophila. 


Foudras Ann. d.]. Soc. Linn. VI. 1859. p. 146 et VII. 1860. p. 26. 
Minota m. Wien. ent. Monatschrift III. 1859. p. 141. 


Corpus ovato-subhemisphaericum. 

Caput subinsertum, valde inclinatum, oculis subglobosis; carina 
frontali obtusa, antrorsum angustata; encarpis linearibus distinctis aut 
indistinctis. j 

Antennae 11-articulatae, filiformes, progressim crassiores; 
articulo 5. quarto fere duplo longiore. 

Prosternum antice profunde emarginatum, processu postico 
excavato, basi triangulariter dilatato. 

Abdomen convexum, segmentis liberis; primo tertia abdominis 
parte paulo longiore. 

Tibiae posticae subrectae, dorso non canaliculatae, integrae; 
spinula apicali simplici brevi. 

Tarsi postici tibiarum apici inserti, articulo 1. quarta tibiae 
parte non longiore, articulo ultimo tenui. 

Unguiculi tenues, basi indistincte appendiculati. 


Der Gattung Apteropeda Redt. in der äussern Erscheinung 
äusserst ähnlich und durch folgende Merkmale abweichend: 

Die Stirne ist zwischen den Fühlern breiter und zeigt eine leicht 
gewölbte, stumpfe nach abwärts keilförmig verschmälerte Kielung, 
ohne quer erhäßßenen Ausladung des Kopfschildes über dem Munde. 
Die Stirnhöckerchen sind entweder deutlich, querliegend, schmal und 
länglich, von oben und unten durch zwei tief eingeschnittene, in der 


Mitte sich berührende Linien abgegrenzt, oder sie sind undeutlich, 
Wiener entomol. Monatschr. VIIL. Ba. 33 


454 

und bloss eine gekrümmte‘, in‘ der Mitte grübchenartig vertiefte 
Linie ‘vorhanden. Scheitel und Stirne sind glatt oder kaum wahr- 
nehmbar fein gerunzelt. 

An den Fühlern, deren Einlenkungsstellen von einander ent- 
fernt sind, ist das 2. Glied etwas länger als das 3., das 5. Glied 
deutlich verlängert und fast doppelt so lang als das vierte. 

Das Halsschild ist nach vorne etwas weniger verschmälert; 
die Anschwellung des Seitenrandes an den Vorderdecken ist länger 
und tritt deutlicher stumpfeckig heraus; die Vorderecken treten nicht 
spitzig über den Vorderrand hervor; amı Grunde des Halsschildes ist 
beiderseits ein kurzes Längsstrichelchen eingegraben, und der Hinter- 
rand eine Strecke innerhalb derselben äusserst fein abgesetzt. 

Der Unterrand der Flügeldecken ist breiter und zieht sich 
von der Basis in sehr allmähliger Verjüngung bis av die Spitze. 

Das Schildchen ist dreieckig mit stark gerundeten Seiten. 

Die Vorderbrust ist vorne tief ausgerundet, und lässt die 
ganze Kehle frei; sie bildet vor den: Hüften einen nur sehr schmalen 
Streifen; der Fortsatz ist zwischen den etwas weniger von einander 
abstehenden Hüften rinnenförmig vertieft mit emporgehobenen Seiten- 
rändern und hinter denselben kurz dreieckig. erweitert. 

Die Mitelbrust ist wenig sichtbar; die kurze Hinterbrust 
dringt rundlich zwischen: den Mittelhüften bis gegen die Basis der 
Vorderbrust vor. 

Der Bauch ist sehr gewölbt, aber unter den Hinterschenkeln 
kaum ausgetieft; das 1. Segment, an der Basis etwas eingedrückt, 
nimmt mehr als ein Drittel seiner Länge ein; das Pygidium zeigt 
eine tiefe Längsrinne mit einer kielförmigen Linie am Grunde, 

:Die Hinterbeine sind ziemlich kurz, die Schenkel viel 
schwächer uud kleiner, übrigens von ähnlicher nach beiden Enden 
verschmälerter: Gestalt wie bei den Apteropeden; ihr grösster Quer- 
durchschnitt kommt nicht ihrer halben Länge gleich. 

Die Hinterschienen sind fast. länger als die Schenkel, wenig 
und etwas:nach vorwärts gekrümmt; ihre Seitenflächen sind gegen 
die Spitze sehr mässig verbreitert; ihr Rücken ist abgerundet, ohne 
scharfe Rander. 

Der Enddorn ist sehr kurz. 

Das 1. Hintertarsenglied hat ungefähr die Länge des 4. Theils 
der: Schiene; die Klauen sind an der Basis schwach erweitert. 

Die Hypnophilen leben in Gebirgswäldern unter Moosen, 


455 


Diese und die drei folgenden Gattungen bieten im Baue einzelner 
Körpertheile, namentlich der Hinterbeine, des Kopfes ete. Analogien 
mit den Haltica-Gruppen: Crepidodera und Podagrica und stehen 
diesen beziehungsweise näher als den drei vorangegangenen Gattungen: 
Psylliodes, Dibolia und Apteropeda. 


1. H. obesa Waltl. Ovato-hemisphaerica, nitidissima; nigro- aut 
fusco-aenea, antennis pedibusque rufo-ferrugineis, femoribus 
postieis obscurioribus, basi piceis: encarpis distinctis linearibus; 
thorace subtilissime punctulato, postice utrinque impresso; elytris 
profunde striato-punctatis, interstitiis laeviusculis aut parce 
tenuissime punctulatis. Aptera. Long. %,—11/,'. Lat. a —ı"', 

I. Aedeagus modice incurvatus,, bicanaliculatus, trans- 
versim rugosus, apice laevi lanceolata, cum extensione brevi 
truncata. Foud. 


Haltica obesa Waltl. Isis 1839. p. 225. 


Balanomorpha obesa All. Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fr. VII. 
1860. 552. 156. 


Balanomorpha caricis Kiesenw. et Märkl. Stett. ent. 
Zeit. 1847. p. 86. 


Apteropeda carieis Küst. Kf. Eur. XXVIIl. 100. — 
Redt. Fn. Aust. ed. II. p. 950. 


Hypnophila carieis Foud. Ann. d. l. Soc. Linn. VI. 
1860. 27. 1. | 


Von der Gestalt, Grösse und Wölbung der Apt. orbiculata 
Marsh. nur etwas länglicher. Sie varüirt aber sehr in der Grösse, so 
dass Stücke nur von der halben Grösse anderer gefunden werden. 
Schwarz oder pechbraun mit Erzschimmer; der Kopf, die Seiten- 
ränder und Spitze der Flügeldecken nicht selten rothbräunlich; die 
Fühler und Beine rostroth, die Hinterschenkel an der Basis mehr 
oder weniger bräunlich.. Scheitel und Stirne fast glatt, äusserst un- 
deutlich fein gerunzelt; Stirnhöckerchen länglich querliegend, durch 
tief eingeschnittene Linien scharf abgegrenzt; die obere Linie bildet 
einen sehr stumpfen Winkel, dessen Spitze in der Mitte die untere 
Linie berührt; Kielung oben sehr stumpf, nach unten keilförmig ver- 
schmälert und schärfer; das stark gewölbte, doppelt so breite als 
lange Halsschild ist nach vorne gerundet verschmälert, mit stumpfem 

33% 


456 

Vorsprunge hinter den Vorderecken; die Hinterecken sind fast recht- 
winklich;. es ist sehr fein aber deutlich und ziemlich dicht, auf der 
Scheibe weitläufiger punktirt; an der Basis befindet sich beiderseits 
ein feiner aber tiefer Längsstrich, welcher den vierten Theil der 
Halsschildlänge erreicht. Flügeldecken stark bauchig gewölbt, nur um 
den vierten Theil länger als breit, und völlig von der Gestalt wie 
bei Apt. orbieulata Marsh.; mit regelmässigen starken nach 
hinten allmälig schwächer werdenden, an der Spitze verworrenen 
Punktstreifen; die glänzenden, etwas gewölbten Zwischenräune sind 
äusserst fein und sparsam gepünktelt, bisweilen fast glatt. 

In Gebirgsgegenden unter Moosen, besonders unter Hypnum 
loreum und trigquetrum L. in Oesterreich, Steiermark, Krain, in der 
sächsischen Schweiz, im Riesengebirge, in Thüringen, bei Passau; 
auch in Frankreich (Mont Pilat). 


2. H. impuncticollis All. Ovata, subglobosa, nitidissima; fusco-aenea, 
apice rufescente; antennis pedibusque rufis; encarpis indistinctis; 
thorace 'impunctato, postice utrinque impresso; elytris profunde 
striato-punctatis, punctis apice evanescentibus; interstitiis lae- 
vibus. Aptera. Long. 1a—°/,'". — Lat. a. 

Var. rufo-brunnea, parum aeneo-micans. 


'Balanomorpha impuncticollis All. Ann. d. 1. Soc. eut. d. 
Fr. VII: 1860.'552. 157. ! 


Aeusserst nahe verwandt der Vorigen und von ihr verschieden 
durch weniger schwarze, mehr ins Pechbraune gehende Farbe, helle 
Spitze der Flügeldecken, etwas kleinere Gestalt, weit glatteres, nicht 
oder nur äusserst fein punktirtes und rückwärts schmäleres Halsschild. 

So beschreibt Herr Allard diesen Käfer. Die mir vorliegenden 
von H. Allard selbst herrührenden Exemplare dieser Art, sind oben 
und unten rothbraun, mit hellerer Flügeldeckenspitze und schwachem 
Metallglanze; die Fühler und Beine sind röthlich. Sie ist um die 
Hälfte kleiner als H. obesa, länglicher und etwas weniger gewölbt; 
die Fühler kürzer als der halbe Körper, sind nach aussen weit stärker 
verdickt, die einzelnen Glieder kürzer, das 5. Glied nicht völlig zwei- 
mal so lang als das 4,; die Stirne zeigt keine deutlichen Höckerchen, 
nur eine etwas gekrümmte Querlinie mit einem 3eckigen Eindrucke 
über ihrer Mitte. Scheitel glatt ohne Punktirung. Kielung stumpf und 
breit gewölbt. Halsschild kaum zweimal so breit als lang, nach vorne 


457 
wenig verschmälert und weit weniger gewölbt, als bei der Vorigen, 
die Oberfläche ist spiegelglatt oder kaum sichtbar, verloschen punktirt 
mit tiefem Eindrucke am Hinterrande beiderseits. Die Flügeldecken 
länglicher, etwa um die Hälfte länger 'als breit, weniger gewölbt und 
an den Seiten nicht so bauchig gerundet; die aus grossen weitläufigen 
Punkten bestehenden Streifen verschwinden bald hinter der Mitte; die 
Zwischenräume sind glänzend glatt; die Hinterschenkel sehr wenig 
angeschwollen. 


Frankreich, bei Lyon. 


Gen. Mniophila. 


Stephens Ill. br. Ent. 1834. M. IV. 330, — id. Man. of br. Col. 
p- 289. g. 488. — Redtenbacher Fn. Aust. ed. I, p. 543. 
ed. II. p. 950. — Foudras Ann. d, 1. Soc. Linn. VII. 1360. 
p. 29. — Allard Ann. d. ]. Soc. ent. d. Fr. VIII. 1860. p. 553. 


Corpus ovato-globosum. 

Caput subinsertim, valde deflexum, oculis subglobosis; carina 
frontali superne rhomboidaliter depressa, antrorsum lineari; encarpis 
trigonis, parum distinctis; labro antice profunde emarginato. 

Antennae 11-articulatae, articulis 3 ultimis clavatim incrassatis. 

Prosternum antice profunde emarginatum; processu postico 
profunde excavato, basi triangulariter dilatato. 

Abdomen valde convexum, segmentis liberis, primo tertia 
abdominis parte longiore. 

Tibiae posticae subrectae, dorso non canaliculatae, integrae; 
spinula apicali simplici, brevi. 

Tarsi postiei tibiae apici inserti, articulo 1. brevi. 

Unguiculi tenues, basi vix appendiculati *). 


In äusserst naher Verwandtschaft zu Hypnophila stehend und 
hauptsächlich durch die fast kugelförmige Gestalt, die stark ver- 
dickten drei letzten Fühlerglieder- und die tiefe Ausrandung der 
Oberlippe verschieden. 


*) Es gelang mir nicht, genau zu bestimmen, ob die Klauen einfach 
oder an der Wurzel etwas erweitert sind. 


458 

Die Stirne zeigt: eine verwandte Bildung, wie bei Hypnophila, 
nur ist der obere Theil: der Kielung flacher und von rautenförmiger 
Gestalt, nach abwärts feiner und schärfer ; die glatten Stirnhöckerchen 
sind dreieckig, von oben und unten durch zwei winkelförmige mit der 
Spitze einander entgegengesetzte feine Linien, welche zusammen die 
Gestalt eines X geben, abgegrenzt; die untere dieser beiden Linien 
ist mehr vertieft. Scheitel, Stirne, die. rautenförmige, Fläche der 
Kielung, sowie die Wangen sind äusserst fein granulirt. 


Die Oberlippe ist vorne sehr tief ausgeschnitten. 


Die Fühler sind etwas kürzer als der halbe Körper; das 
2.—6., sowie das 8. Glied sehr kurz, das 7. dicker und länger; die 
drei letzten sind stark verdickt, und bilden zusammen eine läng- 
liche Keule; das zugespitzte Endglied ist um die Hälfte länger, als 
die vorangehenden. IE 

Das Halsschild ist stark ‚gewölbt, mit stark gerundetem, 
innerhalb der Hinterecken gebuchteten, nicht abgesetzten Hinterrande 
und sehr’ kurzen, fein aufgebogenen Seitenrändern, welche hinter den 
Vorderecken schwielig verdickt sind und stumpfeckig vorspringen. 

Die Flügeldecken kugelig gewölbt, sind an der Basis 
breiter als das Halsschild, an den Seiten stark bauchig erweitert; 
ihre Spitze ist stark verschmälert und etwas ausgezogen; der spitze 
Nathwinkel in einen kleinen Dorn verlängert. Der Seitenrand ist tief 
ausgeschnitten, der Unterrand breit wie bei Hypnophila. 

Die Vorderbrust ist vorne tief ausgerundet und schmal; der 
kurze Fortsatz zwischen den Hüften tief ausgerinnt und aufgebogen 
gerandet; mit der dreieckig erweiterten Basis die zwischen die Mittel- 
hüften breit gerundet eindringende Hinterbrust: berührend und die 
Mittelbrust ganz verbergend. 

Die Mittel- und Hinterhüften weit von einander abstehend. 

Das 1. Bauchsegment nimmt etwas mehr als ein Drittel 
der Bauchlänge ein; seine halbrund zwischen die Hinterhüften hinein 
ragende Basis ist etwas vertieft, und von einem fein erhabenen Rande 
umgeben; die drei folgenden Ringe sind sehr kurz und unter sich 
gleich lang; das letzte Segment ist gross, so lang als das erste. Die 
einzelnen Segmente sind nicht punktirt, höchstens äusserst fein quer 
gerunzelt. Das Pygidium zeigt eine tiefe Längsfurche. 


Die Beine sind yon demselben Bau wie bei Hypnophila; das 
1. Hintertarsenglied ist sehr kurz, nicht so laug als der vierte 


459 
Theil der Schiene; das 1. Vordertarsenglied ‚des g ist kaum merk- 
lich breiter als das des @. 
Lebensweise wie bei Hypnophila. 


1. M. muscorum E. H. Ovato-globosa, nitidissima; aenea, infra picea, 
ore, antennis pedibusque rufo-ferrugineis: thorace laevi, obsolete 
ruguloso; elytris subregulariter lineato-punctatis, punctis apicem 
versus evanescentibus, interstitiis laevissimis. Aptera- Long. Y, 
—1y'", — Lat. %". 

S. Aedeagus incurvatus, laevissimus, versus a modice 
depressus, obtuse rotundatus. Foud. 


Steph. Ill. br, Ent. M. IV. 330. — id. Man. of br. Col. 
2385.. — Redt.; En. Aust.; ed. I. .p, 543. ed. II. 
p- 950. — Ba.ch.Kf. Fn.;. f:,N..n. M.. Dtschl.,. III. 
166. 1. — AN. Ann.d. 1. Soc, ent.“d. Kr. VIM. 
1860. 553. 158. — Foud. Ann. d. ]. Soc. Linn. 

NEI21860. 29 1. | 
Haltica muscorum E. H. II. 48., 26. t. 2. f. 12. —Illig. 
Mag. VI. 165. 128. — Duftsch. Fn. Aust. III. 

29 09 

Die kleinste Art unter allen Haltieinen; kurzeiförmig,. hoch, 
fast kugelig gewölbt, wie ein Agathidium; erzfärbig, glänzend, unter- 
halb pechbraun, mit Erzschimmer, Fühler ‘und Beine, der vordere 
Theil des Kopfes und die Spitze des Hinterleibs röthlich. Das sehr 
kurze, mehr als doppelt so. breite als lange, stark nach vorne ver- 
schmälerte Halsschild ist ‘nicht punktirt, aber mit sehr kleinen 
Runzeln bedeckt. Die Flügeldecken an der Wurzel breiter als das 
Halsschild, kuglig gewölbt, an den Seiten bauchig gerundet, mit ver- 
schmälerter, ausgezogener Spitze; die Punktreihen sind wenig regel- 
mässig, aus weitläufig gestellten Punkten gebildet und an der Spitze 
fast verschwindend; Zwischenräume glatt und glänzend. Ungeflügelt. 


Unter feuchtem Moose, besonders Hypnum loreum und tri- 
quetrum L. in Gebirgsgegenden; überall in Mittel-Europa, England. 


460 
Gen. Sphaeroderma. 


Stephens Illust. br. Ent. 1834. M. IV. 328. — id. Man. of br. 
Col. p. 289. g. 487.— Redtenbacher Fn, Aust. ed. I. p. 542. 
ed. II. p. 949. — Allard Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fr. VIII. 1860. 
p. 415. — Foudras Ann. d. l. Soc. Linn. VII. p. 95. 


Corpus suborbiculatum, gibbum aut valde convexum. 

Caput insertum, valde inelinatum, oculis subglobosis; carina 
frontali convexa, lanceolata; encarpis distinctis trigonis; epistomate 
integro, deplanato; labro extus dense ciliato. 

Antennae 14-articulatae, filiformes, extrorsum sensim cras- 
siores. 

Thorax antice emarginatus, basi utrinque bisinuatus. 


Prosternum antice profunde emarginatum, processu postico 
excavato, basi triangulariter dilatato. 


Abdomen modice convexum, segmentis liberis; primo tertia 
abdominis parte longiore. 

Tibiae posticae et mediae dorso non canaliculatae, integrae; 
posticarum spinula apicali brevissima simplici. 

Tarsi postici tibiae apiei inserti, articulo 1. tertia tibiae 
parte breviore, ultimo tenui. 

Unguiculi basi fortiter appendieculati. 


Die charakteristischen gemeinsamen Merkmale dieser und der 
folgenden Gattung liegen in dem fast kreisrunden, hinten nicht ver- 
schmälertem Umriss des Körpers, in der dichten Bewimperung des 
Vorderrandes der Oberlippe, in der jederseits zweifachen Buchtung 
des Hinterrandes und dem breit und deutlich ausgeschnittenem Vorder- 
rande des Halsschildes, in der geringeren Wölbung des Bauches und 
in der starken eckigen Erweiterung der Klauen an der Basis; wo- 
durch, sowie durch die unregelmässige Punktirung der Flügeldecken 
sie sich insbesondere von den Gattungen Hypnophila und Mniophila 
unterscheiden, mit denen sie in der ähnlichen Stirnbildung, in dem 
Baue der Vorderbrust und der Grundform der Hinterbeine zunächst 
verwandt sind. Auch zur Haltica-Gruppe: Podagrica ergeben sich 
nähere Beziehungen. — Von der Gattung Argopus weicht Sphaero- 
derma hauptsächlich durch das einfache flach anliegende Kopfschild, 
die weniger angeschwollenen Schenkel und die fast geraden, auf dem 


461 


Rücken einfachen, an der Spitze nieht rinnenförmig vertieften Mittel- 
und Hinterschienen ab. 

Körper gerundet oder länglichgerundet, mehr oder weniger 
halbkugelförmig gewölbt. 

Kopf mässig gross, stark nach abwärts geneigt, fast senkrecht, 
und bis an die fast halbkugelig gewölbten Augen in das Halsschild 
eingesenkt. 

Scheitel spiegelglatt, glänzend. 

Stirne mit deutlichen dreieckigen Höckerchen, welche durch 
zwei bogenförmige, in der Mitte sich durchschneidende tiefe Linien ab- 
gegrenzt werden; Kielung gewölbt und mehr oder weniger lanzett- 
förmig, nach vorne in das einfache, flach anliegende Kopfschild 
übergehend. 

Oberlippe gewölbt, mit abgerundeten Ecken, an dem Aussen- 
rande dicht fein bewimpert und vorne in der Mitte ziemlich tief aus- 
geschnitten; längs des Vorderrandes gewahrt man vier deutliche 
Punkte. 

Die stets schwärzlichen, an der inneren Fläche ausgehölten 
Kinnbacken haben an der Spitze zwei starke ungleiche, und drei 
kleine Zähnchen, von denen zwei an dem oberen und eines an dem 
unteren Rande sich befinden. 

Fühler schlank, länger als der halbe Körper; das Wurzelglied 
mässig angeschwollen und mehr als zweimal so lang als breit; das 
2. kaum halb so lang als das 1. Glied; das 3. und 4. von der Länge 
des 2., das 5. um die Hälfte länger; die folgenden etwas kürzer als 
das 5., mit Ausnahme des stark zugespitzten verlängerten Endgliedes. 

Halsschild sehr breit, nach vorne gerundet verschmälert mit 
fein gerandeten mässig herabgebogenen Seiten und etwas vorsprin- 
genden, schwielig verdickten Vorderecken; der Vorderrand ist fein 
abgesetzt und breit ausgerundet; die Basis springt in der Mitte gegen 
das Schildehen etwas vor und ist sowohl beiderseits desselben als 
auch nach Aussen über den Schultern gebuchtet, aber nicht gerandet; 
die Hinterecken sind stumpf; es ist an den Seiten glatt, und auf der 
Scheibe mehr oder weniger deutlich und dicht gepünktelt. 

Schildchen klein, glatt, gerundet-dreieckig. 

Flügeldecken an den Schultern etwas breiter als das Hals- 
schild mit glatter Beule, an den Seiten gerundet und schwach einzeln 
an der Spitze abgerundet, mit sehr stumpfen Nahtwinkeln; ihr Seiten- 
rand ist mässig stark aber weit ausgebuchtet, sie sind mehr oder 


462 

weniger fein unregelmässig punktirt, die Punkte parthienweise in 
Reihen gestellt; der Kerbstreifen am Aussenrande ziemlich stark; der 
breite Unterrand verjüngt sich sehr allmälig und reicht bis an die 
Spitze. 

Vorderbrust vorne tief ausgerundet und schmal; der Fort- 
satz zwischen den Hüften mässig breit, mit dreieckig erweiterter 
Basis, die Hüftpfannen rückwärts nicht schliessend; er ist der ganzen 
Länge nach rinnenförmig vertieft und fein aufgebogen gerandet; die 
eanze Vorderbrust ist grob punktirt. 

Die Hinterbrust ziemlich kurz, vorne halbrund gegen die 
Mittelbrust erweitert, hinten zwischen den Hüften gerade; sie ist mit 
starken zerstreuten Punkten besetzt. 

Die Abstände der Mittel- und Hinterhüften sehr breit. 

Bauch mässig gewölbt; das 1. Segment hält mehr als ein 
Drittel seiner Länge, die drei folgenden sind sehr kurz und unter 
sich gleich lang; das letzte etwa so lang als die drei vorhergehenden 
zusammen; sie sind ziemlich stark punktirt mit einzelnen Querrunzeln. 

Die Arten sind geflügelt. 

Die Vorderschenkel sind ziemlich stark; die Hinterschen- 
kel kurz und verhältnissmässig wenig angeschwollen, nach beiden 
Enden verschmälert, mit dem dreieckigen Schenkelanhange articulirend. 

Alle Schienen sind an der Wurzel etwas gekrümmt, weiter- 
hin bis an die einfache Spitze gerade und allmälig erweitert; ihr 
Rücken ist gerundet, . bei den hinteren vor der Spitze etwas platt 
gedrückt, aber ohne Rinne. 

Die Hintertarsen sind an der Spitze eingefügt, an welcher 
ein sehr kurzer Dorn steht; ihr 1. Glied ist etwas kürzer als ein 
Drittel der Schienenlänge und kegelförmig, das 2. halb so lang und 
dünner, das 3. sehr kurz, mit verwachsenen Lappen und am Unter- 
rande nur seicht ausgerundet. Die Tarsen legen sich nicht auf den 
Schienenrücken zurück. 

Die äusseren Geschlechtsmerkmale kündigen sich bei den 
o durch eine glatte haarlose Stelle des letzten Bauchsegments, 
bei den g' durch einen leichten Längseindruck auf demselben, dann 
durch die an allen sechs Beinen deutlich erweiterten 1. Tarsenglieder, 
endlich durch: die breiteren Vorderschienen an. 

Die Sphaerodermaten sind weniger gewandte Springer, und leben 
auf Distelarten. Von den drei Arten gehört eine ausschliesslich dem 
Süden an, die beiden. andern sind über ganz Europa ausgebreitet. 


463 


Körper gerundet, Punktirung äusserst fein. 
Käfer röthlichgelb, kleiner, hochgewölbt . . . . 1. testaceum. 
Käfer blutroth, grösser, weniger gewölbt .. . . . 2. rubidum. 


Körper länglichrund, Punktirung sehr deutlich und stärker. 
Käfer röthlichgelb . .. .. ana 211581 mhk 3. Cardui. 


1. Sph. testaceum Fab. Suborbiculatum, gibbum, nitidissimum; rufo- 
testaceum; thorace brevi, antrorsum angustato, fere laevi, vix 
conspicue punctulato; elytris subtilissime punctulatis. Alatum. 
Long. 1% —11%'". — Lat. y—1". 

S. Aedeagus recurvatus, rufus, convexus, obtuse lan- 
ceolatus; marginibus fere parallelis. Foud. 


Steph. Il. br. Ent. M. IV. 328. — id. Man. of br. Col. 
302. 2380. —; Redt. Fn. Aust. ed. 1. 542. ed. Il. 
949.-—- Bach Kf. Fn. f. N. u. M. Dtschl. II. 164.1. 
— All. Ann.:d. 1. Soe. ent. .d. Fr. VIII. 1860. 415. 
138. — Foud. Ann. d. ]. Soc. Linn. VII. 1860. 96.1. 


Chrysomela testacea F ab. Spec. Ins. I. 136. 110.— id. Syst. 
El. I. 448. 159. — Marsh. Ent. br. I. 202. 81. 

Galeruca testacea Fab. E. S. I. 2. 33. 99. — Payk. 
‚Fn. Su. II.'104. 24. 


Altica testacea Fab. Syst. Ent. 114. 16. — Fz. Fn. Germ. 
21. 13. — Oliv. Ene. IV. 110. 37. — id. Entom. 
Vv.696 LIHRITEHT. 49: 


Haltica testacea E. H. DI. 50. 27. — Illig. Mage. VI. 157. 
110.— Schönh. Syn. I. 2. 305. 29. — Gyll. Ins. 
Su. 550. 23. — Duftsch. En. Aust. IIl.’253. 5. 


Argopus testaceus Küst. Kf. Eur. IX. 90. 


Fast halbkugelförmig, hoch gewölbt, stark glänzend. Ganz röth- 
lichgelb bis auf die schwarzen Augen und schwärzlichen Mandibeln. 
Scheitel glatt; Halsschild kurz, stark gewölbt, am Hinterrande zwei- 
mal so breit als lang, nach vome stark gerundet verschmälert; es 
ist glatt und auf der Scheibe äusserst fein, kaum sichtbar punktirt. 
Flügeldecken an den abgerundeten Schultern mit erhobener spiegel- 
glatter Beule etwas breiter als das Halsschild, an den Seiten ge- 
rundet; sie sind sehr fein und deutlicher als das Halsschild, ver- 
worren punktirt.; die Punkte auf der Vorderhälfte theilweise gereilit; 


464 
in den glatten Zwischenräumen entdeckt man mit bewaffnetem Auge 


einzelne feine Pünktchen. 
Nirgends ‚selten. Auf Disteln. 


2. Sph. rubidum. Graölls. Suborbiculatum, minus convexum, nitidis- 
simum; rubido-sanguineum, antennis pedibusque testaceis: thorace 
brevi, antrorsum valde angustato, obsoletissime punctulato; 
elytris subtilissime obsolete punctulatis. Alatum. Long. 13,—2'". 
Lat. 1, —1143'". 

All. Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fr. VIII. 1860. 140. 417. 
Aryopus rubidus Graälls. Memor. d.1. Com. d. I. mapa 
geol. de Esp. 1858. 


Von der äussersten Aehnlichkeit mit der Vorigen, aber um die 
Hälfte grösser, und weniger stark gewölbt. Ihre Gestalt nähert sich 
sehr jener der Coceinellen. Von fast, blutrother Färbung, nur die 
Fühler und Beine sind etwas blasser röthlich. Das eben so kurze und 
breite Halsschild wie bei Sph. testaceum Fab. ist nach vorne stark 
verschmälert, an den Seiten noch stärker gerundet und sehr fein 
verloschen, auf der Scheibe aber dichter gepünktelt; die Flügel- 
decken sind verhältnissmässig etwas länger, und noch etwas feiner 
in derselben Weise wie bei Sph. testaceum punktirt. 

Spanien und Sicilien. 


3. Sph. Cardui Gyll. Subovatum, convexum, nitidum; rufo-testaceum; 
thorace longiore minus convexo, antrorsum modice angustato; ejus 
dorso et elytris distincte evidentius punctatis. Alatum. Long. 1'/, 
—1%'". — Lat. ,—1'". 

JS. Aedeagus arcuatus, rufus; longitudinaliter tenuiter 
canaliculatus, obtuse lanceolatus, apice dilatatus. Foud. 
Steph. Ill. br. Ent. M. IV. 328. — id. Man. of br. Col. 
302. 2381. — Redt. Fn. Aust. ed. I. p. 542.; ed. 
I. p. 950.— Bach Kf. Fn. f. N. u. M. Dtsch]. IIL, 
164. 2. — All. Ann. d. 1. Soc. ent. d. Fr. VIII. 
1860. 415. 138. — Foud. Ann. d. 1. Soc. Linn. 
VII. 1860. 97. 2. 
Haltica Cardui Gyll. Ins. Su. IV. 659. 23—24. 


Aryopus Cardui Küst. Kf. Eur. XXVIl. 97. 


465 


Von den Vorhergehenden durch mehr länglichen Umriss und die 
weit deutlichere, stärkere Punktirung unterschieden. Die Färbung ist 
dieselbe wie bei SpA. testaceum Fab. Scheitel glatt. Gesicht und 
Kielung mehr oder minder gerunzelt. Das Halsschild ist weniger 
gewölbt, etwas länger, am Hinterrande nicht ganz zweimal so breit 
als lang, nach vorne nicht so stark verschmälert und mit Ausnahme 
der glatten Seiten ziemlich tief und deutlich punktirt. Die Flügel- 
decken sind länglicher, an den Seiten weniger gerundet, und ebenso 
stark als die Scheibe des Halsschildes punktirt; die Punkte ebenfalls 
theilweise in mehr oder weniger regelmässige Reihen gestellt; die 
Zwischenräume sind glatt mit eingestreuten feinen Pünktchen; alle 
Schenkel sind etwas dicker als bei Sph. testaceum Fab. 

Ueberall häufig auf verschiedenen Distelarten. 


Gen. Argopus. 


Fischer Entom. d. 1. Russie 1823—24. Il. p. 184. t. 47. f. 3. — 
Redtenbacher Fn. Aust. ed. I. p. 541. ed. Il. p. 949. — 
Allaxd,Ann. d. ]. Soc, ent..d. Fr. VIII. 1860. p. :A10. 


Argopus et, Dicherosis Foudras. Ann. d. 1. Soc. Linn. VII. 1860 
p- 89 et 92. 


Corpus suborbieulatum, gibbum aut valde convexum. 

Caput insertum, valde inclinatum; oculis subglobosis; carina 
frontali aut elevata angustiore aut depressa latiore; encarpis rotundato- 
trigonis; epistomate 2-lobato et acute marginato; labro extus dense 
eiliato; mento breviter trilobato, 

Antennae 11-articulatae, flliformes, extrorsum sensim eras- 
siores. 

Thorax antice emarginatus, basi utrinque bisinuatus, 

Prosternum antice profunde emarginatum; processu postico 
excavato, basi triangulariter dilatato. 

Abdomen modice convexum; segmentis liberis, primo tertia 
abdominis parte non longiore. 

Tibiae dorso carinatae, mediae et posticae apicem versus 
canaliculatae, apice angulatim dilatatae; posticarum spinula apicali 
brevissima simplici. 

Tarsi postiei tibiae apiei inserti; articulo 1. tertia tibiae 
parte breviore, ultimo tenui. 

Unguieuli basi fortiter appendiculati. 


466 


Die eigenthümliche Bildung des zu beiden Seiten gegen die 
Oberlippe lappig verlängerten, in der Mitte ausgeschnittenen Kopf- 
schildes und jene der Schienen, welche an der Spitze eckig erweitert 
und auf dem Rücken über der Einfügung der Taısen rinnenförmig 
vertieft sind, dann die Verdickung der Vorderschenkel zeichnet diese 
Gattung vorzüglich vor der vorhergehenden aus, mit der sie in den 
übrigen Merkmalen und der ganzen Körperanlage und Seulptur über- 
einstimmt. 

Die Stirne zeigt gerundet-dreieckige Höckerchen, welche durch 
zwei bogenförmige, in der Mitte sich durchkreuzende tiefe Linien 
von einander getrennt sind. Die Kielung ist entweder gewölbt und 
schmal oder stumpf und breiter; sie dringt mit ihrem Oberende 
spitzwinkelig zwischen die beiden Stirnhöckerchen, mit ihrem Unter- 
ende geht sie in das Kopfschild über, welches in der Mitte tief aus- 
geschnitten ist, etwas vorragt und beiderseits über der Oberlippe in 
einen stumpfeckigen Lappen sich verlängert; diese Lappen sind ent- 
weder flach mit aufgebogenen Rändern und abwärts gekehrten Spitzen; 
oder sie sind etwas wulstig verdickt mit zangenartig einander zuge- 
kehrten, beim dJ' zugleich kegelförmig aufgerichteten Spitzen. Ihre 
Fläche ‘ist dicht runzlig punktirt. Die Oberlippe ist wenig ausgerandet. 

Das Kinn ist kurz dreilappig. 

Die Lippentaster haben ein kurzkegelförmiges stumpfes End- 
glied, dessen Basis viel schmäler als das ziemlich grosse vorher- 
gehende Glied an der. Spitze ist. 

Die Fühler sind sehr lang, von drei Viertellänge des Körpers; 
das 1. Glied ist stark angeschwollen, etwa zweimal so lang als breit, 
das 2. halb so lang oder kürzer, das 3. etwas länger als das 2. oder 
ebenso lang, das 4. und 5. von der Länge des Wurzeleliedes, die 
folgenden etwas kürzer; das Endglied das längste und scharf zu- 
gespitzt. 

Das 1. Bauchsegment ist etwas kürzer, die drei folgenden 
etwas länger als bei Sphaeroderma. Alle Segmente sind dicht punktirt; 
das letzte zeigt bei J eine feine glatte Längslinie und einen glän- 
zenden Eindruck an der Spitze. Der Aussenrand ist beiderseits 
gebuchtet. 

Alle Schenkel sind mehr oder weniger verdickt; die Hinter- 
schenkel sind von derselben Form wie bei Sphaeroderma, nur ist ihr 
Oberrand stärker gekrümmt, und liegt ihre grösste Breite vor der Mitte 
mehr gegen die Spitze zu; ihr Unterrand ist entweder nur nach der 


467 


Spitze hin vor der Einlenkung der Schienen leicht eingedrückt, oder 
er. zeigt seiner ganzen Länge nach eine schiefe, rinnenförmige Aus- 
höhlung. i 

Die Schienen sind schwach S-förmig, mit der Basis nach vor- 
und der Spitze nach rückwärts gekrümmt; sie sind nach der Spitze 
verdickt und dort in eine, an den Vorderschienen schwächere, an den 
Mittel- und Hinterschienen stärkere Ecke nach rückwärts erweitert, 
ihr Rücken ist gekielt und bei den beiden hinteren Paaren vor der 
Spitze über der Einlenkung der Tarsen rinnenförmig ausgetieft; bei 
Arg. hemisphaericus sind die Vorderschienen breiter, und ihr Rücken- 
rand vor der Basis stumpfeckig erweitert. 

Alles Uebrige wie bei der Gattung Sphaeroderma. 

Diese von Fischer v. Waldheim auf die Arten: dicolor 
Fisch. und nigritarsis Gebl. gegründete Gattung erleidet bei 
A. hemisphaericus Duftsch. und wahrscheinlich bei der ihm äusserst 
nahe verwandten drevis All. einige Modificationen in der Gestalt der 
Kielung, des Kopfschildes, in der Austiefung des Unterrandes der 
Hinterschenkel und in der Dicke .der Vorderschenkel, wesshalb auch 
Foudras für letztere die Gattung Dicherosis errichtet hat; jedoch 
hat er ganz mit Unrecht die Art: nögritarsis zu Dicherosis gestellt. 

Nach‘ Fischer soll den Arten: Bicolor und nigritarsis die 
Fähigkeit zu springen, abgehen; bei A. hemisphaericus ist diese 
Fähigkeit, wenn auch in geringerem Grade vorhanden. 

Diese Gattung hat in ihrer äusseren Erscheinung eine grosse 
Aehnlichkeit mit den Chrysomeliden und Eumolpiden, doch weisen sie 
ihre Einzelbildungen unzweifelhaft zu den Halticinen. 

Die Larve von A. hemisphaericus Dftsch. und ihre Lebens- 
weise auf Clematis odorata, maritima, flammula und reeta L. ist 
von Hammerschmid: Öbserv. pathol. physiol. de plant. gallar. 
ortu 1832 pl. 1*), dann von E. Heeger in den Sitz.-Ber. d. k. 
Akad. d. Wissensch. in Wien 1858 B. XXIX. p. 100 u. s. f., und 
neuestens von G. v. Frauenfeld in den Verh. d. k. k. zool. bot. 
Gesellsch. in Wien 1864. B. XIV. p. 686 beschrieben worden. 


A. Kielung stumpf und breit; Lappen des Kopfschildes gewulstet 
mit nach einwärts gekehrten Spitzen. Hinterschenkel am Unter- 
rande deutlich rinnenförmig vertieft. (Gen. Dicherosis Foud.) 


”) Siehe Besprechung dieses Werkes von @. v. Frauenfeld in den 
Verh. der.k. k. zool. bot. @esellsch. in Wien 1864. B. XIV. p. 76. 


468 


1. A. hemisphaerieus Duftsch. Suborbieulatus, valde convexus, niti- 
dus; rufo-testaceus: carina frontali depressa; epistomatis bilo- 
batione convexa, lobis forcipiformibus; thorace et elytris tenuiter 
punctulatis. Alatus. Long. 2—21g'". — Lat. 11% - 13". 


S. Aedeagus arcuatus, rufus, latus, obtuse lanceolatus, 
versus apicem breviter 2-canaliculatus. Foud. 


Redt. En. Aust.,ed: I.,p. 544.;,ed.;IL.;p. 949. — Bach. 
Kf. Fn. f. N. u. M. Dtschl. III. 164. 1. — Küst. 
Kf. Eur. XX VII. 96. — All. Ann. d. l. Soc. ent. 
d. Fr. VIII. 1860. 413. 136. 


Haltica hemisphaerica Duftsch. Fn. Aust. III. 253. 6. 


Dicherosis hemisphaerica Foud, Ann. d. |]. Soe. Linn. VII. 
1860. 92. 1. 


Haltica Ahrensü Germ. Reise nach Dalm. 206. 135. t. 
10. f. 6. 


Von fast kreisrunder Gestalt, sehr stark gewölbt, glänzend; 
ganz röthlichgelb, blos die Augen und die Mandibelspitze schwärz- 
lich. Stirnhöckerchen unregelmässig. dreieckig, glatt; Kielung stumpf 
und breit. Kopfschild wulstig gewölbt, in der Mitte tief rundlich aus- 
geschnitten; die. stumpfen Lappen mit den Spitzen einander zuge- 
kehrt; beim J sind die Spitzen kegelförmig aufgerichtet und scharf; 
sowohl die Kielung als das Kopfschild sind dicht runzlig punktirt. 
Das 3. Fühlerglied ist kaum länger als das 2. Das Halsschild ist 
sehr kurz, 2Ygmal so breit als lang, an den Seiten gerundet und 
nach vorne verschmälert; die Vorderecken mässig vorspringend, die 
Hinterecken fast abgerundet; es ist fein und dicht, aber deutlich 
punktirt, die Punktirung nach dem Hinterrande hin stärker; die 
Zwischenräume sind glatt, ein kleiner glänzender Streifen vor dem 
Schildchen ist nicht punktirt. Die stark gerundeten Flügeldecken sind 
dicht fein punktirt; die Punkte stehen verworren und in gewissen 
Abständen wellenförmig gereiht; die Schulterbeule ist mässig erhoben. 
Das letzte Bauchsegment des J' zeigt eine kleine Längsfurche und 
ist am Aussenrande zweibuchtig. Die Vorderbeine sind etwas weniger 
als bei den Arten der 2. Gruppe angeschwollen; der Rücken der 
Vorderschienen an der Wurzel stumpfeckig erweitert; die Spitze der 
beiden hinteren Schienenpaare ist mässig stark eckig erweitert. 
Unterrand der Hinterschenkel mit deutlicher schräger Rinne. 


469 


Der Käfer findet sich wie seine Larve auf verschiedenen Cle= 
matis-Arten. In Oesterreich, Tirol, Baiern, Sachsen, am Rhein, bei 
Hamburg; in Frankreich, Dalmatien, Croatien. 


Hieher gehört auch der mir nicht näher bekannte: 


2. A. brevis All. Argopo hemisphaerico Duftsch. simillimus, sed 
dilutius rubidus,, longitudine minor; punctura prothoracis et 
elytrorum obsoletissima, subtilissima et vix conspicua etiam eculo 
maxime armato. Long. 4 mill. — Lat. 324 mill. 

Allard Ann. d. 1. Soc. ent. d, Fr. VII. 1859. p. C, — 
id. Ann. etc. VIII. 1860. 414. 137. 


Er unterscheidet sich von dem Vorigen hauptsächlich durch die 
kleinere Gestalt, kürzeren Umriss, flachere Wölbung, die weniger 
deutliche, mehr verloschene Punktirung. Die Stirnhöckerchen sind 
rundlich; das Halsschild fast glatt, selbst unter starker Vergrösserung 
äusserst schwach, weitläufig punktirt; die Flügeldecken sind etwas 
deutlicher als das Halsschild punktirt; die Punktirung sehr verworren 
und wenig dicht. 

Bei Hyeres im südlichen Frankreich, im Juni. 


B. Kielung gewölbt, schmal; Lappen des dachförmigen Kopfschildes 
flach und stumpfeckig, mit aufgebogenen Rändern und abwärts 
gerichteten Spitzen. Unterrand der Hinterschenkel kaum aus- 
getieft. (Gen. Argopus Foud.) 


3. A. bicolor Fisch. Suborbiculatus, valde convexus, nitidissimus; 
rufus, pro- meso- et metasterno, abdomine pedibusque nigris 
antennis fuscis, articulis 3 primis rufis: carina frontali convexa, 
angusta; epistomatis bilobatione depressa, angulata; thorace et 
elytris profunde vage punctata. Alatus. Long. 2'.—Lat. 11/4". 

I. Aedeagus arcuatus, integer, laevissimus, apice rufes- 
cens, acute lanceolatus. Foud. 
Fischer Entom. d. l. Russie 1823—24. II. 184. t. 47. 
f.3. — All. Ann. d. ]. Soc. ent. d. Fr. VIII, 1860. 
411. 154. — Foud. Ann. d. ]. Soc. Linn. VII. 
1860. 90. 1. 
Argopus discolor Bielz. Mitth. des Hermannst. Vereines 


16522 p* 10: 
Wiener entomol. Monatschr. VIII. Rd. 34 


470 

Gerundet, hochgewölbt, stark glänzend; der Kopf sammt den 
drei ersten Fühlergliedern, das Halsschild und die Flügeldecken roth; 
die übrigen Fühlerglieder, alle Brusttheile, der Bauch und die Beine 
schwarz; Klauen rothbraun. Schildehen schwarz oder roth. Stirn- 
höckerchen rundlich; Kielung länglich, schmal, gewölbt. Kopfschild 
in der Mitte tief winkelförmig ausgeschnitten und dachförmig ab- 
fallend mit erhobenem Rande; die stumpfeckigen zu beiden Seiten 
der Oberlippe mit der Spitze nach abwärts gerichteten Lappen des- 
selben sind flach und an den Rändern fein abgebogen; bei den @ 
sind die Lappen länger und schärfer zugespitzt. An den etwas 
stärkeren Fühlern ist das 3. Glied etwas länger als das zweite. Hals- 
schild stark gewölbt, zweimal so breit als lang, an den Seiten stark 
gerundet und nach vorne verschmälert, mit stark vorgezogenen ver- 
diekten Vorderecken; es ist glatt und mit ungleich starken Punkten 
sehr weitläufig besetzt, an den Seiten etwas gewulstet; der etwas 
nieder gedrückte Hinterrand ist von einer punktirten Linie begleitet. 
Flügeldecken an den Schultern nicht breiter als das Halsschild, mit 
erhobener Beule, stark gewölbt und an den Seiten gerundet; sie sind 
mit starken Punkten besetzt, welche zum Theil in mehr oder weniger 
deutliche Reihen gestellt sind, deren zwei neben dem Seiteenrand 
sehr regelmässig sind; dicht neben dem Kerbstreifen am Seitenrande 
läuft eine Punktreihe. Alle Schenkel sind angeschwollen; der Unter- 
rand der hinteren ist nur gegen die Spitze leicht vertieft; die zalın- 
förmige Erweiterung der Mittel- und Hinterschienen an der Spitze 
sehr stark. Der letzte Bauchring des J zeigt eine feine glatte Längs- 
furche und an der Spitze einen spiegelglatten halbrunden Eindruck 
von einer kleinen Erhabenheit beiderseits begrenzt; sein Aussenrand 
ist zu beiden Seiten ausgebuchtet. 

Im südlichen Russland, Dalmatien und Siebenbürgen. 

Arg. discolor Bielz unterscheidet sich nur durch das rothe 
Schildchen und dürfte speeifisch nicht verschieden sein, 


4. A. nigritarsis Gebler. Suborbieulatus, valde convexus, nitidus; 
rufo-testaceus, tibiis tarsisque fuscis, commissuris rufescentibus; 
antennis fuscis, articulis 3 primis rufo-testaceis: carina frontali 
convexa angusta; epistomatis bilobatione depressa, angulata; tho- 
race elytrisque profunde punctatis. Alatus. Long. 2.—Lat. 1%4'". 


Fischer Ent. d. l: Russ. 1823 —.24. II. 185. — All. 
Ann. d. ]. Soc. ent. d. Fr. VIIL 1860. 412. 135. 


471 
Chrysomela nigritarsis Gebler. Mem. d. I, Soc. d. Nat. 
d.2MoseN" Vl.p: 129.210, 


Dicherosis nigritarsis Foud. Ann. d. 1. Soc. Linn. VII. 
1800-294. 2. 


Ganz von der Gestalt, Grösse und dem Bau des Vorigen, nur 
ist er ganz rothgelb, bis auf die schwarzen Fühler, Schienen und 
Tarsen; die drei ersten Fühlerglieder sind rothgelb, die Wurzel der 
Schienen gewöhnlich rothbraun. Stirnhöckerchen, Kielung und Gestalt 
des Kopfschildes ganz von der gleichen Bildung wie bei dem Vorigen; 
Bau und Sculptur des Halsschildes und der Flügeldecken ebenfalls, 
nur ist die Punktirung etwas feiner und dichter; die Vorderschenkel 
sind etwas weniger angeschwollen. 


Aus Sibirien. 


Errata. 
Band III. 1859. 


Seite 13 Zeile 5 v. u. nach am Vorderrande einzuschalten: der Mittelbrust 
» 415 „ 21 und 22 v.o. statt einwärts lies rückwärts 
2 il 3u, 9 v. u. statt auswärts lies rück wärts 
»„ 113 „ 43 v.o. statt als lies aber 
» M5 „ ° Tv.o.nach erweitert. lies Nur ausnahmsweise sind sie einfach. 
»„ MT „ 43 v.u. statt pubescens lies Atropae 
„ 136 „  8v.o.statt Klauen lies Beine 
»„ 138 „ 5v.o. statt 1849 lies 1847 
» 140 „ 13 v.u.ist wegzulassen, und Z.12 v.u. nach beweglich ein- 
zuschalten Mittelschienen einfach. 
» 257 „ 414 lies Tarsi postici 


Band IV. 1860. 


Seite 1 Zeile 14 v. u. lies Tarsi postici 
» 65 „ 1410v.u. statt Klauenglied lies Klauen 
» 10 „ ..3v.o. statt abgestutzt lies abgestumpft 
» 738 „ A1v.u. statt des lies das 
„ 4131 „ 15 v.o.lies die angemerkten Form- und 
ya2r „I v. u. statt‘das'5. lies das &. 
»„ 138 „  3undA&v.o.statt sechster Abtheilung lies Abtheilung b. 
» 193 ,„  5v. u. statt Klauenglied lies Klauen 
» 200 „16 v. o. nach III. Ser. lies VII. 1859 


Sit 


472 


Seite 203 Zeile 9 v. o. statt Klauenglied lies Klauen 


„ 206 
„298 
„299 
» 302 


309 


„ Av. o. statt emarginato lies emarginata 
»„ 3 v.u. statt flavi lies flava 

» 17 v.u. statt das 4. Glied lies das 5. Glied 
»„ 2 v.u.liesGyll. var. a 


303 zwischen Zeile 5 und 6 v. o. ist der Satz einzuschalten: Mas. Anten- 


narum articulis 4. et 5. incrassatis, 4. magis elongato, 6. bre- 


viusculo. 


306 Zeile 13 v. u. statt abgeschnitten lies ausgeschnitten 


„ 12 v. o. statt weit gerundet lies breit abgerundet 


Band V. 1861. 
Seite 23 Zeile 5 v.u. statt bedeckt lies verdickt 


25 
241 


” 


” 


14 v. o. statt reichende Jies reichend. 

„ 11 statt H. pallida lies H. placida m.; auch sind die Syno- 
nymen und die Fundorte Thüringen, Frankreich zu streichen. 
H. pallida Bach ist eine andere Art, deren Diagnose lautet: 
Ovata, minus convexa, pallide testacea, subtilissime punetulata; 
capite, oculis, antennarum apice, pectore abdomineque nigris; 
elytris apice separatim obtuse rotundata. Long. % — 1" — 
Lat. 1/,‘“. Bach. Kf. Fn. I. 141. 20; All. Ann. 1860. 391. 110. 


” 


Band VI. 1862. 
Seite 48 Zeile 14 v. u. statt Matheecosii lies Mathewsü 


97 
98 
103 
227 


44 v. u. lies aequante aut superante 
4 und 2 v. o. lies das stark gewölbte 
4 v. o. lies lateinischen Adjectiv und 
12 v. u. lies Abdominis segmentum 


Band VII. 1863. 


Seite 166 Zeile 19 v. o. statt sie lies die vorliegende 


29 
2302 
„ 305 
„ 31% 
an 
„ 31% 
„318 


» 6 v.u. statt der erstere lies die erstere 

6 v. u. lies eircumscriptus 

4 v. o. statt mit Recht lies nur zum Theil 

» 2 v. o. statt röthlich; gelbbraun lies röthlich gelbbraun ; 
18 v. o. nach Spitze lies der Schenkel 

„ 16 v. u. lies in den Scheitel 

» 16 v. o. lies Scrophularia 


Band VIII. 1864. 


Seite 40 Zeile 16 v. u. statt inner lies innerhalb 


„150 


»„..143 und 17 v. u. lies Fabricius’sch ... 


u —— — — ne 


473 
Einige Worte 


über die 


Coleopteren-Gattung Calobius Wollaston 


und 
die dazu gehörigen Arten 
mitgetheilt 


von einem süddeutschen Entomologen. 


Beim Ordnen der Coleopteren-Familie der Palpicornien des k. k. 
zoologischen Kabinetes kam mir auch ein kleiner Käfer unter die Hände, 
welchen Dr. und Professor Camill Heller in einigen Exemplaren vor 
zwei Jahren aus Dalmatien mitgebracht hatte, wo er denselben in Salz- 
wasserlachen in der Nähe von Ragusa vecchia in Mehrzahl vorfand. 

Die genaue Untersuchung dieses Insectes stellte es als der Gat- 
tung Calobius W ollaston (Calamobius W o11.?! Mars. Cat.) unzweifel- 
haft angehörig heraus, da sowohl die von Wollaston gegebene Gat- 
tungsbeschreibung, wie auch die Abbildung der madeirensischen Art 
hierüber keinem Zweifel Raum lässt. 

Obwohl mir nun von den zwei bisher anerkannten europäischen 
Arten dieser Gattung nur eine in Natur bekannt geworden war, nämlich: 
Cal. notabilisRo sh. in fünf ganz gleichen Originalexemplaren, welche von 
Rosenhauer selbst mit der Angabe: aus Andalusien, als seine Art an 
Herrn Ludwig Miller eingesendet worden waren, und deren Verglei- 
chung ich der Gefälligkeit dieses letzteren verdanke, konnte ich doch 
vorliegendes Thierchen auf keine von beiden beziehen, indem es in den 
wesentlichsten, später genauer zu erörternden Punkten sowohl von Cal. 
notabilis Rosh. als auch von Cal. sudinteger Muls. abweicht. 

Da mir der betreffende Band der Annales de la Soc, d’Agr. deLyon 
eben nicht zugänglich war, konnte ich Mulsants in dieser Zeitschrift 
enthaltene Beschreibung seines Ochth. quadricotllis nicht augenblicklich 
vergleichen, doch nahm ich diesen letzteren auf Dr. Schaum’s und 


*”) Man vergleiche Dr. Schaum’s Cat. col. Eur. ed. Ip. 18 et ed. II. 
p. 20, dann Marseuls Cat. des col. d’Eur. 1863 p. 5l, welche beiden Citate 
Grenier in seinem Cat. des Col. de France stillschweigend bestätiget, da er 
wohl Ochth. quadricollis und subönteger Muls. erwähnt, jedoch notabilis 
Rosh. — natürlich als mit ersterem identisch — mit Stillschweigen übergeht, 
umsomehr als er sich überhaupt mit Synonymen nur spärlich befasst. 


474 


Marseul’s ausgesprochener und Grenier’s stillschweigender Autorität 
als identisch mit notabilis Rosh., u. z. um so beruhigter an, als den 
betreffenden Citaten®) nicht einmal das so elastische v. oder ? vor- 
gesetzt erscheint. Es konnte mir daher bei Cal. quadricollis Muls. auch 
nur Rosenhauers Art vorschweben. 

Indem der in Frage stehende Käfer endlich eben so wenig mit 
Cal. Heeri W oll. aus Madeira vereiniget werden könnte, musste 
ich ihn wohl für neu halten und hatte in Folge dessen denselben auch 
bereits beschrieben, um ihn als vierte Art dieser Gattung im Drucke 
bekannt zu machen. Da ich jedoch dort, wo ich für meine Arbeit selbst 
einzustehen habe, mich auf blosse Autoritäten, und wären sie auch 
noch so gewichtig, nicht gerne verlasse, und selbst prüfe, wo die Mög- 
lichkeit dazu vorliegt, verschaffte ich mir zum Glücke noch früher 
Mulsant’s Arbeit über Ochth. quadricollis. 

Bei Durchlesung seiner Beschreibung erstaunte ich nicht wenig, 
Zug für Zug meinen Käfer genau wieder zu erkennen, welcher in der 
That so weit von Ochth. notabilis Rosh. abweicht, dass sich dabei 
wirklich diametrale Gegensätze ergeben, wie die analytische Tabelle 
hier am Schlusse nachweisen wird. 

Zwar hatte ich die Zeit und Mühe des Beschreibens verloren, zwar 
musste ich auf das Wonnegefühl verzichten ein: „Calobius Helleri 
mihi n. sp.“ in die Welt zu senden, zwar konnte ich nicht mehr, wie ich 
beabsichtiget hatte, meinem gelehrten Freunde Dr. Heller dadurch 
ein Stückchen Unsterblichkeit sichern — doch blieb mir der Trost übrig, 
die Wahrheit aufgedeckt zu haben, die sonst wohl noch gar lange unter 
dem faltenreichen Mantel der Autorität geschlummert hätte! 

In Folge des Gesagten kann ich nicht umhin, sämmtliche mir bis- 
her bekannt gewordenen Arten der Gattung Calobius Woll., welche im 
Habitus zwischen Ochthebius und Hyadraena die Mitte hält, doch durch 
die analoge Kiefertasterbildung Ockthedius weit näher, ja sehr nahe 
verwandt ist, im Verübergehen ins Auge zu fassen, wobei ich mich 
jedoch der grössten Kürze befleissigen werde, um nicht zum Theil Be- 
kanntes unnütz zu wiederholen und nochmals breit zu treten. 

Die in Frage stehende Gattung selbst erscheint mir vorerst voll- 
kommen berechtiget und genügend begründet zu sein, eine Ansicht, die 
schon Dr. Schaum |. ce. vertritt. Marseul und gleich ihm Grenier 
vereinigen sie jedoch neuerlich als blosse Section mit der Gattung Och- 
thebius; Lacordaire endlich erwähnt ihrer in den Nachträgen zu 
seinen Genera des Coleopteres nicht, wodurch er sich wohl still- 


475 


schweigend der Ansicht seiner eben genannten französischen Collegen 
anschliesst. 

Die erste hierher gehörige Art ist Ochth. quadrieollis Muls. 
(Ann. de la Soe. d’Agr. de Lyon VII. pag. 375 ete.) aus Corsica, von 
ihrem Begründer 1. ce. sehr gut beschrieben. 

Sodann hat im Jahre 1854 Wollaston in seinen „Insecta made- 
rensa® (pag. 92 et tab. IL. fig. 7) die Gattung Calobius auf eine zweite 
Art aus Madeira errichtet, die er l. c. als Cal. Heeri deutlich kenn- 
zeichnet. 

Im Jahre 1856 veröffentlichte Rosenhauer in seinen „Thieren 
Andalusiens“ (pag. 55) eine dritte, als Ochth. notabilis sibi von Cadiz, 
eben jene, welche, wie früher erwähnt, irrthümlich als mit Ochtn. 
quadricollis Muls. synonym allgemein angenommen wird. Auch diese 
Beschreibung ist richtig und genau. 


Eine vierte sehr ausgezeichnete Art endlich bildet Ochth. sub- 
inleger Muls. (Opusce. entom. 1861 pag. 57) von Marseille, welche 
auch Marseul undGrenier anerkennen und hieher ziehen. 


Zur leichteren Bestimmung und Erkenntniss der augenfälligsten 
Unterscheidungsmerkmale dieser vier Arten mag hier eine kurze analy- 
tische Tabelle folgen, die ich theils der eigenen Anschauung, theils den 
Beschreibungen der Autoren entnahm *), und welche über diese Punkte 
jedenfalls mehr Licht verbreiten dürfte, als seitenlange Vergleichungen, 
Auseinandersetzungen und Erörterungen, welche in der Regel den Leser 
nur ermüden und mehr verwirren als aufklären. Exempla sunt odiosa! 


Calobius Wol. 
(Ochthebius Auct.) 


Oberlippe tief nach innen ausgescnitten . ». 2... 2... 2... 


Oberlippe kaum etwas gebuchtet. Die Flügeldecken ziemlich tief 
in gedrängten Längsreihen punktirt. Das Brustschild etwas 
quer, dessen Vorderwinkel wenig vorragend. 1%, Mill. 
€. subinteger Muls. 


*) Die Beschreibungen Mulsants von O. quadricollis und Rosen- 
hauers von O. notabilis, habe ich selbst verglichen. Sie stimmen vollkom- 
men zu den Thieren. Dasselbe ist bei Wollastons Genauigkeit auch bei 
dessen Art und aus Analogie bei Mulsants O0. subinteger mit vollster Beru- 
higung vorauszusetzen. 


476 

1. Flügeldecken mit sparsamen feinen Längspunktreihen, Zwischen- 
räume breit, eben. Brustschild nie deutlich länger als breit, 
dessen Vorderwinkel nie in einen Dorn ausgezogen . . . . 


ID 


Flügeldecken dicht und tief längs punktirt gestreift, die schmalen 
Zwischenräume rippig erhoben. Das Brustschild etwas län- 
ger als breit, dessen Vorderwinkel in einen Dorn ausgezogen. 
4 Lin. (ungefähr 1%, Mill) . . » » ... . €. notabilis Rosh. 


2. Brustschild fast quadratisch, ohne Eindrücke, nur mit undeutli- 
cher Mittellängsrinne versehen. 1 Lin. (ungefähr 1%, Mill.) 
€. Heeri W oll. 


Brustschild deutlich quer, mit verschiedenen Eindrücken verse- 
hen 7124, Mile... . 2. 0.0..02 20. tqwadızcolis; Nkuls: 


Niemand wird mich wohl der Anmassung oder wohl gar persön- 
licher Gehässigkeit (welche beiden Elemente in neuerer Zeit leider eine 
so grosse Rolle bei wissenschaftlichen Erörterungen spielen) zeihen 
können und eben so wenig befürchte ich eine Polemik in Art der allbe- 
kannten Machaerites-Literatur heraufzubeschwören, wenn ich aufGrund- 
lage eigener Anschauung und vorstehender Tabelle, so wie der gleich 
folgenden Original-Diagnosen der sämmtlichen Autoren der verzeich- 
neten vier Arten, ungescheut die Behauptung ausspreche: man könne 
nur dann Cal. notabilisRosh. mit Cal. quadrieollis Muls, für identisch 
halten, wenn man weder richtig bestimmte Exemplare beider Arten 
verglichen, noch die beiden Diagnosen aufmerksam durchlesen hat (wo- 
bei ich der ausführlichen Beschreibungen gänzlich geschweigen will). 

Zur fast überflüssigen, durch die Vergleichung der analytischen 
Tabelle sich von selbst ergebenden Begründung dieses Ausspruches, 
will ich hier nur kurz wiederholen, dass bei Owl. guadricollis die Vor- 
derwinkel des Brustschildes abgerundet, bei Cal. notabilis in einen 
spitzen Dorn ausgezogen sind; die Flügeldecken bei ersterem in 
ziemlich von einander abstehenden Längsreihen unendlich fein punktirt, 
und mit flachen Zwischenräumen erscheinen, während dieselben bei 
letzterem dicht und tief längspunktirt gestreift und mit schmalen fast 
rippig erhabenen Zwischenräumen versehen sind, des constanten Unter- 
schiedes in der Grösse und mancher anderer mitunter nicht unwesent- 
licher Merkmale, z. B. der ganz verschiedenen Bildung des Brustschild- 
randes ete. gänzlich zu geschweigen. 


477 
Zum Schlusse mögen die Diagnosen der vier Arten, wie sie deren 


Begründer selbst aufstellten, hier ihren Platz finden, wodurch ich mich, 
nebenbei gesagt, keines Plagiates schuldig zu machen glaube. 


1. Calobius quadrieollis Muls. Oblongus, aeneo-niger, capite elongato, 
labro bilobo, subreflexo. Fronte oblique bisulcata. Prothorace 
laevi transverso, linea longitudinali media obsoleta, suleis latera- 
libus antice abbreviatis, usque ad angulos posticos productis, 
Elytris obsolete punctato-striatis. Long. 17%, Mill. 


2. Cal. notabilis Rosh. Oblongus, subdepressus, fusco-aeneus, nitidus, 
capite prothoraceque angustis, punctulatis, foveolisque profundis 
impressus, hoc canaliculato, angulis anterioribus spinosis, et 
interne membrana pellucida ornatis, elytris oblongo-ovatis, for- 
titer punctato-striatis, interstitiis angustis, subcostatis, pedibus 
elongatis piceis, tibiis extus griseo-ciliatis antennis palpisque 
testaceis. Long. 1 Lin. 


3. Cal. subinteger Muls. Elongatus, leviter convexus, nitidulus, sat 
crebre rugoso-punctatus, obscuro-aeneus, antennis basi, pedibus- 
que piceo-ferrugineis. Capite medio transversim sulcato. Elytris 
punctato-striatis. Long. 1%, Mill. 


4. Cal. Heeri W oll. Gracilis, glaber et fere opacus, crebre granulatus, 
sub-aenescenti vel sub-cuprescenti-niger, prothoracis limbo pel- 
lucido et angulis posticis valde rotundatis, elytris obsoletissime 
substriatis, tibiisque diluto-testaceis. Long. 1 Lin. 


Nur noch diese einzige Bemerkung sei mir hier gestattet, dass 
unter den sechs Stücken von Cal. quadricollis Muls. aus Dalmatien, 
welche ich zu untersuchen Gelegenheit hatte, und welche sonst unter 
sich ganz gleichartig sind, sich ein Stück befindet, welches, obwohl 
unzweifelhaft zur selben Art gehörig, doch in einigen Punkten von den 
übrigen abweicht. Die rein erzgrünen Flügeldecken desselben erscheinen 
selbst unter scharfer Loupe fast gar nicht chagrinirt, daher auch viel 
glänzender, wodurch die feinen, sonst schwer erkennbaren Punktreihen 
auch bedutend deutlicher erscheinen. Bei sonstiger Uebereinstimmung 
bin ich sehr geneigt, dieses eine Stück für ein Männchen, die anderen 
aber für Weibchen zu halten. 


Ergebniss des Gesagten: Die Gattung Calobius ist wohl begrün- 
det. Cal. notabilis Rosh. ist nicht mit Cal. quadricollisMuls. synonym. 


478 
Die europäischen Arsen steigen auf drei. Die ganze Gattung zählt vier 
beschriebene Arten, deren Unterschiede die analytische Tabelle zeigt. 


Nachschrift. 


Vorstehender kleiner Aufsatz befand sich schon unter den Händen 
des Setzers, als mir durch die Gefälligkeit des inzwischen in Wien ein- 
getroffenen Herrn Javet aus Paris, die Ansicht des Ochthebius Lejo- 
lisii Muls., einer neuen, bei Cherbourg entdeckten Art dieser Gattung, 
ermöglicht wurde. Obwohl mir zur Zeit noch nicht bekannt ist, wo diese 
beschrieben wurde, erkannte ich doch aus der genaueren Beobachtung, 
dass dieselbe zwar dem Calobius subinteger Muls. sehr nahe stehe, 
jedoch ausser einigen anderen unbedeutenderen Merkmalen, sich deutlich 
durch die abweichende Bildung des, von oben betrachtet, anscheinend 
fast sechseckigen Brustschildes, dessen Hinterecken stumpf sind, unter- 
scheide. Die Diagnose dieser Art würde sich so geben lassen: C. Lejo- 
lisii Muls. Elongatus, leviter convexus, nitidulus, crebre rugoso-punc- 
tatus, viridi-aeneus, antennarum basi pedibusque piceo-ferrugineis. 
Capite minus producto, medio transversim sulcato, postice bifoveolato. 
Labro integro. Pronoto transverso, de medio successive constricto, 
angulis anterioribus subrotundatis, posterioribus obtusis, medio evidenter, 
lateribus fortiter sulcato. Elytris dense fortiter punctato-striatis, inter- 
stitiis haud elevatis. — Long. 2 Millim. — Cherbourg. 

Verliert nun schon Calobius subinteger Muls. durch den Mangel 
der tiefen Buchtung der Oberlippe ein generisches Merkmal, welches 
der Gattung Calobius nach Wollaston zukäme, so ist ausserdem 
bei vorliegender neuer Art das Kopfschild minder vorgezogen, die 
Augen sind weniger vorragend, die noch immer verhältnissmässig 
langen und schlanken Beine mit gewimperten Schienen etwas gedrun- 
gener als bei den oben besprochenen Calobius-Arten. 

‚Sie vermittelt mithin, nebst Cal. subinteger fast vollständig den 
Uebergang von Ochthebius zu Calobius, wodurch sich die prägnanten 
Unterschiede beider Gattungen bedeutend verwischen, und ich ver- 
anlasst werde, der Ansicht Marseuls gegen jener Dr. Schaum’s bei- 
zupflichten. Calobius, wozu diese letzterwähnte Art (als fünfte) noch 
zu ziehen ist, wird daher bloss als eine, vorzüglich durch die bedeutend 
längeren und schlankeren Beine, dann stärker vorgezogenen Kopf, noch 
immer gut gekennzeichnete Section der Gattung Ochthebius zu be- 


trachten sein. 
Bu eg 


479 
Zwei neue Dorcadion-Arten vom Caucasus 


beschrieben vom 


süddeutschen Entomologen. 
(Graf Ferrari.) 


Das k. k. zoologische Kabinet in Wien besitzt zwei Dorcadion- 
Arten, jede in beiden Geschlechtern und in mehreren Exemplaren, 
welche aus der Umgegend von Achalziche im Gouv. Grusien stammen, 
von wo her sie Herr J. Lederer in bedeutender Menge erhielt. 

Da dieselben, nach den mir zugänglichen Quellen neu, d. h. noch 
unbeschrieben sind, so möge hier deren Beschreibung folgen, um dem 
schon dagewesenen Vorwurfe zu begegnen: „warum Thiere, welche 
den Wiener Entomologen bereits bekannt waren, von diesen nicht 
beschrieben worden sind.“ 

Sollten dieselben doch schon irgendwo publieirt und mir dieser 
Umstand entgangen sein, dann bin ich auch bereit, eine diessfällige 
begründete Rüge mit Resignation und Dank hinzunehmen! 


1. Dorcadion cretosum Fer. Mas.: Oblongum, convexiusculum, nigrum, 
supra omnino tomentosum, infra subtiliter griseo-holosericeum. 
Capite, thoraceque albicante, fasciis duabus longitudinalibus, hoc 
spinisque lateralibus subtus, nigris; elytris oblongis irregulariter 
plus minusve cretaceo maculato-adspersis, sutura, margine late- 
rali, fasciisque duabus angustis integris ante apicem postice con- 
junctis, tertiaque rudimentali prope scutellum albidis. Antennis 
pedibusque rufo-fuscis, his albido-holosericeis, tibiis aureo- 
tomentosis. Long. 6—7!/, lin. Lat. 21/,—31/, lin. 

Femina: antennis brevioribus, elytris paulo latioribus, 
signaturis saepe obscurioribus fulvescenti-albidis distincta. 


Ungefähr von der Gestalt des D. glyeyrrhizae F., dem es über- 
haupt am nächsten steht, doch schon durch die auffallende Zeichnung 
leicht zu unterscheiden ist. Die kräftigsten Stücke den kleinsten 
Individuen dieser letzteren Art an Grösse kaum noch gleich. 

Die Fühler des Weibchens ungefähr von halber Körperlänge, 
die des Männchens etwas länger, röthlich pechbraun, das Wurzel- 
glied etwas heller. Kopf gross, und so wie das Brustschild mit feiner 
weisslicher Pubescenz bedeckt, welche nur eine feine, kahle, schwarze 
etwas vertiefte bis zum Scheitel verlaufende Mittellinie frei lässt. Eine 
sammetartige schwarze Haarbekleidung beginnt vor jedem Auge und 


480 

setzt sich vom Innenrande der Fühlerwurzel aus mehr gegen den 
Scheitel gerückt, und von da an nur eine gleichbreite weisse nicht sehr 
feine Mittellinie freilassend, über den Scheitel und den Hinterkopf, wie 
auch ferner über das ganze Brustschild fort. Dieses letztere quer, wenig 
breiter als der Kopf, vorne in der Mitte leicht gebuchtet mit etwas 
wulstig erhöhtem Vorderrande, an den Seiten bis zur Mitte allmälıg 
erweitert, dort in einen mässigen, geraden, spitzen Dorn auslaufend, von 
da an gegen die Basis ziemlich gleichmässig und nur wenig mehr als 
nach vorne zu verengt, die äussersten Hinterecken jedoch fast recht- 
winkelig, auf der Scheibe ziemlich abgeflacht, die Längsmittellinie nur 
seicht vertieft. Die Basis ist im leichten Bogen geschwungen, und gegen 
die Deckschildwölbung ziemlich vertieft. Auf dessen durchaus gleich- 
mässiger weisser Pubescenz zeigen sich ausser den nach innen fast 
parallelen, nach aussen gegen hinten zu etwas verschmälerten schon 
oben erwähnten zwei schwarzen Sammtstreifen auf der Scheibe, auch 
noch je eine grössere derlei Makel, welche die Unterseite des Seiten- 
dornes bekleidet, nebst je einem derlei Punkte an dessen vorderem 
Oberrande. Das Schildchen klein, dreieckig schwarz, mit weissfilzigen 
Seitenrändern. Die Flügeldecken etwas mehr als dreimal so lang als 
das Brustschild, schmal eiförmig, vorne etwas breiter als die Brust- 
schildbasis, an den Schultern abgerundet von da bis gegen die Mitte 
sanft erweitert, dann sehr flachbogig verschmälert, hinten einzeln abge- 
rundet, oben leicht gewölbt, schwarz, sammetartig. Die ganze Naht ist 
sehr fein, der ganze Aussenrand gleichmässig und breit, ebenso ein 
ganzer bis zur Spitze mit dem Aussenrandstreifen parallel verlaufender 
Streifen innerhalb der etwas kielförmig erhöhten bis gegen die Deck- 
schildspitze fortgesetzten Achselleiste, weiss behaart. Ein feiner fast 
gerader Discalstreifen, welcher an der Wurzel des Achsel-Innenstreifens 
entspringt, und sich mit demselben ungefähr im letzten Viertel der 
Deckschildlänge plötzlich hakenförmig verbindet, ferner ein rudimen- 
tärer innerer Discalstreifen seitwärts des Schildchens, welcher etwas 
quer gegen die Naht zu verläuft, doch sehr bald verschwindet, eben- 
falls weiss. Der schwarze Grund der Deckschilde ist jedoch ausser 
diesen regelmässigen und stets constanten Streifen noch überdiess vom 
Achsel-Innenstreifen an bis gegen die Naht mit unregelmässig ver- 
theilten, bald grösseren bald kleineren kreideweissen Makeln besprengt, 
die meist an der Deckschildbasis etwas dichter stehen, und oft die 
schwarze Grundfärbung selbst überwiegen, manchmal nur ganz spärlich 
vorhanden sind. 


481 


Der wegen des pechschwarzen Grundes silbergrau erscheinende 
Unterleib ist ganz fein weisslich, die äusserste Afterspitze goldgelb 
behaart und seidenglänzend. Die kräftigen Beine ganz röthlichbraun, 
mit etwas dunkleren Knien und Tarsen, fein punktirt und spärlicher als 
der Unterleib weisslich behaart, alle Schienen noch ausserdem mit län- 
gerem goldgelben Tomente am Innen- Aussen- und Unterrande be- 
kleidet, ebenso die Tarsensohle. 

Beim Weibchen erscheint die weisse Zeichung, vorzüglich der 
Oberseite, oft mehr oder weniger ins Schmutziggelbe ziehend, die Deck- 
schildmakeln sind spärlicher. 


2. Dorcadion suturatum Ferrari. Oblongum, planiusculum, nigrum, 
supra partim tomentosum, subtus subtiliter griseo holosericeum. 
Capite thoraceque pube sparsa albida, piceave varjis, hoc grosse 
punctato, elytris breviuseulis, glabris, nigris, sutura lata, margine 
laterali angısto, fascia humerali integra lata, duabusque subinter- 
ruptis discalibus omnino albido-, aut partim fusco- vel piceo- 
tomentosis, antennis pedibusque rufo-piceis, his tenuiter albido- 
holosericeis, tibiis subtiliter aeneo-tomentosis. 

Mas: angustior, vertice albido-tomentoso fasciis elytrorum 
albidis, discalibus nonnunguam plus minusve evanescentibus. 
Long. 5!/,, lat. 2Y, lin. 

Femina: latior, vertice piceo-tomentoso, fasciis elytrorum 
omnibus plus minusve infuscatis, nonnunquam nigropiceis exceptis 
suturali, marginali et marginibus in humerali, semper albidis. 
Long. 6, lat. 23/, lin. 

Dore. nitidum Er. in litt? teste Dr. Hampe. 


Fast von der gedrungenen Gestalt des D. lineatum F., doch etwas 
grösser und überhaupt wohl mit keiner Art zu verwechseln. 

Die Fühler des Weibehens ragen kaum über die halbe Körper- 
länge, die des Männchens sind etwas länger. Ihre Farbe ist pechschwarz, 
das Wurzelglied röthlich pechbraun. 

Kopf nicht sehr gross, schwarz, dicht und ziemlich fein und da- 
zwischen sehr grob zerstreut punktirt mit sehr feiner Stirn- und schär- 
ferer Längsmittellinie des Scheitels. Gesicht, Stirne und die eben er- 
wähnte Längsmittellinie kahl, sonst mit feinem weisslichen (Q') oder 
fahlen (© ) Tomente bekleidet, welches sich hinter jeder Fühlerwurzel 
zu einem bald weisslichen (Q) bald pechschwarzen, etwas fahlschil- 
lernden ( @ ) diehteren Sammtflecken gestaltet, der bis zum Vorderrande 


482 

des Brustschildes reicht. Das Brustschild ist in der Mitte fein, dicht, 
fast runzelig, und ausserdem durchaus ziemlich weitläufig grob, fast 
grübchenartig punktirt, welche letzteren Punkte gegen den Vorderrand 
zu viel dichter stehen, während dem sie eine gänzlich durchlaufende 
etwas vertiefte Mittellinie frei lassen. Es ist mit feinem, bald weiss- 
lichen (JS) bald pechbraunen (@) Tomente, welches sich stellenweise 
auf der Scheibe verdichtet und nicht ganz regelmässige fast sammt- 
artige Zeichnungen und Makeln bildet, bekleidet, doch findet sich stets 
und in beiden Geschlechtern eine weisse, länglichdreieckige Toment- 
Makel an dessen Grunde über dem Schildchen, welche sich oft fast über 
die ganze Mittellinie erstreckt. Es ist übrigens sehr quer, von einer 
Dornenspitze zur andern wohl zweimal so breit als lang, auf der 
Scheibe ziemlich flach, vorne in der Mitte deutlich ausgebuchtet, der 
Vorderrand schmal etwas wulstig erhoben, an den Seiten bis zur Mitte 
allmälig erweitert, dort in einen ziemlich stumpfen geraden Dorn aus- 
laufend, von da gegen die Basis etwas mehr nach Innen geschwungen, 
doch nur wenig stärker als nach vorne verengt, die Hinterecken 
etwas weniger stumpf, Die Basis ist fast gerade und liegt nicht tiefer 
als der Deckschildrücken. Das fast halbkreisförmige Schildchen 
ist dieht weiss befilzt mit glatter schwarzer Mittellinie. Die Flügel- 
decken etwas mehr als dreimal so lang als das Brustschild, schmal- ( J) 
oder vollkommen eiförmig (© ), vorne etwas breiter als die Basis des 
Brustschildes, an den Schultern abgerundet, dann bis zum ersten 
Drittel sanft erweitert, von da ab fast gerade, und erst im letzten 
Drittel im flachen Bogen verschmälert, hinten einzeln stumpf abge- 
rundet, oben flach gewölbt, schwarz, glatt, auf fein runzeligem Grunde 
zerstreut punktirt. Beim Männchen ist der ziemlich breite Aussenrand, 
ein an der Basis und äussersten Spitze damit verbundener regelmässiger 
paralleler ganzer, breiter Achselstreifen, ein eben solcher Nahtstreif, 
ausserdem zwei vollständige an ihrer Spitze fast verbundene jedoch in 
ihrem Verlaufe öfter unterbrochene und sodann in eine Reihe von 
grösseren oder kleineren unregelmässigen länglichen Makeln aufgelöste 
Discalstreifen, welche gelegentlich jedoch fast ganz verschwinden, von 
weissem Tomente gebildet. Beim Weibchen sind der schmale Aussenrand, 
die feinen Säume des Achselstreifens und die Naht breit weiss. Die 
breite Mitte des Achselstreifens und die beiden etwas minder unter- 
brochenen Discalstreifen weisslichfahl, braun, bis pechbraun tomentos. 
Der Unterleib erscheint ungemein fein weisslich behaart und seiden- 
glänzend. Die Beine sind ganz röthlichpechbraun, fein punktirt, und 


483 


noch feiner als der Unterleib weisslichem Tomento bekleidet; die Schie- 
nen und Tarsensohle sind etwas länger goldig behaart. 

Den laut einer mündlichen Mittheilung des Herrn Dr. Hampe von 
Erichson dieser Art in litteris beigelegten Namen: Dorc. nilidum 
habe ich, als unpassend, verwerfen zu dürfen geglaubt. 


—m— 


Ueber Clytus arvicola. 
Herrn Doctor G. Kraatz in Berlin hochachtungsvoll gewidmet 


von Julius Lederer. 


Mein geistreicher und allezeit unfehlbarer Freund, Herr Dr. Kraatz, 
nimmt es mir (Berl. ent. Zeitsch. 1864 p. 390) gewaltig übel, dass ich 
(Wien. ent. Monatsch. 1864 p. 135) betreffs Olytus arvicola — Heydenii 
eiue andere Ansicht zu haben wagte, als er”). Wie Alles, versteht er auch 


*) Auch Herr von Kiesenwetter versäumt die Gelegenheit nicht, 
mir eine Belehrung zu Theil werden zu lassen; es ist ja alter Brauch und 
Sitte bei den gesetzgebenden drei Alliirten sich gegenseitig zu secundiren, 
natürlich aus purer Unpartheilichkeit. 

Herr v. Ä. sagt Berl. Zeitsch. 1864 p. 258: „Da der wissenschaft- 
liche Begriff Fläche, sowohl unebene, als ebene Flächen umfasst, so liegt 
in dem Ausdruck „ausgehöhlte Fläche“ durchaus nicht der Widerspruch, 
den Lederer (Wien. ent. Monatsch. 1864 p. 202) darin finden will. Die 
naturwissenschaftliche und insbesondere die en:omologische Terminologie 
hat von jeher zwischen den Begriffen „Ebene“ und „Fläche“ unterschieden 
und mit vollem Rechte gewölbte, ausgehöhlte, buckelige und sonst unebene 
Flächen statuirt. Vergl. z. B. Illiger Terminologie p. 21 $. 25 und Redten- 
bacher Fauna Aust. Ed. II. p. XXVI. $. 33.“ 

Von der Ebene eines Insectes oder einer buckeligen Fläche habe ich 
nie etwas gehört und ebenso wenig ist darüber bei Redtenbacher etwas 
zu lesen; möglich, aber nicht wahrscheinlich, dass Illiger etwas der- 
gleichen hat, den besitze ich leider nicht. Vernünftigerweise werde ich 
mich nicht daran stossen, wenn Jemand eine Fläche als uneben, granulirt 
etc., meinethalben selbst als gewölbt oder vertieft bezeichnet (natürlich 
immer eine verhältnissmässige, schwache Erhöhung oder Vertiefung und 
nicht etwa einen förmlichen Buckel oder eine Grube darunter verstanden, 
sonst wäre am Ende unser Stefansthurm auch eine Fläche); ein anderes 
Ding ist es dagegen, wenn da eine Aushöhlung aufgetischt wird, wo gar 
keine vorhanden ist und erst hinterher aus blosser Rechthaberei aus 
Aushöhlungen — Flächen — Körnehen — Zähnchen — Höckerchen (mit 
Dohrn Stett. Ztg. 1858 p. 5 zu sprechen) „ein solches Labyrinth construirt 
wird, dass kein vernünftiger Mensch mehr daraus klug werden kann.“ 

Auf p. 123 des VII. Bd. der Berl. ent. Zeitsch. hat Kraatz „zur 
Beleuchtung“ und „um etwaigen irrthümlichen Angaben vorzubeugen“ 
erklärt, dass die Machaerites- Taster „an der Innenseite der Länge nach 
ausgehöhlt sind.“ Da ist also von einer Fläche mit keiner Sylbe eine 
Rede. — Erst als Schaufuss (Wien. ent. Monatsch. 1863 p. 330) das 


484 

die Clyten besser, als ein Anderer und da er uns dies in gewohnter Be- 
scheidenheit selber sagt (l. c. p. 391), so ist auch durchaus nicht daran zu 
zweifeln. Sollte übrigens Jemand noch nicht genügend überzeugt sein, so 
hat Kraatz auch dafür gesorgt, seine tiefe Kenntniss dieser Gattung da- 
durch zu illustriren, dass er den Olytus caucasicus Motsch. (Bull. de Moscou 
1839 p. 54 Taf. i Fig. &)”) in dem oben citirten Hefte der Berl. Zeitsch. als 
Olytus Bruck Kraatz n. sp. abbildete und beschrieb. 

Mein Freund ist weiters unwirsch, dass ich mir zu bemerken erlaubte, 
dass mein sicil. Clytus auf der Stirne eine beiderseits behaarte Längs- 
schwiele habe und, obschon er zugestehen muss, dass meine Angabe richtig, 
findet er sich doch zu der geistreichen Bemerkung veranlasst, dass Stirn- 
schwielen „nur bei meinesgleichen als Folgen von Kränkung zu nehmen 
sind.“ Zugegeben; mögen sie nun bei seinesgleichen ohne alle Kränkung 
naturgemäss entstehen, oder gleich dem „schaftlosen Fühler, der den Schaft 
bewegt“ (Kraatz Berl. Zeitsch. 1864 p. 167) am hornlosen Kopfe als 
stattliche Hörner vorhanden sein, fern sei es von mir, ihm den Gebrauch 
der ihm von der Natur verliehenen Waffen zu verargen. 

Es ist auch ein wahres Kreuz, wenn man nicht recht Deutsch ver- 
steht. Nur offenbare Böswilligkeit kann bei Kraatzens Angabe, dass 
„die Behaarung bei den beiden Exemplaren nicht dieselbe ist“, daran 
denken, dass beide Individuen zusammen nicht ein und dieselbe Behaarung 
haben können, etwa wie ein Paar arme Erzgebirgler zusammen nur ein 
einziges Paar Stiefel. Ganz richtig reibt er mir dafür meine Gattung 
Phiyctaenodes (Wien. ent. Monatsch. 1863 p. 356) unter die Nase, wo ich 
sagte: Hat im Flügelschnitte und Totaleindrucke eine gewisse Aehnlich- 
keit mit Zphelis, dieselbe mehlige Beschuppung, breite Befransung etc. 
(wie diese nämlich), ohne jedoch meine Ignoranz zu belehren, wo das 
Uneorrecte meines Ausdruckes stecken soll und wie ich anders hätte 
sagen sollen. 

Nun aber zu COlytus arvicola. Es sind da bis jetzt zwei sehr ver- 
schiedene Arten vermengt, was sogar unserem grossen Clytologen ent- 
gangen ist. 

Clytus arvicola wurde von Olivier (Col. 1795) p. 64 pl. 8 fig. 93 
aufgestellt. In der Beschreibung wird der Kopf bloss mit zwei gelben 


Vorhandensein einer Aushöhlung in Abrede stellte, ich (Wien. ent. Monatsch. 
1864 p. 58) ebenfalls keine finden konnte und Kraatz dieselbe nach- 
weisen soll, wird das erwähnte Aushöhlungs-Flächen-Labyrinth auf p. 86 
unseres vorjährigen Bandes construirt und in Vertheidigungszustand ver- 
setzt; wie, das glaube ich auf p. 89 und 202 desselben Bandes hinlänglich 
erörtert zu haben, wenn auch der Herr Regierungsrath die Blössen, die 
sich sein Freund gegeben, nicht bemerkt zu haben scheint oder sie nicht 
bemerken wollte. 

*) Dr. Ham pe citirt n Wagners Reise in Persien und Kurdistan 
dazu als älteren Namen: sexmaculatus Fald., was ich in Ermanglung der 
Faldermann’schen Publicationen nicht nachsehen kann. 


Te ee a 


485 
Linien angegeben, aber keine Erhabenheit desselben erwähnt, ebenso 
wenig ist über die Form der Flügeldecken etwas angegeben, wenn sie 
auch die Abbildung amı Ende abgerundet zeigt; auch fehlt der Figur die 
in der Beschreibung erwähnte erste Querbinde gänzlich. 

Den zweiten Clytus arvicola lieferte Panzer Nr. 113 Fig. 4 Er 
eitirt Olivier, bildet aber ein Thier mit spitzen Aussenwinkelh der Flügel- 
decken, die auch die Beschreibung bestätigt, überdiess mit ganz anders 
geformtem Thorax und viel feinerer und schärferer gelber Zeichnung ab. 

Diese zweite Art nun ist es, die wir hier als Ol. arvicola kennen, 
die auch Redtenbacher (wenn Herr Kraatz Ed. II. p. 853 gütigst 


‚ nachlesen will) mit gewohnter Trefflichkeit charakterisirt hat. Sie hat die 


bei meinem sicil. Exemplare (Wien. ent. Monatsch. 1864 p. 136) erwähnte 
Stirnschwiele nicht (statt ihr nur eine schmale Längskante) und mithin 
war ich wohl berechtigt, diese zu erwähnen. 

Auf mein sicil. Exemplar passt Mulsants Beschreibung von Olytus 
arvicola, Longicornes 1839 p. 77, noch genauer die der neuen Auflage 
1862—-63 p. 150. Bei letzterer wird aber statt Oliviers Callid. arvicola, 
dessen nordamer. Call. (Clyt.) palmatum p. 29 Nr. 33, pl. 7 fig. 82 eitirt. 
Sodann findet sich in beiden Auflagen: Panzer Nr. 113 Fig. 5 statt Fig. 4% 
eitirt, em aus Redtenbacher übergegangener unbedeutender Druck- oder 
Schreibfehler, der aber beweist, wie dieses Citat ohne Prüfung nachge- 
schrieben wurde. Weiters ist noch Laporte-Gory: Clytides p. 5% pl. 11 
Fig. 63 angezogen, die der Abbildung nach einen von meinem sicil. Stücke 
ganz verschiedenen Thorax zeigt, sonst in Zeichnung sich so ziemlich damit 
vergleicht. Es entsteht nun die Frage: Ist der Name Olytus arvicola bei 
Olivier auch derart gesichert, dass er ohne Bedenken für die Mulsant'sche 
Art aufgenommen werden kann; oder soll er ganz fallen gelassen und 
diese Art: Heydeni Stierlin genannt werden? 

Wie soll Olytus arvieola Panzer, der doch jedenfalls umgetauft 
werden muss, künftig heissen? Panzer citirt dabei: hieroglyphicus Megerle 
in lit., Sturm Catal. 1826; dieser Name ist aber in Herbst’s Archiv (p. 99 
Taf. 26) an eine Varietät von mysticus vergeben. Wem anders, als unserem 
grossen Zeitgenossen, dem Herz und Nieren der Clyten prüfenden Herrn 
Dr. Kraatz, könnte diese Art wohl würdiger dedicirt werden? Also 
Olytus Kraatzü Lederer. 


esse 3a — 


Anzeige. 


Meine ganz gut erhaltene Sammlung europäischer Schmetterlinge, 
bestehend in 1409 Arten und 2235 Exemplaren Macro-, dann 596 Arten und 
930 Exemplaren Micro-Lepidopteren, worunter fast alle Seltenheiten und 
schöne Varietäten, dann das Unieum Polia accessa, ist sammt zwei Kästen zu 
verkaufen.— Jeder einzelne Schmetterliug ist in einem Holzkästchen, oben und 
unten mit Glas, im segenannteu Erlangerformat. 

Liebhaber belieben sich direct an mich zu wenden. 


Bertram, k. bair. Regierungs-Rath in Regensburg. 
Wiener entomol. Monatschr. VIII. Ba. 35 


486 


Nach viermonatlichem Warten sind wir nun endlich im Stande, den 
Aufsatz des Herrn Kutschera beendet vorzulegen, jedoch ohne Register, 
das uns nicht geliefert wurde. Ob die Arbeit dadurch an Brauchbarkeit ge- 
wonnen, mögen Diejenigen beurtheilen, die sie zu benützen beabsichtigen. 

Hätten wir nicht s. Z. von Hrn. Kutschera die Zusicherung erhalten, 
seine Arbeit binnen Jahresfrist zu beenden, wir würden sicher mit dem 
Drucke nicht begonnen haben; jedenfalls bitten wir wegen der über die 
Gebühr und wider unseren Willen ausgedehnten Verzögerung um Ent- 
schuldigung. 

Von vielen Seiten wurden wir freundlichst aufgefordert, unsere Zeit- 
schrift fortzusetzen. Es ist möglich, dass unser Herr Lederer die Sache 
wieder aufnimmt, jedoch in anderer Form. Grosse Aufsätze sollen im Hinblick 
auf gemachte Erfahrungen, so wie auf die Geduld des entomol. Publikums 
nicht mehr aufgenommen, das Organ ein hauptsächlich lepidopterologisches 
werden, ohne jedoch Aufsätze über Inseeten anderer Ordnungen auszu- 
schliessen; auch würde die Zeitschrift nur in den Wintermonaten erscheinen. 

Wenn die Sache definitiv beschlossen, werden wir uns erlauben, Pro- 
specte oder Probenummern zu versenden. 


Wien, 13. März 1865. Deren 


———essaa > —— 


Berichtigungen. 


Seite 3 Zeile 1 v. o. statt hypomarathri lies hippomarathri 
» 26 „ 10 v.u. statt Flächen lies Fleckchen 
a ara 5 v. o. statt drei lies der 
RD NR 7 v.o. statt an lies in 
»„ 71 „ 24 v.o. statt Leister lies Lüfter 
„ 28 „ Mwv.u. statt im lies an 
„ 55 „ 24 v:o. statt lernen lies kennen 
RIO UN. 9 v. o. statt wichtige lies richtige 
Pal 7 v. u. lies dachförmigen und erscheinenden 
NEROr NRER: 1 v. o. statt Agrieultur lies Agriculture 
RA TER, 3 v. o. statt Gruneraina lies Gruneriana 
„ 138 „ 20 v. o. statt laeea lies lacea 
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2k6 „ 3 v. o. statt scheint lies scheine 
„ 253 „ 1%v.u. statt beibehaltene lies berichtigte 
ge 2 v.o. statt ala lies alae 
» 23839 „ 14 v.o. statt Seitenwänden lies Seitenrändern 
2002 2 v. o. statt Ordnung lies Aderung 


. statt furvalis lies manualis 

. statt ustellus H.-Sch. lies ustulellus Fab. 
. statt Dianthoceca lies Dianthoecia 

. statt gereiht lies gerieft 

. statt Der lies Den 

. statt jenseits lies jenseit 


USD 


Acalles validus 192. 
Agalliastes Meyeri 231. 
prasinus 228. 
Agrotis comparata 196. 
Alloeonotus egregius 323. 
Amblytylus affınis 332. 
Aneylosis neylectella 292. 
Apteropeda globosa 451. 
orbieulata 449. 
ovulum 44). 
splendida 452. 
Aradus_aterrimus 210. 
Arctia speciosa 195. 
Argopus bicolor 469. 
brevis 469. 
hemisphaericus &68. 
nigritarsis 270. 
Athous proximus 1%. 
spectabilis AYA. 
Atractotomus oculatus 225. 
Pini 224. 
puncticeps 224. 


Baptria Haberhaueri 1710. 
Beosus Douglasi 217. 
‚Bothriophorus venetus 108. 
Bothynotus Minki TT. 
Botys torvalis 198. 
Bythinus armatus 336. 


Calobius Woll. 413. 
Calocoris fornicatus 218. 
Kolenatii 219. 
mebulosus 326. 
Camptopus bifaseiatus 
324. 
Ceuthomadarus tenebrio- 
nellus 188. 
Chilacis Typhae 72. 
Cleodora bohemiella 5. 
Olinocera bivittata 258. 


Register. 


Coleophora basimaculella 
189. 
Conchylis conjunctana 
183. 
pallorana 171. 
tetricana 183. 
Cordylura biseta 21. 
dasyprocta 25. 
femoralis 18. 
glaucescens 23. 
nigriventris 19. 
opaca 19. 
pieticornis 22. 
umicolor 17. 
Corisa coxalis 207. 
Fussi 208. 
Rogenhoferi 208. 
Oriocoris tibialis 227. 
Cydnus acieulatus 233. 


Dasyseytus sordidus 84. 
Depressaria Artemisiae 4. 
Cotoneastri 2. 
fRoridella 186. 
Hippomarathri 3. 
Laserpitii 1. 
Dianthoecia phoca 197. 
Dibolia 230. 
Chevrolatii 444. 
cryptocephala 442. 
Cynoglossi 441. 
depressiuscula 437. 
femoralis 434. 
Försteri 436. 
oceultans &35. 
paludina 443. 
Pelleti 444. 
rugulosa 440. 
Schillingü 438. 
timida &39. 


Dichrorampha Gruneri- 


| ana 119. 
 Diomphalus hispidulusT1. 
Dorcadion eretosum 479. 
suturatum 431. 
'Dorycera inornata 8. 


Empis cothurnata 255. 


| hispanica 255. 
|Engistus Brucki 68. 

\ Ephestia reductella 182. 
Epischnia ampliatella 
292. 

| Erebia Hewitsonit 167. 
Eupithecia argillacearia 
| 27. 

innotata 131. 

| Eupleuris striatella 29. 
|Exaeretus Meyeri 81. 


Gelechia fervidella 18T. 
labradorica 200. 

Gitona formosa 366. 

Grapholitha Kochiana 28. 
pallifrontana 28. 
succedana 28. 
vaeciniana 29. 


Halticinen 34, 142, 269, 
303, 337, 373. 
Haltieus intricatus 220. 
macrocephalus 221. 
Harpaetor cingulatus 321. 
Hemerodronia nigyriven- 
tris 242. 
oratoria Ahk. 
precatoria 238. 
raptoria 243. 
unilineata 24T. 
Homalota ylacialis 200. 


Homodemus an gularis 325 


488 


Hypatima I1-punetella 
185. 
Hypnophila impunetieollis 
456. 
obesa 433. 


Lobophora viretata 26. 
Longitarsus aeruginosus 
AI6A 

atriceps 38. 
atrieillus 33. 
Balloiae 46. 
brevieollis 271. 
candidulus 163. 
cervinus 159. 
eurtus 41. 
femoralis 47. 
ferrugineus 155. 
Fuseulus 273. 
graeilis 275. 
helvolus 269. 
Juncieola 51. 
laevis 162. 
Lycopi 39. 
Medicaginis 143. 
melanocephalus 35. 
membranaceus 156. 
minimus 14%. 
monticola %4. 
ochroleueus 146. 
ordinatus A160. 
peectoralis 50. 
pellueidus 152. 
pusillus 142. 
FReeichei 445. 
rubiyinosus 157. 
rufulus 147. 
rutilus i50. 
seriatus 154. 
substriatus 43. 
vitreus 270. 


- 


Waterhousei 974. 


Lo; ‚us bieolor 3928. 


Machaerites subterraneus 
86. 
‚Maeroeoleus ehrysotrychus 
332. 
Macerotylus nigricornis 
3ouR 
Microplax limbatus 322: 
Mierosynamma Secotti 74. 
Mniophila muscorum 459. 
Myelois bieolorella 288. 
subalbatella 181. 
tabidella 182. 


Neides parallelus 323. 
Nemosoma faseicolle 193. 
Notochilus ferrugineus 69. 


Oecophora Heringii 172. 
Pokornyi 6. 
Oncotylus punctipennis 

229. 
Ornix insperatella 5. 
Ortalis fraudulosa 11. 
gyrans 12. 
latifrons 16. 
murina 10. 
parva 14. 
Orthocephalus bivittatus 
Freyi 223. 
rhyparopus 222. 
Orthostira cervina 212. 
coneinna 211. 
Orthotylus ochrotrichus 
330. 


Pachymeria contigua 360. 
femorata 362. 
mediterranea 364. 
palparis 360. 
pudica 364. 
ruficornis 365. 


176. 
| Parasia intestinella I 87. 


| Parantlırene hoplisiformis| 


Parasia paueipunetella 


29. 
Pentatoma porphyrea 334. 


Phytocoris incanus 326. 
Pempelia jueundella A81. 
Pleetroscelis aerosa 351. 
anyustula 339. 
arenacea 343. 
arida 345. 
aridella 350. 
aridula 342. 
chlorophana 319. 
ehrysocollis 316. 
compressa 338. 
concinna 313. 
conducta 320. 
confusa 344. 
major 317. 
Mannerheimii 341. 
meridionalis 341. 
procerula 337. 
Sahlbergü 349. 
scabricollis 352. 
Scheffleri 315. 
semicoerulea 312. 
subeoerulea 346. 
tibialis 315. 
Plinthisus brevipennis 215. 
convexus 214. 
minutissimus 213. 
Psallus Fieberi 227. 
Fuscovenosus 330. 
Psylliodes 373. 
aerea LAOS. 
affınes 403. 
algirica L18. 
attenuata 399. 
chalcomera 411. 
ehrysocephala 385. 
circumdata 405. 
erassicollis 419. 
ceueullata 422. 
euprea 39%, 428. 
eupreata 397. 


Psylliodes cupronitens 427. 
eyanoptera 331. 
Dulcamarae 440. 
Fusiformis 392. 
gebbosa %25. 
glabra 420. 
gowgeleti 426. 
Hyoseyami 413. 
instabilis 398. 
Kunzei 401. 
laevata 427. 
laevifrons 414. 
laticollis 388. 
luridipennis 393. 
luteola 417. 
marecida 402. 
Miller! 390. 
Napi 389. 
nigricollis 3834. 
nucea 400. 
pallidipennis 409. 


| Psylliodes petasata 423. 
pieina 415. 
pieipes 406. 
puncticollis AT. 
pyritosa 396. 
‚rufllabris 429. 
subaenea 407. 
Thlaspis 291. 


Salda gamımna 212. 
Scoloposcelis crassipes 66. 
Sesia braconiformis 11%. 
Siphaeroderma Cardui 464. 
rubidum 464. 
testaceum 463. 
Stagmatophora Nikerlüi 7. 
Stemmatophora obsoletalis 
179. 
Stethocomusmamillosus 80. 


329. 


ESDOna—— 


Stiphrosoma atrocoerule«a) 


489 
Strachia cognata 231. 
eyanea 232. 


Tephronia oppositariai 78. 
| Teratocoris dorsulis 325. 
Tinicephalusobsoletus 226. 
| Tipula autumnalis 126. 
| pagana 125. 
repanda 129. 
triangulifera 130. 
Tortrix moguntiana 131. 
Trapezonotus distinetus 
215. 
distinguendus 216. 
Trigonosoma Lehmanni 
334. 
Typhloporus deplanatus 
192. 
Tytthus geminus 84. 
pygmaeus 82. 


T nebarkt: 


Nr. 1. Jänner. 


Neue Microlepidopteren. Von Prof. Dr. F. A. Nicker!. S. 1. — Sechs 
neue europäische Ortalödae. Von Director Dr. H. Loew in Meseritz. S. 9. — 
Acht neue Cordylura-Arten. Von Director Dr. H. Loew in Meseritz. S. 17. 
— Zur Naturgeschichte einiger Geometrinen und Tortrieinen. Von C. Friedr. 
D. Hofmann in Regensburg. S. 26. — Die ersten Stände von EZupleuris 
striatella und Parasia paucipunctella beschrieben von A. Gartner in Brünn. 
S. 29. — Anzeigen. S. 32. 


Nr. 2. Februar. 


Beiträge zur Kenntniss der europäischen Haltieinen. Von F. Kut- 
schera. S. 33. — Ueber die neue neben Platyptilus ochrodactylus H.-S. 
einzureihende Art. Von Dr. A. Rössler in Wiesbaden. S. 53. — Zur Besei- 
tigung von Missverständnissen. Von Dr. H. Schaum. S. 55. — Zu Machae- 
rites subterraneus. Von Dr. Kraatz. S. 58. — Bücher-Anzeigen. S. 59. 


Nr. 3. März. 


Neuere Entdeckungen in europäischen Hemipteren. Von Dr. F. X. 
Fieber. S. 60. — Ueber die vermeintliche Tasterbildung des Machaerites 
subterraneus. Von Dr. G. Kraatz. S. 86. — Entgegnung von J. Lederer- 
S. 90. -- Bücher-Anzeigen. S. 95. 


Nr. 4. April. 


Kleiner Beitrag zur Käferfauna Venedigs und des Lido, mitgetheilt von 
einem süddeutschen Entomologen. S. 105. — Die ersten Stände von Sesia bra- 
coniformis und Dichrorampha Gruneriana, beschrieben von A. Gartner in 
Brünn. S. 114. — Die europäischen Tipula-Arten, deren Weibchen verkün- 
merte Flügel haben. Von Director Dr. H. Loew in Meseritz. S. 120.— Tipula 
sinwata uud ihre nächsten Verwandten. Von Director Dr. H. Loew in Mese- 
ritz. S. 128. — Eupith. innotata und Conchylis moguntiana. Von Dr. A. 
Rössler. S. 131. — Bücher-Anzeigen. S. 132. 


Nr. 5. Mai. 


Beiträge zur Kenntniss der europäischen Halticinen. Von F. Kut- 
schera. 8. 141. — Zur Lepidopteren-Fauna von Imeritien und Grusien. Von 
Julius Lederer. S. 145. — Anzeigen. $. 172. 


Nr. 6. Juni. 


Nachtrag zur Schmetterlings-Fauna von Brussa. Von Josef Mann. 
S. 173. — Neue Käfer-Arten, beschrieben von Med. Dr. Clemens Hampe. 


491 


S. 190. — Beiträge zur Schmetterlingsfauna von Labrador. Von H. B. 
Möschler. 8.193. — Homolata glacialis n. sp. beschrieben von L. Miller. 
S. 200. — Ueber Pierophorus serotinus. Von Dr. A. Rössler. S. 201. — Zur 
Machaerites-Literatur. S. 202. — Offerte. 202. 


Nr. 7. Juli. 


Neuere Entdeckungon in europäischen Hemipteren. Von Dr. F. X. 
Fieber. $. 205. — Acmastes Haroldii Schaum. S. 235. — Anzeige. S. 236. 


Nr. 8. August. 


Die österreichischen Hemerodromia-Arten. Von Director Dr. H. Loew 
in Meseritz. S. 237. — Ueber Empis cothurnata und Empis hispanica. Von 
Director Dr. H. Loew in Meseritz. S. 255. — Clinocera bivittata n. sp., be- 
schrieben von Director Dr. H. Loew in Meseritz. S. 258. — Bücher-Anzeigen. 
S. 260. 


Nr. 9. September. 


Beiträge zur Kenntniss der europäischen, Haltieinen. VonF. Kut- 
schera. S.269. — Drei neue Phyceideen. Von H. v. Heinemann. 8. 289. 
— Erwiderung von Dr. I.R. Schiner. S. 296. — Bücher - Anzeigen. S. 301. 
— Anzeige für Entomologen. S. 302. 


Nr. 10. October. 


Beiträge zur Kenntniss der europäischen Halticinen. Von F. Kut- 
schera. S. 303. — Neuere Entdeckungen in europäischen Hemipteren. Vou 
Dr. F.X. Fieber. $. 321. — Bythinus armatus n. sp., beschrieben von Med. 
Dr. Clemens Hampe. $. 336. — Anzeige. S. 336. 


Nr. 11. November. 


Beiträge zur Kenntniss der europäischen Haltieinen. Von F. Kut- 
schera. $. 337. — Ueber die Pachymeria-Arten aus dem Verwandtschafts- 
kreise der P. femorata. Von Director Dr. H. Loew in Meseritz. S. 353. — 
Gitona formosa, eine neue deutsche Art, beschrieben vom Director Dr. H. 
Loew in Meseritz. $. 366. — Bücher-Anzeigen. 8. 869. — Anzeigen. S. 372. 


Nr. 12. December. 


Beiträge zur Kenntniss der europäischen Haltieinen. Von F. Kut- 
schera. $. 373. — Einige Worte über die Coleopteren- Gattung Calobius 
Woll. und die dazu gehörigen Arten, mitgetheilt von einem süddeutschen 
Entomologen. S. 473. — Zwei neue Dorcadion-Arten vom Caucasus, beschrie- 
ben vom süddeutschen Entomologen. 8.479. — Ueber Clytus arvicola. Von 
J. Lederer. S. 4383. — Anzeige. S. 485. 


Verantwortl. Redacteure u. Herausgeber : Julius Lederer und Ludwig Miller. 
Gedruckt bei Carl Ueberreuter, Alserstrasse Nr. 24. 


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1.2. Ihaıs (erysü Var. caucasica. 8. Zygana Kadenü Led. 
3. 4. Helitaea Didyma Var. 9. 10. Baptria Haberhaueri Led. 
Er Jalyrus Pelopea Var. N. Ünehyls pallorana Led. 
6.7. Erebür Hewdsonü Ted. 72.  Vecophora Herugü Led. 


Wiener Eintom. Monatsch. Bd. VI. 


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Taranthrene hoplisilormis Wann. . 
Tno ampelophaga Termaphr. 
Fumea slavociliela _ Hann. 
Tephronia opposdaria Mann. 


Üdedeobia obsoletalis Hann. 
Tiphestia reductella Mann. 


Homoeosoma subalbatela Ann. 


Nephopteryye meliella Dann. 
Ephestix tabidella Dann. 
Nephoptery@ Jucurdella ann. 
Conchyus tericana Dann. 


7 eorzuncdana Hann , 


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Depressaria squamosa _Mann. 
Kloridella ann. 


Farasia intestinela Hann. 
Velechia tenwella Hann. 


Inypalima undeempunetela Hann. 


Tatel 5. 


1.2. Cadhomaderus tnehrumelus Mann. 7. Depressaria artemisine Nickel. 12. Omnia insperatella Wickerl. 


3.  Loleophara basenundlelle Hann. - &. ” hypomarathri Niekerl. 78. 14. Archa Quenselä Var. © 

4.  Gelechia Leroulello Dann. 9.  Üleodora bohemiella Nicker. 15.  Dianthoecia phoca Hoeschler 
5. Jepressaria luserpau Niekert. 10. Veeophora Tokornyi Nicker. 16. Botys borvalis Moesehler 

[A 2 comwneasiri Nikerl. 4  StagmedophoraNickerlü IH. Sch. 47.  Velechia labradorisa ibeschler 


‚MM 


3 2044 106 243 314 


Date Due 


OCT 14 1983